(See) Niederlande/Belgien: Anti-Submarine Warfare Frigate (ASWF)
#1
Das primär von den Niederlanden angestoßene, aber mittlerweile gemeinsam mit Belgien geführte Projekt "Anti-Submarine Warfare Frigate (ASWF)", die als Ersatz für die langsam in die Jahre gekommene Karel Doorman-Klasse angedacht sind, scheint sich zu verzögern. Nach aktuellem Stand sollten vier Schiffe den Niederländern und drei den Belgiern zulaufen.
Zitat:Design delays impact frigate deliveries for the Netherlands, Belgium [...]

The need to undertake additional design activity has set back delivery of the Netherlands' and Belgium's first ASW frigate until at least 2033. [...]

Acknowledging the extent of the slippage in its latest annual Defence Project Overview (Defensie Projectenoverzicht: DPO), published on 20 May 2026, the MoD said that the first of class would not be handed over until 2033 because of the need to provide additional growth margin to the ship design. The delivery delays will have knock-on effects on both the Royal Netherlands Navy (RNLN) and the Belgian Navy.

The Netherlands MoD – through its Materiel and IT Command (Commando Materieel en IT - COMMIT) – in June 2023 awarded Damen Shipyards Group a contract for the design, construction and delivery of four new ASWFs – two for the RNLN and two for the Belgian Navy – to replace each service's ageing M-class multipurpose frigates. A separate contract was awarded by COMMIT to Thales Nederland for the above water warfare system fire-control cluster and sensor suite.
https://www.janes.com/defence-intelligen...ds-belgium

Also irgendwie tauchen mir die Begriffe "Damen" und "Verzögerungen" relativ häufig in letzter Zeit gemeinsam auf... Spock

Schneemann
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#2
(25.05.2026, 08:05)Schneemann schrieb: Also irgendwie tauchen mir die Begriffe "Damen" und "Verzögerungen" relativ häufig in letzter Zeit gemeinsam auf... Spock

Schneemann

"Damen" und "4 Jahre Verzögerung", da fällt mir noch so ein Projekt ein.Spock
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#3
"Die Damen brauchten etwas länger um sich hübsch zu machen, dadurch kam es bei der Abfahrt zu einer Verzögerung."
So etwa?Big Grin
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#4
Was nicht immer an der Werft liegen muss . Man ist sich noch nicht einmal mit der Bewaffnung richtig einig geworden und die Werft wartet heute noch auf eine Entscheidung. Auch die Nutzung von AEGIS wurde erst entschieden .
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#5
(26.05.2026, 09:27)alphall31 schrieb: Was nicht immer an der Werft liegen muss . Man ist sich noch nicht einmal mit der Bewaffnung richtig einig geworden und die Werft wartet heute noch auf eine Entscheidung. Auch die Nutzung von AEGIS wurde erst entschieden .

Ich glaube du verwechselst hier was.
FuAD, die neuen AAW Schiffe der Niederländer sind noch nicht genau definiert, um die geht es hier aber nicht.

Hier geht es um ASWF, die neuen ASW Fregatten der Belgischen und Niederländischen Marine, die 2023 fest bestellt worden sind und ab 2029 zulaufen sollten.
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#6
aus einem französischen Forum

Zitat:Quelle
https://premium.marineschepen.nl/vertrag...nu-verder/

Auszüge
Die belgische Zeitung „De Morgen“ berichtet, dass in diesem Sommer eine Studie durchgeführt wird. Dies wurde auch gegenüber Marineschepen.nl von einer gut informierten Quelle bestätigt. Diese Studie soll einen Überblick über die möglichen Optionen für Belgien sowie deren Vor- und Nachteile geben.

