Weiße Flotte
#1
Hallo ich möchte das folgende Thema mal zur Diskussion stellen:

https://ukdefencejournal.org.uk/new-brit...-proposed/

Ich persönlich fände es wirklich gut, wenn die Bundesrepublik Deutschland ebenfalls solche Schiffe anschaffen und betreiben würde. Diese könnten, neben ihren eigentlichen vielfälltigen und nützlichen Funktionen als solche, natürlich auch ausgezeichnet als Botschafter in weiß agieren. Interessant finde ich auch, wie die Britten diese Schiffe finanzeren.
Einem Mitglied im Weltsicherheitsrat, wenn auch nur immer wieder auf Zeit, stände eine solche Weiße Flotte gut zu Gesicht.

Was denkt ihr darüber? Gibt es evtl. sogar Pläne / Information darüber?

Vielen Dank.
Zitieren
#2
Wäre das nicht mit den "Batalion Mariniers" kompatibel, bzw. genau die wohl in Friedenszeit meist genutzte Fähigkeit?
Zitieren
#3
(13.01.2019, 19:53)NRKS schrieb: Wäre das nicht mit den "Batalion Mariniers" kompatibel, bzw. genau die wohl in Friedenszeit meist genutzte Fähigkeit?
NRKS, da stimme ich dir zu. Hilfs- uhd Rettungsaktionen gehören zum definierten Aufgabenspektrum. Meiner Ansicht nach fehlen Deutschland dazu allerdings die Mittel. Ich kenne kein Schiff (none NGO!) das dazu wirklich primär ausgerüstet wäre. Spanien z. Bsp. ist uns an der Stelle eine gutes Stück voraus.

https://de.wikipedia.org/wiki/Esperanza_del_Mar
https://de.wikipedia.org/wiki/Juan_de_la_Cosa_(Schiff)

Da es sich um reine Hospitalschiffe handelt unterliegen sie auch dem Schutz der Genfer Konvention. Die deutschen EGV mit einem mitgeführten Marineeinsatzrettungszentrum (MERZ) unterliegen diesem Schutz nicht. Laut Wikipedia verfügt die Bundeswehr auch nur über ein solches Modul.

Interessant finde ich auch die aktivitäten der https://www.globaldefence.net/archiv/def...gebrochen/

Frage an die Gruppe gibt es in Deutschland eine Planung die über MERZ hinausgeht?
Zitieren
#4
MERZ Nachfolger, genannt glaube MERZ-I. In der neuen ESuT ist ein kleinerer Artikel darüber gewesen. Melde mich morgen nochmal. Ist aufjedenfall fester verbunden (trotzdem abnehmbar) mit dem Schiff und spart deswegen Platz und Gewicht. Sonst vergleichbar. Entwicklung wurde vorgezogen, da das zweite MERZ ja bei einem Lagerbrand vernichtet wurde.
Zitieren
#5
Welchen konkreten politischen Nutzen gibt es denn für den Betrieb von solchen "humanitären Hilfsschiffen" bei den Marinen, die entsprechende Einheiten besitzen/einsetzen?
a) eigenes Territorium oder territoriale Verpflichtungen (bspw. ehemalige Kolonien) in Übersee
b) Unterstützung eigener außenpolitischer Ziele (regionale Machtentfaltung, Stationierungsrechte, etc.)

Beides trifft auf die Bundesrepublik als Einzelnation nicht zu. Insofern bleibt nur der tatsächliche humanitäre Gedanke hinter dem Betrieb als Begründung für eine Beschaffung, allerdings sehe ich keinen Grund, warum dies in Form eines nationalen Alleingangs geschehen sollte? Im Gegenteil ist eine multinationale Struktur für derartiges viel besser geeignet, noch dazu, wenn sie eingebettet ist das Ausbildungswesen der beteiligten Nationen.
Zitieren
#6
(20.01.2019, 13:09)Helios schrieb: Welchen konkreten politischen Nutzen gibt es denn für den Betrieb von solchen "humanitären Hilfsschiffen" bei den Marinen, die entsprechende Einheiten besitzen/einsetzen?
a) eigenes Territorium oder territoriale Verpflichtungen (bspw. ehemalige Kolonien) in Übersee
b) Unterstützung eigener außenpolitischer Ziele (regionale Machtentfaltung, Stationierungsrechte, etc.)

Beides trifft auf die Bundesrepublik als Einzelnation nicht zu. Insofern bleibt nur der tatsächliche humanitäre Gedanke hinter dem Betrieb als Begründung für eine Beschaffung, allerdings sehe ich keinen Grund, warum dies in Form eines nationalen Alleingangs geschehen sollte? Im Gegenteil ist eine multinationale Struktur für derartiges viel besser geeignet, noch dazu, wenn sie eingebettet ist das Ausbildungswesen der beteiligten Nationen.

Helios,
da stimme ich dir vollkommen zu. Es sollte eine EU Initiative dazu geben. Internationale Organisationen bekommen so etwas hin, die EU nicht.
http://skipsfarts-forum.net/index.php?th...mercy.470/

Das Trauerspiel im Mittelmeer (Aquarius und co.) ist für mich alles andere als ein Ruhmesblatt einer in diesen Bereichen uneinigen und in Teilen handlungsunfähigen EU. Wenn man sich mal auf den Seiten von Mercy-Ships (nur als Beispiel gedacht , ich bin weder Mitglied dieser Organiation noch möchte ich her dafür Werbung machen) stehen sehr konkrete Ziele und Pläne.

Zitat zum Einsatz in Sierra Leone von der Home Page Mercy-Ships:
".... Am 27. Februar dockte die Africa Mercy im Hafen von Freetown, Sierra Leone an. Sie wurde von Vertretern der Regierung, lokaler Partner und von Mercy Ships Mitarbeitern begeistert willkommen geheißen. Während der nächsten zehn Monate wird von dem hochmodernen Hospitalschiff aus den Ärmsten der Armen in diesem Land unentgeltlich medizinische spezialchirurgische Hilfe angeboten werden. Diese Projekte verbindet Mercy Ships mit nachhaltigen Weiterbildungsmaßnahmen für Ärzte, Krankenschwestern und anderen Mitarbeitern im Gesundheitswesen von Sierra Leone.

Mercy Ships folgt mit diesem erneuten Besuch einer Einladung des Präsidenten Ernest Bai Koroma. In Freetown wird die Africa Mercy bis Ende November diesen Jahres bleiben. Es ist der fünfte Aufenthalt eines Mercy Ship in dem Westafrikanischen Land seit 1993. Die sorgfältige Programmplanung wurde mit dem aktuellen Fünfjahresplan für das nationale Gesundheitswesen des Landes abgestimmt. ...." Zitat Ende.

Das ist für mich nachhaltige Entwicklungshilfe. Auch ein wichtiger, wenn auch vielleicht kleiner Beitrag, die weltweiten Flüchtlingsströme einzudämmen.

Uns würden solche Maßnahmen bei unseren Partner besonders in Afrika gut zu Gesicht stehen - Einflußmöglichkeiten schaffen.
Zitieren
#7
Ich verweise noch mal auf den Artikel von Dr. Sebastian Bruns
A Call for an EU Auxiliary Navy – under German Leadership

http://cimsec.org/a-call-for-an-eu-auxil...ship/22385

March 1, 2016 hier unter Deutsche Marine #1547 #1548

dazu äußerte er auch folgendes:

Bei der F125 hätte das Geld viel besser investiert werden müssen. Die F125 eignete sich auch sehr gut für die Idee einer EU-Flotte für sekundäre Marineaufgaben, doch --- sie ersetzen ja alle acht F122 und müssen zumindest bis zum Zulauf von MKS180 und einer wie auch immer gearteten Fregatte 126 einen Strang im Rückenmark der Deutschen Marine bilden, ob wir das wünschen oder nicht. Vermutlich wird die Zukunft ohnehin aber darin liegen, weg vom Klassendenken zu kommen und eher in Linien zu arbeiten, d.h. mit Modulen zwecks Skalierbarkeit. Das ist natürlich noch ein ferner Traum. Den Luxus, nur eine Marine für niedere Aufgaben vorzuhalten (und damit auf AAW, ASW, ASuW weitgehend zu verzichten), haben wir nicht.
Zitieren


Gehe zu: