Überlebenstechniken (Survival)
#31
Dieser Defätismus ist tatsächlich weit verbreitet. Aber mal völlig unabhängig davon und getrennt von den hier vorgestellten Szenarien: aus dem Land zu leben und solche Techniken zu beherrschen nützt gerade eben im ganz normalen regulären Kriegsgeschehen immens viel. Von daher würde ich ein solches Training weniger dahin gehend ausrichten "hinter feindlichen Linien" zu überleben etc. also nicht den Ansatz der sogenannten Einzelkämpfer-Ausbildung zu verfolgen, sondern es sollte eigentlich mehr um das möglichst langfristige Überleben im Krieg bei sehr schlechter oder nicht vorhandener Versorgung unter ungünstigen Witterungsbedingungen etc gehen. Man muss solche Techniken also völlig losgelöst von den hier von der Bundeswehr skizzierten Szenarien betrachten. Sie nützen vor allem im Krieg selbst.

Darüber hinaus bietet ein solches Training, regelmässig durchgeführt, auch eine gewisse Abhärtung gegen Umweltbedingungen und widrige Umstände, was angesichts der Verweichlichung weiter Teile der jungen Erwachsenen in diesem Land unabdingbar notwendig wäre.
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#32
Überlebenstraining beim Air Mobile Protection Team: Teil 2 - Bundeswehr

https://www.youtube.com/watch?v=edgE7Vrd0pg

Vorab lässt sich zumindest positiv feststellen, dass hier keine Zeit mit einem viel zu langen „Intro“ (wie das jetzt wohl neudeutsch heißt) verschwendet wird wie in anderen Bundeswehr-“Survival“ Filmen. Es geht also gleich direkt los, nach der ersten Nacht, in einem völlig sinnfreien „Shelter“.

Statt sich wie beschrieben ohne Feuer warm zu halten, baut man ein überaufwendiges beheiztes Zelt mit Feuer darin, welches aber ohne Feuer darin aufgrund der nicht richtig geschlossenen Seiten gar nicht so viel bringt.

Noch ein paar Gedanken zum Unterschlupf

0:10

Erste Nacht im selbstgebauten Shelter zu Ende. Man sieht oben aus dem dafür auch explizit vorgesehenen Schlitz Rauch austreten. Dazu noch was: ein solches Doppel-Leanto ist bei zu geringer Größe innen ziemlich rauchig, und entsprechend ist der Rauch auch nicht gerade der Gesundheit und dem folgend der körperlichen Ausdauer zuträglich. Würde man die Seiten dichter schließen, müsste man zudem über die CO Problematik nachdenken. Dann benötigt man zwingend einen Graben / Tunnel der von außen zum Feuer hinführt.

Noch ein paar Gedanken zum Feuer

0:18 ff

Feuerzeuge sind also verboten, hat man ja auch nie dabei, vollkommen unrealistisch etc pp, aber man hat Handsägen..... Mal abgesehen von der Absurdität der ganzen Zusammenstellung muss man trotzdem anmerken, dass eine Säge hier genau das richtige ist und wenn man schon Holz sammeln will eine solche kompakte klappbare Zugsäge in dem vorliegenden Szenario Gold wert ist. Nicht nur ist sie vergleichsweise lautlos und schnell, sie spart auch noch einiges an Energie und ist, wenn man ermüdet und erschöpft ist wesentlich sicherer in der Handhabung.

Holzdiebe haben früher immer Sägen verwendet, nie Äxte oder dergleichen und aus dem gleichen Grund hatte ich immer und jederzeit irgendwo eine Drahtsäge zusammengerollt in meiner Kleidung dabei, zwar bei weitem nicht so gut wie die hier gezeigte Klappsäge, aber besser als nichts.

Auch die Wahl des Holzes ist im Prinzip gut, weg vom Boden (Feucht) und von einem toten Baum abgeschnitten der aber noch nicht verrottet ist. Aber: man muss natürlich auch hier bedenken, dass dies Spuren hinterlässt die durchaus einige Strecke im Wald sichtbar sind.

0:29 ff

hier sieht man wie löchrig die Seitenwände des Unterschlupf sind. Das ist aber im vorliegenden Fall sogar notwendig, damit genug Luft und Sauerstoff in die Unterkunft kommen können und Rauch und CO nicht zu einem Problem werden. Der Teilnehmer macht im weiteren erneut Feuer in der Unterkunft.

Hier wäre es nun sinnvoll, ein Dakota-Feuer zu verwenden, dessen Tunnel unter der Zeltplane nach draußen führt, wo das zweite (luftzuführende) Loch liegt. Damit könnte man das Brennholz wesentlich effektiver nutzen und die Folie wäre durch die Flammen viel weniger in Gefahr, der Rauch stiege konzentrierter an der Folie nach oben zum Austrittsschlitz und man kann darauf besser kochen / Wasser erhitzen etc. Gerade wenn ein Doppel-Leanto so klein ist, macht ein Dakota-Feuer hier sehr viel mehr Sinn.

Noch darüber hinaus kann man so die Spuren des Feuers viel leichter wieder verdecken wenn man das Lager abbricht.

0:33 ff

hier sieht man mal wie gut man den Rauch tagsüber sieht, aber wenn man noch genauer hinsieht: wie gut man die Flammen von der Seite her sieht. Nachts sieht das entsprechend dann noch mal viel beeindruckender aus und die Unterkunft leuchtet selbst durch die Planen hindurch wie eine Leuchtfackel. Per Drohne eventuell ad extremum sogar über mehrere Kilometer wahrnehmbar. Bei einem Dakotafeuer wäre der Flammenschein zumindest etwas gedämpfter.

0:41 ff – Zitat: der hatte in Feuer an die ganze Nacht.

Hier kommen wir nun zu einem weiteren Problem: der Menge des benötigten Feuerholzes. Das Feuer kann bedingt durch die Größe und die Plastikplanen nur relativ klein sein, es wird aus dünneren Ästen geschürt, entsprechend benötigt man für eine komplette Nacht eine ganze Menge davon. Diese müssen erstmal gesägt, auf die richtige Länge gekürzt und dann fortwährend zugeschürt werden, weil sie vergleichsweise schnell verbrennen. Entsprechend ist das immens ineffizient. Es kostet allein schon ziemlich viel Kraft, Zeit und Kalorien ein solches Feuer eine ganze Nacht zu unterhalten. Ohne Schlafsack etc wäre es aber in der gezeigten Unterkunft ohne Feuer zu kalt.

Unterschlupf und Feuer - wie kombinieren ?!

Hier gäbe es nun auch ganz andere Möglichkeiten. Beispielsweise könnte man am Abend vor Sonnenuntergang bewusst ein größeres Feuer machen (für die Signatur ist das ziemlich gleich wenn das Holz trocken ist und die Sonne noch scheint. Dann vergräbt man die entstandene Glut in der Asche und unter Erde und baut dann die Unterkunft in einer einfacheren Zeltform einfach direkt auf der ehemaligen Feuerstelle. Diese wärmt dann von unten her erheblich. Das kann man sogar so stark bringen, dass man im Endeffekt selbst bei sehr niedrigen Temperaturen gar kein Zelt mehr über sich benötigt. Je nach Größe und Art des Feuers hat man dann sogar noch am Morgen im Boden glühende Kohlestücke übrig womit sich das Feuer auf der Stelle wieder anschüren lässt.