„Es handelt sich um eine BENESAM-Studie, die Niederländer sollten nicht vorschnell als aus dem Schneider (off the hook) betrachtet werden“, erklärt die belgische Quelle. „Sie müssen Lösungen für die Probleme vorschlagen, die durch ‚ihr‘ Programm verursacht wurden. Wir werden dann prüfen, ob einige dieser Lösungen für uns akzeptable Elemente enthalten.“

Das ASWF-Programm fortsetzen oder nicht: Das ist die zentrale Frage, die diese Studie beantworten muss. Lange Zeit schien die Anschaffung der belgischen ASM-Fregatten (U-Boot-Abwehr) im Rahmen des ASWF-Programms beschlossene Sache zu sein, doch in letzter Zeit hat sich der Druck rund um diese Entscheidung verstärkt. Dies zeigte sich bei der aktuellen Debatte im belgischen Parlament am Mittwoch, dem 27. Mai, sowie in den Aufrufen in den sozialen Netzwerken, das niederländische Fregattenprogramm aufzugeben.

Diese Kritik kommt nicht nur von besonders scharfen externen Beobachtern. Alexander DeGroote, belgischer Marineoffizier und Kommandant des dritten Patrouillenboots Vega, plädierte auf LinkedIn für eine Studie zur FDI-Fregatte, da er der Ansicht ist, dass eine solche Verzögerung „im aktuellen geopolitischen Kontext“ seiner Meinung nach „schwer zu rechtfertigen“ sei.

...
Vor allem, wenn Belgien bis 2030 über neue Schiffe verfügen möchte und es sich nicht leisten kann, durch Wahltermine auf die Probe gestellt zu werden. Innerhalb der Europäischen Union scheint neben den Sigma-Schiffen nur die Naval Group mit den FDI-Fregatten in der Lage zu sein, diesen Zeitplan einzuhalten, auch wenn der kürzlich erfolgte Kauf von vier Schiffen durch Schweden die Lieferfristen ebenfalls verzögern könnte.

Die britischen Fregatten vom Typ 26 und Typ 31, die italienischen FREMM EVO, die deutschen Klassen F126 und F127 sowie die Fregatten vom Typ F110 scheinen alle erst zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar zu sein.

...
Eine Quelle teilte Marineschepen.nl mit, dass die belgische Marine japanische, südkoreanische und türkische Optionen geprüft habe, diese jedoch als nicht realisierbar erachtet worden seien. Die Marine strebt eindeutig eine europäische Lösung an.
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#7
(24.05.2026, 15:33)roomsim schrieb: Das Problem bei der FDI als Ersatz ist, das Naval Group mit dem Schwedischen Auftrag jz bis 2032 voll ausgelastet ist und das Erste Schiff auch nicht vor 2033 liefern könnte.

Gleiches Problem besteht auch mit TKMS und der A-200 bzw. deren Subunternehmer, da die auch unter voll Auslastung Arbeiten bis 2032 mit den 4 F128 Schiffen. Auch hier vor 2033 wird das nix.

Das gleiche Bild zeigt sich auch bei Navantia, die bis 2032 mit der F110 für die Spanische marine Beschäftigt sind und auch nur 1 Schiff pro Jahr bauen.

Bei Babcock sieht es auch nicht Besser aus, da dort frühestens ein T31 launch platz für 2032 frei ist, wo es mit Fitting out auch 2033/34 wird, wenn die Briten nicht noch T31 Batch 2/T32 bestellen.

Heißt vor 2033 wird das auch mit einer Anderen werft nix.
Meine Einschätzung zu den Optionen für Belgien aus dem belgische Streitkräfte Strang.
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#8
(27.05.2026, 18:29)roomsim schrieb: Meine Einschätzung zu den Optionen für Belgien aus dem belgische Streitkräfte Strang.
Ich muss mich korrigieren.

Navantia hat noch Kapazitäten frei, was eine relativ Schnelle Lieferung von F110 ermöglichen würde.
Wenn man jz kauft wäre eine Lieferung bis 2030/31 möglich, da die 4. F110, die ab 2031 in Dienst sein soll noch nicht begonnen ist, was auf die Bauzeit schließen lässt.

Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=d3IoVv3XcNY
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#9
Zitat:Hier geht es um ASWF, die neuen ASW Fregatten der Belgischen und Niederländischen Marine, die 2023 fest bestellt worden sind und ab 2029 zulaufen sollten.

