Vor 4 Stunden
(Gestern, 19:07)Broensen schrieb: Ich schau da ja für gewöhnlich auch differenzierter drauf, in dieser allgemeinen Betrachtung habe ich darauf mal verzichtet. Sicher wird es einfacher sein, 600 Mann für einen Träger zusammen zu bekommen als 5x120 für eine Fregattenklasse.
Da die Informationen mit der notwendigen Tiefe nicht öffentlich verfügbar sind ist es gar nicht möglich, das differenziert genug zu betrachten um entsprechende Rechnungen anstellen zu können. Umgekehrt ergibt es auch wenig Sinn, weil diese Genauigkeit nur für den konkreten Fall gilt und wiederum nicht verallgemeinerbar ist. Aus dem Grund habe ich auch nicht den Grad der Details kritisiert, sondern dass diese Rechnungen unabhängig von der Detaillierung keinerlei echten Erkenntnisgewinn bringen und daher als Argument nicht taugen.
Es fehlt bei der Marine (genauso wie anderswo) nicht überall gleich viel, in welchen Verwendungsreihen (oder zumindest -bereichen) und auf welchen Ebenen gibt es konkrete, stark ausgeprägte Engpässe und wie unterscheidet sich die Personalstärke in diesen Bereichen konkret zwischen einer aktuellen deutschen Fregatte und einem typischen LHD/Träger/etc.? Ein paar Zahlen gibt es dazu (wobei der Stand auch schon wieder fast zwei Jahre alt ist, aber aktuelleres habe ich gerade nicht zur Hand): Mangelschwerpunkt im Bereich der Unteroffiziere der Verwendungsbereiche 2 und 4 bei der EF2, Übererfüllung des Bedarfs im Bereich der Mannschaften. Genug um zu wissen, dass diese Rechnerei Unsinn ist, zu wenig für sinnvolle Argumentationen hinsichtlich der Implikationen für die gesamte Flotte.
Zitat:Aber mit der Begründung, das Problem müsste ohnehin gelöst werden, kann man es doch nicht komplett außen vor lassen.
Wenn es keine sinnvollen Argumente dazu gibt, dann bleibt nur der Hinweis darauf, dass die Personalprobleme existieren (und durch weitere Einheiten verschärft werden könnten) und gelöst werden müssen. Es darf ja auch gern tiefer darauf eingegangen werden (sofern Informationen vorliegen), nur aus Mangel an Informationen irgendwelche völlig realitätsfremden Rechnungen aufzustellen um daraus eine Argumentation zu basteln ergibt keinen Sinn, und die Aussage, dass am Ende "ohne Personalaufwuchs" (was sowieso schon ein unsinniger Ansatz ist, denn eine Personalveränderung gibt es sowohl auf der Seite der Dienstposten wie auch bei den Menschen selbst immer, und die entsprechende kontinuierliche Anpassung ist völlig normal) nur noch zwei Schiffe einsatzbereit wären ist halt völlig hanebüchen.
Zitat:Es ändert halt auch nichts an der Grundfeststellung, dass Personal gerade für Schiffsbesatzungen in anspruchsvollen Verwendungen immer ein knappes Gut bleiben werden und das somit auch bei Flottenplanungen eine entscheidende Rolle spielen muss.
Um das noch einmal klar und deutlich auszudrücken, natürlich wäre die Personalrekrutierung für den Betrieb entsprechender Einheiten (so wie bei allen Einheiten) eine zusätzliche Herausforderung und selbstverständlich muss dies bei der Betrachtung berücksichtigt werden. Darauf habe ich selbst doch explizit hingewiesen. Mir geht es nur um dieses Verrechnen von Dienstposten, dass nicht zum ersten Mal hier (von dir aber auch von anderen) hier praktiziert wurde, und aus den genannten Gründen keinen Sinn ergibt.
Was den Rest angeht, das war weniger eine Reaktion auf deinen Beitrag, sondern ein allgemeiner Kommentar zu den Diskussionsschwerpunkten bei der Frage nach einem deutschen Träger (welcher Art auch immer).
