(Kooperationen) NATO - North Atlantic Treaty Organization
(10.07.2023, 20:27)Quintus Fabius schrieb: Erdogan verlangt für einen NATO Beitritt Schwedens einen vorherigen Eintritt der Türkei in die EU.

Das hat er mWn so nicht gesagt. Nur, dass man ihr den Weg ebnen müsse, was auch immer er sich darunter vorstellt. Schließlich ist die Türkei offiziell Beitrittskandidat, wodurch der Weg für sie bereits frei ist. Dass die Verhandlungen ausgesetzt sind, liegt ja daran, dass es keinen Sinn ergibt, zu verhandeln, solange offensichtlich die Beitrittskriterien nicht erfüllt werden und auch keine entsprechenden Tendenzen zu erkennen sind, dass sich dies absehbar ändern könnte.

Einen vorherigen EU-Beitritt zu fordern, wäre auch sehr ungeschickt, weil das nicht verhandelbar ist und somit für Erdogan daraus keine Vorteile zu gewinnen wären.

Und jetzt auf einmal doch:

Zitat:ZEIT online

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat zugestimmt, den schwedischen Nato-Beitritt zu unterstützen. Das twitterte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. "Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass Präsident Erdoğan das Beitrittsprotokoll Schwedens so schnell wie möglich zustimmen will", schrieb er.
Zitieren
Und dann war da ja noch mehr in Vilnius (ZEIT online):
Zitat:
Zitat:Nato einigt sich laut Diplomaten auf Verteidigungspläne gegen Russland

Die Nato-Staaten haben sich offenbar auf neue Pläne für die Abwehr von möglichen russischen Angriffen auf das Bündnisgebiet verständigt. Das meldeten die Nachrichtenagenturen dpa und Reuters unter Berufung auf mehrere Diplomaten. Demnach erfolgte die Annahme der Dokumente an diesem Montag in einem schriftlichen Verfahren. Die Entscheidung soll auf dem am Dienstag beginnenden Nato-Gipfel in Vilnius von den Staats- und Regierungschefs noch einmal bestätigt werden – und dann auch offiziell verkündet.

Die insgesamt mehr als 4.000 Seiten langen Verteidigungspläne beschreiben nach Informationen der dpa detailliert, wie kritische Orte im Bündnisgebiet durch Abschreckung geschützt und im Ernstfall verteidigt werden sollen. Dafür wird dem Bericht zufolge auch definiert, welche militärischen Fähigkeiten notwendig sind. Neben Land-, Luft- und Seestreitkräften seien auch Cyber- und Weltraumfähigkeiten eingeschlossen.

"Konsequenz aus Putins Angriff"
"Das ist eine unmittelbare Konsequenz aus Putins Angriff auf die Ukraine", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zuletzt zu den Arbeiten an den Plänen. Es sei das erste Mal seit Jahrzehnten, dass es sie wieder gebe.
Deutschland weisen die Pläne nach Angaben von Pistorius eine Doppelaufgabe zu. Zum einen werde man wie schon zu Zeiten des Kalten Krieges aufgrund der geografischen Lage die logistische Drehscheibe für die Verlegung von Truppenverbänden und Material sein, sagte er. Zum anderen werde man Verantwortung für die Ostgrenze des Bündnisgebietes übernehmen und dort für mehr Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit sorgen.

[...]

