(Luft) MQ-9B SeaGuardian // (uMAWS)
#76
(17.07.2026, 17:28)Feyerabend schrieb: Natürlich sinkt die Reichweite bei höherer Zuladung. Wenn es regnet wird es nass und Bälle sind in der Regel rund. Gibt es ein Flugzeug welches bei höherem Gewicht an Reichweite gewinnt?

Ich denke du bist nicht an einer Diskussion interessiert. Ich habe verstanden dass du dich wohl durch einen Kommentar von mir beim NGF angegriffen fühlst und nun versuchst eine Fehde zu beginnen. Auf so ein Niveau lasse ich mich nicht herab. Dies vorweg.

Es tut der Diskussion selten gut, sachliche Argumente ins Lächerliche zu ziehen. Niemand bezweifelt physikalische Grundgesetze. Der entscheidende Punkt ist die Verhältnismäßigkeit: Bei der MQ-9B SeaGuardian bricht die Flugzeit unter maximaler payload extrem ein. Bedeutet man muss die Herstellerangaben hier mit Vorsicht genießen, da diese suggerieren, das der Unterschied zur Eurodrohne nicht allzu groß wäre (vielleicht habe ich im letzten Post nicht verständlich genug gemacht, auf was ich hinaus wollte). Das ist kein trivialer Allgemeinplatz, sondern eine massive operative Einschränkung für die konkrete Missionsplanung im Nordatlantik, die man in einer seriösen Debatte nicht einfach wegwischen kann. Die Eurodrohne spielt in einer völlig anderen Gewichtsklasse, weshalb die payload (welche ein ähnliches Niveau wie die SG hat) nicht diesen massiven Einbruch verursacht. Die Geschwindigkeiten sind auch wesentlich höher. Das alles führt zu einem großen Unterschied in der Verweildauer. Wenn dieser Umstand für dich wenig relevant ist, sind wir hier eben unterschiedlicher Meinung.

Das Thema Windanfälligkeit einer einmotorigen Drohne mit einer Spannweite von 24 Metern und einem Gewicht von 5,5 Tonnen im Vergleich zum zweimotorigen System mit 13 Tonnen, kann man sich erschließen. Das Thema halte ich für wichtig da ich mir Gedanken mache, wenn der Sea Tiger wetterbedingt nicht starten kann.

Feyerabend schrieb:Soll ich kommentieren was du nicht geschrieben hast? Du vergleichst die theoretischen Leistungsdaten eines Systems, welches noch nicht mal den Protoypenstatus erreicht hat, mit einer im Einsatz befindlichen Maschine. Kann man machen…Abgesehen davon wäre die RQ4 der bessere Vergleich zur Eurodrohne.

Die ganze Debatte dreht sich um ein noch nicht im Einsatz befindlichem System. Welche Grundlage ziehst du denn für deine Meinung heran?

Die Eurodrohne wird nicht im luftleeren Raum geplant, sondern basiert auf konkreten Lastenheften. Der Vergleich mit der RQ-4 (Global Hawk / Triton) greift jedoch völlig fehl: Die RQ-4 ist eine reine, unbewaffnete Höhenaufklärungsdrohne (HALE). Die Eurodrohne hingegen ist – genau wie die MQ-9B – ein MALE-System. Beide teilen sich das exakt gleiche operative Einsatzspektrum. Welcher Vergleich, wenn nicht dieser, sollte also sonst gezogen werden?

Feyerabend schrieb:MQ9B wird/wurde beschafft vonBig Grinänemark, Kanada, USA, Deutschland, GB, Norwegen (geplant)Die Länder liegen nicht in der Karibik und haben auch keine Randmeere an Ihren Grenzen. Vielleicht haben die auch alle keine Ahnunhg und sollten die technisch weit überlegene Eurodrohne kaufen, wenn sie dann mal fliegt.

Auch diese Ironie geht am Kern der Sache vorbei. Niemand spricht den Beschaffungsbehörden die Ahnung ab. Wie ich bereits mehrfach schrieb halte ich die Beschaffung für sinnvoll, auch wenn du das ignorierst. Die Beschaffung des aktuell besten verfügbaren Systems ist aber kein pauschales Qualitätsurteil gegen das europäische Projekt in der Zukunft.

Feyerabend schrieb:Die Eurodrohne sehe ich aber nicht als großen Sprung nach vorne. Sie wird sehr teuer werden, ist immer noch langsam und sehr einfach zu entdecken. [...] Die Eurodrohne wird bei ihrer Einführung schon konzeptionell veraltet sein. Für das, was sie kann ist sie zu teuer, bzw. für den Preis kann sie nicht genug.

Die Kritik an den Kosten und den massiven Verzögerungen der Eurodrohne ist völlig berechtigt, da bin ich ganz bei dir. Das Attribut "konzeptionell veraltet" greift für mich zu kurz. Das europäische Design setzt bewusst auf eine zweimotorige Auslegung und setzt leistungstechnisch ein neues Benchmark im Male Bereich – du selbst vergleichst sie ja sogar mit Hale.
Zudem ist die Anfälligkeit gegenüber moderner Luftverteidigung kein exklusives Problem der Eurodrohne. Wichtig ist aus meiner Sicht vielmehr wo man sie einsetzt und das wäre für mich primär die Seefernaufklärung. Hier ist Stealth wie auch bei der P8 (noch) nicht üblich.

Die Eurodrohne bietet für ihren Preis am Ende jedoch etwas, das man bei US-Käufen nie bekommt: die volle digitale Souveränität, IT-Sicherheit und Systemhoheit in europäischer Hand. Und man kann auf dieser dann natürlich weiter aufbauen. Verzichten wir darauf haben wir auf Jahrzehnte keinen Fuß mehr in der Tür.

Für mich ist die Doppelstrategie aus Sea Guardian als Brücke und Eurodrohne perspektivisch weiterhin richtig.
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#77
(17.07.2026, 17:28)Feyerabend schrieb: Du vergleichst die theoretischen Leistungsdaten eines Systems, welches noch nicht mal den Protoypenstatus erreicht hat, mit einer im Einsatz befindlichen Maschine. Kann man machen…
Warum sollte man das nicht tun? Wir beschaffen ja jetzt auch das jetzt verfügbare Produkt. Ich kaufe mir auch jetzt ein Auto, das es gibt, auch wenn ich gerne schon das 2032er-Modell hätte.... Dodgy
Zitat:Abgesehen davon wäre die RQ4 der bessere Vergleich zur Eurodrohne.
Und? Kaufen wir die RQ9? Nicht dass sich wüsste. Also warum sollten wir mit der vergleichen?
Zitat:MQ9B wird/wurde beschafft von:

Dänemark
Kanada
USA
Deutschland
GB
Norwegen (geplant)

Die Länder liegen nicht in der Karibik und haben auch keine Randmeere an Ihren Grenzen.
Vielleicht haben die auch alle keine Ahnunhg und sollten die technisch weit überlegene Eurodrohne kaufen, wenn sie dann mal fliegt.
Du sagst selbst, dass es falsch ist, ein aktuelles Produkt mit einem zukünftigen zu vergleichen, hältst aber dem zukünftigen vor, dass bisher nur das aktuelle beschafft wurde? Dürfen wir dann auch demnächst keine IRIS-T SLX beschaffen, weil alle anderen bisher ja nur die SLM kaufen?

Confused
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#78
Ich habe die Eurodrohne nicht erwähnt, da sie noch in der Entwicklung ist. Eine Marine Version ist aktuell auch nicht geplant. Es gibt ein MOU zwischen Kawasaki und Airbus, was die Möglichkeit einer ASW Version prüft. Ihr wollt die MQ9 schon degradieren bevor sie überhaupt eingeführt wurde, bzw. auch diesen Strang in ein persönliches Wunschkonzert verwandeln.
Zur Windanfälligkeit:
Die MQ9 kann bis Windstärke 7 eingesetzt werden. NH90 und P8 können ebenfalls bis Windstärke 7-8 eingesetzt werden. Für die Eurodrohne gibt es noch keine Daten diesbezüglich.
Besonders Windanfällig ist die Drohne nicht.

Neuigkeiten:
https://ukdefencejournal.org.uk/stealth-...ne-family/

Das ist ein Vorteil wenn man ein US System kauft. Man braucht sich um Weiterentwicklungen und Waffenintegration keine Sorgen machen. Da die JSM auch bei uns eingeführt ist, gibt es die Fähigkeit umsonst dazu.
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