Schweizer Armee - Verteidigung der Schweiz
#16
http://www.nzz.ch/2004/02/23/il/page-ne ... 7E-12.html


SP gegen Nachfolger für Tiger

Fraktion ist gegen neues Kampfflugzeug in den nächsten 20 Jahren.
Eine Evaluation für ein neues Kampfflugzeug für die Schweizer Luftwaffe ist derzeit unnötig. Das glaubt die SP-Fraktion der Eidgenössischen Räte, die sich gegen die Neubeschaffung eines Kampfflugzeugs wehrt. Die Fraktion stützt sich dabei auf eine Studie, die sie selbst in Auftrag gegeben hat.

Zitat:(ap) Die SP-Fraktion im National- und Ständerat will in den nächsten 20 Jahren kein neues Kampfflugzeug für die Schweizer Armee. Ein Ersatz der Tiger-Flotte sei nicht nötig, hiess es am Montag an einer Pressekonferenz in Bern. Die Armee und die Luftwaffe müssten auf einen risikobasierten Auftrag ausgerichtet und reduziert werden.

In ihrer Forderung nach einer abgespeckten Luftwaffe stützt sich die sozialdemokratische Fraktion auf eine Studie des Politberaters und Politikwissenschafters Lutz Unterseher.

Dieser war bei seinen Sondierungen im Auftrag der SP zum Schluss gekommen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine triftigen Gründe gibt, um die Schweizer Luftüberwachung über den aktuellen Bestand an F/A-18-Kampfjets hinaus zu verstärken.

Eine Evaluation eines Tiger-Nachfolgers sei deshalb zum jetzigen Zeitpunkt «reine Zeit- und Geldverschwendung», sagte Nationalrat Paul Günter (sp., Bern). Das Projekt zur Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs könne ad acta gelegt werden und sei angesichts der Lebensdauer der F/A-18-Jets von 30 Jahren frühestens in 20 Jahren wieder vorzusehen.

In welcher Form die SP eine frühere Beschaffung neuer Kampfflugzeuge bekämpfen will, liessen die Mitglieder der Fraktion an ihrer Pressekonferenz zunächst allerdings noch offen.
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#17
Popeye postete:

Zitat:SP gegen Nachfolger für Tiger
@popeye
Vielen Dank für diese Info! Ich lese die NZZ zwar ab und zu, doch diese Mitteilung ist mir entgangen.

Es wird in der Schweiz wohl wieder zu einer Volksabstimmung über die Beschaffung weiterer Kampfflugzeuge kommen, so wie es anfangs der 90er bei der F/A-18-Beschaffung der Fall war (ist vermutlich weltweit einmalig...).
Allerdings dürften die Gegner eines neuen Kampfjets diesmal bessere Karten haben als vor einem Jahrzehnt, denn die Bedrohungslage und vor allem die wirtschaftliche Situation sprechen sich (immer noch) für eine Streitkräftereduktion aus.
Trotzdem hoffe ich, dass eine solche Volksinitiative scheitert, denn die Schweizerische Luftwaffe wird momentan drastisch verkleinert (die F-5E/F werden nach und nach ausgemustert). Ein Kontingent von 33 Hornets, wie es die SP offenbar will, halte ich für witzlos; so wenige Maschinen können grad mal die nötigsten Jagdaufgaben übernehmen, von Aufklärung oder Bodenangriffen ganz zu schweigen. Nun ja, man wird sehen...
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#18
hallo allerseits, etwas zum thema schweizer nachrichtendienst (SND = Strategischer Nachrichtendienst). Die Aufgabe des strategischen Nachrichtendienstes lautet nach eigenen Angaben:"Es geht darum, auf der Basis von Informationen über Interessen, Absichten und Potenziale anderer Staaten und Gruppierungen die Lage zu verfolgen und zu beurteilen, immer unter dem Gesichtspunkt: Was bedeutet dies für die Schweiz? . Diese Informationen werden sowohl aus offenen als auch aus so genannten klassifizierten Quellen gewonnen." (Das habe ich wortwörtlich aus der neun ausgabe des Magazines FACTS (eine Art Spiegel oder Focus) übernommen).

