Tiefsee- und Meeresforschung
#1
Aus aktuellem Anlaß - siehe Artikel - dachte ich mir, wäre ein eigener Strang hier im allgemeinen Bereich zum Thema "Tiefsee- und Meeresforschung" sicherlich interessant. Zwar handelt es sich nun im aktuellen Fall um eine deutsche Initiative, aber da auch andere Staaten in großem Umfang Tiefseeforschung betreiben, schien es mir sinnvoller, das Thema nicht in einen Länderstrang zu verorten, sondern hier.

Da zudem die Tiefsee (d. h. Gebiete des Meeres, die unter 1.000 m Wassertiefe liegen) unseres Planeten - immerhin rund zwei Drittel bis ca. 75% der Meeresfläche weltweit - eines der am wenigsten erforschten Bereiche des "Ökosystems Erde" ist (vor allem schlicht bedingt durch die Schwierigkeiten der Forschung in solchen Tiefen) und zugleich das Interesse an dieser Sphäre, nicht zuletzt auch durch manchen Rohstoffgedanken, in den nächsten Jahren mutmaßlich auch wachsen wird, dürfte zudem ein eigener Strang zu diesem Thema doch Sinn ergeben.

Nun wird heute eine neues deutsches Tiefseeforschungsschiff getauft...
Zitat:Bundeskanzlerin tauft neues Forschungsschiff

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tauft heute in Rostock-Warnemünde das Forschungsschiff "Sonne". Das kündigte die Meyer Werft in Papenburg an, wo das Forschungsschiff gebaut worden ist. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) werden zu der Schiffstaufe erwartet. [...] Die rund 116 Meter lange "Sonne" soll vor allem die Tiefsee des Pazifischen und des Indischen Ozeans erforschen. [...]

Nachdem das neue Forschungsschiff technische und nautische See-Erprobungen erfolgreich absolviert hatte, ist es seit Ende Juni in Warnemünde. Dort erhält es letzte Ausrüstungsteile und durchläuft weitere Tests. Heimathafen der "Sonne" wird Wilhelmshaven. Dort wird sie im November an die Wissenschaft übergeben und der Öffentlichkeit präsentiert. 2015 wird sie ein dann 46 Jahre altes Forschungsschiff gleichen Namens ablösen.

http://www.ndr.de/nachrichten/Bundeskan ... ff130.html

Schneemann.
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#2
Schneemann schrieb:Aus aktuellem Anlaß - siehe Artikel - dachte ich mir, wäre ein eigener Strang hier im allgemeinen Bereich zum Thema "Tiefsee- und Meeresforschung" sicherlich interessant.
...
Schneemann.
Sehr gut !!!! Big Grin
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#3
Die Meldung ist nun genau genommen schon etwas älter - zwei Monate etwa (vom 11. Mai d. J.) -, aber ich habe sie derweilen durch Zufall entdeckt und dachte, sie wäre hier auch gut aufgehoben. Zeigt sie doch auch die Aktivitäten anderer Staaten in der Tiefseeforschung - und die Risiken...
Zitat:Drama am Meeresgrund: Hightech-Tauchboot bei Tiefsee-Einsatz zerstört

"Nereus" war einer der modernsten Tiefseeroboter der Welt - und ist nun unwiederbringlich verloren. Bei einem Einsatz vor Neuseeland ist das Tauchboot in knapp zehn Kilometer Wassertiefe zerstört worden. Der genaue Grund ist noch unklar. [...]

