Sicherung des Seeverkehrs im Nahen und Mittleren Osten
#91
(12.04.2026, 20:09)Quintus Fabius schrieb: Kurz und einfach: die Komplexität und die Dynamik der Fernwirkungen ist viel zu unkalkulierbar. Querschnittlich aber zum Schaden der USA und ihrer Verbündeten. Auch zum Schaden anderer, aber in dieser Loose-Loose Strategie verlieren wir mehr als unsere Feinde.

Weniger reiche Länder wie wir verlieren noch mehr. Wenn es für alle zu wenig Öl und Gas gibt, geht das Zeug an die Länder die zahlen können und das ist sicher nicht der globale Süden. Kann man machen, wenn man eine zielführende Strategie hätte. Da dies allerdings wohl nicht der Fall wird nichts positives dabei rauskommen und damit der Iran gestärkt.
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#92
Ergänzend: Es wird in diesem Kontext ja immer nur aufs Öl und unsere Energieversorgung geblickt. Aber durch die Straße von Trump gehen auch riesige Mengen Schwefel (enorm wichtig, heillos unterschätzt) und vor allem auch Dünger und im weiteren wird Dünger heute sehr weitgehend ebenfalls mit Gas hergestellt, Flüssiggas.

Kein Dünger, verminderte Lebensmittelproduktion, wobei die Versorgung mit Getreide weltweit wegen des Ukrainekrieg ohnehin schon beeinträchtigt wurde. Sehr schnell entstehen hier gerade in Afrika und andernorten Abwärtsspiralen die dann in Destabilisierung, weiteren Failed States, Flüchtlingen usw. münden.

Die Globalisierung ist eine Straße in in beide Richtungen gilt, wie jede Straße. Entsprechend schlagen solche Fehlentwicklungen "im globalen Süden" ganz schnell indirekt auch auf uns durch, und dies nicht einmal unbedingt mit Flüchtlingen, sondern verminderter Abnahme von Produkten, weniger Export, Ausfall von Krediten und Invesitionen etc. etc. etc. Eines führt zum anderen, ein dominostein schmeißt den nächsten um und dem folgend beeinflusst ein Faktor den nächsten bis es richtig nach unten spiraliert.

Man lasse jetzt noch im Frühsommer die Westtaiwanesen Taiwan angreifen, und Russland in der Ukraine die Nerven verlieren, und dann wird es so richtig spannend.

Was kann getan werden? Denn nur beklagen nützt ja nichts.

Der Iran muss jetzt so schnell wie möglich so vollständig wie möglich ausgeschaltet werden. So schnell wie nur eben machbar, so massiv wie möglich.

Genau das wird aber nicht geschehen, weil die USA nicht ausreichend vorbereitet waren für einen Krieg dieser Größenordnung, es Israel komplett egal ist und wir nicht dazu fähig sind.
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#93
(12.04.2026, 21:21)Quintus Fabius schrieb: Der Iran muss jetzt so schnell wie möglich so vollständig wie möglich ausgeschaltet werden. So schnell wie nur eben machbar, so massiv wie möglich.

Genau das wird aber nicht geschehen, weil die USA nicht ausreichend vorbereitet waren für einen Krieg dieser Größenordnung, es Israel komplett egal ist und wir nicht dazu fähig sind.

Wie kann dies sicher bewerkstelligt werden? Nur ein Bombardement aus der Luft wird wohl nicht reichen. Das Regime hat mehrere hunderttausend, wahrscheinlich sehr regimetreue Leute, Revolutionsgarden mit Reserve > 600.000 laut Wikipedia, unter Waffen. Dagegen käme bestenfalls die reguläre Armee an, aber die wird auch mit regimetreuen Leuten durchsetzt sein.

Man kann nur hoffen, dass China nicht in den Krieg eingreift und Waffen liefert.
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#94
In dieser Bundesrepublik kann man diese Frage nicht frei diskutieren:

https://dejure.org/gesetze/StGB/80a.html

Viele relevanter aber ist ohnehin mein letzter Satz, wir sind so oder so nicht fähig dazu diese Krise zu lösen. Wir haben keinerlei Befähigung dazu, gleich welcher Art. Die USA können es auch nicht. Und Israel ist die Krise völlig egal.

Das ist das entscheidende, nicht irgendwelche rein theoretischen Überlegungen. Israel hat den Westen damit praktisch gegen die Wand gefahren. Der wesentlichste Punkt in diesem Kontext ist, dass Israel nicht zum Westen gehört. Es ist einer dieser typisch orientalischen Staaten des Nahen Osten.
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#95
(12.04.2026, 21:54)Quintus Fabius schrieb: In dieser Bundesrepublik kann man diese Frage nicht frei diskutieren:

https://dejure.org/gesetze/StGB/80a.html

Sehr bedenklich. Damit, ich meine was im Gesetz und verlinkten Gesetzen steht, geben wir unseren Gegner eine Waffe in die Hand, die wahrscheinlich deutlich gefährlicher ist wie die russische Armee...
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#96
(12.04.2026, 16:42)Quintus Fabius schrieb: Trump hat erklärt, die US Marine werde jetzt die Straße von Trump blockieren.

Jedes Schiff das an den Iran Maut gezahlt habe, werde zudem aufgebracht und entsprechende Staaten / Schiffe abgestraft. Entsprechendes Verbrechdenk und Falschsprech habe ich gleich mal in roter Farbe geändert:


Doppelt hält besser Big GrinBig Grin
nach dem Motto "alle oder keiner" (und er würde gerne mit verdienen).

Wenn ich mich recht erinnere, dann dürften das nur die Schiffe sein, die mit Zustimmung des Iran - und hat an der iranischen Küste durch iranische Hoheitsgewässer - zwischen Golf und Indik passieren.
Und das sind dann Schiffe auch von China oder Indien, die - so hieß es doch zumindest für Indien auch bereits - im Geleit durch die nationalen Marinestreitkräfte unterwegs sind.

Trump will also in der Konsequenz einen oder mehrere von der indischen Navy begleiteten Frachter aufbringen
Confused
das stelle ich mir gerade spannend vor.

Es ist ein Zeichen, wie chaotisch, fehlgeleitet und schlicht kopflos die Trump-Administration reagiert. Der Überfall auf den Iran hat nicht nur die bislang offene Passage in die Kontrolle des Iran gebracht (was von genug Fachleuten erwartet wurde, aber DT hört ja lieber auf sein Bauchgefühl) sondern dem lieben Onkel Donald fällt auch absolut kein realistsches Mittel ein, um das Ganze wieder einzufangen.

(12.04.2026, 21:21)Quintus Fabius schrieb: ....

Der Iran muss jetzt so schnell wie möglich so vollständig wie möglich ausgeschaltet werden. So schnell wie nur eben machbar, so massiv wie möglich.
...
das, mein Freund, ist völlig illusorisch und somit auch keine Lösung. DumpfDonald hat es verbockt und sollte jetzt wenigstens soviel Arsch in der Hose haben, dass er einen Gesichtswahrenden Rückzug akzeptiert.
Und wenn er neben Arsch auch noch Eier in der Hose hat, dann wäre es sinnvoll, dass er auch noch seinen Freund Netanjahu an die ganz kurze Kette legt.
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#97
@Quintus
Zitat:Jedes Schiff das an den Iran Maut gezahlt habe, werde zudem aufgebracht und entsprechende Staaten / Schiffe abgestraft.
So wie ich es lese, geht es nicht darum, Schiffe aufzubringen, die an den Iran "Maut" gezahlt haben, sondern man will nur die Schiffe aufbringen, die aus iranischen Häfen kommen.
Zitat:CENTCOM announced its plans on Sunday afternoon.

U.S. Central Command forces will begin implementing a blockade of all maritime traffic entering and exiting Iranian ports on April 13 at 10 a.m. ET, in accordance with the President’s proclamation,” reads a statement on social media.
https://news.usni.org/2026/04/11/two-u-s...hant-ships

Das hieße natürlich im Umkehrschluss, dass man Schiffe, die aus kuwaitischen, saudischen oder VAE-Häfen kommen, nicht stoppen will. Quasi ist das US-Vorhaben also keine Blockade gegenüber der Straße von Hormuz generell, sondern es ist eine Blockade von iranischen Häfen.

Schneemann
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#98
Shit or get off the pot.
Da möchte man mal wieder gerne wissen wer gerade Trump berät. Die Idee iranische bzw. Schiffe aus iranischen Häfen zu blockieren ist nicht falsch. Es wird nach Lage der Dinge jedoch nicht ansatzweise reichen um das Regime zum einlenken zu bewegen. Wenn Trump den Weg zu einem Deal gehen möchte muss er in einem viel größeren Umfang eskalieren. Die Pläne dafür liegen angesichts der Drohnungen der letzten Woche vor.
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#99
(13.04.2026, 06:40)Nightwatch schrieb: Die Idee iranische bzw. Schiffe aus iranischen Häfen zu blockieren ist nicht falsch. Es wird nach Lage der Dinge jedoch nicht ansatzweise reichen um das Regime zum einlenken zu bewegen.

Die romantische Vorstellung, die Iraner seien alles gläubige Überzeugungstäter, bei denen es nicht um`s Geld geht, halte ich für falsch.

Wenn der Iran keine Einnahmen mehr hat, wird alles sehr schnell gehen.

Bisher exportierte der Iran - auch während des Krieges - noch 2,1 Mio. Barrel Rohöl pro Tag (die Zahl nannte eine Experte im TV).

Kann er das nicht mehr, wird der Kit, der die Mafia zusammenhält, fehlen.

Greift Trump dann noch punktuell bestimmte Ziele im Iran an, beschleunigt er das Ableben des Regimes.

Spannend bleibt, was China, Indien und die anderen asiatischen Ölabnehmer machen.
Die USA sitzen das locker aus, auch wenn die Midterms dann möglicherweise für die GOP verloren gehen (aber das werden sie wohl ohnehin.)
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Kann sein, dauert aber zu lange. Das Regime wird korrekterweise kalkulieren, dass sie in einem derartigen Wirtschaftskrieg im Zweifel eine Woche länger durchahalten werden als Trump. Entsprechend muss man das kinetisch lösen und damit beginnen, dem Regime die wirtschaftlichen Grundlagen ihrer Macht wegzusprengen. Dann lenken sie entweder ein oder man beendet es auf diese Weise.
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(13.04.2026, 07:37)Nightwatch schrieb: Das Regime wird korrekterweise kalkulieren, dass sie in einem derartigen Wirtschaftskrieg im Zweifel eine Woche länger durchahalten werden als Trump.

Möglich, dass die Mullahs das glauben.
Das wäre aber eine Fehlannahme.

Richtig ist, dass die Iraner das länger durchhalten als China, Indien und Indonesien.
Und da fängt es an, richtig interessant zu werden.
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(13.04.2026, 07:37)Nightwatch schrieb: .... Entsprechend muss man das kinetisch lösen und damit beginnen, dem Regime die wirtschaftlichen Grundlagen ihrer Macht wegzusprengen. Dann lenken sie entweder ein oder man beendet es auf diese Weise.
bringt nix
Trump vs. Geheimdienst: Unterschiedliche Aussagen über Irans Raketenkapazität
Zitat:In einer Ansprache fand Präsident Trump deutliche Worte: Die Fähigkeit des Iran, Raketen und Drohnen abzufeuern, sei „dramatisch eingeschränkt“. Waffenfabriken und Raketenwerfer würden „in Stücke gerissen“, es seien nur noch „sehr wenige übrig“. Doch drei mit Geheimdienstinformationen vertraute Quellen erklärten gegenüber dem Sender CNN ein anderes Szenario. Demnach soll etwa die Hälfte der iranischen Raketenwerfer einsatzbereit sein. Auch rund 50 Prozent der Drohnenkapazität – was Tausenden von Kamikaze-Drohnen entspricht – stehen noch zur Verfügung.
„Sie sind nach wie vor bereit, in der gesamten Region absolutes Chaos anzurichten“, warnte wohl so eine Quelle. Ein Hauptgrund für die verbliebene Stärke des Regimes liegt offenbar in der jahrzehntelangen Vorbereitung. Der Iran versteckt seine mobilen Abschussrampen in weitverzweigten Tunnel- und Höhlennetzen. Diese unterirdischen Anlagen erschweren die Zielerfassung für die USA und Israel erheblich.

Straße von Hormus massiv bedroht
Während israelische Militärbeamte die Zahl der einsatzfähigen Werfer lediglich auf 20 bis 25 Prozent schätzen, weisen US-Geheimdienste darauf hin, dass viele Werfer unterirdisch vergraben, aber eben nicht zerstört sein könnten. Zudem gelinge es den iranischen Kräften immer wieder, mobile Plattformen erfolgreich abzufeuern. Besonders brisant: Ein Großteil der iranischen Küstenverteidigungsraketen soll unversehrt sein. Dies liegt laut Quellen daran, dass das US-Militär seine Luftschläge bisher nicht auf diese Küstenanlagen konzentriert hat.
...

ergänzend:
Trump ordnet Blockade von Hormus an, dann beginnt das globale Ölsystem zusammenzubrechen
Zitat:Der Iran-Konflikt hat eine neue gefährliche Phase erreicht. Nach gescheiterten Verhandlungen bewegt sich Donald Trump in Richtung einer Blockade der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Während globale Lieferketten unter Druck geraten, wächst das Risiko einer größeren Eskalation schnell. ...
Donald wird sofort als schuldig angeklagt - das kommt dem Iran mehr als gelegen

Gemeinsame Passage von Schiffen aus/nach Häfen beiderseits des Golf, geschützt durch China

Und die US-Blockade muss zuschauen - ich lach mich kringelig
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(13.04.2026, 14:14)Kongo Erich schrieb: Trump ordnet Blockade von Hormus an, dann beginnt das globale Ölsystem zusammenzubrechen

Möglicherweise steht er dereinst in den Geschichtsbüchern als der Erste, der das Ende des Zeitalters der fossilen Brennstoffe wirksam eingeleitet hat.Big Grin

Solche Krisen haben immer auch ein innovatives Potential.

Und hätten wir nicht solche Flachpfeifen wie Wirtschaftsministerin Reiche in der Regierung, sondern Kerle wie Habeck, würde wir das Innovationspotential auch nutzen.
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Wiegold hat in seinem Blog eine ausführliche Darstellung der iranischen und amerikanischen Blockaden, inkl. Originalzitaten.

Zu der US-Blockade:

Zitat:PRESS RELEASE | April 12, 2026
U.S. to Blockade Ships Entering or Exiting Iranian Ports
TAMPA, Fla. — U.S. Central Command (CENTCOM) forces will begin implementing a blockade of all maritime traffic entering and exiting Iranian ports on April 13 at 10 a.m. ET, in accordance with the President’s proclamation. The blockade will be enforced impartially against vessels of all nations entering or departing Iranian ports and coastal areas, including all Iranian ports on the Arabian Gulf and Gulf of Oman. CENTCOM forces will not impede freedom of navigation for vessels transiting the Strait of Hormuz to and from non-Iranian ports.

Quelle - Wiegold

Also mitnichten führen die USA eine Blockade der Strasse von Hormus durch, sondern sie führen lediglich eine Blockade iranischer Häfen und Küstengewässer durch.
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Straße von Hormus: Emmanuel Macron kündigt eine „Konferenz“ zwischen Paris und London im Hinblick auf eine „multinationale Friedensmission“ an
BFM (französisch)
Veröffentlicht heute um 11:14 Uhr

BFM Lilian Pouyaud mit AFP
[Bild: https://images.bfmtv.com/oB3ILim0fY_VGjb...82857.webp]
Der französische Präsident Emmanuel Macron am 17. November 2025 im Élysée-Palast. (Illustration) – SARAH MEYSSONNIER / POOL / AFP

Während die iranischen Häfen am Montag, dem 13. April, von den Vereinigten Staaten blockiert werden sollen, kündigt Emmanuel Macron eine „Konferenz“ zwischen Frankreich und dem Vereinigten Königreich im Hinblick auf eine „multinationale Friedensmission“ an, die darauf abzielt, „die Schifffahrt in der Meerenge wiederherzustellen“.

Emmanuel Macron ruft zur Diplomatie auf, um den Konflikt im Iran schnell und dauerhaft beizulegen. Während die Straße von Hormus, ein strategischer Knotenpunkt des internationalen Handels, seit über einem Monat blockiert ist, kündigt Emmanuel Macron am Montag, dem 13. April, die Einberufung einer Konferenz mit den Ländern an, die „bereit sind, an unserer Seite zu einer multinationalen Friedensmission beizutragen, die darauf abzielt, die Freiheit der Schifffahrt in der Meerenge wiederherzustellen“.

„Diese rein defensive Mission, die sich von den Konfliktparteien abgrenzt, soll eingesetzt werden, sobald es die Lage zulässt“, fügt er in einem Beitrag auf dem sozialen Netzwerk X hinzu.
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