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RE: Iran - Kongo Erich - 06.03.2026

Der Merkur befasst sich unter dem Titel „Keine Alternative“: Experte erklärt „interessantes Muster“ bei Iran-Angriffen mit einem Detail der Angriffe auf den Iran - und erklärt dann auch, warum diese Angriffe nicht zu einem Regime-Wechsel führen werden (Kopie hier):
Zitat:Wohin steuert der Iran? Islamwissenschaftler Ralph Ghadban erklärt, welche Ziele Israel und die USA verfolgen – und warum ein echter Wandel ausbleibt.

Berlin – In Militärkreisen spricht man von einem „Enthauptungsschlag“ – gemeint ist der Beginn des Angriffs Israels und der USA auf den Iran. Ajatollah Ali Chamenei, der Oberste Führer der Islamischen Republik, ist tot. Doch das Ende des Mullah-Regimes ist damit nicht zwingend eingeläutet. Schon vor dem Angriff warnten Experten: Die verbliebenen Kräfte des Regimes würden alles daransetzen, ihre Herrschaft zu sichern.

...
„Interessant ist: Israel und die USA greifen bislang nicht die Armee an. Nur Basen der Revolutionsgarden.“ Die Strategie dahinter sei Zermürbung – einen Krieg mit Bodentruppen wolle man möglichst lange hinauszögern. Auf Unterstützung durch Verbündete könne Teheran dabei kaum hoffen. „Russland oder China sind offenbar nicht bereit, sich für das Regime zu engagieren. Sie unterstützen vielleicht mit Informationen, aber mehr auch nicht.“ Militärisch würden sich weder Moskau noch Peking einschalten.

„Der Krieg wird weitergehen, bis Israel und die USA das Regime so weit geschwächt haben, dass sie verhandeln müssen“, so Ghadban. Eine vollständige Destabilisierung des bestehenden Systems sei dabei nicht das Ziel: „Die Amerikaner oder Israel wollen kein demokratisches System installieren. Wer das immer noch glaubt, ist wahnsinnig“, sagt Ghadban. „Die wollen bloß irgendein Regime, das US-freundlich ist und Israel nicht angreift. Und keine Atombombe baut. Das iranische Volk ist ihnen egal.“ (Anm. dazu auch der Merkur: Trump will Nachfolge im Iran selbst regeln)

Nach den Attacken im Iran: Reformflügel statt Demokratie
In den Angriffen erkennt Ghadban eine klare Logik: „Das ist vergleichbar mit dem Vorgehen in Venezuela.“ Auch nach der US-Entführung von Präsident Nicolás Maduro blieb dort ein grundlegender Systemwechsel aus – und war laut Ghadban auch nie das eigentliche Ziel. Dasselbe Muster gelte für den Iran. Innerhalb des Regimes stehen den Hardlinern Reformkräfte gegenüber, die die zunehmend einflussreichen Revolutionsgarden zurückdrängen wollen. „Die USA setzen darauf, dass ein Reformflügel innerhalb des Mullahregimes übernimmt.“ Ein moderateres Mullah-Regime würde die Revolutionsgarden in ihre Schranken weisen und der Armee unterstellen, so Ghad­bans Einschätzung. „Das kann lange dauern. Monate.“
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RE: Iran - Kongo Erich - 20.03.2026

(18.01.2026, 09:50)Schneemann schrieb: ....

Wenn die WiWo hier von Lastwagenfabriken schreibt, dann muss bedacht werden, dass diese Fabrikation strategisch wichtig ist. Einerseits dienen diese Laster auf den Routen nach Zentralasien und Aserbaidschan als wichtigsten Transportmittel - auf sie zu verzichten oder sie zu vernachlässigen, wäre kaum entschuldbar. Hinzu kommt, dass diese Lastwagen andererseits auch militärisch betrachtet wichtig sind, entweder in der Logistik oder als TEL-Schlepper. Dass der Iran also diese Fabrikation massiv am Laufen hält, notfalls unter Vernachlässigung anderer Produktionseinrichtungen, ist aus Teherans Sicht nur logisch. Es ist aber kein Beleg für eine Resilienz gegenüber Sanktionen.

Schneemann
die Wiwo schreibt aktuell nochmal über die LKW-Produktion im Iran:
Zitat:Daimlers Chinalaster werden weiter im Iran gebaut
Die USA befinden sich im Krieg mit dem Iran. Und doch baut ein Lkw-Werk in Teheran weiter Fahrzeuge aus einem China-Joint-Venture von Daimler Truck. Das zeigen Satellitenbilder. Wirtschaft von oben ist eine Kooperation mit LiveEO.
Thomas Stölzel
20.03.2026 - 09:40 Uhr
Im Ergebnis ist der von mir bereits zitierte Artikel nochmal an Hand von Sat-Fotos aktualisiert