Thales (Konzern)
#31
Überraschende Wendung: Thales dürfte Exail Technologies doch noch übernehmen
La Tribune (französisch)
Michel CABIROL
Veröffentlicht am 6. Juli 2026 um 08:57 Uhr – Aktualisiert am 6. Juli 2026 um 09:10 Uhr

Thales wird die Beteiligung der Familie Gorgé an Exail erwerben, um ein öffentliches Übernahmeangebot für 100 % des Unternehmenskapitals abzugeben. Safran und die Familie Gorgé hatten sich nicht einigen können.

Das ist eine echte Überraschung. Am 27. Juni bestätigten Safran und die Familie Gorgé nach einer Meldung von Bloomberg, dass sie exklusive Verhandlungen über die Übernahme von Exail Technologies führten, doch am 3. Juli gaben sie bekannt, die Gespräche abzubrechen. Nach unseren Informationen hatte die Familie Gorgé bereits am 27. Juni einen Plan B parat. Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Safran hat die Familie Gorgé also innerhalb eines Wochenendes einen Plan B in die Tat umgesetzt. Thales stand mit Sicherheit schon seit Freitagabend in den Startlöchern...

Und der von Patrice Caine geführte Konzern konnte am Montag bekannt geben, dass er „eine verbindliche Vereinbarung mit der Familie Gorgé über den Erwerb ihrer kombinierten Beteiligung von 35,51 % (einschließlich 34,23 %, die von Gorgé SA gehalten werden, 0,70 %, die von Jean-Pierre Gorgé gehalten werden, und 0,58 %, die von Raphaël Gorgé gehalten werden) an Exail Technologies unterzeichnet hat, um 100 % von Exail im Rahmen eines obligatorischen öffentlichen Übernahmeangebots zum Preis von 134 Euro pro Aktie für jede der beiden Phasen des Angebots zu erwerben“. Dies entspricht einem um 4,28 % höheren Angebot als das von Safran (128,5 Euro). Diese Transaktion, die eine Prämie von 44 % gegenüber dem Kurs der Exail-Aktie am 25. Juni 2026 widerspiegelt, entspricht einer Bewertung von Exail in Höhe von 3,9 Milliarden Euro.

Angesichts des Wachstums- und Margenprofils von Exail dürfte sich die Transaktion bereits im ersten Jahr nach der Übernahme positiv auf den bereinigten Gewinn pro Aktie von Thales auswirken, versicherte der Konzern in seiner Pressemitteilung. Der Konzern schätzt, dass „die kommerziellen Synergien in den nächsten 10 Jahren einen zusätzlichen Umsatz von 500 Millionen Euro generieren könnten“.

Darüber hinaus rechnet Thales damit, dass die Optimierung der betrieblichen Effizienz bis 2030 zu einem zusätzlichen bereinigten EBIT von mehr als 60 Millionen Euro beitragen könnte. Der Abschluss dieser Transaktion ist bis zum dritten Quartal 2027 vorgesehen, vorbehaltlich der Erteilung der kartellrechtlichen und behördlichen Genehmigungen.
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