Russland vs. Ukraine
wird die Zahl der OSZE - Beobachter in der Ukraine verdoppelt? Das berichtet jedenfalls die Tagesschau unter http://www.tagesschau.de/ausland/ukrain ... u-101.html und meint dann auch noch, was von Bundeswehr-Drohnen gehört zu haben.
Da damit die Kombattanten noch mehr unter Kontrolle wären, als jetzt schon - deutet das auf einen Weg hin, wonach die Beteiligten sich eher zurückhalten wollen.
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STRATFOR (unter anderem) zu Russland/Ukraine:
https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_yyz3tc

Kommt zwar erst später im Vortrag, aber es lohnt sich 100%ig ihn ganz anzusehen
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Im Marinestrang schrieb ich gestern noch etwas von Monaten, nun wird vielleicht schon in wenigen Wochen der Kampf um Mariupol beginnen.

Hier.

Von wegen Waffenruhe

Zitat:Die Militärs sind alarmiert: Steht im Osten der Ukraine ein Großangriff der russischen Separatisten bevor?
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Naja, logischerweise wird es wieder losgehen wenn die Schlammperiode vorbei ist. Wie zu Adolfs Zeiten halt auch.
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Nightwatch schrieb:Naja, logischerweise wird es wieder losgehen wenn die Schlammperiode vorbei ist. Wie zu Adolfs Zeiten halt auch.
So sieht es aus.
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Der Angreifer wird wie die drei Male davor die Ukraine sein und nicht anders herum. Die Truppenbewegungen sind Eindeutig. Schweres Gerät geht gerade nur von einer Seite in Ausgangsstellung und das sind nicht die Volkswehren im Osten die das machen.
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Zitat:Der Angreifer wird wie die drei Male davor die Ukraine sein und nicht anders herum. .
Naja, das stimmt so auch wiederum nicht ganz. Man sollte nicht vergessen, dass die letzte Feuerpause vor allem von den Separatisten und den Russen zur Neuausrüstung und Regruppierung genutzt wurde, was den ukrainischen Truppen dann auch mit das schmachvolle Debakel bei Debalzewo eingebracht hat.

Insofern: Kann natürlich sein, dass die Ukrainer sich derzeit auch in Bereitschaft bringen, aber dann nur, weil sie einen zweiten Reinfall wie bei Debalzewo vermeiden und nicht tatenlos zusehen wollen, wie die Separatisten sich für weitere Eroberungszüge seelenruhig bereitstellen. Und das Gespenst eines Vorstoßes der russischen Separatisten in Richtung Mariupol mit dem Fernziel, eine Landbrücke nach der Krim zu errichten, ist in Kiew weiterhin sehr lebendig.

Schneemann.
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Die Junta in Kiew begann diesen Krieg. Sie brach die erste Feuerpause, sie Startete den zweiten Krieg, den dritten und bereitet den vierten nun wieder vor. Das die Voljswehren, zusammen mit Hilfe aus Russland nicht Tatenlos sein werden sollte doch klar sein. Der Druck und das Aggressive Handeln liegen jedoch eindeutig auf Seiten Kiews. Schon allein weil die Interessen des Auslandes es so verlangen. Die Ukraine ist nur Mittel zum Zweck um Russland weiter zu isolieren und die eigenen NATO Pläne so wie Wirtschaftsinteressen umzusetzen.
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@triangolum
Zitat:Die Junta in Kiew begann diesen Krieg.
Eine "Junta", die normal ins Amt gewählt wurde, wohlgemerkt. Ich habe sicher arge Bedenken gegen manche Partei dort, aber gewählt wurde die jetzige Regierung trotzdem. Von einer "Junta", also einem Militärregime, kann man also nicht wirklich reden. Da es in Kiew, bei allem Durcheinander und bei allen Korruptionsproblemen, aber sogar immerhin noch etwas demokratischer zugeht als in Moskau, wäre die Frage allerdings, als was du denn dann Putins Regierung bezeichnest/bezeichnen würdest, wenn du die Kiewer Regierung schon als Junta ansiehst.
Zitat:Sie brach die erste Feuerpause, sie Startete den zweiten Krieg, den dritten und bereitet den vierten nun wieder vor. Das die Voljswehren, zusammen mit Hilfe aus Russland nicht Tatenlos sein werden sollte doch klar sein.
Man sollte sich vielleicht erinnern, dass unmittelbar nach der Wahl der neuen ukrainischen Regierung russische (reguläre) Kommandos völkerrechtswirdig die Krim besetzten und abriegelten, bevor sich überhaupt irgendein ukrainischer Soldat bewegt hatte. Das hat in Kiew zu einer Mischung aus Zorn und Panik geführt. In die aufkeimenden Separatistengebiete im Donbass wurden aber dennoch nach den ersten Gesetzlosigkeiten und Schießereien dort zuerst nur Polizeieinheiten geschickt; nachdem diese aber ziemlich blutige Nasen sich geholt hatten, rückten ukrainische Soldaten an. Und als diese dann die Oberhand zu gewinnen drohten, erschienen plötzlich Kampfpanzer und Werfer russischer Provenienz bei den Separatisten. Es ist also schwer, hier einer Seite alleine die Schuld zuzuschieben, indessen hat aber Russland zu Beginn den Konflikt mit der Krim-Besetzung in eine gefährliche Richtung der Eskalation gedrückt (und wir hatten hier auch schon im Forum darüber spekuliert, dass diese Vorgehensweise Moskau "später auf die Füße fallen könnte").
Zitat:Schon allein weil die Interessen des Auslandes es so verlangen. Die Ukraine ist nur Mittel zum Zweck um Russland weiter zu isolieren und die eigenen NATO Pläne so wie Wirtschaftsinteressen umzusetzen.
Interessant finde ich hier immer die Betonungen: Die russische Perspektive sieht in der Regel nur das "bedrängte" Russland und die böse NATO, redet aber quasi kaum oder gar nicht von der eigentlich ja betroffenen Ukraine, so als wenn sie quasi nicht existent wäre. Im Westen redet man indessen eher von der Ukraine, von möglichen Hilfen oder von Russland und seiner aggressiven Politik. D. h. also, dass sich Russland hier vor allem ziemlich um sich selbst dreht, das "Böse" im Ausland verortet und die Ukraine ignoriert. Und genau das spiegelt sich leider auch in deinen Sätzen: In der Ukraine herrscht eine unwichtige Junta (quasi eine "faschistische" quantité négligeable), Russland ist ist im Recht und die NATO ist ja eh an allem schuld.

Das Problem ist jedoch, dass man mit dieser Sichtweise gar nicht in der Lage sein kann, eine halbwegs tragfähige Kompromiss- bzw. Friedenslösung zu erreichen, da man sich selbst in eine Position verfrachtet hat, die fast gar keine andere Lösung mehr zulässt als eine gewaltsame (wenn man sich nicht völlig blamieren will) und die es verhindert, ja fast unmöglich macht, den anderen Gegenpart irgendwie zu verstehen. Und genau dieses Problem sehe ich auch in der russischen Politik. Nur: Die Geschichte zeigt oft genug, dass genau solche Denkweisen dem Land, von dem sie ausgehen, am meisten schaden.

Insofern: Ich hoffe auf ein stabiles und verläßliches Russland - auch im Sinne europäischer Politik und Partnerschaft -, befürchte aber, dass Putins Politik das Land selbst in eine Sackgasse der nationalistischen Kurzsichtigkeit und von Eitelkeiten und Desinformation geprägten Intoleranz führt - und diese wird langfristig evtl. mehr zu Instabilität und Problemen in Russland selbst beitragen als zu einer Lösung.

Schneemann.
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Die "Russlandversteher" machen einen simplen Denkfehler:
Sie sehen in Russland/Putin "die Guten". DAS ist aber verdammt naiv, um es mal harmlos auszudrücken.

Zum Beispiel kamen aus den 2000er Jahren aus Putins Mund Sätze wie
"Ich bedaure es sehr, dass wir die DDR als Einfluss- und Horchposten im Westen verloren haben".
"Der Zusammenbruch der Sowjetunion war die größte geopolitische Katastrophe des 20ten Jahrhunderts".

Hier haben wir es nicht mit einem reuigen Ex-Sowjet zu tun, sondern mit jemand der heute noch bedauert, dass Deutschland nicht mehr geteilt und von den Russen (indirekt) besetzt ist.

Was würde euer guter Freund Putin wohl mit Deutschland tun, hätte er die Macht, hm? Wink
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triangolum schrieb:Die Junta in Kiew begann diesen Krieg. Sie brach die erste Feuerpause, sie Startete den zweiten Krieg, den dritten und bereitet den vierten nun wieder vor.

Wie kann ein Land einen Krieg auf eigenem Boden beginnen? :lol: :lol: :roll:
Ohne jemals einen Fuß außerhalb der Landesgrenzen zu setzen?

Mensch, ist das lächerlich.
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http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 32940.html
Zitat:NATO besorg
„Separatisten haben mehr Waffen als zuvor“


Trotz des Waffenstillstandsabkommens bewegt Russland anscheinend weiter Truppen und Ausrüstung über die offene Grenze zur Ostukraine hin und her - aus Sicht der Nato ein massiver Bruch der Minsker Vereinbarungen. Dass die Separatisten ihr Gebiet weiter ausdehnen, will die Allianz nicht hinnehmen.

