Algerien
#1
http://www.zeit.de/2004/06/Algerien

Duell in Algier

Im April wählen die Algerier ihren Präsidenten. Die Militärs behaupten, sie hielten sich heraus. Keiner glaubt es

Zitat:Algerien erlebt eine Premiere: Im April sind Präsidentschaftswahlen, und der Sieger steht noch nicht fest. Das gab es noch nie. Bislang bestimmte die allmächtige Armee frühzeitig ihren Kandidaten und ließ ihn danach vom Volk wählen. Das war auch 1999 so, als Abdelasis Bouteflika, dessen Amtszeit im April zu Ende geht, zum Präsidenten gekürt wurde. Jetzt wartet Algeriens politische Klasse auf das Editorial der nächsten Ausgabe von al-Dscheisch, der Monatszeitung der Armee. Für wen werden die Generäle – selbstredend zwischen den Zeilen – votieren? Für Bouteflika, der seine erneute Kandidatur noch nicht angemeldet hat? Oder für Benflis, dessen Kandidatur der Präsident nicht verhindern konnte?
Der Konflikt zwischen dem Präsidenten und seinem früheren Premier ist noch kein Jahr alt. Erst als deutlich wurde, dass es Benflis ins höchste Staatsamt drängte, feuerte ihn Bouteflika. Das war im Mai. Im September entließ der Präsident fünf FLN-Minister, die Benflis nahe standen. Aus Protest dagegen traten kurz danach sieben weitere Minister aus dem Benflis-Lager zurück. Anfang Oktober nominierte ein außerordentlicher Parteikongress, den Bouteflika vergeblich zu verhindern trachtete, den Parteichef zum Präsidentschaftskandidaten. Zum Jahresende eskalierte der Konflikt endgültig. Am 30. Dezember erklärte das Verwaltungsgericht von Algier den Parteitag vom März für ungültig, auf dem Benflis als Parteichef bestätigt worden war. Implizit verbot es ihm damit, sich als Kandidat der FLN um die Präsidentschaft zu bewerben. Sämtliche Parteiguthaben wurden gerichtlich blockiert.........
[Bild: http://zeus.zeit.de/bilder/2004/06/polit...en_255.gif]
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#2
http://www.taz.de/pt/2004/02/03/a0151.nf/text

Algeriens Machtelite bekämpft sich selbst

Vor den Wahlen im April verschärft sich der Machtkampf zwischen Staatschef Bouteflika und Expremier Benflis.

Zitat:Algeriens Machtapparat ist gespalten. Seit im Oktober der ehemalige Premierminister Ali Benflis seine Präsidentschaftskandidatur gegen Amtsinhaber Abdelasis Bouteflika bei den Wahlen im kommenden April anmeldete, gibt es zwei "offizielle" Kandidaten aus der einstigen Einheitspartei FLN (Nationale Befreiungsfront). Diese befindet sich nun im Prozess der Spaltung, und das könnte zu neuen politischen Turbulenzen in Algerien führen.

Präsident Bouteflika geht davon aus, dass, wie immer in Algerien, der Staatsapparat seine Wiederwahl unterstützt. Aber der einstige Menschenrechtsanwalt Benflis kann fest auf die Basis der FLN und deren Massenorganisationen bauen. Unter ihm gewann die FLN die letzten Parlaments-, Gemeinde- und Regionalwahlen. Er verkauft sich als Erneuerer, der zugleich alte Errungenschaften bewahrt: Als Regierungschef unter Bouteflika 2000-2003 blockierte er die vom Präsidenten gewünschte Privatisierung der Erdölindustrie, die über 90 Prozent der Staatseinnahmen erwirtschaftet. Das führte zum Bruch zwischen Bouteflika und Benflis, der im Mai 2003 als Premierminister entlassen wurde und daraufhin den parteiinternen Machtkampf einleitete. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte die Auseinandersetzung zwischen "Cäsar und Brutus" - wie die algerische Presse die beiden gerne nennt - zum Jahreswechsel. Bouteflika-Anhänger erreichten vor Gericht, dass alle Aktivitäten der FLN ausgesetzt werden. Die Richter annullierten damit einen FLN-Sonderparteitag vom Herbst, auf dem die Mehrheit der Delegierten Benflis zum Präsidentschaftskandidaten wählte. Die Anhänger des Staatschefs versuchen seitdem, die FLN zurück in ihre Hände zu bekommen. Am vorletzten Wochenende hielten sie zu diesem Zweck einen ersten eigenen FLN-Parteitag ab..........
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#3
http://derstandard.at/standard.asp?id=1559802

Algerien bittet UNO und EU um Entsendung von Wahlbeobachtern
Um "Ehrlichkeit" der Präsidentenwahl sicherzustellen

Zitat:Algier - Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika hat die UNO und die EU zur Entsendung von Beobachtern zu der im April anberaumten Präsidentenwahl aufgefordert. Auch in Briefen an das Europaparlament, die Afrikanische Union und die Arabische Liga bat Bouteflika am Mittwoch um die Bereitstellung von Beobachtern, um die "Ehrlichkeit" der Abstimmung sicherzustellen.

