Multiresistente Keime oder - seinen eigenen Henker wählen
#1
...das tun eigentlich alle Bürger, die irgendeine etablierte oder fast-etablierte Partei wählen. Warum? Keine, auch nicht die AFD möchte Antibiotika in der Landwirtschaft (nahezu) komplett verbieten. Warum? Dann müsste man ja die Tiere so halten, dass sie nicht ständig krank werden, weil die Bedingungen unwürdig sind. Dann könnte man nicht mehr Fleisch für 50 Cent im ALDI kaufen und sich das jeden Tag zehn mal reinstopfen bis man so fett ist, dass man nicht mehr durch die Tür passt.

http://www.n-tv.de/wissen/Amerikanerin- ... 91226.html

Zitat:Zum ersten Mal wird in den USA ein multiresistentes Bakterium entdeckt. Der Erreger, den eine 49 Jahre alte Frau in sich trägt, ist immun gegen alle bisher bekannten Antibiotika.

Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen könnten laut einer britischen Studie weltweit künftig etwa zehn Millionen Menschen pro Jahr an resistenten Erregern sterben. Bereits heute kämen 700.000 Menschen pro Jahr durch Infektionen mit resistenten Keimen ums Leben. Bis zum Jahr 2050 könne sich diese Zahl mehr als verzehnfachen.

Gehört das ins Feld "Politik"? Ja, unbedingt. Es ist bekannt, dass diese Praktiken auch heute schon Wahnsinn sind - dennoch bleiben sie erlaubt. Der Nanny-Staat kümmert sich darum, dass du brav deinen Vitaminsaft trinkst - aber da, wo es drauf ankommt - da tut er nichts.
Zitieren
#2
MIt Verbot von Antibiotika wäre es doch alleine nicht getan. Dann müsste auch die Einfuhr von solchem Fleisch verboten werden bzw. generell von Fleisch, weil es ja überhaupt nicht nachprüfbar wäre, ob Antibiotika eingesetzt wurden. Als Mitglied der EU also generell nicht machbar. Der erste Schritt wäre also die EU zu verlassen und das wiederum würde wenn überhaupt (mit Volksabstimmung) nur die AfD machen.
Zitieren
#3
Nicht ganz.
In der Landwirtschaft geht der Einsatz Aktuell doch merklich konstant zurück.
Es ist aber nur ein Part bei dieser Sache. Der andere Part sind Krankenhäuser und besonders Ambulante Übertragungen. Hier im besonderen Kinderärzte usw. Auch der Einsatz daheim und vieles mehr welche hier Probleme machen.

Die einzige Partei welche hier doch etwas härter Agiert sind die Grünen. Es gibt da nun einmal viele Vorbehalte oder jeder möchte "sein Fleisch" haben auf dem Teller. Ökologische Landwirtschaft ist nun mal für viele nicht Vorstellbar das es für alle "reicht".

In erster Linie sollte sich jeder immer die Hände waschen wenn er nach hause kommt, auf einer öffentlichen Toilette ist, im Krankenhaus usw. Und zwar mit Seife und Schaum gründlich.
Das mit den Tieren kann auch mit beeinflusst werden wenn weniger Fleisch und dazu Bio eingekauft wird. Mit Bio ist hier gemeint nach EU Norm. Ich meine also nicht "Bioland" usw. Das wäre nochmals teurer. Da ist die EU Norm für Bio schon eher "Ökologische Landwirtschaft" was schon viel bringen würde wenn jedes Stück Fleisch hier nach dieser EU Norm "erzeugt" wird.

Das ist um die 35 bis 40% teurer. Dafür aber deutlich besser auch in dieser Thematik.

PS: Die EU zu verlassen wäre in dieser Sache zu weit her geholt. Das Siegel EU Norm oder ÖKO sowieso kann auch bei Einfuhr aus Russland Bedingung sein. Die Kontrolle muss halt nur Ausgeweitet werden. Das kostet zwar aber ist machbar.
Zitieren
#4
triangolum schrieb:Es gibt da nun einmal viele Vorbehalte oder jeder möchte "sein Fleisch" haben auf dem Teller. Ökologische Landwirtschaft ist nun mal für viele nicht Vorstellbar das es für alle "reicht".

Man muss auch nicht jeden Tag Fleisch essen. Und das sage ich als jemand, der noch nie bei irgendeinem Vegetarier Hype mitgemacht hat. Nicht mal für einen Monat.

