(Luft) European MALE RPAS / Eurodrohne Gryphon
Ich kann den Ausstieg Frankreichs aus der EuroDrone verstehen.

Wir sollten das Projekt beenden.

Eine so große Drohne ohne wirkliche Stealth-Eigenschaften hat in einem heutigen Krieg keine guten Überlebenschancen.

Der Trend geht doch ganz woanders hin.
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(12.04.2026, 10:00)Bairbus schrieb: Ich kann den Ausstieg Frankreichs aus der EuroDrone verstehen.

Wir sollten das Projekt beenden.

Eine so große Drohne ohne wirkliche Stealth-Eigenschaften hat in einem heutigen Krieg keine guten Überlebenschancen.

Der Trend geht doch ganz woanders hin.
Sehe ich anders, es geht nicht um High-Intensity Einsätze. Wir brauchen auch moderne Drohnen mit hoher Ausdauer für Überwachung, zum Beispiel in Nord- und Ostsee und ggf. Anti-Terror-Einsätze (ja die sind auch nicht verschwunden). Gerade hier beweisen sich MALE Drohnen dieser Art weiterhin, und werden es auch noch lange tun.
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(12.04.2026, 11:09)evil-twin schrieb: Sehe ich anders, es geht nicht um High-Intensity Einsätze. Wir brauchen auch moderne Drohnen mit hoher Ausdauer für Überwachung, zum Beispiel in Nord- und Ostsee und ggf. Anti-Terror-Einsätze (ja die sind auch nicht verschwunden). Gerade hier beweisen sich MALE Drohnen dieser Art weiterhin, und werden es auch noch lange tun.

Für solche Überwachungsaufgaben haben wir gerade Drohnen für die Marine bestellt.

Die Entwicklungszeit für die EuroDrone ist einfach viel zu lang, um dann nach Auslieferung wirklich noch zu den aktuellen Anforderungen zu passen.
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(12.04.2026, 12:29)Bairbus schrieb: Für solche Überwachungsaufgaben haben wir gerade Drohnen für die Marine bestellt.
Ja, MQ-9 als Übergangslösung. Die sind als solche eine sinnvolle Ergänzung der P-8, jedoch eigentlich keine ausreichend leistungsfähige Lösung, zumindest nicht für die maritime Nordflanke. Außerdem hängen wir damit wieder zu sehr an US-Technik. Die EuroMALE kommt sicher später als wünschenswert, aber sie wird nicht überholt sein, wenn sie kommt, da es in ihrer Leistungsklasse eigentlich nur die RQ/MQ-4 als Konkurrenz gibt, die allerdings auf HALE ausgelegt ist und uns auch wenig Möglichkeiten zur eigenständigen Weiterentwicklung bietet, wie wir schon bei EuroHawk gesehen haben. Und die Anforderungen an diese Art von Drohnen verändert sich auch nicht mehr wirklich. Für deren Einsatzräume ist Stealth kein Thema, die Leistungsdaten sind im für uns sinnvollen Bereich und das Grundkonzept hat sich seit 30 Jahren nicht groß verändert.

Man darf halt nur nicht den Fehler machen, die EuroMALE mit Drohnen für den "Fronteinsatz" zu verwechseln. Dementsprechend ist Frankreichs Weg eben auch nachvollziehbar, denn für deren geplante MALE-Kapazitäten ist das die falsche Drohne.
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Frankreich hat wiederholt gesagt sie brauchen eher Drohnen in der Predator Klasse für Afrika, daher noch weniger geeignet für einen wirklichen Krieg.

Vorteil der EuroMale bleibt weiterhin, dass sie einerseits in Europa genutzt werden kann und modular unterschiedliche Module tragen kann.
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(12.04.2026, 10:00)Bairbus schrieb: Ich kann den Ausstieg Frankreichs aus der EuroDrone verstehen.

Wir sollten das Projekt beenden.

Eine so große Drohne ohne wirkliche Stealth-Eigenschaften hat in einem heutigen Krieg keine guten Überlebenschancen.

Der Trend geht doch ganz woanders hin.

Persönlich denke ich, dass der Trend bei den Drohnen eher von kleineren, Strike-fokussierte Systemen weg geht, als von solchen Systemen wie die EuroDrone.

Wir haben ja in der Ukraine gesehen, wie TB2 von der Frontline abgezogen werden musste als die russische Flugabwehr aktiv wurde. Im Jemen haben die Houthis auch mehrere Erfolge gegen amerikanische Drohnen wie MQ-1 und MQ-9 verbucht. Und selbst im Iran, nach einer extrem umfangreichen SEAD Kampagne, wurde eine Vielzahl amerikanischer und israelischer Drohnen abgeschossen.

Bei der EuroDrone hingegen hat man den Vorteil, dass man hier ein großes, leistungsfähiges System hat, das über einen langen Zeitraum wertvolle Aufklärungsdaten aus einer größeren Entfernung liefern kann. Die EuroDrone ist nochmal deutlich größer als Systeme wie die MQ-9, so das man auch eine größere Payload wie AEW Radare oder SIGNINT Pods mitführen kann.

Ich denke, die EuroDrone hat definitiv ihren Platz. Darum auch Interesse von Indien und Japan, aber es ist auch nicht die Allzweckwaffe die alle anderen Drohnen ablösen wird. Es wird auf den Ebenen darunter weiter Bedarf für kleinere Drohnen geben. Das ist aber etwas, das wir auch bei anderen Drohnennutzern beobachten können, die wenigstens haben nur eine Art von Drohnen im Dienst.
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(12.04.2026, 14:47)Gecktron schrieb: Bei der EuroDrone hingegen hat man den Vorteil, dass man hier ein großes, leistungsfähiges System hat, das über einen langen Zeitraum wertvolle Aufklärungsdaten aus einer größeren Entfernung liefern kann. Die EuroDrone ist nochmal deutlich größer als Systeme wie die MQ-9, so das man auch eine größere Payload wie AEW Radare oder SIGNINT Pods mitführen kann.

Das ist auch mein Verständnis. Elektronischer Kampf und Unterstützung bei der Seefernaufklärung, mit einem höheren Potential als die kleineren aktuellen Muster.

Die Aufgabe wird nicht primär in der Feuerunterstützung liegen und schon gar nicht direkt an der Front. Bezüglich Stealth verweise ich auf das Design z.B. der P8.
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Ich frage mich, wieviele unserer NATO nicht stealth und ELOKA Flugzeuge am Tag 3 des WK gegen RUS noch fliegen...
RUS dürfte demnächst SAM mit mehr als 600km Reichweite im Dienst haben.(S-500/S-600)
Wue Suche sind dann über See noch P-8, A400 und Co?
Wie wollen wir diese SAM tief in Kaliningrad oder Russland zerstören?
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(12.04.2026, 16:52)Milspec_1967 schrieb: Ich frage mich, wieviele unserer NATO nicht stealth und ELOKA Flugzeuge am Tag 3 des WK gegen RUS noch fliegen...
RUS dürfte demnächst SAM mit mehr als 600km Reichweite im Dienst haben.(S-500/S-600)
Wue Suche sind dann über See noch P-8, A400 und Co?
Wie wollen wir diese SAM tief in Kaliningrad oder Russland zerstören?

Bodengestützte Radarsysteme sind Leuchtfeuer und nicht nur physikalischen Grenzen gesetzt hinsichtlich Horizont sondern schnell aufzuspüren durch SEAD/DEAD. Darum haben russische SAMs nun die desolate Performance im wirklichen Krieg.
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(13.04.2026, 09:21)Pmichael schrieb: Bodengestützte Radarsysteme sind Leuchtfeuer und nicht nur physikalischen Grenzen gesetzt hinsichtlich Horizont sondern schnell aufzuspüren durch SEAD/DEAD. Darum haben russische SAMs nun die desolate Performance im wirklichen Krieg.

Hmm..... eine in 8000m fliegende P-8 dürfte bzgl. Radar Horizont nicht so ein großes Problem zur Erkenung darstellen. (geometrical Radar target visbility: ca. 480Km !)

Bedeutet aber auch:
Eurofigher EK und ggf. A-400M EK Stör und Kampfplattform etc. müßten hohe Beschaffungs Prio haben, da diese das feindliche Radar stören bzw. vernichten sollen.
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(12.04.2026, 16:52)Milspec_1967 schrieb: Ich frage mich, wieviele unserer NATO nicht stealth und ELOKA Flugzeuge am Tag 3 des WK gegen RUS noch fliegen...
RUS dürfte demnächst SAM mit mehr als 600km Reichweite im Dienst haben.(S-500/S-600)
Wue Suche sind dann über See noch P-8, A400 und Co?
Wie wollen wir diese SAM tief in Kaliningrad oder Russland zerstören?

Thema hatten wir schon mal S-500 und S-600 sind als Raketenabwehrsysteme und nicht als klassische Luftabwehr gedacht. Die Reichweiten beziehen sich auf ganz andere Höhen. Arrow 3 hat auch eine Reichweite von 2400km. Theoretisch sogar unendlich, weil wenn das ding einmal im Weltraum ist kommt es so schnell nicht runter. Kann man damit ein Flugzeug abschießen? Theoretisch: ja, Praktisch: nein!

Aber wenn ich mir die R10 Entwicklung anschaue und wir davon ausgehen das ähnliche Projekte wie Tyfing in eine ähnliche Richtung gehen, dann muss man schon sagen das es an den Effektoren in Zukunft nicht mangeln wird.

Am Ende ist das Problem die Aufklärung, denn eine Eurodrohne klärt man nicht auf 480km auf, dafür ist die RCS zu gering. Es ist kein Stealthflugzeug, aber es ist durchaus ein Aspekt in der Entwicklung. Also nicht zu vergleichen mit einem Verkehrsflugzeug.

Und im maritimen Bereich fährt man auch nicht die ganze Zeit mit 100% Radarleistung umher. Wenn das jemand tun würde, würde das die Drohen/P8 früher merken als das Schiff und in den Tiefflug gehen. Mit der richtigen Taktik würde man sogar die Position bestimmen können und das Schiff versenken ohne das es jemals etwas auf dem Radarbildschirm hatte.
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(Gestern, 16:52)Kul14 schrieb: Arrow 3 hat auch eine Reichweite von 2400km. Theoretisch sogar unendlich, weil wenn das ding einmal im Weltraum ist kommt es so schnell nicht runter.

Nur als kleine Korrektur, um "nicht mehr runter zu kommen" braucht es einen stabilen Orbit, es reicht nicht, "nur" den Weltraum zu erreichen. Die notwendige Energie haben ABMs üblicherweise und auch Arrow 3 im speziellen nicht.
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