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Französische Soldaten von Elfenbeinküste angegriffen, 8 Tote - Druckversion

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- Sulk - 15.11.2004

Zitat:Sicherlich hast du Recht das wahrscheinlich ein paar Millionen verhungern werden oder sich gegenseitig niedermetzeln.
Aber sein wir mal ehrlich, das währe vor 300 Jahren auch passiert wenn wir dort nicht Kolonien gegründet hätten.

Von daher.
Es spart uns Geld. Die Afrikaner bekommen das was sie wollen (ach ja unser Geld wollen sie ja, aber keinerlei Einmischung) und alle sind zufrieden.

Ob es nun in einer Welt mit 6 Mrd Menschen und einem Kontinent mit 300 Millionen Menschen (Schätzung von mir) nun 5 - 10 Millionen weniger gibt, kann uns ja egal sein weils nicht unsere Probleme sind !
:rofl::rofl:
Ich beginne langsam zu verstehen, wieso die Hälfte der Menschheit den Westen für barbarisch und ausbeuterisch hält...

Und nun mal im Ernst...
Bei einem Land mit 16 MIO Einwohnern, die allesamt am Hungertuch nagen, die Subventionen zu streichen übertrifft ja noch an Barbarei die römischen Triumph und Sklavenumzüge.
Schließlich hat der Westen die Mittel und Wege sich mit seiner Nahrungsmittelüberproduktion an einer Humanitären Hilfe zu beteiligen.
Das nicht zu tun, wäre ein Verstoß gegen alles biblische und humanistische.
Mensch bleibt Mensch, ob Schwarz, Weiß. Gelb, Braun oder Lila...
Und als zivilisiertes Wesen hat man die Aufgabe denjenigen zu helfen, die diese Hilfe benötigen.
Ich hoffe mal du hattest wirklich in deinem Posting nun den zarten Hauch von Ironie, sonst würde das einen unschönen Beigeschmack hinterlassen.
Zum Vergleich: 10 Millionen Tote wäre ganz Bayern oder Österreich

A propos Ironie das Schlusswort meines Postings bezog sich eher auf die surrealen Lösungsmöglichkeiten, welche man vorgeschlagen hat, und ich weiter dachte...

Ansonsten stimme ich mit Jacks überein, und wie schon genannt:
Wenn Frankreich hilft heißts "böse Kolonialisten"
Wenn nicht "böse, sadisitische Franzosen, lassen uns hier unten verrotten"

Also viva la Legion

:daumen:


- bastian - 15.11.2004

@Sulk
Klar mehr Nahrungsmittelhilfe, ach Moment mal das macht ja auch den einheimischen Markt kaputt, Diktatoren ist die eigene Bevölkerung so egal, daß sie für Milliarden Waffen kaufen (Eritrea und Äthiopien) und die Bevölkerung hungert, weil sie darauf setzen, daß die weltweite Hilfe sie schon irgendwie durchfüttert.
Warum sollen die Afrikaner sich dann selber helfen?
Fraglich ist, ob man den Menschen mit Entwicklungshilfe wirklich dauerhaft hilft. Mit den Nahrungsmittelüberschüssen des Westens hilft man den afrikanischen Menschen nicht dauerhaft, sondern drückt sie dauerhaft in eine Abhängigkeit.

@Jacks
Klar deswegen helft "ihr" ja auch im Sudan, im Kongo oder sonst wenn es gerade irgendwo brennt.


- Jacks - 15.11.2004

Zitat:bastian postete
@Jacks
Klar deswegen helft "ihr" ja auch im Sudan, im Kongo oder sonst wenn es gerade irgendwo brennt.
Die beispiele schleifen gewalltig bastian.
Im Sudan ist Frankreich unter den wenigen die helfen und was tuen.
Französische Soldaten im Tschad sorgen sowohl für teilweisen Schutz der lager im Tschad als auch wurden humanitäre Aktionen unter ihrem Kommando ausgeführt.
Ist sicher zu wenig aber wir sehen nicht zu wie andere. :rofl:
Im Kongo hat Frankreich versucht was zu machen und als sie aktiv da waren war es auch relativ ruhig.
Wenn es brennt in Afrika ist frankreich meist als erster da,möge man es werten wie man will....


- Sulk - 15.11.2004

Zitat:Klar mehr Nahrungsmittelhilfe, ach Moment mal das macht ja auch den einheimischen Markt kaputt, Diktatoren ist die eigene Bevölkerung so egal, daß sie für Milliarden Waffen kaufen (Eritrea und Äthiopien) und die Bevölkerung hungert, weil sie darauf setzen, daß die weltweite Hilfe sie schon irgendwie durchfüttert.
Nun einen Transformator, der amerikanischen Gen-Mais in Gefechtsköpfe und Maschinengewehre verwandelt, hätte ich auch gern.:misstrauisch:
Nun zurück zum Thema.
Sicherlich gibt es viele Staaten die eine Art Scheckbuchpolitik im Rahmen der Entwicklungshilfe betrieben haben, dies ging aber ungefähr in den 90ern zumindest in Europa wieder verloren. Man hatte größtenteils zuviel Mediendruck, da man das Geld Diktatoren anvertraute. In solchen Fällen verließ man sich auf Gottes Fügung...
Zumindest heute schauen sich die jeweiligen Staaten ihre Hilfe etwas genauer an und zahlreiche Organisationen unterrichten Ackerbau und weiteres, auch ohne Pestizide unter Berücksichtigung der lokalen Besonderheiten.
Amerika nehme ich von diesem Urteil aus, da dort auch die Regierungen den Genmais nur unter verbilligten Bedingungen kaufen können. Zur Folge hat das
eine gewaltige Subventionierung des Mid-West, das nur den USA hilft.
Falls man Beispiele dafür will: Brot für die Welt, Miserior, ect. pp.



Zitat:Warum sollen die Afrikaner sich dann selber helfen?
Fraglich ist, ob man den Menschen mit Entwicklungshilfe wirklich dauerhaft hilft.
Hmm...
Ich bin ja auch für die Alternative, die Afrikaner in einem gigantischen Feldversuch "auszuwildern" bis sie dann flügge werden und sich selbstversorgen können.
Das Interessante sind nur die massiven Todesfälle die in den nächsten 20 Jahren durch die Absetzung der Hilfe geschieht. Aber deine Erläuterung gegenüber der dortigen Bevölkerung würde ich gerne hören. Der passende Slogan wär ja da.
(Hungern für Heimathirse?)

Zitat:Klar deswegen helft "ihr" ja auch im Sudan, im Kongo oder sonst wenn es gerade irgendwo brennt.
Allein die nette Tatsache, dass man im Sudan schon eine Landfläche hat, welche Frankreich um weiten Übertrifft, und die Bevölkerungsgruppe eine ganz andere ist...
Speziell zum Kongo: Führ doch gern mal ein bisschen Jungle-Warfare gegen 3 Staaten, die sich nur zum Ziel machen die Coltan-Minen und Rohstoffe auszubeuten. Interessant wird es ja, wie in diesem Fall, wenn man stets neue nachschweppende Feindeswellen hat, weil die Armut sie dorthin treibt.
Achja, Kindersoldaten schiessen macht ja auch wahnsinnig beliebt.:daumen:


- Erich - 15.11.2004

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag.asp?uid=2pq6yc9mtgzfllfx">http://www.daserste.de/weltspiegel/beit ... 9mtgzfllfx</a><!-- m -->
Zitat:Sendung vom 14.11.2004 (SWR)

Elfenbeinküste
Geteiltes Land
.....
Rückblende. 1961 feiert die Elfenbeinküste ihren ersten Unabhängigkeitstag. Der Übergang von der Kolonie in die neue Republik Elfenbeinküste war friedlich verlaufen. Wohl auch deshalb, weil Frankreich die Geschicke des größten westafrikanischen Landes mitbestimmt. So war die Pariser Prominenz an diesem Tag ganz selbstverständlich mit eingeladen. Der erste Präsident -Felix Houphet-Boigny - war zuvor sogar Minister unter Charles de Gaulle. Er hielt sein Land eng an der Seite Frankreichs. Und er schaffte ein kleines Wunder: Die Elfenbeinküste wird der führende Kakaoproduzent der Welt. Dafür braucht er die Hilfe der Gastarbeiter aus den nördlichen muslimischen Nachbarstaaten. Sie schufen den neuen Reichtum und wurden zum Dank mit Papieren der Elfenbeinküste belohnt.

1993 - die Beerdigung von Felix Houphet-Boigny. Mit seinem Tod geht die Erfolgsgeschichte der Elfenbeinküste zu Ende. Und ab jetzt schwindet der Einfluß Frankreichs auf die ehemalige Kolonie. Sein Nachfolger - Colon Bedie - wirtschaftet das Land in den Ruin. Zum Verfall der Kakaopreise kommen Korruption und staatliche Verschwendung. Um an der Macht zu bleiben, greift Bedie zu einem bewährten Konzept: Dem Rassismus. Nur wessen Mutter und Vater an der Elfenbeinküste geboren sind, bekommt Papiere. Und so hält er die wachsende Opposition aus dem muslimischen Norden in Schach. Sein wichtigster Gegenspieler hat eine ausländische Mutter. Pech für ihn, er wird von den Wahlen ausgeschlossen. Und es kommt noch schlimmer: Zu Weihnachten 1999 putscht sich ein General an die Macht. Man nennt ihn den "Weihnachtsmann in Uniform". Das war sein Geschenk an die Bürger in Abidjan.

Eine gefährliche Situation. Denn seine Regierung bringt Chaos und Anarchie - die Elfenbeinküste rutscht zum ersten Mal seit ihrer Unabhängigkeit an den Rand eines Bürgerkriegs. Mit Laurent Gbagbo gewinnen die gemäßigten Kräfte die Oberhand. Mit französischer Unterstützung kommt er 2000 durch Wahlen an die Macht. Gbagbo ist Christ und Sozialist. Doch trotz seiner Glaubensbekenntnisse kehrt er zum Rassismus seines Vorgängers zurück. Er weiß offenbar kein besseres Mittel gegen die Wirtschaftskrise. Und zum zweiten Mal erlebt die Opposition, wie ihr muslimischer Vertreter wegen seiner Papiere von Wahlen ausgeschlossen wird.

Jetzt springt der Funke über:
Der oppositionelle Norden mit den vielen muslimischen Gastarbeitern begehrt auf. Innerhalb der Armee der Eflenbeinküste wird geputscht. Die Aufständischen wollen jetzt alle Macht, sie wollen nach Abidjan. Frankreich hat ein Beistandsabkommen mit Abidjan. Präsident Gbagbo ruft französisches Militär gegen die Aufständischen zu Hilfe. Doch anders als er erwartet, verhält sich Paris in diesem Konflikt neutral.
"Wenn hier niemand mehr die Linien zwischen Norden und Süden trennt, dann würden sie sofort gegeneinander marschieren. Das wäre der Beginn des Bürgerkrieges", erklärt Capitaine Olivier Sagon von der französischen Operation Licorne.

So gerieten die Franzosen zwischen die Fronten und drohen, darin zerrieben zu werden. Warum also kein Rückzug? "Wenn sich Frankreich von der Elfenbeinküste zurückzöge, hieße das den völligen Rückzug aus Afrika" so die Journalistin Judith Rueff von Liberation. "Das wäre ein enormer Prestigeverlust für die französische Diplomatie. Wenn man dann berücksichtigt, welche Position Frankreich im Irakkonflikt hatte, würden sich die Amerikaner geradezu die Hände reiben, wenn sie sähen, dass die französische Politik an der Elfenbeinküste gescheitert ist."

Es ist ein teueres Engagement, das sich die Franzosen in ihrer ehemaligen Kolonie leisten. Trauerfeier für die neun an der Elfenbeinküste getöteten Soldaten diese Woche im Pariser Invalidendom. Hier zeigte sich noch einmal das Gesicht der alten Kolonialmacht: Frankreich, so erklärte die Regierung, lasse nicht zu, dass seine Soldaten ungestraft getötet würden.
Die Regierung in Abidjan wird mit weiteren Konsequenzen rechnen müssen.
Doch die hat längst einen anderen Kurs eingeschlagen. Der christliche Präsident Gbagbo hat neue, einflussreiche Freunde im Kampf gegen den muslimischen Norden gefunden, nämlich jenseits des Atlantiks. Im fernen Washington sieht man nicht ohne Genugtuung, wie der Konflikt zwischen Paris und Abidjan eskaliert.



- Gast159 - 16.11.2004

Zitat:Nachrichten 16.11.2004 14:00 UTC

Waffenembargo gegen Elfenbeinküste - Paris: Frieden "aufzwingen"
Die Konfliktparteien in der Republik Elfenbeinküste müssen nach den Worten des französischen Außenministers Michel Barnier notfalls zum Frieden gezwungen werden. Die Waffen müssten dauerhaft zum Schweigen gebracht werden, sagte Barnier in Paris. Er begrüßte die Entscheidung des Weltsicherheitsrats, der angesichts der blutigen Unruhen Sanktionen gegen Elfenbeinküste verhängt hatte. Diese treffen die Regierung von Präsident Laurent Gbagbo ebenso wie die Rebellen. Kernstück ist ein sofortiges Waffenembargo. Frankreichs Präsident Jacques Chirac beteuerte, einziges Ziel der ehemaligen Kolonialmacht sei die Rückkehr zum Frieden. - Die Unruhen waren Anfang November ausgebrochen, als die Regierungsarmee eine Hochburg der moslemischen Rebellen im Norden des westafrikanischen Landes bombardierte.
Quelle: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.deutsche-welle.de/dw/news/0,1567,12356_5,00.html">http://www.deutsche-welle.de/dw/news/0, ... _5,00.html</a><!-- m -->


- bastian - 16.11.2004

@Sulk
Zitat:Nun einen Transformator, der amerikanischen Gen-Mais in Gefechtsköpfe und Maschinengewehre verwandelt, hätte ich auch gern
Habe mich unpräzise ausgedrückt, wenn ein Land kein Geld für Lebensmittel ausgeben müssen, weil die Bevölkerung mit ausländischen Hilfslieferungen durchgefüttert werden, so hat der Staat mehr Geld, um Waffen zu kaufen.
Zur Fragwürdigkeit vieler Hilfsprojekte sind wir anscheinend einer Meinung.

Zitat:Aber deine Erläuterung gegenüber der dortigen Bevölkerung würde ich gerne hören. Der passende Slogan wär ja da.
(Hungern für Heimathirse?)
Mein Slogan für die Heimatbevölkerung wäre: "Wir haben euch in den letzten 200 Jahren ausgebeutet, verarscht und eure Unterdrücker unterstützt, jetzt dreht Euer Ding, wir lassen euch jetzt erstmal in Ruhe. Keine Einmischung, keine Unterstützung. Die Kolonisatoren sind weg."

@Jacks und Sulk
Zum Kongo, mein Beispiel schleift gewaltig, wann war Frankreich denn im Kongo (Zaire, nicht das andere Kongo) aktiv und hat dort für Ruhe gesorgt? Artemis war nur ein Intermezzo im Osten und hatte keinerlei Wirkung in weiten Teilen des Landes. Das war eine Alibiaktion.

Wenn man schon eine europäische Verantwortung bejaht, muß man sich an die "hot spots" wagen und das ist nun einmal der Kongo.
Btw. ist der Kongo ein hoffnungsloser Fall.


- Erich - 16.11.2004

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.marineforum.info/AKTUELLES/aktuelles.htm">http://www.marineforum.info/AKTUELLES/aktuelles.htm</a><!-- m -->
Zitat:In der eskalierenden Lage an der Elfenbeinküste kommen nun auch Seestreitkräfte zum Einsatz.

Parallel zur auf dem Luftwege begonnenen Evakuierung ausländischer Staatsbürger aus dem westafrikanischen Land (mehrere tausend Menschen wurden bereits ausgeflogen) haben Frankreich und vermutlich auch Großbritannien Kriegsschiffe in Marsch gesetzt.

Aus Toulon sind am 10. November das Docklandungsschiff FOUDRE und die Fregatte LA FAYETTE mit Kurs auf Abidjan ausgelaufen. Auf der FOUDRE sind 250 Marineinfanteristen sowie mehrere Transporthubschrauber sowie leichte Kampfpanzer und weitere Fahrzeuge eingeschifft. Beide Einheiten sollen am 20. November vor dem Krisengebiet eintreffen. Auch das Schwesterschiff der FOUDRE, die SIROCO, wurde in Richtung Elfenbeinküste beordert. Das 11.600 ts große Schiff war bereits auf dem Weg zu einer länger geplanten bilateralen Übung mit den Streitkräften des westafrikanischen Benin. Bei einem Zwischenstopp in Dakar (Senegal) wurde diese Planung nun kurzerhand revidiert, und die SIROCO verlegt nun vor die Elfenbeinküste. Einer Presseerklärung des britischen Verteidigungsministeriums zufolge soll auch ein - namentlich bisher allerdings nicht benanntes - Kriegsschiff der britischen Royal Navy Kurs auf das Krisengebiet nehmen.

Die französischen und britischen Einheiten sollen - soweit bei ihrem Eintreffen noch erforderlich - die Evakuierung ausländischer Staatsbürger unterstützen. Der Auftrag für die französischen Einheiten dürfte aber über bloße "EvakOps" hinaus gehen. Die eingeschifften Truppen geben den im Rahmen ihres UN-Mandats in der Elfenbeinküste eingesetzten französischen Streitkräften für den Fall einer Lageverschärfung weitere Handlungsoptionen, mit den Schiffen als schwimmende Hauptquartiere vor der Küste.

Eine schnelle Entspannung der Situation zeichnet sich nicht ab. Am 14. November hat Präsident Laurent Gbagbo seinen Armeebefehlshaber fristlos entlassen. Zum Nachfolger ernannte er einen als Hardliner bekannten Oberst - genau den Mann, der als Kommandeur den am 6. November den Luftangriff auf die UN-Truppen angeordnet hatte. Dieser Angriff, bei dem neun französische Soldaten getötet wurden, gilt als aktueller Auslöser für die derzeitige Lageverschärfung.

Die eigentlichen Konfliktursachen gehen allerdings tiefer und können hier nicht im Detail dargestellt werden. Interessenten finden im Internet aber zahlreiche Seiten, die ausführliche Hintergrundinformationen dazu liefern, so zum Beispiel bei der AG Friedensforschung der Universität Kassel.
dazu der hinterlegte Link <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/regionen/Elfenbeinkueste/Welcome.html">http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/r ... lcome.html</a><!-- m -->


- Erich - 28.11.2004

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3833160_REF3,00.html">http://www.tagesschau.de/aktuell/meldun ... F3,00.html</a><!-- m -->
Zitat:Krisenherd Elfenbeinküste

Frankreichs Wurzeln in Afrika
In den vergangenen Wochen machte das westafrikanische Land Elfenbeinküste immer wieder Schlagzeilen. Unruhen, Ausschreitungen gegen Europäern, die Gefahr eines Bürgerkrieges prägten die Nachrichten aus. Vorläufiger Höhepunkt der jüngsten Unruhen war der Einsatz des französischen Militärs, der die gesamte Luftwaffe der Elfenbeinküste zerstörte. Frankreich spielt in diesem Konflikt eine entscheidende Rolle. Bis heute ist Frankreich mit seinen ehemaligen Kolonien in Westafrika tief verbunden.
.....

Die wichtigste Form dieser Unterstützung ist das militärische Beistands- und Verteidigungsabkommen. Dieser Pakt kam in der Vergangenheit zum Tragen, wenn frankreichtreue Regierungen durch Unruhen bedroht waren. In solchen Situationen griff die französische Armee immer wieder in seinen ehemaligen Kolonien ein. Im Rahmen dieses Abkommens hat Frankreich auch Truppen in Elfenbeinküste stationiert. Nach Djibuti befindet sich in Elfenbeinküste das größte Kontingent der französischen Armee in Afrika.

Enge wirtschaftliche Verzahnung
Auch wirtschaftlich ist die Grande Nation mit seinen ehemaligen Kolonien eng verzahnt. So durch die Westafrikanische Währungsunion, der UEMA. Die Mitgliedsstaaten der UEMA, besitzen eine eigene Währung, den Franc CFA (Franc de la Communauté Financière Africaine), der wiederum an einen festen Wechselkurs an den französischen Franc gebunden war. Seit der Einführung des Euro ist der Franc CFA an den Euro gebunden (1Euro entspricht 656 Franc CFA). Die einzelnen Staaten dieser Währungsunion verfügen in Paris über ein Operationskonto, über das sie ihren gesamten Außenhandel abwickeln und auf dass sie 65 Prozent ihrer Gold- und Devisenvorräte einzuzahlen haben.

Die engen Bindungen an das Mutterland Frankreich bestanden und bestehen bis heute ebenso auf kulturellem Gebiet, die gemeinsame Sprache französisch - bis heute in den ehemaligen Kolonien einzige Amtssprache - ist ein weiterer Ausdruck dieser besonderen Beziehungen. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade Frankreich in den Konflikt in Elfenbeinküste eingreift.

Afrikanisches Wunderland Elfenbeinküste
Elfenbeinküste galt in den 1960er und 1970er Jahren als afrikanisches Wunderland. Unter Präsident Felix Houphouët-Boigny entwickelte sich die Wirtschaft, Elfenbeinküste wurde größter Kakaoanbauer der Welt. Mit dem Zusammenbruch der Rohstoffpreise für Kakao und Kaffee in dem folgenden Jahrzehnt begann auch der langsame Zerfall der Elfenbeinküste. 1993 starb Houphouët-Boigny, ethnische Konflikte verschärften sich, schließlich endete die Lage in den Jahren 1999 - 2000 in einem Putsch und den ersten bewaffneten Aufständen. Seitdem ist die Lage angespannt.

Eines der großen Konfliktfaktoren ist die Situation der aus den Nachbarländern eingewanderten "Gastarbeitern". .... In einer Meuterei der vom Norden dominierten Teile der Streitkräfte brachten sie 2003 Teile des Landes unter ihre Kontrolle.

Uno bemüht sich um RuheTruppen der Vereinten Nationen sind derzeit bemüht, die Lage in dem Land zu beruhigen. Doch die Lage ist weiterhin angespannt und ein bewaffneter Konflikt kann jederzeit wieder aufbrechen und die Elfenbeinküste und mit ihr auch die Nachbarstaaten in einen Bürgerkrieg ziehen.

Stand: 28.11.2004 11:04 Uhr