Umfrage: Wohin wird Grönland künftig gehören?
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Wie bisher - zu Dänemark und damit zur EU
82.35%
14 82.35%
Grönland wird sich mehr nach Nordamerika orientieren
5.88%
1 5.88%
Grönland wird eine Position zwischen den Kontinenten einnehmen
11.76%
2 11.76%
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Grönland
Acht Jahre nach der Vereinbarung schwimmt immer noch amerikanischer Militärschrott in Grönland
DR (dänisch)
Umweltminister Magnus Heunicke traut sich trotz mehrjähriger Verzögerung nicht zu sagen, wann die Aufräumarbeiten abgeschlossen sein werden.
[Bild: https://asset.dr.dk/drdk/umbraco-images/...0%2C638%29]
Das Bild stammt aus dem Jahr 2021 und wurde auf der Basis Bluie West 3 auf der unbewohnten Insel Simiutaq aufgenommen. Auf dem Bild ist möglicherweise neuerer Müll zu sehen, der nicht unbedingt auf die amerikanische Präsenz zurückzuführen ist. Die USA errichteten während des Zweiten Weltkriegs mit Zustimmung Dänemarks Stützpunkte in Grönland. (Foto: © Forsvarsministeriets Ejendomsstyrelse)
Von
Lærke Bøgeholt Baltsen
Jonas Foldager
Heute um 13:24
https://www.dr.dk/nyheder/politik/otte-a...-groenland
Ölfässer, Chemikalien, Überreste alter Häuser und anderer Militärmüll liegen an vielen Orten in der grönländischen Natur herum.
Dieser Müll ist nicht neu. Er liegt dort schon seit Jahrzehnten. Es handelt sich nämlich um die Überreste von 17 ehemaligen amerikanischen Militärstützpunkten in Grönland.

Aber obwohl die Stützpunkte längst geschlossen wurden und Dänemark vor acht Jahren eine politische Vereinbarung getroffen hat, um nach den Amerikanern aufzuräumen, treibt an den meisten von ihnen immer noch Müll herum.

Bis heute wurden nur vier der 17 Stützpunkte vollständig aufgeräumt. Bei sechs von ihnen hat die Aufräumarbeit noch nicht einmal begonnen.

Dies geht aus einem Bericht des Umweltministeriums hervor, der P1 Morgen vorliegt.

Und das ist sehr kritikwürdig, meint Aaja Chemnitz, Mitglied des Folketing für die Partei Inuit Ataqatigiit (IA).
„Das ist nicht gut genug, denn die Vereinbarung lautete, dass überall aufgeräumt werden sollte“, sagt sie gegenüber P1 Morgen.
Im Jahr 2018 stellte die damalige Regierung 180 Millionen Kronen für die Aufräumarbeiten bereit, die insgesamt sechs Jahre dauern sollten. Deshalb wundert es Aaja Chemnitz, dass man noch nicht weiter gekommen ist. Vor allem wegen der ökologischen Folgen.
„Man hatte ja das Geld und man hatte auch die politische Aufgabe, die Aufräumarbeiten sicherzustellen“, sagt sie.
[Bild: https://asset.dr.dk/drdk/umbraco-images/...0%2C506%29]
Die Bilder stammen aus dem Jahr 2021 und wurden auf der Basis Bluie West 3 auf der unbewohnten Insel Simiutaq aufgenommen. Auf den Bildern ist möglicherweise neuerer Müll zu sehen, der nicht unbedingt auf die amerikanische Präsenz zurückzuführen ist. (Foto: © Forsvarsministeriets Ejendomsstyrelse)


Minister: Die Arbeiten dauern länger

Im Jahr 2023 führte das Umweltministerium eine Bewertung der Aufräumarbeiten durch. Darin heißt es, dass die Aufgabe „komplizierter und langwieriger als ursprünglich erwartet” gewesen sei.

Darüber hinaus hätten auch das Wetter, Covid-19, die Klärung der Eigentumsverhältnisse und die Einbeziehung der Kulturbehörden den Prozess verzögert, schreibt das Ministerium.

Dass jedoch nur vier von 17 Stützpunkten aufgeräumt wurden, ist laut Aaja Chemnitz nicht gut genug.

„Dann muss es wohl daran liegen, dass man nicht aufräumen will oder dass man es nicht ausreichend priorisiert hat”, sagt sie.
Das Umweltministerium versteht die Kritik gut. Aber die Arbeit dauert länger als erhofft, sagt Umweltminister Magnus Heunicke.
„Das sind leider die Umstände. Es hat nichts mit politischer Abneigung oder mangelnder Konzentration zu tun“, sagt er.
Laut dem Minister erschwert unter anderem das Wetter den Zugang zu den Gebieten, in denen sich der Müll befindet.

Im Jahr 2023 veröffentlichte die wissenschaftliche Zeitschrift Nature Communications einen Artikel über die Folgen der verlassenen Militäranlagen in Grönland, die als „ernsthafte Umweltbedrohung” bezeichnet werden. Dem Artikel zufolge drohen die alten Anlagen die Umwelt zu verschmutzen, da der Permafrost aufgrund des Klimawandels verschwindet.

Die Verschmutzung kann die Grönländer treffen, die in viel größerem Maße als andere vom Fischfang und der Jagd leben.
Doch obwohl die Regierung ihre eigene Vereinbarung längst überschritten hat, wagt der Umweltminister nicht zu sagen, wann die Arbeiten abgeschlossen sein werden.

Also weniger als 10-20 Jahre, aber näher kommen wir dem nicht?
– Ja, das ist wahrscheinlich richtig, aber ich würde sagen, dass es eine wichtige Priorität unter extrem schwierigen Bedingungen ist.

Die USA schickten den Müll weiter nach Dänemark

Die insgesamt 17 Stützpunkte stammen aus dem Zweiten Weltkrieg. Es waren die USA, die die Stützpunkte zur Unterstützung der Alliierten im Krieg mit Zustimmung Dänemarks errichteten.

Als 2018 die Mittel bereitgestellt wurden, erklärte der Wissenschaftshistoriker Kristian Hvidtfeldt von der Universität Aarhus, dass die USA mehrere Jahre lang deutlich gemacht hätten, dass sie mit der Säuberung nichts zu tun haben wollten. Deshalb landete die Rechnung auf dem Tisch Dänemarks.

Die Vereinbarung gilt nicht für Standorte, die noch in Betrieb sind, wie beispielsweise die Thule-Basis in Nordgrönland.
Hören Sie sich hier das gesamte Interview mit Umweltminister Magnus Heunicke an:
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