Theorie einer Territorialmiliz
#1
Theorie einer Territorialmiliz (Widerstandsarmee) am Beispiel Schweiz:
http://www.widerstandsarmee.ch

Und am Beispiel Australien:
https://aconcernedpatriot.wordpress.com/...erve-force

Eine Militärkultur braucht zuerst ein Milieu. Zur Milieubildung könnten die beiden Beispiele interessante Denkanstöße sein. Oder um es neumodisch auszudrücken: Zwei inspirierende Beispiele!
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#2
Das von dir als Millieu bezeichnete sozialkulturelle Umfeld bedarf aber des Fundamentes einer entsprechenden zivilen sozialkulturellen Grundströmung in der ganzen Gesellschaft, zumindest in einer Mehrheit derselben. Und genau da hakt es bei vielen Ländern aus. Insbesondere in der Bundesrepublik sehe ich nicht im Ansatz die für ein solches Konzept notwendigen sozialkulturellen Grundlagen, ganz im Gegenteil.

Die derzeitige sozialkulturelle Grundströmung in der Bundesrepublik verunmöglicht meiner Meinung nach nicht nur ein solches Konzept, siie stellt ganz allgemein die tatsächliche Kampfkraft selbst einer reinen Berufsarmee stark in Frage. Die Kultur einer Gesellschaft aber "von oben" ausreichend abzuändern ist nur innerhalb bestimmter enger Grenzen möglich. Die Grundlagen (die Grundströmung) müssen im Prinzip schon mehrheitlich in die gedachte Richtung gehen.

Die Auffassung eines bewaffneten Staatsbürgers welcher sich tatsächlich mit seinem Staat identifziert und bereit ist für diesen tatsächlich organisierte Gewalt anzuwenden kann nicht durch einen diffusen Grundgesetz-Pseudopatriotismus erzeugt werden, der als einziger Ideeler Wert hierzulande noch zugestanden wird. Das ist zu abstrakt, zu weit weg von der realen Natur der Mehrheit der Menschen - wie sie nun einmal sind. Ohne zeitnahe und extrem dramatische Umbrüche der aktuellen Lebenswirklichkeit wird sich daran in der Bundesrepublik meiner Einschätzung nach auch nichts mehr ändern / ändern lassen.
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#3
Im obigen Beispiel Australien geht der Artikel Autor vom selben Hemmnis aus und befürwortet deshalb einen sang- und klanglosen Aufwuchs, sozusagen an der nervösen öffentlichen Wahrnehmung vorbei.
Deshalb auch die Reduzierung auf Trupp- und Gruppenebene.
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#4
Der scheint zu viel in der Denkschrift: Size is not the only Problem gelesen zu haben. Aber mal ernsthaft: es spielt gar keine Rolle ob irgendwelche Begeisterten in kleinen Gruppen an die Seite irgendwelcher Streitkräfte treten: wenn der Gros der Gesellschaft die Idee einer solchen Miliz schon aus kulturellen Gründen nicht mitträgt, ist der Nutzen fragwürdig, in jedem Fall aber minimal. Die Kampfkraft der sich daraus real ergebenden (Klein)Verbände ist einfach militärisch irrelevant und umso irrelevanter wenn die Bevölkerung sie nicht mitträgt oder sie sogar rundheraus ablehnt.

Der vom Autor genannte Fall von Zypern (Colonel George Grivas) hinkt im Vergleich mehr als alles andere, da es sich in Bezug auf die Frage der Kultur und der zivilen Unterstützung völlig konträr dazu verhält wie es heute ist.

Unabhängig davon ist Size is not the only Problem eine wirklich nette kleine Abhandlung:

https://apps.dtic.mil/dtic/tr/fulltext/u2/a225438.pdf

Als deutsches Werk welches etliche Denkanstöße in eine solche Richtung beinhaltet möchte ich zudem an dieser Stelle:

Gefechtsfeld Mitteleuropa: Gefahr der Übertechnisierung von Streitkräften von Uhle-Wettler empfehlen.
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#5

(05.10.2020, 21:29)Quintus Fabius schrieb: Unabhängig davon ist Size is not the only Problem eine wirklich nette kleine Abhandlung:

https://apps.dtic.mil/dtic/tr/fulltext/u2/a225438.pdf

Als deutsches Werk welches etliche Denkanstöße in eine solche Richtung beinhaltet möchte ich zudem an dieser Stelle:

Gefechtsfeld Mitteleuropa: Gefahr der Übertechnisierung von Streitkräften von Uhle-Wettler empfehlen.

Fast ein bisschen mit Stolz stelle ich fest, daß ich beides schon früh gelesen habe. :-D
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#6
(05.10.2020, 21:29)Quintus Fabius schrieb: Der scheint zu viel in der Denkschrift: Size is not the only Problem gelesen zu haben. Aber mal ernsthaft: es spielt gar keine Rolle ob irgendwelche Begeisterten in kleinen Gruppen an die Seite irgendwelcher Streitkräfte treten: wenn der Gros der Gesellschaft die Idee einer solchen Miliz schon aus kulturellen Gründen nicht mitträgt, ist der Nutzen fragwürdig, in jedem Fall aber minimal. Die Kampfkraft der sich daraus real ergebenden (Klein)Verbände ist einfach militärisch irrelevant und umso irrelevanter wenn die Bevölkerung sie nicht mitträgt oder sie sogar rundheraus ablehnt.

Der vom Autor genannte Fall von Zypern (Colonel George Grivas) hinkt im Vergleich mehr als alles andere, da es sich in Bezug auf die Frage der Kultur und der zivilen Unterstützung völlig konträr dazu verhält wie es heute ist.

Unabhängig davon ist Size is not the only Problem eine wirklich nette kleine Abhandlung:

https://apps.dtic.mil/dtic/tr/fulltext/u2/a225438.pdf

Als deutsches Werk welches etliche Denkanstöße in eine solche Richtung beinhaltet möchte ich zudem an dieser Stelle:

Gefechtsfeld Mitteleuropa: Gefahr der Übertechnisierung von Streitkräften von Uhle-Wettler empfehlen.

In den sogenannten Kampfgruppen der DDR hat auch nicht jeder Bürger mitgemacht. Trotzdem wären sie in einem Konfliktfall sicherlich nützlich gewesen.
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#7
Solche Kräfte sind natürlich nicht unterschiedslos zu voll ausgebildeten Kräften. Da keine Armee seine Truppe schnell mal aufstocken kann (zu aufwendig, insonderheit ausbildungstechnisch), sind "vorgebildete" Gruppen ein erhebliches Startkapital. Solche Gruppen wären sofort einzubinden, schnell ausbildungstechnisch aufgewertet und befreien hochwertig ausgebildete reguläre Truppen ohne Umschweife von Wach- und Sicherungsaufgaben. Der größte Wert liegt nicht im Status Quo, sondern im Status Post.
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