Eine internationale Überwachung der Wahl werde dem Resultat Glaubwürdigkeit verleihen und die Wählerbeteiligung erhöhen, schrieb der Staatschef an UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Bisher haben etwa 40 Bewerber ihre Unterlagen für eine Kandidatur eingereicht. Bouteflika hat bisher noch nicht öffentlich bekannt gegeben, ob er für eine zweite Amtszeit antritt. (APA)
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#4
http://derstandard.at/standard.asp?id=1592222

USA bestätigen Militäraktivität in Algerien
Festen Stützpunkt dementiert

Zitat:Algier - Die USA haben am Samstag ein militärisches Engagement in Südalgerien bestätigt, Berichte über einen festen US-Militärstützpunkt aber dementiert. "Die USA kämpfen gegen terroristische Aktivitäten in Algerien und im Sahel", erklärte die US-Botschaft in Algier. Die "bemerkenswerte Zusammenarbeit" Algeriens mit den USA in diesem Bereich werde "auf andere Gebiete ausgedehnt", darunter die Ausbildung der algerischen Streitkräfte.

Im vergangenen Jahr soll Washington Algerien 700 000 Dollar für militärische Ausrüstung zur Terrorbekämpfung bereit gestellt haben. US-Soldaten sollen nach algerischen Medienberichten auch bei der Zerschlagung einer Truppe moslemischer Untergrundkämpfer geholfen haben, die mit von Deutschland erpresstem Geld in Mali Waffen gekauft hätten. Deutschland soll eine Millionensumme für die Freilassung verschleppter Saharatouristen gezahlt haben. (APA/dpa)
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#5
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 29,00.html

Zitat:Bouteflika bleibt Präsident

Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika, 67, hat die Wahlen mit klarer Mehrheit für sich entschieden. Nach Angaben von Innenminister Nourredine Zerhouni wurde Bouteflika mit 83 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.
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#6
Süddeutsche Zeitung
Nr.85, Dienstag, den 13. April 2004 , Seite 3

Zitat:Nach dem Wahl-Triumph von Abdelaziz Bouteflika: Ein Land, das geteilt ist in ein nützliches und in ein wirkliches Algerien
Optimismus am Rande des Abgrunds
Schwache Produktivität, hohe Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot - nichts von alledem schadete dem Präsidenten, weil er den Frieden gebracht hat

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Nur langsam erholt sich die Landwirt-schaft. Vor allem in den Orangenhainen wird wieder gearbeitet und geerntet. Stellenweise wachsen Tomaten und Gurken unter Plastik-Treibhäusern. Wer mit seinem Land etwas anfangen will, dem zahlt der Staat fast alles: die Vorbereitung des Bodens, den Kauf der Bäume oder Pflanzen, die Bewässerung, den Aufwand für Kühlhäuser zur Aufbewahrung der Obsternte, die Anschaffung von Bienenstöcken zur Bestäubung - insgesamt übernimmt der Staat zwischen 80 und 100 Prozent der Kosten. Nur für Dünger und Pflanzenschutzmittel muss der Bauer - oder der Agro-Industrielle - selber aufkommen. Doch die landwirtschaftliche Produktion Algeriens hat erst wieder ein Fünftel ihrer Leistung vor der Unabhängigkeit erreicht. Und die Bevölkerung ist dreimal größer geworden.


Mehr Geld durch Erdöl
Bouteflika wird in seiner zweiten Amtszeit Geld zur Verfügung haben. Noch nie brachten Erdöl und Gas dem Land so viel ein wie jetzt. Die Devisenreserven sind auf 33 Milliarden Dollar gewachsen. Ein militärisch gesichertes Netz von Leitungen und zwei Verladehäfen funktionieren ökonomisch völlig losgelöst von der Misere des restlichen Landes. Nüchterne Fachleute unterscheiden zwischen dem ¸¸nützlichen Algerien" und dem ¸¸wirklichen Algerien". Im nützlichen Algerien der Energiewirtschaft bringen zwei Prozent der aktiven Bevölkerung drei Viertel der Staatseinkünfte hervor, den wesentlichen Teil des Bruttosozialprodukts und praktisch den gesamten Export. Das ¸¸wirkliche Algerien" der Arbeitslosen, Suventionierten und Armen profitiert vom Erdöl-Geld nur wenig.
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#7
@Erich
Wirtschaftliche Probleme sind in Algerien nichts neues. Diese sind teilweise auf den Umstand zurückzuführen, daß Algerien nach der Unabhängigkeit zu rasch industrialisiert wurde. Dies ging vor allem auf Kosten der Landwirtschaft, mit dem Ergebnis, daß Nahrungsmittelknappheit in Algerien lange üblich war.
Eine Bekannte meiner Mutter hat eine Zeit lang in Algerien gelebt, und von ihr weiß ich, daß damals dort bestimmte Lebensmittel - und damit meine ich nicht etwa Alkohol oder Bananen - einfach nicht zu kriegen waren.
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#8
Tiger, es wurde wohl nicht "zu rasch modernisiert", sondern nach Sowjetischem Muster in Staatsbetrieben mit Bürokratie und Planwirtschaft - hab grad mein Länderdossier für Algerien fertig und an Holger geschickt:daumen:
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#9
http://derstandard.at/standard.asp?id=1642051