Baubeginn sollte Anfang 2025 sein , bis Dez 2025 hatte man die Anforderungen immer noch nicht aufeinander abgestimmt . Mittlerweile ist man darauf gekommen das durch die Verzögerung ins nächste Jahrzehnt es eine neue Situation im Raketenbereich gibt die man ja jetzt nutzen könnte laut den verschiedenen Artikel von marineschepen in den letzten zwei Jahren.
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#10
@Grolanner / alphall31
Zitat:
Zitat:Die Damen brauchten etwas länger um sich hübsch zu machen...
Was nicht immer an der Werft liegen muss...
Das war nun echt doppeldeutig. Als ich das gelesen hatte, saß ich lachend vor dem Rechner... Big Grin

Okay, aber nun wieder sachlich.

Schneemann
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#11
aus einem französischen Forum


Zitat:Vor 1 Stunde gepostet (bearbeitet)
—> https://premium.marineschepen.nl/belgisc...f-in-2025/

Zitate von T. Francken:
„Die ursprüngliche Kostenschätzung [verankert im Militärprogrammgesetz von 2017, Anm. d. Red.] belief sich auf 1,06 Milliarden Euro im Jahr 2017, was 1,327 Milliarden Euro zu Preisen von 2022 entspricht.“

„Im Jahr 2023 wurde die Absichtserklärung (MoU) von 2018 hinsichtlich des Budgets und der Fristen aktualisiert, um ein Ungleichgewicht zwischen Gewicht und Kapazitäten des Schiffes zu korrigieren. Die geänderten Konstruktionsanforderungen, wie beispielsweise eine schwerere Bewaffnung und zusätzliche Sensoren, sowie die damals extrem hohe Inflation führten zu einem erheblichen Kostenanstieg.“

„Durch eine Änderung wurde die belgische Obergrenze im Rahmen der Absichtserklärung um 39 % auf 1,842 Milliarden Euro zu Preisen von 2022 angehoben. Im Jahr 2023 wurde eine Vergleichsstudie zu ähnlichen Fregattenprogrammen durchgeführt, die zeigte, dass das ASWF-Programm selbst mit dieser neuen Kostenobergrenze hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Kosten und operativen Fähigkeiten die beste Wahl blieb.“

„Dieses geänderte MoU, das noch bis 2031 läuft, bleibt in der Tat innerhalb vernünftiger Kostenobergrenzen, insbesondere angesichts der hohen Inflation. Wir haben zudem deutlich mehr Anforderungen gestellt: eine schwerere Bewaffnung und mehr Sensoren. Wenn das Lastenheft plötzlich viel umfangreicher wird, ist es verständlich, dass der Schiffbauer erklärt, der Preis steige. Das Schiff war zudem zu klein und musste vergrößert werden. Das hat natürlich Auswirkungen auf das Gewicht und den Tiefgang. All dies musste neu kalibriert werden. Es handelt sich also um eine vielschichtige Geschichte“, erklärte er den anwesenden Abgeordneten.

„Die Entscheidung der Niederlande, über COMMIT selbst als Systemintegrator mit einer Vielzahl separater Verträge aufzutreten, hat zu einer erhöhten Komplexität bei der Projektumsetzung geführt. »

„Die Systemintegration erwies sich als komplexer als erwartet, da die verschiedenen Teilsysteme mehr Gewicht, Platz und Energie beanspruchten.“

„Zunächst wies der Schiffbauer Anfang 2025 darauf hin, dass die bei der Konstruktion des Rumpfes vorgesehenen Spielräume in Bezug auf Gewicht und Platz unter Druck stünden. Im April 2025 folgte eine entscheidende FeststellungBig Grinie Tragfähigkeit des Rumpfes lag um etwa 180 Tonnen unter den Vorgaben, was die Integration der bestellten und geplanten Systeme in den verfügbaren Raum unmöglich machte und die Stabilität der Plattform gefährdete.“

„Im Juni 2025 führte dies zu einer umfassenden Konstruktionskrise, woraufhin beschlossen wurde, den Produktionsstart zu verschieben. Im Oktober 2025 wurde deutlich, dass eine Neugewichtung des Schiffes erforderlich war, um die technische Durchführbarkeit des Programms zu gewährleisten, dies jedoch auch eine Änderung des Bauzeitplans erforderte. Das Schiff erweist sich somit als zu klein und verfügt nicht über eine ausreichende Tragfähigkeit, was eine erneute Vergrößerung erforderlich macht, um seine Sicherheit zu gewährleisten.“

„Im Laufe des Jahres 2026 klärte sich diese Situation weiter. Im Februar 2026 wurde ein neues Schiffsdesign vorgestellt: Das Schiff wird etwa 7 Meter länger, 0,5 Meter breiter und 10 % schwerer, mit erhöhten Sicherheitsmargen, was das technische Problem grundsätzlich lösen dürfte“

Bislang wurden die ASW-Fregatten offiziell mit einer Länge von 145 Metern, einer Breite von 18 Metern und einer Verdrängung von 6.400 Tonnen angegeben.

Auf der Grundlage der neuen Daten würde die ASWF somit eine Länge von 152 Metern, eine Breite von 18,5 Metern und eine Verdrängung von über 7.000 Tonnen erreichen.

...
Die Niederlande haben zudem angedeutet, dass sie aufgrund des neuen, größeren Designs die vereinbarte Budgetobergrenze wahrscheinlich nicht einhalten könnten. Belgien ist jedoch nicht bereit, in diesem Punkt große Zugeständnisse zu machen.

Für Belgien bleibt das MoU von 2023 die Referenz: 1,8 Milliarden Euro und eine Auslieferung im Jahr 2030.

„Eine spätere Auslieferung wird nur akzeptiert, wenn sie mit einer operativ sinnvollen Lösung einhergeht, die die Kontinuität der maritimen Fregattenkapazität gewährleistet“.

Mit anderen Worten: Die Verzögerung der ASWF wird nur akzeptiert, wenn eine vorübergehende Lösung gefunden wird.
„Die Entwicklung von Hybridlösungen, wie beispielsweise der parallele Bau dieser Schiffe bei verschiedenen Werften, um sie schneller zu erhalten, oder die mögliche zusätzliche Bestellung einer belgischen ASWF-Fregatte zusammen mit zwei niederländischen, wird ebenfalls geprüft. Wir wollen also 3 Fregatten, während die Niederlande 4 wollen.“

Francken hält auch die Option offen, „kürzlich gebaute und zertifizierte Fregatten“ zu erwerben, um „den operativen Anforderungen gerecht zu werden“.

„Die derzeitige Priorität besteht darin, die Beschaffung der ersten beiden Fregatten zu stabilisieren und eine Phase ohne relevante Fregattenkapazität zu vermeiden, bevor die Gespräche über eine dritte belgische Fregatte fortgesetzt werden. Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend sein, um Kosten, Zeitplan und Zukunftsszenarien zu klären, mit dem zentralen Ziel, eine Lösung zu finden – vorzugsweise im Rahmen von BeNeSam –, die sowohl haushaltstechnisch tragbar als auch voll einsatzfähig ist.“
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#12
Danke für diesen vergleichsweise vielen Details.
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#13
(28.05.2026, 21:48)Ottone schrieb: Danke für diesen vergleichsweise vielen Details.

Deutschland wurde in bekanten Chats von den Niederländern (Usern) wegen der Größe der F126 belacht. Sie würden die ASWF vor der F126 erhalten. Keine Häme. Wenn man nun das Ergebnis sieht hätte eigentlich nichts wirklich eine Zusammenarbeit der drei Marinen behindern sollen.
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#14
Teil der Wahrheit ist aber auch, dass die Niederlande die ASWF immer größer haben wollten und das beschränkte Budget Belgiens die Dauerbremse war - und vielleicht noch ist.
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