Der Personalbestand beläuft sich auf etwa 100 Personen und der Hauptsitz befindet sich in Bern (wie kanns auch anders sein). Der SND ist demjenigen Bunderrat unterstellt welcher für das VBS (Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport) zuständig ist. Hier noch ein nützlicher Link: http://www.vbs.admin.ch/internet/gs/snd/d/INDEX.HTM

Ich bin der Meinung das ein Land wie die Schweiz mehr Hubschrauber im Einsatz haben müsste!Ich meine damit Hubschrauber jeglicher Art (Kampf, Transport etc.) Meiner Meinung nach bringts nix eine grosse Anzahl an Kampfjets zu haben wenn die eh nur einen Luftradius von ca. 250 x 400 (grob geschätz) überwachen müssten. Und nochwas zum "Mythos der Festung Schweiz". Es entspricht der Tatsache das die Schweizer Armee sich die Vorteile der Alpen zu Nutze macht und daher recht viele Armeebauten in der Bergen vorweisen kann. Alleine das Gotthardmasiv ist eine riesige Bunkerfestung mit der Hauptaufgabe der Luftraumverteidung mittels Boden-Luft-Raketen. Auch ich leistete meinen Dienst in der Schweizer Armee und konnte einige Eindrücke gewinnen und mich auch zum Teil selbst überzeugen was für Waffen die Schweizer Armee so im Einsatz hat oder hatte.
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#19
http://de.news.yahoo.com/040226/281/3wj06.html

Massiver Personal- und Strukturabbau im VBS

Zitat:Bern (AP) Der Spardruck zwingt die Schweizer Armee zu einem massiven Personal- und Strukturabbau. Bis im Jahr 2010 sollen rund 2.500 Stellen abgebaut werden, rund 300 Angestellten im Bereich der Logistik droht die Entlassung. Allein im Jahr 2004 wird Material im Bestandeswert von zwei bis drei Milliarden Franken entsorgt..............
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#20
Zitat:nikolatesla postete
Meiner Meinung nach bringts nix eine grosse Anzahl an Kampfjets zu haben wenn die eh nur einen Luftradius von ca. 250 x 400 (grob geschätzt) überwachen müssten.
Die Zahl der Flugzeuge hat nur bedingt mit der Fläche zu tun, sondern mit den Planungsszenarien. Die Luftwaffe will für die oberste Alarmstufe durchgehend 2 Doppelpatrouillen (4 Maschinen) dauernd bereits in der Luft haben (ergibt z.B. 96 Flüge pro Tag), um genügend schnell reagieren zu können. Dies ergibt einen Bedarf von ca. 70 Maschinen inkl. Reserven. Die Luftwaffe geht hier vom Szenario "Luftverteidigung" aus. Für die SP reichen 2 Maschinen, für sie reicht das Szenario "Luftpolizei".

Auf dem Intranet ist dazu die "Air Power Revue" der Schweizer Luftwaffe (Oktober 2003) abrufbar. Darin sind interessante Daten ersichtlich, vorallem ab Seite 25 (Weiterentwicklung der Luftwaffe bis 2015). Auf Seite 29 ist auch die detaillierte Berechung des Flugzeugbedarfs dokumentiert.

http://www.vbs-ddps.ch/internet/luftwaf ... 0Revue.pdf

Zitat:nikolatesla posteteUnd noch was zum "Mythos der Festung Schweiz". Es entspricht der Tatsache das die Schweizer Armee sich die Vorteile der Alpen zu Nutze macht und daher recht viele Armeebauten in der Bergen vorweisen kann. Alleine das Gotthardmasiv ist eine riesige Bunkerfestung mit der Hauptaufgabe der Luftraumverteidung mittels Boden-Luft-Raketen.
Da bist Du leider nicht mehr auf dem laufenden und hast etwas "mythische Informationen". Der grösste Teil der Festungsanlagen wurden in den letzten Jahren "geschliffen" (ein grosser Teil war auch veraltet), in der Armee XXI sind nur noch die 3 Bison Bttr (moderne 155 mm Geschütze, Reichweite je nach Munition 30-40km) im Einsatz, dazu eine Anzahl 2 x 120 mm Minenwerferanlagen, diese werden aber eingemottet.

