(See) Marinefregatte in den Indo-Pazifik
#16
(04.03.2021, 12:57)GermanMilitaryPower schrieb: Meines Wissens nach lag die Thematik bei der Verdrängung und der daraus resultierenden, möglichst niedrigen Tiefgänge der Schiffe, um möglichst nah ans Festland zu kommen. So wurde in Sichtweite eine Drohgebärde bzw. Machtprojektion erzeugt. Dieser Ansatz ist ja heute obsolet.

Ein deutsches U-Boot in dem Spektakel halte ich für zu riskant.

Ich glaube du hast nicht verstanden um was beim Einsatz der Bayern geht. Es ist ein politisches Signal, kein militärisches. Sonst müsste ein solcher Verband aus mehreren Flugzeugträgern mit Geleitschutz und zusätzlichen Schiffen die mit Cruise Missiles ausgestattet sind. Das ist aber nicht notwendig.
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#17
(04.03.2021, 20:44)ede144 schrieb: Ich glaube du hast nicht verstanden um was beim Einsatz der Bayern geht. Es ist ein politisches Signal, kein militärisches. Sonst müsste ein solcher Verband aus mehreren Flugzeugträgern mit Geleitschutz und zusätzlichen Schiffen die mit Cruise Missiles ausgestattet sind. Das ist aber nicht notwendig.

Wir drehen uns im Kreis.

Deutschland ist weder in der Lage eine maritime, geschweige denn militärische Machtprojektion aufzufahren noch würde unsere Regierung jemals China vor die Füße pissen. Diese Attitüde und der gewohnte politische Gegenwind für diesen Einsatz haben nun das Resultat geschaffen, dass Deutschland nicht mehr wie für 2020 ursprünglich geplant, sein maritimes Royal Flush auffährt, sondern nur noch ein knapp 30 Jahre altes Schiff, dass unsere Verbündeten befriedigt und den Aggressor nicht abschreckt. Also genau die Art Politik, die Deutschland bei seinen Alliierten so beliebt macht (Achtung Ironie!) und möglichen Aggressoren keine Schmerzen verursacht (wir bevorzugen keine Drohgebärden mehr, sondern lieber Aufklärung und Betankung).

Ich habe auf Grundlage meiner beruflichen und damit persönlichen Erfahrung mit der chinesischen Kultur erwähnt, wie dieses veraltete Schiff genau das Gegenteil des ursprünglichen geplanten „politischen Ziels“ bewirken kann und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird.

Dass Du, Helios und sonst wer das anders sehen, Euer gutes Recht. Sleepy
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#18
Da die Mission hier vor allem als diplomatisches bzw politisches Signal verstanden wird, würde mich mal interessieren ob der Zeitpunkt des Starts der Mission als ein Signal an die USA zu verstehen ist, dass man mit einer Biden Administration wieder mehr zusammenarbeiten will? Also im Gegensatz zur Unilateralität der Trump Administration bei der es auch von Seiten der Bundesregierung keinerlei Zusammenarbeit gab, man nun das Angebot zu multilateralem Handeln durch Biden auf der Münchner Sicherheitskonferenz annimmt?

Oder ist der zeitliche Abstand eher in Bezug auf die Hong Konger Unruhen zu verstehen, also das die Bundesregierung gegenüber China nicht den Eindruck entstehen lassen will das die Mission "Flagge zeigen im Indopazifik" eine Reaktion auf Hong Kong darstellt?
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#19
(04.03.2021, 23:57)GermanMilitaryPower schrieb: Diese Attitüde und der gewohnte politische Gegenwind für diesen Einsatz haben nun das Resultat geschaffen, dass Deutschland nicht mehr wie für 2020 ursprünglich geplant, sein maritimes Royal Flush auffährt, sondern nur noch ein knapp 30 Jahre altes Schiff

Diese Planung hat mit der politischen Attitüde und dem politischen Gegenwind nichts zu tun, sie ist wie bereits dargestellt (und so nicht nur vom Generalinspekteur vermittelt, sondern auch anhand der sonstigen Missionen und voraussichtlichen Werftliegezeiten ableitbar) vor allem ein Resultat der begrenzten Verfügbarkeiten an Marineeinheiten. Es besteht leider noch immer ein dramatischer Mangel an Flaggenstöcken für die verschiedenen Missionen, was auch dazu führt, dass im Zweifel Hochwerteinheiten oder auch Hilfsschiffe für banale Aufgaben verwendet werden müssen und dadurch unnötig gebunden sind. Deshalb ist es auch zu extrem wichtig, dass die F125 endlich ihre Einsatzreife erhält und somit wie geplant die sonstige Flotte entlasten kann.

Oder anders formuliert, es findet aktuell nur sehr eingeschränkt eine Zuordnung der Einheiten entsprechend ihrer Fähigkeiten statt (da, wo diese zwingend aufgrund technischer Erfordernisse geschehen muss), in der Regel werden zu Einheiten entsprechend ihrer Verfügbarkeit zugeordnet.

Hinsichtlich deiner Überhöhung der F124 und Herabsetzung der F123 werden wir tatsächlich auf keinen Nenner kommen.

(05.03.2021, 03:23)spotz schrieb: Da die Mission hier vor allem als diplomatisches bzw politisches Signal verstanden wird, würde mich mal interessieren ob der Zeitpunkt des Starts der Mission als ein Signal an die USA zu verstehen ist, dass man mit einer Biden Administration wieder mehr zusammenarbeiten will?

In der eigentlichen Planung sollte die Fregatte Hamburg bereits 2020 eine solche Mission durchführen, aufgrund der Pandemie wurde dieser aber (wie alle anderen nicht notwendigen und nicht infektionssicher gestaltbaren Einsätze) abgesagt und auf 2021 verschoben.
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#20
Im Podcast Sicherheitshalber der bei Augen Geradeaus zu dieser Mission verlinkt ist, meinte Hr Wiegold ungefähr bei Minute 50 auch das der Einsatz der Hamburg "pandemiebedingt" abgesagt worden sei. Aber ein anderer widersprach ihm und meinte dies sei unklar. Die Anfrage der USA sei zuerst vom BmVg positiv beschieden worden, aber vom Auswärtigen und Kanzleramt habe es massive Bedenken vor Corona gegeben, also in 2019.

Daher meine Überlegung bzw. Frage ob des späteren Zeitpunktes der Mission der Bayern ob dies einmal als Signal gegenüber China zu verstehen ist, bei der man bewusst eine zeitliche Nähe zu den Geschehnissen in Hong Kong vermeiden will und andererseits als Signal gegenüber den USA, das man mit Biden wieder bereit ist zusammen zu arbeiten, was mit Trump nicht gewollt war.
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#21
Die massiven Bedenken sind durchaus plausibel, die wurden ja zuvor auch bereits mehrfach geäußert und haben sich politisch niedergeschlagen. Aber das der Einsatz 2020 aus politischen Gründen abgesagt wurde ist reine Spekulation, die sich meines Erachtens nicht mit dem deckt, was tatsächlich hinsichtlich Einsatzplanung (die im Auftrag der politischen Führung wie erforderlich anlief) passiert ist. Heißt natürlich nicht, dass da nichts dran ist, aber dafür braucht es erstmal entsprechend konkrete Informationen, zumindest handfeste Indizien.
Es wird mir gerade im sicherheitspolitischen Bereich, aber auch ganz allgemein medial (auch über soziale Medien) teilweise eine vermeintliche Schattenpolitik aufgebaut, die ohne konkrete Nachweise aus "Denkbarem" Fakten erzeugen möchte. Ich will jetzt nicht so weit gehen und direkt von verschwörungstheoretischen Denken sprechen, zumal ich davon wenig für nicht grundsätzlich möglich halte, aber es wäre meines Erachtens angebracht, skeptischer dabei zu sein wenn es nicht, wie bereits gesagt, klare Beweise oder Indizien gibt die dafür sprechen.
Da nicht wenige Missionen und Termine im letzten Jahr pandemiebedingt abgesagt oder eingeschränkt wurden und es bei dieser Mission engeren auch persönlichen Kontakt mit anderen Marinen hätte geben soll (und geben wird) ist die Begründung zunächst absolut plausibel und hinreichend.
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#22
Kurze Antwort: Man hätte natürlich schon fahren können, aber das Kontaktprogramm in den Häfen wäre ausgefallen, und darum geht es ja letztlich mehr als um freedom of navigation. Insbesondere wenn die Wirtschaft China am liebsten gar nicht provozieren möchte.

Was gerne vergessen wird: Die NATO hat sich entschlossen zur globalen Sicherheitsorganisation zu werden.
https://www.nato.int/nato_static_fl2014/...rt-Uni.pdf
https://www.auswaertiges-amt.de/blob/243...g-data.pdf

China wird als "full-spectrum systemic rival" betrachtet. Eng an die NATO gebunden werden Japan, Südkorea, Singapur, Neuseeland und Australien. "Looking out to 2030, NATO must provide a position of security and strength to contribute to Allies’ relations with China and guard against any attempts by Beijing to employ coercion against them"
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#23
".....Das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) warnt vor einer zunehmenden Bedrohung durch den Machtanspruch und die neuen militärischen Fähigkeiten von China und Russland. Ziel Pekings sei die „Absicherung der wirtschaftlichen Entwicklung und Gestaltung internationaler Ordnung entlang eigener Interessen“, heißt es in einem internen Planungspapier des BMVg, das WELT AM SONNTAG vorliegt...."

https://www.welt.de/politik/ausland/arti...China.html
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