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- Milli - 26.06.2006

Türken im Iran: Vergangenheit und Gegenwart Südaserbaidschans

Aserbaidschaner und andere Türken im Iran

Die aserbaidschanischen Türken (abkürzend auch Aserbaidschaner oder Azeri) sind ein Turkvolk, welches vorwiegend im Kaukasus und im Iran lebt und mehrheitlich dem schiitischen Islam angehört. Aserbaidschanisches Türkisch ist ein Dialekt des Oghuz-Türkisch, das auch in der Türkei gesprochen wird. Die aserbaidschanischen Türken werden im Iran oder auch in anderen Ländern deswegen nicht Aserbaidschaner genannt sondern als Türken bezeichnet.

Obgleich die aserbaidschanischen Türken ethnische Türken sind und ihre Muttersprache, Kultur, Trachten und Volksmusik Türkisch sind, werden sie vom offiziellen Iran jedoch als "Azaris" bezeichnet. Dies begründet man mit der These, dass die "Azaris" nach der Eroberung des heutigen Irans durch die seldschukischen Türken und während ihrer relativ kurzen Herrschaft von 1038 bis 1194 türkisiert bzw. zwangsassimiliert wurden und ursprünglich kein Turkvolk sondern wie die Perser Arier waren. Diese These wird so vehement forciert, dass sie wider besseres Wissen sogar in renommierte Enzyklopädien aufgenommen wurde. Selbst der als "Reformer" bekannte ehemalige iranische Staatspräsident Hatemi (Khatami) meinte, dass es im Iran keine Ethnien gäbe, alle Einwohner Arier und deren Muttersprache Persisch sei.

Aserbaidschan hat eine alte und wechselhafte Geschichte. Die genauen Anfänge aserbaidschanischer Staatlichkeit sind umstritten, sie liegen um 340 v. Chr. Zu dieser Zeit setzte Alexander der Große den Statthalter (Satrap) Atropates im Süden der heutigen Republik Aserbaidschan ein. Dieser schuf einen selbstständigen Staat, der nach ihm Atropatene benannt wurde. Der heutige Name Aserbaidschan leitet sich von diesem Wort ab.

Des Weiteren ist vielen Aserbaidschan nur unter der ehemaligen Sowjetrepublik im Südkaukasus bekannt, jedoch leben die meisten aserbaidschanischen Türken in Südaserbaidschan, im Nord-Westen des heutigen Iran in den Provinzen Westaserbaidschan (Hauptstadt Urmia), Ostaserbaidschan (Hauptstadt Täbris), Ardebil, Hamadan, Zandschan und Kazwin.
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Der Iran ist viereinhalb Mal so groß wie Deutschland und ein multiethnisches Land mit verschiedenen Völkern. Die größte Minderheit unter den 69 Millionen Iranern, von denen lediglich knapp die Hälfte Perser sind, stellen dabei die Türken, die sich in folgende miteinander sprachlich eng verwandte Hauptgruppen unterteilen: aserbaidschanische Türken, Kaschkai-Türken, Afschar-Türken und Khorasan-Türken. Dem iranischen Innenministerium nach sind 25 % (ca. 17,5 Millionen) der iranischen Bevölkerung aserbaidschanische Türken. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch höher liegen. Man schätzt die Zahl der Türken im Iran auf über 25 Millionen, demnach ca. 36 %.
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Geschichte der aserbaidschanisch-türkischen Dynastien "Persiens"

Seit Jahrhunderten regierten türkisch- bzw. aserbaidschanisch-schiitische Dynastien das im Westen als Persien bekannte Reich, obwohl diese Bezeichnung das antike Persien meint und die Herrscher das Reich nie Persien sondern stets mit dem Namen der herrschenden Dynastie bezeichneten. Aserbaidschanisch-türkische Dynastien haben das Land ab 1501 mit Schach Ismail I. (Schah Hatayi) als Gründer der Safawiden-Dynastie bis 1925 mit Ahmad Mirza Schah als letzten Schah der Kadscharen-Dynastie regiert. Im Westen sind besonders die aserbaidschanischen Dichter Fuzuli (1495-1556) sowie Nizami (1141-1209) für Ihre Werke "Leila und Madschnun" und "Haft Paykar" (Sieben Prinzessinnen) bekannt, obgleich man auch diese fälschlicherweise als persische Dichter bezeichnet.

Die Teilung Aserbaidschans 1828

Im Jahre 1804 stürzte die Hegemonialmacht England das aserbaidschanisch-türkische Kadscharen Reich im Krieg mit dem russischen Zarenreich. 1828 wurde das Land geteilt und der Norden durch Russland annektiert. Seither unterscheidet man zwischen Nord-Aserbaidschan (die Kaukasusrepublik mit Baku als Hauptstadt) und Süd-Aserbaidschan (die iranischen Provinzen). Wenn im Folgenden von Aserbaidschan die Rede ist, ist Südaserbaidschan, also iranisch-Aserbaidschan gemeint und wir werden ferner die Abkürzung Aserbaidschaner statt aserbaidschanische Türken verwenden.

