Massive Kürzungen bei der Bundeswehr
#46
Zitat:Frosch postete
Wer geht den eigentlich noch mit einem G3 in's Ausland?
Eigentlich fällt mir da nur das KSK ein.
Zum Beispiel Norwegen und die Türkei...
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#47
Guttenberg will eine Milliarde Euro einsparen

Zitat:Kleinere Kasernen und Standorte der Bundeswehr könnten in Zukunft der klammen Kassenlage zum Opfer fallen. Verteidigungsminister Guttenberg kündigte drastische Einschnitte in den Etat an. Das Ziel: pro Jahr eine Milliarde Euro Einsparungen.

Nichts neues. Die Zahl geistert ja schon seit einiger Zeit durch's Netz, aber nun wird's wohl langsam offiziell.
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#48
Bleibt nur die natürlich völlig belanglose Frage ob hernach noch eine Bundesdwehr übrig ist die auch nur den minimalsten Anforderungen der Landesverteidigung gerecht wird.
Wahrscheinlich eher nicht.
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#49
Nightwatch schrieb:Bleibt nur die natürlich völlig belanglose Frage ob hernach noch eine Bundesdwehr übrig ist die auch nur den minimalsten Anforderungen der Landesverteidigung gerecht wird.
Wahrscheinlich eher nicht.
LOOOOOOOOOOOOL :lol: :twisted:

Was mich stört ist, das man den Rotstift dort ansetzt, wo's schlicht und ergreifend falsch ist.

Streitkräfte haben für mich drei Haupt-Aufgaben:

1. Landes- bzw. Bündnisverteidigung
2. internationale Krisenbewältigung
3. internationale Hilfeleistung

Und jetzt guck dir mal die NATO an:

1. können wir vergessen, das bekommt allenfalls noch Frankreich hin.
2. man hebt sich einen Bruch gegen Kameltreiber mit Kalashnikow
3. das bekommt man noch hin ... mit Mühe und Not.

Man formiert immer kleinere, immer mobilere Verbände denen am Ende die Feuerkraft fehlt. Und weil denen die Feuerkraft fehlt, richtet sich alles auf das völlige Vermeiden von direkten Konfrontationen seitens der NATO-Streitkräfte, um nicht in Hinterhalte zu laufen. Das man mit dem blinden Niederbomben von Zielen zuweilen mal eine Schule oder eine Hochzeitsgesellschaft ausräumt, lassen wir mal beiseite. Siehe Kunduz: Da werden zwei Tanklaster geklaut und anstatt ein paar Schützenpanzer zu schicken lässt man zwei Strike Eagle mit JDAM's drauf los nachdem man die Tanker von einer B-1B (!!!) hat ausspähen lassen.

Angenommen in Berlin wird ein Bus entführt, ruft man dann auch in Spangdahlem an?

Eine Luftwaffe hat die Aufgabe, die Luftüberlegenheit zu erringen, was in Afghanistan übrigens nie ein Problem war, und nicht jedem Taliban eine JDAM auf die Dunstkiepe zu schmeißen.

Man braucht in Afghanistan keine Jagdbomber mit JDAMs, man braucht dort 250.000 Mann am Boden, ausgerüstet und ausgebildet. Da kommt dann wieder die Logik hinter den Auslandseinsätzen der Tornados hervor - anstatt einer voll ausgerüsteten Panzerdivision schicken wir lieber eine Rotte Flugzeuge mit Kameras.

Man kastiert die Technik, "weil man nicht alles braucht", um Geld zu sparen, anstatt mehr zu kaufen und damit "Mengenrabatt" zu bekommen.

Abrüstung schön und gut, aber dann bitte sinnvoll. Damals 1991, am Zenit ihrer Leistungsfähigkeit, haben die Kolations-Streitkräfte (auch NATO) mit den Irakis den Wüstenboden aufgewischt mit einer Performance, die selbst die Planer in Riad überascht hat - weil der Verein 40 Jahre lang darauf gewartet hat die Sowjets zu massakrieren. Aber heute geben wir uns mit Streitkräften zufrieden wie in der Cola-Werbung: Echtes Aussehen, aber zero Schlagkraft.

Leider können wir nichts dagegen machen. Hier im Forum werden Dinge hinterfragt, die dem Otto-Normal-BILD-Leser garnicht in den Sinn kommen. Deutschland ist, was das Hinterfragen von gewissen Themen angeht, sowieso die größe Orgel der Welt: 80 Millionen Pfeifen.
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#50
Geniale Formulierung Foxhound31BM. Die Bundeswehr und in Prinzip alle europäischen Armeen sind an einen Punkt angelangt in den sie so unbrauchbar sind, als das man gleich auf sie verzichten könnte. Wie Foxhound31BM sagt ist Landesverteidigung längst unmöglich es sei denn der Gegner heißt Luxemburg oder Albanien. Auslandseinsätze kann man nicht und will man vor allem nicht ! Das weil Deutsche Scheiße bekanntlicher Weise nicht stickt und deutsche Soldaten keine Menschen totschießen sondern Schulen bauen. Hilfe Leistungen in Ausland, na ja dafür braucht man doch keine Bundeswehr. Daher warum die Bundeswehr nicht gleich auflösen?

Kapazitäten hat man doch ohnehin nicht mehr, die Heeresluftabwehr gibt es ab 2015 nicht mehr, die Strategische Luftabwehr will grad die FDP killen (MEADs) die alten PAC sind wohl auch nicht mehr lange funktionale. Der EF2000 wird auf 130 Flugzeuge reduziert, die Panzertruppe ist so schlagkräftige und modern wie die der Hellenen, ah ja der A400M ist auch ein Schandfleck. Hab ich da was vergessen?

Foxhound31BM hat es genial formuliert, das tragische ist das es nicht nur in Deutschland so aussiecht sondern in ganz EU/NATO Europa. Die Franzosen sind übrigens auch nicht besser, bei einer internen Untersuchung von denen kam raus das die kaum 200 Panzer aus der Garage rollen könnten der Rest ist in der Wartung. Bei den Britten geht es nu auch schnell Bergab, wen es so weiter geht ist die größte NATO Militärmacht in Europa neben Griechenland und die Türkei wohl Polen. Aber sehen wir es von der guten Seite, wenigstens kann Europa so keinen Ärger in der Welt machen da es auch sonst nichts zu melden hat.
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#51
http://www.bild.de/BILD/politik/2010/05 ... daten.html

Zitat:So baut Guttenberg die Bundeswehr um



Es könnte eine neue Ära für die Bundeswehr werden. Eine deutlich schlankere Armee mit weniger großen Kasernen, weniger Hightech-Rüstung und einem deutlich größeren Anteil an Berufssoldaten.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (38, CSU) hat bei einer Rede an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg harte Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen angekündigt.

„Singuläre Einschnitte“ und „symbolhaftes streichen“ von Einzelprojekten würden bei weitem nicht ausreichen, so Guttenberg. Vom 32-Milliarden-Etat muss er jährlich eine Milliarde Euro einsparen.

BILD.de erklärt, was die Grundsatzrede des Ministers für die Zukunft der Bundeswehr heißen könnte.

• Weniger Kasernen!

Guttenberg in seiner Rede: „Standorte unter einer gewissen Anzahl von Dienstposten sind als minder wirtschaftlich einzuordnen und nur bei zwingender militärischer Funktionalität zu begründen.“

Bedeutet: Viele kleinere Kasernen werden vermutlich geschlossen, die Soldaten in größeren Standorten zusammen gezogen, um Kosten zu sparen.

• Weniger teure Rüstungsprojekte!

In seiner Rede kritisierte Guttenberg ehrgeizige Rüstungsprojekte wie den Kampfhubschrauber „Tiger“ und den Transporthubschrauber NH 90.

Beide Hubschrauber haben zwar bereits Milliarden verschlungen, sind aber wegen diverser Konstruktionsmängel nicht einsatzbereit.

• Was wird passieren?

Statt eigene Produkte zu entwickeln, wird Deutschland in Zukunft bei anderen Ländern einkaufen – und sich so die gewaltigen Entwicklungskosten sparen.

Mögliches Beispiel: Einsatzerprobte amerikanische Hubschrauber vom Typ „Black Hawk“ statt teure Eigenentwicklungen wie der NH 90.

• Abschaffung teurer Waffen aus dem Kalten Krieg.

Man könne nur „solitäre Elemente der allgemeinen Sicherheitsvorsorge erhalten“ erhalten, so Guttenberg in seiner Rede. „Deren Umfang wird nun absolut dadurch bestimmt, was sich die Bundesrepublik Deutschland leisten kann beziehungsweise will.“

Diese Sätze könnten bedeuten, dass Waffensysteme abgeschafft werden, mit denen einst die Russen bekämpft werden sollten.

Zum Beispiel teure U-Boote, die bei der heutigen Bedrohungslage und bei Einsätzen gegen den Terrorismus wie in Afghanistan keinen Nutzen mehr haben.

Aber auch große Jagdbombergeschwader, die früher russische Panzerverbände aufhalten sollten, kommen wohl auf den Prüfstand.

Die Begründung: Die Bundeswehr wird sich vorrangig auf den Einsatz im Ausland und weniger auf die Landesverteidigung konzentrieren.

• Weniger Soldaten!

Guttenberg in seiner Rede: „Der Eingriff in die Struktur der Bundeswehr mit dem Ziel, die Personalausgaben ... anhaltend senken zu können, ist unabwendbar.“

Weniger „Personalausgaben“ heißt zwangsläufig, dass es weniger Soldaten geben wird. Guttenberg wird vermutlich versuchen, den aufgeblähten Verwaltungsapparat der Bundeswehr zu verkleinern.

Mehr Soldaten für Einsätze wie zum Beispiel in Afghanistan, aber deutlich weniger Soldaten in den Bürostuben.

• Langsame Abkehr von der Wehrpflicht.

In seiner Rede bezeichnete Guttenberg die Wehrpflicht als „Gretchenfrage“, nannte ihre Aussetzung „kurzsichtig“.

Aber: Allein dass Guttenberg die Aussetzung der Wehrpflicht selber ins Spiel bringt, ist bemerkenswert. Der Minister weiß, dass er mit der Abschaffung viel Geld sparen könnte.

Forscher der Bundeswehruniversität in München errechneten 2007, dass man so rund 7 Prozent des Verteidigungshaushalts sparen könnte – rund zwei Milliarden Euro jährlich.

Teilweise mit Sicherheit sinnvoll:
+ weniger Kasernen => Kosteneinsparungen möglich
+ insgesamt weniger Soldaten, dafür viel mehr Einsatzbereite Soldaten => spart Geld und erhöht die die Anzahl der einsatzbereiten Soldaten
+- weniger Rüstungsprojekte => ich denke dass es hier gilt eine gesunde Mischung aus Eigenentwicklungen und Fremdbeschaffung zu finden....richtige europäische Kooperation in allen Bereichen (EADS ähnliches Konstrukt für Marine und Heeresmaterial) gleichzeitig abwegen ob offset Geschäfte mit den Amis sinnvoll wären (wir bieten Landfahrzeuge, U-Boote, Lufttanker.... kaufen Kapmfflugzeuge, Helis,....)
+- Verzicht auf ein Jagdbombergeschwader... ich denke dass die Tornados schneller ausrangiert werden gleichzeitig werden weniger Eufis beschafft (hoffentlich noch 160 Stück)... diese sollten dann aber komplett MultiRole sein...
+ auf die U206er und Schnellboote kann man verzichten (Teilersatz durch K131)
+- NH90 und Tiger müssen und werden beschafft werden... bisher entshehen hier keine zusätzlichen Kosten für die BW... abgesehen davon dass die Dinger min 5 Jahre zu spät zulaufen... am Ende werden sie die gewünschten Fähigkeiten haben (was andres kann sich Eurocopter nicht leisten)
+ der neue HTH sollte gemeinsam mit den Amis beschafft werden
+ auf MEADS kann man gut verzichten (Upgrade der Patriots)
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#52
Die Landesverteidigung im Bündnis ist sicher nicht unmöglich.
Sicher, wir haben nicht mehr ansatzweise die Kapazitäten wie noch 1990, etwaige Gegner allerdings auch nicht.
Zumindest gemessen an realer Combat Power die es überhaupt nur bis zur Ostgrenze der Nato schafft.
Wie auch immer, das Problem ist mE weniger was man in einem tatsächliche V-Fall aus allen pesudoaktiven Verbänden notnagelmäßig zum sterben zusammenkratzen könnte. Die Lage ist da zwar auch alles andere als rosig, das eigentliche Problem ist aber der Einsatz in einem symmetrischen Gefecht hoher Intensität außerhalb der unmittelbaren Landesverteidigung.
Wir sind nicht in der Lage reale Kampfkraft außerhalb Deutschlands zu projezieren.
Wir können nicht mal mehr eine Panzergrenadierdivision irgendwo geschlossen und mit Verbundenen Waffen einsetzen.
Da geht es nicht mal ums verlegen (das wir natürlich auch nicht können sobald es weiter weg geht), hier hört es schon bei der realen Verfügubarkeit auf. Wir können kaum ein Battalion geschlossen und mit der Stan-mäßigen Ausrüstung und Support in den heißen Einsatz schicken.
Größere geschlossene Kampfverbände existieren einfach nicht.
Das ist doch die eigentliche Krux. In unserem Streitkräften turnen 250.000 Mann rum und wir sind ausgelaugt wenn wir 7.000 ins Ausland schicken - wobei dann natürlich die Panzerwaffe Infanterie spielen darf etc etc etc

Die Streichung von teuren Rüstungsprojekten hin oder her, entscheidend ist nicht wie viele Eurofighter wir jetzt noch kriegen, ob MEADs gestrichen wird oder wann wie viele A400M mit welcher Leistung zu welchem Preis auf der Rollbahn stehen.
Entscheidend ist was am Ende dieser Spar- und Reformmaßnahmen aus der Bundeswehr geworden ist.
Wenn es KTzG nur darum geht sich politisch zu profilieren und mit einer Bundeswehr zufrieden ist, die am Ende vielleicht noch ISAF leidlich gut kann, darüber aber nichts mehr, dann wars das effektiv mit einer verwendungsfähigen Bundeswehr.
Andererseits hat er aber durchaus die reale Chance mal ordentlich mit der Axt dort zu wüten wo es angebracht wäre - in den Ämtern, Stäben und bei der BGeschaffungspolitik.
Er kann mit seinen Vorhaben hier viel Gutes bewirken und trotzdem einen Haufen Geld einsparen.
Kann. Wenn es am Ende wieder so sein wird wie immer, wenn die Bundeswehr am Ende mit noch weniger Kampfkraft dasteht als vor den Reformen stellt sich die Frage nach dem Sinn unserer Streitkräfte wirklich nicht mehr.
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#53
revan schrieb:Geniale Formulierung Foxhound31BM. Die Bundeswehr und in Prinzip alle europäischen Armeen sind an einen Punkt angelangt in den sie so unbrauchbar sind... .
Die anderen sind auch nicht besser. Von daher gehts nur darum die Mittel effizienter einzusetzen. Und dass die Bundeswehr nicht auf Konflikt im Ausland gerüstet ist, ist doch nicht weiter verwunderlich, politisch war das ja auch höchst umstritten.

Bin zwar nicht Deutscher, find aber dass Gutenberg hier an den richtigen Schrauben dreht. Aus meiner Sicht müsste Deutschland mehr Konkurrenz bei den Rüstungsprogrammen zulassen, denn das P/L-Verhältnis ist zumindest bei den Flugzeugen/Helikoptern katastrophal. Dass man den Tornado und EF bis jetzt nur an das stinkreiche Saudiarabien verkaufen konnte (dort wahrscheinlich auch nur weil die USA nicht liefern wollten), spricht doch Bände. Am Anfang hat man immer das multinationale Projekt, danach gibts ohne Ende Kostenüberschreitungen / jahrlelange Verzögerungen und dann keinen einzigen Exportkunden. Aus meiner Sicht müsste man jedes Produkt von Anfang an so konstruieren, dass man es auf dem freinen Markt verkaufen kann.

Heisst, es muss ein grosser Bedarf auch ausserhalb des eigenen Landes geben / deshalb auch kein Nischenprodukt sein (wie z.B. der A400M). Dann sollte man es so finanzieren, dass man nur einen Teil der Entwicklung bezahlt, mit zunehmenden Exporterfolgen, der Staat die Entwicklungsgelder zurückzahlt. Das zwingt den Konzern zu sparen, nicht das ultimative Entwicklungsrisiko zu geht, unnötige Technik wie z.B. Sprachsteuerung wird gar nicht verfolgt weils relativ zum investierten Geld einfch nicht viel bringt.
Es zwingt den Hersteller den Kunden / die Bundeswehr auch richtig zu beraten, nicht den Ferrari auf den Platz zu stellen, wenns der VW auch tut.
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#54
Zitat:• Weniger teure Rüstungsprojekte!

In seiner Rede kritisierte Guttenberg ehrgeizige Rüstungsprojekte wie den Kampfhubschrauber „Tiger“ und den Transporthubschrauber NH 90.

Beide Hubschrauber haben zwar bereits Milliarden verschlungen, sind aber wegen diverser Konstruktionsmängel nicht einsatzbereit.

• Was wird passieren?

Statt eigene Produkte zu entwickeln, wird Deutschland in Zukunft bei anderen Ländern einkaufen – und sich so die gewaltigen Entwicklungskosten sparen.

Mögliches Beispiel: Einsatzerprobte amerikanische Hubschrauber vom Typ „Black Hawk“ statt teure Eigenentwicklungen wie der NH 90.

[...]

Zum Beispiel teure U-Boote, die bei der heutigen Bedrohungslage und bei Einsätzen gegen den Terrorismus wie in Afghanistan keinen Nutzen mehr haben.

DER TYP SPINNT DOCH KOMPLETT!!! Tatsache ist das keine Regierung der Welt über eigenes Geld verfügt. Nur über das, welches sie dem Volk und der Industrie abnehmen. Wenn Sie also behapten, ein Flugzeug (Eurofighter) oder ein U-Boot (212A) wäre zu teuer, ist das gequirlte Scheiße, weil sie das Geld garnicht ausgeben sondern nur verteilen! Sie nehmen Steuern ein (in Deutschland nicht wenig) und stecken die wieder in den Wirtschaftskreislauf. Aber sie machen keine Geschenke, weil es nicht ihr Geld ist. Sie schieben nur immer das gleiche geld hin und her.

Die Hälfte der Kosten beispielsweise, die für den Bau eines U-Bootes aufgewendet werden, sind Lohnkosten. Davon zahlen die Werftarbeiter sofort wieder ihre 45 % als Steuern an den Staat zurück. Der sagt ihnen aber nicht, das das Geld dann wieder in die Gemeinde fließt, was wiederrum anderen Bürgern Arbeit verschafft, die dann auch wieder ihre 45 % Abgaben an den Staat abgeben. Das ganze ist ein Karussel - das verdammte U-Boot ist nicht teuer, ES IST UMSONST!!!

In Baltijsk liegt immer noch eine beachtliche Ladungsflotte, die man kurzfristig mit Landungschiffen der Nordflotte verdoppeln könnte. Wenn die in Morskaja Pekhota in Schleswig-Holstein anlandet würde die bis Hamburg rauschen, bevor man merkt, das da russische Flaggen am Mast flattern ...

Zitat:Aber auch große Jagdbombergeschwader, die früher russische Panzerverbände aufhalten sollten, kommen wohl auf den Prüfstand.
Klar, wir verschrotten mal eben den besten NATO-Jagdbomber ...

Zitat:Die Begründung: Die Bundeswehr wird sich vorrangig auf den Einsatz im Ausland und weniger auf die Landesverteidigung konzentrieren.
Ich sehe jetzt schon die Schlacht um Berlin 2.0 ...

Zitat:+ auf MEADS kann man gut verzichten
Bin gespannt ob man das noch so sieht, wenn die ersten Iskander-M in Laage einschlagen und eine Staffel Fencer die Kaianlagen in Eckernförde mit FAB's pflastern ...
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#55
http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1 ... ntent.html
Zitat:Sparen bei den Streitkräften?
Unruhe in der Bundeswehr nach Guttenbergs Rede
Verteidigungsminister zu Guttenberg will Konsequenzen aus der „dramatischen“ Haushaltslage ziehen und sieht massive Sparzwänge für die Streitkräfte. Es sei Anlass zur Sorge, wenn sich die Sicherheitspolitik künftig nach dem Haushalt richte, warnt der Bundeswehrverband.

27. Mai 2010

Die Ankündigung von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), wegen der Sparzwänge einschneidende Struktureinschnitte in den Streitkräften zu prüfen, hat in der Bundeswehr zu Sorge und Unruhe geführt. Kritik kam von der Opposition, Lob hingegen vom Koalitionspartner FDP.
...
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#56
Tut mir leid, die Logik in Deinem Karussell-Effekt kann ich nicht nachvollziehen - wenn das soo einfach wäre...

Bis die Bundesregierung sich Deiner Meinung anschließt, muß man wohl tatsächlich das gesamte Verteidigungskonzept prüfen. Ohne jetzt die einzelnen Projekte beurteilen zu wollen - man kann sich einfach nicht mehr leisten, weiterzumachen wie bisher.

Daher müssen nationale Fähigkeiten jetzt ernsthaft im internationalen Kontext gesehen werden - industriell wie auch militärisch. Man wird nicht mehr wie beim Eurofighter die Arbeitsanteile an die gekaufte Stückzahl koppeln können. Und man wird es sich nicht mehr leisten können, das gesamte Spektrum an militärischen Fähigkeiten vorzuhalten.

Bei der Marine ist da schon einiges geschehen - Dänemark hat seine U-Boote abgegeben, Holland seine P3-Orion, Deutschland baut keine amphibische Komponente auf.
Ähnliches wird für Heer und Luftwaffe auch noch nötig werden..
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#57
PKr schrieb:Bis die Bundesregierung sich Deiner Meinung anschließt, muß man wohl tatsächlich das gesamte Verteidigungskonzept prüfen. Ohne jetzt die einzelnen Projekte beurteilen zu wollen - man kann sich einfach nicht mehr leisten, weiterzumachen wie bisher.
Richtig, den ganzen Bürokratischen Rattenschwanz hinter ein paar Tausend einsatzfähigen Soldaten können wir uns nicht leisten.

PKr schrieb:Daher müssen nationale Fähigkeiten jetzt ernsthaft im internationalen Kontext gesehen werden - industriell wie auch militärisch. Man wird nicht mehr wie beim Eurofighter die Arbeitsanteile an die gekaufte Stückzahl koppeln können. Und man wird es sich nicht mehr leisten können, das gesamte Spektrum an militärischen Fähigkeiten vorzuhalten.
So ein Unsinn!
"Wir können uns nicht mehr leisten, das gesmate Spektrum an militärischen Fähigkeiten vorzuhalten." Natürlich können wir das!
Wir sind das Land mit der viertgrößten Volkswirtschaft weltweit und sollen es uns nicht leisten können Streitkräfte über das gesamte Spektrum zu unterhalten?
Lachthaft! Das können wir ohne weiteres. Wir wollen jedoch nicht.

PKr schrieb:Bei der Marine ist da schon einiges geschehen - Dänemark hat seine U-Boote abgegeben, Holland seine P3-Orion, Deutschland baut keine amphibische Komponente auf.
Ähnliches wird für Heer und Luftwaffe auch noch nötig werden..
Nein, das ist absolut nicht nötig wenn wir die Schwächung der deutschen Streitkräfte nicht aus ganz anderen Erwägungen bewusst betreiben.
Wir sind nicht Holland und erst recht nicht Dänemark.
Wir sind Deutschland, die mit Abstand größte Volkswirtschaft in der Euorpäischen Union. Unsere Streitkräfte könnten viele male so stark sein wie sie es heute sind.
Aber nein, wie werfen Geld für jeden Scheiß raus, werden dafür aber nicht mal den Nato-Anforderungen eines ausreichenden Verteidigungshaushaltes im Abhängigkeit vom BIP gerecht.
Schon das ist mehr als peinlich, die jetzt angestrebten Beschneidungen der Kapazitäten der Bundeswehr sind eine (erneute) Tragödie.
Aber irgendwie passend zu dieser Bundesregierung, die mal eben absolut nichts Vernfüntiges gebacken bekommt.
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#58
Die Bundeswehr soll Sicherheit gewährleisten und ist NICHT zur Wirtschaftsförderung in strukturschwachen Gebieten da. Und sie braucht (m.E.) nicht beim internationalen Schwanzvergleich prunken. Sie soll die ihr gestellten Aufgaben erfüllen und dafür die nötigen Mittel erhalten.

Die ewige Gretchenfrage ist "Wieviel ist genug?".
Ich stimme Dir zu, daß derzeit (und seit längerem) nicht genug in unsere Sicherheit investiert wird. Ich akzeptiere aber nicht, wenn Geld (MEINE Steuergroschen!) für Sachen rausgeschmissen wird, die von vorneherein unnütz oder inzwischen nicht mehr nötig sind. Genau da wird viel zu wenig hinterfragt, "das ha'm wer immer schon so gemacht"..
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#59
PKr schrieb:Die Bundeswehr soll Sicherheit gewährleisten und ist NICHT zur Wirtschaftsförderung in strukturschwachen Gebieten da. Und sie braucht (m.E.) nicht beim internationalen Schwanzvergleich prunken. Sie soll die ihr gestellten Aufgaben erfüllen und dafür die nötigen Mittel erhalten.
Die Bundeswehr ist nicht zur Wirtschaftsföderung da, keine Frage. Darum geht es überhaupt nicht.
Aber die Bundeswehr hat bitteschön sehr wohl beim "internationalen Schwanzvergleich" zu punkten.
Deutschland hat gefälligst eine Armee zu unterhalten die der Viertgrößten Volkswirtschaft der Welt gerecht wird.
Diesem Anspruch werden wir zwar schon heute nicht mehr gerecht, aber wenn KTzG mit seinen Sparmaßnahmen fertig ist werden wir nicht mal in der Lagen sein über Afghanistan hinaus die sich so praktisch und theoretisch stellenden Aufgaben zu erfüllen.
Schade um den Minister. Ein guter Politik macht zur falschen Zeit das falsche.
Umbau der Bundeswehr gerne, aber nicht auf Kosten der Fähigkeiten.
Im Gegenteil, Fähigkeiten ausbauen muss das Ziel jeder Reform sein.
Sicherheitspolitik nach Kassenlage ist eine Katastrophe!

PKr schrieb:Die ewige Gretchenfrage ist "Wieviel ist genug?".
Wie immer, 2% des BIPs müssen reichen, 3% sind sehr gut, alles darüber ist abseits von Kriegspielereien zuviel.
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#60
Nightwatch]Umbau der Bundeswehr gerne, aber nicht auf Kosten der Fähigkeiten.
Im Gegenteil, Fähigkeiten ausbauen muss das Ziel jeder Reform sein.
Sicherheitspolitik nach Kassenlage ist eine Katastrophe!

[quote=PKr schrieb:
Die ewige Gretchenfrage ist "Wieviel ist genug?".
Wie immer, 2% des BIPs müssen reichen, 3% sind sehr gut, alles darüber ist abseits von Kriegspielereien zuviel.[/quote]
Selbst für 5% des BIP würdest Du keine 100% sichere Rundumverteidigung gegen alle denkbaren Szenarien kriegen. Also muß man priorisieren, zur Not Fähigkeiten einschränken, sie in Kooperation mit anderen abbilden oder -wenn's gar nicht anders geht- darauf verzichten.

Beispiel Luftfahrt: Deutschland ist an der NATO-AWACS-Staffel in Geilenkirchen beteiligt, im Lufttransport gibt es SALIS (die Antonows in Halle-Leipzig) und NATO C-17 (in Ungarn).
Beispiel Marine: Im Seetransport gibt es das ARK-Projekt mit den Dänen und die "Standing Naval Forces" der NATO, in denen Einheiten mehrerer Länder als gemeinsame Task Force operieren.
All das sind Fähigkeiten, deren Aufbau und Unterhalt rein national nicht mehr finanzierbar wären - bzw. wo potentieller Zusatznutzen eines rein nationalen Programms mit wesentlich höheren Kosten erkauft würde.
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