Eine andere Variante wäre ein Unterschlupf in der Art wie in Kochanski entwickelte (Super Shelter) bei dem das größere und wesentlich leistungsfähigere Feuer außerhalb des Unterschlupf brennt, während dieser die Wärme innen sammelt. Das setzt aber natürlich eine durchsichtige Folie voraus.

Und es gäbe noch viele weitere Varianten, die allesamt wesentlich effizienter wären als das hier gezeigte, und um das nochmal zu wiederholen: ich halte viel von Doppel-Leantos und habe Monatelang in solchen gelebt, und mit gelebt meine ich nicht darin in einer Survival-Situation übernachtet. Das beste hierfür sind größere Zeltplanen aus Baumwollstoff (Feuerresistent) und geschlossene Seiten sowie eine Luftzufuhr per Tunnel von außen zum Feuer hin.

Psychologische Faktoren

0:55 Zitat: Das Denkvermögen verlangsamt sich.

Was hier Ahmed anspricht ist absolut wesentlich und eine der bisher sinnvollsten Aussagen in diesen ganzen Bundeswehr-Survial Filmchen. Man benötigt etliche praktische Erfahrung bis man solche Ideen wie ich sie hier jetzt anführe auch unter solchen Bedinungen real umsetzen kann, gerade eben weil man nicht mehr so klar denken kann. Vieles was uns selbstverständlich und als einfacher gesunder Menschenverstand erscheint, ist wie alles im Krieg in Wahrheit einfach, aber das einfache ist im Krieg extrem schwierig. Das gilt analog für jede Überlegenssituation. Entsprechend muss man sich zwingen nicht einfach aus dem Bauch heraus zu handeln, sondern die Dinge tatsächlich zu überdenken, was gar nicht so leicht ist.

Je mehr praktische Erfahrung man nun damit hat, desto eher kann man auch richtig und schneller denken. Deshalb muss man solche Fähigkeiten immer wieder und immer wieder real praktisch ausüben, nicht allein damit sie im Ernstfall dann wie von selbst sitzen, sondern vor allem auch um das Denken in solchen Situationen zu erleichtern und zu befördern.

Praktische Übung

1:16 ff

Sie sind also am Boden – und rennen sogleich los wie die Wahnsinnigen. Und vertreten sich dann in der Realität den Knöchel in einem Loch im Boden und das wars dann, keine 20 m vom Absturzstelle entfernt. Man wird aber querschnittlich im Echtfall immer so handeln wie man trainiert hat, der Mensch ist halt so. Deshalb versuche ich auch immer bewusst anders zu handeln oder zumindest zu denken, um genau dies zu durchbrechen. Also: niemals rennen in so einer Situation. Es gibt überhaupt gar keinen Grund dafür. Es verbraucht nur Energie und erhöht das Risiko drastisch, dass die Flucht scheitert.

Langsam ist Klug – Klug ist schnell.

Solche billigen Allgemeinplätze sind in der praktischen Realität dann plötzlich gar nicht mehr billig und auch keine Allgemeinplätze mehr.

2:21 ff Zitat: In der Nacht greift der Feind an.

Kein Wunder, bei dem Feuerzauber und Lichterschein. Aber mal ernsthaft: was man hierfür natürlich noch während es hell ist vorbereiten muss sind gedeckte und auch bei völliger Dunkelheit sicher benutzbare Fluchtwege. Solche vorzubereiten macht mehr Sinn als solche elaborierten Unterkünfte zu bauen. Beispielsweise habe ich mal bei einer solchen Übung einfache weiße Stücke von Birkenrinde am Boden zu einer Spur gelegt. Diese waren auch noch bei starker Dunkelheit sichtbar, gerade so noch, aber es ging (meine Nachtsicht ist nicht schlecht). Entsprechend nahm ich den von mir vorher festgelegten Fluchtpfad schnell und effektiv durch ein dichtes Gehölz (entlang eines dort verlaufenden Wildwechsels, der im Prinzip der einzig gangbare Weg durch dieses Unterholz war. Andere fliehende Kameraden blieben mit Krachen und Brechen in dem Unterholz hängen, genau wie der nachsetzende Feind. Das ist jetzt mal nur so eine kleine Anekdote und für die Gesamtlage hier wertlos.

Beispielsweise könnte man ja selbst ein Nachtsichtgerät haben, oder der Feind hat solche etc, oder es macht mehr Sinn sofort so aggressiv wie möglich in den Feind hinein anzugreifen oder was auch immer. Worauf ich damit nur hinaus will ist, dass es viel mehr zu tun gibt als diese völlig sinnfreien Unterkünfte zu bauen. Und um diesen Kernaspekt mit einer weiteren Anekdote abzuschließen: ein Kamerad von mir schlief gerne draußen ohne Dackelgarage einfach so in der Gegend herum liegen. Während wir unter Zurücklassung der Planen die Flucht ergriffen blieb er einfach liegen und wurde vom Feind im Dunkeln einfach überrannt ohne wahrgenommen zu werden. Wir selbst wurden aufgerieben, er blieb als einziger übrig.

So viel zum Vergleich: Unterschlupf vs kein Unterschlupf

3:04 ff Man ist also schon die ganze Nacht marschiert, hat den Feind offenkundig abgehängt, und dann marschiert man de facto im halboffenen, auf einem ewig langgezogenen Weg, was genau so ein Geländemerkmal ist, wo der Feind sich zum Zweck des Abfangens aufstellen würde, weil es sich genau dafür perfekt anbietet. Darüber hinaus sind die Soldaten wie schon früher hier mehrfach angemerkt einfach heillos überladen.

3:11 und schon wieder ein Weg, diesmal querend, heillos überladene Figuren in Ponchos, anscheinend ohne jede Kenntnis wie man so einen Weg richtig angeht.

Eine Lauftechnik

Marschiert wurden 20 km. Das kann ich selbst jetzt noch in meinen gesetzten Jahren im Ranger Schritt mit leichtem Gepäck querfeldein in 3 Stunden machen mit Waffe und Mun! Anbei Ranger Schritt, eine recht brauchbare Technik: man joggt immer genau 6 Schritte wobei jeder Fuß gezählt wird, dann geht man 6 Schritte, wobei immer nur der linke (oder rechte) Fuß gezählt wird. Entsprechend entsteht ein Trott aus 1/3 Joggen und 2/3 gehen, da man immer doppelt so lange geht wie man joggt. Diese Lauftechnik kann man mit etwas Übung immense Strecken durchhalten, ist schneller als wie wenn man nur gehen würde, und zwar nicht so schnell wie wenn man durchjoggen würde, aber umgekehrt bei weitem nicht so erschöpft. Durch die langsameren Zwischenphasen kann man sich zudem immer wieder mal umsehen, die Umgebung genauer betrachten usw. Klingt etwas gewöhnungsbedürftig, erzeugt aber gerade auf längere Strecken ein erstaunliches Tempo bei erstaunlich wenig Anstrengung.

Gesamtbewertung

Damit wäre auch dieser Bundeswehr-“Survival“ Film mal um. Zumindest macht der Ausbilder Ahmet hier mal einen fähigen Eindruck, auch wenn natürlich weiterhin alle möglichen Abstrusitäten verbreitet werden.