Die persische Pahlawi-Dynastie und die Zeit bis 1941

Die gewaltigen Änderungen des politischen und sozialen Lebens in Nordaserbaidschan durch die russische Besatzung wirkten sich im Südteil kaum aus. Bis zur Errichtung der persischen Pahlawi-Dynastie im Jahre 1925 war Aserbaidschan eines der bedeutendsten Zentren wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Lebens gewesen. Auf Grund seiner geographischen Nähe zu Europa und intensiven Kontakts zu Intellektuellen in der Türkei und Russland besaß Aserbaidschan bei der Verbreitung moderner Ideen eine herausragende Sonderstellung. So ging beispielsweise 1905 die konstitutionelle Revolution unter Sattar Khan und Bagher Khan von Aserbaidschan aus. Sie richtete sich gegen die willkürliche Herrschaft der Kadscharen und errichtete eine konstitutionelle Monarchie mit einer modernen Verfassung, die der belgischen Verfassung nachgebildet war. Innerhalb "Persiens" befand sich Aserbaidschan in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht in einem normalen Entwicklungsstadium.

Dies sollte sich jedoch mit der Errichtung der persischen Pahlawi-Dynastie im Jahre 1925 grundlegend ändern. Rezah Schah, der Begründer dieser Dynastie, konstituierte eine Terrordiktatur, die parallel zur allgemeinen Unterdrückung der Bevölkerung das Ziel hatte, ein zentralistisches Regime zu erschaffen und die Kulturen der nicht-persischen Bevölkerungsgruppen zu vernichten. Rezah Schah ging hierbei mit einer beispielslosen Härte vor. So durften die Aserbaidschaner ihre Muttersprache an offiziellen Stellen nicht mehr sprechen. Die persische Sprache wurde zur offiziellen Staats- und Verwaltungssprache sowie zur einzigen Mediensprache erhoben. 1935 setzte er schließlich durch, dass das Land international nicht mehr Persien sondern Iran (Land der Arier) genannt wurde.

Die folgenden Zitate sind bezeichnend für die die Stimmung, die damals im Iran gegen die Aserbaidschaner künstlich erzeugt wurde. Im Zusammenhang mit dem Verbot des aserbaidschanischen Türkisch äußerte sich der von der Teheraner Zentralregierung ernannte persische Kulturverantwortliche Mohseni wie folgt: "Wer sich auf Türkisch unterhält, der muss mit einer Leine um den Hals in den Kuhstall gebracht werden." Der damalige persische Gouverneur der Provinz Aserbaidschan, Abdollah Moustofi, fällte folgendes Urteil über die Aserbaidschaner: "Die Aserbaidschaner sind Türken. Für die Errichtung der konstitutionellen Bewegung haben sie Gras gefressen. [Gemeint sind die Hungersnöte um 1905] Jetzt fressen sie ab und zu immer noch Gras und so dienen sie dem Iran."

Die Beherrschung der persischen Sprache war von nun an Grundvoraussetzung zum sozialen Aufstieg. Wer kein Persisch sprach, und das war mit den Türken die Hälfte der Bevölkerung, hatte keine Chance eine Stelle an staatlichen Institutionen zu bekommen. Medien auf Aserbaidschanisch wurden verboten. Es begann eine von der Teheraner Zentralregierung gesteuerte Propaganda gegen aserbaidschanische Bevölkerungsteile. Selbst Aserbaidschaner, die des Persischen mächtig waren, wurden in aller Öffentlichkeit wegen ihrer Aussprache als "halbzivilisiert" stigmatisiert. Die Hetze gegen die aserbaidschanische Kultur und Sprache ging soweit, dass sich einige "Wissenschaftler" dazu berufen fühlten, für die Ausrottung der aserbaidschanischen Sprache und Kultur besonders wirksame Konzepte zu entwickeln. Ein äußerst verwerfliches Konzept, des "Wissenschaftlers" Dr. Mahjar Nawabi sah beispielsweise vor, aserbaidschanische Kinder von ihren Eltern zu trennen und in rein persischsprachigen Regionen in Pflegefamilien zu geben, um so jeglichen Kontakt zur aserbaidschanischen Sprache zu verhindern. Das Ziel des Schah-Regimes war, die alte Kultur eines gesamten Volkes komplett auszurotten.

