15.03.2026, 16:47
(15.03.2026, 13:41)DeltaR95 schrieb: "Low" ist für mich etwas in der Ordnung der Martadinata. Die DW-3000F geht dann schon Richtung Medium.Also wenn das der Maßstab für low ist, dann ist ja schon die A-200 medium. (Somit wäre ich dann natürlich auch bei high/medium.) Wo ist dann die Grenze zu high?
(15.03.2026, 11:02)DeltaR95 schrieb: Wenn ihr hier diese Debatte zielgerichtet führen wollte, definiert euch ein Szenar einschließlich der Bedrohungen in Quantität und Qualität sowie die Einsatzart der Plattform (Einzelfahrer, Verband, etc).Das ist natürlich auf die Einzelsituationen bezogen richtig, aber es nützt ja nichts, ein einzelnes Szenario zu betrachten, wenn es um die Ausgestaltung der Flotte auf lange Sicht geht. Dafür braucht es eine Einschätzung der zu erwartenden Gefahrenlage, der Begleitumstände, der eigenen Ambitionen und Möglichkeiten etc. pp.
Und zumindest DPU und ich haben in den diversen Diskussionen hier ja aufgezeigt, welches Gesamtbild wir dahingehend für relevant erachten:
Wir erwarten für LV/BV eine Gefahr durch Russland, während sich die USA an einem entsprechenden Konflikt evtl. nicht beteiligen werden. Somit wird auf Deutschland eine erheblich gesteigerte Verantwortung an der Nordflanke zukommen. Ziele dort sind die Verhinderung einer russischen Kontrolle/Sperrung dieser Seegebiete sowie der Schutz der norwegischen Küste und der Infrastruktur bis GIUK und in die Nordsee hinein. Für die Hochseeflotte bedeutet das primär ASW im gesamten europäischen Nordmeer. Dort bestehen Bedrohungen durch U-Boote und weitreichende Waffen der Russen, so dass AAW ebenfalls relevant wird, um ASW und auch allgemein Schifffahrt dort betreiben zu können. Auf die Ostsee gehe ich jetzt mal nicht weiter ein.
Außerdem wird es weiterhin gewisse Aufgaben außerhalb von LV/BV geben, primär zur Sicherstellung des für unser Land essentiellen Welthandels auf den Seewegen. Für diese Aufgaben sehen wir eine erhebliche Erhöhung der Gefährdungslage, da asymmetrische Akteure inzwischen über erheblich wirkungsvollere Waffen verfügen, als das in der Vergangenheit der Fall war. Dementsprechend müssen dort durchsetzungsfähige Einheiten eingesetzt werden, auch wenn der Auftrag an sich das nicht direkt erfordert.
Wir sind außerdem kritisch gestimmt, was die Möglichkeiten einer erheblichem Erhöhung der Flaggenstöcke in der Flotte angeht, aufgrund spezifischer Umstände beim Personal.
Das ist im Großen und Ganzen das Szenario. Und aus dem ergeben sich die von dir genannten Bedingungen.
(15.03.2026, 11:02)DeltaR95 schrieb: Schiffe operieren im Kriegsfall nie als Einzelfahrer und nicht in jedem Einsatzszenar ist jede Bedrohung vorhanden. Deshalb baut man auch einen "Flotten-Mix".Ich denke, das ist der größte Knackpunkt in den unterschiedlichen Sichtweisen hier: die Frage nach Einzelfahrer oder Verband und die Einschätzung hinsichtlich der Verfügbarkeit von verbündeten Einheiten. DPU und ich tendieren dahingehend zu der Annahme, dass wir gerade im Nordmeer-LV/BV über keine ausreichende Anzahl von verbündeten Einheiten hoher Leistungsfähigkeit verfügen werden, um das dort erforderliche Kräftedispositiv im Rahmen klassischer U-Jagd-Verbände bereitstellen zu können. Daher tendieren wir diesbezüglich zum Einzelfahreransatz im Verbund mit MPA&UxV (Area-ASW) und somit auch zur volldimensionalen Befähigung aller Hochsee-Einheiten.
Zitat:Keine Marine der Welt kann sich auf allen Einheiten einen "AAW High" leisten, weil die Kosten dafür exorbitant sind sowohl für Beschaffung der Plattform als auch Unterhalt und Munition.Erstmal muss man natürlich nach unten irgendwo eine Grenze ziehen, sonst braucht man SM-3 auf einem CB90.
Aber was soll überhaupt eine "AAW High" sein? Für unsere Diskussion hier muss die Unterscheidung mMn darauf hinauslaufen, ob eine Einheit ein Gebiet, eine Einsatzgruppe, sich selbst oder gar nichts schützen kann.
Das bisherige Denken basiert aber auf der Annahme, dass es immer einen Verband gibt, in dem sich die Fähigkeiten der Einheiten gegenseitig ergänzen. Genau das halte ich aber für nicht mehr sichergestellt, bzw. nicht mehr ausreichend. Dafür haben wir (europäische NATO) nicht genug Kapazitäten, um die immer weitreichenderen Mittel der Russen auf ausreichend Abstand zu halten. Wir müssen mit weniger Schiffen insgesamt auskommen, um deutlich potentere Waffen abzuwehren als zu KK-Zeiten. Insbesondere an der Nordflanke. Bleiben wir dort beim bisherigen Flotten-Mix, wird der Gesamtumfang der eingesetzten Kräfte dort unzureichend sein.
Zitat:Braucht eine A-200DEU einen ASBM Layer, wenn es keine ASBM gibt, die eine Fregatte dieser Größte treffen könnte?Könntest du das ergänzen? Warum sollte eine A-200 unter den gleichen Einsatzbedingungen nicht getroffen werden können, ein größeres Kriegsschiff aber schon?
