13.03.2025, 00:12
LieberTee:
Hab leider deine Fragen glatt übersehen und gerade erst gesehen. Mit der Bitte um Nachsicht für die Verspätung:
Exakt, in diese Richtung geht es. Dazu tritt aber noch zusätzlich das Problem großer Räume und begrenzter Mengen dieser Munition, was zu der Frage führt wo ich diese konzentriere, wie ich diese im Raum verteile und wo ich die Trägersysteme dafür habe. Darüber hinaus hat feindliche zielsuchende Munition eine vergleichbare Reichweite und ist ebenfalls in einem ständig durchsichtiger werdenden Schlachtfeld unterwegs. Das heißt, dass bodengestützte Trägersysteme wie Lkw die noch darüber hinaus gerade in Osteuropa stark straßengebunden sind keine ausreichend große Fläche haben, auf welche man sie dergestalt dislozieren könnte, dass man die Verluste bei solchen bodengestützten Trägersystemen ohne sehr starke Dislozierung ausreichend niedrig halten kann. Wenn man sie aber so stark verstreut, dass die Verluste dadurch ausreichend absinken, hat man wiederum keine ausreichende Dichte und entsprechend könnte man diese Systeme in einem Bereich in welchem der Gegner einen Schwerpunkt ansetzt in vielen Fällen nicht ausreichend schnell verdichten um dadurch entsprechende Effekte zu erzielen. Solche Munition hat eine begrenzte Reichweite, sie kann daher mit bodengestützten Systemen in vielen Szenarien nicht schnell genug konzentriert werden.
Der Vorteil einer Verlegung solcher Munition per Heli ist nun im weiteren, dass man damit diese weit außerhalb der Reichweite vergleichbarer Systeme halten kann, und sehr schnell geländeunabhängig über sehr große Distanzen erhebliche Schwerpunkte mit solchen Wirkmitteln schaffen kann. Das darf nicht allein defensiv verstanden werden, sondern ist vor allem auch eine Methode der Konterkonzentration wie der Offensive.
Wenn ich mit bodengestützten Systemen einen solchen Schwerpunkt schaffen will, um dadurch beispielsweise einen Durchbruch zu erzwingen usw. wird der Gegner dies aufklären und sehr schnell eine Gegenkonzentration schaffen können. Das sieht man in der Ukraine ständig. Die Russen verschieben zwei Drohnenbataillone an einen Abschnitt, die Ukrainer ziehen fast unmittelbar danach ebenfalls zwei Drohnenbataillone dorthin zusätzlich zu dem welches bereits an diesem Frontabschnitt operiert und umgekehrt. Man kann den Feind mit Lkw einfach nicht mehr ausreichend überraschend und sehr oft endet dies bereits jetzt damit, dass der Feind sogar im Bereitstellungsraum zuschlägt und dort deine Systeme am Boden vernichtet noch bevor sie überhaupt richtig zum Einsatz kommen. Dies entfällt bei einer Verbringung mit Helis an den Rand des Schlachtfeldes. Schlagartig können dort auf diese Weise über sehr große Distanzen in sehr großer Zeit erhebliche Mengen dieser Wirkmittel verbracht und dann dort eingesetzt werden. Völlig frei von jedweden Geländehindernissen welche Lkw hier so stark einschränken und auf welche der Gegner auch noch erheblichen Einfluss hat, von zerstörten Brücken über per Artillerie oder per Drohne verlegte Minen usw usf
Ebenso kann auf eine strategische oder operative Überraschung des Gegners hin sehr schnell damit eine Konterkonzentration geschaffen werden, ohne dass man dadurch andere Frontabschnitte in diesen überdehnten Gebieten entblösst.
Und beschließend ist das natürlich allgemein eine erhebliche Steigerung der Geschwindigkeit an sich im Gesamtprozess, und der moderne Krieg ist meinem Verständnis nach ein Rennen zur Geschwindigkeit und wer hier scheitert sitzt dann im Grabenkrieg fest, was für uns ungünstig und für die Russen günstig ist.
Spezifisch im Kontext des Baltikums könnten solche Helis auch von Inseln aus operieren, sich über das Meer zurück ziehen und sich insgesamt stärker dislozieren in diesem Raum (ohne damit die Möglichkeit eines ad hoc Schwerpunktes zu verlieren), womit sie für die Russen weniger greifbar sind, und im Fall dass das Baltikum fällt dort nicht festsitzen, weil sie sich dennoch entziehen können, während Bodeneinheiten und insbesondere Lkw damit eingekesselt oder gegen die Meeresküste gedrückt untergehen würden.