Die Abdankung Rezah Schahs und die kurze Periode der Freiheit bis 1946

Parallel zur kulturell-sprachlichen Unterdrückung begann die sozio-ökonomische Vernachlässigung Aserbaidschans. Investitionen in Aserbaidschan blieben fast völlig aus. Ziel war es offensichtlich, die aserbaidschanischen Bourgeoisie und Basaris (Händler) zur Auswanderung in persische Städte zu zwingen. Doch bevor dieses Vorhaben vollständig verwirklicht werden konnte, musste Rezah Schah im September 1941 auf Druck der alliierten Mächte, die Iran in der Zeit des Zweiten Weltkrieges besetzt hatten, abdanken. Rezah Schah hatte auf freundschaftlicher Basis mit dem nationalsozialistischen Deutschland und Hitler kooperiert. Nach der Besetzung Irans durch die Alliierten und der Abdankung Rezah Schahs zugunsten seines Sohnes Mohammed Rezah Schah begann eine kurz währende Periode der politischen Freiheit. In Aserbaidschan wurde das Benutzungsverbot der aserbaidschanischen Sprache in der Öffentlichkeit aufgehoben und es erschienen wieder Medien in Aserbaidschanisch. Die Unterdrückung der Aserbaidschaner zur Zeit Rezah Schahs führte zu einer starken national-freiheitlichen Strömung in Aserbaidschan. 1945 rief der Vorsitzende der neu gegründeten Demokratischen Partei Aserbaidschans, Seyed Djafar Pishawari, die Nationale Regierung Aserbaidschans im Iran aus. Vorrangiges Ziel der neuen Regierung war vor allem die regionale Autonomie Aserbaidschans, sowie die Befreiung von der einseitig-persischen Kultur- und Wirtschaftspolitik. In der Grundsatzerklärung der Demokratischen Partei Aserbaidschans werden die Standpunkte zum Ausdruck gebracht, dort heißt es: "Auf aserbaidschanischen Boden leben 5 Millionen Menschen, die sich zu ihrer eigenen Identität bekennen. Sie haben für sich ihre eigene Sprache, andere Gepflogenheiten und Traditionen. Dieses Volk sagt, wir wollen die iranische Souveränität und Integrität bewahren, aber bei der Verwaltung unserer eigenen Angelegenheiten frei vorgehen." Als die Alliierten den Iran im Mai 1946 verließen, wurde zwischen Aserbaidschan und der Teheraner Zentralregierung ein 10-Punkte Abkommen abgeschlossen - demnach blieb Aserbaidschan unter Gewährung von Autonomie ein Teil des Irans und Aserbaidschanisch wurde als offizielle Sprache beibehalten. Die Teheraner Regierung hielt sich jedoch nicht lange an diesen staatsrechtlich verbindlichen Vertrag. Bereits im November 1946, also 6 Monate später, marschierten Militäreinheiten der iranischen Zentralregierung in Aserbaidschan ein und töteten zehntausende Aserbaidschaner und plünderten das Land. Der amerikanische Rechtsgelehrte William Douglas, der ein Zeuge des brutalen Vorgehens der zentralen Armeeeinheiten gewesen war, schilderte folgendes über das Geschehen: "Als die iranische Armee in Aserbaidschan einrückte, verursachte sie Angst und Schrecken. Die Soldaten fingen an zu plündern, sie nahmen alles, was sie konnten, in ihren Besitz. Das Vorgehen der russischen Soldaten war gemäßigter gewesen als das zügellose Treiben der kaiserlichen Armee. Diese schrecklichen Tage werden wohl immer in der Erinnerung der Aserbaidschaner bleiben. In Aserbaidschan wurden die Viehherden der Bauern geraubt. Mädchen und Frauen wurden vergewaltigt.
Die Mission der iranischen Armee sollte zwar die Befreiung Aserbaidschans [so lautete damals die offizielle Parole] sein, aber sie plünderten die Menschen aus und hinterließen ein Bild des Todes und der Vernichtung"

Nachdem die kaiserliche Armee die linksgerichtete Nationale Regierung Aserbaidschans schließlich stürzte, wurden die Repressalien wieder erheblich intensiviert. Besonderes Augenmerk verdient die Tatsache, dass kurz nach dem Sturz in großem Umfang öffentliche Bücherverbrennungen aserbaidschanischer Literatur stattfanden, alles Aserbaidschanische wurde entweder dämonisiert oder verächtlich gemacht. Gleichzeitig mit dem neuerlichen Verbot der aserbaidschanischen Kultur und Sprache in öffentlichen Institutionen begann die Periode der Assimilation und des Wirtschaftskrieges. Mitte der sechziger Jahre und Anfang der siebziger Jahre war die antiaserbaidschanische Stimmung im Iran dermaßen akut, dass bereits der Besitz eines in Aserbaidschanisch geschriebenen Buches oder der Besitz von aserbaidschanischer Musik auf Kassette als Beweis für separatistische Absichten galt. Für Millionen aserbaidschanische Bürger im Iran wurde kein einziges Radio- oder Fernsehprogramm angeboten. Die systematische Diskriminierung der Aserbaidschaner ging soweit, dass viele ihre eigene Nationalität anfingen zu leugnen.


- Milli - 26.06.2006

Der wirtschaftliche Niedergang Aserbaidschans nach 1946

Aserbaidschan, das vor der Pahlawi-Dynastie aufgrund seiner geopolitischen Lage zu den wichtigsten Industrie- und Handelszentren gezählt hatte, verwandelte sich nun in eine der unterentwickeltsten Provinzen im Iran. Die Anzahl der Industrieanlagen und Neuinvestitionen war im Vergleich zu anderen bevölkerungsmäßig gleichstark-persischen Provinzen drastisch geringer.

Die im Jahre 1960 vom Ministerium für Industrie und Bergbau herausgegebene Gesamtstatistik über die Industrie des Landes verdeutlicht ebenso die katastrophale Situation der aserbaidschanischen Wirtschaft:
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Wie aus dieser Tabelle ersichtlich wird, nahm in Aserbaidschan die Industrie im Vergleich zu anderen Provinzen die letzte Stelle ein und das trotz der Tatsache, dass sie bevölkerungsmäßig die gleiche Dichte wie die Zentralprovinz aufwies. Ebenso vernachlässigt wie die Industrie war der landwirtschaftliche Sektor. Die Zeitschrift Khandaniha schrieb dazu in der 7. Ausgabe vom Jahre 1960: "In Aserbaidschan sind die Methoden der Bebauung, des Dreschens und der Ernten wie vor tausend Jahren." Im Mai 1964 schrieb die in Persisch erscheinende Zeitung "Ferjade Aserbaidschan": "Man muss gestehen, dass von den in Aserbaidschan vorhandenen Industrieanlagen einige in Folge mangelhafter Instandsetzung der Maschinen oder Misswirtschaft kurz vor der Schließung stehen."

Die unzumutbaren Umstände veranlassten die Landbevölkerung massenweise zur Flucht in die persischen Großstädte. Intellektuelle und Basaris (Händler), also große Teile der Mittelschicht, flohen scharenweise aus Aserbaidschan. Parallel zur Bevölkerungsflucht kam es zu einer großen Kapitalflucht. Milliarden von Rial (iranische Währung) flossen mit den aserbaidschanischen Binnenmigranten in die persischen Städte. Die systematische Benachteiligung und Verwüstung des aserbaidschanischen Wirtschafts- und Kultursektors hat sich nach der islamischen Revolution im Jahre 1979 nicht etwa verbessert, sondern verschlechtert. Die kulturellen und sprachlichen Beschränkungen der Pahlawi-Dynastie wurden aufrechterhalten und durch den Gottesstaat ergänzt. Der Oberste Religiöse Führer des Irans, Ayatollah Khamanei, ist beispielsweise ein Aserbaidschaner, der als oberste religiöse Autorität den supranationalen Islam, der nicht nach Ethnie unterscheidet, für die persische Assimilation missbraucht und bei einem Besuch in den aserbaidschanischen Provinzen Plakate hat niederreißen lassen, auf denen er in aserbaidschanischem Türkisch willkommen geheißen wurde.

Gründe für die persische Unterdrückung

Doch wozu der ganze Aufwand, was ist der Zweck dieser offensichtlichen Benachteiligung Aserbaidschans? Weshalb wurden zig Millionen Aserbaidschanern ihre Sprache und Kultur faktisch verboten? Wieso soll die Identität eines ganzen Volkes ausgelöscht werden? Hierzu sollte man wissen, dass die ethnische Benachteiligung der Aserbaidschaner und anderer Volksgruppen im Iran ihren Ursprung wie bereits erwähnt in der Pahlawi-Dynastie hat. Rezah Schah war ein ideologischer Anhänger Hitlers und der Idee des arischen Übermenschen. Für Rezah Schah waren die Perser die Herrenrasse. Dies wird besonders durch die 1935 erfolgte Änderung des Landesnamens deutlich, welche durch die NS-Diktatur in Deutschland inspiriert wurde und zur Einführung des seit Jahrtausenden nicht mehr gebräuchlichen Landesnamens Iran (Land der Arier) führte. Die Kultur der anderen nicht-persischen Völker Irans galt als minderwertig und gehörte somit ausgerottet. Diese Meinung wird noch heute von vielen so genannten persischen Intellektuellen und staatlichen Würdenträgern offen propagiert.

Die Propagandisten der Assimilationspolitik versuchen ihre Vorgehensweise gegenüber den Aserbaidschanern jedoch damit zu begründen, dass "Im Falle der Zulassung von mehreren Sprachen die nationale Einheit Irans geschwächt würde". Doch ignorieren diese Leute, dass die Aserbaidschaner und Perser seit vielen Jahrhunderten im Iran zusammenleben und dass eine Vielfalt von Kultur nicht Rückschritt sondern Fortschritt bedeuten kann.

