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Es ist für mich schwer ersichtlich, warum die EPC-Familie nicht eine entsprechend den französischen Anforderungen ausgestattete Variante hervorbringen sollte. Zumal der Vergleich mit der Gowind so auf Anhieb keine elementar unterschiedlichen Grundvoraussetzungen zum Vorschein bringt. (Oder irre ich da?)
Meine zugegebenermaßen wenig fundierte Einschätzung ist bisher, dass es vmtl. eine Mischung aus militärischen und industriellen Aspekten ist. Die Anforderungen der Flotte passen zeitlich nicht mit der EPC zusammen, während eine Gowind-basierte, rein nationale Alternative ggf. schneller zur Verfügung stünde. Das EPC-Programm verliert zugleich wirtschaftlich für Frankreich an Attraktivität, je mehr industrielle Teilnehmer es erhält und je geringer die potentielle eigene Abnahmemenge sein wird.
Persönlich würde ich mich fragen, wie groß denn die tatsächliche Leistungslücke zwischen der EPC und der FDI sein wird und ob es da unbedingt noch eine Klasse dazwischen braucht.
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(28.02.2026, 17:10)Broensen schrieb: Es ist für mich schwer ersichtlich, warum die EPC-Familie nicht eine entsprechend den französischen Anforderungen ausgestattete Variante hervorbringen sollte. Zumal der Vergleich mit der Gowind so auf Anhieb keine elementar unterschiedlichen Grundvoraussetzungen zum Vorschein bringt. (Oder irre ich da?) Es macht wenig Sinn ein zusätzliche (Klein)famillie einzufḧren; Die Gowin Klasse gibt es bereits, aber wie gesagt noch ist nichts entschieden.
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(28.02.2026, 17:16)voyageur schrieb: Es macht wenig Sinn ein zusätzliche (Klein)famillie einzufḧren; Die Gowin Klasse gibt es bereits Das ist aber eine rein industrielle Betrachtung, denn in der MN ist doch derzeit keine Gowind mehr aktiv. Insofern wird jede mögliche Klasse dort neu eingeführt werden. Aber eine Gowind könnte halt sicher günstiger und vor allem schneller zu bekommen sein als die multinational abzustimmende EPC.
Ich habe jetzt mal versucht, da durchzusteigen und hab' mir die " Patrouilleurs Hauturiers" nochmal näher angeschaut. Zwischen diesen und der FDI ist zwar noch Raum für ein kampfstarkes OPV, aber da kann es eigentlich keinen Bedarf für zwei weitere, unterschiedliche Klassen geben. Also müsste eine französische EPC auf jeden Fall allen Anforderungen genügen, die zwischen den PH und FDI bestehen, sonst ist der Programm-Ausstieg sicher sinnvoll, unabhängig von industriellen Interessen.
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(28.02.2026, 17:53)Broensen schrieb: Das ist aber eine rein industrielle Betrachtung, denn in der MN ist doch derzeit keine Gowind mehr aktiv. Insofern wird jede mögliche Klasse dort neu eingeführt werden. Aber eine Gowind könnte halt sicher günstiger und vor allem schneller zu bekommen sein als die multinational abzustimmende EPC.
Ich habe jetzt mal versucht, da durchzusteigen und hab' mir die "Patrouilleurs Hauturiers" nochmal näher angeschaut. Zwischen diesen und der FDI ist zwar noch Raum für ein kampfstarkes OPV, aber da kann es eigentlich keinen Bedarf für zwei weitere, unterschiedliche Klassen geben. Also müsste eine französische EPC auf jeden Fall allen Anforderungen genügen, die zwischen den PH und FDI bestehen, sonst ist der Programm-Ausstieg sicher sinnvoll, unabhängig von industriellen Interessen. Eine Gowind dürfte voraussichtlich kleiner und weniger stark bewaffnet sein.
Die Argumentation, dass keine der zwei EPC die Anforderungen erfüllen und man stattdessen Gowind beschaffen muss, ist halt einfach Quatsch.
Wer hohe Reichweite & Ausdauer will, kauft die ehemals französische EPC.
Wer eine vergleichweise stark bewaffnete Version will, kauft die italienische/spanische EPC.
Gerade weil die Franzosen eine hohe Reichweite & Ausdauer gefordert haben, haben sie ihre eigene Version der EPC entwickelt.
Diese schlägt eine Gowind um Längen.
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(28.02.2026, 18:21)HeiligerHai schrieb: Eine Gowind dürfte voraussichtlich kleiner und weniger stark bewaffnet sein.