Die öffentliche Meinung ist aber nicht in Stein gemeißelt:
Mit entsprechenden Kampagnen kann man die Leute schon so weit sensibiliseren und aufklären, dass sie einer entsprechenden Besteuerung nicht mehr rebellisch gegenüber stünden. Wer also als Landwirt egal ob groß oder klein entsprechend unwürdig produziert, dem würde ich 300% Strafsteuer auferlegen. Zusätzlich kann man auch Warnhinweise wie "Gefährdet ihre Gesundheit" auf den Produkten anbringen lassen. Fertig. Den Rest regelt der Markt.

Und das ist ja keine Lappalie. Wer sich mal ein bischen über die Vor-Antibotika-Zeit schlau macht und welcher Schrecken teils herrschte (Stichwort Pest, Tuberkulose usw.), dem dürfte klar sein, welcher Wahnsinn hier drohen kann.
Zitieren
#5
Man kann ganz problemlos jeden Tag (hochwertiges) Fleisch essen. So mache ich das beispielsweise. Das heißt nur ganz einfach: dass die Fleischmenge welche man dann isst pro Essen / Portion deutlich geringer ausfällt und dass man insgesamt weniger isst - womit sich auch zugleich das Problem Übergewicht etc von selbst löst.

Ich kann hier nur voll und ganz zustimmen: die Entwicklung von neuen Keimen in der Landwirtschaft ist eine der größten sich anbahnenden Katastrophen und es ist jedem egal, weil die Dummheit und Kurzsichtigkeit der Menschen unfassbar groß sind.

Primär werden Antibiotika in der Zucht ja nicht einmal dafür eingesetzt dass die Tiere gesund werden wenn sie krank sind, sondern vor allem auch um mehr Masse damit in kürzerer Zeit zu erzeugen.

Das ganze reicht aber noch weiter: So gut wie gar keine Beachtung finden Pflanzenkrankheiten welche zunehmend gegen alles immun sind und sich massiv auf unsere Nutzpflanzen ausbreiten könnten.

Man denke an die Irische Kartoffelpest und ihre Folgen um sich die Folgen einer globalen Pflanzen-Pandemie vorzustellen. Meiner Meinung nach liegt in diesem völlig unbeachteten Feld der Pflanzenkrankheiten ein noch viel größeres Risiko als in den Keimen welche bei der Tierzucht entstehen.

In den letzten 100 Jahren sind zudem über 75 % aller Nutzpflanzenarten ausgestorben und damit die genetische Vielfalt drastisch beschränkt worden. Diese Ausrottung von alten Pflanzenarten aus wirtschafftlichen Gründen führt dazu, dass in den Supermärkten / Discountern im Endeffekt einige wenige Pflanzenarten alles dominieren und alle die exakt gleichen Pflanzen essen. Im Falle einer entsprechenden Krankheit wird dass dann schnell zur Hungerkatastrophe.

Auch bei Tieren dasselbe um den Kreis wieder zu schließen: so viele alte Tierrassen sind ausgestorben, welche keine Medikamente / Antibiotika brauchten, robust und genügsam waren. Dieser Schwund an genetischer Vielfalt ist ebenso eine Katastrophe und erhöht noch weiter die Gefahr welche multiresistente Keime mit sich bringen, weil er die Ausbreitung und weitere Entwicklung dieser Keime noch weiter fördert und beschleunigt.
Zitieren
#6
Und wie soll das gewünschte bitte im Rahmen der EU funktionieren?

