Söldner(un)wesen
Es wurde nach den Gründen gefragt und nein: es ist nicht so dass die Leute deshalb nicht kämpfen würden, weil sie das System der Bundesrepublik ablehnen oder sich nicht mehr mit diesem Staat identifizieren würden, sondern weil sie Krieg ablehnen und fest daran glauben, dass man diesen durch Gespräche und die internationale Gemeinschaft verhindern kann und dass es wenn dies scheitert besser ist aufzugeben als Krieg zu führen.

Pazifismus und noch extremer und weiter gehender extremer Anti-Bellizismus sind hierzulande vorherrschend. Eine Mehrheit der Menschen in diesem Land steht dem Krieg in jeder Form extrem ablehnend / feindselig gegenüber. Bei einem Teil der Linken kommt dann noch dazu, dass sie nicht für "den Kapitalismus" bzw. "die Reichen" kämpfen wollen. Der geringe Anteil derjenigen welche bereit wären tatsächlich in den Krieg zu ziehen ist eher politisch rechts zu verordnen (quelle suprise) aber gerade rechts sieht man überwiegend das aktuelle politische System kritisch und/oder zweifelt an dieser Bundesrepublik.

Die Motivation hier zu kämpfen kommt daher bei vielen auch nicht davon, dass man hier die Bundesrepublik verteidigt, sondern dass man Deutschland verteidigt.

Und ich kann deine Auffassung nicht teilen, dass sich dieser Staat hier auflösen würde, ganz im Gegenteil. Der greift immer weiter gehender, zu weitgehend in alle Bereiche des Lebens der hier lebenden Menschen hinein und versucht immer noch tiefer gehend alles zu regulieren und unter seine Kontrolle zu bringen - und das nicht einmal aus sinistren Motiven heraus, sondern im Gegenteil aus der festen Überzeugung damit tatsächlich Gutes für die Menschen zu tun, also tatsächlich überwiegend aus positiven Motiven heraus.

Die Bundesrepublik schafft sich nicht ab, sie verändert sich lediglich deutlich und nimmt neue Formen an, verändert ihren grundsätzlichen Charakter. Das resultiert aber eben auch aus der völligen Veränderung der vorherrschenden Sozialkultur. Die Politik folgt hier de facto dem was sich sozialkulturell bei einer Mehrheit der Menschen hierzulande verändert. Ob diese Veränderung nun gut oder schlecht ist, ob sie Deutschland schadet oder nicht, beurteile ich mal explizit nicht. Sie ist halt einfach und es macht wenig bis keinen Sinn sie zu beklagen nur weil sie einem selbst nicht gefällt.

Man muss mit dem arbeiten was ist und wie es ist. Und das beschränkt die Optionen die man hat im militärischen Bereich gewaltig. Um den Bogen zu Söldnern zurück zu spannen: Söldner / Fremdtruppen sind durchaus passend für die aktuelle Entwicklung hierzulande, aber wie ich in meinen Ausführungen oben glaube belegt zu haben, sind sie nur eine kurzfristige Lösung, in ihren Fernwirkungen aber eine Verschlimmerung der (rein militärisch betrachtet) schlechten Situation.

Gegenüber zwei jungen Bundeswehroffizieren sagte ich erst vor kurzem, Zitat: dass ein Volk welches nicht bereit ist sich selbst zu verteidigen langfristig in der kulturellen Evolution nicht bestehen wird. Daraufhin wurde mir erwiedert, dass es gar kein deutsches Volk gibt, und dass meine Aussage rechtsextrem sei und dass es nicht die Aufgabe von Staatsbürgern ist für ihren Staat zu kämpfen, sondern dass man dafür ja die Bundeswehr hat. Natürlich ist das jetzt nur eine anekdotische Evidenz, aber es passt so gut zu dem was man aktuell beobachtet.

Zum Glück gibt es in der Bundeswehr trotz aller Bemühungen der politischen Führung dies aktiv zu bekämpfen und zu verdrängen auch bei den jungen Bundeswehrangehörigen durchaus noch echte Nationale Soldaten. Prozentual mehr als in der Gesellschaft nehme ich an und nicht zwingend ethnisch deutsch.

