(Luft) Nachfolge Kampfhubschrauber Tiger
LieberTee:

Hab leider deine Fragen glatt übersehen und gerade erst gesehen. Mit der Bitte um Nachsicht für die Verspätung:

Zitat:zu 1.: Ich verstehe dein Konzept noch nicht so ganz. Man kann loitering munition per LKW in Frontnähe bringen und dort vom Boden aus abschießen. Was ist jetzt genau der Vorteil, wenn ich das per Heli mache? Geschwindigkeit im Sinne von Blitzkrieg?

Exakt, in diese Richtung geht es. Dazu tritt aber noch zusätzlich das Problem großer Räume und begrenzter Mengen dieser Munition, was zu der Frage führt wo ich diese konzentriere, wie ich diese im Raum verteile und wo ich die Trägersysteme dafür habe. Darüber hinaus hat feindliche zielsuchende Munition eine vergleichbare Reichweite und ist ebenfalls in einem ständig durchsichtiger werdenden Schlachtfeld unterwegs. Das heißt, dass bodengestützte Trägersysteme wie Lkw die noch darüber hinaus gerade in Osteuropa stark straßengebunden sind keine ausreichend große Fläche haben, auf welche man sie dergestalt dislozieren könnte, dass man die Verluste bei solchen bodengestützten Trägersystemen ohne sehr starke Dislozierung ausreichend niedrig halten kann. Wenn man sie aber so stark verstreut, dass die Verluste dadurch ausreichend absinken, hat man wiederum keine ausreichende Dichte und entsprechend könnte man diese Systeme in einem Bereich in welchem der Gegner einen Schwerpunkt ansetzt in vielen Fällen nicht ausreichend schnell verdichten um dadurch entsprechende Effekte zu erzielen. Solche Munition hat eine begrenzte Reichweite, sie kann daher mit bodengestützten Systemen in vielen Szenarien nicht schnell genug konzentriert werden.

Der Vorteil einer Verlegung solcher Munition per Heli ist nun im weiteren, dass man damit diese weit außerhalb der Reichweite vergleichbarer Systeme halten kann, und sehr schnell geländeunabhängig über sehr große Distanzen erhebliche Schwerpunkte mit solchen Wirkmitteln schaffen kann. Das darf nicht allein defensiv verstanden werden, sondern ist vor allem auch eine Methode der Konterkonzentration wie der Offensive.

Wenn ich mit bodengestützten Systemen einen solchen Schwerpunkt schaffen will, um dadurch beispielsweise einen Durchbruch zu erzwingen usw. wird der Gegner dies aufklären und sehr schnell eine Gegenkonzentration schaffen können. Das sieht man in der Ukraine ständig. Die Russen verschieben zwei Drohnenbataillone an einen Abschnitt, die Ukrainer ziehen fast unmittelbar danach ebenfalls zwei Drohnenbataillone dorthin zusätzlich zu dem welches bereits an diesem Frontabschnitt operiert und umgekehrt. Man kann den Feind mit Lkw einfach nicht mehr ausreichend überraschend und sehr oft endet dies bereits jetzt damit, dass der Feind sogar im Bereitstellungsraum zuschlägt und dort deine Systeme am Boden vernichtet noch bevor sie überhaupt richtig zum Einsatz kommen. Dies entfällt bei einer Verbringung mit Helis an den Rand des Schlachtfeldes. Schlagartig können dort auf diese Weise über sehr große Distanzen in sehr großer Zeit erhebliche Mengen dieser Wirkmittel verbracht und dann dort eingesetzt werden. Völlig frei von jedweden Geländehindernissen welche Lkw hier so stark einschränken und auf welche der Gegner auch noch erheblichen Einfluss hat, von zerstörten Brücken über per Artillerie oder per Drohne verlegte Minen usw usf

Ebenso kann auf eine strategische oder operative Überraschung des Gegners hin sehr schnell damit eine Konterkonzentration geschaffen werden, ohne dass man dadurch andere Frontabschnitte in diesen überdehnten Gebieten entblösst.

Und beschließend ist das natürlich allgemein eine erhebliche Steigerung der Geschwindigkeit an sich im Gesamtprozess, und der moderne Krieg ist meinem Verständnis nach ein Rennen zur Geschwindigkeit und wer hier scheitert sitzt dann im Grabenkrieg fest, was für uns ungünstig und für die Russen günstig ist.

Spezifisch im Kontext des Baltikums könnten solche Helis auch von Inseln aus operieren, sich über das Meer zurück ziehen und sich insgesamt stärker dislozieren in diesem Raum (ohne damit die Möglichkeit eines ad hoc Schwerpunktes zu verlieren), womit sie für die Russen weniger greifbar sind, und im Fall dass das Baltikum fällt dort nicht festsitzen, weil sie sich dennoch entziehen können, während Bodeneinheiten und insbesondere Lkw damit eingekesselt oder gegen die Meeresküste gedrückt untergehen würden.

