(Allgemein) Wiedereinführung einer Wehrpflicht und Personalgewinnung
@Quintus
Zitat:Im übrigen bin ich ohnehin der Überzeugung das Bayern aus dieser Bundesrepublik austreten sollte, und Gott sei es gedankt bin ich ja auch kein Deutscher, sondern Bayerischer Staatsangehöriger. Hoch leben die Südstaaten usw. ! (Generös wie ich bin würde ich natürlich auch Baden-Württemberg anbieten der zukünftigen Donauunion beizutreten).
Immer diese Bergvölker...Basken, Schotten, Kurden - und immer dieser Separatismus... Tongue

Und was wird im Falle einer Donauunion dann aus meinem feucht-fröhlichen Flottenbauprogramm? Bodensee? Standing NATO Maritime Group Starnberger See? Cry
Zitat:Wo einer verloren hat, haben andere gewonnen. Und zwar gerade eben wegen der Kombination aus Nationalismus und Wehrhaftigkeit, dass gilt sowohl für die Engländer als auch die Franzosen als auch selbst die Russen in der Sowjetunion. Man sollte daher diese Kombination nicht aus der Perspektive des Verlierers verdammen, sondern sie aus der Perspektive der Sieger gutheißen.
Naja, ersetze die "Kombination aus Nationalismus und Wehrhaftigkeit" durch die "Kombination aus Blockade, Ressourcen und dem Hoffen auf die USA". Und Russland war 1917/18 faktisch geschlagen aus dem Krieg ausgeschieden.

@Schaddedanz
Zitat:Kopf und Kragen kostet uns das man Deutschland als Verlierer 1945 keinen Friedenvertrag zugestanden hat der auch den Namen "Friedensvertrag" trägt.
Naja, ich sprach von den Anfängen und den ggf. verheerenden Wegen, die eine Verknüpfung von Wehrhaftigkeit mit einem (falsch kanalisierten) Nationalismus nehmen kann. Du sprichst nun nur von einer Folge, die entstanden war, weil das Konzept vehement gescheitert war, und die Flurschäden trafen ja bekanntlich nicht nur uns bzw. das eigene Land, sondern wir hatten zuvor halb Europa ziemlich heftig in Mitleidenschaft gezogen. Der Ansatz muss also sein, dass wir die Folgen nutzen, um daraus die Erfahrung und den Erkenntnisgewinn abzuleiten, wie wir zukünftig diese Verknüpfung erzielen, aber gleichzeitig eben den neuerlichen Missbrauch von dieser vermeiden können. Die Erfahrung hätten wir.
Zitat:Eine Multikulturelle Gesellschaft kann keine Leitkultur haben, die beiden schließen sich gegenseitig aus.
Nein, die USA haben eine wesentlich multikulturellere Gesellschaft als wir, aber niemand wird den Amerikanern den Patriotismus oder den Stolz auf ihre Streitkräfte absprechen wollen. Es kommt also nicht darauf an, wie eine Gesellschaft ethnisch strukturiert ist, sondern es ist entscheidend, wie eine Gesellschaft in ihrem Inneren den Umgang mit Patriotismus und Militär definiert und wie sie die Menschen psychologisch zu diesen Themen abholt.

Schneemann
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(15.02.2024, 14:35)Schneemann schrieb: Nein, die USA haben eine wesentlich multikulturellere Gesellschaft als wir, aber niemand wird den Amerikanern den Patriotismus oder den Stolz auf ihre Streitkräfte absprechen wollen. Es kommt also nicht darauf an, wie eine Gesellschaft ethnisch strukturiert ist, sondern es ist entscheidend, wie eine Gesellschaft in ihrem Inneren den Umgang mit Patriotismus und Militär definiert und wie sie die Menschen psychologisch zu diesen Themen abholt.

Schneemann

Meinst Du nicht multiethisch statt multikulturell? Ich habe viel Verwandtschaft in den USA und war auch sehr oft dort auf Geschäftsreisen und im Urlaub und meines Erachtens ist die USA wesentlich weniger multikulturell als Länder wie Frankreich, England und inzwischen auch Deutschland. In den USA sehe ich eine klare Leitkultur die mindestens 80-90% der Einwohner auch leben. Hier ist das schon lange nicht mehr der Fall!
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(15.02.2024, 14:35)Schneemann schrieb: ... Und Russland war 1917/18 faktisch geschlagen aus dem Krieg ausgeschieden.