Ich bin absolut kein Freund der aktuellen Landwirtschaft und Tierhaltung, aber ... Ihr malt zwar den Teufel an die Wand, aber irgendwann würde es diese multiresistenten Keime sowieso geben, nur eben später. Die Menschheit kann dieser Umstand jedenfalls nicht gefährden, da diese Keime primär nur alte und immunschwache Personen treffen werden. Ein normal funktionierendes Immunsystem dürfte im Regelfall spielend mit diesen Keimen fertig werden. Ich bezweifle auch stark, dass die Antibiotika-Reste im Fleisch diese Keime verursachen. Dieser Umstand hat maximal einen geringen Anteil daran. Viel problematischer ist, dass stets und ständig Antibiotika, meist auf Patientenwunsch, verschrieben werden, obwohl dies gar nicht nötig ist. Wobei viele Ärzte dies inzwischen auch verweigern. Die meisten bakteriellen Infektionen können vom Immunsystem ohne Probleme besiegt werden. Dazu gehört aber auch Bettruhe und vorallem Fieber, welches ja heutzutage gerne sofort gesenkt wird, weil man sich dadurch müde und schlecht fühlt, anstatt das Fieber seine Arbeit machen zu lassen. Das innere Feuer ist eigentlich ein Geschenk der Natur, aber viele sind eben zu blöd um dies zu würdigen.
Zitieren
#7
Ja, bei vielen Sachen sind solche Mittel nicht zwingend nötig.
Nein, es trifft auch völlig normale Menschen.
Es ist zwar richtig das eine Konditionierung immer schneller steigt um so mehr Antibiotika verwendet wird aber es kann im Krankenhaus ganz schnell auch jüngere Menschen treffen wenn diese gerade eine andere Sache haben.

Die Rückstände in Tieren haben auch andere Nebenwirkungen wie Hormon Eingriffe, Gifte und Toxine und vieles mehr. Zumal es bei Tieren nicht anders ist wie beim Menschen. Mehr solcher Mitrel bedeutet mehr Probleme im Margen. Daher sollte jeder nur das nötigste an diesen Mitteln nehmen.
Also nicht 7 Tage durchziehen. Das hindert nicht an Mutation aber Schädigt nur immens das eigene Immunsystem wie auch die Darmflora und damit wiederum die eigene Abwehrkraft.

In der Landwirtschaft werden meist auch nur große Betriebe mit Meldepflicht belegt.
Ein Beispiel : Nehmen wir den Landkreis Barnim, dieser liegt Nördlich von Berlin.
3649 Nutztierbetriebe im LK
- mit Hobbyhaltung 6000
-, nur 16 davon sind Meldepflichtig bei Antibiotika

Dazu müssen die Landwirte einen hohrn Aufwand betreiben zum Eintragen und Pflegen der Datenbank.

Der Krankenhaus MRSA
- ab 60+ plus bestimmte Vorbelastungen wie chronische Lungenerkrankungen
- näher an Berlin (Buch), höheres Risiko
(Ballungsräumen)
- MSRA Rate seit einiger Zeit stabil

Der CA MRSA
Ambulante Behandlungen
(Schmierspuren Übertragungen)

- sehr junge Opfer
- sozial ärmere Schichten

- Pneumonie
- Sepsis
- Haut Weichteile Infektion
- schwer
- legt Immunsystem lahm


Der LA MRSA betrifft...

- Mastbetriebe
- Hunde
- Katzen
- Pferd

- hält sich beim Mensch nicht so einfach
- wer viel im Mastbetrieb Arbeitet hat es aber fast sicher

- 80% der Schweine hat das
- Screnning bei Aufnahme im Krankenhaus ist fast schon Pflicht um die drei MSRA Stämme zu ermitteln

Wir könnten das noch etwas weiter Ausführen. Aber das sollte als Überblick reichen.
Es gibt noch bei Geburtskliniken und Schwangeren eine besondere Art usw.

Multiresisstenzen bedeutet nicht Automatisch kritisch. Liegt keine Erkrankung vor welche das Immunsystem belastet oder ist es geschwächt so kann der Körper damit fast immer umgehen. Aber das bedeutet nicht keine Erkrankungen oder Beeinträchtigungen. Und ist erst mal ein Stamm da wird es im Alter kritisch.
Zitieren
#8
Quintus Fabius schrieb:...
In den letzten 100 Jahren sind zudem über 75 % aller Nutzpflanzenarten ausgestorben und damit die genetische Vielfalt drastisch beschränkt worden. Diese Ausrottung von alten Pflanzenarten aus wirtschafftlichen Gründen führt dazu, dass in den Supermärkten / Discountern im Endeffekt einige wenige Pflanzenarten alles dominieren und alle die exakt gleichen Pflanzen essen. Im Falle einer entsprechenden Krankheit wird dass dann schnell zur Hungerkatastrophe.
Auch bei Tieren dasselbe um den Kreis wieder zu schließen: so viele alte Tierrassen sind ausgestorben, welche keine Medikamente / Antibiotika brauchten, robust und genügsam waren. Dieser Schwund an genetischer Vielfalt ist ebenso eine Katastrophe und erhöht noch weiter die Gefahr welche multiresistente Keime mit sich bringen, weil er die Ausbreitung und weitere Entwicklung dieser Keime noch weiter fördert und beschleunigt.

Gut zu sehen, dass jemand das Prinzip der genetischen Reserve und der selbstorganisierten Kritikalität verstanden hat. Es geht bei der Erhaltung alter Sorten nicht nur um Krankheiten, auch andere Stressfaktoren wie Klimaänderungen oder die Notwendigkeit, bisher ungenutzte Flächen nutzbar zu machen zählen zu den Gründen. Optimierung und Spezialisierung mit der Folge immer höherer Ausbeuten führen in Sackgassen immer höherer Empfindlichkeit, je länger und intensiver der Optimierungsprozess anhält, desto größer wird eine kommende Katastrophe.
Zitieren
#9
Ein relativ aktueller Fall: https://www.welt.de/vermischtes/article1...n-tot.html

Anstatt weniegr Antibiotika zu verwenden, werden allerdings immer stärkere entwickelt
Zitieren
#10
(31.01.2017, 12:51)AndreHe schrieb: Ein relativ aktueller Fall: https://www.welt.de/vermischtes/article1...n-tot.html

Anstatt weniegr Antibiotika zu verwenden, werden allerdings immer stärkere entwickelt

Man kann eben nicht alles mit Wissenschaft lösen. Irgenwann geht der Wissenschaft die Luft aus und die Natur reguliert sich wieder von selbst. Im Übrigen muss die Frau schon sehr sehr krank und immunschwach gewesen sein, wenn sie am genannten Keim gestorben ist.
Zitieren
#11
Zitat:Recherchen von NDR, WDR, SZ

Tödliche Supererreger aus Pharmafabriken?

Rund um Fabriken in Indien, wo fast alle großen Pharmakonzerne produzieren lassen, sind große Mengen an Antibiotika in der Umwelt. So entstehen gefährliche, resistente Erreger, die sich global ausbreiten. Das zeigen Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung". [...]

Der Fluss Musi, der sich mitten durch die indische Millionenmetropole Hyderabad schlängelt, ist ganz augenscheinlich hochgradig verseucht. Hier fließt der Dreck der Stadt zusammen. Müll, Fäkalien, Haushaltsabwässer. Zudem führt eine Pipeline zum Musi - aus dem Industriegebiet im Norden der Stadt. Dort produzieren Dutzende Pharmafabriken Medikamente für die ganze Welt. [...]

Reporter des NDR sind mit Unterstützung von Wissenschaftlern dem Verdacht nachgegangen, dass die Pharmaunternehmen Abwässer in die Umwelt leiten. Ein mögliches Motiv: im harten, globalen Wettbewerb günstiger produzieren zu können. Denn die Aufbereitung von Resten aus der Herstellung von Medikamenten ist extrem aufwändig und teuer. [...]

Die Proben wurden anschließend vom Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) in Nürnberg auf Rückstände von insgesamt 25 verschiedenen Medikamenten untersucht. Die Ergebnisse nähren den Verdacht.

Denn tatsächlich fanden die Wissenschaftler Antibiotika sowie auch Pilzmedikamente in den Gewässern. Die Konzentrationen lagen teils hundertfach oder gar mehrere Tausend Mal über vorgeschlagenen Grenzwerten für die jeweiligen Substanzen. Der renommierte, schwedische Umweltpharmakologe Joakim Larsson sagt, viele der gemessenen Werte seien so hoch, dass es keine andere vernünftige Erklärung dafür gebe als Industrieabwässer. [...]

Der Leiter des IBMP, Fritz Sörgel, spricht von einer "Zeitbombe". Denn wenn Antibiotika in die Umwelt gelangen, entwickeln Bakterien, die dort leben, Abwehrmechanismen gegen die Mittel. Sie werden also resistent und breiten sich verstärkt aus, da sie gegenüber anderen Bakterien einen Überlebensvorteil haben.

Es sei noch viel schlimmer als erwartet, sagt Christoph Lübbert. Im mikrobiologischen Institut seines Klinikums wiesen die Forscher in allen Proben gefährliche, multiresistente Erreger nach. Dies sei sehr beängstigend, so Lübbert - auch, weil die Bakterien nicht vor Ort bleiben, sondern sich ausbreiten.
http://www.tagesschau.de/ausland/antibiotika-113.html

Schneemann.
Zitieren


Gehe zu: