Zukunft der B-Waffen
#1
Zitat:Das sagt doch nichts über deren Gefährlichkeit oder Dosierbarkeit aus. Etwas Natürliches kann viel gefährlicher sein als etwas Chemisches (künstlich Verändertes/Zusammengesetztes).

Hier gebe ich dir absolut recht. Biologische Kampfstoffe (wie Viren z.B) sind wesentlich gefährlicher. Was aber beide Kampfstoffe gemeinsam haben ist, dass man sie nicht lokal begrenzen kann (und bei B-Waffen noch mal viel schlimmer).
Und das schlimme an diesen BC-Waffen ist, dass Terroristen sich sehr leicht mit der nötigen Kenntnis solche Waffen herstellen können. Dafür benötigen sie nur einen willigen Chemiker, oder Biologen. Wie solche BC-Waffen wirken und wie man sich diese braut lernen Medizinstudenten, Chemiker und Biologen teilweise bereits im Grundstudium! Daher geht bspw. von solchen Waffen ein viel größeres Risiko aus, als wie zum bsp. der Bau einer schmutzigen Bombe. Siehe damals Japan wo in der Metro ein chemischer Terroranschlag verübt wurde. Bei biologischen Waffen sieht es da in der Herstellung wieder ein wenig komplizierter aus. Hier kann man nicht so leicht hingehen und sich was zusammenbrauen. Ein Erreger (Grippe) müßte erst isoliert und durch bestimmte Methoden mutiert werden. Diese werden dann wieder isoliert und müssen dann verbreitet werden. So etwas von gefährlich sag ich nur!
Daher sieht man an der Forderung von QF das er sich in keiner einzigen Sekunde seines Lebens mit den Mechanismen und der Wirkung solch verachtender Waffen auseinandergesetzt hat. Denn dann müßte er erkennen das dies der absolute und uneingeschränkter Murks ist was er schreibt. Und dann noch alles auf den Punkt der Wirtschaftlichkeit abzuwälzen. Er weiß doch garnicht was chemische und biologische Waffen kosten. Die Herstellung von biologischen Waffen ist bspw. sehr teuer. Die Isolationsverfahren für die Herstellung usw. kosten extrem viel. Die Labors haben die höchsten Sicherheitsstufen und sind ebenfalls extrem teuer usw. !
Also ich sage es nochmals. Diese Option kommt nicht in Frage! Und gerade der russische Einsatz von chemischen Kampfstoffen (hier in diesem Fall Narkosegas) in dem Theater in Moskau haben deutlich gezeigt das dieser Ansatz nicht beherrschbar ist und der Schuss gewaltig nach hinten losgegangen ist.
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#2
Ot @Widemasta

Nicht, das ich biologische Kampfstoffe lieben oder befürworten würde, aber ihre Herstellung und Verbreitung ist leider recht einfach und billig. Mutieren lassen musst du manches Kruppzeug garnicht erst.Pocken, Pest, Typhus, Cholera, alles schon da, und einiges davon bei weitem nicht nur in Hochsicherheitslabors, wobei selbst das für Staaten kein Problem wäre. Alles Heilbar und nicht annähernd hundertprozent tödlich, sicher, aber teilweise so ansteckend und bei uns gleichzeitig so unbekannt, das eine ordentliche Epedemie zumindest die Immunsysteme des Westens, die bei jeder zweiten Niesattacke Antibiotika bekommen, da selbst nicht viel gegen leisten würden. Und in der dritten Welt widerum ist die medizinische Infrastruktur zu schlecht. Wenn man so einen Erreger erstmal hat, dann braucht man bloß einen feuchten, warmen Ort und genügend Nährboden zum heranzüchten, und zur Verbreitung die Möglichkeit, infizierte Wirte auf einigen Messen, Bahnhöfen und internationalen Flughäfen rumlaufen zu lassen. Ist eine Krankheit erstmal irgendwo eingeschleppt, dann wird man sie kaum mehr los, desshalb sind z.B. einige Kreuzfahrtanbieter -wenn auch recht erfolglos- dazu übergegangen, von ihren Gästen Informationen über den Gesundheitszustand zu verlangen...
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#3
WideMasta:

Zitat: Bei biologischen Waffen sieht es da in der Herstellung wieder ein wenig komplizierter aus. Hier kann man nicht so leicht hingehen und sich was zusammenbrauen. Ein Erreger (Grippe) müßte erst isoliert und durch bestimmte Methoden mutiert werden.

Für eine terroristische Anwendung ist eine weitgehende Modifikation der Waffe nicht notwendig. Und die Herstellung von beispielsweise Milzbrandsporen oder an der B/C Grenze von Botulinsutoxin ist nicht sonderlich schwierig.

Alle notwendigen Indigrenzien kann man heute einkaufen, da es die gleichen sind, die man auch für Erzeugung harmloser Erreger benötig und die daher frei im Handel gekauft werden können. Und Proben gefährlicher Erreger wiederum kann man sich in bestimmten Ländern einfach so von privaten Firmen liefern lassen.

Angesichts der nachgerade zu verblüffenden Leichtigkeit, mit der man einfache B-Waffen herstellen kann erstaunt es mich immer wieder, dass solche Waffen noch nicht durch Terroristen eingesetzt wurden. Ende 2001 gab es ja beispielsweise eine sehr begrenzte Serie von Anschlägen mit Anthrax in den USA, und allein die Folgekosten dieser sehr begrenzten Angriffe waren gigantisch, insbesondere im Vergleich zu den marginalen Kosten der Waffe selbst. Daraus lässt sich leicht extrapolieren, wie es sich dann bei einem massiven B-Waffen Angriff verhalten würde.

Und daraus lässt sich zwingend nur ableiten, dass es keine Frage des Ob, sondern nur des Wann ist, wann eine Terrorgruppe zu diesen Waffen greift. Die zwingende Schlußfolgerung ist daraus für mich, dass wir eher vorgestern als gestern ein massives Zivilschutzprogramm ins Leben rufen müssten und unsere B-Abwehr erheblich ausbauen müssten. Im Gegensatz zum allgemeinen Glauben dass B-Waffen irgendwie automatisch der Weltuntergang sind, könnte man nämlich die Folgen durchaus begrenzen - wenn man es kann!

Zitat: Und gerade der russische Einsatz von chemischen Kampfstoffen (hier in diesem Fall Narkosegas) in dem Theater in Moskau haben deutlich gezeigt das dieser Ansatz nicht beherrschbar ist und der Schuss gewaltig nach hinten losgegangen ist.

Man kann die gleichen Dinge natürlich immer völlig verschieden interpretieren. Beispielsweise sehe ich den Einsatz in Moskau als einen immensen Erfolg an und einen klaren Beleg für die Überlegenheit von C-Waffen gegenüber einem konventionellen Vorgehen in vielen Fällen.

Man kann aber natürlich umgekehrt dies alles auch als grundnegativ verdammen. Dieses moralische Unbehagen ändert aber nichts an der praktischen Brauchbarkeit von B-Waffen und deshalb erstaunt es mich seit Jahren, dass es immer noch zu keinem Einsatz solcher Waffen gekommen ist.

Zitat:Er weiß doch garnicht was chemische und biologische Waffen kosten. Die Herstellung von biologischen Waffen ist bspw. sehr teuer.

Die Wirkung einer Operation gegen die Zivilbevölkerung mittels A-Waffen im Wert von 200 Millionen Dollar (Vollkosten) lässt sich mit chemischen Waffen bereits für 80 Millionen Dollar realisieren und mittels B-Waffen für gerade mal 10 Millionen Dollar. Quelle ist eine US Studie: Proliferation of Weapons of Mass Destruction: Assessing the Risks. Office of Technology Assessment von 1993, Seite 11.

Die Kosten von B-Waffen hängen nun vor allem mit dem Typ zusammen. Elaborierte ethnogenetische Waffen anzustreben welche gezielt Menschen mit bestimmten Allelen beeinträchtigen oder töten, ist natürlich immens teuer und aufwendig. Primitive B-Waffen sind hingegen zum Teil extrem günstig, die günstigste Massenvernichtungswaffe die überhaupt verfügbar ist (von der immensen psychologischen Wirkung noch ganz zu schweigen).

Anbei: an dieser Stelle würde mich deine Meinung und dein Wissen bezüglich ethnischer B-Waffen sehr interessieren!
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#4
WideMasta:

Ein anderes (teures) B-Waffen Konzept ist der Ansatz, mittels B-Waffen gezielt die Bioregulatoren des menschlichen Körpers anzugreifen und in einer gewünschten Weise zu beeinflussen. Das sind Proteine die Körperfunktionen regeln, wie den Schlafbedarf, Gefühle, Bewußtsein etc. Ein Angriff aus selbige kann diverse Wirkungen haben, beispielsweise: Depressionen, Hallzunationen, extreme Schmerzen, heftige Angst oder extreme Müdigkeit etc

Auch hierzu würde mich deine Meinung sehr interessieren.
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