Zum Mythos: Der Gotthard war eine Festungsregion, mit diversen Festungsanlagen (wie z.b. auch St. Maurice). Es waren Bunkeranlage für Infanterie, Artiellerie und Panzerabwehr. Dies war die Hauptaufgabe der ehemaligen Gotthardfestung, und nie die Luftverteidigung. Und Boden-Luft-Lenkwaffen gab es innerhalb der Gotthardfestung auch keine. Die schon seit Jahren aus dem Dienst genommen BL-64 Bloodhound war in Stellungen im Mitteland. In der Armee XXI gibt es an Lenkwaffen nur noch 54 Rapier Feuereinheiten, die neu in 2 mobile Bttl gegliedert sind, dazu 8 Bttl mit je 36 Stinger. Die Luftwaffe hat schon verbunkerte Kommandozentralen für das "Florako" Radarsystem, die haben aber mit den ehemaligen Gebirgsfestungen nichts zu tun.
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#21
http://derstandard.at/standard.asp?id=1573399

Online-Shop für Jets, Hubschrauber und Panzer

Eidgenössisches Angebot im Netz - Angestrebt werde, so die homepage, ein "Verkauf von Regierung zu Regierung"

Zitat:Wien - Das Kampfflugzeug "Tiger F-5E", für das sich das österreichische Bundesheer interessiert, steht ganz vorne in einem Katalog, in dem die Schweizer Armee ihre zur Veräußerung anstehenden Waffen aufgelistet hat. Neben den F-5E finden sich dort als Flugzeuge noch die "Hawk" als Schulflugzeug sowie die "Mirage III". Angeboten werden in dem auch im Internet abrufbaren Katalog aber auch Hubschrauber, Panzer und Minenwerfer - alles am besten im Geschäft von Regierung zu Regierung und nur nach Vorlage eines "end user certificate"............
Zum Verkauf freigegebene Systeme und Materialien der Armee http://www.gr.admin.ch/internet/armasui ... dukte.html
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#22
http://www.nzz.ch/2004/05/19/il/page-article9LT0P.html

Geniepanzer oder Transportflugzeuge?
Rüstungspolitisches Dilemma für Bundesrat Schmid

Mit dem Rüstungsprogramm 2004 tut sich das Verteidigungsdepartement schwer. Bundesrat Schmid steht vor der Frage, ob er dem Parlament Geniepanzer oder Transportflugzeuge zum Kauf beantragen soll. In Anbetracht der Pläne, das militärische Auslandengagement mittelfristig zu verstärken, hat das Transportflugzeug Priorität.

Zitat:Zur Diskussion stehen Geniepanzer und Transportflugzeuge. Der Geniepanzer, ein Mehrzweck- Ungetüm auf einem Leopard-2-Chassis, soll die genietechnischen Fähigkeiten der Panzerbrigaden in unwegsamem Gelände und in minenverseuchtem Terrain erhöhen. Das Panzerfahrzeug ist von einem Industriekonsortium unter Beteiligung der Ruag Land Systems und der Rheinmetall Landsysteme entwickelt worden. In Bern wird argumentiert, eine Beschaffung von Geniepanzern in kleiner Stückzahl lasse sich mit Blick auf einen allfälligen Aufwuchs der Armee begründen. Wenn man den Verteidigungsauftrag ernst nehme, brauche die Panzertruppe ein solches Gerät.
...............

Bei diesen Flugzeugen, die jetzt wieder zur Diskussion stehen, handelt es sich um solche des Typs C-295M, Produkte der spanischen Tochterfirma Casa der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS). Das spanische Unternehmen ist ebenfalls substanziell am Bau des neuen Transportflugzeugs A 400M beteiligt. Der Rumpfquerschnitt der C-295M erlaubt zwar keine Transporte von gepanzerten Aufklärungsfahrzeugen «Eagle». Die italienisch-amerikanische C-27J, die in Konkurrenz zur C-295M evaluiert worden ist, würde dies ermöglichen, doch liegt deren Preis erheblich höher. Aus wirtschaftlichen Gründen erachten deshalb Schweizer Rüstungsfachleute und Spitzenvertreter der Luftwaffe das spanische Erzeugnis als vertretbare Lösung...............
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#23
Bei dieser Transportflugzeuge-Diskussion gehts glaube ich vor allem auch um Auslandeinsätze (z.B. im Kosovo) und daher um Langstrecken-Logistik. Die "Swisscoy", das Schweizer Kontingent im Kosovo, wurde bisher mit zivilen oder ausländischen militärischen Frachtmaschinen dorthin verlegt. Für Inlandeinsätze ist die Beschaffung eines solchen Flugzeuges fraglich, die Landesfläche ist einfach nicht ausreichend. Zudem gab es bei dem Vorhaben, grosse Transporter zu beschaffen, Bedenken wegen der Anflugmöglichkeiten der Gebirgsflugplätze (die mittlerweile zwar fast alle geschlossen wurden). Die Schweizer Armee verfügt auch über keine Luftlandetruppe; es gibt Fallschirmaufklärer in Kompagniestärke, die aber mit PC6 abgesetzt werden. Die Aufklärer operieren sowieso in Kleingruppen, die ausgezeichneten STOL-Fähigkeiten der Turbo Porter sind zudem für den Einsatz in den Bergen bestens geeignet.
Fazit: Ein grosses Transportflugzeug wäre in erster Linie ein Prestigeobjekt. Damit würde Unabhängigkeit der Armee in Logistikfragen bei Auslandeinsätzen demonstriert. Allerdings werden sich die Auslandeinsätze der Schweizer Armee auch in Zukunft in Grenzen halten. Die Beschaffung des Flugzeuges ist vom wirtschaftlichen Standpunkt also unnötig.

Wenn ich nun die Wahl hätte zwischen Geniepanzern und Transportflugzeugen, müsste ich feststellen, dass der Geniepanzer eher benötigt wird; dieses Fahrzeug ist in der Lage, auch umgekippte Leo2 wieder auf die Raupen zu stellen; das kann der momentan eingesetzte Entpannungspanzer 65 nicht. Der schafft nur den ältern Panzer 68/88, welcher in der neuen Armee XXI sowieso keinen Platz mehr hat.

Der Fall ist also relativ klar...
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#24
Zitat:hunter1 postete
Der Fall ist also relativ klar...
Tatsächlich? Was meinst Du denn zu dieser genau gegenteiligen Beurteilung:

"Geniepanzer - wofür?
Zur Diskussion stehen Geniepanzer und Transportflugzeuge. Der Geniepanzer, ein Mehrzweck- Ungetüm auf einem Leopard-2-Chassis, soll die genietechnischen Fähigkeiten der Panzerbrigaden in unwegsamem Gelände und in minenverseuchtem Terrain erhöhen. Das Panzerfahrzeug ist von einem Industriekonsortium unter Beteiligung der Ruag Land Systems und der Rheinmetall Landsysteme entwickelt worden. In Bern wird argumentiert, eine Beschaffung von Geniepanzern in kleiner Stückzahl lasse sich mit Blick auf einen allfälligen Aufwuchs der Armee begründen. Wenn man den Verteidigungsauftrag ernst nehme, brauche die Panzertruppe ein solches Gerät.

