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- Erich - 25.10.2005

vielleicht wird Assad jr. als "schwach" eingeschätzt, dessen Schwäche man ausnützen kann um noch mehr raus zu holen, etwa über seinen Onkel, der manchen als westlich orientierte Führungsfigur erscheint - kann aber ins Auge gehen;
entweder Assad wird in die Hände der "alten Garde" getrieben, die er gerade Stück für STück entmachtet hat, und die auf eine solche Chance warten (also die Rolle des Vaters wieder übernehmen)
- oder (was vor Assad senj. war) -
die Militärputsche unter Auslösung der "alten Hardliner" lösen sich ab, was nur zur Destabilisierung des Landes führen würde

Assad jun. ist jedenfalls erst mal dabei, die Kontakte mit den Russen zu vertiefen, was sicher so nicht in das Konzept der Westmächte passt


- Skywalker - 09.11.2005

Zitat:U.S. INTEL WARNS AGAINST ASSAD OVERTHROW


WASHINGTON [MENL] -- The U.S. intelligence community has warned the Bush administration against overthrowing Syrian President Bashar Assad.

Administration sources said a report by U.S. national intelligence director John Negroponte warned that Assad could be replaced by an even more anti-U.S. regime.
Quelle: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.menewsline.com/stories/2005/november/11_09_2.html">http://www.menewsline.com/stories/2005/ ... _09_2.html</a><!-- m -->


- Skywalker - 29.11.2005

Zitat:Aussage zurückgezogen
Keine Zeugen mehr gegen Syrien
29.11.2005



Wie IslamOnline am Dienstag berichtete, hat Hassam Taher Hassam, einer der beiden "Belastungszeugen" in der von Detlev Mehlis geführten "Untersuchung" der Ermordung des libanesischen Premierministers Rafiq al-Hariri, im syrischen Fernsehen seine Aussagen zurückgezogen.

Nachdem vor einem Monat bereits Berichte erschienen waren, denen zufolge der andere "Zeuge", Suheir al-Sadiq, offenbar für seine belastenden Aussagen bezahlt worden ist - gegenüber seinem Bruder sagte er dessen Aussage nach "Imad, ich bin jetzt Millionär. Ich werde ein berühmter Mann" - sagte nun auch Hassam, ihm sei rund eine Million US-Dollar für Falschaussagen angeboten worden.
Quelle: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.freace.de/artikel/200511/291105a.html">http://www.freace.de/artikel/200511/291105a.html</a><!-- m -->


- Erich - 21.01.2006

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5157948_REF3,00.html">http://www.tagesschau.de/aktuell/meldun ... F3,00.html</a><!-- m -->
Zitat:Schulterschluss in zugespitzter Lage

Iran und Syrien rücken näher zusammen

.....
Stand: 21.01.2006 14:00 Uhr



- ThomasWach - 15.02.2006

Zitat:Foreigners in their own land
Perveen Ali and Pary Karadaghi International Herald Tribune

TUESDAY, FEBRUARY 14, 2006

Syria is at a critical crossroads, faced with the growing disenfranchisement and discontent of its nearly 300,000 stateless Kurds. By officially recognizing their nationality rights, President Bashar al-Assad can preempt further deterioration in the country's internal stability.

In 1962, a census was conducted in northeastern Syria, ostensibly to identify "alien infiltrators" who had crossed the border from Turkey since 1945, but primarily as one component of a campaign to Arabize this resource-rich region of the country, then primarily populated by non-Arabs.

The census was taken in a blatantly arbitrary manner, resulting in ludicrous situations. Brothers from the same family, born in the same Syrian village, were classified differently. Fathers became foreigners, while their sons remained citizens.
...
Quelle:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://iht.com/articles/2006/02/14/opinion/edali.php#">http://iht.com/articles/2006/02/14/opinion/edali.php#</a><!-- m -->

Man beachte aber, von wem der Artikel geschrieben wurde:
Zitat:Perveen Ali works with Refugees International, an advocacy organization based in Washington. Pary Karadaghi is with Kurdish Human Rights Watch in Fairfax, Virginia.



- ThomasWach - 06.06.2006

Zitat:Russia to build naval base in Syria

Vladimir Radyuhin

Move will increase Moscow's influence

MOSCOW: Russia is planning to set up a naval base in Syria in a move that will dramatically increase Moscow's presence in West Asia and shift the balance of forces in the region.
...
Quelle:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.hindu.com/2006/06/05/stories/2006060504281600.htm">http://www.hindu.com/2006/06/05/stories ... 281600.htm</a><!-- m -->

Interessante Entwicklung. Ich denke kaum, dass dies den Amerikanern oder vorallem den Israelis gefallen wird, zumal jetzt auch russ. Flaksysteme vom Typ S-300PMU-2 zum Schutz des neuen Stützpunktes in Tartus stationiert werden.


- flex - 07.06.2006

"Russia has also agreed to beef up Syria's war muscle by supplying medium-range air-defence missiles, Pechora-2A, and upgrading Syria's fleet of T-72 tanks, the paper said."
Also soll das Paket noch ein wenig fetter geschnürt werden......


