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Europa im frühen Mittelalter - Erich - 05.09.2010 eigentlich rentiert es sich nicht, für einzelne archäologische Funde und das frühmittelalterliche Umfeld jeweils einen eigenen Strang aufzumachen, daher poste ich diese interessante Meldung mal unter einem gemeinsamen Thema: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/silbermuenzen101.html">http://www.ndr.de/regional/mecklenburg- ... en101.html</a><!-- m --> Zitat:Anklam: Außergewöhnlicher Silberschatz gefunden RE: Europa im frühen Mittelalter - Schneemann - 02.07.2021 Kein Grab in Ägypten oder in Persien, aber nicht weniger interessant. Einerseits, weil "lokal" vieles noch der Erforschung harrt, besonders in Bezug auf das frühe Mittelalter (ca. 6. bis 11. Jahrhundert) - das oftmals in der Forschung zwischen Antike und Hochmittelalter ein wenig stiefmütterlich behandelt wird -, andererseits weil auch ersichtlich wird, wie hoch entwickelt die Handwerkskunst in unseren Breiten während des sogenannten (rufgeschädigten) "finsteren Mittelalters" doch gewesen ist. Zitat:Archäologiehttps://www.zeit.de/news/2021-07/01/rund-1000-jahre-altes-kindergrab-aus-ottonen-zeit-entdeckt Schneemann. RE: Europa im frühen Mittelalter - Quintus Fabius - 15.07.2021 Das Frühmittelalter ist eigentlich der wahre Ursprung der Gegenwart, in dem sowohl die Grundlagen für Europa als auch die für alle weiteren Teile der Welt gelegt wurden. Vom Frankenreich aus dem sowohl Frankreich wie auch Deutschland, und ebenso auch Italien wie Spanien entstanden über die Ausbreitung des Islam und wo und auf welche Weise dieser zum Stillstand kam bis hin zur Inkorporierung der Reste der Antike in der Kirche und im Christentum. Vom Schild Byzanz der es Europa überhaupt erst ermöglichte sich eigenständig weiter zu entwickeln bis hin zum massiven Einfluss von Byzanz auf die Kultur, die Wissenschaft und die technologische Entwicklung in Europa im Weiteren. Schlußendlich wurzelt das Europa der Gegenwart wie die gesamte vom westlichen Kapitalismus geprägte Gegenwart weltweit im europäischen Frühmittelalter. Eine der interessantesten Entwicklungen im Frühmittelalter ist für mich immer die Ausbreitung der Normannen gewesen und welch erheblichen Einfluss diese dann auf die Entwicklung des Feudalsystems wie des Militärwesens in ganz Europa hatten. Ebenfalls direkte Erben des Frankenreichs von dem sie viel übernahmen konnten sie doch dem ganzen eine eigene Form aufzwingen und waren schließlich der Wegbereiter für das Hochmittelalter und gerade durch das normannische Königreich in Süditalien und Sizilien auch der erste Stein auf dem Weg Europas in die Neuzeit und die Drehscheibe über welche ein Gros der Errungenschaften der Antike wie des Orients nach Europa (zurück) kam. RE: Europa im frühen Mittelalter - Schneemann - 30.07.2021 @Quintus Zitat:Vom Schild Byzanz der es Europa überhaupt erst ermöglichte sich eigenständig weiter zu entwickeln bis hin zum massiven Einfluss von Byzanz auf die Kultur, die Wissenschaft und die technologische Entwicklung in Europa im Weiteren. Schlußendlich wurzelt das Europa der Gegenwart wie die gesamte vom westlichen Kapitalismus geprägte Gegenwart weltweit im europäischen Frühmittelalter.Das geht sogar noch über den "Schild" hinaus. Byzanz war nicht nur der Türsteher, der es den abendländischen Reichen - bei allem Zwist untereinander und bei allen Feudalstreitigkeiten - erlaubt hatte, sich in einer relativen Ruhe zu entwickeln, sondern auch ein Kulturmittler. Vieles, was in der Antike erdacht wurde, blieb in den ersten Jahrhunderten nach Christus tatsächlich auf der Strecke (insofern waren die letzten Jahre Westroms und die Übergangsphase zw. 5. und 8. Jhd. tatsächlich recht finster), wurde aber in Byzanz konserviert - auch unter Mithilfe der bzw. durch Kontakte zur islamischen Welt - und dann später quasi wieder nach dem Abendland eingespeist (wenngleich, das muss man fairerweise sagen, natürlich das Papsttum ggü. Byzanz teils äußerst feindselig eingestellt war). Zitat:Eine der interessantesten Entwicklungen im Frühmittelalter ist für mich immer die Ausbreitung der Normannen gewesen und welch erheblichen Einfluss diese dann auf die Entwicklung des Feudalsystems wie des Militärwesens in ganz Europa hatten....Ein sehr interessanter Aspekt, vor allem wen man bedenkt, wie weit sich die Normannen ausgebreitet hatten. Sie fuhren ja nicht nur englische, deutsche und französische Flüsse hoch und belagerten Orte im Binnenland, sondern drangen über Gibralter auch ins Mittelmeer vor und eroberten ab ca. dem Jahre 1000 auch Sizilien bzw. Süditalien (was viele übrigens gar nicht wissen - und dann immer komisch gucken, wenn man von Wikingern in Süditalien erzählt). Hochinteressant auch die Reisen von Normannen über die russischen Seen und Flüsse (zumeist ausgeführt Dänen und Schweden), also grob via Nowgorod, Peipus-/Ladogasee und dann meistens über den Dnjepr bis zum Schwarzen Meer und von dort nach Byzanz (wo Normannen eine Art Elite-Söldner-Funktion wahrnahmen). Es finden sich teils auch sehr dramatische Erzählungen, wie z. B. die damaligen Stromschnellen ab Saporoschschje von den Normannen überwunden wurden. Wenn man so will, waren sie wahre Kulturbringer bzw. zumindest Entdecker und auch Handel treibende Kontaktgeber zwischen den nordischen Völkern, dem Mittelmeerraum und Russland. Und das war übrigens nicht einseitig: In Schweden hat man in Wikingergräbern immer wieder Münzen aus dem arabischen Raum gefunden. Es muss also einen regen Austausch gegeben haben, der über das "Schädelspalten" hinausging. Schneemann. |