Zitat:zu 3.: Inwiefern können Helis Drohnenschwärme ergänzen?

Durch den Transport und dadurch steigern sie die Reichweite erheblich, insbesondere was kleine Drohnen angeht. Sie steigern damit auch die Stehzeit vor Ort. Darüber hinaus kann man von dort aus die Drohnenschwärme steuern, ihnen als Relais dienen bzw. der KI welche den Schwarm lenkt neue weitere Aufträge erteilen usw.

Zitat:ist nicht der eigentliche Punkt, dass Helis genau dort operieren können, wo Drohnen es nicht können aufgrund von elektronischen Gegenmaßnahmen?

Wir sprechen hier ja von Wirkmitteln welche weitgehend immun gegen EloKa sein werden. Aber trotzdem ja, durch die Helis können Drohnen in einem solchen durch EK stark beeinflussten Umfeld viel eher operieren. Und die Helis selbst bieten dann darüber hinaus auch noch die Möglichkeit für den Fall dass die Drohnen trotzdem ausfallen auch noch selbst weiter agieren zu können.

Eine bereits jetzt mögliche Variante wäre der Einsatz von Drohnen welche mit Glasfaserkabeln gesteuert werden. Diese verkürzt die Reichweite, weshalb die Träger dieser Drohnen näher heran müssen / weiter "nach vorne" müssen. Mit Bodensystemen ist dies problematisch (siehe oben), mit Helis jedoch unproblematisch. Darüber hinaus bleiben die Helis damit trotzdem außerhalb der üblichen Reichweite feindlicher Luftabwehrsysteme, da wir hier ja von einem Abstand von ungefähr 10 km bis 15 km sprechen.

Nun kann man solche Drohnen natürlich auch in kleinen und kleinsten Einheiten nach vorne schaffen wie das in der Ukraine bewerkstelligt wird, aber damit kann man nicht eine große Anzahl davon in einem Schwerpunkt schlagartig einsetzen. Exakt dies wird aber notwendig sein, wenn man einen Durchbruch erzielen will. Dann muss man schlagartig sehr viele solcher Drohnen an einer Stelle ansetzen, was eben zu der Frage führt, wie man diese dorthin bringt und wie man sie so konzentriert von Bodensystemen aus einsetzen will.

Zitat:Wie würde das Zusammenwirken von KI-Drohne mit Heli aussehen? Ich sehe nicht, was ein Heli an Fähigkeiten einbringen könnte, die der Drohnenschwarm nicht schon hätte.

Das Zusammenwirken habe ich ja schon oben angerissen, und auch eine KI Steuerung eines Drohnenschwarmes ändert daran erstmal grundsätzlich nichts. Die Fähigkeit welche der Heli dafür mitbringt ist die Reichweite (Reichweiten und Standzeitvergrößerung), die Möglichkeit der schlagartigen Konzentration und der sehr schnellen Verlegung über sehr große Distanzen und dies geländeunabhängig sowie die Befähigung auch noch weitere Drohnenschwärme im Pendelbetrieb heran zu karren und so Welle auf Welle von Drohnen an einer Stelle zu konzentrieren. Darüber hinaus wird selbst ein vollautonomer Drohnenschwarm (noch Zukunftsmusik) etwaig neue Befehle / Aufträge erhalten müssen, und man benötigt auch deshalb eine dezentrale Verbindung vor Ort zu ihm und Relais, damit Informationen welche der Drohnenschwarm generiert verwendet werden können, da die Drohnen ja nicht allein primär nur der Bekämpfung des Feindes dienen, sondern zugleich auch der Aufklärung.

Drohnenschwärme die einfach alleine nach vorne strömen um Ziele anzugreifen ohne irgendwelche Informationen zu senden was sie da tun und was sie entdeckt haben, wären allenfalls halb so wertvoll. Dafür benötigt man zugeordnete Relais.

Im weiteren bieten Helis Möglichkeiten feindliche Drohnenschwärme zu bekämpfen - zusammen mit den eigenen Drohnenschwärmen welche sie dabei unterstützen. Darüber hinaus kann man von Helis aus dann auch EK einsetzen um damit entsprechend gegen feindliche Drohnen vorzugehen usw usf

Konnte ich dieses (hypothetische) Kriegsbild damit für dich etwas näher erläutern und verständlicher machen?

Schlussendlich wären Helis mit Drohnen die von ihnen aus operieren eine Art neue leichte Feldartillerie, welche an die Stelle leichter Raketenartillerie, an die Stelle von Mörsern und Haubitzen in einer frontnahen Verwendung treten würde. Deshalb bezeichne ich solche Konzepte ja auch immer als fliegende Artillerie und würde entsprechende Einheiten sogar der Artillerietruppe zuordnen.
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Zitat: Der H140 verbraucht weniger als der H135

Der H140 existiert bisher nur als Prototyp welcher 55 Flugstunden bisher erreicht hat . Ob die bisher bekannten Daten am Ende wirklich erreicht werden bleibt abzuwarten.
Das Modell soll 2028 auf den Markt kommen. Eine M-Version wird es nicht geben laut Airbus .
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(13.03.2025, 00:12)Quintus Fabius schrieb: Eine bereits jetzt mögliche Variante wäre der Einsatz von Drohnen welche mit Glasfaserkabeln gesteuert werden. Diese verkürzt die Reichweite, weshalb die Träger dieser Drohnen näher heran müssen / weiter "nach vorne" müssen. Mit Bodensystemen ist dies problematisch (siehe oben), mit Helis jedoch unproblematisch. Darüber hinaus bleiben die Helis damit trotzdem außerhalb der üblichen Reichweite feindlicher Luftabwehrsysteme, da wir hier ja von einem Abstand von ungefähr 10 km bis 15 km sprechen.

[...]

Konnte ich dieses (hypothetische) Kriegsbild damit für dich etwas näher erläutern und verständlicher machen?

Ja! Vielen Dank. Werde noch darüber nachsinnen ... nur eins noch: Wenn man mit dem Heli Drohnen mit Glasfaserkabeln transportiert, wie sollen diese dann massenhaft eingesetzt werden können? Also ich denke am Ende des Glasfaserkabels wird wohl ein Mensch sitzen, dann müsste dieser auch per Heli rangeschafft werden, und dann könnte der H-145M halt nur 10 Drohnen-Drohnenführerkombinationen transportieren ... also ich sehe nicht, wie man mit Glasfaserdrohnen einen Massenauflauf organisiert bekommen könnte, und selbst wenn, wäre so ein Massenauflauf von Drohnenführern ein leichtes und lohnendes Angriffsziel.
Ich denke praktikabel wärs eher mit KI-Drohnen, und die können (und sollten) recht simpel gestaltet sein, damit sie in Massen produziert werden können.
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FPV Drohnen sind nur eine Übergangs Erscheinung.
Die Zukunft liegt in gnadenlosen KI Killern.
Wer da nicht mitzieht, hat schon verloren.
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LieberTee:

Zitat:nur eins noch: Wenn man mit dem Heli Drohnen mit Glasfaserkabeln transportiert, wie sollen diese dann massenhaft eingesetzt werden können? Also ich denke am Ende des Glasfaserkabels wird wohl ein Mensch sitzen, dann müsste dieser auch per Heli rangeschafft werden, und dann könnte der H-145M halt nur 10 Drohnen-Drohnenführerkombinationen transportieren

Wie du es mit deinem letzten Satz bereits vermutest, sprechen wir hier dann nicht mehr von solchen primitiven Systemen, sondern von KI Drohnen. Und wir sprechen hier sicher nicht von einem H145M.

Zitat:also ich sehe nicht, wie man mit Glasfaserdrohnen einen Massenauflauf organisiert bekommen könnte, und selbst wenn, wäre so ein Massenauflauf von Drohnenführern ein leichtes und lohnendes Angriffsziel.

Selbst mit Glasfaserdrohnen wäre das möglich. Wie du sagst nehmen die Drohnen ja kaum Raum ein, brauchen die menschlichen Bediener aber solchen. Ein paar Varianten:

Beispielsweise könnte man mehrere Drohnen die ohne Kabel fliegen an eine per Kabel gesteuerte Drohne hängen. Die Drohnen haben dann untereinander eine auf direkte Sichtlinie ausgelegte Schwarmintelligenz, so was wäre noch unter KI Drohnen. Dem folgend kommt dann da eben nicht eine Glasfaserdrohne, sondern da kommt ein Schwarm um eine Glasfaserdrohne herum.

Nächste Möglichkeit: die Drohnen starten zwar vom Helis aus bzw. von einem durch den Heli ins Einsatzgebiet verbrachten Container / Startbehälter aus, und agieren dann von dort aus per Kabel, aber die menschlichen Bediener sitzen ganz woanders. Denn vom Behälter aus von dem aus das Kabel abgespult wird gibt es nun wiederum über den Heli als Relais eine Verbindung zu den im Gelände weiter hinter dislozierten Bedienern. Das heißt diese Bediener sitzen überall verstreut und lenken dann über Heli und Behälter hinweg die von diesem aus startenden Glasfaserdrohnen.

Nächste Variante: man programmiert die Drohnen so, dass sie größtenteils autonom einen Weg zurück legen, und hängt sich nur unmittelbar kurz vor dem Angriff ein, markiert ein Ziel und hängt sich wieder aus. Solche Drohnen gibt es bereits in der Ukraine. Da hier die Verbindung jeweils nur kurz besteht (während der Zielmarkierung, wobei die Drohne dieses Ziel dann im weiteren selbstständig angreift) ist jeder Drohnenoperator nur kurze Zeit mit der Lenkung einer Drohne gebunden. Im weiteren agiert man dann so, dass die Drohnen in Wellen kommen. Das setzt natürlich zusätzliche Aufklärugnsdrohnen voraus welche den Feind bereits aufgeklärt haben, aber die braucht man so oder so. Dem folgend schickt man Wellen von Drohnen hintereinander wobei ein Drohnenoperator jeweils nur vorübergehend in einer Welle agiert und dann Drohnen der nächsten Welle übernimmt usw.

Und es gäbe noch weitere Möglichkeiten. Und wir sprechen hier jetzt von einem Niveau das hier und jetzt bereits in der Ukraine Realität ist, noch ganz ohne KI.

Im weiteren ist meiner Meinung nach dein Verständnisproblem vielleicht, dass du die Kapazitäten welche man mit Helis transportieren kann unterschätzt. Wir sprechen hier ja nicht von einem H145M oder einigen wenigen H145M, sondern von einer großen Zahl von Helis welche schlagartig sich in einem Gebiet konzentrieren.

Um das mal mit Zahlen darzulegen: Gerade mal 60 Hubschrauber reichen aus um innerhalb von nur 3 Stunden ein komplettes Infanterie-Regiment über eine Strecke von 500 km zu verlegen. Wir sprechen hier also nicht von 10 Drohnenoperatoren, sondern von einem kompletten Drohnenbataillon. Verwendet dieses nun Wellen von Drohnen hintereinander, sprechen wir jeweils mehreren Hundert Drohnen in einer Welle, auf welche die nächste Welle von mehreren Hundert Drohnen folgt usw. Während die Helis derweilen von hinten weitere Drohnen nachschleppen und in ungefähr 5 Stunden ein weiteres komplettes Drohnenbataillon. Innerhalb eines halben Tages sprechen wird dann hier brereits von zehntausenden Drohnen die auf einen engen Frontabschnitt konzentriert werden können. Alles noch ohne KI.

Zielsuchende Munition welche von KI gesteuert wird, ist dann gleich nochmal eine komplett andere Hausnummer.
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Auch wenn das heute auch schon alles machbar wäre würde es doch überhaupt keine Ziele geben für eine solche Anzahl von Drohnen. So ein Einsatz würde schon mal Vorraussetzen das eine sehr große Anzahl von aufklärungsdrohnen sich schon über dem späteren Zielgebiet befinden muss im Voraus . Das würde gegnerischen Kräften doch auch auffallen .
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Eine sehr große Anzahl von Aufklärungsdrohnen braucht man da nicht, nur so viele, wie auch sonst überall herumfliegen werden und herumfliegen werden müssen, weil man den Frontraum ohnehin durchgehend mit Aufklärungsdrohnen vollmüllen muss. Das ist ja jetzt schon in der Ukraine so, dass ständig und überall Aufklärungsdrohnen herumeiern.

Im weiteren kann man mit solchen Drohnenbewegungen auch täuschen und auch das findet bereits in der Ukraine ständig statt. Man setzt mit Absicht irgendwo Drohnen ein, um davon abzulenken, dass der Schwerpunkt an anderer Stelle angesetzt wird etc etc
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https://www.hartpunkt.de/euro-gatr-diehl...schrauber/

Diehl und Elbit liefern lasergelenkte 70mm Raketen EuroGatr an die Bundeswehr.

Sie wurden für die Bewaffnung des leichten Kampfhubschraubers H145M ausgewählt.

Sie können im before and after lock on Modus eingesetzt werden. Sie sind in Israel einsatz erprobt.

Der Multifunktionssprengkopf hat eine hohe Leistungsfähigkeit. Reichweite rund 10km.

Ich denke, das ist eine gute Nachricht. Zusammen mit Spike ER eine gute Bewaffnungsoption.
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hi,

wenn ich das richtig lese, geht es doch erst mal nur um eine Zusammenarbeit für das Angebot oder?
Zitat:...haben im März ein Teaming Agreement für das Angebot der lasergelenkten 70mm-Lenkrakete GATR an die Bundeswehr unterschrieben.
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Ja, das ist nur ein Industrie Angebot... Bestellt ist da nix.
Allerdings tut man das meist erst, wenn irgendwo bereits Glocken klingeln.
Muss aber nicht unbedingt Deutschland sein.
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Der Preis wäre noch spannend…
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