Mir ist schon klar, daß die Russen, nachdem die Ukraine die russische Flotte nicht mehr haben will, jetzt einen neuen "zentralen" Flottenstützpunkt brauchen (man will ja nicht immer durch die Ostsee, den Atlantik oder den Pazifik gurken um an einem globalen Hotspot vertreten zu sein), daß beidseitige Vertrauen welches so eine Aktion erfordert läßt mich aber stutzen.
Wir reden hier immerhin über einen großen Flottenstützpunkt und nicht über einen abgefuckten Flughafen irgendwo in Usbekistan, Turkmenistan oder Sonstwostan. Da brauch man Jahre zum aufbauen und jahrzehntelange Versorgungssicherheit. Das erfordert Vertrauen, Zuversicht und Kooperation.
Wenn die Russen wirklich diese Nummer durchziehen wollen, dann stehen beide - Syrien und Russland - im Nahen Osten noch fetter auf dem Brett als vorher.

edit:
da ich mir unter "Pechora 2A" nix vorstellen konnte:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://waffen-der-welt.alices-world.de/missiles/sam/index.html">http://waffen-der-welt.alices-world.de/ ... index.html</a><!-- m -->
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.peters-ada.de/techn_beschreibung2.htm">http://www.peters-ada.de/techn_beschreibung2.htm</a><!-- m -->

aha, also aufgebohrte S125 Neva.
Nicht der Knüller, aber die haben wohl aus dem Jugoslawienkrieg gelernt und deshalb bei der Pechora 2A das ECCM verbessert.....


- Schneemann - 07.06.2006

Das ist nicht wirklich was Neues (nicht böse verstehen). Schon in den 70er und 80er Jahren haben die Sowjets fieberhaft nach Stützpunkten für ihre Marine entlang der Küsten des östlichen Mittelmeeres und des Indischen Ozeans gesucht. Um die in dieser Zeit stark anwachsende Marinekraft der UdSSR zu demonstrieren, wurden mehrere größere Manöver durchgeführt (z. B. OKEAN 75 im April 1975 mit über 220 Schiffen und der Marsch eines Flottenverbandes [u. a. "Minsk", "Taschkent" und Landungsschiff "Iwan Rogov"] vom Schwarzen Meer zur Pazifikflotte 1979 (dabei wurden u. a. Aden, Luanda, Maputo und Port Louis angelaufen). Allerdings blitzten die Russen meistens ab.

Insofern glaube ich nicht, dass die Russen hier einen Fuss in die Türe bekommen werden. Erstens haben sie lange nicht mehr die militärische Kraft und den Einfluß wie die frühere UdSSR, zweitens haben sie nicht das Geld für ein größeres Engagement und drittens sind viele der dortigen Staaten den Russen eher abgeneigt - besonders auf der arabischen Halbinsel - , da nach dem Ende der Sowjetunion besonders in den islamischen Ländern man zu einem neuen und wachsenden islamischen Selbstbewußtsein gefunden hat (bzw. teils dieses noch sucht) und man dem "gottlosen" Kommunismus, den man immer noch mit Russland in Verbindung bringt, äußerst kritisch gegenüber stand und steht.

Schneemann.


- Erich - 07.06.2006

politisch macht ein russischer Stützpunkt in Syrien durchaus Sinn - für beide Seiten:
Syrien holt sich einen Verbündeten ins Haus, nachdem immer wieder mehr oder weniger direkte Drohungen aus den USA kommen,
und die Russen haben einen Stützpunkt im Mittelmeer udn den Fuß in der Tür


- Patriot - 07.06.2006

Da stimme ich Erich zu. Die USA werden kaum ein Land angreifen wo russische Streitkräfte, dazu auch noch Marineeinheiten, dauerhaft stationiert sind. Das ist für die Syrer ne gute Absicherung. Und für die Russen genau der richtige Partner. Kaum fundamentalistische Kräfte im Land, nicht so sehr im Kreuzfeuer wie der Iran und eigentlich relativ stabil. Optimal für beide würde ich sagen.


- Turin - 07.06.2006

Nur mal zum Nachdenken:

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.marineforum.info/AKTUELLES/aktuelles.htm">http://www.marineforum.info/AKTUELLES/aktuelles.htm</a><!-- m -->

Zitat:Für Aufregung sorgt die Meldung einer russischen Tageszeitung, dass die russische Marine in Syrien einen permanenten Stützpunkt einrichtet.

Unter Berufung auf „Informanten aus dem russischen Verteidigungsministerium und dem Generalstab“ berichtet die Kommersant am 2. Juni, dass im syrischen Tartus Arbeiten begonnen hätten, die den Ausbau des Hafens zu einem exterritorialen Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte zum Ziel hätten. Schon in „naher Zukunft“ werde die russische Marine im Mittelmeer wieder permanent mit einem Flottengeschwader präsent sein - angeführt vom Schwarzmeerflotten-Flaggschiff MOSKVA (FK-Kreuzer der SLAVA-Klasse).

Während Arbeiten an den Hafenanlagen selbst (Baggerarbeiten) offenbar nicht bestritten werden, dementiert ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums vehement die von Kommersant kolportierte Absicht. „This is an absolutely false report that has no foundation whatsoever“, zitiert die Nachrichtenagentur RIA Novosti aus der Stellungnahme zur auch von anderen russischen Medien aufgegriffenen Meldung der Kommersant.

Tatsache ist, dass die die frühere sowjetische Marine und die heutige russische Marine auf der Basis eines zwischenstaatlichen Abkommens den syrischen Hafen von Tartus seit Jahrzehnten als logistischen Abstützpunkt nutzen.

Üblicherweise liegt hier - für mehrere Monate - ein Werkstattschiff (z.B. der AMUR-Klasse) oder Bergeschlepper der Schwarzmeerflotte stationär an der Pier, um russischen Marineeinheiten bei technischen Problemen den langen Rückmarsch ins Schwarzmeer (mit Prozedur der Anmeldung der Bosporus-Passage) zu ersparen und kurzfristig vor Ort Hilfe leisten zu können.

Gelegentlich wurde und wird Tartus von im Mittelmeer operierenden russischen Einheiten auch zur Zwischenversorgung angelaufen.

Die Schaffung eines permanenten, exterritorialen russischen Marinestützpunktes in Syrien ist wohl in das Reich der Spekulation zu verweisen. Nicht auszuschließen ist auch eine bewusst lancierte Fehlinformation, um Bestrebungen der US-Navy entgegenzuwirken, sich mit Stützpunktrechten im Schwarzmeer (Bulgarien, Rumänien, langfristig Ukraine) zu etablieren. Möglicherweise stehen die in Tartus begonnenen Arbeiten aber in Zusammenhang mit der bevorstehenden Teilnahme der Russischen Marine an der NATO-Antiterror-Operation Active Endeavor. Rückgriff auf eigene Einrichtungen in Tartus würde den dann quasi permanent im Mittelmeer operierenden russischen Kampfeinheiten (teure) Zwischenversorgung oder Instandsetzung in NATO-Häfen ersparen. So könnten die in Tartus begonnenen Baggerarbeiten die Voraussetzungen schaffen, mehrere Schiffe mit größerem Tiefgang dort gleichzeitig an die Pier zu bringen. Tartus erhielte damit für die russischen Einheiten die Funktion eines temporären Nationalen Abstützpunktes (NAP), ohne zugleich wirklich auch zum „Stützpunkt“ zu werden.

Der Beginn der Einbindung der russischen Marine in Active Endeavor ist für August avisiert. Zur Zeit bereitet sich die Fregatte PYTLIVIY (KRIVAK-II-Klasse) mit einem Mission Oriented Training auf die Teilnahme an der NATO-Operation vor.

Abgestützt auf Souda Bay (Kreta) und unterstützt vom Partnerschiff NOTTINGHAM (britischer Zerstörer Type 42) führt das Schiff seit dem 19. Mai intensive Ausbildung im Hafen und in See durch.

Am 4. Juni soll die PYTLIVIY zunächst wieder ins Schwarzmeer zurück kehren, bevor dann im August ihr Einsatz geplant ist.
Ganzer Artikel, da kurz im Netz.


- flex - 08.06.2006

also alles nicht so heiß wie es gekocht wird......


- Erich - 08.06.2006

wie Ihr wisst hab ich vom Marineforum im Allgemeinen und Kpt. Mommsen im Speziellen eine sehr hohe Meinung;
ich glaube mich aber erinnern zu können, dass die russische Marine beabsichtigt, künftig wieder dauerhaft im Mittelmeer präsent zu sein - nicht nur für eine Manöverteilnahme, und da macht ein permanenter Stützpunkt (nicht unbedingt exterritorial, aber mit festen Liegeplätzen, dauerhaften Unterkünften und evtl. Lager und Werkstatt) durchaus Sinn ....


- Cluster - 28.06.2006

Syrian forces open fire at Israeli planes over president's residence

<!-- m --><a class="postlink" href="http://news.xinhuanet.com/english/2006-06/29/content_4763830.htm">http://news.xinhuanet.com/english/2006- ... 763830.htm</a><!-- m -->

Zitat:DAMASCUS, June 28 (Xinhua) -- Syrian forces opened fire at Israeli military planes which flew over a residence of Syrian President Bashar al-Assad in northern Syria on late Tuesday, state-run TV reported on Wednesday.
The TV said that two Israeli warplanes flew over Syria's Mediterranean coast on late Tuesday night and that Syrian air defenses opened fire at the two aircraft which then left the area. (...)
The overflight was aimed to pressurize Syria against supporting Palestinian militants and help secure the release of the Israeli soldier kidnapped by Palestinian militants on Sunday, the report added. (...)



- Timur - 29.06.2006

die dinger hätten se abschießen sollen.. aber na ja wohl besser wenn se nur warnschüsse abgeben - syrien verhält sich ziemlich vorsichtig und ruhig..