Rechtsradikalismus und -extremismus in Deutschland
(29.12.2022, 23:26)Ottone schrieb: Ich wage ja kaum zu fragen: Wie reiht sich "Ausländer" gleichberechtigt in "Rechtsextremisten" und "Linksextremisten" ein?

Das ergibt sich doch aus der ganzen Diskussion. Da braucht man nicht mehr fragen. Evtl. sollte man noch Homosexuelle und Muslime ergänzen? Vielleicht auch emanzipierte Frauen?
Zitieren
@Leuco:
In derartigen Diskussionen bin ich regelmäßig sehr froh über Quintus, der es immer wieder schafft, seine teils religiös-motivierten, erzkonservativen bis libertären Positionen in einer vollkommen vertretbaren Art und Weise darzulegen, ohne in Populismus zu verfallen. Das bringt eine solche Diskussion deutlich besser voran als wenn ein linksliberal-versiffter Vertreter wie ich da einsteigt.... Tongue

Nichtsdestotrotz:
(29.12.2022, 23:41)Quintus Fabius schrieb: Ausländerkriminalität ist ein ganz regulärer kriminologischer Begriff. Während Links- und Rechtsextremismus allerdings ausschließlich politische Kriminalität darstellen, ist dieser weiter gefasst und beinhaltet auch jede ganz normale Kriminalität.

Und deshalb ist es auch unangemessen, diese Begriffe zusammen zu nennen. Erst recht, wenn man den Begriff "Ausländer" für sich genommen (ohne den Kriminalitätsbezug) mit den beiden "Extremisten" in eine Reihe stellt. Da sind die Ottonischen Bedenken durchaus berechtigt.

Der Begriff Ausländerkriminalität bezieht sich eben auf eine Gruppe, die beiden anderen auf eine Motivation. Möglich wäre hingegen, religiös motivierte Straftäter mit links- und rechtsextremistischen gemeinsam anzuführen. Islamismus steht da für sich, aber beim Antisemitismus stellt sich dann schon die Frage, ob dieser Teil des Rechtsextremismus ist oder eine eigene religiöse Extremismusform darstellt. Auf der anderen Seite ist es auch fragwürdig, ob klimapolitisch motivierte Straftaten dem Linksextremismus zuzuordnen sind oder eine eigene Kategorie darstellen müssten, trotz der Überschneidungen.
Aber all das sind gesinnungsbedingte Taten, nicht Gruppen- oder herkunftsbedingte.

Organisierte Kriminalität hingegen ist ein Phänomen, dass sich mit den vorgenannten Formen überschneiden, aber nicht direkt verglichen werden kann.
Zitieren
(30.12.2022, 01:45)Broensen schrieb: Islamismus steht da für sich, aber beim Antisemitismus stellt sich dann schon die Frage, ob dieser Teil des Rechtsextremismus ist oder eine eigene religiöse Extremismusform darstellt.

Ich denke dass Antisemitismus eine ganz eigene Kategorie ist. In die rechtsextreme Schublade passt es nicht da es sicher auch Rechtsextreme gibt die nicht antisemitisch sind. Auch religiöser Extremismus kann es nicht sein, da Antisemitismus eben keine Religion ist. Hinzu kommt dass antisemitische Extremisten durchaus verschiedenste Gründe haben warum sie antisemitisch eingestellt sind. Deshalb kann man es meines Erachtens nur als eigene Kategorie betrachten, die man noch in Unterkategorien aufteilen müsste.
Zitieren
Zitat:Und deshalb ist es auch unangemessen, diese Begriffe zusammen zu nennen. Erst recht, wenn man den Begriff "Ausländer" für sich genommen (ohne den Kriminalitätsbezug) mit den beiden "Extremisten" in eine Reihe stellt. Da sind die Ottonischen Bedenken durchaus berechtigt.

Da habt ihr recht. Das gehört nicht zusammen in einen Satz und dies so zu schreiben dient ja nicht einmal der rechten Sache, im Gegenteil.

Und bleiben wir im weiteren mal etwas enger beim Rechtsextremismus.

Die Zunahme der Anzahl der Rechtsextremisten ist eindeutig, und meiner Einschätzung nach stellt dies ein Problem dar, da dies das Potential dieser Gruppierung erhöht.

