25.01.2026, 13:08
(25.01.2026, 04:28)muck schrieb: Mich würden unabhängige, wissenschaftlich fundierte Untersuchungen zur Frage interessieren, ob Grönland als Staat überhaupt eine tragfähige Zukunft hätte.
Meines Erachtens ja.
Zitat:Denn es scheint ja Konsens der grönländischen Mehrheitsgesellschaft zu sein, dass man die Bodenschätze und den Fischreichtum des Landes nur behutsam nutzen und keinesfalls ausbeuten will (viele der natürlichen Ressourcen Grönlands sind sowieso nicht wirtschaftlich nutzbar, und werden es vielleicht erst in hundert Jahren). Dadurch verknappt man jedoch die ohnehin geringen wirtschaftlichen Wachstumsmöglichkeiten.
Man könnte beim Status Quo bleiben und trotzdem wesentlich mehr verdienen wenn man den Fische verstärkt in Grönland selbst verarbeiten würde, das brächte einen erheblichen Mehrwert. Die Arbeitskräfte dazu fehlen aber weil sie durch dänische Zuwendungen im aufgeblähten öffentlichen Dienst eingesetzt werden.
Zitat:Die Geburtenrate reicht nicht zum Bevölkerungserhalt, es wandern mehr Leute ab als ein.
Die Demographie sieht trotzdem wesentlich besser aus als in fast allen EU-Staaten. Und Japan als Beispiel will in Zukunft fast ohne Zuwanderung auskommen, sogar viele wieder nach Hause schicken. Vermutlich würde sich die Geburtenrate sogar wieder erhöhen wenn Grönland den westlichen Einfluss eindämmen würde.
Zitat:Die meisten Personen sind im öffentlichen Dienst beschäftigt.
Ferner hat man aus vielfältigen Gründen das Problem hoher Sozial- und Gesundheitskosten, die zurzeit vom dänischen Steuerzahler getragen werden. Es stellt sich die Frage, wie Grönland aus eigener Tasche alle Aufgaben stemmen will, die auf einen unabhängigen Staat zukämen.
Was das Haupthemmnis für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist. Grönland hängt wie der Junkie an der Transfergeldnadel.
Zitat:Mir ist durchaus bewusst, dass viele Grönländer einen Groll aus kolonialer Zeit auf Dänemark hegen, und man hier also auch ideelle Aspekte in Rechnung stellen muss … aber dennoch, mein subjektiver Eindruck ist, dass die Grönländer durch eine Unabhängigkeit absolut nichts zu gewinnen und viel zu verlieren haben. Die Verbindung zu Dänemark ist so lose geworden, dass sie sich bis zu Trumps Drohungen kaum noch bemerkbar gemacht hat.
Auch Freiheit als Solche kann ein Gewinn sein.
Zitat:Es zeigt halt auch Donald Trumps mangelnde Strategiefähigkeit; hätte der Mann mehr als einen primitiven Raubtierverstand, hätte er die grönländische Sezession abgewartet, und dann ein Angebot gemacht, ohne all den Flurschaden.
Grönland hat keinerlei Pachteinnahmen aus den US-Militärbasen, weil Dänemark sie im Rahmen eines Abkommens mit den USA kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Für ein unabhängiges Grönland eine weitere Einnahmequelle. Mehr Möglichkeiten und Freiheiten für die USA gegen jährliche Pacht. Mit einer Milliarde USD per Anno hätte Grönland sogar mehr Geld zur Verfügung als durch die dänischen Transfers und könnte sie sinnvoll investieren. Eine wirtschaftlich fähige Regierung wäre dafür natürlich Voraussetzung.
