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Mögliche EU-Mitgliedschaft der Türkei - Druckversion +- Forum-Sicherheitspolitik (https://www.forum-sicherheitspolitik.org) +-- Forum: Blickpunkt Europa und der Westen (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=89) +--- Forum: Sicherheitspolitik und Wirtschaft (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=93) +--- Thema: Mögliche EU-Mitgliedschaft der Türkei (/showthread.php?tid=168) |
- Wolf - 17.12.2006 Zitat:Erich posteteIm Übrigen - wir brauchen nicht auf den Umgang der Türken mit den Christen schimpfen; wenn ich mir das blamable Schauspiel um den Neubau einer Moschee in München anschaue, dann denke ich, dass auch wir in Europa gegenüber dem Islam mehr Offenheit und Toleranz brauchen, und zwar gaaanz dringend.Das schreibt sich leicht dahin. Vermutlich ist es um so leichter, je weiter man weg wohnt und je weniger Information man aus erster Hand hat. An die Bauauflagen hat man sich nunmal zu halten. Da, wo ich gerade sitze, heisst das u.a.: mindestens zweigeschossige Bauweise, höchstens dreigeschossige, verklinkert, Satteldach. Farbvorschirften gibts auch. Wenn nun jemand, z.B. ein 30 Meter Minarett bauen möchte, wird das abgeschmettert. Hat allerdings nichts mit "Islamfeindlichkeit" zu tun, sondern soll verhindern, dass die Nachbarn in Dunkeln sitzen. Nur weil der Beckstein für dich ein rotes Tuch ist, muss es nicht gleich undifferenziert werden. ![]() - Shahab3 - 17.12.2006 @Wolf Naja, da hab ich aber ehrlich gesagt schon besser durchdachte Ausreden gehört. Wie will man denn von einer Kirche, einer Moschee, oder einer Synagoge auch erwarten, dass sich ihre Architektur an lokalen Bauvorschriften orientiert? :pillepalle: Nenn mir doch mal ein solches Gebäude in Deutschland, wo dies zutrifft ("höchstens dreigeschossige, verklinkert, Satteldach. Farbvorschirften gibts auch" :laugh ![]() Um Deinen Post mal umzuformulieren: Du hast kein Problem damit wenn die Moslems irgendwo sich treffen und beten, hauptsache man sieht und hört nichts davon. Dass das bei solchen Einrichtungen aber eine kaum erfüllbare Forderung ist, dürfte Dir ja ansich klar sein. Man muss also kein Prohet sein, um zu erahnen wie realistisch diese Forderung ist, wie dies aufgenommen wird und wie sehr dies zur gegenseitigen Verständigung und Toleranz beiträgt. ![]() - Wolf - 17.12.2006 Zitat:Shahab3 postete ![]() Das ist eine Diskriminierung und herabwürdigung der Menschen, die gezwungen werden sich als Privatleute an die Bauvorschriften zu halten. Sie hätten absolut keine Chance ein Gebäude zu errichten, dass davor sicher wäre irgendwann im Schatten irgendeines Tempels zu verschwinden, weil sie gezwungen werden niedrig zu bauen. Da die grossen Fehler bekanntlich immer am Anfang gemacht werden, und die Zahl der möglichen, baufreudigen, Religionen riesig ist, halte ich es für sinnvoll darüber jetzt genau nachzudenken. Mit den Uraltkirchen in Deutschland brauchst du da nicht zu kommen, dort haben die Leute wohl in 90v.H. Fällen freiwillig neben den Kirchen gebaut, denn die standen meist schon, bevor sich der Bauherr entschloss daneben sein Haus hochzuziehen. Er/Sie war mit den Einschränkungen von vornherein vertraut. - Erich - 17.12.2006 Zitat:Wolf postetea) ich wohne in der Nähe und fahre auf dem Weg zur Arbeit täglich an der Stelle vorbei b) die Informationen "aus erster Hand" krieg ich über unseren täglichen Pressespiegel, Fakt ist: die Stadt München hat den Vorbescheidsantrag genehmigt die Regierung von Obb. geht auf Weisung der Staatsregierung dagegen vor c) damit die Nachbarn nicht im Dunkeln sitzen sind Abstandsflächen vorgesehen, in Bayern i.d.R. die "Wandhöhe" (Bayerische Bauordnung), das gilt aber nicht bei geschlossener Bauweise (wie in den Innenstädten - Wand an Wand) und gegenüber von Straßen und Plätzen (da kann die Abstandsfläche bis zur Straßenmitte fallen) - und ein schlankes Minarett, dessen Schatten je nach Sonnenstand auf einen Straßenplatz fällt oder auf das (eigene) Hausdach, verdunkelt nicht das Wohnzimmer der Nachbarn .... siehe die Bilder auf <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ditim.de/informationen/berichte/index.shtml">http://www.ditim.de/informationen/berichte/index.shtml</a><!