Momentaufnahme

Wie kann die gegenwärtige Situation der Aserbaidschaner im Iran als Momentaufnahme beschrieben werden: Aserbaidschan ist ein seit 1828 geteiltes Land. Mit den Aserbaidschanern und anderen türkischen Minderheiten gibt es über 25 Millionen Türken, die zusätzlich zur allgemeinen politischen Unterdrückung einer kulturell-wirtschaftlichen Unterdrückung unterliegen. Über 25 Millionen Menschen, die keine Möglichkeit haben in öffentlichen Schulen ihren Kindern die Muttersprache beizubringen, die keine wirkliche Möglichkeit haben eine Zeitung in ihrer Sprache zu lesen oder einen Film in ihrer Sprache zu sehen. Zwar sieht Artikel 15 der iranischen Verfassung vor, dass die verschiedenen Volksgruppen im Iran das Recht auf muttersprachliche Schulen haben. Doch liegt hier der wohl krasseste Widerspruch von Verfassungsanspruch und Verfassungswirklichkeit. Es stellt sich daher die Frage, wie sich das durch Rezah Schah künstlich geschaffene Nationalitätenproblem lösen lässt. Entsteht vielleicht ein zweites Jugoslawien? Können die verschiedenen Völker im Iran gleichberechtigt und in gegenseitiger Achtung miteinander leben und wird die hauptsächlich aus Persern bestehende politische Elite in Teheran bereit sein, die nationalen und kulturellen Rechte der anderen Völker anzuerkennen? Wird diese Elite bereit sein, bedingt durch die Partizipation anderer Volksgruppen an der Regierung, auf einen Teil ihrer Macht zu verzichten?

Persische Lösungsansätze

Hinsichtlich dieser Fragen existieren bei den oppositionellen persischen Gruppen drei Meinungsrichtungen. So vertritt eine vorwiegend von konservativen Kreisen vertretene Gruppe die Ansicht, dass im Iran überhaupt keine verschiedenen Kulturen und Völker existieren. Eine Anerkennung der "nicht-existenten" Völker Irans und die Gewährung von Minderheitenrechte würden zwangsläufig zu einer Gefährdung der territorialen Integrität Irans führen. Folglich muss jeder Versuch, die Rechte eines "nicht-existenten" Volkes einzufordern, mit Gewalt beendet werden.

Eine zweite Meinungsströmung vertritt die Ansicht, man dürfe die ethnisch vielfältige Zusammensetzung Irans zwar nicht offiziell anerkennen, jedoch sollten den verschiedenen Provinzen das Recht der regionalen Selbstverwaltung unter der Kontrolle Teherans eingeräumt werden.

Die Anhänger der dritten Ansicht befürworten die Anerkennung der Existenz verschiedener Völker im Iran und das Prinzip der Selbstbestimmung. Sie sprechen sich sogar für das Recht auf die Gründung eines eigenen souveränen Staates aus. Nach Meinung dieser Gruppe kann keine Nation mit Hilfe von Gewalt zum Verbleib im Iran gezwungen werden. Bei einem freiwilligen Verbleib im Iran solle ein föderatives System entstehen. Denn ohne Einführung eines dezentralistischen Systems könne von Demokratie keine Rede sein.

Aserbaidschanische Lösungsansätze

Hinsichtlich der Problemlösung der aserbaidschanischen Frage werden von aserbaidschanischen Intellektuellen hauptsächlich zwei Meinungen vertreten. Für einen Teil der Intellektuellen ist der Iran ein "Gefängnis der Völker". Die politische Führung besitze aufgrund fehlender demokratischer Tradition und aufgrund der Machtgier nicht die Fähigkeit, einen Schritt in Richtung Demokratie zu gehen. Folglich seien die Unterdrückung der demokratischen Rechte und die Assimilationspolitik gegenüber anderen ethnischen Minderheiten eine logische Vorgehensweise der politischen Eliten. Der einzige Weg aus diesem Zustand sei die endgültige Abtrennung Aserbaidschans vom Iran. Die Anhänger dieser Meinung treten zudem für die Wiedervereinigung Südaserbaidschans mit Nordaserbaidschan ein.

Ein anderer Teil der aserbaidschanischen Intellektuellen sieht die Zukunft Aserbaidschans zwar im Iran, jedoch ausschließlich unter der Bedingung der Gewährung von autonomer Selbstverwaltung im Rahmen eines demokratisch-föderativen Staatssystems. Als Begründung wird angeführt, dass die Aserbaidschaner schon seit Jahrhunderten mit den anderen Völkern Irans zusammenleben. Darüber hinaus leben über 10 Millionen Aserbaidschaner in Teheran und anderen persischen Städten, die von einer Loslösung vom Iran nicht profitieren würden. Ein föderativer iranischer Staat müsse als Grundlage den freiwilligen Zusammenschluss aller im Iran lebenden Völker haben. Den Aserbaidschanern müsse eine regionale Selbstverwaltung eingeräumt werden und in Fragen der Außen- und Innenpolitik ein gleichberechtigtes Mitspracherecht. Des Weiteren müsse die aserbaidschanische Sprache auch als offizielle Sprache Irans proklamiert werden.

Schlusswort

Welcher dieser oben genannten Ansichten nun der als vernünftigste der Vorzug zu geben ist, vermag der Autor wegen der Komplexität der mögliche Entwicklungsszenarien, nicht zu sagen. Eins jedoch steht fest: es ist für das 21. Jahrhundert unvorstellbar, dass ein 25 Millionenvolk fast vollständig seiner Identität beraubt wird. Das Recht, dass die eigenen Kinder ihre Muttersprache in der Schule lernen, das Recht, dass man Zeitungen in seiner Muttersprache veröffentlichen darf und das Recht, für seine Herkunft nicht verächtlich gemacht zu werden sind unveräußerliche Menschenrechte. Die Aserbaidschaner sind eine alte Kulturnation. Seit nun 80 Jahren werden sie zunehmend ihrer nationalen- und kulturellen Rechte beraubt. Im Ausland wird dies aufgrund der friedlichen aserbaidschanischen Opposition, welche anders als andere Gruppierungen nicht zu den Waffen gegriffen hat, ignoriert. Die westliche Diskussion bezüglich des Iran dreht sich vornehmlich um die "Achse des Bösen" und den Gottesstaat, jedoch nicht um seine Völker. Sollten den über 25 Millionen Aserbaidschanern und anderen Türken ihre Rechte nicht gewährt werden, so sieht der Iran und die Region einer ungeahnt konfliktreichen Zukunft entgegen, denn der Widerstand unter den Aserbaidschanischern gegen den Assimilationsprozess wird von Tag zu Tag stärker. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieser hauptsächlich von Intellektuellen und Studenten getragene Widerstand zu einer Massenbewegung wird.

Leider hatte ich dies nur als Text auf meinem Rechner und daher tut es mir leid, dass ich hier alles reinsetzen musste, sollten sich die Admin's/Mod durch diesen langen Text gestörrt fühlen entschuldige ich mich bei allen Usern hier natürlich und bitte die Admin/Mod's diesen Text einfach zu löschen, bei intresse würde ich es in diesem Fall per PN verschicken, danke für ihre Verständniss.

Mit freundlichen Grüssen
Milli



- Timur - 27.06.2006

also ich muss sagen wenn ich aserbaidschanisches tv ansehe (aus aserbaidschan) dann muss ich sagen das die grammatik und das vokabular stark dem türkei türkischen entspricht (im vergleich zu anderen turksprachen vom höhren her sind mir persöhnlich nur die irakischen turkmenen bekannt die noch verständlicher sprechen, kasachisch uyguhrisch usbekisch sind da schon viel unverständlicher) wobei es natürlicha uch viele unterschiede im azeri türkisch gibt.. sofern sie nicht sehr schnell sprechen versteht man sehr viel

nun stellt sich die frage inwiefern die azeris im iran iranisiert wurden und sich von den azeris in aserbaidschan unterscheiden..

ehrlich gesagt hab ich das schon oft irgendwo gelesen/gehört das man den azeris ihre herkunft absprechen will, genauso wie man in der türkei sagte kurden wären bergtürken und es gebe sie nicht..

mag wohl sein das sich viele iranische azeris durch religiösische zugehörigkeit dem iran sehr nah fühlen jedoch wenn sich religion und nationalismus paart kann es sehr schnell umschwenken dann verbindet dann die religiöse zusammengehörigkeit nicht mehr..

aber das genze geschwafel ob sie denn umgedrehte iraner oder sonst was wären ist schwachsinn, das ist nichts anderes als nationalistischer schönmalerei weil man es nicht in seiner verblendung akzeptieren kann das es andere gibt.. denn der gedanke eine "reinrassige nation" zu sein und viele gebiete damit für sich zu beanspruchen ist doch verlockend genug..


- Timur - 29.06.2006

@milli du bist azerbaidjaner und dein vater iransicher azeri du musst doch selber was zur sprache sagen können wie spricht dein vater und wie deine mutter? oder ist es gleich?


- Milli - 29.06.2006

Zitat:Timur postete
@milli du bist azerbaidjaner und dein vater iransicher azeri du musst doch selber was zur sprache sagen können wie spricht dein vater und wie deine mutter? oder ist es gleich?
Hallo Timur,

Die Sprache ist sich defitiv identisch und die Frage oder die Behauptung von den Perser'n war, ob das Türkei-Türkisch(Hoch-Türkich) und das Azeri-Türkisch sich ähneln und darauf hatte ich meine Antwort ja gegeben.

Hier mal ein Beispiel:

"Welche Begriffe existieren für den Galopp beim Pferd"

Auf türkisch übersetzt für vergleich:

[Bild: http://img305.imageshack.us/img305/7686/tfhffth2ix.png]

Also die Sprache ist sich sehr identisch.

MfG
Milli


- Timur - 29.06.2006

mir ging es mehr darum wie sich iran-azerbaidschanisch und azerbaidschan-türkisch sich ähneln ob es da unterschiede gibt (ich gehe davon aus das es keine gibt oder besser gesagt sehr geringfügige abweichungen)


- Milli - 29.06.2006

Zitat:Timur postete
mir ging es mehr darum wie sich iran-azerbaidschanisch und azerbaidschan-türkisch sich ähneln ob es da unterschiede gibt (ich gehe davon aus das es keine gibt oder besser gesagt sehr geringfügige abweichungen)
Es gibt nur geringfügige abweichung und die sind wirklich minimal, jedenfals so minimal, dass es beim sprechen niemanden störrt.

Milli


- Timur - 30.06.2006

somit sehe ich das argument der großen persischen (indogermanischen) grammatik in der altaischen turksprache der azerbeidschaner als humbuk Smile

nun ich hab mal nachgeforscht wieviele persischer vokabeln im türkei türkischen sind es sind etwa 1400-1500 wörter also recht viele wörter.. nun das sind die zahlen nachdem von atatürk die sprache gesäubert wurde udn durch türkische wörter ersetzt wurden.. nun wenn man nun noch den arabischen teil der weit höher ist mitrechnet ~6000 arabische wörter dann kann ich mir gut vorstellen das auch ein perser (in dessen sprache auch viele arabische wörter vorkommen) bedingt durch die arabischen und persischen wörter im türkischen so einiges mitbekommt Smile

aber wenn die azeris sich im iran so benehmen wie z.b. einige türksiche jugendliche in deutschland das sie wenn sie ihre sprache sprechen auch deutsche bzw persische wörter einbauen obwohl sie hätten auch ein türkisches verwenden können kann ich mir gut vorstellen das man so den eindruck bekommt das die viel von der sprache übernommen hätten..


- Skywalker - 09.07.2006

Zitat:Armenien für Ausbau der Zusammenarbeit mit Iran auf allen Gebieten
12:18 | 06/ 07/ 2006



JEREWAN, 06. Juli (RIA Novosti). Armenien ist am Ausbau der gegenseitig vorteilhaften Zusammenarbeit mit Iran in Energiewirtschaft und Transportwesen interessiert.

Das sagte der armenische Präsident, Robert Kotscharjan, der zu einem Besuch in Teheran weilt, am Mittwoch bei einem Treffen mit seinem iranischen Amtskollegen, Mahmud Ahmadinedschad.
Quelle: <!-- m --><a class="postlink" href="http://de.rian.ru/world/20060706/50978336.html">http://de.rian.ru/world/20060706/50978336.html</a><!-- m -->


- Timur - 09.07.2006

hmm so viel einfluss können die azeris dann im iran wohl doch nicht haben wenn die perser das machen was sie wollen Big Grin


- -Cobra- - 10.07.2006

Zitat:hmm so viel einfluss können die azeris dann im iran wohl doch nicht haben wenn die perser das machen was sie wollen Big Grin
Ach herje jetzt geht es wieder mit den Azaris los, sorry ich sage es zum letzten Mal, nur weil die Azaris Türkisch sprechen heißt es noch lange nicht dass sie Türken sind!

In den USA wird überall Englisch gesprochen sind sie nun auch alle Engländer? Wie viele Völker aus Europa sind nach Amerika ausgewandert?
Fakten sind nur wichtig, und nicht hey ihr könnt ja auch Türkisch also gehört ihr auch zu uns, das ist Unsinn und Unfug!

Die Iranischen Archäologen und Historiker, wissen längst dass die Azaris uhrsprunglich auch Perser waren und sind es immer noch, nur sie haben es durch Vernachlässigung und Einflüsse vergessen, dass sie auch eigentlich Perser sind.

In Afghanistan teile von Tadschikistan teile von Uzbekestan Teile von Indien Pakistan wird heute noch persisch gesprochen, können die Perser auch behaupten dass sie auch Perser sind, nur Fakt ist dass sie es nicht sind, und dass gilt genau so für die Azaris die keine Türken sind.


- Skywalker - 10.07.2006

Zitat:Die Iranischen Archäologen und Historiker, wissen längst dass die Azaris uhrsprunglich auch Perser waren und sind es immer noch, nur sie haben es durch Vernachlässigung und Einflüsse vergessen, dass sie auch eigentlich Perser sind.
Quelle ?


- Timur - 10.07.2006

die azeris sind genauso perser wie die kurden in der türkei nur bergtürken sind nämlich gar keine Big Grin

nun das türken auch über das heutige iranische gebiet geherrscht haben ist zweifelslos genauso wie es zweifellos ist das in den usa auch damalige engländer sind..

also dein beispiel passt eher als argumentation dafür das azeris auch türken sind auch wenn sie sich mit anderen vermischen


- kurosh - 12.07.2006

Die mongolischstämmigen Hazara in Afghanistan und Iran haben auch Persisch als Muttersprache, sind sie nun Perser oder wie?!

Ich leugne ja gar nicht, dass eine Vermischung zwischen Türken und Iranern stattgefunden hat, aber zu behaupten, dass Azaris deswegen Türken wären, ist totaler Quatsch.

Außerdem ist die Ethnie total unwichtig, weil im Iran auch Turkmenen leben und wir sie genauso als Iraner sehen wie die Perser.
Der Iran ist ein Vielvölkerstaat und die Ethnie entscheidet nicht darüber, wie iranisch man ist oder nicht.

Ich kann vom äußerlichen her Perser nicht von Azaris unterscheiden. Woher kommt dies bitte schön?

Nochmal: es hat eine Vermischung stattgefunden und die Azaris sind keine "reinrassigen Iraner" wie es einige Verrückte gerne haben wollen, und btw sind auch die Perser ein durchmischtes Volk.

Und die Texte von Milli waren übelste Propaganda, die aus einer Seite stammen, die den Völkermord an den Armeniern leugnet.

Ich bin kein Shah-Verteidiger, aber der Shah war selbst Halb-Azari und hatte selbst eine Frau, die aus Azarbaijan stammt (wäre er an der Macht geblieben, wäre heute jemand Kaiser von Iran, der zu 2/3 Azari ist).

Die Azaris stellen heute die Elite in Wirtschaft, Politik und Militär im Iran.

Heute werden alle Menschen im Iran unterdrückt, weil dies Diktaturen nun mal an sich haben.

Perser leiden genauso unter der heutigen Diktatur wie alle anderen Völker Irans. Natürlich gibt es Missstände, aber bitte gebt uns doch eine Chance .
Es ist unfair anhand einer Diktatur gegen den Iran zu hetzen.

Erst wenn Iran demokratisch wird und Iran immernoch Scheiße baut, könnt ihr mit eurer Separatistenpropaganda kommen.

Dies hat mal ein azarbaijanischer Freund aus Tabriz gesagt:

Zitat:wer jetzt meint wir wollten uns mit anderen nicht-iranern vereinen, der soll mir mal bitteschön erklären wie ich mich den mit diesen leuten verständigen soll. ich verstehe sie nicht!! unsere sprachen und unsere kultur ist zu unterschiedlich. sie sind für uns ausländer und dennoch bezeichnen wir azarbaydjaner als unsere brüder, weil die geschichte der trennung noch zu jung ist. genauso wie mich mal ein kroate als bruder bezeichnet hat (und ich mußte erstmal nachforschen um zu verstehen was er meint!).

und jetzt habe ich keine lust mehr von irgendwelchen nicht-iranern zu hören, sie wollten sich mit uns vereinen! wir haben bereits eine nation und auch unsere generation ist so jung, daß wir es nicht verstehen können, wenn die großmutter irgendein azarbaydjanisches volkslied aus baku hört.

und den iran-azaris, die hier leben und überhaupt keine ahnung (mehr) von der heimat haben, kann ich nur raten, sich doch bitte etwas zurückhalten. nur weil man mit der mullah-regierung nicht zufrieden ist, braucht man sich noch lange nicht für so absurde ideen, wie einem freien azarbaydjan zu begeistern! denn diesen wunsch gibt es im iran nicht!
Jedenfalls: Die Azaris haben so viele große Iraner hervorgebracht auf denen ALLE Iraner stolz sind!

Und eine Ethnie macht sie nicht weniger iranisch.

Azaritürkisch ist fester Bestandteil Irans und ich hoffe, dass sie in Iranisch-Azarbaijan in den Schulen neben Persisch gelehrt wird und man in den anderen Gebieten sie als Kurssprache lernen kann.

Die meisten Azaris im Iran sind HÖCHSTPATRIOTISCH und einige komplexbeladene Spinner aus der Republik Azarbaijans werden daran nichts ändern können.

Ich habe eine Cousine, deren Ehemann ein Azari ist und vollkommen zu Iran steht und auch einen Cousin, dessen Ehefrau eine Azari ist und auch sie ist eine stolze Iranerin.

Es kommt nicht von ungefähr, dass dutzende Herscherhäuser im Iran azari-stämmig waren und so hoch aufsteigen konnten und von allen Iranern höchst verehrt werden wie alle anderen azarbaijanischen Helden auf anderer Ebene (ob politisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich, sportlich etc) .

Allein die schiitische Identität haben die Iraner den Azarbaijanern zu verdanken, dies zeigt doch was für ein integraler Bestandteil die Azaris im Iran sind.

Die Perser und die Azaris sind die tragende Säule Irans.

Wenn man von der Unterdrückung der Kurden im Iran berichten würde, würde ich dem ja zustimmen und zugeben, dass dort vieles wirklich sehr schief gelaufen ist, aber bei den Azaris trifft dies nicht wirklich zu.

Und @ Milli fallst du die "Türkenwitze" ansprichst, ich halte selbst gar nichts davon und hoffe, dass sie irgendwann mal aus den Köpfen der Iraner rausgehen.

Ich finde es nicht gut sich auf Kosten anderer lustig zu machen.

Jedenfalls: Ich fürchte auch kein Referendum im azarbaijanischen Teil Irans. Im Gegenteil! Soll man von mir aus ruhig durchführen! Denn dies würde endgültig beweisen, dass die Azaris zum Iran stehen und die Azarbaijaner aus der Republik Azarbaijan können dann wirklich mal die Kirche im Dorf lassen.


- flex - 12.07.2006

Falls es entgangen sein sollte:
Im Spiegel dieser Woche (10.07.06 ) ist auch ein kleiner Artikel zum Iran und dessen Bevölkerungsteilen drin.