Russische "Vladivostok" als JSS für Deutschland geeignet?
#76
Erich schrieb:Solange wir nicht mal unsere bestehenden Schiffe bemannen können, weil das Personal die Ausbildung von irgendwelchen Rüstungskäufern durchführen muss, scheint mir der Vorschlag zur Übernahme der Mistralski doch etwas euphorisch.
Und solange sich viele Mariner -bildlich gesprochen- schmollend in ihre Badewanne zurückziehen und mit ihren Schiffchen spielen wollen, wird kein Bewußtsein entstehen für die Gelegenheit, die sich jetzt bietet. Da dreht sich ein wunderhübscher Teufelskreis.

Man stelle sich vor, jemand aus dem Außen- oder Verteidigungsministerium käme zu Frau Merkel mit 'ner Mappe bunter Bilder und dem Vorschlag, daß Deutschland in 4 Jahren mit den großen Jungs am Tisch sitzen könne, wenn man jetzt für 1,2 Mrd den Franzosen aus der Patsche hilft, über die Jahre verteilt Betrag X an die Niederländer zahlt für deren Ausbildungshilfe und jährlichen Kosten Z für Personal und laufende Kosten.
Stattdessen kommt per Hauspost ein Ordner mit "Einzelplan 14" drauf und vielen Haushaltstiteln, die für Laien zu 98% unverständlich sind. Aufgrund der Presseberichte wird kurz geschaut, wie es bei G36, NH90 und A-400M steht, dann wird die Gesamtsumme angeschaut, einmal kurz mit dem Kopf geschüttelt und der nächste Ordner gegriffen.
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#77
Und wo willst Du in 4 Jahren die großen Jungs für das Schiff hernehmen?

Ich verweise auf http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 46170.html
Zitat:Marine als Verkaufshelfer: Bundeswehr fördert Exporte deutscher Rüstungsfirmen

Die Bundeswehr unterstützt die deutsche Rüstungsindustrie im Rennen um Aufträge - auf Kosten der Steuerzahler. Ein internes Papier belegt nach SPIEGEL-Informationen: Die Wirtschaftshilfe geht zu Lasten der Marine-Ausbildung.

...
"Verdrängungseffekt für die nationale Ausbildung"

...
Der Spiegel zitiert:
Zitat:„Und Algerien ist nur ein Beispiel von vielen. Derzeit ist die deutsche U-Boot-Flotte nur noch bedingt einsatzbereit. Nicht zuletzt, weil die Besatzungen als ,Fahrlehrer’ für TKMS-Klienten wie Griechenland, Südafrika, Israel, Portugal, Kolumbien oder Singapur ranmüssen.“
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#78
Erich schrieb:Und wo willst Du in 4 Jahren die großen Jungs für das Schiff hernehmen?
Die bräuchte man sofort, um in 4 Jahren einsatzfähig zu sein. Daher hatte ich ja Kostenfaktor Z separat aufgeführt, weil m.E. die derzeitige Personaldecke der Marine nicht ausreichen würde. Ich habe aber die Hoffnung, daß mit einer gezielten Kampagne und klaren Perspektiven qualifizierte Leute zurückgeholt werden können, deren Stellen den bisherige Abbauten zum Opfer gefallen sind.

Ich bin kein Mariner, könnte mir aber vorstellen, daß manche Ex-Maaten und -Bootsleute durchaus Interesse haben, wenn sie mit einer Gehaltsstufe höher wieder einsteigen könnten und z.B. 3 Jahre Stationierung in Den Helder mit entsprechenden Zuschlägen im Raume stehen.
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