Durch den Transport und dadurch steigern sie die Reichweite erheblich, insbesondere was kleine Drohnen angeht. Sie steigern damit auch die Stehzeit vor Ort. Darüber hinaus kann man von dort aus die Drohnenschwärme steuern, ihnen als Relais dienen bzw. der KI welche den Schwarm lenkt neue weitere Aufträge erteilen usw.
Wir sprechen hier ja von Wirkmitteln welche weitgehend immun gegen EloKa sein werden. Aber trotzdem ja, durch die Helis können Drohnen in einem solchen durch EK stark beeinflussten Umfeld viel eher operieren. Und die Helis selbst bieten dann darüber hinaus auch noch die Möglichkeit für den Fall dass die Drohnen trotzdem ausfallen auch noch selbst weiter agieren zu können.
Eine bereits jetzt mögliche Variante wäre der Einsatz von Drohnen welche mit Glasfaserkabeln gesteuert werden. Diese verkürzt die Reichweite, weshalb die Träger dieser Drohnen näher heran müssen / weiter "nach vorne" müssen. Mit Bodensystemen ist dies problematisch (siehe oben), mit Helis jedoch unproblematisch. Darüber hinaus bleiben die Helis damit trotzdem außerhalb der üblichen Reichweite feindlicher Luftabwehrsysteme, da wir hier ja von einem Abstand von ungefähr 10 km bis 15 km sprechen.
Nun kann man solche Drohnen natürlich auch in kleinen und kleinsten Einheiten nach vorne schaffen wie das in der Ukraine bewerkstelligt wird, aber damit kann man nicht eine große Anzahl davon in einem Schwerpunkt schlagartig einsetzen. Exakt dies wird aber notwendig sein, wenn man einen Durchbruch erzielen will. Dann muss man schlagartig sehr viele solcher Drohnen an einer Stelle ansetzen, was eben zu der Frage führt, wie man diese dorthin bringt und wie man sie so konzentriert von Bodensystemen aus einsetzen will.
Das Zusammenwirken habe ich ja schon oben angerissen, und auch eine KI Steuerung eines Drohnenschwarmes ändert daran erstmal grundsätzlich nichts. Die Fähigkeit welche der Heli dafür mitbringt ist die Reichweite (Reichweiten und Standzeitvergrößerung), die Möglichkeit der schlagartigen Konzentration und der sehr schnellen Verlegung über sehr große Distanzen und dies geländeunabhängig sowie die Befähigung auch noch weitere Drohnenschwärme im Pendelbetrieb heran zu karren und so Welle auf Welle von Drohnen an einer Stelle zu konzentrieren. Darüber hinaus wird selbst ein vollautonomer Drohnenschwarm (noch Zukunftsmusik) etwaig neue Befehle / Aufträge erhalten müssen, und man benötigt auch deshalb eine dezentrale Verbindung vor Ort zu ihm und Relais, damit Informationen welche der Drohnenschwarm generiert verwendet werden können, da die Drohnen ja nicht allein primär nur der Bekämpfung des Feindes dienen, sondern zugleich auch der Aufklärung.
Drohnenschwärme die einfach alleine nach vorne strömen um Ziele anzugreifen ohne irgendwelche Informationen zu senden was sie da tun und was sie entdeckt haben, wären allenfalls halb so wertvoll. Dafür benötigt man zugeordnete Relais.
Im weiteren bieten Helis Möglichkeiten feindliche Drohnenschwärme zu bekämpfen - zusammen mit den eigenen Drohnenschwärmen welche sie dabei unterstützen. Darüber hinaus kann man von Helis aus dann auch EK einsetzen um damit entsprechend gegen feindliche Drohnen vorzugehen usw usf
Konnte ich dieses (hypothetische) Kriegsbild damit für dich etwas näher erläutern und verständlicher machen?
Schlussendlich wären Helis mit Drohnen die von ihnen aus operieren eine Art neue leichte Feldartillerie, welche an die Stelle leichter Raketenartillerie, an die Stelle von Mörsern und Haubitzen in einer frontnahen Verwendung treten würde. Deshalb bezeichne ich solche Konzepte ja auch immer als fliegende Artillerie und würde entsprechende Einheiten sogar der Artillerietruppe zuordnen.
Hab leider deine Fragen glatt übersehen und gerade erst gesehen. Mit der Bitte um Nachsicht für die Verspätung:
Zitat:zu 1.: Ich verstehe dein Konzept noch nicht so ganz. Man kann loitering munition per LKW in Frontnähe bringen und dort vom Boden aus abschießen. Was ist jetzt genau der Vorteil, wenn ich das per Heli mache? Geschwindigkeit im Sinne von Blitzkrieg?
Exakt, in diese Richtung geht es. Dazu tritt aber noch zusätzlich das Problem großer Räume und begrenzter Mengen dieser Munition, was zu der Frage führt wo ich diese konzentriere, wie ich diese im Raum verteile und wo ich die Trägersysteme dafür habe. Darüber hinaus hat feindliche zielsuchende Munition eine vergleichbare Reichweite und ist ebenfalls in einem ständig durchsichtiger werdenden Schlachtfeld unterwegs. Das heißt, dass bodengestützte Trägersysteme wie Lkw die noch darüber hinaus gerade in Osteuropa stark straßengebunden sind keine ausreichend große Fläche haben, auf welche man sie dergestalt dislozieren könnte, dass man die Verluste bei solchen bodengestützten Trägersystemen ohne sehr starke Dislozierung ausreichend niedrig halten kann. Wenn man sie aber so stark verstreut, dass die Verluste dadurch ausreichend absinken, hat man wiederum keine ausreichende Dichte und entsprechend könnte man diese Systeme in einem Bereich in welchem der Gegner einen Schwerpunkt ansetzt in vielen Fällen nicht ausreichend schnell verdichten um dadurch entsprechende Effekte zu erzielen. Solche Munition hat eine begrenzte Reichweite, sie kann daher mit bodengestützten Systemen in vielen Szenarien nicht schnell genug konzentriert werden.
Der Vorteil einer Verlegung solcher Munition per Heli ist nun im weiteren, dass man damit diese weit außerhalb der Reichweite vergleichbarer Systeme halten kann, und sehr schnell geländeunabhängig über sehr große Distanzen erhebliche Schwerpunkte mit solchen Wirkmitteln schaffen kann. Das darf nicht allein defensiv verstanden werden, sondern ist vor allem auch eine Methode der Konterkonzentration wie der Offensive.
Wenn ich mit bodengestützten Systemen einen solchen Schwerpunkt schaffen will, um dadurch beispielsweise einen Durchbruch zu erzwingen usw. wird der Gegner dies aufklären und sehr schnell eine Gegenkonzentration schaffen können. Das sieht man in der Ukraine ständig. Die Russen verschieben zwei Drohnenbataillone an einen Abschnitt, die Ukrainer ziehen fast unmittelbar danach ebenfalls zwei Drohnenbataillone dorthin zusätzlich zu dem welches bereits an diesem Frontabschnitt operiert und umgekehrt. Man kann den Feind mit Lkw einfach nicht mehr ausreichend überraschend und sehr oft endet dies bereits jetzt damit, dass der Feind sogar im Bereitstellungsraum zuschlägt und dort deine Systeme am Boden vernichtet noch bevor sie überhaupt richtig zum Einsatz kommen. Dies entfällt bei einer Verbringung mit Helis an den Rand des Schlachtfeldes. Schlagartig können dort auf diese Weise über sehr große Distanzen in sehr großer Zeit erhebliche Mengen dieser Wirkmittel verbracht und dann dort eingesetzt werden. Völlig frei von jedweden Geländehindernissen welche Lkw hier so stark einschränken und auf welche der Gegner auch noch erheblichen Einfluss hat, von zerstörten Brücken über per Artillerie oder per Drohne verlegte Minen usw usf
Ebenso kann auf eine strategische oder operative Überraschung des Gegners hin sehr schnell damit eine Konterkonzentration geschaffen werden, ohne dass man dadurch andere Frontabschnitte in diesen überdehnten Gebieten entblösst.
Und beschließend ist das natürlich allgemein eine erhebliche Steigerung der Geschwindigkeit an sich im Gesamtprozess, und der moderne Krieg ist meinem Verständnis nach ein Rennen zur Geschwindigkeit und wer hier scheitert sitzt dann im Grabenkrieg fest, was für uns ungünstig und für die Russen günstig ist.
Spezifisch im Kontext des Baltikums könnten solche Helis auch von Inseln aus operieren, sich über das Meer zurück ziehen und sich insgesamt stärker dislozieren in diesem Raum (ohne damit die Möglichkeit eines ad hoc Schwerpunktes zu verlieren), womit sie für die Russen weniger greifbar sind, und im Fall dass das Baltikum fällt dort nicht festsitzen, weil sie sich dennoch entziehen können, während Bodeneinheiten und insbesondere Lkw damit eingekesselt oder gegen die Meeresküste gedrückt untergehen würden.
Zitat:zu 3.: Inwiefern können Helis Drohnenschwärme ergänzen?
Durch den Transport und dadurch steigern sie die Reichweite erheblich, insbesondere was kleine Drohnen angeht. Sie steigern damit auch die Stehzeit vor Ort. Darüber hinaus kann man von dort aus die Drohnenschwärme steuern, ihnen als Relais dienen bzw. der KI welche den Schwarm lenkt neue weitere Aufträge erteilen usw.
Zitat:ist nicht der eigentliche Punkt, dass Helis genau dort operieren können, wo Drohnen es nicht können aufgrund von elektronischen Gegenmaßnahmen?
Wir sprechen hier ja von Wirkmitteln welche weitgehend immun gegen EloKa sein werden. Aber trotzdem ja, durch die Helis können Drohnen in einem solchen durch EK stark beeinflussten Umfeld viel eher operieren. Und die Helis selbst bieten dann darüber hinaus auch noch die Möglichkeit für den Fall dass die Drohnen trotzdem ausfallen auch noch selbst weiter agieren zu können.
Eine bereits jetzt mögliche Variante wäre der Einsatz von Drohnen welche mit Glasfaserkabeln gesteuert werden. Diese verkürzt die Reichweite, weshalb die Träger dieser Drohnen näher heran müssen / weiter "nach vorne" müssen. Mit Bodensystemen ist dies problematisch (siehe oben), mit Helis jedoch unproblematisch. Darüber hinaus bleiben die Helis damit trotzdem außerhalb der üblichen Reichweite feindlicher Luftabwehrsysteme, da wir hier ja von einem Abstand von ungefähr 10 km bis 15 km sprechen.
Nun kann man solche Drohnen natürlich auch in kleinen und kleinsten Einheiten nach vorne schaffen wie das in der Ukraine bewerkstelligt wird, aber damit kann man nicht eine große Anzahl davon in einem Schwerpunkt schlagartig einsetzen. Exakt dies wird aber notwendig sein, wenn man einen Durchbruch erzielen will. Dann muss man schlagartig sehr viele solcher Drohnen an einer Stelle ansetzen, was eben zu der Frage führt, wie man diese dorthin bringt und wie man sie so konzentriert von Bodensystemen aus einsetzen will.
Zitat:Wie würde das Zusammenwirken von KI-Drohne mit Heli aussehen? Ich sehe nicht, was ein Heli an Fähigkeiten einbringen könnte, die der Drohnenschwarm nicht schon hätte.
Das Zusammenwirken habe ich ja schon oben angerissen, und auch eine KI Steuerung eines Drohnenschwarmes ändert daran erstmal grundsätzlich nichts. Die Fähigkeit welche der Heli dafür mitbringt ist die Reichweite (Reichweiten und Standzeitvergrößerung), die Möglichkeit der schlagartigen Konzentration und der sehr schnellen Verlegung über sehr große Distanzen und dies geländeunabhängig sowie die Befähigung auch noch weitere Drohnenschwärme im Pendelbetrieb heran zu karren und so Welle auf Welle von Drohnen an einer Stelle zu konzentrieren. Darüber hinaus wird selbst ein vollautonomer Drohnenschwarm (noch Zukunftsmusik) etwaig neue Befehle / Aufträge erhalten müssen, und man benötigt auch deshalb eine dezentrale Verbindung vor Ort zu ihm und Relais, damit Informationen welche der Drohnenschwarm generiert verwendet werden können, da die Drohnen ja nicht allein primär nur der Bekämpfung des Feindes dienen, sondern zugleich auch der Aufklärung.
Drohnenschwärme die einfach alleine nach vorne strömen um Ziele anzugreifen ohne irgendwelche Informationen zu senden was sie da tun und was sie entdeckt haben, wären allenfalls halb so wertvoll. Dafür benötigt man zugeordnete Relais.
Im weiteren bieten Helis Möglichkeiten feindliche Drohnenschwärme zu bekämpfen - zusammen mit den eigenen Drohnenschwärmen welche sie dabei unterstützen. Darüber hinaus kann man von Helis aus dann auch EK einsetzen um damit entsprechend gegen feindliche Drohnen vorzugehen usw usf
Konnte ich dieses (hypothetische) Kriegsbild damit für dich etwas näher erläutern und verständlicher machen?
Schlussendlich wären Helis mit Drohnen die von ihnen aus operieren eine Art neue leichte Feldartillerie, welche an die Stelle leichter Raketenartillerie, an die Stelle von Mörsern und Haubitzen in einer frontnahen Verwendung treten würde. Deshalb bezeichne ich solche Konzepte ja auch immer als fliegende Artillerie und würde entsprechende Einheiten sogar der Artillerietruppe zuordnen.