Am 31. Mai 2009 war das fast drei Tonnen schwere Forschungsgerät im Challengertief des Marianengrabens bis auf 10.902 Meter Tiefe hinabgesunken. Dort lastete weit mehr als eine Tonne auf jedem Quadratzentimeter der Keramikhülle des Tauchboots. Nun sind die mörderischen Kräfte tief unten in den Ozeanen der erst 2008 gebauten "Nereus" offenbar zum Verhängnis geworden. Die Woods Hole Oceanographic Institution erklärte, der Tauchroboter, der seinen Namen einem griechischen Meeresgott verdankt, sei am Freitag im südwestlichen Pazifik bei einer Tauchfahrt zerstört worden. Das Ganze sei bei Forschungsarbeiten im Kermadecgraben vor Neuseeland passiert, in knapp zehn Kilometern Wassertiefe. [...] Die "Nereus" operierte auf ihrer letzten Fahrt von Bord des US-Forschungsschiffs "Thomas G. Thompson".
http://www.spiegel.de/wissenschaft/tech ... 68755.html

Schbneemann.
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#4
Zitat:Meeresforscher bauen Spitzenstellung aus

Bohren in der Erdgeschichte

In der Unterwasserforschung genießt Bremen eine internationale Spitzenstellung. Die wird nach Ansicht des MARUM-Instituts jetzt noch einmal gestärkt – mit einem neuen Bohrer, der bis zu einer Tiefe von 2700 Metern im Meer einsetzbar ist – auch um die Erdgeschichte weiter zu erforschen. Mit dem neuen „MARUM-MeBo200“ können die marinen Umweltwissenschaftler künftig noch tiefer in die Erdvergangenheit bohren. [...] Im Oktober wird das System mit seinen sieben 20-Fuß-Containern zum ersten Mal mit dem neuen deutschen Forschungsschiff „Sonne“ vor Helgoland erprobt. [...]

Die Wissenschaftler können das mobile Bohrgerät ferngesteuert von Deck aus bis in Wassertiefen von 2700 Metern hinab lassen. Dabei landet der Riesenbohrer auf dem Meeresboden mit ausgefahrenen Tellerbeinen wie eine Mondlandefähre. [...] Der neue Bohrer kann beispielsweise auch Gashydrate in seinen Kernen aufnehmen und diese mit bis zu 200 Bar Druck der Tiefsee einkapseln.
http://www.weser-kurier.de/bremen_artik ... 04125.html

Schneemann.
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#5
Könnte auch hier hinein passen, da im Beitrag angegeben wird, dass die deutschen Bestrebungen auf der Suche nach Rohstoffen in Tiefen von bis zu 3.000 m oder evtl. darüber hinaus ausgreifen, womit wir also klar in der Tiefsee wären...
Zitat:Rohstoffsuche am Meeresboden: Deutschland steckt Claims im Indischen Ozean ab

Bergbau auf dem Meeresgrund: Nach Informationen des SPIEGEL will Deutschland im Indischen Ozean nach wertvollen Mineralien suchen. Es soll sich um die metallreichsten Felder handeln, die je entdeckt wurden. [...] Nach SPIEGEL-Informationen will die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) mit Sitz in Hannover den Meeresboden im Indischen Ozean südöstlich von Madagaskar nach wertvollen Mineralien in einer Tiefe von etwa 3000 Metern absuchen. [...] Die Genehmigung zur Exploration von Metallvorkommen wurde am 21. Juli von der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) mit Sitz in Jamaika erteilt. In dem betreffenden Gebiet "haben einige Felder einen Kupfergehalt von 24 Prozent, das sind damit die höchsten Metallanreicherungen, die bisher vom Meeresboden bekannt sind", sagt Ulrich Schwarz-Schampera von der BGR [...].

"Wir werden ein 10.000 Quadratkilometer großes Gebiet im Indischen Ozean erkunden, fünf Tagesreisen südöstlich von Madagaskar", sagt Schwarz-Schampera: "In etwa 3000 Meter Tiefe existieren dort sogenannte Schwarze Raucher. Aus diesen teils 400 Grad heißen Vulkanquellen am Meeresgrund treten schwarze Wolken aus Mineralien aus, die auf verborgene Erzlager hinweisen können." [...] Im Wirtschaftsministerium feiert man die Explorationslizenz als großen Erfolg: "Für Deutschland ist der internationale Tiefseebergbau unter wirtschaftlichen Aspekten doppelt interessant", sagt Uwe Beckmeyer, der Koordinator für die maritime Wirtschaft im Bundeswirtschaftsministerium: "Erstens kann er zur Versorgungssicherheit Deutschlands mit Hochtechnologierohstoffen langfristig beitragen. Zweitens eröffnet er interessante Marktchancen für deutsche Hersteller von innovativer, umweltverträglicher Meerestechnologie. Vor allem deutsche Mittelständler haben hier umfangreiches Know-how und nehmen technologisch einen Spitzenplatz ein."
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 84124.html