Diese schlägt eine Gowind um Längen.
Es ist doch schön hier einen Foristen mit direktem Draht in den französischen Marinestab zu haben. Der schon Sachen kennt die noch gar nicht entschieden sind. Ich bewundere deine Kapazität Vermutungen als Tatsachen darzustellen
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(28.02.2026, 18:41)voyageur schrieb: Es ist doch schön hier einen Foristen mit direktem Draht in den französischen Marinestab zu haben. Der schon Sachen kennt die noch gar nicht entschieden sind. Ich bewundere deine Kapazität Vermutungen als Tatsachen darzustellen
"Long Range Multipurpose (LRM) version, with an extended endurance equipped with a variety of systems envisaged to ensure an adequate self-defence in selected warfare areas and capable of acquiring certain capabilities using agile modular configurations through the use of a versatile space reserved for this purpose (multi-mission bay)."
Das ist die französische Version der EPC.
Ich denke daher, dass die begründete Vermutung angebracht ist, dass die OPV-Version eines +3000 Tonnen & 110m Entwurfs einer Gowind in nichts nachstehen dürfte.
https://occar.int/our-work/programmes/mmpc/fact-sheet
(Quelle Zitat)
https://www.fincantieri.com/en/newsroom/...e-contract
(Quelle Spezifikationen)
Alles was man bezüglich der stärker bewaffneten Version der EPC hören durfte, klang ebenfalls nach einer leistungsstärkeren Lösung als der Gowind.
Selbst wenn wir annehmen, dass die EPC nicht besser ist: Sie ist keinesfalls schlechter.
Und demnach sehe ich keinen legitimen Grund, diese Kooperation jetzt ebenfalls wieder platzen zu lassen
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(28.02.2026, 19:11)HeiligerHai schrieb: Ich denke daher, dass die begründete Vermutung angebracht ist, dass die OPV-Version eines +3000 Tonnen & 110m Entwurfs einer Gowind in nichts nachstehen dürfte. Mir scheint das mit der Gowind auch eher industriepolitisch-medial ein Thema zu sein, so wie man in Deutschland direkt nach der MEKO-A200 geschrien hat, als die F126 Probleme machte. Es ist halt das am ehesten passende Muster des französischen Haus- und Hoflieferanten. Vorteile gegenüber der EPC beschränken sich mMn auf Preis und Zeit, weniger auf mögliche Leistung/Ausstattung. Aber da kann ich mich auch irren.
Zitat:Und demnach sehe ich keinen legitimen Grund, diese Kooperation jetzt ebenfalls wieder platzen zu lassen
Da habe ich auch irgendwie so ein Störgefühl. Was ist die Schwäche der EPC, die sich durch eine Anpassung der französischen Variante nicht lösen ließe?
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Ich verstehe eure "Panik"reaktion nicht. Natürlich ist es auch eine industrielle Entscheidung, wir produzieren Gowins in unterschiedlichen Versionen, also eine neue Schiffsklasse muss schon erhebliche Vorteile bringen.
Und ihr (und auch ich) ignoriert die genauen Aufgaben zB im Pazifik, auch dort müssen Unterwasserkabel geschützt werden, auch dort kann es Gefahren durch Minen geben, auch dort (vor allem dort) wird es Begleitdrohnen geben.
Wir werden nicht 5 Schiffsklassen im Pazifik stationieren, es wird nach Gemeinsamkeiten gesucht; es wird Kompromisse geben, weil am Ende muss es auch bezahlt werden. Kurz gesagt eine Generalstabsarbeit.
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(28.02.2026, 20:01)voyageur schrieb: Ich verstehe eure "Panik"reaktion nicht. Natürlich ist es auch eine industrielle Entscheidung, wir produzieren Gowins in unterschiedlichen Versionen, also eine neue Schiffsklasse muss schon erhebliche Vorteile bringen.
Und ihr (und auch ich) ignoriert die genauen Aufgaben zB im Pazifik, auch dort müssen Unterwasserkabel geschützt werden, auch dort kann es Gefahren durch Minen geben, auch dort (vor allem dort) wird es Begleitdrohnen geben.
Wir werden nicht 5 Schiffsklassen im Pazifik stationieren, es wird nach Gemeinsamkeiten gesucht; es wird Kompromisse geben, weil am Ende muss es auch bezahlt werden. Kurz gesagt eine Generalstabsarbeit. Dann freut es mich, dir mitteilen zu können, dass die EPC modular aufgebaut sein wird und da sehr vieles möglich wäre.
Ich warte noch auf eine Begründung, warum die Gowind etwas kann, was die EPC nicht kann.
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(28.02.2026, 20:11)HeiligerHai schrieb: Dann freut es mich, dir mitteilen zu können, dass die EPC modular aufgebaut sein wird und da sehr vieles möglich wäre.
Ich warte noch auf eine Begründung, warum die Gowind etwas kann, was die EPC nicht kann.
Seit wann muss man begründen, warum man nicht an der nächsten Projektphase teilnimmt
Zitat:Die Ankündigung von Fincantieri und Navantia kommt daher nicht überraschend. Die beiden Industrieunternehmen haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um das Projekt der zukünftigen europäischen Korvette gemeinsam zu koordinieren, und zwar über ein „Joint Venture, das anderen Partnern offensteht“.
Und die Italiener und Spanier machen ja weiter.
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(28.02.2026, 20:31)voyageur schrieb: Seit wann muss man begründen, warum man nicht an der nächsten Projektphase teilnimmt
Und die Italiener und Spanier machen ja weiter.
Warum müssen wir begründen, warum wir nicht an der nächsten Phase von FCAS mitmachen?
Merkste selber?
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(28.02.2026, 20:58)HeiligerHai schrieb: Warum müssen wir begründen, warum wir nicht an der nächsten Phase von FCAS mitmachen?
Merkste selber?
Müsst ihr ja gar nicht, einfach sagen das Ihr nicht mehr wollt.
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(28.02.2026, 20:01)voyageur schrieb: Ich verstehe eure "Panik"reaktion nicht. Da "uns" das vollkommen egal sein kann, seh' ich da gar keine Panikreaktion. Ich würde halt gerne verstehen, wie es dazu kommt, dass dieses eigentlich (zumindest von mir) sicher geglaubte europäische Projekt jetzt ausgerechnet von Frankreich aufgegeben wird. Ich hätte erwartet, dass die FREMM-Nationen + Griechenland eine sichere Bank dafür wären.
Zitat:Natürlich ist es auch eine industrielle Entscheidung, wir produzieren Gowins in unterschiedlichen Versionen, also eine neue Schiffsklasse muss schon erhebliche Vorteile bringen.
Aber das war doch von vornherein absehbar. Und die Änderung in den Anforderungen, hin zu leistungsstärkeren Schiffen, sprechen doch erst recht nicht für einen Schwenk hin zur Gowind. Müsste die nicht, um den Anforderungen zu entsprechen, nochmal erheblich weiterentwickelt werden? Die 3100 scheint ja nicht über die notwendige Reichweite zu verfügen, wenn ich das richtig gelesen habe.
Zitat:Und ihr (und auch ich) ignoriert die genauen Aufgaben zB im Pazifik, auch dort müssen Unterwasserkabel geschützt werden, auch dort kann es Gefahren durch Minen geben, auch dort (vor allem dort) wird es Begleitdrohnen geben.
Wir werden nicht 5 Schiffsklassen im Pazifik stationieren, es wird nach Gemeinsamkeiten gesucht; es wird Kompromisse geben, weil am Ende muss es auch bezahlt werden. Kurz gesagt eine Generalstabsarbeit.
Ist denn der Pazifik wirklich ein Thema für diese Klasse? Ich hätte die erwartet für die Gebiete im Südatlantik und dem Indischen Ozean. Setzt ihr in Polynesien auch OPVs dieser Größenordnung ein? Für Operationen im Pazifik hätte ich mindestens FDIs vermutet.
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(28.02.2026, 21:24)Broensen schrieb: Ist denn der Pazifik wirklich ein Thema für diese Klasse? Ich hätte die erwartet für die Gebiete im Südatlantik und dem Indischen Ozean. Setzt ihr in Polynesien auch OPVs dieser Größenordnung ein? Für Operationen im Pazifik hätte ich mindestens FDIs vermutet. Am Anfang steht die Infrastruktur, hier wurde vieles zugemacht, viel Land an die regionale Regierung zurüchgegeben; Ein neuse (duales) Dock zB wird es erst an 2030 geben.
Das Gebiet das geschützt werden muss
Zitat:40 % der französischen AWZ. Französisch-Polynesien erstreckt sich über eine Fläche von 2.500.000 km² Ozean (entspricht der Fläche Europas) ..
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Ich denke ich mache dazu einen Faden auf. Aber zuerst mache ich mich erst mal etwas schlauer; Bin nun mal Infanterie
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