Nach Angaben aus dem Bündnis geht es bei den Planungen vor allem um die Abwehr eines Angriffes im Ausmaß von dem auf die Ukraine. Dabei wurden auch etliche Bereiche identifiziert, in denen Europa nun mehr tun muss. Einschätzungen von Militärs zufolge braucht es mehr schwere Kräfte, die auch heftigen Kämpfen standhalten können, mehr Flugabwehrsysteme und mehr weitreichende Artillerie und Raketensysteme. Zudem seien Investitionen in Informations- und Datenmanagementsysteme sowie in die Logistik vonnöten.
na, wer hätte das gedacht? Cool
Zitieren
Und hier noch die offizielle Erklärung (Augengeradeaus) zur türkisch-schwedischen Einigung:
Zitat:On 10 July, 2023, President Recep Tayyip Erdogan of Türkiye, Prime Minister Ulf Kristersson of Sweden, and NATO Secretary General Jens Stoltenberg met at the NATO Summit in Vilnius.
Since the last NATO Summit, Sweden and Türkiye have worked closely together to address Türkiye’s legitimate security concerns. As part of that process, Sweden has amended its constitution, changed its laws, significantly expanded its counter- terrorism cooperation against the PKK, and resumed arms exports to Türkiye, all steps set out in the Trilateral Memorandum agreed in 2022.
Sweden and Türkiye agree today to continue their cooperation under both the Trilateral Permanent Joint Mechanism established at the Madrid NATO Summit 2022, and under a new bilateral Security Compact that will meet annually at ministerial level and create working groups as appropriate. At the first meeting of this Security Compact, Sweden will present a roadmap as the basis of its continued fight against terrorism in all its forms and manifestations towards the full implementation of all elements of the Trilateral Memorandum, including article 4. Sweden reiterates that it will not provide support to YPG/PYD, and the organisation described as FETÖ in Türkiye.
Both Sweden and Türkiye agreed that counter-terrorism cooperation is a long-term effort, which will continue beyond Sweden’s accession to NATO. Secretary General Stoltenberg also reconfirmed that NATO categorically condemns terrorism in all its forms and manifestations. NATO will be significantly stepping up its work in this area, including by the Secretary General establishing, for the first time at NATO, the post of Special Coordinator for Counter-Terrorism.
We commit to the principle that there should be no restrictions, barriers or sanctions to defence trade and investment among Allies. We will work towards eliminating such obstacles.
Sweden and Türkiye have also agreed to step up economic cooperation, through the Türkiye-Sweden Joint Economic and Trade Committee (JETCO). Both Türkiye and Sweden will look to maximise opportunities to increase bilateral trade and investments. Sweden will actively support efforts to reinvigorate Türkiye’s EU accession process, including modernisation of the EU-Türkiye Customs Union and visa liberalisation.
On this basis, and given the imperatives of the deterrence and defence of the Euro- Atlantic area, Türkiye will transmit the Accession Protocol for Sweden to the Grand National Assembly, and work closely with the Assembly to ensure ratification.
Zitieren
Die Charmeoffensive der Volksrepublik gegenüber den Anrainer und Nachbarn hat wohl nicht allzu viel gebracht (vor einigen Tagen noch hatte Peking beinahe gönnerhaft die asiatischen Nachbarn darauf hingewiesen, dass man ja als asiatische Nationen zusammengehören würde und dass sich die einzelnen asiatischen Länder keiner Illusionen hingeben sollten, was die Interessen der westlichen Mächte betrifft bzw. dass diese ihre asiatischen Partner niemals richtig akzeptieren würden).

Dieser Versuch Chinas, die Völker Asiens von den Westmächten wegzudividieren war allerdings wenig erfolgreich. Einerseits ist das nicht verwunderlich, denn die Machtallüren Pekings und die Gängelung der Nachbarn reihum haben in den letzten Jahren einigen Unmut und einige Sorgen gegenüber Rotchina bewirkt, und andererseits ist es auch erstaunlich, wie naiv die eigentlich sonst recht hellhörigen Pekinger Autokraten es schlicht ignoriert zu haben scheinen, wie tief die politischen Animositäten, ja teils auch die offen rassistischen Abneigungen, bei den Nachbarn sitzen - und was diese gegenseitigen Ressentiments angeht, so sitzen diese in Asien oftmals tiefer als wir in Europa uns das vielleicht vorstellen wollen bzw. wie wir es aus der Vergangenheit bei uns kennen...
Zitat:„Natoisierung Asiens“ erbost China

Was Japan und Südkorea in Vilnius erreicht haben

Als Reaktion auf die erbitterten Konflikte mit China verstärkt die Nato ihren Einfluss in der Region. Japan und Südkorea beschließen weitreichende Kooperationen. [...]

China hat mit scharfer Kritik auf Japans und Südkoreas Teilnahme am Nato-Gipfel in Vilnius reagiert. Das englischsprachige Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas, die „Global Times“, sprach von einer „Quasi-Allianz“ und einer „Natoisierung des asiatisch-pazifischen Raums“. Das plötzliche militärische Interesse der Europäer in der Region sei befremdlich. [...]

Außenamtssprecherin Mao Ning warf dem nordatlantischen Verteidigungsbündnis vor, seine Einflusssphäre jenseits seiner traditionellen Verteidigungszone ausdehnen zu wollen. Die asiatisch-pazifische Region sei „nicht das Schlachtfeld für geopolitischen Wettbewerb“, China heiße „eine Mentalität des Kalten Kriegs und Block-Konfrontation nicht willkommen“.

Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland sind keine Mitglieder des Bündnisses – dennoch spielten sie auf dem diplomatischen Parkett des Nato-Gipfels in Vilnius als sogenannte Nato-Wertepartner eine aktive Rolle. Ihnen geht es darum, die Zusammenarbeit mit der transatlantischen Verteidigungsallianz systematisch auszubauen.
https://www.handelsblatt.com/politik/int...53348.html

Dabei war man bei der NATO in Wilna sogar eher etwas zurückhaltend:
Zitat:NATO leaders send mixed messages in Japan office controversy

VILNIUS - NATO leaders sent mixed signals at their summit on Wednesday on a possible plan to open an office in Japan, which has been blocked by France and criticized by China. Asked about the plan at a press conference at the end of the summit in Vilnius, French President Emmanuel Macron said NATO should keep its focus firmly on the North Atlantic region.

But NATO Secretary General Jens Stoltenberg said the idea of a liaison office in Tokyo was still up for discussion. [...] NATO officials have said the proposed Japan office would be small, with a staff of only a few people focused on building partnerships, and would not be a military base.

Macron said he agreed that NATO should have partners with other regions "with whom we manage major security issues in the Indo-Pacific, Africa and also the Middle East." "But - and perhaps I'm a little bit simplistic - but it remains an organization of the North Atlantic Treaty," Macron said, referring to NATO's founding document. "Whatever one says, geography is stubborn: the Indo-Pacific isn't the North Atlantic," Macron added. [...]

However, Stoltenberg made clear at a separate press conference that the idea was still up for discussion. "The issue of the liaison office is still on the table, it will be considered in the future," he said. Stoltenberg and Japan's Prime Minister Fumio Kishida sealed a new partnership program at the summit. NATO has also concluded similar arrangements with South Korea, Australia and New Zealand. [...] He stressed that NATO's role in the region was not about becoming a global military alliance but said that developments in the Indo-Pacific had an impact in Europe.
https://www.asahi.com/ajw/articles/14955437

Schneemann
Zitieren
Kanada verstärkt seine Präsenz in Lettland und will grob 600 Mio. Euro im Jahr dafür ausgeben - während wir uns mal wieder zoffen, ob denn eine Dislozierung nach Litauen Sinn ergibt und ob es denn sinnvoll wäre, da nun 270, 300 oder meinetwegen 500 Mio. Euro aufzuwenden:
Zitat:Kanada erhöht Militärpräsenz in Lettland

Kanadas Premiermister Justin Trudeau hat am 10 Juli im Hauptquartier der „NATO-Battlegroup Latvia“ im lettischen Camp Ādaži bekanntgegeben, dass sein Land mit bis zu 1.200 weiteren Soldaten die Präsenz in diesem baltischen Staat mehr als verdoppeln wolle. Kanada ist die Rahmen- beziehungsweise Führungsnation dieser Kampfgruppe. [...] Diese Mission stellt das größte militärische Engagement Kanadas in Übersee dar.

Laut Reuters habe sich Trudeau in diesem Zusammenhang dazu verpflichtet, dass sein Land innerhalb der nächsten drei Jahre 2,6 Milliarden Kanadische Dollar – das entspricht 1,77 Milliarden Euro – für die Erneuerung und Ausdehnung der Lettland-Mission ausgeben will.
https://esut.de/2023/07/meldungen/43341/...-lettland/

Da braucht man sich dann auch bitte nicht über eine schleppende Zeitenwende wundern oder gar annehmen, dass dieses Problem dem deutschen Ansehen im Bündnis irgendwie schaden könnte. Nein, denn das ist dann sicher nicht das primäre Problem, welches (ggf.) manchen von unseren Verbündeten etwas sauer aufstößt, sondern es wäre eher so, dass solche unsinnigen Diskussionen über das Für und Wider eines Litauen-Engagements bei unseren Verbündeten Stirnrunzeln verursacht. (Liegt aber vermutlich daran, dass Lettland einfach näher an Kanada liegt als Litauen an Deutschland... Angel)...

Schneemann
Zitieren
Ich komme nicht mit: Pistorius hat die Brigade doch sehr eindeutig zugesagt? Und auch in Kanada wird es innenpolitische Diskussionen geben, wäre ja auch komisch wenn nicht.
Zitieren
Nur weil die Kanadier etwas falsch machen (oder was für Gründe hinter den Kulissen sie sonst dafür haben), heißt dass nicht, dass wir grundlos und nutzlos auch etwas falsch machen müssen.
Zitieren
Naja, also nur weil wir annehmen, dass die Kanadier vielleicht etwas falsch machen könnten, heißt das nicht, dass wir annehmen sollten, dass wir sicher was falsch machen, wenn wir ähnlich handeln wie sie.

Aber ja, fairerweise - es gibt auch in Kanada eine Diskussion und kritische Stimmen über/zu Trudeaus Vorstoß...

Schneemann
Zitieren
Zitat:NATO-Verteidigungsplanung in Arbeit

Das „Defence Policy and Planning Committee“ (DPPC) der Atlantischen Allianz arbeitet an einer neuen Verteidigungsplanung, wie das BMVg am 14. August berichtet. An der Spitze des DPPC steht der Stellvertretende NATO-Generalsekretär für Verteidigungspolitik und -planung, seit September des vergangenen Jahres ist das der britische Diplomat Angus Lapsley. [...]

Im Rahmen des „NATO Defence Planning Process“ (NDPP) wird dabei alle vier Jahre ein komplexes, mehrstufiges Verfahren durchlaufen. Am Beginn dieses Verfahrens legen die Verbündeten zunächst in der „Political Guidance“ fest, welche Aufgaben das Nordatlantische Bündnis in welchem Umfang erfüllen können soll. Die künftigen Aufgaben der Allianz werden dann im „Level of Ambition“ festgeschrieben. Alle zwei Jahre wird dann eine „Defence Planning Capability Review“ erstellt, um zu evaluieren, inwiefern die Kräfte und Fähigkeiten des Bündnisses die Politischen Leitlinien und die strategische Zielsetzung erfüllen. Die zuletzt veröffentlichte Studie umfasst die Jahre 2021/2022. [...]

Dabei handele es sich um „die vielleicht wichtigste Änderung in der Verteidigungsplanung seit dem Ende des Kalten Krieges“, so das „Allied Command Transformation“ (ACT) in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia. [...]

Im letzten Strategischen Konzept des Bündnisses, das bei dessen Gipfeltreffen im Juni des vergangenen Jahres in Madrid beschlossen worden ist, steht unter Punkt 22, dass die NATO ihre „Planung optimieren“ werde. Unter Punkt 36 ist davon die Rede, „die zivil-militärische Planung und Koordinierung weiter“ auszubauen.
https://esut.de/2023/08/meldungen/43939/...in-arbeit/

Das liest sich alles erst mal sehr wohlwollend, aber es bleibt natürlich die Frage, inwieweit dann greifbare (besser: im Konflikt direkt nutzbare) Resultate hieraus entstehen. Weil alleine mit Planungen, theoretischer Definition, "Ambitions" und "Capability Reviews" gewinne ich keine Feldschlacht, sondern ich sehe hier sogar eher das Risiko eines planungstechnischen Wasserkopfes - und genau dieses leidige Thema beschäftigt ja auch die Bundeswehr.

Schneemann
Zitieren
Das sind zwar klare Worte, aber sie verbleiben doch leicht hinter der realen Lage zurück...
Zitat:Angriffe auf den Westen?

Kiesewetter: "Mental und materiell auf Krieg einstellen"

CDU-Politiker Roderich Kiesewetter sieht die NATO-Mitgliedstaaten bereits hybriden Attacken aus Ländern wie Russland oder China ausgesetzt. Der Westen müsse sich mental und materiell auf Krieg einstellen, so der Außenexperte. Gleichzeitig spricht er sich dafür aus, bei den Ukraine-Hilfen "all in" zu gehen.

CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat zu Beginn des NATO-Außenministertreffens eindringliche Worte an die westlichen Staaten gerichtet. "Insgesamt braucht die NATO eine Gesamtstrategie im Systemkrieg", sagte Kiesewetter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Der Westen muss sich mental und materiell auf Krieg einstellen: Eine Art von 'Kriegswirtschaft' etablieren, also die Rüstungsindustrie ankurbeln und finanziell planungsmäßig absichern und die politische Kommunikation gegenüber der Bevölkerung verändern", so der CDU-Politiker. [...]

"Es muss allen klar werden, dass wir bereits hybrid angegriffen werden und dass neben Israel, weitere militärische und hybride Angriffe der CRINK-Allianz - also China, Russland, Iran und Nordkorea - drohen: Durch Russland in Finnland, durch Nordkorea gegen Südkorea, im Westbalkan durch Serbien, im Nahen Osten durch Iran, in Taiwan durch China." [...]

Kiesewetter: "All in" für die Ukraine [...]

Gegenüber dem RND sprach sich Kiesewetter für eine deutliche Ausweitung der Hilfen für die Ukraine und einer Einladung der Ukraine in die NATO im nächsten Jahr aus: "Bei der militärischen Unterstützung muss jetzt endlich ,all in' gegangen werden: mehr Flugabwehr, mehr Drohnen, mehr Munition, mehr Präzisionsflugkörper, Sanktionen ausweiten, Schlupflöcher schließen, eine konkrete Einladung für den NATO-Gipfel 2024."
https://www.n-tv.de/politik/Kiesewetter-...64470.html

Man möge mich bitte nicht falsch verstehen, ich bin sicher der letzte, der nicht die Notwendigkeiten eines entschiedenen Auftretens der Westmächte und der Demokratien gegenüber dem "dreckigen Dutzend" dieses Planeten fordern würde, aber wenn ich hier diesen markigen Slang mitlese und das mit der Realität vergleiche, dann kriege ich leichtes Bauchgrummeln.

Wir müssen gegenüber CRINK "all in" gehen...?

Ach so, ja klar, na logisch, wir rücken sofort aus...und...ähm, aktuell haben wir...Moment, da noch drei Haubitzen und Munition für vier Tage...oh, und in einer Halle bei Passau haben wir übrigens noch ein halbes Dutzend TPz gefunden - die schicken wir natürlich auch gleich los...also los Jungs, lasst sie uns fertig machen... Dodgy

Schneemann
Zitieren
Der NATO-Haushalt wird 2024 um etwa 13% steigen.
OPEX 360 (französisch)
von Laurent Lagneau - 18. Dezember 2023
[Bild: https://www.opex360.com/wp-content/uploa...200414.jpg]
Als Folge der russischen Invasion in der Ukraine wurde das Budget der NATO im Jahr 2023 um etwa 25% auf insgesamt 3,33 Milliarden Euro erhöht. Und das ist erst der Anfang, wenn man bedenkt, dass sich die Verbündeten auf dem Gipfeltreffen in Madrid im Juni 2022 auf einen Finanzpfad geeinigt haben, der bis 2030 ein jährliches [reales] Wachstum der der Organisation zugewiesenen Ressourcen um 10% vorsieht. Dies soll dazu dienen, "gemeinsam auf den zunehmenden globalen Wettbewerb und die Bedrohungen der euro-atlantischen Sicherheit zu reagieren".

Im Einzelnen wurde der zivile Haushalt der NATO in diesem Jahr, der die Personalausgaben des Generalsekretariats sowie die Betriebskosten des Hauptquartiers in Brüssel abdeckt, auf 370,8 Mio. EUR [+27,8% gegenüber 2022] erhöht, während der Militärhaushalt, aus dem die Hauptquartiere der Kommandostruktur und die Missionen des Bündnisses finanziert werden, 1,96 Mrd. EUR [+25,8%] beträgt. Schließlich war die Obergrenze für das Investitionsprogramm im Dienste der Sicherheit [NSIP] auf 1 Milliarde Euro [+26,6%] festgelegt worden.

Im Jahr 2024 werden diese drei Budgets etwas stärker steigen als auf dem Gipfel von Madrid vereinbart. Der zivile Haushalt wird um 438,1 Millionen Euro aufgestockt [+18,2%]. Der Militärhaushalt wird um 12% auf über 2 Milliarden Euro aufgestockt. Der NSIP wird erneut stark ansteigen [+30%] und 1,3 Milliarden Euro erreichen.

"Durch die Erhöhung der gemeinsam finanzierten Budgets und die Ausweitung der Kriterien für die Inanspruchnahme dieser Budgets verschaffen sich die Verbündeten die Mittel, um die Sicherheitsherausforderungen, denen sie gegenüberstehen, effektiver anzugehen", argumentierte Mircea Geoană, der Stellvertretende Generalsekretär der NATO. "Die gemeinsame Finanzierung ist ein Beweis für die Solidarität und den kollektiven Willen der Verbündeten. In diesen unruhigen Zeiten brauchen wir sie mehr denn je", betonte er.

Zur Erinnerung: Die NATO-Haushalte werden von den Mitgliedstaaten entsprechend ihrem wirtschaftlichen Gewicht finanziert. Frankreich ist nach den USA, Deutschland und dem Vereinigten Königreich der viertgrößte Beitragszahler. Das Programm 178 "Vorbereitung und Einsatz der Streitkräfte" des Streitkräfteministeriums wird für den Militärhaushalt und das NSIP in Anspruch genommen [in Höhe von 176 Millionen Euro im Jahr 2022], während der Beitrag zum zivilen Haushalt vom Außenministerium getragen wird [27 Millionen Euro im Jahr 2022].

Angesichts des in Madrid beschlossenen Finanzpfades könnte die Höhe der Abgaben aus dem Programm 178 bis 2030 auf 770 Millionen Euro ansteigen. Ein Betrag, so warnte kürzlich ein Bericht des Rechnungshofs, der noch höher sein könnte, da diese Schätzung, die in Euro 2022 ausgedrückt ist, "die künftige Inflation nicht berücksichtigt". Dieser Betrag kommt zu den Ausgaben hinzu, die zugunsten von NATO-Operationen getätigt werden [Lynx- und Adler-Missionen, Rückversicherungsmaßnahmen, allianzübergreifende Übungen, Beteiligung an der schnellen Eingreiftruppe usw.].

Doch auch wenn der Posten des Allied Supreme Commander Transformation [SACT] an einen General der Luft- und Raumfahrtarmee geht, nutzt Frankreich diesen Beitrag nicht ausreichend, insbesondere auf dem Gebiet der Einflussnahme. So wurden laut dem betreffenden Bericht nur 75% der in den NATO-Strukturen für französische Soldaten reservierten Stellen besetzt, was "eine der niedrigsten Quoten unter den Verbündeten" darstellt. Und kein Franzose hatte 2022 eine strategische Position im internationalen Sekretariat der Organisation inne.

"Diese unbefriedigende Situation hat mehrere Ursachen: eine spezifische Personalpolitik jeder Armee, die den Übergang zur NATO in den Karrierewegen nicht aufwertet, eine schlechte Kenntnis der potenziellen Pools, die sich auf zivile Stellen bewerben können, administrative Hemmnisse, die von einer übermäßigen Dauer des Ermächtigungsverfahrens für Zivilisten bis zu einer Entschädigungspolitik reichen, die für Soldaten manchmal wenig attraktiv ist", betonte der Rechnungshof.

Der Rechnungshof schloss: "Zu einem Zeitpunkt, an dem die Haushaltsmittel der NATO erhöht werden und die Beteiligung der französischen Armee an NATO-Missionen an Bedeutung gewinnt, ist es wünschenswert, diese Situation zu ändern".
Zitieren
Zitat:AUSLIEFERUNG IN ZWEI JAHREN

NATO bestellt für 1,1 Milliarden Euro Artilleriemunition

Die NATO hat rund 220.000 Artilleriegeschosse bestellt, um ihre Lager wieder aufzufüllen. Den Auftrag erhielten ein deutscher und ein französischer Konzern.

Die Beschaffungsagentur der NATO (NSPA) hat am Dienstag einen weiteren großen Vertrag zur Bestellung von Artilleriemunition des Kalibers 155 Millimeter geschlossen. Nach Angaben eines NATO-Sprechers sieht der Vertrag die Lieferung von mehr als 220.000 der schweren Geschosse an Spanien, Belgien und Litauen vor und hat einen Umfang von 1,1 Milliarden Euro. „Der russische Krieg in der Ukraine ist eine Schlacht um Munition geworden, deshalb ist es wichtig, dass die Verbündeten ihre eigenen Lager wieder auffüllen, während wir die Ukraine weiter unterstützen“, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg anlässlich der Vertragsunterzeichnung.

Die NATO liefert selbst keine Waffen und Munition an die Ukraine, doch steht es den bestellenden Staaten frei, dies bilateral zu tun. Allerdings wird die Auslieferung „24 bis 36 Monate“ dauern, wie die NSPA-Direktorin Stacy Cummings sagte. Die Kapazitäten der Hersteller sind zur Zeit komplett ausgelastet, was auch an der NATO liegt: Die NSPA hatte schon im vorigen Jahr Panzer- und Artilleriemunition sowie Panzerabwehrraketen im Umfang von 2,4 Milliarden Euro bestellt.
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausl...68019.html

Schneemann
Zitieren
es sollen Quelle
Zitat:Dies ist die Herausforderung der beiden multinationalen Rahmenverträge, die heute Morgen von der NATO-Unterstützungs- und Beschaffungsagentur (NSPA) an KNDS und de Junghans Defense vergeben wurden.
Zitieren
Nach langem Hickhack hat man sich nun endlich durchgerungen:
Zitat:Schwedens Nato-Mitgliedschaft

Willkommen im Klub

Die Türkei hat sich viel Zeit gelassen, doch nach 20 langen Monaten stimmt das Parlament in Ankara dem Nato-Beitritt Schwedens zu. Nun fehlt noch Erdoğans Unterschrift - und ein Ja aus Ungarn. [...]

Seit Schweden im Mai 2022 gemeinsam mit Finnland als Reaktion auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine seinen Antrag im Nato-Hauptquartier in Brüssel eingereicht hat, wurden viele, sehr viele Texte geschrieben, die endgültige Durchbrüche vorhersagten oder Zeitpunkte, an denen die Türkei nun aber wirklich, wenn nicht gar definitiv, ihre Zustimmung geben werde. Mit dieser journalistischen Gattungsform ist es jetzt vorbei. Am Dienstagabend hat das türkische Parlament in Ankara der Nato-Mitgliedschaft Schwedens zugestimmt. 287 Abgeordnete votierten mit Ja, 55 mit Nein und vier enthielten sich. [...]

Und nun? Ende gut, alles gut? Nicht ganz, schließlich muss Erdoğan noch unterschreiben. Wenn er wollte, könnte er sich damit noch Zeit lassen. Unwahrscheinlich, aber immerhin hat der Präsident die ganze Sache mit den Schweden seit 2022 hinausgezögert. Und zudem fehlt immer noch die Zustimmung des ungarischen Parlaments. Ministerpräsident Viktor Orbán hat zwar mehrfach gesagt, man werde nicht das letzte Land sein, das das schwedische Gesuch unterzeichne. Allerdings haben die ungarischen Abgeordneten gerade Winterpause, bis in den Februar hinein.
https://www.sueddeutsche.de/politik/nato...-1.6337685

Schneemann
Zitieren
Frankreich tritt neuem Mechanismus zur gemeinsamen Beschaffung von Munition bei.
FOB (französisch)
Nathan Gain 16. Februar, 2024
[Bild: https://www.forcesoperations.com/wp-cont...itions.png]

Frankreich schloss sich gestern einer neuen, vom Vereinigten Königreich getragenen Initiative zur gemeinsamen Beschaffung von Munition und Raketen an. Dies ist ein weiterer Versuch der verbündeten Nationen, die Produktionskapazitäten innerhalb der NATO zu erhöhen und ihre Bestände schneller aufzufüllen, um sie besser in die Ukraine umleiten zu können.

Auf dem NATO-Gipfel in Brüssel am Mittwoch und Donnerstag unterzeichneten 14 verbündete Länder und Schweden ein Abkommen über ein neues Instrument zur gemeinsamen Beschaffung von Munition und Raketen. Das britische Verteidigungsministerium erklärte: "Dieser multinationale Ansatz bietet eine skalierbare Lösung, die es den Ländern ermöglicht, gemeinsam mehr Arten von Raketen und Munition zu beschaffen, die von der NATO und der Ukraine benötigt werden".

Der britische Verteidigungsminister Grant Shapps fügte am Rande der Unterzeichnung einer Absichtserklärung hinzu: "Nachdem wir den Weg geebnet haben, bringen wir heute 15 Länder zusammen, um die Produktion von Munition und Raketen zu erhöhen, unsere Bestände zu vergrößern und die Ukraine mit dem zu versorgen, was sie braucht, um zu gewinnen".

"Wir haben viel getan, aber wir müssen noch mehr tun. Koordinierte Anstrengungen zwischen Verbündeten sind besonders wichtig", sagte der norwegische Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram, der zu den 15 Unterzeichnern gehörte. "Alle NATO-Länder müssen ihre eigene Munitionsproduktion ausbauen, angefangen mit Kroatien", erklärte der kroatische Verteidigungsminister Ivan Anušić, der von einer "riesigen Chance" für seine nationale Verteidigungsindustrie sprach.

Obwohl er bei der Unterzeichnung des Abkommens nicht anwesend war, hatte Armeeminister Sébastien Lecornu im Vorfeld "eine Zwischenbilanz der Artilleriekoalition, insbesondere für die CAESAR-Kanonen, mit der Dringlichkeit der Munition" sowie ein "Arbeitstreffen mit Thierry Breton [EU-Kommissar für den Binnenmarkt] erwähnt, um die Bemühungen der Europäer um die Verwaltung der Pulvervorräte und die Fähigkeit, auf Kriegswirtschaft umzuschalten, also mehr und mehr Munition an die Ukraine zu liefern, bestmöglich zu organisieren".

Weder die betroffenen Munitionspaletten, noch mögliche zeitliche oder quantitative Ziele oder die Vertragslogik wurden bislang im Detail beschrieben. Die Initiative befindet sich noch in einem frühen Stadium, und der niederländische Partner spricht von "Vorschlägen, die sich derzeit noch in der Entwicklung befinden".

Die potenziellen Synergien sind jedoch zahlreich. Dies gilt für Granaten und modulare Ladungen für 155-mm-Artilleriegeschütze, das einzige Beispiel, das von britischer Seite erwähnt wird, aber auch für komplexere Munition, wie eine MISTRAL-3-Rakete, die von Estland und Kroatien ausgewählt wurde und auf die Rumänien ein Auge geworfen hat.

Dieser von London initiierte Schritt erinnert an die von der Europäischen Verteidigungsagentur und der NATO-Agentur für Unterstützung und Beschaffung (NSPA) beschlossenen Maßnahmen zur Beschaffung von 155-mm-Artilleriegeschossen und anderen Waffen. Diese Dynamik hat sich in mehreren Großaufträgen niedergeschlagen, die jedoch bislang nicht den gesamten Bedarf des ukrainischen Militärs decken konnten.

Bildnachweis: französisches Heer
Zitieren


Gehe zu: