Venezuela
#68
@Cyprinide

In den Hochalpen gibt es in i.d.R. in jedem Tal eine handvoll kleiner Wasserkraftwerke, die dazu dienen die umliegenden Ortschaften mit Strom zu versorgen. Das ist tatsächlich so.

@Erich
Zitat:Fragt sich, ob man dann für die verbleibenden zwei Ballungszentren wirklich Atomkraftwerke braucht ....Hallo ?!
Ja aber natürlich brauchen sie Atomstrom. Ich kenne kaum einen Staat der Welt der mittel- bis langfristig darauf verzichten können wird, Atomstrom entweder selber zu produzieren, oder zu importieren :hand:
Daran ernsthaft zu zweifeln, ist Audruck einer Illusion.

Aber auch wenn ich befürchte, dass sich die Diskussion im Kreis dreht, schildere ich gerne nochmal, warum diese Allgemeinsituation bei Venezuela nicht anders ausschaut :

- Für einen bedeutenden Anteil kleiner Wasserkraftwerke stimmen die überwiegende Siedlungsstruktur und Geographie einfach nicht.
Erstens kann ich nicht für jedes Indiodorf Turbinen in die Pampa setzen (bezahlst Du das ?) Zweitens gibt es dort garkeine hochalpine Geographie, wo in jedem Tal bei starken Gefälle, sehr schmale energiereiche Bäche fliessen.
Die einzige Option wären in etwas flacheren Regionen, die klassischen Laufwasserkraftwerke, wie man sie von unseren Flüssen in Deutschland ganz gut kennt. Dazu fehlen aber an den vorher zu begradigenden Flüssen wieder überwiegend die großen Städte entlang der Ufer....

- Die Nutzungspotentiale der Wasserkraft in großem Stil, sind mit dem in vielerlei Hinsicht stark umstrittenen Guri-Staudamm ziemlich ausgelastet.

-65%(!) der Landesfläche Venezuelas sind geschützt und bestehen aus Indianer-Reservaten und Naturparks. Das schliesst den Bau von Staudämmen in 2/3 des Landes komplett aus. Gleichzeitig stellen diese Regionen einen Großteil des Regenwaldgebietes dar, die Du so gerne unter Wasser setzten möchtest.
Staudämme sind sowohl im Rahmen des Klimaschutzes, als auch lokalem Naturschutzes ohnehin eine ökologische Katastrophe. Dafür noch Regenwaldregion in großen Stil zu vernichten, setz dem Ganzen die Krone auf. :daumen:

-Die von Dir genannten Alpenländer kommen trotz des großen Wasserkraftanteils um die Nutzung der Atomenergie ebenfalls nicht herum. Der Anteil des Atomstroms liegt in der Schweiz bei gut 50%. In Österreich -je nach Anbieter- zwischen ~5-25% mit stetig steigender Tendenz.
Dabei besitzen die Ösis jedoch selbst keine Atomkraftwerke, sondern importieren aus dem Ausland. Das liegt zum einen an den von mir genannten (Lasten)Bedarf und andererseits am unschlagbar günstigen Preis für Atomstrom. Dennoch stellt A in gewisser Hinsicht ein durch Geographie und Siedlungsstruktur begründetes relativ atomstromfreies Musterland dar.

- Venezuela deckt bereits 40% seines Energiebedarfs über den riesigen Guri-Staudamm. (Größenordnung vgl. mit CH/A) In Anbetracht der oben genannten Punkte, ist eine deutliche Erhöhung dieses Anteils (60 gar 70%) mehr als unwahrscheinlich. Eine Komplettversorgung ohnehin total auszuschliessen.

-Mal ganz ehrlich : Warum sollte Venezuela nicht einfach ganz easy ein paar Atommeiler aufstellen und sich über Energieprobleme keine Gesanken mehr machen müssen. Damit hätte man eine ökologisch/sozialverträgliche Lösung mit der Indios und Regenwald gut leben könnten und obendrein noch einen unschlagbar günstigen Strom!
Das Ganze wäre eine Lösung die auch noch gewährleisten kann, die Einnahmen des Ölexports in den Aufbau der eigenen Industrie und Infrastruktur zu investieren ohne das die Situation aufkommt, dass eine zu erwartende Steugerung des eigenen Energiebedarfs die eigene wirtschafrlich Entwicklung abbremst.

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Unter rationalen Gesichtspunkten spricht eine ganze Menge für Atomstrom. Auch und insbesondere in diesem konkreten Fall. Wenn man sich aber durch diverse Zeitungsartikel und potentielle Atomwaffen eine Nuklearphobie einreden lässt, den kann man mit solchen Argumenten vermutlich auch nicht überzeugen.
Da erscheint dann Photovoltaik auf Strohhütten und Staudämme im Regenwald scheinbar sinnvoller. :pillepalle:

Somit komme ich dann doch auf Dein Angebot zurück, dass ganze als "Glaubensfrage" einzustufen....
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