Ist dies wirklich stichhaltig? Nur schon ein Blick auf die stark veränderte politische Landkarte Europas, wie sie sich nach Nato- und EU- Erweiterung darstellt, zeigt, dass mit Panzergefechten herkömmlicher Art, mit Verzögerungskämpfen und Gegenangriffen über Flussläufe, wohl auf sehr lange Sicht nicht gerechnet werden muss. Dies kommt nicht zuletzt darin zum Ausdruck, dass die Nato, wie deren Oberbefehlshaber in Europa, General Jones, kürzlich sagte, «strategischer» werden will. Das heisst: Die Allianz wird sich künftig auf Fähigkeiten konzentrieren, die es ihr ermöglichen, schnell in Krisengebieten einzugreifen. Der Aufbau von ausreichender Lufttransportkapazität sowie die Beschaffung von Waffensystemen und Geräten, die rasch verlegt werden können, geniessen Priorität. Auf dieser Linie bewegt sich unter anderem die deutsche Bundeswehr, deren Streitkräftestruktur konsequent auf neue Erfordernisse ausgerichtet ist. Wegleitend dafür ist die 2002 in Prag verabschiedete «Prager Verpflichtung zu Verteidigungsfähigkeiten».

In diese Landschaft passt das jetzt zur Debatte stehende Gefährt nicht. Auch wenn sich Kampfpanzer - übrigens in stark reduzierter Zahl - weiterhin in den Arsenalen europäischer Streitkräfte befinden, werden sie eine neue Rolle erhalten. Im Vordergrund werden, wenn überhaupt, Schutzfunktionen in Einsätzen zur Raumsicherung, jedoch nicht mehr weiträumige Offensivoperationen stehen, schon deshalb nicht, weil präzises Feuer von Kampfflugzeugen aus grosser Distanz Panzerformationen in Bewegung zunehmend gefährdet. Es geht künftig also weniger um den Kauf schweren Materials (zur Garagierung in Depots) als vielmehr darum, die Kenntnisse von Einsatzdoktrin und Führung mechanisierter Verbände auf dem neuesten Stand zu halten.

Eigene Lufttransportkapazität nötig
Ein Entscheid für die Beschaffung von Transportflugzeugen, die nicht nur dem Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), sondern auch anderen Departementen zur Verfügung stünden, läge also auf der Hand. Bundesrat Schmid scheint sich aber vorab deshalb in Zurückhaltung zu üben, weil in der Finanzplanung ab 2006 keine Kredite mehr für den Einsatz der Schweizer Kompanie in Kosovo (Swisscoy) vorgesehen sind. Zudem ist sich der Verteidigungsminister noch nicht sicher, wie stark traditionalistische Kreise gegen eine stärkere Akzentuierung des schweizerischen Auslandengagements opponieren könnten. Aus abstimmungspolitischen Gründen wurde im Jahre 2000 - im Vorfeld des Urnengangs über die Bewaffnungsvorlage - darauf verzichtet, dem Parlament einen Antrag zum Kauf von zwei Transportflugzeugen (und gepanzerten Geländefahrzeugen) zum Preis von 120 Millionen Franken zu unterbreiten.

Bei diesen Flugzeugen, die jetzt wieder zur Diskussion stehen, handelt es sich um solche des Typs C-295M, Produkte der spanischen Tochterfirma Casa der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS). Das spanische Unternehmen ist ebenfalls substanziell am Bau des neuen Transportflugzeugs A 400M beteiligt. Der Rumpfquerschnitt der C-295M erlaubt zwar keine Transporte von gepanzerten Aufklärungsfahrzeugen «Eagle». Die italienisch-amerikanische C-27J, die in Konkurrenz zur C-295M evaluiert worden ist, würde dies ermöglichen, doch liegt deren Preis erheblich höher. Aus wirtschaftlichen Gründen erachten deshalb Schweizer Rüstungsfachleute und Spitzenvertreter der Luftwaffe das spanische Erzeugnis als vertretbare Lösung. Nur wenn die Schweiz über eine eigene Lufttransportkapazität verfügte, könnte sie in Fällen, in denen grössere Transportvolumen verlegt werden müssten, auch die entsprechenden Mittel bei der European Airlift Coordination Cell beanspruchen. Für eine allfällige Beteiligung müsste freilich erst noch grünes Licht gegeben werden.

Gerade mit Blick auf die mittelfristig in Aussicht genommene Bereitstellung von militärischen Kapazitäten in Bataillonsstärke für Friedenseinsätze - unter Umständen sogar in zwei Einsatzräumen - drängt sich eine Beschaffung von Transportflugzeugen auf. Und auch bei einer Intensivierung der Ausbildungszusammenarbeit mit ausländischen Streitkräften wären solche Flugzeuge von Vorteil. Im Übrigen wird von der Schweiz erwartet, ihre jeweiligen Truppenkontingente mit einer gewissen Berechenbarkeit transportieren und regelmässig versorgen zu können. Da die Schweiz - ganz im Gegensatz zum Nachbarland Österreich - ihre sicherheitspolitische Position in Europa noch nicht definiert hat, wird sie stets Mühe haben, eine plausible Verteidigungspolitik und Rüstungspolitik zu formulieren. Mit einem Entscheid für Transportflugzeuge würde die Schweiz aber unterstreichen, dass sie im Rahmen ihrer aussenpolitischen Möglichkeiten zur Kooperation im internationalen Rahmen gemäss der Sicherheitskonzeption 2000 bereit ist.
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#25
http://www.nzz.ch/2004/05/27/il/page-ne ... 60-12.html
Man würde fast sagen können - typisch Schweiz. (übrigens, die schweizerische Kompromisbereitschaft, allgemein gesehen, ist einmalig)
Also Hunter1 und Beat nicht streiten. Wink Obwohl der Beat eher auf der Linie von Bundesrat liegt, ich auch. Die Schweiz befindet sich in einem Boot mit Polen und Spanien was die Casa C-295M anbelangt.
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#26
Zitat:Alexander postete
http://www.nzz.ch/2004/05/27/il/page-ne ... 60-12.html
Man würde fast sagen können - typisch Schweiz. (übrigens, die schweizerische Kompromisbereitschaft, allgemein gesehen, ist einmalig)
Also Hunter1 und Beat nicht streiten. Wink Obwohl der Beat eher auf der Linie von Bundesrat liegt, ich auch. Die Schweiz befindet sich in einem Boot mit Polen und Spanien was die Casa C-295M anbelangt.
Erstaunlich ist für mich schon, dass der Antrag gegenüber demjenigen von 2001 doch einiges anders daherkommt.

Das Flugzeug wird "ziviler" beschrieben und die militärische Komponente eher als zweitrangig kommentiert. Erstaunlich ist gegenüber dem damaligen Antrag auch der Verzicht, zusätzliche Aufklärunspanzer zu beschaffen, da ja die "Eagle" nicht reinpasst (daher sinkt auch der Preis von 120 auf 109 Mio SFr.). Ich nehme an, man geht davon aus, dass man nun für die Verlegung von "Eagle" und "Phirania" auf C-130 aus dem Pool zurückgreifen wird und daher darauf verzichten kann (was auch vernünftigt ist).

Der Antrag versucht m.E. im üblichen schweizerischen Kompromiss die Zahl der Gegner mit diesen Korrekturen so weit wie möglich zu reduzieren. Darauf deutet auch hin, dass man das EDA als zweites Bundesamt als Befürworter zur Unterstützung beizieht, dem ja bekanntlich ein SP-Bundesrätin vorsteht.
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#27
Ja Beat, um so erfreulicher ist es, dass noch vor nicht so langer Zeit, man gänzlich auf die Beschaffung eines Transportflugzeuges (auch damals war das Casa C-295 im Gespräch) verzichtet hat.
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#28
Zitat:Also Hunter1 und Beat nicht streiten. Wink
Hey! Wir haben doch noch gar nicht angefangen! Big Grin
Aber es geht hier ja ums Argumentieren, nicht ums Streiten.
Ich hab heute die Artikel in der NZZ und der Aargauer Zeitung zum Rüstungsprogramm gelesen und war erstaunt, dass man sich nun beides beschaffen will...Geniepanzer und Transportflugzeuge!

@beat

Zitat:Geniepanzer - wofür?
Deine Analyse der Zukunft von Panzereinsätzen trifft ziemlich sicher zu. Trotzdem frage ich mich grad, wie denn die Schweizer Armee umgekippte oder fahruntüchtige LeoII wieder aufstellt bzw. aus dem Weg zieht, obwohl diese Art von Unfällen vermutlich relativ selten passieren. Ein Kranfahrzeug mit genügend Kraft könnte sowas auch, es fragt sich nur, ob es ähnlich flexibel eingesetzt werden kann wie ein Entpannungspanzer (Gelände, Aufbauzeit).
Zudem bin ich der Ansicht, dass die Panzertruppen der Schweiz, so lange sie existieren, vollständig sein sollten. Ob sie in der Form, wie sie momentan eingesetzt werden, überhaupt sinnvoll sind, ist natürlich eine andere Frage. Aber wenn sich das VBS neue Kampfschützenpanzer leistet, um die Panzerbrigaden in ihrer derzeitigen Funktion auch in Zukunft angemessen zu unterstützen, dann dürfte auch noch Platz für ein paar Geniepanzer sein.

Zitat:Eigene Lufttransportkapazität nötig
Wenn man Auslandeinsätze durchführen will, dann ist das richtig. Ich hoffe einfach, dass sich die Planer und Rechner im VBS das gut überlegt haben. Alles in allem muss die Variante mit den 2 C-295M die billigste von allen sein. D. h., es ist günstiger, sich mit kleineren (und damit vermutlich billigeren) Transportern den Zugang zum europäischen Luftransportpool zu "Erkaufen", wo man dann vielleicht etwas grössere Maschinen anfordern kann, um die Dinge zu transportieren, die in der C-295 keinen Platz haben (z.B. Fahrzeuge). Nun ja, ich kenne die finanzielle Situation der Schweiz, es wird überall gespart, eine möglichst kostengünstige Lösung für eine Beschaffung fürs Militär dürfte daher am meisten Zustimmung im Parlament finden. Trotzdem halte ich es für sinnvoller, wenn man ein bisschen mehr Geld in die Hand nähme und dafür gleich einen grösseren "Vogel", also natürlich eine C-130, beschaffen würde. Die ist von der Anschaffung her viel teurer (C-295M: ca.25 Mio.; C130J: ca. 55 Mio.), verbraucht mehr Treibstoff (580l/h vs. 1850l/h) und hat die höheren Wartungskosten. Für eine Hercules könnte man also zwei C-295M betreiben. Der Vorteil der C-130 liegt dafür in der doppelt so hohen Nutzlast und der dreimal so hohen Reichweite bei voller Zuladung.
Fazit: Wenn man sich zwei Transportflugzeuge anschaffen will (um flexibel zu sein, was den Einsatzort angeht), so werden die Kosten bei der C-130 hoch. Dafür hätte man ein richtiges Transportflugzeug für Auslandeinsätze, welches die Truppe auch angemessen versorgen könnte.

Quelle zu den Flugzeugdaten: Kreuzer, Helmut. Militärflugzeuge International. Air Gallery Edition. D, 2000/2001
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#29
@hunter1

Natürlich ist es positiv, dass jetzt beides beschafft wird. Aber das Geld ist ja generell knapp, und 129 Mio SFr für 12 Geniepanzer erscheint mir doch schon etwas happig.

Die NZZ gibt heute einen ähnlichen Kommentar ab:

"Das Argument Schmids, es gelte eine minimale Kompetenz für den Verteidigungskampf zu bewahren, ist sicher nicht falsch. Da wohl auf sehr lange Sicht aber nicht mit einer grossen militärischen Auseinandersetzung in Europa gerechnet werden muss, wäre eine Realisierung dieses Projekts nicht dringlich gewesen. Denn ob in zwanzig oder dreissig Jahren die jetzt gewählte Technologie dann immer noch den Erfordernissen entsprechen wird, ist angesichts der rapiden Entwicklung auf dem Feld moderner Aufklärungs- und Führungssysteme sowie der Präzisionswaffen fraglich. Und ist überhaupt noch mit einem Gegner zu rechnen, dem mit Panzeroperationen entgegenzutreten wäre? Panzerfachleute im In- und Ausland hegen da Zweifel.

Überzeugend ist der Geniepanzer aber auch deshalb nicht, weil die grössten Defizite der Schweizer Armee nicht beim klassischen Kriegsgerät, sondern im Bereich von hochtechnologischen Aufklärungs- und Führungssystemen bestehen, wie der Chef der Armee und sein Planungschef verschiedentlich erklärt haben."

Ganzer Text: http://www.nzz.ch/2004/05/28/il/page-ko ... 9MLJV.html


Bezüglich Transportflugzeuge bin ich auch nicht unbedingt glücklich mit dem C-295, ich habe den C-27J favorisiert obwohl teurer. Flugleistungen und Transportkapazität sind deutlich besser und die Eagle-Aufklärungspanzer hätten auch reingepasst.

C-130J wäre ja schön, aber der Bedarf liegt nun mal bei minimal 2 Maschinen um sicherzustellen, dass eine immer verfügbar ist. Schade ist, dass die erste Variante schon früh fallengelassen wurde, nämlich 2 kleine und 1 mittlere Maschine zu beschaffen. Da wäre die Kombination 2 C-27J und 1 C-130J ideal gewesen, da sie in Bezug auf Avionik und Triebwerke gezielt gleiche Systeme verwenden.

Aber unter den aktuellen Bedingungen ist es ja schon schön, wenigstens 2 Maschinen zu erhalten.
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#30
@ beat Wenn man sich an dem zukünftigen europäischen Transportkommando beteiligen will, dann würde es kaum einen Unterschied machen ob man ein, oder zwei Flieger hat, da man ja immer auf andere Länder zurückgreifen kann.

Zum Vergleich der Luftransportkapazitäten, wenn der A 400 M kommt stellt sogar Luxemburg der EU 37 t Lufttransportkapzität zur verfügung. Fast doppelt soviel wie die Schweizer, wenn sie die C295 erhalten sollte.

C295
http://www.eads.com/frame/lang/de/xml/c ... 34248.html
Zitat:Es hat ausgezeichnete Tiefflugeigenschaften, um so in den gegnerischen Raum eindringen zu können, eine maximale Nutzlastkapazität von über 9 Tonnen und eine maximale Reisefluggeschwindigkeit von 260 kt
(480 km/h).
A400 M
http://www.eads.com/frame/lang/de/xml/c ... 34067.html

Zitat:Mit seinen vier 10.000 PS starken Turboprop-Triebwerken ermöglicht die A400M eine maximale Nutzlastmitführung von 37 Tonnen und den Transport von bis zu 120 Fallschirmjägern mit Ausrüstung.
.
http://de.news.yahoo.com/040512/336/410aa.html
Zitat:Größter Kunde ist Deutschland, das 60 Maschinen bestellt hat, gefolgt von Frankreich (50), Spanien (27), Großbritannien (25), Türkei (10) sowie Belgien (7) und Luxemburg (1).
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