Schneemann.
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#6
ich stelle das auch mal hier rein:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... seoartikel
Zitat:Ausgestorbene Giganten: Spuren von Rieseneisbergen in der Arktis entdeckt

Frank Rödel/ AWI

Sie waren ungefähr dreimal höher als der Berliner Fernsehturm - Forscher haben die Spuren riesiger Eisberge am Nordpol entdeckt. Selbst die aus heutiger Sicht größten Eisberge reichen nicht annähernd an die Giganten heran.

Dienstag, 05.08.2014 – 16:32 Uhr

Riesige Furchen von Eisbergen haben deutsche Forscher am Meeresboden des Hovgaard Rücken in der Arktis entdeckt. Die Furchen in einer Meerestiefe von 1,2 Kilometern sind demnach die tiefsten bisher in der Arktis gefundenen - und keineswegs frisch: Die riesigen Eisberge schrammten irgendwann in den letzten 800.000 Jahren über den Meeresboden zwischen Grönland und Spitzbergen.
...

Die nun entdeckten Furchen seien bis zu vier Kilometer lang und 15 Meter tief, berichtet das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.

"Wenn Eisberge auf Grund laufen, hinterlassen sie auf dem Meeresboden Furchen, die je nach Ausdehnung und Lage über lange Zeiträume bestehen bleiben können", erklärt Jan Erik Arndt vom AWI. Die Entdeckung der Forscher geht auf Daten zurück, die das Forschungsschiff "Polarstern" bereits 1990 gesammelt hatte. Erst durch eine verbesserte Technik konnten die Wissenschaftler die Werte nun genauer auswerten und entdeckten dabei zufällig die Furchen.

Wo kamen die Riesen her?
...
also - ich vermute mal: Eiszeit, gewaltige Gletschermassen in der Arktis .... aber zugleich auch niedrigerer Meeresspiegel (Wasser im Eis gebunden), so dass der Eisberg nicht zwangsläufig über 1 km unter die Wasseroberfläche gereicht hat
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#7
Zunächst mal ein wissenschaftlicher Aspekt...
Zitat:Extrem seltene Aufnahmen

Im Video: Forscher entdecken faszinierende Tiefsee-Kreatur

Ein US-Forscherteam hat eine extrem seltene Tiefsee-Tierart entdeckt und mit einem Tauchroboter beeindruckende Video-Aufnahmen gemacht. Das mysteriöse Tier in der Tiefe setzt sich aus dutzenden einzelnen Individuen zusammen. Einem amerikanischen Forschungsschiff sind extrem seltene Aufnahmen einer Tiefsee-Kreatur gelungen, die sich in totaler Finsternis am Meeresgrund aufhält. Mit einem ferngesteuerten Tauchroboter filmten die Wissenschaftler der Nautilus Live Expedition eine sogenannte Staatsqualle – ein Tier dessen Sichtung bei den Forschern große Begeisterung auslöste.

Staatsquallen sind freischwimmende Tierstöcke, die sich aus vielen einzelnen Polypen und Medusen zusammensetzen. [...] Da sich die Tiere als Einzelgänger und in der Dunkelheit der Tiefsee bewegen, sind sie besonders schwer aufzuspüren - entsprechend groß war die Freude beim Expeditionsteam.
http://www.focus.de/wissen/videos/extre ... 39143.html

Ferner ein wirtschaftlicher bzw. Energie-technischer Sachverhalt...
Zitat:Tiefsee-Gasfeld im Südchinesischen Meer entdeckt

Chinas größtes Förderunternehmen von der Küste vorgelagertem Öl und Gas, die CNOOC, gab am Montag bekannt, dass "CNOOC 981", die erste Tiefsee-Bohrinsel des Landes, im Südchinesischen Meer ein Tiefsee-Gasfeld entdeckt habe. Das Gasfeld "Lingshui 17-2" liege rund 150 Kilometer südlich der Insel Hainan, in der östlichen Lingshui-Senke des Qiongdongnan-Beckens, so das Unternehmen in einer Erklärung.

Es handelt sich um ein "ultradeepwater" Gasfeld, das in einer durchschnittlichen Betriebswassertiefe von 1.500 Metern liegt. [...] Xie Yuhong, ein Manager der CNOOC, sagte, dass die Quelle etwa 56,5 Millionen Kubikfuß Gas pro Tag liefere, was etwa 9.400 Barrel Öl entspreche und somit den höchsten täglichen Ertrag aller bisherigen CNOOC-Gasquellen während der Testphase darstelle.

http://german.china.org.cn/business/txt ... 535853.htm

Schneemann.
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#8
Neuerlich scheint man in der Tiefsee ein evtl. vielversprechendes Gasfeld entdeckt zu haben, es trägt den Namen "Leopard 1" [sic!] und liegt vor der Küste von Gabun in einer Tiefe von über 2.000 m (insgesamt über 5.000 m bis zur Lagerstätte). Die Meldung stammt aus der dritten Oktoberwoche:
Zitat:Shell Finds Gas in Leopard-1 Well, Gabon

Shell announced a frontier exploration discovery offshore Gabon, West Africa. The well Leopard-1 encountered a substantial gas column with around 200 metres net gas pay in a pre-salt reservoir.

Leopard-1 is located around 145 kilometres off the Gabonese coast, west of Gamba. It was drilled in water 2,110 metres deep to a total vertical depth of 5,063 metres. Shell and partners are planning to undertake an appraisal programme to further determine the resource volumes. [...] Leopard-1 was drilled in license BCD10, operated by Shell (75%). Second partner in the venture is CNOOC Limited (25%).
http://subseaworldnews.com/2014/10/22/s ... ell-gabon/

Schneemann.
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#9
Immer wieder interessant, was so alles beiläufig "mal auftaucht"...
Zitat:Lebendes Fossil

Fischer fangen Monster aus Tiefsee mit 300 Zähnen

In Australien ist Fischern ein seltsames Wesen ins Netz gegangen: Ein schlangenartiger, fast zwei Meter langer Hai aus der Tiefsee. Erst Biologen konnten das Rätsel dieses Seemonsters lösen. Es sieht aus wie ein Zwitterwesen. Der Kopf könnte von der Form her von einer Schlange stammen, der fast zwei Meter lange Körper mit der grau-braunen Haut dagegen von einem Hai. [...]

Die Fischer waren nahe dem Urlaubsort Lakes Entrance unterwegs, um dort in etwa 1100 Meter Tiefe Seebarsche und Doktorfische zu fangen. Schließlich brachte die Crew das Tier an Land, um es näher bestimmen zu lassen. "Wir konnten aber niemanden finden, der so etwas schon einmal gesehen hat", sagte auch Simon Boag. "Es sah aus wie irgendetwas Prähistorisches. Wie aus einer anderen Zeit."

Also wurden Biologen der australischen Wissenschaftsbehörde CSIRO hinzugezogen. Bei einer Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich um ein äußerst seltenes Tier handelt – und zwar um einen Kragenhai, der auch als lebendes Fossil bezeichnet wird. Der Name leitet sich von seinen Kiemenspalten ab. [...] Fossile belegen aber, dass er bereits vor 95 Millionen Jahren auf der Erde existierte. Normalerweise kommt der Kragenhai in kälteren Gewässern vor, zum Beispiel vor Japan, dort soll er in einer Tiefe von mehr als 1200 Meter am Meeresboden leben.
http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... ehnen.html

Schneemann.
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#10
Trotz aller technischer Schwierigkeiten scheint der Ansturm auf Rohstoffvorkommen in der Tiefsee (und damit meine ich nicht nur Öl und Gas) bzw. scheinen die Planungen zu solchen Vorhaben in vollem Gange zu sein. Wenn man sich indessen anschaut, welche ökologischen Folgen v. a. aber z. B. der Mineralabbau (etwa Gold und Kupfer) an der Oberfläche hatte, so ist geboten, die Augen und Ohren offen zu halten - die möglichen Folgen solcher Tiefseeexplorationen könnten ja schließlich "unter viel Wasser" lange Zeit verborgen bleiben...
Zitat:Tagebau in der Tiefsee

Die kanadische Firma Nautilus Minerals will ab Anfang 2018 Erz vom Pazifikgrund fördern. Die Umweltfolgen sind unklar. Schon bald will die kanadische Firma Nautilus Minerals die erste Tiefseemine der Welt eröffnen. Das berichtet das Magazin Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 4/2015 [...].

Vor Papua-Neuguinea haben sich Massivsulfide aus Schwefel, Kupfer, Gold, Silber und Zinn in fast 2000 Meter Tiefe an den vielen heißen Quellen, den Schwarzen Rauchern, abgelagert. Nautilus hat mittlerweile sämtliche Vorbereitungen für die Erz-Ernte getroffen: Es besitzt die Schürfrechte für das als Solwara 1 bezeichnete Areal, verfügt über eine weitgehend fertige Abbautechnik und unterzeichnete im November vorigen Jahres eine Vereinbarung über Bau und Charter eines Versorgungsschiffs. „Wir rechnen Ende 2017 mit der Auslieferung“, sagt Nautilus-Chef Mike Johnston. Anfang 2018 soll der Abbau beginnen.

Die Mine in der Bismarcksee wäre eine technische Meisterleistung. Obwohl enormer Druck und Finsternis die Arbeit in der Tiefsee erschweren, sollen die Abbaugeräte stattliche 1,8 Millionen Tonnen Erz pro Jahr fördern – mit dieser Menge ließe sich ein Bundesligastadion halb füllen. Die britische Spezialfirma Soil Machine Dynamics (SMD) hat die Maschinen entwickelt. Läuft alles plangemäß, dürfte Nautilus die auf 450 Millionen Dollar taxierten Gesamtkosten des Projekts schnell wieder einspielen: Der Marktwert der Solwara-1-Metalle wird auf bis zu drei Milliarden Dollar geschätzt. [...]

„Der Run auf die Metalle der Tiefsee hat begonnen“, sagt Thomas Kuhn, Experte für maritime Rohstoffe der deutschen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover. Die Internationale Meeresbodenbehörde IMB in Jamaika hat insgesamt schon 27 Explorationslizenzen vergeben, unter anderem an Hightech-Nationen wie Australien, China, Frankreich, Russland oder Südkorea.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 81336.html

Schneemann.
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#11
Die Biozönose der Tiefsee ist noch weitestgehend unbekannt. Wir können die Risiken von Eingriffen überhaupt nicht abschätzen - und wissen auch nicht, was zerstört würde.
http://www.senckenberg.de/files/content ... tuerka.pdf

Punktuelle Untersuchungen vor Angola haben eine hohe Dichte von Lebewesen gezeigt - deutlich höher, als überhaupt erwartet wurde.
Das müsste erst umfassend erforscht werden, bevor man sich an solche großindustrielle Zerstörungen macht.
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#12
Zitat:Biologie

Funde aus der Tiefsee erklären Puzzle des Lebens

An heißen Quellen am Meeresgrund haben Forscher erstaunliche Organismen gefunden. Sie passen nicht in die normale Klassifizierung der Lebewesen, verraten aber viel über die Entstehung höheren Lebens. [...] So berichten Wissenschaftler nun, dass sie in den Tiefen des Meeres ein Lebewesen aufgespürt haben, das ein völlig neues Licht auf die Entstehung höherer Lebensformen wirft. [...]

In Nature stellen die Forscher Lokiarchaeota vor. Diese Organismen leben in 3000 Meter Tiefe im Ozean zwischen Norwegen und Grönland. [...] Was sie so besonders macht, erklärt das Team um Anja Spang von der Uppsala-Universität im Fachjournal "Nature".

Lebewesen werden normalerweise in drei Gruppen aufgeteilt: in Archäen, Bakterien (zusammen werden sie Prokaryoten genannt) und Eukaryoten. Die ersten beiden Gruppen sind Zellen, die keinen Zellkern besitzen. Ihre genetische Information ist in der gesamten Zelle verteilt, sie sind vergleichsweise einfach aufgebaut. Eukaryoten haben hingegen einen Zellkern, in dem sich das Erbgut befindet. Alle höheren Pflanzen und Tiere, auch der Mensch, gehören in diese Gruppe der Lebewesen, ihre Zellen sind sehr komplex aufgebaut. [...]

Bei den Lokiarchaeota aber hat eine Genanalyse nun gezeigt, dass sie weder den Pro- noch den Eukaryoten eindeutig zugeordnet werden können. Sie besitzen zwar keinen Zellkern, dafür aber Eiweiße, die bislang nur bei Eukaryoten gefunden worden sind. Das Instrumentarium für komplexe Zellen ist bei ihnen in großen Teilen vorhanden. [...] Möglicherweise sind sie ein "missing link" zwischen den einfacheren und den komplexen Zellen. Damit stützt der Fund die Theorie, dass die Eukaryoten aus den Prokaryoten hervorgegangen sind und sich nicht eigenständig entwickelt haben.
http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/ ... ebens.html

Schneemann.
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#13
Während im Südpolarmeer man eine neue Art der Symbiose in der Tiefsee ausmachen konnte...
Zitat:Bizarre Kreaturen

Yeti-Krabben züchten Bakterien auf ihrem Bauch

Meeresbiologen haben in der antarktischen Tiefsee ein einzigartiges Ökosystem entdeckt: An Tiefseeschloten, aus denen Wasser strömt, das heißer als geschmolzenes Blei ist, wimmelt es von Leben.

Für die Meeresbiologen war es eine ganz besondere Entdeckung: Sie hatten sogenannte Yeti-Krabben – neben anderen skurrilen Geschöpfen – mit einem U-Boot bereits im Jahr 2012 am East Scotia Ridge entdeckt, einem ozeanischen Rücken im Südpolarmeer. Aus den meterhohen Schloten, sogenannten Black Smokern (Schwarzen Rauchern), strömt rund 380 Grad heißes Wasser. [...]

Nun haben Forscher die Art erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Krebse züchten demnach Bakterien in einer Art Fell auf ihrem Bauch und haben verglichen mit ihren Verwandten im wärmeren Pazifik kurze Beine. Wissenschaftlich benannt wurden sie nach dem britischen Tiefseebiologen Paul Tyler: Kiwa tyleri. [...]

Die mineralstoffreichen Quellen in bis zu 2500 Meter Tiefe seien wahrscheinlich die einzige Option auf Nahrung für die Krebse, berichten die Forscher um Sven Thatje von der University of Southampton im Fachmagazin "Plos one". An den Schloten gedeihen demnach Bakterien, die von den Tieren gesammelt, im Bauchfell kultiviert und schließlich gefressen werden. Auf einem Quadratmeter Fläche können mehr als 700 Yeti-Krabben leben – einmal zählten die Wissenschaftler gar 4000. [...]

Yeti-Krabben gehören zu den Zehnfußkrebsen. Namensgeber war das Fabelwesen Yeti – wegen der hellen Färbung und der Behaarung der Tiere. Die kurzen Beine der antarktischen Art ermöglichten ihr, in der steilen und steinigen Umgebung der Unterwasserquellen zu siedeln, erläutern die Forscher.
http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/ ... Bauch.html

...macht man sich in Australien Gedanken über die Tiefsee-Korallenbänke in tasmanischen Gewässern; und wieder einmal steht die Klimaveränderung auch im Zentrum der Sorgen...
Zitat:Australia's deep-sea coral reefs could be dead within 50 years: CSIRO scientist

A group of scientists say establishing marine reserves is the cheapest and quickest option for mitigating the degradation of deep-sea coral reefs from climate change. The Marine Conservation Institute (MCI) was responding to concerns about the future of Australia's deep-sea reefs.

Among scientists involved in workshopping options to save the reef was the CSIRO's Dr Ron Thresher who warned reefs could disappear within 50 years if action is not taken. [...]

The group focused on the reefs of the Huon Commonwealth Marine Reserve off the coast of Tasmania. Dr Thresher said climate change was having a devastating impact on the reefs. [...]

The panel considered 17 different options including biological, engineering and regulatory changes but in the end agreed the best option was to protect these sites.
http://www.abc.net.au/news/2015-06-25/s ... fs/6571848

Schneemann.
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#14
Zitat:Tagebau in der Tiefsee

Die kanadische Firma Nautilus Minerals zeigt, wie weit Menschen für eine Handvoll Metalle zu gehen bereit sind: Ab Anfang 2018 will sie Erz vom Pazifikgrund fördern.

Ein gigantisches Raupenfahrzeug bewegt sich in völliger Dunkelheit langsam über den Boden. Sein mit Metallzähnen bestückter Bohr-Schneidkopf beseitigt Sediment und legt dabei Erz frei. Eine zweite Fräse baut den wertvollen Rohstoff ab und schiebt die Brocken zu Haufen zusammen. Ein Kollektor folgt den Maschinen, zermalmt die Bruchstücke zu einer Gesteinssuppe und pumpt sie zum Versorgungsschiff. [...]

Bisher zeigen nur Animationen im Internet, wie die drei Abbaumaschinen den Meeresgrund in der Tiefsee bearbeiten. Doch schon bald will die kanadische Firma Nautilus Minerals die Technik in der ersten Tiefseemine der Welt in der Bismarcksee vor Papua-Neuguinea einsetzen. Aus Schwefel, Kupfer, Gold, Silber und Zinn bestehende Massivsulfide haben sich hier in fast 2000 Meter Tiefe an den vielen heißen Quellen, den Schwarzen Rauchern, abgelagert. Diesen Schatz will Nautilus nun heben.
http://www.heise.de/tr/artikel/Tagebau- ... 39911.html

Schneemann.
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#15
Ein offenkundig noch junger Riesenkalmar, die Spezies lebt v. a. in Tiefseeregionen und taucht nur selten an der Oberfläche auf, wurde in Japan entdeckt. Ausgewachsene Exemplare dieses "Seeungeheuers", die zumeist aber nur als Kadaver gefunden wurden, können Längen von 12 bis 17 Meter erreichen...
Zitat:Besuch aus der Tiefsee

Riesenkalmar in japanischem Hafenbecken gesichtet

Seltener Besuch aus der Tiefsee: Ein Baby-Riesenkalmar hat sich in den Hafen einer japanischen Stadt verirrt und Forschern einen seltenen Blick auf das mysteriöse Lebewesen erlaubt. Auf veröffentlichten Fotos und Bildaufnahmen sind ganz klar Details zu erkennen. Obwohl offenbar noch sehr jung, hat der Riesenkalmar bereits eine Länge von vier Metern. [...]

Riesenkalmare kommen immer wieder tot in Fischernetzen an die Meeresoberfläche, lebende Exemplare unter Wasser werden extrem selten gesichtet.
http://www.n-tv.de/ticker/Riesenkalmar- ... 70416.html

Schneemann.
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