11.04.2015 ...
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Zitat:Heftige Gefechte 20 Kilometer vor Mariupol

Nur 20 Kilometer von der strategisch wichtigen Hafen- und Industriestadt Mariupol entfernt sind die Gefechte ausgebrochen. OSZE-Beobachter sprechen von den schlimmsten Kämpfen seit Februar.
http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... iupol.html
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Zitat:
Wie kann ein Land einen Krieg auf eigenem Boden beginnen? :lol: :lol: :roll:
Ohne jemals einen Fuß außerhalb der Landesgrenzen zu setzen?

Mensch, ist das lächerlich.[/quote]

Ziemlich einfach, man schickt gegen die eigene Bevölkerung das Militär, bombardiert sie und schon hat man einen Krieg... ja auch ein Bürgerkrieg ist ein Krieg.

marcoB schrieb:Die "Russlandversteher" machen einen simplen Denkfehler:
Sie sehen in Russland/Putin "die Guten". DAS ist aber verdammt naiv, um es mal harmlos auszudrücken.

Zum Beispiel kamen aus den 2000er Jahren aus Putins Mund Sätze wie
"Ich bedaure es sehr, dass wir die DDR als Einfluss- und Horchposten im Westen verloren haben".
"Der Zusammenbruch der Sowjetunion war die größte geopolitische Katastrophe des 20ten Jahrhunderts".

Tja das ist das Problem der Leute die Russland eben nicht verstehen. Aus russischer Sicht machen diese Sätze eben doch Sinn und haben eine völlig andere Bedeutung als für dich.

Für die Menschen in Russland war der Zusammenbruch (nach dem 2. Weltkrieg) mit eine der größten Katastrophen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Russland

"Der Bevölkerungsrückgang begründet sich in den chaotischen 1990er Jahren, die zur Senkung der Geburtenrate und einem drastischen Anstieg der Sterberate der Männer führten. Die Fertilitätsrate sank zwischen 1988 und 1999 von zwei auf 1,16 Geburten pro Frau. Gleichzeitig verdoppelte sich bei den Männern die Sterblichkeitsrate von 9,4 (1970) auf 18,7 pro 1000 Einwohner (2005). Die Durchschnittslebenserwartung der Männer sank von 63,9 Jahren 1986 auf 57,5 Jahre (1994). Bis 2004 stieg sie wieder leicht auf 58,9 Jahre an; 2011 lag sie bei 64,3 Jahren. "

Russland hatte sich nach dem Zusammenbruch auf das Niveau eines dritte Welt Landes vorgearbeitet. Dies betraff fast jeden in der Bevölkerung bis auf ein paar Oligarchen. Diese Zustände änderten sich erst in der Regierungszeit von Putin langsam wieder.

Das Wort Russlandversteher finde ich immer wieder witzig. Ist ein wenig wie Mathematikversteher. Es regen sich immer wieder Leute auf das 2+2= 4 ist.

Ich kann mich noch gut an die Zeit vor einem Jahr erinnern als die selben Leute das SEK zur Befreiung des "OSZE" Leute einsetzen wollten und meinten das geht ohne Verluste.
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Könnte Russland in zwei Monaten erneut in die Ukraine einrücken? Manche Analysten der NATO befürchten dies:
http://www.janes.com/article/51295/sace ... two-months
Zitat:SACEUR, analysts see Russia renewing invasion of Ukraine in next two months

A consensus is building among NATO officials and military analysts of the situation in Eastern Ukraine that Russia will renew its invasion of the region in the next two months.

However, there is also general agreement that the attack would take only after the 9 May Victory Day celebrations in Moscow, which President Vladimir Putin regards as reaffirming Russia's continued position as a "great power."

Gewiss, der Konflikt um den Donbass ist alles andere als gelöst, der Waffenstillstand brüchtig. Trotzdem sollte man aber versuchen nicht in Panik zu verfallen.
Denkbar wäre es ja auch, das Russland seine Truppen auf einen Bruch der Waffenruhe durch die Ukraine vorbereitet. Die Ukraine hat ja immerhin die Kontrolle über einen Teil ihres Hoheitsgebietes verloren und möchte sie dort wiederherstellen.
Im Fall eines Wiederausbruchs des Konfliktes im Donbass geht man von zwei Szenarien aus, die auch im Artikel vorgestellt werden: Einmal das russische Truppen den gesamten Donbass besetzen und dieser dann Novorossiya angegliedert wird, oder das die russischen Truppen eine generelle Offensive in die Ukraine starten, und dabei über Mariupul nach Süden vorstoßen um die Landverbindung zur Krim herzustellen.
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