(See) Portugal: Mehrzweckschiff als Drohnenträger
#31
(10.07.2026, 14:35)Gecktron schrieb: Leistungsfähige Plattform für Helikopter und Drohnen?
Welche Systeme meinst du hier? Das MPV 10720 Design hat keinen Aufzug. Das heißt Helikopter und größere Drohnen müssen alle in den Aufbau reinpassen.
[Bild: https://portalstoczniowy.pl/wp-content/u...o-II-.webp]
Die Öffnungen hier sind nicht besonders groß.
Auch sind durch das kurze Deck praktisch nur senkrecht startende Systeme möglich. Selbst eine relativ leichte MALE Drohne wie TB3 braucht da deutlich mehr Platz.

Am ehesten erinnern mich die Fähigkeiten an eine F-125 mit mehr Deck. Es gibt Situation wo das eine passende Lösung ist bei Stabilisierungsmissionen zum Beispiel. Aber ich denke nicht, dass das etwas ist, was sich "in Europa durchsetzen wird". Die Briten, Franzosen, Italiener und Spanier haben bereits leistungsfähigere Schiffe. Die Ostseeanrainer werden sowas eher nicht brauchen.

Warte ab. Alle bisher gebauten Schiffe wurden vor dem Entwicklungssprung in der Drohnentechnik gebaut.
Dieses Schiff hier ist das erste seiner Art als kompakter Träger.

Dieses Schiff hat 1/8 einer neuen F128 gekostet.
In der großen Ausführung mit 9.000 Tonnen wird es auch nicht mehr als 200Mio Euro kosten.

Im Verband mit einer oder zwei Fregatten bekommt man so extrem kostengünstig viel fliegendes Material unter, was mit reinen Fregatten gar nicht möglich wäre.
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#32
Also ich bin der letzte der etwas gegen eine Art Drohnenträger auf LHD-Basis einzuwenden hätte, ich plane selber mit zweien solcher Einheiten in meiner idealen Flottenstruktur, aber das Schiff hier ist mMn ein sehr schlechtes Beispiel dafür.

Das hier ist kein LHD und auch kein Drohnenträger, real ist das ein OPV mit durchgehendem Flugdeck. D.h. der ganze Service der durch ein LHD/Träger erbracht werden könnte, also Instandsetzung, Reparatur von komplizierten Beschädigungen, das Lagern von größeren Ersatzteilen usw sind hier nicht möglich. Die Fähigkeiten unterscheiden sich hier nicht nennenswert von denen, die eine Fregatte in der Hinsicht selber erbringen kann, was die Plattform als ich nenne es mal „mobile Unterstützungsbasis“ eher ungeeignet macht. Auch amphibische Fähigkeiten fallen hier aus, für fixed wing UAVs ist sie zu klein, Commandinfrastruktur oder logistische Fähigkeiten hat sie ebenfalls nicht. Sieht man hier in der Graphik ganz gut https://www.naval.com.br/blog/wp-content...oao-II.jpg

Im Verbund mit Fregatten könnte die Einheit 1-2x zusätzliche Helikopter und einiges an Kleindrohnen mitführen, das wär’s im großen und ganzen aber. Das hier ist ne clevere Ergänzung für kleine OPVs wie sie Portugal unterhält, neben Fregatten hätten solche Einheiten mMn aber nicht wirklich eine Existenzberechtigung.
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#33
(11.07.2026, 13:21)Bairbus schrieb: Dieses Schiff hat 1/8 einer neuen F128 gekostet.
Das Schiff hat so wenig gekostet, weil es sich um ein ziviles Schiff handelt, das nicht bewaffnet ist, nicht für Gefechtsaufgaben vorgesehen oder ausgestattet ist, und auch keinerlei Damage Control oder andere Resilienz bietet.

Das ist etwas das viele nicht akzeptieren wollen. Weil "hat doch ein Flugdeck". Ja. Sonst aber halt nichts. Das Schiff ist vorgesehen für Meeresforschungsaufgaben, mit einer Nebenbeschäftigung als Hilfsschiff für die Überwachung der portugiesischen SAR-Zone damit man das aus einem entsprechenden Topf von der EU finanziert bekommt.

(11.07.2026, 14:47)DopePopeUrban schrieb: real ist das ein OPV mit durchgehendem Flugdeck
Das Schiff hat keine OPV-Aufgaben und keine entsprechende Ausstattung.
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#34
(11.07.2026, 15:11)kato schrieb: Das Schiff hat so wenig gekostet, weil es sich um ein ziviles Schiff handelt, das nicht bewaffnet ist, nicht für Gefechtsaufgaben vorgesehen oder ausgestattet ist, und auch keinerlei Damage Control oder andere Resilienz bietet.

Das ist etwas das viele nicht akzeptieren wollen. Weil "hat doch ein Flugdeck". Ja. Sonst aber halt nichts. Das Schiff ist vorgesehen für Meeresforschungsaufgaben, mit einer Nebenbeschäftigung als Hilfsschiff für die Überwachung der portugiesischen SAR-Zone damit man das aus einem entsprechenden Topf von der EU finanziert bekommt.

Das Schiff hat keine OPV-Aufgaben und keine entsprechende Ausstattung.


Hast Du meinen verlinkten Artikel gelesen...?
Hier geht es nicht mehr um Meeresforschung.
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#35
(11.07.2026, 22:27)Bairbus schrieb: Hast Du meinen verlinkten Artikel gelesen...?
Hier geht es nicht mehr um Meeresforschung.
Wo steht in dem von dir verlinkten Artikel irgendwas von anderen Aufgaben?

Die Beschreibung der portugiesischen Marine zur Zuwasserlassung des Schiffs sieht so aus:

https://www.marinha.pt/pt/media-center/N...menia.aspx (auf Portugiesisch)
Zitat:Die künftige NRP D. João II, die von der portugiesischen Marine in Zusammenarbeit mit DAMEN entwickelt wurde, ist als multifunktionale Marineplattform konzipiert. Sie vereint wissenschaftliche Fähigkeiten, eine modulare Architektur und eine hohe Einsatzflexibilität, wodurch sie sich an ein breites Spektrum von Missionen anpassen kann.

Das Schiff ist für eine dauerhafte Präsenz auf See ausgelegt und verfügt über eine Durchhaltefähigkeit von bis zu 45 Tagen. Dies ermöglicht die Durchführung von Missionen in den Bereichen Umweltüberwachung, Erforschung und Erkundung des Meeresbodens sowie Erfassung und Verarbeitung ozeanographischer Daten; zudem unterstützt es Wissenschaft, Wirtschaft und die Erforschung der Meeresumwelt.

Die Plattform ist zudem darauf ausgelegt, unbemannte Luft-, Oberflächen- und Unterwassersysteme integriert und modular zu betreiben. Diese Systeme dienen als Werkzeuge für Einsätze sowie zur Wissensgewinnung und gewährleisten eine hohe Interoperabilität mit zivilen, wissenschaftlichen und akademischen Einrichtungen.
(Google Translate)

Die originale Projektbeschreibung - für die man auch die EU-Mittel bekommen hat - findet sich hier:

https://www.marinha.pt/pt/informacao-ins...ilarI.aspx (auf Portugiesisch)

Zitat:Das Vorhaben umfasst den Bau einer multidisziplinären Referenzplattform, die modernste Technologien integriert und die Einsatzmöglichkeiten eines Schiffes zur Meeresüberwachung und ozeanographischen Forschung auf weitere Szenarien ausweitet – etwa auf Notsituationen (z. B. Reaktion auf Ölverschmutzungen oder Ansammlungen von Kunststoffen, Algen oder Quallen) sowie auf die ökologische Überwachung der Meere. Dabei werden neue technische Systeme für die Beobachtung, Überwachung und Intervention im maritimen Raum eingebunden, wie beispielsweise robotische Systeme für den Einsatz in der Luft oder unter Wasser. Die Plattform ist folglich für den Einsatz in folgenden Bereichen vorgesehen: Notfalleinsätze, Überwachung, wissenschaftliche und technologische Forschung sowie Umwelt- und Wetterüberwachung.

Die Marineplattform muss die für sie definierten Einsatzbereiche unterstützen; diese orientieren sich an den Aufgaben der Marine: Abschreckung, militärische Verteidigung und Unterstützung der Außenpolitik; staatliche Sicherheit und Hoheitsausübung; sowie wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Entwicklung.
(Google Translate)
Fett: Hervorhebungen von mir.
Anmerkung hierzu: "Überwachung" = Vigilancia im Original = Aufsicht (im Sinne von Kontrolle/Inspektion). Es geht dabei um ozeanografische Überwachung.
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