Insgesamt etwas weniger schlecht als vieles andere was ich bisher von dieser Bundeswehr zu dieser Thematik gesehen habe. Und da sind wir bei einem wesentlichen Punkt:

Wir sehen hier natürlich nur, was uns gezeigt wird. Es gibt bei dieser Bundeswehr auch heute noch jede Menge Soldaten die enorme Kenntnise in Überlebenstechniken und vom Überleben "im Felde" haben. Aber diese werden nicht nur nicht gezeigt, sondern deren Können auch recht oft nicht sonderlich wertgeschätzt. So kam es vor meinen eigenen Augen auch schon dazu, dass Sachen beigebracht wurden, welche einfach falsch waren und als ich die Ausbilder mal darauf ansprach sagten diese : Du hast völlig recht, wir wissen das ganz genau so wie du, wir würden es auch anders ausbilden wenn wir dürften, aber wir müssen dies so machen, weil es so von oben her vorgeschrieben wurde etc pp

Sie bringen also jungen Soldaten nachweislich falsche Dinge bei, entgegen ihrem eigenen Wissen. Das sind so Missstände welche aus einer erstarrten, versteinerten, überbürokratisierten, gelähmten Wehrbehörde resultieren, die nur wie rein zufällig nebenbei auch noch Waffen hat, ansonsten aber eine Bürobürokratie von Sesselpupsern ist, welche mit wohlartikulierten Abschlüssen von Geschwätz"wissenschaften" sich Wunder was wähnen, und doch größtenteils im Krieg einfach nur untergehen würden.

Von daher wäre es mehr als interessant zu erfahren, wie beispielsweis der gezeigte Ahmet vollumfänglich befähigt ist. Meiner Einschätzung nach ist er nämlich sehr viel besser als das was hier gezeigt wird.

Von daher kann man beschließend meine Kritik an diesen Filmen nur als einen kurzen Versuch sehen, wenigstens ein paar kritische Denkanstöße in diese Richtung zu geben, den mehr kann dies in bloßer Schriftform ja ohnehin nie sein. Jeder Soldat aber kann nur immens davon profitieren, einfach selbst "raus zugehen" und entsprechende Fähigkeiten real praktisch auszuführen. Nur durch das reale praktische Tun, dass Handwerk im wortwörtlichsten Sinn kann man wirklich solche Situationen überstehen und solche Fähigkeiten anwenden.

Da solche Überlebensfähigkeiten meiner rein persönlichen Meinung nach sowohl praktisch wie auch charakterlich wie auch ideell immens wirkmächtig sind, schätze ich sie rein persönlich halt sehr hoch ein und gewichte sie entsprechend. Diese meine private Auffassung wird aber heute von vielen Soldaten so nicht mehr geteilt und abgesehen vom Einzelkämpferlehrgang und dessen sonderlichen Blüten sind das meist mehr Lippenbekenntnisse und Abenteuerspielen unter freiem Himmel als wirklich sinnvolles, rein logisch-rationales und effizientes Kriegshandwerk.
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#33
Mal ein kleiner Einschub:

Seit einigen Jahren sehe ich mir eine Serie des History Channel an, in welcher die Teilnehmer sich selbst filmen und komplett allein in der Wildnis versuchen sich mit einer stark begrenzten Ausrüstung möglichst lange durchzuschlagen. Die Serie heißt ALONE. Leider (!) setzen die Macher primär auf Emotionen, künstliches Drama und verschwenden damit die Sendezeit, weil die Mehrheit der Zuschauer das anscheinend so will und dabei gehen die Fähigkeiten der Teilnehmer ebenso unter wie die vielen Details - welche man aber wenn man genau hinsieht durchaus sehen kann.

Darüber hinaus ist das eigentlich keine wirkliche Survival-Sendung, schlicht und einfach wegen der künstlichen Beschränkungen welche hier aufgestellt werden, beispielsweise werden bestimmte Jagdmethoden je nach örtlichem Recht ebenso verboten wie es verboten ist bestimmte Tiere zu jagen oder ein vorher festgelegtes Gebiet zu verlassen etc.

Trotzdem ist die Serie von der psychologischen Seite her recht interessant, und wie sich vor allem Hunger und Isolation auf die Psyche und die geistige Leistungsfähigkeit auswirken. Und mit etwas Hintergrundkenntnissen kann man auch fachlich vieles mitnehmen, da sind überall recht gute Informationen abgreifbar, wenn auch regelrecht versteckt.

Eine unterhaltsame Übung in Bezug auf diese Serie ist es auch, sich Listen mit Gegenständen auszudenken, mit denen man in der Serie dann versuchen würde möglichst lange durchzuhalten. Es gibt dabei eine Liste welche die Produzenten vorgeben, und aus dieser kann jeder genau 10 Gegenstände aussuchen. Anfangs gab es dabei von den Teilnehmern her größere Variationen, aber wie bei MMA hat sich im Laufe der Jahre die ausgesuchte Ausrüstung immer weiter angeglichen und ist jetzt bei fast allen weitgehend gleich, obwohl man auch völlig andere Gegenstände wählen könnte. Eventuell ist eine solche Liste zusammen zu stellen ja für den einen oder anderen hier als Gedankenexperiment ganz interessant.

Zudem wäre ich auch daran interessiert was ihr jeweils auswählen würdet, aus der Diskussion darüber kann man eventuell immer noch etwas dazu lernen:
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#34
Die aktuelle Liste aus welcher man 10 Gegenstände auswählen kann sieht wie folgt aus:

Zitat:Shelter

12x12 cloth / tarp
climbing rope - 10m
550 Paracord - 80m
cotton cord - 40m

Bedding

1 multi-seasonal sleeping bag
1 bivi bag
1 sleeping pad
1 hammock

Cooking

1 pot with lid, max. 2 qts
1 steel frying pan
1 flint or ferro rod set with standard-sized striker
1 enamel bowl
1 canteen/water bottle

Hygiene

1 bar of bio soap
1 roll dental floss
1 bottle bio shower soap
1 shaving razor
1 towel

Hunting

1 300-yd roll of a single-filament fishing line up to max of 20 lbs weight test + 35 assorted barbless hooks
1 Primitive Bow, Recurve or longbow + 9x Arrows
1 small-gauge gill net
1 slingshot/catapult + 30 steel ball bearings + 1 replacement band
1 net ´foraging´ bag
2 lbs of 20, 21 or 22-gauge stainless steel and/or brass trapping (snare) wire
3 lbs of one solid block of salt

Food (2 items max)

2 lbs of beef jerky
2 lbs of dried pulses/legumes/lentils mix
2 lbs of biltong
2 lbs of hard tack military biscuits
2 lbs of chocolate
2 lbs of pemmican
2 lbs of GORP
2 lbs of flour
2/3 lbs rice / 2/3 lb sugar / 2/3 lb of salt

Tools

1 pocket knife
1 hunting knife
1 Leatherman multitool or similar
1 sharpening stone
1 roll of duct tape or 1 roll of electrical tape
1 small shovel
1 sewing kit
1 two-handed draw knife
1 machete
1 hatchet
1 saw
1 ax

Jeder Gegenstand (bis auf die Notnahrungs-Rationen) darf nur 1 Mal ausgewählt werden. Von den Rationen darf man maximal 2 nehmen. Wo keine Größe, Gewicht oder spezifisch das Material stehen, kann jeder käuflich erwerbare Gegenstand des bezeichneten Typs verwendet werden. Um mal beim Shampoo zu bleiben: es geht also nicht eine 5 Liter Flasche Shampoo mitzunehmen, es sei denn es gäbe so etwas irgendwo zu kaufen (als ob irgendjemand shampoo mitnehmen würde.....)

Der aktuelle Rekord liegt bei 100 Tagen, und ein Preisgeld gibt es auch noch. Wer als letzter übrig bleibt, erhält 500.000 Dollar, auf die 100 Tage gab es 1 Millionen Dollar.

Was für 10 Gegenstände aus dieser Liste würdet ihr mitnehmen ?
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#35
Anbei meine Liste - die Gegenstände sind in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für die Frage des Durchkommens gelistet:

1 - Carinthia Survival One (1 multi-seasonal sleeping bag)
2 - Golok Machete aus Carbonstahl (1 machete)
3 - Langbogen und 9 Pfeilfe (davon zwei mit größtmöglichen Spitzen - diese dienen als kleine Messer und zwei mit Feuersteinspitzen - dienen mit der Machete zum Feuermachen) (1 Longbow + 9x Arrows)
4 - Tarp 12x12 (Canvas, besonders robust) (12x12 tarp)
5 - größtmögliche Rolle Gorillatape (1 roll of duct tape)
6 - Angelausrüstung (Angelschnur mit größtmöglicher Belastbarkeit) (1 300-yd roll of a single-filament fishing line up to max of 20 lbs weight test + 35 assorted barbless hooks)
7 - hochrandige Pfanne aus Edelstahl (hohler Griff ohne Werkzeug abnehmbar und Kante angeschliffen - dieser dient dann auch als Eismeißel o.ä.) (1 steel frying pan)
8 - 1 kg besonders fetthaltiger Pemmikan (2 lbs of pemmican)
9 - 1 kg Studentenfutter (dient auch als Köder) (2 lbs of GORP)
10 - 1,5 kg Himalayasalz (3 lbs of one solid block of salt)

PS: Rein persönlich würde ich einen Slingbow vorziehen, aber dieser ist nicht erlaubt. Dabei handelt es sich um eine leistungsstarke Schleuder welche sowohl Pfeile als auch Kugeln, Steine etc verschießen kann. War früher zugelassen und galt als Schleuder, so dass man sogar noch einen Ersatzgummi dabei hatte, man musste sich damals nur zwischen 6 Pfeilen oder 30 Kugeln als Munition entscheiden. Kugeln kann man leicht vor Ort herstellen, deshalb eben mit Pfeilen. Diese Option ist aber nicht mehr verfügbar. Deshalb ein normaler Langbogen. Die Pfeile dienen zugleich teilweise als kleine Messer bzw. als Feuersteine fürs Funkenschlagen mit der Rückseite der Machete (funktioniert sehr gut).
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#36
Und ein weiteres Survival-Video der Bundeswehr, diesmal vom AIRTEAM, bezüglich SERE:

Und wieder einmal möchte ich vorab betonen, dass dies keine Kritik an den Teilnehmern ist, sondern nur an der Sache, weil dies alles sehr weitgehend aufzeigt, wie weit man sich hier von der praktischen Realität entfernt hat, und dies vor allem im Kontext dieses Szenarios:

https://www.youtube.com/watch?v=TCbH6M-tjCQ

SERE-C-Lehrgang | AIRTEAM | Special

Der Lehrgang dauert drei Wochen, wovon der größte Teil anscheinend mit den üblichen unrealistischen praxisfernen Spielereien verschwendet wird.

0:01 - INTRO - 2000 ha Wald......klingt für den Laien erstmal wunderwas sind aber gerade mal ca 4,5 km x 4,5 km. Ein Gebiet welches ein Feind in kürzester Zeit abgestellt, mit Drohnen, Hundeführern und Jagdtrupps durchkämmt hätte und dass vor allem anderen für den Bau von festen Unterkünften, Feuer usw. zu klein ist. Muss man sich einem Waldgebiet mit dieser "Größe" verstecken, so ist Feuer eigentlich kaum möglich und es ist sehr zweifelhaft ob überhaupt irgendwelche Zeit in einen "besseren" Unterschlupf verschwenden sollte.

0:15 - Landschaft und Wetter - überwiegend Nadelmischwald, Rotfichten, das übliche eher kühle / feuchtkalte Wetter, ein Kulturwald, ganz klar erkennbar also keine Waldwildnis. Daraus folgt, dass es entsprechend Waldwege, Rückegassen, Arbeitsaktivitäten, Waldarbeiter, Förster, Jäger, Spaziergänger, Pilzsammler usw geben wird. Nun kommt der übliche Einwurf: dass ist ja nur eine Übung etc.

Aber: der absolute Gros der Wälder in Europa und auch viele Wälder in Osteuropa sind Wirtschaftswälder. Der Umstand dass man es mit einer Kulturlandschaft und eben nicht mit Wildnis zu tun hat, wird in all diesen Kursen viel zu weitgehend nicht beachtet, und insbesondere werden die Implikationen nicht beachtet welche sich aus diesem Umstand ergeben.

0:17 ff - Der Teilnehmer - gefiel mir schon in dem Moment als ich ihn da habe auf dem Boden liegen sehen und etwas trinken. Allein schon dass er nicht sitzt spricht bereits ebenso für ihn wie seine fröhliche Art. Die Frage ob man Überlebt ist primär eine der Einstellung, der psychologischen Seite des ganzen und nur zum geringeren Teil hängt sie von den Fähigkeiten ab. Ganz allgemein: wann immer man nicht unbedingt stehen muss, sollte man liegen, und ebenso wann immer man nicht sitzen muss. Das ganze Konzept muss es sein so viel Energie wie möglich zu sparen, den diese wird für die eigentliche Flucht und das Aushalten der entsprechenden Umweltbedingungen benötigt. Dafür muss man aber natürlich auch wissen, wie und wo exakt man sich auf welche Weise hinlegen kann, um trocken zu bleiben, um nicht durch etwaige Bodenkälte beeinträchtigt zu werden etc. Oder umgekehrt könnte man natürlich bei hohen Temperaturen genau diesen Umstand, dass der Boden die Wärme absaugt wiederum nutzen.

In Bezug auf den Teilnehmer also keine schlechte Eröffnung und deutlich besser als das was ich bisher dazu gesehen habe, nämlich diese ständige aufgesetzte Ernsthaftigkeit bei gleichzeitig völliger Ahnungslosigkeit. Der entspannte und humorvolle Umgang des Teilnehmers hier ist stattdessen wesentlich besser geeignet um tatsächlich durchzukommen. Diese Art auch in einer Echt-Situation beizubehalten ist aber schwierig, und dass ist es was man eigentlich trainieren sollte (und trainieren kann).

0:45 - Der Wald von oben - wie schon beschrieben jede Menge Einschnitte, Wege, Waldstraßen usw. Ein Aspekt den ich dazu noch anmerken will ist die heutige Luftaufklärung mittels Drohnen, FLIR usw. welche technisch derart weit voran geschritten ist, dass die Tarnung gegen solche Luftaufklärung immens wichtig ist. Eine der wesentlichsten Techniken ist die Kombination eines Poncho mit einer unter dieser befestigten Rettungsdecke um damit die Wärmesignatur nach oben zu verschleiern bzw. abzudecken. Dazu muss diese Kombination entsprechend flach und an geeigneter Stelle gespannt werden, idealerweise über eine Bodenvertiefung. Ergänzend oder Alternativ kann man mit Moos, Bodenvegetation, nassen Blättern usw arbeiten, aber die erstgenannte Methode ist halt einfach die schnellste.

Und entsprechend verbietet es sich aufgrund der Möglichkeiten heutiger Aufklärung irgendein Feuer hier anzuzünden. Was dann gleich die Frage aufwirft, wie man bei kälteren Temperaturen zzgl. Feuchtigkeit und Wind ohne Feuer durch die notwendigen längeren Ruhepuasen kommt. Ein Feuer kann als Signatur mit heutiger Thermalsicht aus der Luft fast schon über das gesamte hier gezeigte Waldgebiet hinweg aufgeklärt werden. Und Piloten sind als entscheidendes Kriegsmaterial zu wichtig, als dass man sie derart gefährden sollte.

Und hier kommen wir zu einem grundsätzlichen Ausbildungs-Problem: wenn man so ausbildet, dann werden die Teilnehmer einer solchen Ausbildung dann im Ernstfall sich zu einer höheren Wahrscheinlichkeit entgegen ihres gesunden Menschenverstandes und entgegen dem was eigentlich Sinn macht aufgrund Stress und Unfähigkeit klar zu denken exakt so verhalten, wie es in der Ausbildung gezeigt wurde, und damit falsch. Damit senkt eine solche Ausbildung wie sie hier gezeigt wird also die Chancen, statt sie zu erhöhen.

1:03 - Lager unter einem Fallschirm - Eine der heute üblichen und absurden Eigenheiten ist es, eine Art Bett dergestalt zu bauen, dass man mit lauter Knüppeln (viele davon offenkundig gesägt) eine solche Liege errichtet, wie sie hier unter dem gelben Fallschirm gezeigt wird. Das ist nicht nur absurd arbeitsaufwendig, es ist auch völlig unbequem und bedarf daher noch weiterer arbeiten um aus dieser Hochliege dann wenigstens eine beschlafbare Lagerstatt zu fertigen. Entsprechend wird dann immer noch abstrus viel Fichtenzweige oder Laub darauf aufgehäuft, darauf die Isomatte und dann erst der Schlafsack etc. Wenn man nun schon einen Fallschirm hat, ist es ein leichtes aus dem Fallschirm entweder eine Hängematte zu fertigen oder man kann auch mit zwei einfachen Stangen daraus ein wesentlich einfacheres, schnelleres, und vor allem wesentlich bequemeres Bett bauen, indem man entsprechend den Fallschirm als Liegefläche zwischen den Stangen verwendet (so wie man eine Trage bauen würde).

Das spart nicht nur immens Zeit und Holz, man schläft darauf auch deutlich angenehmer und damit tiefer und damit erholt man sich deutlich mehr. Schlafmangel ist in Überlebenssituationen eines der am meisten unterschätzten Probleme. Nicht nur weil er erschöpfend wirkt und man dann weniger leisten kann, also beispielsweise weniger Strecke machen etc, sondern vor allem auch weil er sich auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirkt. Man spricht immer über Wasser, Feuer, Nahrung, Unterschlupf, aber ein möglichst guter Schlaf wird nur selten genannt.

Entsprechend wäre es nicht nur sinnvoll - wie oben beschrieben - beizubringen wie man bessere Schlafstätten baut, sondern gezielt auch das Schlafen auf ganz andere Weise zu üben, damit man es beherrscht oder zumindest mal gemacht hat und weiß was geht und was nicht. Beispielsweise habe ich mir über Jahre hinweg beigebracht auf meinem aufgestützten Arm (Kopf in der Handinnenfläche aufgelegt) zu schlafen. Ich kann nun auf diese Weise erholsam schlafen, wenn andere das sehen (oder nachmachen wollen) verstehen sie weder das warum noch das wie. Oder im Sitzen angelehnt an einen Baum zu schlafen, oder, oder .....

1:11 - Gliederung des Lehrgangs - 1 Woche Theorie / 1 Woche Überleben im Wald / 1 Woche Durchschlageübung mit Feinddarstellung. Viel zu viel Theorie. Man sollte die erste Woche komplett streichen und stattdessen absolut alles nur praktisch tun. Theoretisches Vorwissen könnte man in Form eines E-Learning / Büchern / Lehrvideos den Teilnehmern im Vorab so zur Verfügung stellen. Zwei Wochen praktische Übungen in der Realität sind mehr als doppelt so gut wie eine Woche Theorie und eine Woche Praxis.

1:16 - Dies ist das ideale Dschungel-Hochbett - Die Idee ist natürlich weg vom Boden zu sein, weil dort nicht nur viele Krabbler und eventuell Schlangen und anderes unterwegs sind, sondern auch wegen der Nässe am Boden. Und wieder sieht man den heute anscheinend üblichen Knüppeldamm. Wie oben schon beschrieben wäre eine Hängematte hier wesentlich sinnvoller. Für ca 750 Gramm bei einem äußerst kompakten Packmaß (ca 23 x 17 cm) würde man sogar schon eine fertige Hängematte mit Moskitonetz kriegen (Stichwort Dschungel - Mücken - Tropenkrankheiten) die hier wesentlich mehr bringen würde als manches andere was man in seiner Notfall-Ausrüstung so hat. Aber auch ohne fertige Hängematte wäre es immer sinnvoller etwas völlig anderes zu bauen als so einen Knüppeldamm.

Mal abgesehen vom Arbeitsaufwand und der allgemeinen Untauglichkeit trotz all dieses Aufwands ist auch die Signatur zu bedenken. Nicht nur bei der Errichtung, selbst dann wenn man schon weitergezogen ist und gar nicht mehr vor Ort, hinterlässt das Spuren welche sehr leicht aufgedeckt werden können und so etwas spurenlos zu bauen ist extrem schwer. Stichwort Krabbler: man sollte praktisch üben mit Gehörstöpseln (oder Gehörschutzkapseln) zu schlafen, damit keine Insekten ins Ohr krabbeln während man schläft. Beispielsweise würde ich schallaktive Kopfhörer aufziehen beim Schlafen, womit nicht nur die Ohren geschützt sind, sondern die zugleich auch Wärme für den Kopf bieten und damit insgesamt die Wärmesituation verbessern. Aber auch das muss man praktisch üben, sonst ist es für viele im Schlaf unangenehm etc

1:27 - Noch ein paar Anmerkungen zur Konstruktion - hier sieht man, wie der Poncho nach unten mit zwei größeren Längshölzern befestigt wurde. Dafür gibt es überhaupt gar keinen sinnvollen Grund. Wie schon geschrieben: Signatur, Aufwand, Effizienz, Zweck.

Solche Hölzer oder anderen Abdeckungen machen nur Sinn, wenn man am Boden schläft und dadurch die Wand flächig am Boden abdichten will, damit keine Bodenkälte dort entlang kriecht. Gerade bei einem Hochbett und einem an den Seiten offenen Unterschlupf völlig sinnfrei.

1:30 - Beutel mit grünem Wasser - warum auch immer......

Ich vermute (!), dass es sich um das Auffangen von Wasser durch das Dach der Unterkunft handelt. Dass macht natürlich durchaus Sinn. Wenn man den Poncho aber nicht als A-Form, sondern Flach abspannt und entsprechend so aufhängt, dass die ganze Fläche des Poncho Waser sammelt, ist das wesentlich effektiver.

1:33 - Vorschlaghammer aus Holz
- offenkundig gesägt, eine Art Klüpfel. Kaum etwas könnte sinnloser sein.

1:50 - Rettungsdecke aufspannen - ein Klassiker: Kleiner glatter runder Kiesel in die Ecke, diesen umwickeln mit der Rettungsdecke, Schnur drum. Nur: genau genommen ist das eine Verschwendung der Rettungsdecke. Wenn man schon so eine hat, sollte man sich diese zusammen mit dem Poncho (dieser außen, die Rettungsdecke innen) einfach überziehen, während man an einem Baum zusammen gekauert sitzt. Dann kann man zwischen seinen Beinen eine in den Boden gesteckte Kerze anzünden. Die Wärme dieser Kerze erzeugt dann in dem kleinen Raum und aufgrund der verwendeten Materialien eine erstaunlich große Wärme, man ist ganz ebenso vor Wind und Nässe geschützt und kann wesentlich schneller und einfacher ad hoc weiter ziehen sollte der Feind zu nahe kommen. Und die Wärmesignatur ist (an geeigneter Stelle im Wald) sogar ausreichend gering um nicht per Drohne aufgeklärt zu werden.

Aufwärmen, Kerze auspusten, Schlafen (ja im Sitzen), und man wacht von selbst wieder auf sobald einem Kalt wird. Aktuell schaffe ich mit dieser Technik mindestens 3 Stunden Schlaf. Und weiter gehts und dann wieder bei Gelegenheit schlafen. So was könnte man zum Beispiel üben statt Knüppeldämme zu bauen.

2:18 - Umgebung des Unterschlupf - hier sieht man nun deutlich, dass der Unterschlupf in einer typischen ausgehenden JD errichtet wurde, welche weitestgehen frei von jedwedem Unterbewuchs ist. Ein solcher Wald wie man ihn hier sieht ist ein Wirtschaftswald, eine Art Maisacker aus Bäumen. Gerade deshalb kein Unterbewuchs. Diese Stelle ist nicht zuletzt auch deshalb völlig ungeeignet für einen Unterschlupf. Wer jetzt wieder mit dem üblichen Argument - Übung - kommt, dem kann man nur erwiedern, dass man im Echtfall querschnittlich dann viel eher genau das tun wird was man hier geübt hat und dies selbst dann, wenn man vorher eigentlich etwas anderes vorhatte.

2:23 - Nichts zu essen dabei - im Hintergrund wachsen beispielsweise Bromberren (grüner flacher Bewuchs am Boden). Entweder gibt es dort Beeren, oder man kann die kleineren (jüngeren) Blätter essen. Dazu am besten die Mittelrippe entfernen. Die primäre Zielsetzung sind hier lediglich Vitamine sowie ein paar Mineralstoffe, es ist absurd zu glauben man könnte sich beispielsweise mit Beeren versorgen. Ein ganzes Kilogramm Beeren enthält gerade mal ca 500 Kalorien. Und man kann nicht unerhebliche Verdauungsprobleme kriegen, sollte man derart viel Beeren essen und dies nicht gewöhnt sein, zudem müsstem an diese auch erstmal sammeln. Das selbe mit den Blättern und anderen Wildpflanzen. Man benötigt immense Mengen davon.

Was aber eine Strategie sei könnte, die ich auch schon angewandt habe ist, den ganzen Tag fortwährend ständig kleinere Mengen von Wildpflanzen zu essen. Über einen ganzen Tag hinweg (auch während des Marschierens etc) ergibt das zumindest einen geringen / teilweisen Ausgleich, vor allem aber senkt das deutlich das Durstgefühl und liefert Flüssigkeit. Man muss nur wissen was exakt man alles essen kann und ob und in welcher Menge man es verträgt. Beispielsweise kann ein Kumpel von mir schier unglaubliche Mengen von jungen frischen Fichtennadeln roh essen, der kann dass den ganzen Tag vor sich hin kauen und in bizarren Unmengen fressen, ohne Folgen. Ich selbst kann das nicht, da kriege ich bei deutlich weniger Magen- und Verdauungsprobleme. Exakt so etwas muss man praktisch ausprobieren.

2:54 - Marschieren im offenen auf der Straße - und selbst wenn es nur ein Verlegungsmarsch zwischen zwei Punkten wäre, sollte man grundsätzlich bei so einer Ausbildung immer nur querfeldein laufen, einfach deshalb, um das getarnte Bewegen in Fleisch und Blut einzudrillen. Denn er bei der Übung auf dem Weg läuft, wird dies eventuell auch im Ernstfall tun, und dies selbst dann wenn es auf gar keinen Fall geht. Stattdessen müsste es regelrecht ins Gehirn geprügelt werden, dass man niemals offene Wege benutzt. Situation A = Keine Wege benutzen. So einfach müsste das reingedrillt werden, dazu muss es aber auch durchgehend getan werden.

Und nun wird es erst recht amüsant:

3:00 - Die Säge - also mal ernsthaft: man hat ein Multitool und ein Sägeblatt und Nägel und eine PI Schnur, um damit eine Säge zu bauen.....Wo und wie soll man da überhaupt noch anfangen?!

Mal abgesehen davon dass eine einfache kleinere Zug-Klappsäge weder viel wiegt noch Platz wegnimmt, könnte man für die gezeigte Zusatzausrüstung gleich mindestens 4 Drahtsägen mitnehmen bei gleichem Gewicht (und damit dann wesentlich einfacher und schneller eine Bogensäge bauen) oder man könnte ein Multitool nehmen und ein Sägeblatt nehmen dass man in das Multiool einspannen kann:

Drahtsägen:

https://www.youtube.com/watch?v=Fopjb3iDXAk

Oder hier bei 7:04 wie man ein längeres Sägeblatt in ein Multitool einspannen kann:

https://www.youtube.com/watch?v=Fopjb3iDXAk

Aber egal, man will hier auf die denkbar aufwendigste Weise eine möglichst komplexe Säge bauen, mit einem Sägeblatt das nicht viel länger ist als das was man einfach in ein Multitoo spannen kann (und mal abgesehen von den 4 Bogensägen die man mit den Drahtsägen bauen könnte, und dies viel schneller).

Da fängt es einfach einmal mehr wieder an nur noch absurd zu werden.

3:05 - "Weil ihr habt auf einmal viel mehr Umsatz wenns darum geht Holz zu machen"

Was aber wenn man das Holz sofort braucht. Auf der Stelle?! Und was wenn man mit dünnerem Holz auskommt dass man einfach aufsammelt ? Oder man sägt das Holz mit der kürzeren Säge des Multitool an und bricht es dann? Oder man bricht es per Hebel zwischen zwei eng stehenden Bäumen einfach auch so? Oder man sägt es gar nicht auf irgendeine Länge sondern verwendet es einfach so und schiebt das für das Feuer eigentlich zu lange Holz einfach immer weiter von hinten nach?, oder braucht man überhaupt so viel Holz (Umsatz), oder...oder....

Tausende Möglichkeiten, aber sie wählen die am meisten überkonstruierte und absurdeste...

3:54 ff - Kurz vorab: für was brauch ich ein Feuer - ja für was? 1. Punkt: Wärme: Eine einfache Kerze oder ein brennender Teil eines Esbit-Würfels können schon reichen, wenn sie intelligent eingesetzt werden. 2. Punkt: Wasserzubereitung - höchst fragwürdig. Ein richtiger Filter oder eine chemische Desinfektion sind hier wesentlich effektiver und effizienter. 3 Punkt: Essenszubereitung - äh.....nein. "Nichts was ihr draußen findet esst ihr rohr". und doppel-nein. Sehr vieles kann problemlos roh gegessen werden.

"Meldeblock hat jeder Soldat immer dabei" - und wenn nicht ?!

4:18 - Magnesiumblock - er schabt ernsthaft mit der Schneide der Klinge Magnesiumspäne auf Papier. Magnesiumspäne auf Papier......mit der Schneide abgekratzt. Mir fehlen die Worte.

4:20 - Funken erzeugen - hier ist es besser das Messer fest auf der Stelle zu halten und den Feuerstahl nach hinten zu ziehen statt umgekehrt wie es hier zu sehen ist mit dem Messer in Richtung des Zunders zu arbeiten. So bewegt man vom Zunder weg statt auf diesen zu, was die Wahrscheinlichkeit verbessert dass ein Funke zündet.

4:25 - Zunderbündel etc - erkennbar zu feucht, aber natürlich kann es sein, dass nichts anderes zur Verfügung steht

4:34 - Handhabung der Waffe - sagte ich Eingangs ich hätte einen guten Eindruck vom Teilnehmer? MP7 auf dem Boden abgelegt, Lauf nach schräg unten, ernsthaft ?!

4:37 - Waldboden - hier sieht man, wieviel Blätter / abgestorbenes Laub auf dem Boden liegen. Was man dazu wissen sollte ist, dass solches Laub teilweise sehr stark mit Zecken durchseucht sein kann.

4:42 - Reihenfolge der Handlungen - 1. Shelter bauen (warum immer dieses unsägliche Shelter-Wort?! Warum nicht Unterschlupf?) - 2. Jägerbett bauen - 3. Holz sammeln......

Prinzipiell ist die Reihenfolge richtig, man benötigt zuerst einen Schutz vor Regen, Wind etc, dann macht man Feuer, wobei das Dach des Unterschlupf wesentlich dafür sein kann überhaupt ein Feuer anzukriegen.

5:07 - Typ des Unterschlupf
- Er baut eine Art Lean-To aus der Rettungsdecke. Das ist ohne Feuer sehr ungeeignet, und die Nicht-Eignung des Feuers hier in vielen Szenarien hatte ich schon oben ausführlich behandelt. Stattdessen wäre es sinnvoller entweder aus dem vorhandenen Material eine Art Schlafsack zu improvisieren oder die Rettungsdecke über ein Loch oder eine andere Bodenvertiefung zu spannen oder irgend etwas anderes zu tun als einen Leanto. Speziell in Bezug aufs Feuermachen bedeutet ein Leanto auch, dass das Feuer außerhalb des Regenschutzes ist. Will man irgendeine Plane aufspannen um ein Feuer darunter zu entfachen, muss diese hoch genug hängen damit Funken usw diese nicht beschädigen und sie muss erneut flach hängen um möglichst viel Bodenfläche abzudecken.

Ein einfaches Leanto ist daher hier in dem vorliegenden Szenario einfach nur grundfalsch, völlig gleich was die Zielsetzung ist.

5:10 ff - Dem folgend baut er seine Säge (siehe oben).

6:06 - Feuerholz machen - und da sägt er nun, an einem toten Baum welcher flach auf dem Boden liegt. Mal abgesehen davon dass die Säge zu kurz ist um diesen Baum richtig zu sägen (und man mit einem bloßen Sägeblatt im Multitool eingespannt viel besser auch stärkere Bäume sägen kann wenn man weiß wie), ist dieses Holz vom Boden völlig ungeeignet (weil Feucht, eventuell modrig etc). Allenfalls die Frage der Signatur könnte hier ein Argument sein.

6:35 ff - Schlafen und Feuer am Leben erhalten - Wie jedermann offenkundig sein sollte geht beides nicht zusammen. Und es ist höchst fragwürdig zu schlafen, während neben einem noch ein offenes Feuer brennt. Mal abgesehen davon dass der Unterschlupf abbrennen kann, man im Schlaf nichts riecht und nicht vom Rauchgeruch aufwacht, das Feuer auch sonst außer Kontrolle geraten kann, Rauchvergiftung, CO Vergiftung (gerade in geschlossenem Unterschlupf) usw, muss man natürlich auch das Feuer so anlegen können, dass es tatsächlich stundenlang brennt. Das was hier gezeigt wird, brennt nicht stundenlang. Entsprechende Feuerformen welche die ganze Nacht halten, viel wesentlicher aber die Fähigkeit Glut im Boden in der Asche die ganze Nacht zu erhalten um mit dieser dann am Morgen erneut ein Feuer anzuzünden, wären hier die eigentlich wichtigen Fähigkeiten.

7:26 - Fisch fangen, Fisch schlachten - ich spar es mir einfach. Fisch bringt nicht genug Nährstoffe, ist zu aufwendig in der Zubereitung, und einen Fisch in einem winzigen Wassertank zu fangen ist etwas völlig anderes als ihn in der Natur in einem Fluss zu fangen. Diese Besessenheit von Fischen ist geradezu unglaublich. Der ganze Aufwand kostet eventuell sogar mehr Kalorien als die eine Forelle einbringt. Man müsste pro Tag Kilogrammweise Fisch essen um überhaupt auch nur von den Kalorien her gerade mal den Aufwand dafür wieder reinzubringen. Dies geht beispielsweise mit Netzen und solche selbst beispielsweise aus Paracord zu flechten oder zu lernen wie man versteckte Angelleinen mit vielen Haken ausbringt und andere Tricks von Fischwilderern wären hier sinnvoller. Und trotzdem im vorliegenden Szenario kaum anwendbar.

Sprung nach vorne:

09:20 - Schlafen 2.0 - schläft in einem Luxusschlafsack und anscheinend auf dem Fallschirm welchen er über die Fichtenzweige etc gelegt hat. Wie schon oben ausgeführt hätte er sich mit Leichtigkeit aus dem Fallschirm ein viel bequemeres Bett bauen können, beispielsweise so:

https://www.youtube.com/watch?v=Sw_U-V7cwZA

https://www.youtube.com/watch?v=wFEib5pKBS4

https://www.youtube.com/watch?v=0QJcNE2pRT0

Und er hat das Feuer ausgehen lassen, also brauchte er auch keines und mit so einem Schlafsack braucht man im übrigens nichts weiter als einen Regenschutz darüber und sonst nichts, von wegen elaborierter Unterschlupf etc

9:27 - Socken wechseln - absolut relevant. Was man aber dazu auch erwähnen sollte / müsste ist, wie man Socken unter solchen Bedingungen wäscht und/oder trocknet. Vor allem letztgenanntes ist wesentlich. Am besten und einfachsten trocknen die Socken im Schlafsack durch die Körperwärme, sinnvollererweise zieht man sie dazu aber dennoch aus.

Ganz allgemein kann man sehr viel in einem Schlafsack über Nacht trocken. Die Fähigkeit dies zu tun und wie man das richtig macht und was man dazu in Bezug auf den Schlafsack beachten muss wäre wesentlich wichtiger als Feuer machen zu können.
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#37
Tpü, danke Quintus.

Pragmatisch gesagt: Bis der Kamerad mit diesen ganzen Basteleien durch ist wurde er wahlweise von Rot oder Blau eingesammelt.

Das hat eher was von besseres Camping unter idealen äußeren Bedingungen. Wie sieht das aus im Winter oder in Wüstengebieten? Da wird das doch erst interessant, das Szenario Sommer-Mitteleuropa überlebt jeder gesunde jüngere Mensch mit zwei aktiven Gehirnzellen.

Der ganze Säge- und Bettenbau erschließt sich mir nicht. Ich hätte vermutet, dass der abgeschossene Pilot wahlweise erheblich Stecke (Nachts?!) zurücklegen oder sich möglichst unauffällig irgendwo verkriechen sollte. In jedem Fall erscheint es mir wenig zweckdienlich, den halben Wald für ein Hochbett abzuholzen.

Hinsichtlich des Fischefangens: Psychologischer Aspekt einer warmen Mahlzeit. Und irgendwie muss man die Zeit ja rumbekommen da lustig am Feuerchen im Hochbett. Falls es an Alufolie (lol?) mangelt - Glut, Stock, heißer Stein, eingewickelt in Blätter...

Grundsätzlich ist mit das alles zu viel Folklore. In reality wird der abgesprungene Pilot Zugriff auf seinen Schleudersitz mitsamt ordentlicher Notfallausrüstung haben oder das Abenteuer am Boden ist relativ schnell vorbei.
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#38
Ich denke (vielmehr ich hoffe dringend) dass das SERE Training in Wahrheit ganz anders verläuft und was hier gezeigt wird halt einfach nur Werbung darstellt um junge Menschen durch lustige Pseudo-Abenteuer im Wald zu ergötzen. Den auf gar keinen Fall dürfte man im Ernstfall irgend etwas von dem machen was hier gezeigt wird.

Andererseits: warum zeigt man solchen Unfug überhaupt?! Wäre eine realistische Darstellung nicht wesentlich aufregender / anziehender ? Warum also diese Beschränktheit - wortwörtlich wie übertragen.

Was mir bei vielen Bundeswehr-Survival-Trainings aber ganz grundsätzlich auffällt, völlig unabhängig von der Frage ob das alles nur für die Pressestelle absichtlich so gestellt ist oder nicht, ist eine immense Tendenz hin zu Überkonstruktion (Overengineering). Alles wird möglichst umständig, überkompliziert, überkandidelt gemacht, dass reicht vom Funken über die Kontaktaufnahme bis hin zum Fallenbau, Wassergewinnung oder eben Lagerbau.

Und völlig unabhängig vom SERE Training findet sich das inzwischen ganz allgemein von der Einzelkämpferausbildung bis hin zum allgemeinen Leben im Felde. Man sieht da ganz klar: 1. eine nachweisliche Entfremdung von der eigentlichen Materie, wie auch vom Survival selbst und 2. eine ganz grundsätzlich immer umständliche Art und Weise, welche in der praktischen Realität des Krieges den Soldaten das Genick brechen wird.

Gestellt hin oder her, beschränkter Einblick in die tatsächliche Ausbildung hin oder her: diese Entfremdung vom Kriegshandwerk und die Neigung zu überkonstruierten Lösungen ist in jedem Fall gesichert da, und ist selbst dann klar erkennbar, wenn man davon ausgeht dass man hier (aus welchen Gründen auch immer) nur einen sehr beschränkten Einblick erhalten sollte.

Und beides ist dem Überleben im Ernstfall höchst abträglich. Es handelt sich aber meiner Meinung nach ganz allgemein in der Bundeswehr um ein systemisches Problem und hier zeigt sich dadurch die allgemeine militärische Kultur in dieser Organisation und wie diese verfasst ist. Man kann genau die gleichen grundsätzlichen Tendenzen ja auch sonst an viel zu vielen Stellen in dieser Bundeswehr "bewundern", dass ist also ein ganz grundsätzliches systemisches Problem welches in der Kultur dieser Armee selbst wurzelt.
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#39
Hier in anderer Variation

https://www.youtube.com/watch?v=UPmkISKYEb0
https://www.youtube.com/watch?v=edgE7Vrd0pg

fürchte besser wirds nicht
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#40
Die beiden habe ich hier im Strang schon ausführlich kommentiert - sieh einfach etwas weiter oben. Das ist aber auch kein vollumfängliches SERE Training, sondern nur so eine Art Sichtung + Zusatzausbildung.

Mir wurde mal erzählt, dass die Piloten in den USA ein ausführliches SERE Training und zusätzliches Survival-Training erhalten würden. Da ich aber nicht in der Luftwaffe war und mich in dieser Teilstreitkraft kaum auskenne, weiß ich natürlich nicht, ob dem so ist. Ich hoffe mal sehr, dass die reale Ausbildung WEIT über das hier gezeigte hinaus geht, den ansonsten wäre sie lächerlich.

Aber wie schon geschrieben: selbst von diesen Auszügen welche man ja gezielt und bewusst der Öffentlichkeit so präsentiert wie es hier nunmal geschehen ist, selbst aus diesem bewusst beschränkten Einblick zeigt sich ganz klar eine Tendenz zu allgegenwertiger Überkonstruktion und Umständlichkeit.

Das Musterbeispiel ist der Sägenbau. Ich musste fast über den Tisch prusten als ich das gesehen habe, und das war auch ausschlaggebend zu diesem Filmchen überhaupt mal wieder was zu schreiben. Man hat also ernsthaft Sägeblätter, Nägel, Schnüre und ein Multitool mit Säge dabei, um dann daraus eine (zu kleine) Spannsäge zu bauen, dass ist irreal, aber eben so typisch für diesen Verein insgesamt wie er heute halt nun mal so ist. Auch wenn das natürlich nur ein bewusst stark beschränkter Einblick ist, so ist allein diese Szene doch so absolut erhellend und vielsagend in Bezug auf die ganze Thematik.
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#41
Eine Technik die ich schon länger kenne, aber jetzt mal wieder angestachelt durch das folgende Video:

https://www.youtube.com/watch?v=2ySppSWeDrY

endlich auch mal selber praktisch ausprobiert habe. Wollte ich eigentlich schon länger aber angesichts der Sommerhitze und weil ich gerade etwas mehr Zeit habe bin ich erst jetzt dazu gekommen.

Ich habe letztes Wochenende zwei entsprechende Löcher neben einem wirklich stinkenden Wasserloch angelegt und mit Eichenrinde ausgekleidet. Das Wasser war am Sonntag Abend dann klar und seit Montag trinke ich nur dieses Wasser. Bis jetzt keine ernsthaften Probleme, aber man merkt schon einen Unterschied.

Ich fühle mich seit Mittwoch vom Magen / Darm her eindeutig etwas anders, ohne das genauer mit Worten fassen zu können. Es gurgelt auch manchmal im Bauchraum was ich sonst nicht habe. Aber ich fühle bis dato keinerlei körperliche Schwächung oder sonstige Beeinträchtigung.

DAS IST NATÜRLICH NUR EIN ABSOLUTER NOTBEHELF !!!

Für den Fall dass man weder filtern, noch desinfizieren, noch abkochen kann - und gerade in einem militärischen Kontext kann dies durchaus der Fall sein.

Zum Vergleich: ich trinke regelmässig mit Micropur oder anderen solchen Mitteln behandeltes Wasser um mich daran zu gewöhnen (das verursacht nämlich bei vielen mit der Zeit erhebliche Probleme mit dem Magen / Darmtrakt) und dass bekommt mir über mehrere Tage und in größeren Mengen getrunken schlechter als das Wasser jetzt aus diesem Notwasserloch. Rein persönlich hatte ich eher größere Probleme (Durchfall als mindestes etc) erwartet, aber die blieben jetzt aus.

Auf jeden Fall eine interessante Technik, wesentlich einfacher als sonstige Wasserfilter und meiner Meinung nach deutlich effizienter. Kann zudem sehr leicht verborgen werden und ist sehr schnell und sehr leicht anlegbar.
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