Schweizer Armee - Verteidigung der Schweiz
phantom schrieb:
Zitat:Die von der schweizer Luftwaffe für die F/A-18 definierten Anforderungen an die strukturelle Belastbarkeit liegen deutlich höher (Faktor 3-5!), als bei der US Navy (also Trägerbetrieb!).
Niemals. Die höhere Sinkgeschwindigkeiten bei den Landungen sind nicht der Fall, die Fangseilbeanspruchungen und Salzwasser entfällt ja komplett.

Ich habe es gerade nochmal nachgelesen und muss mich korrigieren. Laut Boeing führten die von den Schweizern definierten Anforderungen für die bei Boeing beauftragten Testverfahren zu einer um den Faktor 2-3 größeren Belastung der Zellen, als die durch die US Navy zu Grunde gelegten Daten. Dabei haben die Schweizer wohl u.a. ein höheres Lastvielfaches bzw höhere g-Kräfte bei höherem Gewicht definiert. Diese Anforderung klingt im modernen Luftkampf eher irritierend, kommt aber wohl nicht von ungefähr, sondern entspringt sicherlich den praktischen Erfahrungen mit den frühzeitig zerschlissenen Tigern und Mirage.

In der Folge mussten speziell für die Schweizer eine ganze Reihe von Bauteilen der F/A-18 umkonstruiert werden. So wurden manche Aluminiumbauteile durch Titan ersetzt, bei anderen Teilen einfach eine höhere Materialstärke gewählt, Nieten und Bohrungen optimiert. Mit diesen Modifikationen konnte -ähm musste- Boeing- eine 3-5 fache Lebensdauer (in Abhängigkeit vom betrachteten Bauteil) gegenüber der Standardzelle erreichen/nachweisen. Legt man die gemachten Erfahrungen (mit Mirage und Tiger) mit dem um den Faktor 3 höheren Verschleiss zugrunde, erscheint das im Endefekt ja auch sinnvoll. Lange Rede, kurzer Sinn. Weil die Schweizer ihre Flugzeuge prügeln wollen weichen ihre F/A-18 Zellen in strukturell relevanten Bauteilen maßgeblich vom Beoing Standard bzw. US Navy Standard ab. Die sehr hohen Anforderungen der Schweizer machen einen Kauf gebrauchter F/A-18 formal unmöglich.

Zitat:Das hätte auch problemlos mit den Standard C/D's funktioniert.

Nein. Laut Hersteller hat die Standard F/A-18 die Tests natürlich überraschend gut überstanden. Um die Anforderungen jedoch tatsächlich erfüllen zu können, mussten o.g. Veränderungen vorgenommen werden.

Zitat:Ah ja, wenn man nur vom Rohbau was versteht. :roll: 99% vom restlichen Flugzeug kann man doch mangels Wissen oder generell nicht günstiger herstellen, das kauft man gescheiter ein.

Die genannten Veränderungen betreffen ja den Rohbau. Die Elektronik, Triebwerke, usw müsste man als fertige Kits von der Stange nehmen können. Et voilá!
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Shahab3 schrieb:Weil die Schweizer ihre Flugzeuge prügeln wollen weichen ihre F/A-18 Zellen in strukturell relevanten Bauteilen maßgeblich vom Beoing Standard bzw. US Navy Standard ab. Die sehr hohen Anforderungen der Schweizer machen einen Kauf gebrauchter F/A-18 formal unmöglich.
"Die unsinnigen Anforderungen der Schweizer" nicht erfüllt, so müsste es wenn schon heissen. Aber der Kunde ist ja König, der Kunde hat immer Recht, so ist das nun mal.

Zitat:Nein. Laut Hersteller hat die Standard F/A-18 die Tests natürlich überraschend gut überstanden. Um die Anforderungen jedoch tatsächlich erfüllen zu können, mussten o.g. Veränderungen vorgenommen werden.
Es geht doch nicht drum, ob ein Bauteil bei 11g auch noch hält, du musst das Teil innerhalb der konstruktionsbedingten Parametern betreiben, das ist das Entscheidende. Du könntest die Zelle mit später zugekauften C/Ds auch mit den 7.5g Standard betreiben, die Schweiz wäre genau gleich sicher.
Es ist doch völlig verrückt was die Schweizer Piloten hier fordern / veranstalten, so läuft doch kein Luftkampf ab, der diesen Murks rechtfertigen würde. Der Schweizer braucht halt immer die Sonderlösung, die selbstverständlich besonders teuer ist und ein paar Innerschweizer Rüstungsbetriebe durchfuttert. Aber das ist ja egal, die Piloten müssen es ja nicht selber zahlen.
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phantom schrieb:Es geht doch nicht drum, ob ein Bauteil bei 11g auch noch hält, du musst das Teil innerhalb der konstruktionsbedingten Parametern betreiben, das ist das Entscheidende. Du könntest die Zelle mit später zugekauften C/Ds auch mit den 7.5g Standard betreiben, die Schweiz wäre genau gleich sicher.

Naja, also ganz so heftig ist es nun nicht und so dämlich ist auch die Armasuisse nicht. Auf nicht unübliche 9g sollte die F/A-18 bei den Schweizern ausgelegt sein. Nicht mehr. Aber das wird von der amerikanischen F/A-18 nicht erfüllt und die US Navy forderte das auch nicht.
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phantom:

Speziell für die Schweiz wäre meiner Ansicht nach inzwischen ein Einstieg in die Taranis vermutlich am sinnvollsten. BAE Systems ist der weltgrößte Rüstungskonzern, man hätte nur einen Lieferanten und nur einen Bezugsstaat (Großbritannien) und dieser wäre auch noch europäisch (im weiteren Sinne). Und sie würde der Schweiz noch ausreichend schnell zulaufen (vermutlich Einsatzbereitschaft ab 2020 möglich). Und was dir eigentlich noch am besten gefallen sollte: es wäre eine Stealth-Drohne.
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Zitat:Rüstungsprogramm 2016

Schweiz investiert in F/A-18 Hornet

Der Bundesrat hat das Rüstungsprogramm 2016 verabschiedet. Es enthält auch Maßnahmen für die weitere Nutzung der Boeing F/A-18 Hornet im Wert von 127 Millionen Franken. [...] Die Beschaffung wird durch die stärkere Nutzung infolge des vorläufigen Verzichts auf die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge erforderlich, zumal einzelne Ersatzteile und dazugehöriges Bodenmaterial in absehbarer Zeit nicht mehr erhältlich sein werden, heißt es weiter. Unter den 124 zu beschaffenden Positionen finden sich unter anderem folgende Elemente: Flugsteuerflächen, Flugsteuerzylinder, Triebwerksersatzteile, Getriebe, Fahrwerkkomponenten, Treibstofftanks. [...]

Zusätzlich sind Beschaffungen über Direktverträge mit Lieferanten geplant. Wahrscheinliche Lieferanten sind die US Navy, Boeing, General Electric, Raytheon sowie die RUAG. Das Ersatzmaterial ist unabhängig von einer Nutzungsdauerverlängerung der F/A-18 oder einer allfälligen Ausserdienststellung der F-5-Tiger zu beschaffen, betont das Ministerium. Die Auslieferung des Ersatzmaterials soll im Zeitraum 2016–2025 erfolgen.
http://www.flugrevue.de/militaerluftfah ... net/669476

Schneemann.
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Die Armeebotschaft 2016:

http://www.vbs.admin.ch/internet/vbs/de ... 16/rp.html
Zitat:Mit dem Rüstungsprogramm 2016 wird ein Gesamtkredit von insgesamt 1341 Millionen Franken beantragt. Dieser beinhaltet sechs einzeln spezifizierte Verpflichtungskredite und einen Rahmenkredit für Nachbeschaffungen.

Zitat:Luftraumüberwachungssystem Florako, Werterhalt Flores: 91 Millionen Franken

Zitat:Kampfflugzeuge F/A-18, Ersatzmaterial: 127 Millionen Franken

Zitat:Patrouillenboot 16: 49 Millionen Franken

Zitat:Lastwagen und Anhänger: 314 Millionen Franken

Zitat:12cm-Mörser 16: 404 Millionen Franken

Zitat:Schultergestützte Mehrzweckwaffen: 256 Millionen Franken

Aufgrund der unterschiedlichen Einsatzanforderungen sollen drei Typen von schultergestützten Mehrzweckwaffen beschafft werden: das Mehrzweckwaffensystem Heat and Hesh RGW 90 HH (Einsatz bis 300 m; Gewicht: ca. 9 kg) zur Bekämpfung von leicht gepanzerten Fahrzeugen und Schützenpanzern bzw. Gebäudeinfrastrukturen, die Next Generation Light Anti-Tank Weapon NLAW (Einsatz bis 800 m; Gewicht: ca. 13 kg) einsetzbar gegen fahrende Kampfpanzer und Gebäudestrukturen und die Light Anti-Armor Weapon M72 LAW Mk2 (Einsatz bis 200 m; Gewicht: ca. 4 kg) zur Bekämpfung von leicht gepanzerten Fahrzeugen und Strukturzielen.
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