Volksturm 2014 oder Mobilmachung 2014
#31
Wobei ich mir auch bei der Bewaffnung ein Sammelsurium vorstelle weil genommen wird was von den Herstellern produziert wird und was noch eingelagert ist.
Selbst Zivile Halbautomatische Waffen wenn sie geeignet sind. ZB. Diverse HK Modelle oder AK Klone wie M10.
Pistolen aller Fabrikate bis auf Scheiben Waffen sowieso.
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#32
Grumli:

Ein strategischer Luftkrieg (der auch mit Raketen, Marschflugkörpern usw geführt wird), zielt nicht auf Einfamilienhäuser sondern primär auf: Verkehrsknotenpunkten Flughäfen, wichtigen Kraftwerke, Kommandozentralen usw. ein strategischer Luftkrieg Russlands gegen uns wäre insbesondere sinnvoll, weil solche Angriffe erhebliche Kräfte für die Verteidigung binden würden und weil wir dadurch besonders leicht getroffen und massiv geschädigt werden können. Ohne solche Angriffe würde Russland bspw binnem kurzen aus kriegswirtschaftlichen Gründen verlieren und schon daher muß es unsere Kriegswirtschaft noch bevor sie entsteht zerschlagen.

Und wenn hierzulande in großen Teilen für einige Wochen der Strom ausfällt (am besten noch im Winter) reicht dass vollkommen. Diese Gesellschaft ist viel labiler und anfälliger als du glaubst. Heizung, Trinkwasser usw, alles hängt an der Stromversorgung und die Leute haben weder Vorräte noch sind sie ansatzweise darauf vorbereitet. Deutschland ist bei einem großen Stromausfall schon jetzt nur 2 Wochen von einer Hungersnot entfernt, dass ist den meisten nicht mal im Ansatz klar. Die Folgen wären Binnenflüchtlinge im Bereich von hunderttausenden sein, Arbeitsverweigerung und massive zivile Unruhen sowie ein Zusammenbruch der Lebensmittelversorgung. Es fehlen in Deutschland auch jegliche Zivilschutzmaßnahmen. Unsere Vorbereitungen für eine massive Schädigung unserer zivilen Infrastruktur sind lächerlich.

Wir haben unsere zivilen Strukturen in Deutschland so errichtet, dass sie nicht redundant sind, dass sie schon bei geringen Störungen kollabieren und dass sie hochspezialisiert und damit sehr anfällig sind. Wir sind nicht im Ansatz autark genug, im Gegenteil. Überall ist dass was man in den Läden sieht dass was da ist (keine Lager mehr - alle Lager durch Just in Time Lieferung ersetzt). Alle Großstädte Deutschlands wären bei einer Zerstörung wesentlicher Teile unserer zivilen Infrastruktur innerhalb von 1 Woche nicht mehr beherrschbar und nicht mehr versorgbar.

Wir würden bei einer Zerstörung wesentlicher Teile unserer Infrastruktur schneller zivil zusammen brechen als Serbien.
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#33
Wollt mich eigentlich dem Thema enthalten... weil naja..

Aber du malst immer Szenarien Quintus...

Glaubste ernsthaft die Leute hier sind dumm und total unfähig oder die Gesellschaft ist ein absoluter Verein von Witzfiguren?

Nur weil nicht ständig jeder mit ner Deutschlandfahne rumrennt und die Leute nun mal besseres zu tun haben, als sich ständig auf die völlige Vernichtung durch Aliens (genau so liest sich nämlich einiges hier in diesem Thema) vorzubereiten, kannst du nicht davon ausgehen, dass ein Land wie Deutschland nicht im geringsten wehrfähig ist.

Dann diese Thesen, wie Russland würde durch strategische Angriffe die Infastruktur in Deutschland zerstören.
Wir haben eines der am dichtesten und (noch) besten Netze an Infrastruktur weltweit.

Ein Loch in der Kreuzung ist schnell so gestopft, dass LKW's wieder fahren können. Brücken sind schnell so geflickt, dass sie zumindest wieder befahrbar sind. Runterfallen kann man dann halt leichter... Blöd gelaufen... Gilt zumindest für 95% aller Brücken.
Ein zerstörter Bahnhof ist kein Weltuntergang. Löcher geflickt, Schienen drüber, weiter gehts. Selbige gilt für die Verladestationen. Usw. Es muss kriegstauglich sein, nicht tauglich für den Tourismus.

Für Russland gilt: Die Raketen müssen auch irgendwo herkommen, ihre Ziele treffen usw.. Ist auch alles andere als ein leichtes Unterfangen.

Fahr mal über die Autobahn. Es werden dir genug Abschnitte auffallen, bei denen man nur die Leitplanken entfernen muss und man hat nen kleinen Flugplatz. Die meisten Raststätten reichen für die Wartung von 1-4 Flugzeugen. Und diese hast du alle paar Kilometer.
Gegen konventionelle Angriffe reichen Einrichtungen wie das U-bahnnetz ja völlig aus für den kurzfristigen Schutz der Zivilbevölkerung. Einige Bunker aus dem kalten Krieg sind auch noch nutzbar. Gibt genug Areale unter den Städte die zum Schutz für einen relativ großen Teil der Bevölkerung ausreichen.

Wenn du mal Gelegenheit hast, sprich mal mit Leuten von den Stadtwerken von Städten, die ein U-bahnnetz haben. Die Areale alleine von diesen Einrichtungen haben teilweise ennorme Ausmaße. Relativ guter Schutz gegen konventionelle Angriffe.

Natürlich nicht atombombensicher. Diesen Fall wollen wir mal außer Acht lassen, da er sowieso relativ unwahrscheinlich ist in der momentanen Situation. Wie eigentlich jedes Szenario hier im Thema..



Um mal das gesellschaftliche Thema etwas in den Focus zu rücken:

Du stellst sofort den nationalen Zusammenhalt in Frage, obwohl zich Konflikte gezeigt haben, dass sich dieser innerhalb kürzester Zeit komplett ändern kann.
Du kannst die Ereignisse genau so wenig vorraußsehen, wie jeder andere hier.
Vorallem wird mal wohl kaum das Handtuch schmeißen, wenn man weis, dass Besatzung droht (In dem Fall die Russische). Außerdem was bringt Kapitulation? Deutschland bleibt weiter Schauplatz sofern sich die Nato nicht ergibt. Die anderen Truppen werden sich wohl kaum mitergeben. Man würde deshalb nicht um Deutschland herumfahren. Die Versorgung für Polen oder andere Oststaaten der Nato oder die russiche Armee auf ihrem Vormarsch würde trotzdem noch durch Deutschland laufen.Genug Grund, um in Deutschland trotzdem Krieg zu führen.
Wenn sich Frankreich oder GB ergeben, würde das einen Dominoeffekt auslösen, dann kann man gleich bis Madrid durchmaschieren. Wird niemals passieren. Niemals.

Des Weiteren ist es wohl sehr fraglich, ob russische Bodentruppen über Polen hinaus kommen würden. Alleine diese Tatsache halte ich für enorm fraglich.

Vorallem wenn es Gefechte im OHK sind, können wenige viel bewirken. Und mit feindlichen Städten unter feindlicher Kontrolle im Rücken, ist wohl ein Vorrücken über hunderte km kaum denkbar. Zumindest nicht mit 3-4 Korps.

Was den Durchhaltewillen der Menschen angeht:

Fahr mal in Gegenden, die wochen- und monatelang unter Hochwasser leiden. Ja du liest richtig, Hochwasser. Ich weis sehr wohl, dass es ein Vergleich ist, der in gewisser Weise hinkt.

Aber wenn du wirklich glaubst, dass die Menschen sofort das Handtuch werfen, nur weil sie ein bisschen Wohlstand verlieren, hast du dich gewaltig geirrt.
Es gibt ganze Städte, in denen ein nicht geringer Teil innerhalb kürzester Zeit alles verliert und ganze Stadtteile zerstört sind. Ist keine Übertreibung. Du kannst straßenweise Häuser abreißen. Wasser wird knapp und wird aufgekocht. Ironischerweise ist ja genug davon da, weil Hochwasser => Fluss. Nichts geht mehr. Kein Strom, warmes Essen ist auch sehr selten, kein Wohlstand. Der Tagesablauf? In der früh rauß 14 Stunden schippen, Steine schleppen, tot ins Bett fallen. Evtl. über Wochen. Wohlstand lange nicht in Sicht.. Und der Tagesablauf gilt für alle.

Wie du richtig anmerken würdest, es ist ne Naturkathastrophe und man hat keine Wahl. Die Hände von sich zu strecken, bringt nix. Das Wasser geht deshalb nicht schneller wieder weg.
Aber dennoch bleiben die Menschen und ziehen nicht weg. Es ist nicht das Haus, das Auto und das Geld für das sie kämpfen, sondern für ihr Lebenswerk. Und das ist alles andere als materiell. Viele lieben die Kultur, ihr Umfeld und das Fleckchen Erde auf dem sie wandeln. Und das geben sie nicht her. Erst recht nicht an eine Weltordnung, die der von einem Land wie Russlands entspricht.

Ich würde die Menschen nicht unterschätzen. Nur weil die Menschen weniger Werte wie Patriotismus pflegen, heißt es nicht, dass sie gar keine Werte haben für die sie kämpfen.

Du tust den Menschen dieses Landes gewaltig unrecht, wenn du sie auf diese Art und weise zu harmlose Kötern dekradierst, die bei der geringsten Gelgenheit die Pfoten von sich strecken.
Hunde beißen nämlich sehr wohl, wenn man sie in die Enge treibt.

Für das Szenario, das du hier malst, müsste jahrelange Rüstung auf der russischen Seite betrieben werden ohne jegliche Gegenmaßen der Nato. Tschuldigung für das harsche Wort. Aber sehr realitätsfern.

Hier in dem Thema wird schon unnötig viel "Angst" geschürt, dass der Bedrohungslage nicht im geringsten Gerecht wird.
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#34
hapy schrieb:Mich würde noch immer Intressieren ob die Industrie
in Europa überhaupt auf die Lage mit ihrer Produktion reagieren könnte?

Es wird wohl kaum eine Datenbank geben wo die Unternehmen und ihr Maschinenpark aufgeführt sind.
Dementsprechend muss man dann mit dem erstmal auskommen was da ist.
Eventuell könnte man dann den Ausstoß durch Rollende Woche und 24h Betrieb erhöhen.
Bei Handfeuerwaffen etc seh ich da keine Probleme.


Beim Rest wird es dann schon eher dunkel aber was bringt es wenn plötzlich täglich 2-3 Eurofighter gebaut werden? Dafür sind keine Piloten da.
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#35
Es wird nicht nur bei den Piloten eng. Woanders werden auch Spezialisten gebraucht.

Wir waren vom Szenario her soweit das wir nicht davon ausgehen das alles zusammen bricht.
Die Rusen stehen an der Polnischen Grenze.
Beide Armeen sind ausgeblutet.
Es wird verhandelt.

Jetzt geht es darum Truppen und Material zu ersetzen. Und auf Kriegswirtdchaft umzustellen.
Ja und die Lage/Versorgung der Bevölkerung stabil zu halten.
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#36
Woher kommt das eigentlich, dass alle davon ausgehen, dass die deutsche Gesellschaft bis zu dem Punkt entmilitarisiert ist, dass die Deutschen nicht mal mehr das eigene Land bzw. verbündete Nachbarländer verteidigen würden?

Ich sehe zwar keine große Begeisterung nach zwei verlorenen Weltkriegen dafür aus zweifelhaften Gründen Kriege vom Zaun zu brechen (Beispiel Irak, Lybien), aber Verteidigung ist wieder was ganz anderes.

Wie Blasrohr schon geschrieben hat:
Zitat:Nach kurzer Panik wird sich die Bevölkerung anpassen. Der Großteil verfällt in Schockstarre und macht nur noch, was ihm gesagt wird, weil das bei derartigem Terror das simpelste ist.

Da ich im KatS/ZS tätig bin, muss ich mir auch dauernd das Geseiere anhören, wie verweichlicht die deutsche Gesellschaft wär, dass sie sofort in Panik verfällt, ... .

Im Einsatz sieht es dann so aus, dass die meisten Betroffenen ihre Ärmel hochkrempeln und tun was nötig ist. Von Politik und den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben werden alle notwendigen und auch politisch unbequeme Maßnahmen ergriffen. Aus allen Winkeln der Republik strömen tausende Frewillige herbei.

Luftkrieg/Zivilschutz:
In den 90ern wurde einiges abgebaut, im Rahmen des Bevölkerungsschutzes/Katastrophenhilfe wird aber seit einigen Jahren wieder modernisiert, wiederaufgebaut und nachgerüstet.

Luftschutzbunker werden weiter abgebaut, sind aber auch heutzutage weniger von Bedeutung, da mit Einzelschäden zu rechnen ist. Auch im Kalten Krieg hatte man noch die Bilder vom Zweiten Weltkrieg vor Augen, es hat sich seitdem aber einiges an der Technik getan (gelenkte Munition, Bombenrechner, ...).

Nahrungsmittelvorräte in den Geschäften und zuhause sind natürlich begrenzt. Es gibt allerdings weiterhin eine Notfallreserven vom Bund (800.000 Tonnen). Weiterhin finden sich noch zahlreiche Feldküchen bei DRK, ABS, ... im Betreuungsdienst.

Stromausfall: Neben den 91 Fachgruppen Elektroversorgung des THW schaffen immer mehr Feuerwehren und Gemeinden Netzersatzanlagen/Stromerzeuger an. Krankenhäuser, Tankstellen, ... also Einrichtungen von öffentlichem Interesse können auch in solchen Fällen weiterhin mit Strom versorgt werden. Es wurden gerade in den letzten Jahren zahlreiche Gebäude mit Noteinspeisungen nachgerüstet.

Brücken: Es gibt weiterhin Lager der Bahn und des Bundes mit Notbrückenmaterial für Eisenbahn- und Straßenbrücken. Zudem gibt es vom THW 14 Fachgruppen Brückenbau mit Bailey/D-Brücken und 49 Fachhgruppen mit Pontons.

Da Katastrophenschutz Ländersache ist, kann es natürlich von Land zu Land unterschiedlich aussehen.

Es könnte natürlich im KatS/ZS (neumodisch: Bevölkerungsschutz) vieles besser sein, aber so apokalyptisch wie es QF darstellt ist es nicht.

@Luckyjack
Zitat:Beim Rest wird es dann schon eher dunkel aber was bringt es wenn plötzlich täglich 2-3 Eurofighter gebaut werden? Dafür sind keine Piloten da.
Die Luftwaffe hat mehr Piloten als Flugzeuge.
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#37
onto:

Ein sehr schöner Eintrag von dir! Gäbe es nur mehr wie dich!

Vorab:

Zitat:Des Weiteren ist es wohl sehr fraglich, ob russische Bodentruppen über Polen hinaus kommen würden. Alleine diese Tatsache halte ich für enorm fraglich.

Das Szenario hier ist ja reine Phantasie und ich teile deine Auffassung ausdrücklich, dass die Russen nicht mal durch Polen hindurch kämen (ich halte seit Jahren immer mehr von der polnischen Armee - dem Schild Europas !)

Aber jetzt mal abgesehen davon dass die Gründe (Krieg mit Russland) absolut unrealistisch sind, bin ich dennoch der Überzeugung, dass unsere Gesellschaft im speziellen nicht in der Lage ist, sich organisierter Gewalt entschlossen genug entgegen zu stellen.

Es wird natürlich immer eine Minderheit geben die trotzdem kämpft, aber die Mehrheit wird dies nicht tun bzw nicht mit ausreichender Motivation.

Im weiteren ist unsere Gesellschaft gegenüber größeren Störfällen gegenüber sehr labil. Da hilft auch der KatS nicht weiter. Es gibt dazu diverse Studien verschiedener Bundesämter in denen beispielsweise die Folgen eines größeren Stromausfalls klar dargelegt werden.

Das hat mit Apokalypse nichts zu tun und wäre auch nicht das erste Mal, dass eine Zivilgesellschaft bei einem bestimmten Schaden in eine Abwärtsspirale gerät. Die primäre Schwäche ist dabei unsere Abhängigkeit von der Energie.

Zitat:Du tust den Menschen dieses Landes gewaltig unrecht, wenn du sie auf diese Art und weise zu harmlose Kötern dekradierst, die bei der geringsten Gelgenheit die Pfoten von sich strecken.
Hunde beißen nämlich sehr wohl, wenn man sie in die Enge treibt.

Ich tue damit manchen Menschen Unrecht, wie bspw dir, aber die Mehrheit in diesem Land sind kein Hunde, dass sind Gazellen. Die rennen nur weg solange sie können, bis sie gerissen werden.

Zitat:Wie du richtig anmerken würdest, es ist ne Naturkathastrophe

So ist es. Und sie ist vom realen Schaden her ziemlich beschränkt im Vergleich zu einem Ausfall des Strom aufgrund eines militärischen Angriffs. Siehe Serbien!

Zitat:ahr mal in Gegenden, die wochen- und monatelang unter Hochwasser leiden.

Diese Gegenden kommen nur deshalb durch, die Menschen können nur deshalb dort verbleiben, weil sie von den Menschen aus nicht betroffenen Gebieten mitversorgt werden und weil die Energieversorgung nicht in einem größeren Gebiet ausfällt. Denn am Strom hängen die Lebensmittel, dass Trinkwasser, die Heizung usw usf

Zitat:Ich würde die Menschen nicht unterschätzen. Nur weil die Menschen weniger Werte wie Patriotismus pflegen, heißt es nicht, dass sie gar keine Werte haben für die sie kämpfen.

Dass sie bestimmte Werte haben (was ich nicht abstreite) heißt weder, dass sie für diese kämpfen werden, noch dies wollen, noch dass sie dafür kämpfen können.

Zitat:Du stellst sofort den nationalen Zusammenhalt in Frage, obwohl zich Konflikte gezeigt haben, dass sich dieser innerhalb kürzester Zeit komplett ändern kann.

Ich kann nicht in Frage stellen, was nicht existent ist.

Zitat:kannst du nicht davon ausgehen, dass ein Land wie Deutschland nicht im geringsten wehrfähig ist.

Die Wehrfähigkeit resultiert primär aus kulturellen und psychologischen Faktoren und nicht aus materiellen. Die "Deutschen" sind daher hier und heute nicht im Ansatz wehrfähig.

Materiell sind wir eine potentielle militärische Großmacht - psychologisch aber sind "wir" ein Haufen von Feiglingen, Pazifisten und kranken Individualisten. Heute gibt es keine Parteien mehr, es gibt nur noch Grüne!
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#38
parabellum:

Zitat:Aus allen Winkeln der Republik strömen tausende Frewillige herbei.

Ich war übrigens als freiwilliger beim Hochwasser in Bayern, meine Dienste (hab extra frei genommen dafür) wurden aber kaum gebraucht. Mit tausend Freiwilligen gewinnt man übrigens keinen Krieg.

Ein solches Hochwasser ist mit einem miliärischen Angriff zudem nicht im Ansatz zu vergleichen. Serbien zeigt schön auf, wie schnell strategische Bombardierungen eine Zivilgesellschaft komplettt lahmlegen können und die Serben sind sehr viel härter im Nehmen als die heutigen "Deutschen".

Zitat:Stromausfall: Neben den 91 Fachgruppen Elektroversorgung des THW schaffen immer mehr Feuerwehren und Gemeinden Netzersatzanlagen/Stromerzeuger an. Krankenhäuser, Tankstellen, ... also Einrichtungen von öffentlichem Interesse können auch in solchen Fällen weiterhin mit Strom versorgt werden. Es wurden gerade in den letzten Jahren zahlreiche Gebäude mit Noteinspeisungen nachgerüstet.

Wofür man Treibstoff für die Stromerzeugungsaggregate braucht. Du stellst dass ganze hier viel zu positiv dar. Vor allem wenn der Ausfall länger dauert (und mit länger meine ich länger als 1 Woche) klappt einfach alles zusammen. Sieh dir nur mal die Menge der real verfügbaren Lebensmittel an und wie schnell du hier eine Hungersnot damit hast. Noch mal abgesehen davon, dass keine Geldautomaten funktionieren, kein Internet, keine Heizung (Winter?!), kein Trinkwasser aus der Leitung kommt !

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/056/1705672.pdf

Zitat:14. Fazit
Die Folgenanalysen haben gezeigt, dass bereits nach wenigen Tagen im betroffenen Gebiet die flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit (lebens)notwendigen Gütern und Dienstleistungen nicht mehr sicherzustellen ist. Die öffentliche Sicherheit ist ge-
fährdet, der grundgesetzlich verankerten Schutzpflicht für Leib und Leben seiner Bürger kann der Staat nicht mehr gerecht werden. Damit verlöre er auch eine seiner wichtigsten Ressourcen – das Vertrauen seiner Bürger. Die Wahrscheinlichkeit eines langandauernden und das Gebiet mehrerer Bundesländer betreffenden Stromausfalls mag gering sein. Träte dieser Fall aber ein, kämen
die dadurch ausgelösten Folgen einer nationalen Katastrophe gleich. Diese wäre selbst durch eine Mobilisierung aller internen und externen Kräfte und Ressourcen nicht „beherrschbar“, allenfalls zu mildern. In historischer Perspektive mag zutreffen, dass sich das deutsche Hilfeleistungssystem auf Katastrophen gut vorbereitet hat, und es „nichts“ gab, was „nicht bewältigt wurde“ (Unger 2008, S. 100). Ob dies auch für die „Verbundkatastrophe“ eines Stromausfalls zutreffen wird, muss be-
zweifelt werden.

Fürs Wasserabkochen braucht man zumindest Holz: versorg mal eine Millonenstadt mit abgekochtem Wasser - dass Holz dafür gibt es nicht mal. Innerhalb 1 Woche stünde in Berlin kein Baum mehr, innerhalb von 2 Wochen auch angrenzend nicht mehr viel.

Anbei: nur mal aus dem Zusammenhang gerissen eine amüsante Sache: die strategischen Gasreserven Deutschlands sollen an Gazprom verkauft werden....

Zitat:aber so apokalyptisch wie es QF darstellt ist es nicht.

Apokalyptisch ist das falsche Wort, weil die Menschen ja weiter leben (wie von onto beschrieben).

Aber es ist durchaus so, dass die Existenz dieses Staates gefährdet ist und insbesondere dieser Staat nicht kriegsfähig ist!

Bist du nicht auch der Ansicht, dass die Zivilschutzmaßnahmen in Deutschland völlig unzureichend sind?!

Weißt du als KatS Mitarbeiter denn nicht, wie wenig (sic) Lebensmitel und Vorräte der "Deutsche" im Schnitt vorrätig hat? Anbei: ich bunkere seit Jahren Mittel zur Wasserdesinfizierung für mich und meine sämtlichen Nachbarn (ohne dass die das überhaupt wissen), weil diese Sheeple zumindest größtenteils noch ethnische Deutsche sind und irgend jemand daher ja für sie sorgen muss, wenn es soweit ist.

Zitat:Woher kommt das eigentlich, dass alle davon ausgehen, dass die deutsche Gesellschaft bis zu dem Punkt entmilitarisiert ist, dass die Deutschen nicht mal mehr das eigene Land bzw. verbündete Nachbarländer verteidigen würden?

Um auf den Anfang zurück zu kommen: bei einem Hochwasser kann man niemanden die Schuld geben (Naturereignis) - und der Staat ist der Retter, der den Betroffenen Entschädigungszahlungen leistet und hilft.

Bei einem Krieg wird man stattdessen dem Staat die Schuld geben (weil dieser den Krieg ja führt) und alles tun, damit es erst gar nicht dazu kommt. Der Staat ist dann der Bösewicht und der Druck der Gesellschaft die Sache zu Ende zu bringen gigantisch.

Wenn die Menschen erst zwei Wochen ohne Strom, ohne Trinkwasser und dann auch ohne Essen da sitzen, werden sie schlicht und einfach fliehen, plündern, brandschatzen, alles kurz und klein schlagen (siehe New Orleans und dort schon über Nacht!).

Es genügt zum Zusammenbruch schon wenig - weil wir so hochspezialisiert und gesellschaftlich hochkomplex strukturiert sind. Es genügt schon, dass eine ausreichend große Minderheit ihre Arbeit niederlegt und daheim bleibt ! (oder bleiben muss, weil keine Bahnen mehr fahren und die Pendler nicht zur Arbeit kommen)

Eine einfache Grippepandemie (oder eine entsprechende nichttödliche Biowaffe deren Einsatz man leugnet) genügt schon für eine Abwärtsspirale die dieser Staat nicht mehr in den Griff kriegen würde.

Und unsere eigene Regierung ist der Auffassung:

Zitat:Die Wahrscheinlichkeit eines langandauernden und das Gebiet mehrerer Bundesländer betreffenden Stromausfalls mag gering sein. Träte dieser Fall aber ein, kämen
die dadurch ausgelösten Folgen einer nationalen Katastrophe gleich. Diese wäre selbst durch eine Mobilisierung aller internen und externen Kräfte und Ressourcen nicht „beherrschbar“

Von der Frage ob die heutigen "Deutschen" sich psychisch organisierter Gewalt entgegen stellen könnten noch ganz zu schweigen. Mit tausenden Toten meinte ich übrigens da nicht Zivilisten sondern nur die Soldaten allein. Schon heute macht man aus lachhaften "Verlusten" ganz große Dramen und alle sind so was von traumatisiert wegen der paar Toten!

Kurz und einfach: aus eigener Anschauung bin ich der Überzeugung, dass selbst ein gros der Soldaten nicht wehrfähig ist, nicht bereit bis zum äußersten Gewalt anzuwenden und selbst zu ertragen. Nicht umsonst drehen sich immer mehr Übungen um Gefangenschaft und richiges Verhalten im Fall der Gefangenschaft etc etc statt die Soldaten dahin zu bringen, lieber bis zum Tod zu kämpfen!
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#39
@ PB

Kann es sein das du absolut keine Ahnung hast wovon du schreibst?

Noch mal abgesehen davon, dass keine Geldautomaten funktionieren, kein Internet, keine Heizung (Winter?!), kein Trinkwasser aus der Leitung kommt !

Interessant ist die Reihenfolge die du als überlebensnotwendig ansiehst.
Für das Letzte dass das Wichtigste ist gibt es z. B. das:
http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downl ... t-bbr.html

Und das Wasser brauchst du nicht erst abkochen. Und wie kommst du darauf das die Zivilgesellschaft nach nach ein bis zwei Kriegswochen schon zusammen klappt?
Das hat im zweiten Weltkrieg Jahre gedauert und würde jetzt auch Monate dauern, oder glaubst du wirklich Rußland kann die Art Bombenkrieg, den die Nato in Serbien geführt hat über Deutschland führen?
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#40
ede:

Die Reihenfolge ist völlig willkürlich und ohne irgendein Muster.

Die Trinkwassernotversorgung (zu der ich übrigens aktiv einen Teil beitragen werde) reicht für maximal 20% der deutschen Bevölkerung. Zwar kann man aus vielen Flüssen, Seen usw Wasser auch ohne Abkochen trinken, aber das bedingt, dass die Menschen auch dort sind, wo diese Wasserquellen sind und dass bedeutet Binnenflüchtlinge, also Bewegung zu diesen Wasserquellen hin.

Zitat:Und wie kommst du darauf das die Zivilgesellschaft nach nach ein bis zwei Kriegswochen schon zusammen klappt?

Weil ihr funktionieren zu abhängig von bestimmten Umständen ist, die dann sich ändern würden.

Zitat:Das hat im zweiten Weltkrieg Jahre gedauert

Damals und heute sind ganz verschiedene Zeiten, Umstände, Gesellschaften.

Zitat: oder glaubst du wirklich Rußland kann die Art Bombenkrieg, den die Nato in Serbien geführt hat über Deutschland führen?

Einen Zusammenbruch der Stromversorgung in einem Gros von Deutschland kann man sehr leicht und mit wenig Aufwand erreichen.
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#41
Zitat:Einen Zusammenbruch der Stromversorgung in einem Gros von Deutschland kann man sehr leicht und mit wenig Aufwand erreichen.

Wenn es so einfach währe, warum hat es noch keiner probiert?
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#42
Warum gab es noch keinen Anschlag mit chemischen Waffen auf das Oktoberfest in München, was höchst einfach zu bewerkstelligen wäre?! Warum gab es noch keinen größeren Anschlag mit Biowaffen?! Warum gab es noch keine schmutzige Bombe in Deutschland, wo allein in Osteuropa Tonnenweise radioaktives Material verschwunden ist?!

Es ist ganz allgemein erstaunlich, wie wenig passiert - im Vergleich zu dem was möglich wäre. Selbst mit einfachsten Mitteln und Methoden könnte man bereits erhebliche Schäden anrichten, (Details werde ich hier sicher nicht im Netz ausbreiten), und jederman könnte solchen intelligenten Terrorismus anwenden. Es wird aber erstaunlicherweise nicht gemacht - sondern die wenigen Zellen die agieren versuchen krampfhaft Bomben aus streng überwachten Chemikalien zu bauen.

Diese Fixierung auf Bomben ist ebenso erstaunlich wie der Umstand, dass so wenig passiert. Anscheinend sind die Menschen doch nicht so schlecht wie ich denke - oder sind sie vielleicht einfach nicht intelligent und nicht radikal genug ?!

Um mal bei dem ursprünglichen Phantasieszenario zu bleiben:

Ein großer Krieg mit Russland ist in den nächsten Jahren viel weniger wahrscheinlich als ein Biowaffenanschlag in Deutschland (der meiner Meinung nach global gesehen sogar überfällig ist). Letzterer könnte für unsere Gesellschaft sogar das deutlich größere Problem werden.

Dazu muß die Biowaffe nicht mal sehr tödlich sein, es bricht schon alles zusammen wenn eine ausreichend große Minderheit aus Angst zuhause bleibt und keinen Fuß mehr vor die Türe setzt. So labil und abhängig von den Umständen ist unsere Gesellschaft geworden.

Die Gesellschaft des Zweiten Weltkriegs kannte ohne Ausnahme noch eine Welt ohne Strom - und der Rückfall in diese war unproblematisch. Die hatten alle Kohlen, Kartoffeln und Kohl gebunkert und aufgrund der Ausbeutung der unterworfenen Völker ging das Leid eigentlich erst mit der Niederlage so richtig los. Die Gesellschaft damals konnte aber vor allem anderen auch nach einer Bombardierung mit zehntausenden Toten in einer Nacht einfach weiter machen. Noch darüber hinaus hatte diese gleiche Gesellschaft bereits den Ersten Weltkrieg mitgemacht und war davor in Nationalismus und Krieg überhaupt erst begründet worden.

Die Gesellschaft heute ist eine ganz andere. Sie kennt keinen echten Krieg mehr, überhöht das Leben und hat die Werte der Nation gegen krankhaften wahnsinnigen Individualismus eingetauscht. Die ganze sozialkulturelle Grundströmung ist hier und heute eine ganz andere, ich möchte sogar sagen: in weiten Teilen keine Deutsche mehr.

Die psychische Härte und Kampfkraft im Krieg die unsere Nation vor allen anderen auszeichnete, ist der heutigen Regenbogengesellschaft gänzlich abhanden gekommen. Um es in einem Kaleidoskop von Bildern zu verdeutlichen statt viele Worte zu verlieren:

https://www.google.de/search?q=du+bist+ ... 66&bih=631

Natürlich gibt es einige wenige Ausnahmen, wahre Deutsche in denen das was diese Nation ausgemacht hat überlebte. Die Mehrheit aber findet sich am ehesten in diesem Bild wieder:

http://4.bp.blogspot.com/-W8jXAsCxIW8/T ... G_7433.JPG

Jedoch:

Dass die Niederlage gewiss ist - ist kein Grund den Kampf einzustellen - sondern ihn bis zum äußersten Ende zu führen. Tadamichi Kuribayashi
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#43
@QF
Kein Mitarbeiter, ehrenamtlich in einer Führungsposition.

Zitat:So ist es. Und sie ist vom realen Schaden her ziemlich beschränkt im Vergleich zu einem Ausfall des Strom aufgrund eines militärischen Angriffs. Siehe Serbien!
Man unterscheidet im Bevölkerungsschutz zwischen Einzel- und Flächenschäden. Pauschale Aussagen sind hier schwer möglich, da "Naturkatastrophen" ein recht breites Spektrum an Schadensfällen ausmacht.

Im Verteidigungsfall hätte man eine sehr große Anzahl von Einzelschäden verteilt über das Bundesgebiet.

Zitat:Diese Gegenden kommen nur deshalb durch, die Menschen können nur deshalb dort verbleiben, weil sie von den Menschen aus nicht betroffenen Gebieten mitversorgt werden und weil die Energieversorgung nicht in einem größeren Gebiet ausfällt. Denn am Strom hängen die Lebensmittel, dass Trinkwasser, die Heizung usw usf
Siehe oben, auch im Verteidigungsfall gäbe es nicht unmittelbar (d.h. durch Bombardierung/Stromausfall/...) betroffene Gebiete.

Zitat:Ich war übrigens als freiwilliger beim Hochwasser in Bayern, meine Dienste (hab extra frei genommen dafür) wurden aber kaum gebraucht.
Sei froh darüber. Das Thema "Freiwillige bei KatS-Einsätzen" möcht ich aber hier nicht weiter behandeln.

Zitat:Mit tausend Freiwilligen gewinnt man übrigens keinen Krieg.
Ich wollte damit lediglich ausdrücken, dass weiterhin ein gewisser Zusammenhalt in dieser Gesellschaft und Bereitschaft für diese Einzustehen besteht.

Zitat:Wofür man Treibstoff für die Stromerzeugungsaggregate braucht. Du stellst dass ganze hier viel zu positiv dar. Vor allem wenn der Ausfall länger dauert (und mit länger meine ich länger als 1 Woche) klappt einfach alles zusammen.
Das ist meine Erfahrung und die von Kameraden im In- und Ausland, bei zahlreichen Einsätzen.

Zum Treibstofftransport werden in der Regel private Tanklastzüge verwendet, zudem wird das Tankstellennetz weiter genutzt. Bricht natürlich das Netz aus Pipelines, Lagern, Raffinerien und Umschlagpunkten weg, sieht das schon wieder anders aus.

Zitat:Sieh dir nur mal die Menge der real verfügbaren Lebensmittel an und wie schnell du hier eine Hungersnot damit hast.

Zitat:Weißt du als KatS Mitarbeiter denn nicht, wie wenig (sic) Lebensmitel und Vorräte der "Deutsche" im Schnitt vorrätig hat?

Das geht von genügend Konserven, Eingemachten für mehrere Monate bis zu gerade für den nächsten Tag. Bei den meisten reicht es wohl nicht mal für eine 7-Tage-Woche.

Zitat: Noch mal abgesehen davon, dass keine Geldautomaten funktionieren, kein Internet,
Ich habe nicht davon geschrieben, dass das tägliche Leben unbeeinträchtigt bleibt. Allein schon, weil das Internet sehr angreifbar ist (Stichwort: Cyberwar).

Zitat:keine Heizung (Winter?!),
Abhängig von der installierten Heizungsanlage.

Zitat:kein Trinkwasser aus der Leitung kommt !
Abhängig vom Wassernetz vor Ort. Strom kann in der Regel in die Pumpwerke eingespeist werden. Es werden zudem Kräfte für die Notinstandsetzung vorgehalten.

Zitat:Fürs Wasserabkochen braucht man zumindest Holz: versorg mal eine Millonenstadt mit abgekochtem Wasser - dass Holz dafür gibt es nicht mal. Innerhalb 1 Woche stünde in Berlin kein Baum mehr, innerhalb von 2 Wochen auch angrenzend nicht mehr viel.
Mit den im THW vorhandenen Trinkwasseraufbereitungsanlagen können ca. 180000 Personen pro Tag versorgt werden, darüber gibt es so um die 5000 Brunnen über das gesamte Bundesgebiet verteilt, an denen Wasser entnommen werden kann (Entkeimung erfolgt dann mittels bevorrateten Tabletten).

Zitat:Bist du nicht auch der Ansicht, dass die Zivilschutzmaßnahmen in Deutschland völlig unzureichend sind?!
Das kommt auf den sog. "level of ambition". Ich seh vor allem Handlungsbedarf im Bereich der Organisation und weiteren Vereinheitlichung von Ausrüstung/Ausbildung/Organisation. Meistens ist Gerät/Material bei B vorhanden, aber A weiß nichts davon.

Was teilweise (weil Ländersache) fehlt ist ein robustes Warnsystem, sprich Sirenen. In Bayern gibt es diese zum Beispiel noch, andere Bundesländer haben diese bereits demontiert und es wird seit Jahren experimentiert (z.B. SMS-Benachrichtung auf's Handy, selbsteinschaltende Radios, ...).

Deim Bericht vom TAB ist es wichtig zu wissen, dass das ganze auch einen politischen Hintergrund hat. Von daher wär es immer gut zu wissen wer der Autor ist.

Zitat:Die Gesellschaft damals konnte aber vor allem anderen auch nach einer Bombardierung mit zehntausenden Toten in einer Nacht einfach weiter machen.
Nein, das stimmt so nicht. Es gab mit dem Beginn der alliierten Luftangriffe eine erhebliche Stadtflucht, zudem gab es durch die Bombardierungen Flächenschäden, sodass oft mehr als die Hälfte der Städte zerstört/unbewohnbar gemacht wurden. Das alltägliche Geschäftsleben kam nach einem dermaßen Angriff zum erliegen, da der Großteil der werktätigen, sich nicht im Krieg befindlichen Bevölkerung mit Brandbekämpfung, Bergungsmaßnahmen, Aufräumen, ... beschäftigt war.

Zitat:Noch darüber hinaus hatte diese gleiche Gesellschaft bereits den Ersten Weltkrieg mitgemacht und war davor in Nationalismus und Krieg überhaupt erst begründet worden.
Hungersnot, Resourcenknappheit, Kriegsproduktion haben sie mitgemacht. Bombenangriffe, massive Zerstörung hat die deutsche Zivilbevölkerung im Ersten Weltkrieg glücklicherweise nicht erleben müssen.

@ede144
Zitat:Kann es sein das du absolut keine Ahnung hast wovon du schreibst?
Ist das wirklich an mich gerichtet? Im weiteren Verlauf deines Posts gehst du auf QFs Punkte ein.

Zitat:Wenn es so einfach währe, warum hat es noch keiner probiert?
Auf die Stromversorgung bezogen: Einfach weil es nicht so einfach ist, wie QF es sich ausmalt.
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#44
Zitat:Ein sehr schöner Eintrag von dir! Gäbe es nur mehr wie dich!

Gibt es. Und vorallem mehr als du glaubst.
Du lässt dir von wenigen die große Masse mies reden.

Zitat:So ist es. Und sie ist vom realen Schaden her ziemlich beschränkt im Vergleich zu einem Ausfall des Strom aufgrund eines militärischen Angriffs. Siehe Serbien!

Ein großer Teil der Schäden ist bis heute nicht mal im Ansatz repariert.
Ich war nicht in Serbien... Aber ich glaube du unterschätzt was ganz gewaltig Big Grin
Wenn Flüsse die normalerweise 4 Meter haben auf 12 Meter ansteigen...
Zu behaupten, die zivile Gesellschaft würde keine Schäden wegstecken können und Opfer bringen können halte ich für völlig falsch.

Zitat:Diese Gegenden kommen nur deshalb durch, die Menschen können nur deshalb dort verbleiben, weil sie von den Menschen aus nicht betroffenen Gebieten mitversorgt werden und weil die Energieversorgung nicht in einem größeren Gebiet ausfällt. Denn am Strom hängen die Lebensmittel, dass Trinkwasser, die Heizung usw usf

Wiederrum falsch. Es kommt THW/Feuerwehr/BW. Aber die sind nicht Poseidon.
Der Schaden fällt deshalb nicht wirklich geringer aus in vielen Gebieten. Manche Dämme sind aber sehr entscheident. (Soll nicht heißen sie sind inkompetent. Nicht abfällig gemeint)
Die kümmern sich um die Versorgung schwächerer Bürger und helfen in ganz argen gesundheitlichen Notfällen aus. Sperren Bereiche ab, assistieren, usw. Bauen und warten Dämme. Dafür hat die lokale Feuerwehr aber in vielen Fällen "nur" eine 6-Stundenschicht. Sprich ganz am Limit wird hier nicht gefahren. Menschen schonen.

Ich bezweifle auch, dass Russland an den Schaden eines Hochwassers, von vor einem Jahr, rankommen würde.

Zitat:Ich war übrigens als freiwilliger beim Hochwasser in Bayern, meine Dienste (hab extra frei genommen dafür) wurden aber kaum gebraucht. Mit tausend Freiwilligen gewinnt man übrigens keinen Krieg.

Dann warst du falsch unterwegs. Geh in die ländlichen Gebiete, weg von den Ballungszentren. Da gibts immer was zu tun. Gab genug abgelegene Orte die nicht genug Manpower hatten. Im Chaos ist alles nicht optimal organisiert und deshalb ist es schwer die Leute gut zu verteilen.
Fahrgemeinschaft suchen (Facebook, Sammelstellen) und rauß ins Ländchen fahren Wink

Zitat:Ich kann nicht in Frage stellen, was nicht existent ist.

Die Frage mag unverschämt sein, aber schadest du mit deinem chronischen Pessimismus der Gesellschaft und den Leuten hier nicht mehr, als wenn du der Sache mit realistischen Optimismus begegnen würdest?
Wenn mir einer ständig sagen würde, ich kann nix, würde ich das unter Umständen irgendwann verinnerlichen.
Grade solche Miesepeter reden doch immer alles kaputt und klein.
Tschuldigung für die Ausdrucksweise.

Zitat:Die Wehrfähigkeit resultiert primär aus kulturellen und psychologischen Faktoren und nicht aus materiellen. Die "Deutschen" sind daher hier und heute nicht im Ansatz wehrfähig.

Materiell sind wir eine potentielle militärische Großmacht - psychologisch aber sind "wir" ein Haufen von Feiglingen, Pazifisten und kranken Individualisten. Heute gibt es keine Parteien mehr, es gibt nur noch Grüne!

Du hast einfach keine Ahnung, was die Menschen hier zu Lande wirklich antreibt. Du glaubst wirklich, es ist das dicke Auto in der Garage.
Setzt dich doch bitte mal mit Konsumverhalten und Marketing auseinander. Alles was in diese Richtung geht. Grade dieses Gebiet der Forschung widerlegt deine These in allen Zügen.
Grade die jüngeren Menschen streben nicht nach materiellen Dingen sondern nach Selbstbestimmung und anderen immateriallen Dingen wie persönliche Entfaltung usw. Nimm genau diesen Menschen diese Dinge und sie werden sich auflehnen und sie werden dafür einstehen. Weil es nicht das fehlenden dicke Auto ist, was ihnen die Laune verdirbt, sondern weil sie keine Selbstbestimmung mehr haben. Weil sie den Tagesablauf nicht so gestalten können wie sie das wollen.
Und das würde nicht den Durchhaltewillen der Bevölkerung kleiner machen, sondern die Wut auf den Aggressor größer, weil er genau auf sinnlose Art und Weise den Menschen diese Werte nimmt und sie genau wissen, sie müssen dafür einstehen, weil wenn sie "verlieren", werden ihnen diese Werte genommen und es wird garantiert nicht besser.
Du unterstellst den Menschen hier chronische Dummheit.

Zitat:Anbei: nur mal aus dem Zusammenhang gerissen eine amüsante Sache: die strategischen Gasreserven Deutschlands sollen an Gazprom verkauft werden....

Wird sicher im jetzigen Moment nicht passieren.


Zitat:Um auf den Anfang zurück zu kommen: bei einem Hochwasser kann man niemanden die Schuld geben (Naturereignis) - und der Staat ist der Retter, der den Betroffenen Entschädigungszahlungen leistet und hilft.

So einfach ist das nicht:

Privat gibts:

Schaden am Gebäude: 80% des Schadens für normale Gebäude
85% des Schadens für denkmalgeschütze Gebäude
Muss sich aber vorher ein Gutachter angeschaut haben und bewertet haben.
Und das Geld gibts nur, wenn der Geschädigte eine Finanzierung für die restlichen 20% (15%) nachweisen kann. Wird gemacht, um einer Veruntreuung der Gelder entgegenzuwirken.

Schaden am Hausrat: 13.000 Euro für den Haushaltsvorstand
8.500 Euro für den Lebenspartner
3.500 für jede weitere Person im Haushalt

Wie du siehst, bleibt genug an den Leuten hängen. Das Geld für den Hausrat geht mindestens noch für den Schaden am Gebäude drauf. Reicht aber meistens nicht. Das heißt, du bleibst mindestens auf den Schaden am Hausrat sitzen.
Und wir reden hier vom Optimalfall. Die Leute bleiben trotzdem auf nem großen Teil der Schäden sitzen.

Beim Gewerbe gibts glaub ich 80% (könnten auch 85% sein) aufs Gesamtvermögen (also Alles). Aber nur wenn das Gewerbe fortgeführt wird. Ein Betrieb hat schnell 10. Mio € Schaden. 2. Mio aus eigener Kasse ist nicht ganz einfach zu stemmen.

Es ist überhaupt nicht so, dass nach zwei bis drei Monate die Sache durch ist. Das dauert Jahre.. oder bis zum nächsten Hochwasser. Der Schaden ist immens.
Nicht das man die Hilfe des Staates nicht schätzen würde, aber ne Zeitumkehrung bekommt auch dieser nicht hin.

Zitat:Bei einem Krieg wird man stattdessen dem Staat die Schuld geben (weil dieser den Krieg ja führt) und alles tun, damit es erst gar nicht dazu kommt. Der Staat ist dann der Bösewicht und der Druck der Gesellschaft die Sache zu Ende zu bringen gigantisch.

Inakzeptabel. Du weist nicht, was der Kriegsgrund sein wird, wer der Aggressor ist und wie der Krieg entsteht.
Wenn das Volk sieht, dass jmd. aus dem Nichts und total sinnlos beginnt Ärger zu machen, kann es gut den gegenteiligen Effekt haben.

Zitat:Wenn die Menschen erst zwei Wochen ohne Strom, ohne Trinkwasser und dann auch ohne Essen da sitzen, werden sie schlicht und einfach fliehen, plündern, brandschatzen, alles kurz und klein schlagen (siehe New Orleans und dort schon über Nacht!).

Und wer soll bitte eine ganze Stadt bei uns fluten? Nur eine Atombombe könnte solch ein Chaos anrichten. Russland hat doch gar nicht die Kapazitäten Städte konventionell so zuzurichten.

Das Problem hat wohl eher Holland, wenn die Wochenshow endlich ihre Pläne umsetzt und Holland flutet.
New Orleans ist auch von einem Tag auf den anderen ins Meer gefallen... Das wohl ein rießiger Unterschied.

Wenn Russland das flächendeckend hinbekommt, ja dann geb ich dir Recht, dann wird aber die ganze Welt kapitulieren.

Zitat:Die Wahrscheinlichkeit eines langandauernden und das Gebiet mehrerer Bundesländer betreffenden Stromausfalls mag gering sein. Träte dieser Fall aber ein, kämen
die dadurch ausgelösten Folgen einer nationalen Katastrophe gleich. Diese wäre selbst durch eine Mobilisierung aller internen und externen Kräfte und Ressourcen nicht „beherrschbar“

Nenn mir mal einen Staat, der das beherrschen würde? Auf das Eintreffen der 4 Reiter ist niemand auf dem Planeten vorbereitet.


Zitat:Kurz und einfach: aus eigener Anschauung bin ich der Überzeugung, dass selbst ein gros der Soldaten nicht wehrfähig ist, nicht bereit bis zum äußersten Gewalt anzuwenden und selbst zu ertragen. Nicht umsonst drehen sich immer mehr Übungen um Gefangenschaft und richiges Verhalten im Fall der Gefangenschaft etc etc statt die Soldaten dahin zu bringen, lieber bis zum Tod zu kämpfen!

Welcher Soldat war das schon, als er in den Krieg gezogen ist? Müsstest wohl die Soldaten erziehen wie es die Spartaner gemacht haben oder andere Gesellschaften, in denen exzessive Gewalt tolleriert und sogar ausgelebt worden ist.

Solche Menschen wirst du nur in sehr wenigen Gegenden der Erde noch finden. Dazu gehört kein westliches Land und auch Russland nicht.
Es ist wohl eher die junge Generation in Ländern wie Syrien und ähnlichen Ländern, die diese Bürde tragen muss.
Ich halte es für geschmacklos, bei Menschen solche Fähigkeiten zu fordern...

Reicht ja, wenn man wirklich mal in Gefechte gerät und aus Überlebenswillen diese Fähigkeiten anwenden muss.
Was für eine Gesellschaft und Unbrut würdest du nur züchten, wenn du im Alltag Menschen auf solche Art und Weise trimmen würdest...

Bei dem Absatz von dir kann ich nur kopfschüttelnd mein Haupt senken und mich fragen, was ich da gerade lesen musste...

Ein bisschen übereifrig.


Zitat:[..]Es ist ganz allgemein erstaunlich, wie wenig passiert[...]

Richtig, weil der Mensch mehr kann als das was du ihm zuschreibst.

Weil Gott sei Dank, sehr sehr viele Menschen
Zitat:Kurz und einfach: aus eigener Anschauung bin ich der Überzeugung, dass selbst ein gros der Soldaten nicht wehrfähig ist, nicht bereit bis zum äußersten Gewalt anzuwenden und selbst zu ertragen. Nicht umsonst drehen sich immer mehr Übungen um Gefangenschaft und richiges Verhalten im Fall der Gefangenschaft etc etc statt die Soldaten dahin zu bringen, lieber bis zum Tod zu kämpfen!
von diesem Absatz nicht überzeugt sind.

Weil 99,99999% eben nicht bereit sind, mit äußerster Gewalt und absoluter Entschlossenheit ihre Ziele zu verfolgen und wahrlos Menschen abzuschlachten.

Du willst genau diese Art von Menschen züchten, die du aber aus unserer Sicht so fürchtest.

Selbst vor 200 Jahren hat Clausewitz erkannt, dass es eine Gewaltspirale gibt. Die Wechselwirkungen im ersten Buch.

Eben weil die Bundeswehr nicht wie die Amerikaner kämpfen und Deutschland eine andere Außenpolitik verfolgt, fliegen bei uns keine Flugzeuge in die Hochhäuser. Eben weil das Volk sich oft entschlossen gegen solche Einsätze wie dem Irak stellt, gibt es bei uns viel weniger Anschläge und die, die dennoch verübt werden würden, hat man bisher immer vereiteln können.

Die Gesellschaft die du forderst Quintus, würde selber ihr größter Feind sein, da sie selber den Dämon beschwören würde, der die Gesellschaft auf lange Sicht in den Untergang führt.
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#45
@parabellum

nein meine Beiträge waren gegen den Pessimismus von QF gerichtet. Da ich auch ehrenamtlich in BOS tätig bin, haben wir wahrscheinlich den gleichen Erfahrungshintergrund und würden dann mit roten oder blauen Autos rumfahren und den Leuten helfen.
Vor 1990 hätte ich den großen vaterländischen Krieg im Keller eines Landratsamtes als Funker verbracht
Big Grin
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