-- m --> <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.gotzingerplatz.de/">http://www.gotzingerplatz.de/</a><!-- m --> <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.gruene-muenchen-sendling.de/uploads/pics/MoscheeSkizze300_02.jpg">http://www.gruene-muenchen-sendling.de/ ... 300_02.jpg</a><!-- m --> um es kurz zu sagen: ohne die prägenden Minarette wäre das ganze eine völlig normale Baulückenschließung, die in München hundertfach ohne Bebauungsplan passiert d) genau das Minarett aber "stört" - weil es eine Moschee als Moschee ersichtlich macht, und deshalb nicht neben der Kirche (die mit ihren Türmen am selben Platz steht) erscheinen darf (dabei sprechen sich die Kirchenleitungen für die Moschee aus) <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ditim.de/islam/dialog/index.shtml">http://www.ditim.de/islam/dialog/index.shtml</a><!-- m --> e) bei mir zu Hause gibts auch eine Moschee - die erst vor ein paar Wochen katholische Landtagspräsident Alois Glück besucht hat und die Muslime hier sind akzeptiert und integriert <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.islam-penzberg.de/2005/index.php">http://www.islam-penzberg.de/2005/index.php</a><!-- m --> edit: Zitat:Wolf posteteja Wolf, genau darum geht es - verstecken und verdrängen, wer heute gegen islamische Minarette vorgeht wird mit derselben Begründung morgen den christlichen Kirchturm verbieten; das ist eine Form der religiösen Diskrimnierung, die ich aus einem freiheitlich demokratischen Staat nicht gewöhnt bin - bastian - 17.12.2006 @Moschee in München Ein sicherlich interessantes Thema, der Bezug zum Beitritt der Türkei zur EU ist mir nur nicht klar. Also bitte woanders diskutieren. - Erich - 17.12.2006 sorry - das war mein Fehler: ich hab im Zuge der Beitrittsdiskussion auf die Diskriminierung der Christen in der Türkei hingewiesen und die Diskriminierung der Muslime in Deutschland an diesem Beispiel als Pendant dagegen gestellt. Tatsächlich scheint mir in beiden Staaten mehr Toleranz und Akzeptanz der jeweils anderen Religion von nöten zu sein, um die Türkei und die EU auch innerlich miteinander zu verbinden, oder m.a.W.: Der Ablehnung der Türkei als EU-Mitglied hier entspricht komplementär die Ablehnung des Baues einer Moschee in einer Stadt in Deutschland - beides ist denselben irrationalen Vorbehalten geschuldet. edit: zum Thema Integration sollten wir die Diskussion ggf. unter <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.forum-sicherheitspolitik.org/showtopic.php?threadid=3456&pagenum=16&time=1166306544">http://www.forum-sicherheitspolitik.org/show ... 1166306544</a><!-- m --> fortsetzen und zum Thema Ägypten würde sich <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.forum-sicherheitspolitik.org/showtopic.php?thread">http://www.forum-sicherheitspolitik.org/showtopic.php?thread</a><!-- m -->[threadid]=2398&pagenum=lastpage anbieten - oder? - Wolf - 17.12.2006 Zitat:Erich posteteOk. - Erich - 09.03.2007 möchte mal hier den Thread wieder beleben und einen Gedanken zu Papier bringen: Wenn es denn europäischer Konsens ist, dass Staat und Religion getrennt sind, dass das religiöse Bekenntnis nichts mit der Politik zu tun haben darf (siehe Frankreich) dann müsste es doch konsequent sein, dass in der Beitrittsdiskussion die Frage, ob eine Bevölkerung mehrheitlich katholisch, evagelisch, orthodox oder auch islamisch ist, überhaupt keine Rolle spielen ... oder ist das Christentum doch prägender Bestandteil der EU - und was wäre dann mit Bosnien? - Azrail - 09.03.2007 Erich schrieb:möchte mal hier den Thread wieder beleben und einen Gedanken zu Papier bringen: Das ist eben falsch sekulare Struktur herrscht doch gar nicht. Die Politik wird von der Religion beeinflusst auch wenn es indirekt ist!!! Religion bestimmt die Moralität,die wiederum beeinflusst die Kultur die wiederum beinflusst die Poltik eines Landes. Und eben auch die Poltik von ganzen Blöcken. Die EU weiss selbst nicht genau was es ist glaube ich zumindest,sind sie noch "Wertegmeinschaft" unabhängig von der Kulturzugehörigkeit oder schon längst "ein Kulturblock"? Was ist also die EU? Wissen es die Europäer