Schweizer Armee - Verteidigung der Schweiz
#1
Im alten Forum gab es einen Thread zum Thema "Deutschland vs. Schweiz". Da gab es recht Amüsantes zum Thema "Mythos der Festung Schweiz" zu lesen; von unterirdischen Autobahnen, in den Berg gebaute Flughäfen, unüberwindbare Bunker- und Verteidigungslinien, etc. war da die Rede. Solche Hirngespinste vertuschen die Realität in meinen Augen ganz erheblich. Gäbe es all diese Anlagen, könnten wir die grossen Verkehrsprobleme in der Schweiz nämlich ruckzuck lösen...

Meine Frage an alle, die eine Ahnung zur Schweizer Armee haben (bin selber nur Zivilschützer):
Wie sieht eigentlich die Realität aus? Was ist mit diesem Mythos?
Fangt nur mal an, alle Geheimnisse auszuplaudern, über die man Euch in der RS unterrichtet hat...

Und noch etwas anderes:
Steht die schweizerische Landesverteidigung bei einem Überraschungsangriff durch einen ihrer Nachbarn (Bsp. Frankreich) mit abgesägten Hosen da? Es gäbe in der Armee zwar genügend Mittel, um sich effektiv zu verteidigen, einige Truppen sind zudem extrem gut ausgebildet (z.B. Grenadiere), doch bei einer überraschenden Attacke hocken doch alle Soldaten vor dem Fernseher, am Bürotisch oder in der Beiz. Wir haben ja kein stehendes Heer, sondern eben eine Miliz, deren Angehörige sich bei Alarm erst mal zu Hause ihr Stgw 90 und den TAZ holen und dann zur Kaserne bzw. zum AMP (die bis dahin vielleicht nicht mehr vorhanden sind) gehen müssen. Wie gross wäre die Bereitschaft bei einem solchen Szenario? Ich war, wie gesagt, nie in der Armee und hab daher wenig Ahnung davon, wie sie sich in solchen Fällen organisiert, ich wüsste aber gerne Bescheid =)
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#2
Das mit dem Überaschungsangriff, also das ein Gegner die Schweizer kalt erwischt ist ziemlich unwahrscheinlich. Der Gehimdienst würde über irgendwelche Planungen der Gegner bescheid wissen.
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#3
Und dank solcher Einrichtungen wie TV und Radio kann man doch ziemlich schnell die Bevoelkerung informieren und mobilmachen - aber gross vorm Einsatz ueben ist dann nicht mehr. Schliesslich ist die Schweiz auch kein allzugrosses Land.
Wie oft werden den die ueberhaupt zu Wehruebungen eingezogen ??
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#4
Zitat:Der Gehimdienst würde über irgendwelche Planungen der Gegner bescheid wissen.
Kommt auch drauf an, wie gut der Nachrichtendienst arbeitet. Von dem hört man nämlich nicht besonders viel (ist vielleicht sogar ein Qualtiätsmerkmal), aber wie gut der funktioniert und wie er überhaupt strukturiert ist, was er für Kapazitäten hat, etc., das weiss ich leider nicht. Müsste als wichtiger Faktor allerdings hineinkalkuliert werden. Weiss da jemand was Näheres?
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#5
Zitat:Wie oft werden den die ueberhaupt zu Wehruebungen eingezogen ??
Die Armeeangehörigen machen eine Grundausbildung (Rekrutenschule, RS), die dauerte früher 15 Wochen, ist nun aber verlängert worden. Danach muss jeder Soldat jährlich 3 Wochen in den WK (Wiederholungskurs) einrücken.
Zivile Wehrübungen gibts nicht. Der Zivilschutz hat ca. 2 Tage pro Jahr Dienst, wird aber natürlich zum Katastrophenschutz aufgeboten.

Daneben gibts natürlich auch noch Berufsmilitär, ich denke da mal an den Armeestab und die Luftwaffe. Das sog. Überwachungsgeschwader ist permanent im Einsatz und kriegt die modernsten Maschinen, nehme ich mal an. Wie lang deren Reaktionszeit ist (Alarmstart und Zeit, bis die 33 Hornets voll bewaffnet mit vier AMRAAM und zwei AIM-9X in der Luft sind), kann ich allerdings auch nicht sagen. Ich hoffe mal, sie ist kurz...
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#6
Hmm war es eigentlich während des Kalten Krieges möglich das die Schweiz von der UdSSR angegriffen wird ?
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#7
Als überraschungsangriff eher nicht. Sie hätten auf jedenfall durch einen nicht Sateliten Staat gemusst. Und selbst der nächste Kommie Staat Yugoslawien wäre für die Rußen kaum nutzbar gewesen.

Dabei hätte es frei Optionen gegeben, wobei alle drei eher unwahrscheinlich gewesen wären:

1.Östrreich - Schweiz
2.BRD - Schweiz
3.Mittelmeer - Italien - Schweiz (Amphibisch :bonkSmile

Und im Rahmen des dritten Wletkrieges glaub ich nicht das die Russen an den Punkt angelangt wären die Schweiz zu besetzen. Nicht weil sie der NATO so unterlegen gewesen wäre, aber die NATO hätte zu dem Zeitpunkt schon den Notausschalter gedrückt. Und dann wär es mindestens in Europa verdammt warm geworden.
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#8
Naja, mit Bodentruppen wäre ja etwas schwierig gewesen, da ja erstmal man durch Deutschland oder Österreich durch hätte müssen ( also gegen die NATO- Truppen zunächst bzw. durch die österreichischen Alpen)!
Also ein direkt gezielter Angriff halte ich für Quark!

Im Rahmen des eskalierenden Kalten Krieges wären die Russen in Deutschland eingedrungen und dort hätten sie sich gegen die NATO-Truppen behaupten müssen. Wenn sie dann tatsächlich die vorderen Verteidigungslinien trotz einer potenziellen NATO-Luftüberlegenheit durchdrungen hätten, dann glaub ich wären sie auf NATO-Territorium geblieben.
Die schweizerische Armee ist ja in erster Linie defensiv ausgerichtet.
Deshalb wäre es für die Sowjets recht fahrlässig gewesen zu riskieren ihren offensiven Vorwärtsdrang und ihre offensive Dynamik abzubremsen durch das starke Defensivpotenzial der Schweizer.
Nein, sie hätten vielleicht am Rande die großen Städte zur Sicherheit mitbesetzt, aber sie häten es kaum gewagt, in die berge zu gehen.
Der weitere Vormarsch gegen die NATO-Truppen hätte da sicherlich Priorität gehabt!
Es wäre da nur darum gegangen den Vormarsch abzusichern,
aber eine direkte bedrohung, zielgerichtet, nein, das glaub ich eher nicht!
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#9
Ich glaube, die Russen hätten die Schweiz allenfalls als Durchmarschland benutzt. Ich hab mal von einem Szenario gehört, bei welchem die Sowjets sich einen "Korridor" durch die Innerschweiz gebombt hätten, etwas abseits der grossen Zentren und Verkehrswege, unter Einsatz von über hundert taktischen Nuklearsprengköpfen...aus diesem Grund wurden auch die paar tausend atombombensicheren Bunker in die Schweizer Landschaft gestelltCool
Allerdings hätte dieses Szenario ein paar Schwachstellen, denn die NATO hätte einen solchen Einsatz von Kernwaffen garantiert nicht unbeantwortet gelassen (bzw. dann wäre der Konflikt eh von Beginn weg ein Atomkrieg gewesen...) und die Sicherung eines solchen Korridors ist selbst bei einer noch halbwegs funktionierenden Armee äusserst kostspielig.
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#10
Es macht wenig Sinn ein Gebiet mit Kernwaffen zu verstrahlen wo ich durch will. Vor allem was bringt das im Vergleich zum Einsatz von Flächenbombadierungen mit konventioneller Muni.
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#11
Leute!!!!
:hand:

Solange es in der Schweiz Banken gibt, die gerne für Ausländer (vor allem Politiker), Geld horten das in ihrem jeweiligen Heimatland nich "sicher" wäre, solange wird niemand die Schweiz angreifen.

Big GrinBig GrinBig GrinBig Grin
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#12
@ demon wojny
Interessanter Aspekt, den du hier ansprichst!

Sollte man sicherlich nicht außer Acht lassen!
:laugh::laugh::laugh:
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#13
Hoho, das mit den Banken wäre aber zugleich auch der einzige Grund für die Amis, mit der Schweiz einen Krieg anzufangen (Finanzierung von Terroristen mit Hilfe des Bankgeheimnisses, Durchsetzung der amerikanischen Sammelklagenjustiz gegen Schweizer Banken, etc.):laugh::laugh:
Ist zwar eine etwas abstruse Idee, aber wer behauptet, Saddam besitze MVWs und dann keine findet, der denkt sich vielleicht noch ganz andere Dinge aus:bonk:
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#14
[quote]hunter1 postete
Fangt nur mal an, alle Geheimnisse auszuplaudern, über die man Euch in der RS unterrichtet hat...

wen meinst du bitte mit "RS"??:motz:
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#15
Zitat:wen meinst du bitte mit "RS"??
"RS" gleich "Rekrutenschule". Entspricht der Grundausbildung in der Schweizer Armee. Dauert neuerdings lange 21 Wochen...
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