Algerien: Islamische Extremisten wollen Waffen niederlegen
Regierung bietet Amnestie an

Zitat:Algier - Der größte Teil der moslemischen Extremistengruppe GSPC will algerischen Sicherheitskreisen zufolge ein Amnestie-Angebot der Regierung annehmen und ihre Waffen niederlegen. Damit wäre Experten zufolge der seit zwölf Jahren anhaltende Aufstand mit seinen bis zu 150.000 Toten faktisch beendet........
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#10
http://derstandard.at/standard.asp?id=1652496

Algerien: Mutmaßliche Terroristen töten zehn Menschen
Opfer waren Polizisten, Soldaten und Zivilisten

Zitat:Algier - Mutmaßliche islamische Terroristen haben in Algerien bei mehreren Gewaltakten zehn Menschen umgebracht. Zu der Welle von Anschlägen in den vergangenen Tagen gehörte ein Überfall auf zwei Polizisten, die nach Berichten algerischer Sicherheitskreise am Samstagabend während moslemischer Feiern in der Hauptstadt Algier erschossen wurden. Nach Informationen der Tageszeitung "Le Matin" vom Montag sind die Schützen Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe GSPC, die Berichte dementiert haben soll, sie gebe die Gewalt auf..........
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#11
http://www.netzeitung.de/ausland/289221.html

Zehn Tote bei Angriff auf Militär in Algerien

In Algerien ist ein Militärkonvoi überfallen worden. Zehn Soldaten wurden getötet.

Zitat:Bei einem Überfall auf einen Militärkonvoi in der Region Bejaia in Algerien sind zehn Soldaten getötet und 45 verletzt worden. Für den Angriff wurde die islamistische Salafistengruppe für Predigt und Kampf (GSPC) verantwortlich gemacht.
Ein Bekennerschreiben liegt aber noch nicht vor. Es war der schwerste Überfall auf Soldaten in Algerien in diesem Jahr. (nz)
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#12
Zitat:SALAFISTS THREATEN MAJOR ALGERIAN CITIES


CAIRO [MENL] -- Algeria's largest Islamic insurgency group has threatened to launch major attacks against the regime.

The Salafist Brigade for Combat and Call has warned Algerians to stay away from government installations in major cities. A Salafist statement said Islamic insurgents would launch a major strike against police stations.

The statement, posted on an Islamic Internet website on Aug. 21, warned Algerians to keep away from police stations and other security installations. The Salafists said they would not be responsible for passersby killed in these strikes.

"We are innocent before Allah of the blood shed of those innocents who walk near these places," the Salafist statement said.
Quelle: http://www.menewsline.com/stories/2004/ ... _25_1.html
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#13
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 27,00.html
Zitat:08. April 2005

Massaker an gefälschter Straßensperre

14 Menschen sind in Algerien Opfer heimtückischen Mörder geworden. Nahe Algier erichteten Unbekannte eine Straßensperre, dann töteten sie die Reisenden. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand.

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#14
Zitat:ALGERIA EXAMINES NUKE ENERGY OPTION


LONDON [MENL] -- Algeria has been quietly examining the feasibility of establishing a network of nuclear power facilities.

Western industry sources said Algeria has sought to exploit its natural uranium deposits to preserve declining energy reserves. The sources said Algeria has been developing a major nuclear program that has military applications. So far, the country has been operating two civilian nuclear reactors.
Quelle: http://www.menewsline.com/stories/2005/ ... _27_1.html
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#15
Algeria: Dominant Party Keeps Power

http://www.nytimes.com/2007/05/19/world/...ref=slogin

Zitat:The long-dominant National Liberation Front lost 67 seats in parliamentary elections on Thursday, according to results announced yesterday, but it kept its leading position despite a record low turnout. (...)

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