selber? Was Bosnien angeht ist sie eben der Überbleibsel einer sozusagen "Wertegemeinschaft" wie YU und wurde durch den Bürgergkrieg oder einen "Kultur Nationalistischen Krieg" zerrüttet,zerstört da er Bosnein am heterogensten war. Nicht nur Bosnien sondern auch andere teile wie Kosovo,Albanien,Makedonien sind eine Frage? MfG Azze - soferaki - 06.06.2007 Zitat:Was ist also die EU? Wissen es die Europäer selber? Nach den schriftsteller John Laughland und Rodney Atkinson, die nach der Geschichte der Idee von eine verbündete Europa suchten,fanden sie raus das es eine idee des damaligen dritten reiches in Deutschland war meine meinung nach ist die Türkei ein spielball Amerikas Amerika will das die Türkei in die EU rein kommt damit Amerika auch was zu sagen hat in der EU immerhin leben heute in der türkei ca.76.000.000 menschen und nach hoch rechnungen werden sie im jahr 2020 über 150,000,000 sein ich glaube das ist auch einer der grunde von vielen - Erich - 24.06.2007 die Türkei ist jedenfalls eines: die absehbare Energiedrehscheibe zwischen Russland und Südeuropa (Italien - South Stream) sowie zwischen der Kaspi-Region und Mitteleuropa (Östererich - Nabuco) <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,490355,00.html">http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,490355,00.html</a><!-- m --> Zitat:23. Juni 2007und wie man hört beabsichtigt die türkische Regierung diesen Energie-Joker in den EU-Beitrittsverhandlungen heftig ins Spiel zu bringen - hoj - 22.11.2007 Zitat: Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), muss sich bei einem dreitägigen Besuch in der Türkei auf viel Kritik am neuen Zuwanderungsgesetz gefasst machen. "Hürriyet", die größte Zeitung der Türkei, bezeichnete Böhmer als "Ministerin, die türkische Bräute zum Weinen bringt", und wies darauf hin, dass das Zuwanderungsgesetz in der Türkei als "diskriminierend und rassistisch" abgelehnt werde. Böhmer wurde am Nachmittag in Ankara erwartet. <!-- m --><a class="postlink" href="http://afp.google.com/article/ALeqM5goykTy1g1TYqKIYDgZgWPoFzMlrQ">http://afp.google.com/article/ALeqM5goy ... gWPoFzMlrQ</a><!-- m --> - hoj - 14.12.2007 Zitat:Der türkische Vize-Regierungschef Cemil Cicek hat am Montag betont, nicht alle Hoffnungen der Türkei und die Entwicklung des Landes hingen von der EU ab. Die Türkei solle sich aber weiter um einen Beitritt bemühen. "Wir werden der EU nicht wegen einer Erklärung den Rücken kehren." <!-- m --><a class="postlink" href="http://derstandard.at/?url=/?id=3145400">http://derstandard.at/?url=/?id=3145400</a><!-- m --> - hunter1 - 09.01.2008 Zitat:Bush wirbt für EU-Beitritt der TürkeiQuelle: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/international/bush_eu-tuerkei_1.647594.html">http://www.nzz.ch/nachrichten/internati ... 47594.html</a><!-- m --> Ich hätte den Artikel beinahe bei "Lustige Nachrichten aus aller Welt" reingetan :wink: Es ist einfach unglaublich, wie Bush es fertigbringt, immer wieder die widersprüchlichsten Dinge zu verzapfen: eine "konstruktive Brücke" zwischen Westen und islamischer Welt, nachdem die Amerikaner in den letzten Jahren besonders viele solcher Brücken zum Einstürzen gebracht haben. Oder die "grossartige Religion des Islam"...passt so ein Satz überhaupt zu Bush? Zudem, um beim Thema zu bleiben: ist es klug, wenn sich der amerikanische Präsident in die Frage Türkei-EU einmischt? - hoj - 09.01.2008 hunter1 schrieb:Zitat:Bush wirbt für EU-Beitritt der TürkeiQuelle: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/international/bush_eu-tuerkei_1.647594.html">http://www.nzz.ch/nachrichten/internati ... 47594.html</a><!-- m --> Bush ist jetzt auf Israel besuch. Israel sieht Turkei als eine Art Türöffner für eigenem EU-Beitritt. Apropos Israelischer Beitritt.. Ob das der Grund für eine Mittelmeerunion ist? (soviel zu verschwörungstheorien) Bush ist auf einer Abgangsturne. Und da die Turken von USA nichts außer Arschkiricherei und ein Paar kleinen Gefahlen verlangen, wird es halt gekrochen solange die Turkei keine Rechnungen für die NATO-Freundschaft zeigt. Außerdem hat sich Turkei als sehr nutzliches Werkzeug in der Anmischung in die Europa und Ex-Sowietunion erwiesen. |