Das ist meiner Meinung nach auch eine dialektische Entwicklung, indem die Gesellschaft immer mehr in Gruppen zerfällt die sich gegenseitig für unvereinbar halten, erzeugt die Ausbreitung eines Gegenüber eine Abstoßungsreaktion und ein Wir greift in der jeweiligen Gruppe um sich, dass sich gerade eben über diese Abstoßungsreaktion definiert.

Von daher ist meine These dazu, dass der Anstieg bei den Rechtsextremisten eine Folge des Nachlassens der Kohäsion in dieser Gesellschaft ist und eine Folge der illegalen Masseneinwanderung. Gerade eben weil es seit 2015 deutlich mehr Flüchtlinge und illegale Einwanderer in diese Bundesrepublik gegeben hat gibt es mehr Rechtsextreme. Das eine bedingt das andere.

Ich erinnere mich noch, wie ich vor Jahren (2015) damals Erich vorher gesagt habe, dass die illegale Masseneinwanderung dieses Jahres dazu führen wird, dass Rechtsextreme sich im Bundestag etablieren werden und dass rechte Positionen sich in der Gesellschaft massiv ausbreiten werden. Diese meine damalige These wurde damals von vielen scharf kritisiert, zuvorderst von Erich selbst. Heute sitzt die AfD in vielen Parlamenenten, auch im Bundestag und wird leider immer mehr von Rechtsextremen gekapert. Eine Entwicklung die ich damals mit genau dieser These exakt so vorher gesagt habe, wobei man mir das damals nicht geglaubt hat.

Das Problem ist dabei meiner Meinung nach, dass damit ein Potential für Veränderung sozusagen in den Startlöchern sitzt. Der Rest ist eine Frage der Umstände.

Beschließend könnte und sollte ich noch anmerken, dass meiner Ansicht nach zu wenig sinnvolle Präventivarbeit gegen Rechtsextremismus betrieben wird, man könnte hier viel präventiv verhindern, aber die aktuelle stark linksliberale Ausrichtung solcher Versuche beispielsweise in Schulen ist insgesamt weniger wirksam als sie es sein könnte, gerade aufgrund ihrer Ausrichtung.

Das Problem ist, dass rechten Positionen in Deutschland sozusagen eine Heimat fehlt. Wäre die CDU /CSU unter Merkel nicht so weit nach links bzw. in die Mitte gerutscht (viele heutige AfD Positionen entsprechen einfach nur CSU Positionen aus den 90ern), hätte beispielsweise die AfD gar nicht so hoch kommen können. Man stößt rechtes Denken in dieser Gesellschaft aus, statt zu versuchen den Gros dieser Menschen in die Gesellschaft sinnvoll einzubinden und damit in Richtung Mitte zu ziehen und weg vom Extremismus. Stattdessen verdammt man jede Position in diese Richtung unterschiedslos, dabei sind die Unterschiede erheblich.
Zitieren
Zitat:Das Problem ist, dass rechten Positionen in Deutschland sozusagen eine Heimat fehlt. Wäre die CDU /CSU unter Merkel nicht so weit nach links bzw. in die Mitte gerutscht (viele heutige AfD Positionen entsprechen einfach nur CSU Positionen aus den 90ern), hätte beispielsweise die AfD gar nicht so hoch kommen können. Man stößt rechtes Denken in dieser Gesellschaft aus, statt zu versuchen den Gros dieser Menschen in die Gesellschaft sinnvoll einzubinden und damit in Richtung Mitte zu ziehen und weg vom Extremismus. Stattdessen verdammt man jede Position in diese Richtung unterschiedslos, dabei sind die Unterschiede erheblich.
Das Problem dürfte auch sein, dass es ein wellenförmiges ist. Es ist sicherlich richtig, dass Frau Merkels Politik des Verschiebens des politischen Spektrums der Union mehr hin zur Mitte - etwas was rein parteipolitisch für die Union günstig war, denn man auch so SPD und FDP Stimmen abgenommen -, es begünstigt hat, dass am rechten Rand sich eine neue Partei etablieren konnte, da hier quasi ein Vakuum entstand. Allerdings denke ich, dass selbst eine noch konservativere Union, etwa zu Zeiten von Strauß, es schwer gehabt hätte, eine solche Entwicklung einzugrenzen, wenn sie einer massiven Flüchtlingskrise wie 2015 entgegen gesehen hätte.

Vermutlich wären die Auswirkungen auf die politische Landschaft nicht ganz so gravierend gewesen, aber in schwächerem Maße hätte sich auch hier eine nationalkonservative Opposition herausgebildet (ich nenne es mal bewusst nicht rechtsextrem, denn die AfD war in ihrer Anfangszeit - was viele ja schon vergessen haben -, als Lucke und Co. noch Mehrheiten hatten, eher euroskeptisch [was ich durchaus anfangs auch war] und wirtschaftsliberal bis nationalkonservativ, aber eben definitiv noch nicht rechtsextrem-völkisch unterwandert von Höcke und anderen).

Bzgl. Wellenförmigkeit: Das lässt sich auch bei anderen rechten Parteien beobachten: Die Republikaner bspw., die auch in Baden-Württemberg in den frühen 1990ern durchaus Zulauf hatten (fast 11% bei der Landtagswahl 1992), wurden stark, als die Regierung Kohl damals sich aufs "Durchregieren" verlassen wollte und Probleme nach der Wiedervereinigung und verstärkte Zuwanderungen (alleine 1992 kamen rund 500.000 Menschen aus dem ehem. Jugoslawien nach Deutschland) nicht gerade sonderlich ernst nahm. Erst nach der Verschärfung des Asylrechtes 1993 und nachdem die Flüchtlingszahlen zurückgingen, gingen auch die Stimmen für die Republikaner zurück - und dies trotz dem rot-grünen Wahlsieg 1998. Dazu kamen noch interne Streitereien und die Zersplitterung der rechten Politlandschaft (DVU, NPD etc.). Und zu dieser Zersplitterung kam auch noch eine Radikalisierung der rechten Parteien hinzu - nicht unbedingt bei den Republikanern, die unter Rolf Schlierer (den ich übrigens selbst mal getroffen habe, als ich im Landtag unterwegs war) sogar gemäßigter, d. h. CDU-naher, wurden, sondern v. a. bei DVU und NPD, die sich dann damit selbst marginalisierten und mit ihrem offenen Antisemitismus und Rechtsextremismus für die meisten Menschen, selbst aus dem konservativen Umfeld, unwählbar machten.

Und ähnlich könnte es sich auch mit der AfD verhalten, die einerseits sich immer mehr radikalisiert derzeit (auch wenn die Parteispitze das nicht sehen will), aber die andererseits hektisch wie ein Kaninchen durchs Karottenfeld hüpft, um irgendein neues populistisches Thema auszugraben und aufzukochen - als die Flüchtlingsthematik langsam abkühlte, kam Corona daher, und als Corona langsam nicht mehr interessierte, kam der Herr Putin mit seinem Privatkrieg um die Ecke. Insofern war für die AfD viel Glück mit dabei, dass ihr das Schicksal einen Ball nach dem anderen zuspielte und dass die etablierten Parteien in aktuellen Krisen teils so überfordert wirkten. Eine dauerhafte Strategie ist dieses Hoffen auf Bälle aber nicht.

Ob sie aber selbst irgendwann sich zerstreitet (Ansätze waren ja schon da) oder durch ihre zunehmende Radikalisierung sich selbst zerlegt oder beim Wähler mit schrillen Blut-und-Boden-Tönen sich völlig desavouiert, wie einst andere rechte Parteien, muss dennoch abgewartet werden. Denn sie hat einen Vorteil, den Republikaner, DVU etc. so noch nicht hatten - das Internet und die (a)sozialen Medien. Und hier hat sie durchaus noch mehr Potenzial als frühere Parteien aus diesem Spektrum. (Und es wird natürlich auch gewichtig sein, wie die Union sich in Zukunft ausrichten wird.)

Schneemann
Zitieren
(29.12.2022, 23:41)Quintus Fabius schrieb: Im übrigen sinkt auf die Kriminalität durch Rechtsextremisten seit einigen Jahren langsam / geringfügig ab. Vom Bundesamt für Verfassungsschutz aus diesem Jahr:

Gleichzeitig aber nahm die Zahl der als Rechtsextremisten eingestufen Personen deutlich zu, was dieses Absinken von rechtsextremen Straftaten noch umso erstaunlicher macht.

Bei den Rechtsextremisten ist noch zu beachten, daß es sich bei den allermeisten Straftaten um Propagandadelikte handelt, die in den meisten Rechtsstaaten überhaupt kein Delikt ist.
Zitieren
(30.12.2022, 12:25)Schneemann schrieb: Und ähnlich könnte es sich auch mit der AfD verhalten, die einerseits sich immer mehr radikalisiert derzeit (auch wenn die Parteispitze das nicht sehen will), aber die andererseits hektisch wie ein Kaninchen durchs Karottenfeld hüpft, um irgendein neues populistisches Thema auszugraben und aufzukochen - als die Flüchtlingsthematik langsam abkühlte, kam Corona daher, und als Corona langsam nicht mehr interessierte, kam der Herr Putin mit seinem Privatkrieg um die Ecke. Insofern war für die AfD viel Glück mit dabei, dass ihr das Schicksal einen Ball nach dem anderen zuspielte und dass die etablierten Parteien in aktuellen Krisen teils so überfordert wirkten. Eine dauerhafte Strategie ist dieses Hoffen auf Bälle aber nicht.

Schneemann

So ist die AfD ziemlich gut charakterisiert, deshalb würde ich sie auch eher als rechtspopulistisch bis rechtsradikal bezeichnen, da wird ja auch ein größeres Spektrum abgedeckt. Unter rechtsextrem verstehe ich eher Parteien wie die NPD und ähnliche Splitterparteien.
Und es gab natürlich Gründe die das Entstehen der AfD begünstigt haben aber EU-weit betrachtet ist das doch ein allgemeines Phänomen. Inzwischen gibt es ähnliche Parteien doch in fast allen EU-Staaten und der Trend scheint noch nicht beendet zu sein, was meines Erachtens vor allem daran liegt dass die EU insgesamt keine praktikable Lösung in Sachen Migration/Asyl anbieten kann bzw. wie mir scheint auch gar nicht will. Im Gegenteil glaubt man immer noch der ganzen Welt hier ein theoretisches Asylrecht/Duldung anbieten zu können, was einfach nur völlig naive Politik aus dem Brüssler Elfenbeinturm ist. Dänemark mal hier ausgenommen, die durch ihre realistische Asyl/Migrationspolitik als Nebenwirkung die rechtsradikale Partei marginalisieren konnten. Wenn sozialdemokratische Parteien in der EU eine ähnliche Ausrichtung wie die dänischen Sozialdemokraten hätten wären Rechtspopulisten/Radikale in der EU meines Erachtens völlig chancenlos. Der Istzustand wird allerdings dazu führen dass sie in Zukunft auch in Spanien, Frankreich, Niederlande usw. an der Regierung beteiligt werden, um mal eine Vorhersage zu treffen. Man lässt dies scheinbar lieber zu als die Fehler in der Migrations/Asylpolitik rückgängig zu machen. Für mich völlig unverständlich.
Zitieren
lime:

Die EU arbeitet sehr wohl daran, die Asylpolitik auszuhöhlen, ich nannte schon explizit beispielsweise die geplante Instrumentalisierungsverordnung. Man sollte hier also klar zwischen dem äußeren Schein und der Selbstdarstellung der EU und der realen praktischen Politik unterscheiden.

Und keineswegs hat nur Dänemark hier eine scharf gegen Flüchtlinge gerichtete Politik.

Ich kann dir aber schon zustimmen, dass auch meiner Ansicht nach die Wahrnehmung dieser Problematik in der Bevölkerung rechtes Denken befördert. Dies aber auch nicht überall gleichförmig.

Beispielsweise steigt mit der illegalen Einwanderung die Zustimmung für rechte Parteien und rechtsextreme Positionen dort stärker, wo weniger Flüchtlinge hingelangen bzw. sich niederlassen und sie steigt weniger stark dort wo sich viele Flüchtlinge niederlassen bzw. schon vorher der Ausländeranteil höher war etc.

Die Sache ist also durchaus sehr komplex. Die Dialektik zwischen der massiven Einwanderung in die EU und dem Aufstieg rechter Parteien bzw. der Ausbreitung rechter Positionen sehe ich aber ebenso.
Zitieren
(30.12.2022, 23:08)Quintus Fabius schrieb: lime:

Die EU arbeitet sehr wohl daran, die Asylpolitik auszuhöhlen, ich nannte schon explizit beispielsweise die geplante Instrumentalisierungsverordnung. Man sollte hier also klar zwischen dem äußeren Schein und der Selbstdarstellung der EU und der realen praktischen Politik unterscheiden.

https://www.proasyl.de/news/erfolg-instr...vom-tisch/
Zitieren
Immer mit der Ruhe. Nur weil es jetzt nicht sofort im ersten Anlauf geklappt hat, vor allem weil diese Bundesrepublik das aktiv sabotierte, ist die Sache keineswegs vom Tisch oder erledigt. Das wird kommen. ProAsyl befürchtet das ja ebenso.


Im weiteren bitte auch hier ab sofort enger beim Thema (gilt auch für mich Wink
Zitieren
(30.12.2022, 22:19)lime schrieb: Wenn sozialdemokratische Parteien in der EU eine ähnliche Ausrichtung wie die dänischen Sozialdemokraten hätten wären Rechtspopulisten/Radikale in der EU meines Erachtens völlig chancenlos.

Da stimme ich zu. In dem Zusammenhang sehe ich insgesamt eine längerfristige Verschiebung von links nach rechts. Zu früheren Zeiten, als es noch deutlich stärkere konservative Kräfte in der Mitte der europäischen Gesellschaften gab, haben sich viel mehr Menschen, denen ihre eigenen Lebensumstände Sorgen bereiteten, den linken Parteien zugewandt als heute. Das ist eins der wenigen Dinge, bei denen ich Frau Wagenknecht durchaus zustimmen kann: Die Verschiebung des linken politischen Spektrums weg vom "einfachen" Bürger, treibt diesen nach rechts. "Wokeness" geht im ihm Allerwertesten vorbei, ebenso das Schicksal von Menschen, mit denen er nie in Kontakt kommt. Ihn interessiert viel mehr, wie er und seine Familie das für sie bestmögliche Leben leben können. Und dafür liefern rechte Parteien die einfacheren Antworten. Wären linke Parteien in ganz Europa noch ausschließlich an ihrer ehemaligen Klientel interessiert, müssten sie sich isolationistisch aufstellen und könnten problemlos den Rechten den Rang ablaufen.
Zitieren
Mal eine Aktualisierung zu dem Staatsstreich von Rechts, der ja von den Sicherheitskräften so vorblidlich und entschlossen verhindert wurde.

Eigenartigerweise ist ja der Staatsstreich aus den Medien verschwunden.

„Wir haben am 7. Dezember 2022 25 Personen festgenommen, die sich alle weiterhin in Haft befinden. Weitere Festnahmen sind nicht erfolgt. Das betreffende Verfahren richtet sich derzeit gegen insgesamt 55 Beschuldigte. Die Ermittlungen dauern an, ein Zeitpunkt für den Abschluss steht noch nicht fest.“

Der Generalbundesanwalt hat zum Wochenbeginn Anklage gegen fünf Personen erhoben."

Kopf der Bande war doch nicht der "Terrorprinz", wie man mittlerweile weiß. Rädelsführerin der Bande war nach Angaben der Ermittler die 75 Jahre alte Elisabeth R. aus Sachsen, eine ehemalige Pfarrerin.

Ich persönlich würde hierin, natürlich nur als Laie, evtl. Anzeichen für geistige Verwirrtheit sehen:Sowohl bei den Angeklagten wie den im Dezember Festgenommenen soll es wüste Verschwörungstheorien über Satanismus, Bündnissen mit Außerirdischen, dem Einfluss von „Reptiloiden“ (finsteren Echsenmenschen) oder einen „galaktischen Kampf“ gegen „böse Mächte“ verbreitet gewesen sein.

Aus der Presse habe ich es ausdrücklich nicht, daß hier eine geistige Verwirrtheit vorliegen könnte.

"Bestandteil der aberwitzigen, irren Pläne war unter anderem, dass Schauspieler Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier oder Kanzler Scholz in einer TV-Livesendung imitieren sollten. Die Botschaft: die Bundesregierung sei abgesetzt, es gelte wieder die Verfassung von 1871. "

Ein wirklich perfider und ausgeklügelter Plan. Politikerdarsteller werden durch Schauspieler ersetzt. Big Grin Gut, das ist natürlich extrem unsachlich von mir.

Die von Faeser angekündigten weiteren kurzfristig erfolgenden Verhaftungen sind bisher nicht erfolgt.
Zitieren
Angesichts der total ins Nirgendwo abgeglittenen Wahnsinnsansichten dieser Gruppe stellt sich mir aktuell sogar die Frage, ob man diese Personen tatsächlich als Rechtsextremisten einstufen sollte. Ihre Wahnwelt umfasst zwar durchaus rechtsextremistisches Gedankengut, ist aber eben keineswegs darauf beschränkt. Das ist so krude, dass man es eigentlich überhaupt nicht richtig einordnen kann. Merkel sei die historische Isebel aus der Bibel und würde daher Kinder als Menschenopfer am Pergamon-Altar den jüdischen Göttern (jawoll, Mehrzahl!) darbringen etc, dass ist eigentlich kaum zu toppen.

Nicht mal die Russen in der Ukraine haben in ihren schlimmsten Sendungen eine derartige Zusammenstellung hinbekommen und da war man ja auch schon bei Nazi-Satanisten welche Schwarze Magie gegen die russische Armee einsetzen und Homosexualität verbreiten ......

Unfassbar !
Zitieren
(Gestern, 22:51)Quintus Fabius schrieb: Angesichts der total ins Nirgendwo abgeglittenen Wahnsinnsansichten dieser Gruppe stellt sich mir aktuell sogar die Frage, ob man diese Personen tatsächlich als Rechtsextremisten einstufen sollte. Ihre Wahnwelt umfasst zwar durchaus rechtsextremistisches Gedankengut, ist aber eben keineswegs darauf beschränkt. Das ist so krude, dass man es eigentlich überhaupt nicht richtig einordnen kann. Merkel sei die historische Isebel aus der Bibel und würde daher Kinder als Menschenopfer am Pergamon-Altar den jüdischen Göttern (jawoll, Mehrzahl!) darbringen etc, dass ist eigentlich kaum zu toppen.

Nicht mal die Russen in der Ukraine haben in ihren schlimmsten Sendungen eine derartige Zusammenstellung hinbekommen und da war man ja auch schon bei Nazi-Satanisten welche Schwarze Magie gegen die russische Armee einsetzen und Homosexualität verbreiten ......

Unfassbar !

Das interessante daran ist die immer weiter, ideologisch und verschwörungstheorienzentrierte ( ich liebe unsere deutsche Sprache immer wieder allein dieses Wortes wegen😂), sowohl extreme linke, als auch die extreme rechte, genau denselben Blödsinn redenden Spinner, sich immer weiter annähern.
Es aber sich selbst nicht eingestehen wollen .

(31.12.2022, 00:23)Broensen schrieb: Da stimme ich zu. In dem Zusammenhang sehe ich insgesamt eine längerfristige Verschiebung von links nach rechts. Zu früheren Zeiten, als es noch deutlich stärkere konservative Kräfte in der Mitte der europäischen Gesellschaften gab, haben sich viel mehr Menschen, denen ihre eigenen Lebensumstände Sorgen bereiteten, den linken Parteien zugewandt als heute. Das ist eins der wenigen Dinge, bei denen ich Frau Wagenknecht durchaus zustimmen kann: Die Verschiebung des linken politischen Spektrums weg vom "einfachen" Bürger, treibt diesen nach rechts. "Wokeness" geht im ihm Allerwertesten vorbei, ebenso das Schicksal von Menschen, mit denen er nie in Kontakt kommt. Ihn interessiert viel mehr, wie er und seine Familie das für sie bestmögliche Leben leben können. Und dafür liefern rechte Parteien die einfacheren Antworten. Wären linke Parteien in ganz Europa noch ausschließlich an ihrer ehemaligen Klientel interessiert, müssten sie sich isolationistisch aufstellen und könnten problemlos den Rechten den Rang ablaufen.


Genau diese Tatsache, hatte ich angesichts Merkel, auch von der ursprünglichen Partei der AFD unter Lucke ? eigentlich auch erhofft. Wie schon damals bei den Republikanern. Aber schon damals galt bei der CSU, rechts von uns darf es nichts geben. Problem ist ja leider, CSU im Norden nicht zu wählen. CDU ideologisch auf Höhe der SPD zu Zeiten der Republikaner. Das Problem der AFD insgesamt ist ihre Führung. Höcke und Gauland sind bei jedem nur halbwegs intelligenten Wähler einfach ein NoGo und ihre Vorsitzende mit nicht einer Rede ohne gewisse Hetze ebenfalls nicht hilfreich .
Zitieren


Gehe zu: