15.03.2026, 21:35
(15.03.2026, 21:07)DeltaR95 schrieb: Ich denke erstmal, dass wir auf den deutschen Fregatten eine Fähigkeitslücke habenDas ist unbestritten.
Zitat:Ich würde sogar behaupten, man müsste alle Fregatten in Zukunft mit einem aktiven HF-Schleppsonar ausrüsten, damit man (XL)-UUV zuverlässig von Überwassereinheiten aus orten kann und das über vernünftige Reichweiten hinweg.Ich bin wie du weißt nicht tief genug in der Sonar-Materie drin, um über Frequenzbereiche zu diskutieren, bin aber grundsätzlich auch der Ansicht, dass es auf jedem MSC ein Schleppsonar braucht, um einen ausreichenden Schutz vor Torpedos, UUV u.ä. zu erlangen. Aber im Rahmen der U-Boot-Jagd könnte ich mir vorstellen, dass die passive Seite zunehmend von darauf optimierten, unbemannten Plattformen geleistet wird, so dass der Einsatz der Schleppsonare auf Fregatten/Zerstörern zu diesem Zweck an Bedeutung verlieren wird.
Zitat:Ich persönlich sehe überhaupt keine Notwendigkeit mit Überwasserstreitkräften im Nordmeer zu agieren. Das Klima da oben ist für die Seekriegsführung die meiste Zeit des Jahres ein Graus und ich würde mich nicht dahin durchkämpfen wollen. Wozu auch? Welches militärische Ziel wäre dies wert?Das Nordmeer beginnt kurz hinter Schottland. Natürlich wird man bemannt nur soweit im Norden operieren wie nötig, aber angesichts der Reichweite U-Boot-gestarteter FK der Russen, halt ich eine Verteidigungslinie zwischen Bergen und Orkney für zu optimistisch.
Zitat:Ergo würde ich im Nordmeer massiv mit (XL-)UUV und Langstrecken-AShM wirken, eher so wie du.Das ist ja auch Teil des Konzeptes "Nordmeer-Area-ASW". Die erste Linien sind eigene U-Boote und XL-UUV/USV. Erst dahinter kommen die bemannten Plattformen mit den Helis.
Zitat:Ich sehe aber die Bedrohung auch im Atlantik. Irgendwann gibt es (XL-)UUV, die nicht durch GIUK durch müssen, sondern unter der Arktis durchtauchen.Hilf mir kurz geografisch auf die Sprünge: Wie kommt man von Russland in den Atlantik, indem man unter der Arktis durchtaucht?
Zitat:Oder sie werden verdeckt ins Einsatzgebiet verschifft und in Afrika in den Atlantik "entlassen"? Oder sie fahren von Wladiwostok aus Richtung Atlantik? Oder irgendwelche Rebellengruppen nutzen diese? Oder die (XL-)UUV lassen sich durch GIUK "durchsacken", wie ein Loch im Wasser?Das sind dann die Bedrohungen im IKM der Zukunft. Aber wie willst du im Atlantik UUV jagen? Das ist dann eine Frage des klassischen Konvoi-Geleitschutz. Ich halte es jedoch für nicht mehr zeitgemäß, dass wir unsere Mini-Marine auf diese Aufgabe hin ausrichten, da sie nur dann für uns zum Tragen kommt, wenn die Amis aktiv auf unserer Seite eingreifen. Und dann können die das besser selbst übernehmen, während wir eben die Nordflanke gegen U-Boote abriegeln.
Allerdings bin ich ja sogar der Ansicht, dass wir eben neben den Zerstörern noch eine Klasse von ein paar einfachen Geleitschutzfregatten benötigen.
Zitat:Im Endeffekt fährt die FDI das doch auch schon so - derzeit halt maximal 16 VLS mit Aster-15 oder Aster-30. Die neuesten FDI erhalten aber schon das Upgrade auf 32 VLS Zellen.Die FDI ist ja auch ein Positivbeispiel, zumindest was das angeht.