... Du sprichst nun nur von einer Folge, die entstanden war, weil das Konzept vehement gescheitert war, und die Flurschäden trafen ja bekanntlich nicht nur uns bzw. das eigene Land, sondern wir hatten zuvor halb Europa ziemlich heftig in Mitleidenschaft gezogen. ...

Nein, die USA haben eine wesentlich multikulturellere Gesellschaft als wir, aber niemand wird den Amerikanern den Patriotismus oder den Stolz auf ihre Streitkräfte absprechen wollen. Es kommt also nicht darauf an, wie eine Gesellschaft ethnisch strukturiert ist, sondern es ist entscheidend, wie eine Gesellschaft in ihrem Inneren den Umgang mit Patriotismus und Militär definiert und wie sie die Menschen psychologisch zu diesen Themen abholt.

Nicht nur faktisch sondern mit dem Friedensvertrag von Brest Litowsk auch handfest auf Papier gebunden.

Das Konzept ist nicht vehement gescheitert sondern hat sehr gut funktioniert, die Flurschäden in Europa waren das Überschwingen während des Einpendelprozesses. Es hebt sich erst durch die technische Entwicklung der Epoche von den vergleichbaren Prozessen in Frankreich (Napoleon), Großbritannien (Indien), Spanien (Südamerika) ab.
Und ganz schnöde muss ich postulieren, Südamerika hätten auf den Flurschaden rund 80% seiner Urspungsbevölkerung durch Hunger und Krankheiten auszurotten auch verzichten können.

Die USA haben als einendes Element ihre Flagge und die Erfolge der Continental Army aus allem anderen hält sich abgesehen von den Steuern die Nation aus dem Leben des Einzelnen raus. Zelebriert am 04.Juli.
Die BRD feiert ihre Gründung, 23.Mai., nicht. Kann keinen Militärischen Erfolg der Bundeswehr präsentieren. Und mischt sich im Gegenzug in das Private des einzelnen ein weil man multikulturell alle Überzeugungen toll findet außer die Rechten die werden per Gesetz weggesperrt, ein sehr schönes Exempel autokratischer Egalität, bravo.
Die Verfassung hat keinen unantastbar Charakter, dafür heißt sie per Besatzungsgenehmigung Grundgesetz und hat mit §146 die eigene Außerkraftsetzung verbrieft, bravo.
So viel zu, Erfahrung hätten wir.

P.S. Versucht doch mal die Amerikanische Verfassung auch nur in die Finger zu bekommen, geschweige den sie anzuzünden.

(15.02.2024, 14:21)Quintus Fabius schrieb: Was ich also hier meine ist die Aufstellung einer Europäischen Armee, ...

Davon ist die EU über ein viertel Jahrhundert entfernt, der erste Schritt wäre eine gemeinsame Heeresleitung/ Marinekommando/Luft... mit fest zugewiesenen Einheiten der Mitgliedsländer über die verfügt werden kann und wen sich das eingespielt hat kann diese Armee auch selbst rekrutieren.

Klären müsste man dann aus Deutscher Sicht nur noch warum es Einheiten der BRD/BW sind und nicht Einheiten Bayern´s oder Rheinland-Pfalz´s direkt.
Spanien hat die EU ja sehr gern dabei, Katalonien wollte man dann aber doch nicht, ihr erinnert euch.
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(15.02.2024, 15:47)Schaddedanz schrieb: Klären müsste man dann aus Deutscher Sicht nur noch warum es Einheiten der BRD/BW sind und nicht Einheiten Bayern´s oder Rheinland-Pfalz´s direkt.
Spanien hat die EU ja sehr gern dabei, Katalonien wollte man dann aber doch nicht, ihr erinnert euch.

Lieber Schaddedanz,

Uns ist nicht entgangen dass du mit dem Staatsgebilde der Bundesrepublik Deutschland -kurz BRD- fremdelst.

Nun mag das Leibkürassierregiment des König von Mallorca eine interessante Perspektive sein, dennoch wäre es erfreulich wenn du dich bei deinen Argumentationssträngen an dem Faktischen orientierst.

Oder wie es Soldaten zu sagen pflegen: Leben in der Lage
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(15.02.2024, 18:08)Garten-Grenadier schrieb: Nun mag das Leibkürassierregiment des König von Mallorca eine interessante Perspektive sein, ...

Hm ... mir ging es da im Rahmen der EU zwar eher darum die Kosten obsoleter Doppelstrukturen ein zu sparen. Aber wen dabei griffige rekrutierungsförderlich Regimentsnamen on top mit rausspringen würde ich das begrüßen.
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Schneemann:

Ich schrieb:

Zitat:Sowjetunion..........Russen in der Sowjetunion. Man sollte daher diese Kombination nicht aus der Perspektive des Verlierers verdammen, sondern sie aus der Perspektive der Sieger gutheißen. Gerade die Sowjetunion zeigt als Musterbeispiel klar auf, dass zu abstrakte Konstrukte (internationale Solidarität der Arbeiterklasse) nicht funktionieren und dass Nationalismus (großer Vaterländischer Krieg) demgegenüber viel leistungsfähiger sind.

Und du schriebst:

Zitat:Russland war 1917/18 faktisch geschlagen aus dem Krieg ausgeschieden.

Ich meinte aber den großen Vaterländischen Krieg, also den 2WK. Als Musterbeispiel dafür, dass man mit abstrakter internationaler Solidarität der Arbeiterklasse nicht weit kommt, dass man aber mit einem Appell an den Nationalstolz als Russen sehr weit gekommen ist. Zu abstrakte Konstrukte funktionieren einfach nicht so gut wie ein schlichter politischer Mythos. Dazu kommt noch der einfache Reflex, die Idee der Familie auf größere Strukturen zu übertragen (Landesvater etc), wie ja auch Schaddedanz es richtig beschrieben hat. Dieser menschliche Grundreflex lässt sich nicht einfach mit philosophischen Konzepten anregen. Er benötigt einfachere Formen um zu funktionieren. Diese müssen dazu weder wahr noch real sein. So funktioniert das auch im kleinen, bis hinunter zu einer einfachen Kompanie (Kompanieführer als Vater - Stellvertreter bzw. höchster Feldwebeldienstgrad als Mutter - Soldaten als Kinder etc). Das mag alles schrecklich primitiv klingen, aber Menschen sind halt nun mal mehrheitlich so. Und man benötigt im modernen Krieg nun einmal eine Menge Menschen, dazu reichen Idealisten wie beispielweise Broensen einfach quantitativ nicht.


Allgemein:

Wenn man alles für und wieder erwägt, unter Berücksichtigung aller Umstände, dann führt in dieser Bundesrepublik LEIDER kein Weg an einer echten Berufsarmee vorbei. Hätten wir aber eine echte Berufsarmee - die Bundeswehr ist eben keine - dann wäre auch kein Personalproblem vorhanden. Denn dann würde das Zeitsoldatentum als wesentliches Element so gar nicht existieren. Und wollte man dann eine größere Armee, müsste man halt einfach mehr Geld in die Hand nehmen und die Bundeswehr entsprechend für "Söldner" öffnen.
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Garten Grenadier:

Zitat:Ähnlich wie bereits vorgeschlagen, kann durchaus eine Reduzierung der aktiven Streitkräfte auf ca. 150.000 als Option ins Auge gefasst werden. Dies setzt allerdings zwei Schritte voraus:

A. (gnadenlose) Reduzierung des Wasserkopfs
B. Schaffung einer umfassenden Armeereserve oder Reserve-Armee

Vollste Zustimmung. Das sehen hier meiner Einschätzung nach die meisten gleich.

Zitat:Im Prinzip könnte die Bundeswehr mit diesem Apparat das Ziel verfolgen, wesentliche größere Streitkräfte zu verwalten und zu führen.

Exakt das wird auch heute noch als Legitimation heran gezogen, weshalb ich so oft spöttisch von der Führungswehr schreibe. Im sogenannten Rahmennationenkonzept sollen dann andere Länder die Indianer stellen, während wir sie führen. Bleibt nur die Frage, warum die anderen dies tun sollten:

Zitat:Ob dies ein realistisches Planungsziel im Rahmen einer EU-Armee ist, kann ich nicht einschätzen.

Meiner Einschätzung nach wird das nicht funktionieren und ist die Idee des Rahmennationenkonzeptes falsch bzw. hochproblematisch. Zudem kann man auch mit sehr viel weniger Offizieren binnem kurzen eine sehr große Streitmacht aufbauen bzw. führen:

Zitat:Als Vorbild sei hier das System der Reichswehr aufgeführt,

Exakt.
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(15.02.2024, 11:17)Quintus Fabius schrieb: Im übrigen bin ich ohnehin der Überzeugung das Bayern aus dieser Bundesrepublik austreten sollte, und Gott sei es gedankt bin ich ja auch kein Deutscher, sondern Bayerischer Staatsangehöriger. Hoch leben die Südstaaten usw. ! (Generös wie ich bin würde ich natürlich auch Baden-Württemberg anbieten der zukünftigen Donauunion beizutreten).
Damit wäre sicher allen sehr gedient. Unbegreiflich, dass man immer noch an dieser unnatürlichen Grenzziehung weit südlich des Weißwurstäquators festhält, die den Bajuwaren die Einheit verwehrt und uns Deutsche mit der CSU peinigt. Big Grin
Zitat:Ich halte daher diese Lücke bei der jungen Generation, dieses Loch in ihrem Selbstverständnis und Selbstwertgefühl sogar für ein Risiko, für ein erhebliches Problem. Wenn dieses Loch in den jungen Leuten weiter besteht, kann es dir leicht passieren, dass sie dann allen nur denkbaren extrem negativen Ideen hinterher laufen, weil sie keinen ideologischen Schutz vor diesen haben und das Vakuum in ihnen sie sehr anfällig dafür macht.
Diese Sorge teile ich durchaus, nur sehe ich nicht die Option, diese Lücke mit einem deutschen Nationalismus zu füllen.

Und ich muss dazu sagen, dass ich wirklich kein Gegner von Nationalismus bin. Ohne Nationalismus hätte Europa nicht zu Demokratie und persönlicher Freiheit gefunden.
Tatsächlich bedauere auch ich, dass in unserem Land der Nationalismusbegriff derart negativ belegt ist. Das liegt aber mMn (neben der Historie) eben daran, dass es sich in Deutschland dabei um einen völkischen, monokulturellen Nationalismus handelt, anders als bspw. beim US-Patriotismus, dem diese Aspekte weitestgehend fehlen. Dementsprechend halte ich Leitkultur-Debatten für kontraproduktiv im Sinne einer Wiederherstellung von national begründetem Patriotismus in der deutschen Gesellschaft. Unser Gesellschaft ist heute defacto nicht mehr so völkisch-monokulturell ausgeprägt, dass eine traditionell begründete Leitkultur ausreichend in der Breite verfangen könnte. Daher braucht es zwingend ein anderes Verständnis der Nation, bzw. andere einende Elemente als sie von den Verfechtern einer Leitkultur angedacht werden.
Zitat:Und ein europäischer Nationalismus ist (noch) nicht existent der ausreichend wäre.
Durchaus richtig. Ein tragfähiges Konzept für einen modernen deutschen Nationalismus aber auch nicht. Zurück kann dabei nicht funktionieren, weil zu große Teile unserer Gesellschaft sich mit dem althergebrachten Verständnis einer deutschen Nationalidentität eben nicht mehr identifizieren können. Und der eigentliche Zweck einer Nation ist ja gerade eben, die Gesellschaft zusammen zu führen und ihre Gemeinschaft zu festigen.

Daher werden wir so oder so ein neues Konzept brauchen, das in unserem Land an die Stelle des klassischen Nationalismus treten kann.
Zitat:Was also fehlt - und was funktionieren könnte - wäre ein Europäischer Nationalismus. Wir als Europäer gegen "die anderen". Das hat allerdings zwei Probleme: 1. die EU hat sich zu sehr vergrößert und zu weitgehend ausgedehnt. Sie vereint heute zu viele Länder die sich kulturell teilweise schon wieder zu fremd sind.
Deswegen war ich auch schon immer ein Gegner der EU-Osterweiterungen, so wie sie stattfanden. Es existiert mMn in Europa bis heute noch eine Zweiteilung zwischen den germanisch-keltisch-romanischen Kulturen und den slawischen. Diese wurde durch die Vertreibungen in und nach dem 2.WK und die Zeit des eisernen Vorhangs noch verfestigt und seither nicht überwunden. Die Aufnahme mehrheitlich slawisch bevölkerter Staaten in die EU war mMn ein Fehler, weil sie der Herausbildung einer europäischen Identität im Wege steht. Daher bin ich ein Befürworter von kleineren Staatenföderationen innerhalb einer übergeordneten EU, die es ermöglichen würden, eigene Identitäten zu entwickeln und mehr politische Kompetenzen zu bündeln. Z.B:
(15.02.2024, 11:25)Quintus Fabius schrieb: Ein Europäischer Nationalismus (in der Nachfolge des Karolinigischen Reiches) wäre dennoch nicht nur anstrebenswert / erstrebenswert er wäre auch sonst für vieles eine Lösung.
Absolut richtig. Das Karolingerreich böte eine echte historische Basis und ausreichende kulturelle Nähe, um zu einer gemeinsamen Identität zu finden. Gleiches gilt für die Skandinavier, die Westslawen und Balten sowie trotz aller kriegerischen Auseinandersetzungen irgendwann einmal sicher auch für die Südslawen. Nur alle zusammen sind einfach auf absehbare Zeit dann doch noch zu verschieden.
(15.02.2024, 14:21)Quintus Fabius schrieb: Dazu und im Kontext einer möglichen Wehrpflicht möchte ich daher noch den Gedanken aufstellen, ob man statt einer Wehrpflicht in Deutschland beschränkt auf das Gebiet der Bundesrepublik nicht viel größer denken sollte und innerhalb einer Kern-EU eine Wehrunion schaffen sollte, in welcher eine EU Wehrpflicht eingeführt wird.

Was ich also hier meine ist die Aufstellung einer Europäischen Armee, und zwar in Form einer Wehrpflichtarmee.
Eine herausragend gute Idee!

Auf diese Weise ließen sich viele Problemstellungen auf einmal lösen:
1. keine Gefahr von separatistisch-nationalen Tendenzen oder gegenseitigem Bedrohungsempfinden
2. geringere Konflikte beim Einsatz von WDL auf Bündnisgebiet
3. durch separate Wehrpflicht-Streitkräfte behalten die Nationalstaaten die volle Souveränität über ihre professionellen Streitkräfte
Und sicher noch vieles mehr. Ein definitiv ausbaufähiger Ansatz.

(15.02.2024, 15:47)Schaddedanz schrieb: Davon ist die EU über ein viertel Jahrhundert entfernt, der erste Schritt wäre eine gemeinsame Heeresleitung/ Marinekommando/Luft... mit fest zugewiesenen Einheiten der Mitgliedsländer über die verfügt werden kann und wen sich das eingespielt hat kann diese Armee auch selbst rekrutieren.
Völlig falscher Ansatz. Diese Armee aufzubauen, müsste man gerade eben von unten her angehen und erst nach und nach Führungsstrukturen darüber etablieren. Denn sie soll ja vor allem einen Reservisten-Pool schaffen und in die Gesellschaften hinein wirken. Im V-Fall wäre es auch durchaus möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, dass ihre Verbände dann einem regulären NATO-Kommando unterstellt würden, weshalb sie eigentlich maximal bis auf Divisionsebene Führungsstrukturen braucht.
Zitat:Klären müsste man dann aus Deutscher Sicht nur noch warum es Einheiten der BRD/BW sind und nicht Einheiten Bayern´s oder Rheinland-Pfalz´s direkt.
Das wiederum wäre tatsächlich ein sinnvoller Ansatz, da so kein Übergewicht innerhalb der Streitkräfte entsteht und das Nationale zurückgedrängt wird, während die regionalen Identitäten innerhalb der europäischen Gemeinschaft gestärkt werden. Insofern dürften die Nationalstaaten auf diese EU-Wehrpflichtarmee keinerlei Einfluss haben, sondern diesen komplett auf eine niedrigere Ebene übertragen, vermutlich ähnlich der NUTS-1 oder sogar tlw. NUTS-2-Regionen. Schwierig für Frankreich, kein Problem für den Rest.

(15.02.2024, 22:34)Quintus Fabius schrieb: Und man benötigt im modernen Krieg nun einmal eine Menge Menschen, dazu reichen Idealisten wie beispielweise Broensen einfach quantitativ nicht.
Dummerweise reichen aber die wenigen verbliebenen Nationalisten auch nicht mehr aus. Denn trotz der reaktionären Tendenzen nach rechts, erkenne ich dahinter keinerlei wirklich nationalistischen, also auch gesellschaftsbindenden Motive, sondern schlicht eine rückwärtsgewandte Sehnsucht nach vermeintlich besseren Zeiten mit einer großen Fixierung auf die eigene Person und Lebensumstände.
Zumal auch genau diese Klientel, die jetzt nach einer Wehrpflicht für's Vaterland schreit, dabei gerade eben nicht die BRD deutsche Gesellschaft post-Merkel meint. Die würden sie erklärterweise niemals verteidigen. Insofern ist eine auf dieser Form des Nationalismus aufbauende Wehrhaftigkeit grundsätzlich nicht mehr herstellbar. Dafür haben sich die tatsächliche Gesellschaft in Deutschland und die Vertreter eines klassischen Nationalismus schon zu weit voneinander entfernt.
Das erschwert auch die Verwendung des Begriffes. Denn ein Nationalismus ist absolut erstrebenswert. Nur halt nicht in seiner bisherigen Form, die aber leider immer noch die Vorstellungen zu diesem Begriff prägt.
Zitat:Wenn man alles für und wieder erwägt, unter Berücksichtigung aller Umstände, dann führt in dieser Bundesrepublik LEIDER kein Weg an einer echten Berufsarmee vorbei.
Nicht nur bei uns, sondern in jedem Staat, der sein Militär nicht nur rein zur LV oder der damit unmittelbar verbundenen Abschreckung unterhält. Sobald das Thema Bündnisverteidigung auf den Tisch kommt, sind Berufsstreitkräfte heutzutage eigentlich unumgänglich und sollten ggf. zusätzlich erforderliche Wehrdienst-Streitkräfte von diesen getrennt vorgehalten werden.
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(15.02.2024, 23:53)Broensen schrieb: ... Das liegt aber mMn (neben der Historie) eben daran, dass es sich in Deutschland dabei um einen völkischen, monokulturellen Nationalismus handelt, anders als bspw. beim US-Patriotismus, dem diese Aspekte weitestgehend fehlen.

Völlig falscher Ansatz. Diese Armee aufzubauen, müsste man gerade eben von unten her angehen und erst nach und nach Führungsstrukturen darüber etablieren. Denn sie soll ja vor allem einen Reservisten-Pool schaffen und in die Gesellschaften hinein wirken. Im V-Fall wäre es auch durchaus möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, dass ihre Verbände dann einem regulären NATO-Kommando unterstellt würden, weshalb sie eigentlich maximal bis auf Divisionsebene Führungsstrukturen braucht. ...

Naja ... Deutschland ist seit über 2000 Jahren germanisches Siedlungsgebiet mit entsprechender kultureller Verbundenheit. Die USA sind ein 248 Jahre altes, nach Genozid aus einem Sammelsurium anderer Völker wieder befülltes, Siedlungsgebiet welches noch nicht das Bevölkerungslimit erreicht hat.
Klar das da kein Monokultureller Nationalismus aufkommt, dafür müsste es erst mal 3 Generation lang keine Einwanderung mehr geben um den ständigen Veränderungen durch neue Kulturelemente Einhalt zu gebieten und ein Kulturelles Selbstbewusstsein zu schaffen.
Momentan ist man kulturell in den USA nur Stolz darauf ein Ticket für die Jungfernfahrt (ob Olympic oder Titanic wird sich zeigen) abbekommen zu haben.

Es bedarf eines Initialmomentes für ein EU-Armee, man muss Sprichwörtlich die Fahne voran tragen. Das geht nicht von unten, die Frage ist lediglich ob man es Militärisch macht im Sinn einer gemeinsamen Obersten Heeresleitung vergleichbar dem Deutschen Heer 1914 vorab oder ob man ein politisches Element abwartet wie eine Kriegserklärung der Russische Föderation an die Europäischen Union als ganzes (andersherum geht es nicht das würde die einende Wirkung verfehlen, siehe Deutsch-Französischer Krieg 1871). Absehbar ist letzteres in den nächsten 10 Jahren nicht zu erwarten, da Russland dafür nicht aggressiv genug agiert und das ist der Kuhfuß daran, es aber innerhalb der ersten Generation nach Gründung der Union passieren muss da sonst die "Vorschusslorbeeren" aufgebraucht sind und das Bündnis wieder zerfällt (eine Generation statistisch 30 Jahre, EU 1993- 2024). Russland hat es in ein paar Jahren also sprichwörtlich ausgesessen.
Die Unterstellung unter die NATO ist erst recht keine Option, das wär das maximale Zeichen das es sich bei der EU nur um den 53 Staat der USA handelt. Zusammenarbeit klar, aber eher so wie Deutsches Heer und Österreich-Ungarns Heer im 1. Wk.

P.S. Aber man muss auch das positive sehen, durch die, USA initiierten, auf dem Totenbett ausgesprochen EU-Sanktionen gegen Russland schafft man einen Initialschub zur Bildung der Eurasischen Föderation (Name in Anlehnung an Earth 2150 geändert, ansonsten ist es die Russischer Föderation in der Ausdehnung vom Atlantik bis zum Pazifik).
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Zitat:Naja ... Deutschland ist seit über 2000 Jahren germanisches Siedlungsgebiet mit entsprechender kultureller Verbundenheit.
Abgesehen davon, dass durch die "deutschen Lande" in den letzten 2.000 Jahren mehr Völker durchgezogen sind als wir an Zehen und Fingern abzählen können (und die waren sicher nicht alle keusch und brav) - inwieweit hilft uns dies nun in Bezug über die Debatte auf eine Wehrpflicht? Genau, danke...

Insofern: Deshalb möchte ich nun darum bitten, dass wir uns ab sofort wieder mehr an der Thematik Wehrpflicht orientieren.

Schneemann
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(16.02.2024, 16:22)Schneemann schrieb: ... - inwieweit hilft uns dies nun in Bezug über die Debatte auf eine Wehrpflicht? ...

Es wird nicht leichter erträglich nur weil man eine Wahrheit erstmal weg zensiert.
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Geht nicht um Zensur, sondern darum, dass man beim Thema bleibt, und das lautet nicht Ethnogenese der Deutschen, sondern Wehrpflicht und Personalgewinnung. Und es spielt für die Frage ob eine Wehrpflicht die Personalprobleme löst heute eben keinerlei Rolle mehr ob die Bajuwaren als Germanen aus Böhmen eingewandert sind, oder aus einer Vermischung von Germanen und Kelten vor Ort entstanden und inwieweit verbliebene rätische und römische Bevölkerung in diese inkorporiert wurden. Das alles ist zwar sicherlich hochinteressant, wir können gerne im Strang über Geschichte darüber weiter diskutieren, aber es hat heute keinerlei Bezug mehr zur Frage einer möglichen Wehrpflicht.

Und hier in Bezug auf die Fragestellung Wehrpflicht zur Personalgewinnung ist es mein Eindruck aus diesem ganzen Strang, dass eine Wehrpflicht die Personalprobleme der Bundeswehr nicht lösen kann (selbst wenn man dies beabsichtigen würde) und dass daher die Personalprobleme zwingend anders gelöst werden müssen.
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(16.02.2024, 18:08)Quintus Fabius schrieb: ... , und das lautet nicht Ethnogenese der Deutschen, ...

Das war nicht der zensierte Inhalt. Der Preis der Zensur ist der Verlust der Erkenntnis, sollen es die Zensierer unter sich klären.
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Zensur ist die Beeinflussung der öffentlichen Meinung dahingehend, dass ein möglicher Beitrag zum Prozess der Meinungsbildung der Öffentlichkeit durch eine intervenierende Instanz entzogen oder verändert zugänglich gemacht wird. In der Diskurskontrolle ist sie daher die Ausübung semantischer Herrschaft.

Es liegt daher hier per definitionem keine Zensur vor weil:

1. Du schreibst über germanisches Siedlungsgebiet, Genozid in den USA, Eurasische Union usw usf.

2. Der Strang hier aber handelt von Wehrpflicht und Personlgewinnung.

3. Es ist daher keine Beeinflussung der öffentlichen Meinung in Bezug auf Wehrpflicht und Personalgewinnung, wenn darum gebeten wird, dieses Thema enger gefasst zu diskutieren.

4. Dies ist notwendig, da eine allumfassende und in alles mögliche abschweifende Ausarbeitung in der Kürze von Foreneinträgen mehr Verwirrung stiftet als etwas beiträgt, den Fokus weglenkt von der eigentlichen Fragestellung auf vollständig andere Themen und ohne Fokus man zu keinerlei Schlüssen kommen kann.

5. Und deshalb ist es notwendig enger gefasst zu diskutieren, so gerne ich auch mit dir ausführlichst über Germanen bis hin zu Earth 2015 diskutieren würde. Aber das würde nur uns beide unterhalten, und es wäre nicht zielführend in Bezug auf das hier in diesem Strang diskutierte Thema.

So einfach ist das.
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