Bundeswehr-reform(en)
Hier eine kleine Übersicht, was in diesem Jahr noch an Anschaffungen getätigt werden soll:

Vorlagen frühestens ab der 38. Kalenderwoche (19. September):
Gefechtsfeldbrücke – Gepanzertes Brückenlegesystem
 
Frühestens ab der 39. KW (26. September):
Herkules Nachfolgevertrag
Regeneration Multifunctional Information Distribution System (MIDS)
 
Frühestens ab der 45. KW (7. November):
2. Los der Produktverbesserungen des TpZ Fuchs
UH Tiger Ausrüstungspaket ASGARD
IT-Ausstattung des Kommando Operative Führung
Verlängerung Heron-Einsatz in Afghanistan
Regeneration Funksendeanlagen 14-50 kHz
Neues System zur mobilen geschützten Fernmeldeaufklärung (MoGeFa)
 
Frühestens ab der 48. KW (28. November):
Seefuchs für die Minenjagdboote
Mobile taktische Kommunikation (MoTaKo) und Streitkräftegemeinsame verbundfähige Funkgeräteausstattung (SVFuA)
Ergänzungsbeschaffung Mittelstrecke der Flugbereitschaft
Future Dispenser System (FDS) für den Tornado
Obsoleszenzbeseitigung CH-53 GS/GE
 
Frühestens ab der 50. KW (12. Dezember):
Lenkflugkörper Evolved Sea Sparrow Missile (ESSM) Block 2
Übergangslösung strategischer Lufttransport
System zur signalerfassenden luftgestützten weiträumigen Überwachung und Aufklärung (SLWÜA), besser bekannt als Wiederinbetriebnahme Eurohawk
 
Interessant ist vor allem auch, welche Projekte sich nicht in dieser Liste finden. Kein Taktisches Luftverteidigungssystem (TLVS), kein Infanterist der Zukunft – Erweitertes System (IdZ – ES), kein Mehrrollenfähiges leichtes Lenkflugkörpersystem (MELLS), keine Mörser, keine unbemannten Systeme für die Korvetten und vor allem keinerlei moderne Bewaffnung bzw. Lenkflugkörper für die fliegenden und schwimmenden Systeme.

http://www.esut.de/esut/archiv/news-detail-view/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=519&cHash=d445655fcd9fdf46ad67123d3bdf3284
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Was den Mörser angeht, da habe ich dieses Jahr auf dem Tag der offenen Tür an der Artillerieschule in Idar Oberstein nicht schlecht gestaunt. Da stand immer noch ein M113 Mörser. Mir wurde sehr freundlich erklärt, das der Mörser auf Wiesel2 nicht überzeugt hätte. Die ursprünglich bestellten 8 Geräte werden übernommen, aber sobald kaputt ausgesondert. Die Lösung auf M113 und Wolf soll bis in 2020er betrieben werden.
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Merkel kündigt den Einsatz der Bundeswehr im Innern an. Das wollte sie übrigens schon vor über 10 Jahren unbedingt.
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Das war vor ein paar Tagen zu lesen, noch vor der Pressekonferenz:

Zitat:Bund denkt über Reservisten-Armee nach

(...)Nach den islamistisch motivierten Anschlägen von Ansbach und Würzburg und dem Amoklauf von München gibt es einem Medienbericht zufolge innerhalb der Bundesregierung Überlegungen für ein neues nationales Sicherheitskonzept. Zur Unterstützung der Polizei könnte etwa eine "Reservisten"-Truppe eingesetzt werden, berichtete "Bild" unter Berufung auf Regierungskreise.

Dabei solle es sich um Freiwillige mit militärischer oder polizeilicher Ausbildung handeln. Als Vorbild könnten die Nationalgarde in den USA, der Reservedienst in Frankreich und die Reserve-Armee (Army Reserve) in Großbritannien dienen.

"Die bisherige Sicherheitsarchitektur funktioniert nicht mehr", so der Sicherheits-Experte Oliver Bühler gegenüber der Zeitung. "Der Staat zieht sich immer mehr aus seinem Gewaltmonopol zurück." Die Aufgaben würden bisher privaten Sicherheitsfirmen in Gefängnissen oder "machtlosen Hilfspolizisten mit Mindestlohn" überlassen, kritisiert Bühler.(...)

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politi...-nach.html
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Was will man denn immer im Inneren mit Soldaten? Außer bei Katastrophen macht es doch keinen Sinn.

Reservisten sind bei Gefahrenlagen wie Terrorangriffe sicher keine gute Lösung, weil niemand die Ausbildung noch das nötige regelmäßge Training dafür hat. Nervöse und schlecht ausgebildete Finger braucht in solchen Situationen keiner. Außerdem müsste man diese Kräfte dann auch noch koordinieren und ins Sicherheitskonazept miteinbinden.

In München waren über 2500 Polizisten innerhalb kürzester Zeit im Einsatz gegen eine Person. Mit Sicherheitskonzept und klarer Einsatzstruktur. Jeder Notruf und potenzielle Gefahrenlage konnte schnell aufgeklärt und geklärt werden, obwohl es zich Meldungen von potenziellen Bedrohungen gab. Es besteht kein Grund das über den Haufen zu werfen.

Für die innere Sicherheit reichen polizeiliche Einheiten völlig aus. Besser steckt man den Aufwand und das Geld in die Polizei.

Man kann gerne einen Reservistenverband gründen. Für sich schnell ändernde Bedrohungslagen auf kriegerische Ebene. Aber doch bitte nicht zum Schutz gegen einzelne Terroristen, Amokläufer oder psychisch Gestörte.

Zitat:"Die bisherige Sicherheitsarchitektur funktioniert nicht mehr", so der Sicherheits-Experte Oliver Bühler gegenüber der Zeitung.

Reine Panikmache und Unfug. Was ein Schmarn. "Experte"...

Zitat:"Der Staat zieht sich immer mehr aus seinem Gewaltmonopol zurück."

Gerade die Kapazitäten gegen Terroranschläge und ähnliche Lagen wurde enorm ausgebaut. Es wurde sogar eine neue Einheit gegründet, die die Lücke zwischen SEK und GSG9 schließt. Vorallem das SEK wurde aufgerüstet und stärker geschult. Auch reguläre Polizisten wurden seit den Amokläufen und der Bedrohungslage geschult.

Einige Menschen wären gut beraten sich ein Beispiel an da Gloria Martins zu nehmen. Immer gleich im Dreieck zu springen vor Panik bringt niemanden weiter.
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Der Schutz kritischer Infrastruktur (AKWs, Wasserwerke etc.) wäre durchaus eine Aufgabe für Soldaten. Allerdings nicht für Reservisten, sondern für eine Wehrpflichtigenarmee - die wir nicht mehr haben.
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Die mir am naheliegendsten scheinende Annahme ist, dass man auf Auseinandersetzungen mit einem Teil der türkischstämmigen Bevölkerung vorbereitet sein möchte.
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Ich vermute dass es im Kern darum geht, über einen längeren Zeitraum wichtige Straßen und andere zentrale Plätze in Großstädten durch Soldaten bewachen zu lassen. In manchen Staaten ist das bereits Praxis. Zwar mag ich mir ungern ein solche Situation vorstellen, aber ich denke nicht, dass die verfügbare Personaldecke an staatlichem Sicherheitspersonal ausreicht, um eine Art Notstandsituation wie in Belgien oder Frankreich über eine gewisse Zeit aufrecht zu erhalten.
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Zitat:Die mir am naheliegendsten scheinende Annahme ist, dass man auf Auseinandersetzungen mit einem Teil der türkischstämmigen Bevölkerung vorbereitet sein möchte.

Wir haben keinen Bürgerkrieg und stehen auch nicht im Krieg. Etwas Situationsfremd die Einschätzung.


Allgemein:
Ich glaube trotzdem solche Maßnahmen sind übertrieben und haben dann nur symbolischen Wert. Zum Einsatz kommen die Soldaten dann nur, wenns schon zu spät ist und die Soldaten besitzen an sich keinerlei Ausbildung um im Falle dann dennoch eine Hilfe zu sein. Nichts gegen Soldaten, aber sie sind ja Soldaten. Keine Polizisten.
Man befindet sich immernoch in einem zivilen Umfeld, in dem umsichtiges Vorgehen mit guter Ausbildung nötig ist.

Nach Amokläufen gestörter Personen Soldaten auf die Straße zu stellen, halte ich für nicht sachgerecht.
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(04.08.2016, 08:59)Sapere Aude schrieb:
Zitat:Die mir am naheliegendsten scheinende Annahme ist, dass man auf Auseinandersetzungen mit einem Teil der türkischstämmigen Bevölkerung vorbereitet sein möchte.

Wir haben keinen Bürgerkrieg und stehen auch nicht im Krieg. Etwas Situationsfremd die Einschätzung.


Allgemein:
Ich glaube trotzdem solche Maßnahmen sind übertrieben und haben dann nur symbolischen Wert. Zum Einsatz kommen die Soldaten dann nur, wenns schon zu spät ist und die Soldaten besitzen an sich keinerlei Ausbildung um im Falle dann dennoch eine Hilfe zu sein. Nichts gegen Soldaten, aber sie sind ja Soldaten. Keine Polizisten.
Man befindet sich immernoch in einem zivilen Umfeld, in dem umsichtiges Vorgehen mit guter Ausbildung nötig ist.

Nach Amokläufen gestörter Personen Soldaten auf die Straße zu stellen, halte ich für nicht sachgerecht.

Historisch betrachtet kann eine Radikalisierung sehr schnell gehen. Wer hätte denn vor einem Monat mit solchen Ereignissen in der Türkei gerechnet. Wahrscheinlich kaum jemand und doch ist es so gekommen. Wie sich das mit den Türken weiter in Deutschland gestaltet ist meines Erachtens völlig offen. Zu vermuten ist, daß es vermehrt Abwanderung in die Türkei geben wird. Die Nationalgarde wird aber sicher weniger wegen der Türken gegründet, sondern weil man intern mit viel größeren Terrorakten rechnen wird. Frankreich zeigt da, was uns noch bevorstehen wird. Die Franzosen leben nicht umsonst im Ausnahmezustand. Ich denke dort rechnet man damit, dass der Terror in einen Bürgerkrieg übergehen könnte. Noch sind es Einzeltäter oder kleine Gruppen, aber ich rechne damit, daß in naher Zukunft größere Gruppen mit Waffengewalt versuchen werden muslimisch geprägte Einwandererviertel zu übernehmen.
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Erdogan hat gerade erst gezeigt, dass Deutschland sich nicht einfach von der Türkei abgrenzen kann. Dass die Demo ohne größere Zwishenfälle ablief finde ich da eher beunruhigend, spricht es doch für einen hohen Organisationsgrad. Ein türkischer Bürgerkrieg würde auch auf Deutschlands Straßen stattfinden. So was muss man als Möglichkeit in Betracht ziehen, sonst macht man seinen Job nicht. In solchen Szenarien könnte man mit der Bundeswehr auch wesentlich mehr anfangen, als wenn ein paar Spinner in einem Einkaufszentrum ein Massaker anrichten.
So oder so wird man wohl beides (und mehr) im Blick haben, den Beschlüssen werden Vorbereitungen folgen, dann weiß man mehr.
Außer, die Politik hat auch auf diesem Gebiet längst aufgegeben und murmelt nur noch vor sich hin in die Mikrofone.
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(04.08.2016, 14:30)Mitleser schrieb: Erdogan hat gerade erst gezeigt, dass Deutschland sich nicht einfach von der Türkei abgrenzen kann. Dass die Demo ohne größere Zwishenfälle ablief finde ich da eher beunruhigend, spricht es doch für einen hohen Organisationsgrad. Ein türkischer Bürgerkrieg würde auch auf Deutschlands Straßen stattfinden. So was muss man als Möglichkeit in Betracht ziehen, sonst macht man seinen Job nicht. In solchen Szenarien könnte man mit der Bundeswehr auch wesentlich mehr anfangen, als wenn ein paar Spinner in einem Einkaufszentrum ein Massaker anrichten.
So oder so wird man wohl beides (und mehr) im Blick haben, den Beschlüssen werden Vorbereitungen folgen, dann weiß man mehr.
Außer, die Politik hat auch auf diesem Gebiet längst aufgegeben und murmelt nur noch vor sich hin in die Mikrofone.

Sollte es soweit kommen, muss eben über eine geordnete Rückführung der ehemaligen Gastarbeiter und ihrer Nachkommen diskutiert werden (Kurden und Aleviten wird es vermutlich mehrheitlich nicht betreffen). Wenn von etwa 1,5 Millionen Türken (mit türkischer Staatsbürgerschaft) fast 300.000 auf Hartz IV angewiesen sind (türkische Rentner noch nicht aus den 1,5 Millionen rausgerechnet), dann dürfte sich der dadurch entstehende wirtschaftliche Schaden in Grenzen halten.
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(04.08.2016, 14:40)frieder75 schrieb: Sollte es soweit kommen, muss eben über eine geordnete Rückführung der ehemaligen Gastarbeiter und ihrer Nachkommen diskutiert werden (Kurden und Aleviten wird es vermutlich mehrheitlich nicht betreffen). Wenn von etwa 1,5 Millionen Türken (mit türkischer Staatsbürgerschaft) fast 300.000 auf Hartz IV angewiesen sind (türkische Rentner noch nicht aus den 1,5 Millionen rausgerechnet), dann dürfte sich der dadurch entstehende wirtschaftliche Schaden in Grenzen halten.

Es existieren keine Instanzen die so etwas beschließen könnten, von der Umsetzung gar nicht zu reden.
Es wäre juristisch, politisch und moralisch noch mal ein paar Größenordnungen katastrophaler selbst als alles was in den letzten 12 Monaten passiert ist. So was kann keiner wollen und machen. Braucht man nicht drüber zu reden.
Und ich sehe nicht den geringsten Grund, in jedem hier lebenden türkischstämmigen einen auch nur potentiellen Bürgerkriegsteilnehmer zu sehen. Das wäre nur der Fall wenn man tatsächlich mit den von Dir vorgeschlagenen Deportationen anfangen würde (was man nicht tun wird).
Und es geht über das Thema hier auch deutlich hinaus.

Aber es gibt, unabhängig davon, ein Gewaltpotential im Lande das über islamistische Anschläge hinaus geht und man darf gespannt sein, wie die Bundeswehr da eingespannt wird.
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Wegen ner Demo gleich bürgerkriegsähnliche Zustände heraufzubeschwören ist schon etwas weit hergeholt.

In Deutschland wird wegen viel zu wenig viel zu viel am Rad gedreht.

Wenn ich so lese, was für Schlüsse aus gewissen Sachen gezogen werden...

Einfach mal den Fernseher ausschalten und die Zeitung bei Seite legen und vll. etwas Sport machen oder ein gutes Buch lesen. Damit wäre man hier zu Lande sehr gut beraten, bevor ständig aus Panik und wegen nichts den Notstand ausrufen will.

Die dünne Haut und Schreckhaftigkeit hier zu Lande macht mir eher Sorgen.
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Das Thema hier ist die fortlaufende Reformierung der Bundeswehr und die sich daraus ergebenen grundlegenden Szenarien, also beschränkt die Diskussion bitte darauf.
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