Korps Mariniers und Seebataillon
#16
Um mal zum anderen Teil meiner These zurückzukommen, der Nachfolge der jetzigen Landungsschiffe der Niederländer:
Auf "hartpunkt.de" -hier- ist zu lesen:
Zitat:Man strebe zum Ende der kommenden Dekade an, zusammen mit den Niederlanden eine „Fähigkeit der Amphibik“ aufzubauen, sagte Flotillenadmiral Ulrich Reineke, Abteilungsleiter Planung im Marinekommando, am Dienstag auf dem 19. DWT-Marineworkshop in Linstow. Gegenwärtig erarbeite man dafür ein Konzept. „Wir laufen mit großen Schritten auf eine gemeinsame Nutzung einiger niederländischer Einheiten für Deutschland und die Niederlande hin“, kündigte der Marine-Offizier an. Langfristig könne der Aufbau gemeinsamer Fähigkeiten bedeuten, dass auch gemeinsam gerüstet werde. Reineke kann sich vorstellen, dass Ende des kommenden Jahrzehnts beide Länder jeweils zwei so genannte Big Decks – also große amphibische Einheiten – gemeinsam beschaffen.
Falls da was dran sein sollte, halte ich meine Variante mit drei niederländischen LHD für gar nicht so abwegig - schließlich begnügen sich die Franzosen derzeit auch mit drei Mistrals, und eine davon wird jedes Jahr noch für die mehrmonatige "Jeanne d'Arc"-Ausbildungsmission mit Beschlag belegt.
Wäre dann die "Mistral" eine gute Vorlage, oder würden wesentliche andere Fähigkeiten benötigt?
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#17
(01.11.2017, 23:15)PKr schrieb: Wäre dann die "Mistral" eine gute Vorlage, oder würden wesentliche andere Fähigkeiten benötigt?

Angesicht der Kapazität der Mistral von bis zu 30 Hubschraubern (16 davon im Hangar) halte ich das Design in diesem Aspekt für ziemlich überdimensioniert für deutsche und niederländische Zwecke.
Solche Größenordnungen bekommen wir absehbar nicht einmal annähernd gefüllt bei den Stückzahlen und Klarständen. Wenn etwas wie Mistral wenn überhaupt nur mit deutlich höherer Kapazität für Truppenbeförderung, mehr Landungsbooten und mehr Versorgungskapazitäten auf Kosten von Hubschrauber-Fokussierung.

Ich sehe/präferiere da aber eher etwas wie die jetzigen niederländischen Einheiten der Rotterdam-Klasse (vergrößert für mehr Kapazität in allen Belangen, da relativ klein, dafür aber bereits sehr schmackhaft), die ja auch ersetzt werden sollen, oder auch die Karel Doorman als Beispiel weil es so oft in aller Munde ist (mit etwas weniger Versorgungskapazität, militärische Standarts und mehr Transport/Amphibischer Kapazität, wobei wir dann aber auch wieder bei etwas wie Rotterdam sind).
Also im Klartext kein Hubschrauberträger (wie Mistral) sondern Joint Support Ship/Amphibious Transport Dock bzw. Landing Platform Dock (LPD-Nato Code).
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#18
(06.04.2018, 02:22)NielsKar schrieb: Angesicht der Kapazität der Mistral von bis zu 30 Hubschraubern (16 davon im Hangar) halte ich das Design in diesem Aspekt für ziemlich überdimensioniert für deutsche und niederländische Zwecke.
Diese Zahlen halte ich für übertrieben. Zwar wird die Hangarkapazität mit 16 Hubschraubern angegeben, aber vermutlich haben die Franzosen das noch nie ausgeschöpft. Das ist ja gerade der Vorteil von diesen Kästen - es gibt viel Platz, der je nach Mission für verschiedenste Zwecke genutzt werden kann.
Reportagen über normale Einsätze der Mistral zeigen meist zwei "Gazelle" und zwei "Puma" auf Deck, vielleicht sind weitere 2+2 im Hangar. Dazu ist dann ein Zug oder maximal eine Kompanie Einsatztruppen an Bord.
Wenn es dann mal Ernst wird, kann dann ein komplettes Bataillon eingeschifft, versorgt und geführt werden; für den Transfer an Land vermute ich dann 6 Transporthubschrauber (NH90 oder Puma) und 6 bewaffnete Hubschrauber (Gazelle oder Tiger). Für den Transport schweren Materials halte ich ein LCAT und zwei LCU für ausreichend.

Die "Karel Doorman" halte ich aus deutscher Sicht für einen Irrweg, und vielleicht sehen es die Niederländer inzwischen genauso. Diese Mischung aus Transport-, Unterstützungs- und Versorgungsaufgaben ist m.E. nix Halbes und Nix Ganzes - und schließlich kann auch das beste Schiff nur an einer Stelle zugleich sein. Zumindest gibt es Gerüchte, die Niederländische Marine wolle sich ab 2023 wieder einen "hauptamtlichen" Flottenversorger zulegen.
Wenn es den Beteiligten Ernst ist mit der Kooperation, sollte sich m.E. stattdessen die deutsche Marine einen vierten Versorger zulegen ("Weimar") und damit auch die Niederländer unterstützen, während die "Karel Doorman" vorwiegend für das Seebataillon verfügbar wäre.
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#19
Vom 03. bis 06.09. läuft in der Ostsee die Übung "Schneller Adler", in der das Seebataillon die Evakuierung von Zivilisten an Bord der "Karel Doorman" übt. Pressemitteilung -hier-
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