Ich kannte beispielsweise einen Tunesier mit deutschem Pass, der als Fallschirmjäger diente und nationalistischer war als seine deutschen Kameraden, welch unfassbar abstruse Entwicklung (ist natürlich auch wieder nur anekdotische Evidenz). Der haute regelmässig Sprüche raus für die man als ethnischer Deutscher erhebliche Probleme bekommen hätte und war felsenfest davon überzeugt ein Deutscher Soldat zu sein und dass es seine Lebensaufgabe und Pflicht sei für die deutsche Nation im Krieg zu kämpfen. Seine Motivation war eine deutsch-nationalistische, ihm ging es also nicht um Geld und auch nicht um irgendwelche anderen materiellen Vorteile, sondern ausgerechnet er verkörperte das Ideal welches eigentlich ich hochhalte. Es ist oft so erstaunlich welche Wege heute alles in dieser globalisierten Welt geht. Ausnahmen aber bestätigen oft nur die Regel.
Zitieren
@ Quintus

Zitat:Allein schon ethnische Homogenität in der Bundeswehr zu fordern führt einfach nur zum Rausschmiss, als mindestes zur Problemen und Überprüfungen aller Art. Man kann solche Dinge in dieser Bundesrepublik wie sie heute halt ist nicht mehr wertfrei und losgelöst von der ideologisierten Links-Rechts-Debatte betrachten.

Ethnische Homogenität der Bundeswehr ist auch kein erstrebenswertes Ziel, schließlich ist Deutschland nie ethnisch homogen gewesen. Bei ethnisch weitgehend homgenen Regimentern könnte es anders aussehen, nur müssten diese argumentativ einfach anders begründet werden. Der gerade bei Linken häufig so geliebte Tribalismus (als "Identitätspolitik" getarnt) würde sich prinzipiell ideologisch ohne weiteres dafür eignen. In den USA werden ja schon einige College-Schlafsäle und Ruhreräume wieder nach Rassen getrennt (MLK rotiert vermutlich im Grab), also könnte man mit entsprechender Verbrämung vermutlich ohne großen Aufschrei Regimenter nur für "Moslems", "Türken" "Kurden" oder "Araber" aufstellen - die dann aber selbstverständlich in den "deutschen" Regimentern würden dienen dürfen.


Zitat: Gegenüber zwei jungen Bundeswehroffizieren sagte ich erst vor kurzem, Zitat: dass ein Volk welches nicht bereit ist sich selbst zu verteidigen langfristig in der kulturellen Evolution nicht bestehen wird. Daraufhin wurde mir erwiedert, dass es gar kein deutsches Volk gibt, und dass meine Aussage rechtsextrem sei und dass es nicht die Aufgabe von Staatsbürgern ist für ihren Staat zu kämpfen, sondern dass man dafür ja die Bundeswehr hat. Natürlich ist das jetzt nur eine anekdotische Evidenz, aber es passt so gut zu dem was man aktuell beobachtet.

Sind die Offiziere ernsthaft der Ansicht, sas es kein deutsches Volk gibt? Die jungen Herren haben wohl nicht ganz aufgepasst, wessen Freiheit und Recht sie zu verteidigen geschworen haben. Die Ethnologen mögen vielleicht größte Schwierigkeiten haben, die deutsche Bevölkerung in ihre jeweils hübscheste Definition von "Volk" zu pressen (oder auch nicht) - was selbstverständlich nichts an der Existenz des deutschen Volkes in sämtlichen anderen Fachbereichen ändert, aber natürlich gerade von Links sehr gerne genutzt wird, um die Verwendung des Worts "Volk" mit "völkisch" gleichzusetzen. Der Trick hat bei "Nation" und "Nationalismus" ja auch schon hervorragend funktioniert.

Zitat: Ich kannte beispielsweise einen Tunesier mit deutschem Pass, der als Fallschirmjäger diente und nationalistischer war als seine deutschen Kameraden, welch unfassbar abstruse Entwicklung (ist natürlich auch wieder nur anekdotische Evidenz). Der haute regelmässig Sprüche raus für die man als ethnischer Deutscher erhebliche Probleme bekommen hätte und war felsenfest davon überzeugt ein Deutscher Soldat zu sein und dass es seine Lebensaufgabe und Pflicht sei für die deutsche Nation im Krieg zu kämpfen. Seine Motivation war eine deutsch-nationalistische, ihm ging es also nicht um Geld und auch nicht um irgendwelche anderen materiellen Vorteile, sondern ausgerechnet er verkörperte das Ideal welches eigentlich ich hochhalte. Es ist oft so erstaunlich welche Wege heute alles in dieser globalisierten Welt geht. Ausnahmen aber bestätigen oft nur die Regel

Das ist exakt die Form der Integration bzw. Assimiliation, für die ich die römischen Auxiliare so preise. Man könnte ja auch durchaus damit beginnen, nicht im Ausland, sondern unter den im Inland lebenden Ausländern zu werben. Geld und Rechte sind dabei die notwendigen Lockmittel.
Zitieren
Nelson:

Zitat:Das ist exakt die Form der Integration bzw. Assimiliation, für die ich die römischen Auxiliare so preise.

Abgesehen davon, dass 1 (in Worten ein) Tunesier kein Regiment bildet, haben sich die Auxilar-Einheiten nur solange integriert, wie Rom die alles überstrahlende Kultur und Weltmacht war. Sobald die Krise einkehrte, führte die zu starke Abstützung auf die Auxiliar-Einheiten (die während der Kaiserreiches de facto zunehmend den größten Teil aller Kämpfe übernahmen) zu einer völligen Degeneration der Legionen, was schließlich in der Militärreform der beginnenden Spätantike und den Commitatenses und Liminatei endete, wobei der Gros der Legionen in den Liminatei aufging. Und schließlich führte dieser Weg zur de facto Germanisierung des römischen Militärs und von dort direkt den vollständigen Untergang Westroms und seine Eroberung durch die Barbaren.

Und Völker und Kulturen unterscheiden sich drastisch in der Frage ihrer Integrationsfähigkeit. Die Fähigkeit der Römer andere zu assimilieren was wesentlich besser als unsere Fähigkeit Fremde aufzunehmen und zu integrieren. Noch darüber hinaus waren die Völker welche Rom aufsaugte kulturell, ethnisch usw größtenteils nicth so verschieden wie das was uns heute gegenüber steht. Schon vor der Ausbreitung des römischen Weltreiches bahnte die griechische / hellenische Kultur Wege dafür und waren selbst die Gallier, Kelten und Keltiberer vom Aussehen, der Sprache wie der gemeinsamen Geschichte nicht derart fremdartig wie das was heute aufgenommen werden soll.

Zitat:Also könnte man mit entsprechender Verbrämung vermutlich ohne großen Aufschrei Regimenter nur für "Moslems", "Türken" "Kurden" oder "Araber" aufstellen

Das wäre erst recht der Weg in den Untergang, solche Systeme können nur dann funktionieren, wenn wir eine selbstsichere, starke, eigenständige, und ausdehnungsbewusste Kultur haben die wir anderen aufoktroyieren wollen und die wir wie selbstverständlich für überlegen halten. Davon sind diese Bundesrepublik und ihre Staatsbürger Welten entfernt. Wir sollten gar niemandem der nicht unserem Volk angehört militärisch ausbilden. Das möchte ich noch viel weitergehender verstanden wissen. Wir sollten auch nicht in anderen Ländern deren Militärs oder Milizen ausbilden, oder Waffen liefern (ich würde jede Art von Waffenexport vollständig untersagen und die Rüstungsindustrie verstaatlichen) und wir sollten grundsätzlich niemanden in unsere Streitkräfte aufnehmen der sich nicht vollständig assimiliert hat und niemanden die Erlaubnis erteilen in unserem Staatsgebiet Waffen zu führen außer dem eigentlichen Volk. Ohne Ausnahme. Und das schreibe ich nicht weil ich völkisches Gedankengut pflegen würde, oder irgendwelcher Xenophobie fröne, sondern schlicht und einfach nur aus der rein kriegswissenschaftlichen Betrachtung der Frage was funktioniert und was Menschen dazu bringt tatsächlich im Krieg zu bestehen und zu siegen.

Natürlich können professionelle Söldner aus allen denkbaren Ländern und Kulturen wenn sie sehr gut bezahlt werden, sehr gut ausgerüstet sind und gut geführt werden hervorragendes leisten. Sie scheitern aber immer zwingend dann, wenn es wirklich hart auf hart kommt, wenn Sieg und Vernichtung so nahe beieinander stehen dass beides möglich ist und sich jederzeit in die eine oder andere Richtung werfen kann und sie werden eben nicht weiter diese Leistung erbringen wenn die Gründe ihrer Motivation wegfallen (Geld, Vorteile) - und was dann? Es ist illusorisch zu glauben, dass Fremdtruppen für uns sterben werden, wenn wir in wirkliche substanzielle Not geraten und gerade hierfür ist das Militär vor allem anderen zwingend notwendig.

Die völlig anders gelagerte Motivation von Fremdtruppen und Söldnern führt zudem dazu, dass diese ihre Ansprüche fortwährend erhöhen (im Prinzipat durchgehend beobachtbar) und dass sie sich irgendwann auch ihrer politischen Macht bewusst werden und dass die Fern- und Nebenwirkungen dieser Fehlentwicklung den Staat insgesamt schwächen und schließlich gefährden. Jede Art von Söldnertum oder anderweitige Kommerzialisierung des Militärischen muss daher falsch und gefährlich sein. Die Kommerzialisierung organisierter Gewalt ist das Grundübel überhaupt und wir konnten unseren derzeitigen zivilisatorischen Standard nur dadurch erreichen, dass wir genau dieses Grundübel nachhaltig überwunden haben. Sie ihm nun freiwilig und ohne tatsächliche Notwendigkeit wieder zuzuwenden ist gerade zu verblüffend.

Den es gibt keine Notwendigkeit für Söldner oder Fremdtruppen. Wenn die Bevölkerung irgendwelche Kolonialscharmützel nicht mittragen will, dann hat sie vermutlich recht damit und man sollte dies sein lassen. Wir schicken oft Streitkräfte wo wir weniger als nichts zu suchen haben und wo jeder militärische Einsatz wie er von uns durchgeführt wird völlig sinnlos ist. Wegen dieser für jedermann erkennbaren Sinnlosigkeit nun solche Einsätze mit Söldern führen zu wollen, macht diese nicht besser. Es zementiert nur Fehlentwicklungen welche man sogar bereits als solche erkannt hat. Und die Fernwirkungen einer solchen Strategie sind unkalkulierbar.

Meiner Meinung nach sollte jede Art von PMC gesetzlich verboten werden, ihr gesamtes Eigentum beschlagnahmt, ihre Angehörigen für lange Zeiträume ins Gefängnis geworfen und Söldnertum mit den härtesten möglichen Strafen verfolgt werden. Söldnertum ist die Antithese all dessen was Krieg sein sollte.
Zitieren
Das klassische Auxiliar-System bricht nach der Constitutio Aureliana zusammen (die im übrigen auch einen der wertvollsten Integrationsanreize des Prinzipats vernichtet hat) - aber das führt zu weit weg.

Zitat: Wir sollten gar niemandem der nicht unserem Volk angehört militärisch ausbilden. Das möchte ich noch viel weitergehender verstanden wissen. Wir sollten auch nicht in anderen Ländern deren Militärs oder Milizen ausbilden, oder Waffen liefern (ich würde jede Art von Waffenexport vollständig untersagen und die Rüstungsindustrie verstaatlichen) und wir sollten grundsätzlich niemanden in unsere Streitkräfte aufnehmen der sich nicht vollständig assimiliert hat und niemanden die Erlaubnis erteilen in unserem Staatsgebiet Waffen zu führen außer dem eigentlichen Volk. Ohne Ausnahme. Und das schreibe ich nicht weil ich völkisches Gedankengut pflegen würde, oder irgendwelcher Xenophobie fröne, sondern schlicht und einfach nur aus der rein kriegswissenschaftlichen Betrachtung der Frage was funktioniert und was Menschen dazu bringt tatsächlich im Krieg zu bestehen und zu siegen


Das eigene Volk sind die Staatsbürger - nicht mehr und nicht weniger. Wenn jemand davon sich vor der Vergabe der Staatsbürgerschaft nicht assimiliert oder zumindest weitestgehend integriert hat (die Unterschiede verschwimmen da durchaus), dann hat eben das Einbürgerungsverfahren versagt. Mir wäre es, offen gestanden, wesentlich lieber die Streitkräfte als Integrationsmodell zu nutzen anstatt die Staatsbürgerschaft einfach nur in größerem Maßstab zu verschenken und dann das beste zu hoffen. Ob da jetzt einer den Pass vor der Vereidigung erhält oder danach soll mir völlig egal sein - Hauptsache, er verdient ihn. Aus diesem Grunde würde ich eine evtl. Wehrpflicht - analog etwa zur Steuerpflicht - auch für Ausländer einführen, die in Deutschland leben. Soldaten anderer Länder würde ich jederzeit ausbilden, wenn es in unserem Interesse ist. Bei EU-und NATO-Verbündeten ist dies sowieso gegeben und zumindest im Rahmen der Offiziersausbildung ein immens wichtiger Teil der Militärdiplomatie. Im Ausland ist es meistens der effektivste Weg zur Beendigung einer Gefahrenlage - Hilfe zur Selbsthilfe. Solche Ausbildungen erhöhen in der Regel auch den Kenntnisstand der eigenen Truppen. Ähnliches gilt für die Rüstungsindustrie: Wenn unsere Verbündeten gut ausgerüstet sind, profitieren wir davon doppelt - und je mehr Kapazitäten unsere Rüstungswerke für den Export aufbauen, desto mehr steht uns im Zweifel zur Verfügung. Daher würde ich in erster Linie die Vergabe von Produktionslizenzen ablehnen, aber Exportversionen unserer Waffen? Herzlich gerne. Solange wir zudem in Bündnissysteme integriert sind - was für unsere Sicherheit immer existenziell sein wird - müssen wir so oder so damit leben, dass sich bewaffnete Fremde auf unserem Staatsgebiet aufhalten. Sie sind ein immenser Zugewinn für unsere Sicherheit, da sie garantieren, dass ihre Länder im Zweifel für unsere Sicherheit kämpfen werden. Das ist weitaus mehr Wert als der eigentliche Bündnisvertrag.

Zitat: Den es gibt keine Notwendigkeit für Söldner oder Fremdtruppen. Wenn die Bevölkerung irgendwelche Kolonialscharmützel nicht mittragen will, dann hat sie vermutlich recht damit und man sollte dies sein lassen. Wir schicken oft Streitkräfte wo wir weniger als nichts zu suchen haben und wo jeder militärische Einsatz wie er von uns durchgeführt wird völlig sinnlos ist. Wegen dieser für jedermann erkennbaren Sinnlosigkeit nun solche Einsätze mit Söldern führen zu wollen, macht diese nicht besser. Es zementiert nur Fehlentwicklungen welche man sogar bereits als solche erkannt hat. Und die Fernwirkungen einer solchen Strategie sind unkalkulierbar

Ich habe Fremdtruppen ja gerade für den Fall vorgesehen, dass wir bei einem Auslandseinsatz eben Bodentruppen einsetzen müssen, weil jede andere Methode fehlgeschlagen ist. Die Fremdtruppen sollen dabei dafür sorgen, dass sich die Kernarmee auf die Landesverteidigung konzentrieren kann - und der Regierung den Freiraum geben, diesen Einsatz auch dann durchzuführen, wenn die eigene Bevölkerung ihn meistenteils ablehnt.

Zitat: Meiner Meinung nach sollte jede Art von PMC gesetzlich verboten werden, ihr gesamtes Eigentum beschlagnahmt, ihre Angehörigen für lange Zeiträume ins Gefängnis geworfen und Söldnertum mit den härtesten möglichen Strafen verfolgt werden. Söldnertum ist die Antithese all dessen was Krieg sein sollte

Mit Söldnern ist es ein bisschen wie mit Prostitution: Du kannst sie verbieten - aber verhindern kannst du sie nicht. Also kontrolliert man sie besser.
Zitieren
Welches Truppe wird denn dann zur Unterstützung Griechenlands geschickt wenn die Türkei dort einen Krieg erklärt? Die Kurden oder die Araber, währen das türkische Regiment einen Putschversuch startet?
Zitieren
Nelson:

Zitat:Aus diesem Grunde würde ich eine evtl. Wehrpflicht - analog etwa zur Steuerpflicht - auch für Ausländer einführen, die in Deutschland leben.

Das ist ein hochinteressanter Gedanke den ich so noch nie gehört habe. Muss ich erst mal drüber nachdenken. Rein vom Bauchgefühl und aufgrund meiner rein persönlichen Überzeugungen aber nein, wir sollten niemals Ausländern militärische Ausbildung zukommen lassen - weder im Inland noch im Ausland. Die Fernwirkungen sind einfach nicht kalkulierbar.

Das würde ich explizit auch auf jeden Doppel-Staatler ausweiten - auch so ein Unding. Es muss dringend verboten werden, dass jemand zwei oder mehr Staatsbürgerschaften und darunter auch die Deutsche hat. Entweder oder - wie es in vielen Staaten dieser Welt ist.

Zitat:Bei EU-und NATO-Verbündeten ist dies sowieso gegeben und zumindest im Rahmen der Offiziersausbildung ein immens wichtiger Teil der Militärdiplomatie.

Ich würde keinem türkischen Spion, ich meine Offizier, irgendeinen Einblick in EU Interna geben.

Zitat:Soldaten anderer Länder würde ich jederzeit ausbilden, wenn es in unserem Interesse ist.

"Unsere" Interessen können sich aber schlagartig ändern und sind eher von den rein persönlichen Meinungen und Ansichten der Entscheidungsträger geprägt und stehen und fallen daher mit diesen oft ohne Logik und Sinn. Das ist auch ein grundsätzliches Problem der Rüstungspolitik hierzulande und für viele Probleme in derselben verantwortlich.

Zitat:Solche Ausbildungen erhöhen in der Regel auch den Kenntnisstand der eigenen Truppen. Ähnliches gilt für die Rüstungsindustrie: Wenn unsere Verbündeten gut ausgerüstet sind, profitieren wir davon doppelt - und je mehr Kapazitäten unsere Rüstungswerke für den Export aufbauen, desto mehr steht uns im Zweifel zur Verfügung.

Das ist ja zur Zeit offiziell das Konzept der Bundeswehr mit ihrem ganzen Rahmennationen Gedöns und Affiliationen Bundeswehr-Buzzword-Bullshit-Bingo. Die Netzwerkstreitmacht im Rahmennationenkonzept etc blabla

Und übersetzen wir es mal mit einem praktischen Beispiel: dafür dass Litauen uns einen Zug Panzer nicht mal in voller Stärke für Ausbildungen und Übungen unterstellt nimmt Litauen GTK Boxer die militärisch gesehen für die Litauer völlig sinnlos sind und Rüstungsfirmen machen damit einen Reibach. Das gleiche mit Ungarn, mit Polen, mit der Tschechei usw usf alles dient nur dem Profit mit dem Ziel der Gewinnsteigerung bei Senkung der Leistung und dem Endziel die erzielten Gelder aus den Unternehmen heraus zu ziehen um damit in Saus und Braus zu leben ( siehe HK et al).

Wenn auch nur ansatzweise irgend etwas so laufen würde wie ich es mir so vorstelle müsste keine Rüstungsfirma mehr jemals etwas exportieren. Die kämen mit der Produktion für die eigene Armee nicht hinterher und so sollte es sein und nicht anders.

Zitat:Solange wir zudem in Bündnissysteme integriert sind - was für unsere Sicherheit immer existenziell sein wird - müssen wir so oder so damit leben, dass sich bewaffnete Fremde auf unserem Staatsgebiet aufhalten. Sie sind ein immenser Zugewinn für unsere Sicherheit, da sie garantieren, dass ihre Länder im Zweifel für unsere Sicherheit kämpfen werden.

Trip-Wire-Forces et al. Die Wahrheit ist, dass diese anderen Nationen ihre Ausbildungs- und Übungskosten auf uns umlegen, sich ihre Aufrüstung indirekt durch Subventionen für den Export deutscher Systeme in diese Länder mitfinanzieren lassen und dass sie uns allesamt wenn es hart auf hart kommt im Stich lassen werden. Wer sich ernsthaft auf andere verlässt, der ist verlassen. Bündnistreue gibt es nur bei ernsthafter eigener Stärke und hier und heute ist es allzu offensichtlich dass die Bundeswehr nicht für das Baltikum in den Krieg gegen Russland ziehen würde, geschweige denn könnte. Damit fällt auch umgekehrt jede Treue in sich zusammen.

Zitat:Mit Söldnern ist es ein bisschen wie mit Prostitution: Du kannst sie verbieten - aber verhindern kannst du sie nicht. Also kontrolliert man sie besser.

Was für ein passender Vergleich. Ich bin aber der Überzeugung, dass man sie nicht nur verbieten kann, sondern dass man sie verbieten muss. Wie du aber sicher mitgekriegt hast habe ich hier starke ideologische Vorbehalte und argumentiere daher in letzter Konsequenz nicht rein logisch rational. Ich würde Söldner selbst dann noch ablehnen, wenn du klar beweisen würdest, dass sie das bessere Konzept sind.

Zitat:Mir wäre es, offen gestanden, wesentlich lieber die Streitkräfte als Integrationsmodell zu nutzen

Das würde aber in dieser Bundesrepublik wie sie nun mal ist und mit dieser Bundeswehr nie funktionieren. Ich habe ja schon geschrieben, dass deine Konzepte dazu durchaus funktionieren, wenn die Umstände dafür entsprechend gegeben sind und dass ich deine Konzepte nicht ablehne weil sie grundsätzlich falsch wären, sondern weil in dieser Bundesrepublik die dafür notwendigen Umstände nicht ansatzweise vorhanden sind und sich auch nicht herstellen lassen.

Und die hier lebenden Ausländer stellen aufgrund dieser mangelnden Strahlkraft unserer derzeitigen Sozialkultur (schwachen Soft Power) ihre eigene Nation überwiegend über die unsere. Das führt dann zu Szenen wie in Berlin, wo sich türkische und arabische Polizeischüler gegenseitig prügeln auf Polizeigelände bis man sie mit geschlossenen Einheiten auseinander treibt.

Man kann es ihnen nicht mal verübeln, sind ihre Werte doch überwiegend konservativ und damit entgegengesetzt der Richtung welche dieses Land hier zunehmend einnimmt. Faszinierenderweise stehen mir beispielsweise viele Flüchtlinge hier in Deutschland von der ganzen Einstellung zum Leben her näher als der Gros der hier lebenden ethnischen Deutschen.

Von der rein grundsätzlichen Einstellung und ihren Werten her sind diese Menschen daher rein theoretisch durchaus für dein Konzept geeignet und würden sehr gute Soldaten stellen können -aber aus den exakt gleichen Werten heraus werden sie sich eben nicht für diese Bundesrepublik und ihre sozialkulturelle Grundströmung wirklich einspannen lassen. Das passt einfach vorne und hinten nicht zusammen und lässt sich auch nicht passend machen.
Zitieren
Über das türkische (islamistische) Söldnerunternehmen SADAT

https://warontherocks.com/2021/10/making...y-company/

Zitat:Despite a diverse and often provocative body of reporting, SADAT is best understood as a modern example in the evolution of the privatized military industry, serving as an indigenous Turkish alternative to both Western and Russian companies. Appropriately scoping SADAT not only identifies its strengths and vulnerabilities, but also the broader risks accompanying Turkey’s employment of mercenaries.

SADAT is a facilitator between Ankara and Syrian proxy fighters, complementing the efforts of the Turkish military and security services while affording it opacity and seemingly limitless protections. This dependency on the state and Erdoğan’s favor, however, constrains the company’s autonomy and entrepreneurialism. Moreover, SADAT’s close association with Syrian proxies of varying discipline, credibility, and volatility could expose Ankara to a variety of unintended consequences. Understanding these factors is critical to evaluating the company’s potential role in future security situations.
Zitieren


Gehe zu: