Russland vs. Ukraine
Bestimmen über andere Nationen ist natürlich nicht zulässig. Wird jedoch seit jeher so gemacht. Früher und heute. Geheimabkommen regelten dies früher genauso wie mündliche Absprachen heute. Das fängt im kleinen an wie Rüstungsgüter Export und Import und beim großen mit den Gas und Öl Pipelines. Oder warum sitzt Bulgarien auf Schulden statt jährlich 500 und mehr Millionen Euro an Transit zu bekommen?

Die Absprache das die NATO keine weiteren Mitglieder aufnehmen wird östlich der deutschen Grenze (DDR) war ein Punkt welcher geregelt wurde damit Moskau ja zur deutschen Wiedervereinigung sagt. Aus der Historie betrachtet ist dies nur zu gut verständlich. Dies jedoch schriftlich festzulegen hätte ein Land dagegen den Klageweg offen gelassen. Also mündlich. Anfrage ja, aber NATO sagt nein. Ganz einfach. Es gibt dazu auch immer die Möglichkeit das sich alle Staaten im "Osten" in ein neues Militärbündnis zusammen geschlossen hätten.

Aber, lassen wir mal dieses mündliche Abkommen weg. Die Ukraine war und ist kein solches "Ostblock" Land. Es ist mehr oder weniger Teil Russlands. Mal mehr mal weniger. Dazu kommt das der Teil östlich von Kiew mehr oder minder West Russland darstellt und alles westlich von Kiew mehr Ost Polen darstellt. Mal mehr mal weniger. Und der Süden auch eher Russland angehört.
Hier eine NATO Erweiterung zu forcieren oder gar ein EU Abkommen durchdrücken zu wollen kann nur scheitern bzw. so Ausarten wie es die letzten Monate sich zeigte.

Und besonders die Art und Weise ist einfach nicht tragbar. Man kann nicht den einen schon VOR dem Einsatz von Polizei dazu rügen und Warnen gegen "friedliche" Demonstranten vorzugehen und heute und die letzten Monate dann die Kriegseinsatz gegen die eigenen Bürger tot schweigen oder gar unterstützen.

Das ist heuchlerisch, das ist falsch, das ist Grundtief Ekelhaft.
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triangolum schrieb:Die Absprache das die NATO keine weiteren Mitglieder aufnehmen wird östlich der deutschen Grenze (DDR) war ein Punkt welcher geregelt wurde damit Moskau ja zur deutschen Wiedervereinigung sagt. Aus der Historie betrachtet ist dies nur zu gut verständlich.
Ah so, dann muss Polen gegen den eigenen Willen wieder in den Schoss von Russland?

Zitat:Dies jedoch schriftlich festzulegen hätte ein Land dagegen den Klageweg offen gelassen. Also mündlich. Anfrage ja, aber NATO sagt nein. Ganz einfach. Es gibt dazu auch immer die Möglichkeit das sich alle Staaten im "Osten" in ein neues Militärbündnis zusammen geschlossen hätten.
Wozu, so wie du das andenkst, müssen sie sich zwingend Russland anschliessen, was ich für einen monumentalen Schwachsinn halte. Wo bleibt da die Selbstbestimmung. Man muss sich doch nicht diesem korrupten Regime unterwerfen.

Zitat:Die Ukraine war und ist kein solches "Ostblock" Land. Es ist mehr oder weniger Teil Russlands.
Und die nächsten sind die baltischen Staaten, die ewig die Schnauze voll von den Russen haben, aber nach deiner Logik ja dann auch ins russische Reich gehören. :roll: Oder Prager Frühling reloaded?! Und die Russen haben doch die Ukraine in die Unabhängigkeit entlassen. Und per Volksentscheid 80% Zustimmung wurde das auch legitimiert ... wie das jetzt wieder zu Russland muss, ist mir schleierhaft. Schlussendlich wird man das jetzt abtreten, aber nur darum, dass in Europa nichts Schlimmeres geschieht.
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triangolum schrieb:Bestimmen über andere Nationen ist natürlich nicht zulässig. Wird jedoch seit jeher so gemacht. Früher und heute. Geheimabkommen regelten dies früher genauso wie mündliche Absprachen heute. Das fängt im kleinen an wie Rüstungsgüter Export und Import und beim großen mit den Gas und Öl Pipelines. Oder warum sitzt Bulgarien auf Schulden statt jährlich 500 und mehr Millionen Euro an Transit zu bekommen?

Die Absprache das die NATO keine weiteren Mitglieder aufnehmen wird östlich der deutschen Grenze (DDR) war ein Punkt welcher geregelt wurde damit Moskau ja zur deutschen Wiedervereinigung sagt. Aus der Historie betrachtet ist dies nur zu gut verständlich. Dies jedoch schriftlich festzulegen hätte ein Land dagegen den Klageweg offen gelassen. Also mündlich. Anfrage ja, aber NATO sagt nein. Ganz einfach. Es gibt dazu auch immer die Möglichkeit das sich alle Staaten im "Osten" in ein neues Militärbündnis zusammen geschlossen hätten.

Aber, lassen wir mal dieses mündliche Abkommen weg. Die Ukraine war und ist kein solches "Ostblock" Land. Es ist mehr oder weniger Teil Russlands. Mal mehr mal weniger. Dazu kommt das der Teil östlich von Kiew mehr oder minder West Russland darstellt und alles westlich von Kiew mehr Ost Polen darstellt. Mal mehr mal weniger. Und der Süden auch eher Russland angehört.
Hier eine NATO Erweiterung zu forcieren oder gar ein EU Abkommen durchdrücken zu wollen kann nur scheitern bzw. so Ausarten wie es die letzten Monate sich zeigte.

Und besonders die Art und Weise ist einfach nicht tragbar. Man kann nicht den einen schon VOR dem Einsatz von Polizei dazu rügen und Warnen gegen "friedliche" Demonstranten vorzugehen und heute und die letzten Monate dann die Kriegseinsatz gegen die eigenen Bürger tot schweigen oder gar unterstützen.

Das ist heuchlerisch, das ist falsch, das ist Grundtief Ekelhaft.

Da kann ich nur zustimmen. Allerdings verstehen dass die Leute, die aus irgendwelchen altertümlichen Ideologien des "moralisch überlegenen Westens", generell GEGEN Russland und immer der USA hinterher, anstelle von FÜR unsere eigenen Interessen sind nicht
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triangolum:

Zitat:Früher und heute. Geheimabkommen regelten dies früher genauso wie mündliche Absprachen heute.

Genscher kann ja im geheimen privat von sich geben was er will, dass alles spielt gar keine Rolle den er hatte zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise eine Vollmacht für die gesamte NATO eine solche Entscheidung zu treffen.

Zitat:Die Absprache das die NATO keine weiteren Mitglieder aufnehmen wird östlich der deutschen Grenze (DDR) war ein Punkt welcher geregelt wurde damit Moskau ja zur deutschen Wiedervereinigung sagt

Es gab keine solche Absprache mit der NATO und völlig unabhängig davon war ein Ja von Moskau für die Wiedervereinigung völlig irrelevant. Selbst wenn Moskau nein gesagt hätte, wären die Ereignisse nicht anders gelaufen.

Es ist ja ohnehin ein Hohn, dass solche Leutchen wie Kohl und Genscher sich die Leistung des Deutschen Volkes als ihre eigene ans Brevier hefteten und behaupteten, sie hätten die Wiedervereinigung möglich gemacht (Kanzler der Einheit, welch ein Witz).

Es war das Deutsche Volk, welches sich wiedervereinigte während all die Popanz-Politiker in Europa dagegen waren und von den Ereignissen trotzdem überrollt wurden. Sowohl Franzosen wie Engländer wollen keine Wiedervereinigung aber sie wurden einfach vor Tatsachen gestellt, genau wie die Russen auch die völlig von dem Geschehen überrascht wurden.

Und hinterher sülzten die größenwahnsinnigen Politikerköpfe dann wie ach so wichtig sie doch gewesen wären.

Zitat:Hier eine NATO Erweiterung zu forcieren oder gar ein EU Abkommen durchdrücken zu wollen kann nur scheitern

Denk mal eher darüber nach was das wirkliche Ziel dieser Politik war und ist.

Zitat:Und besonders die Art und Weise ist einfach nicht tragbar. Man kann nicht den einen schon VOR dem Einsatz von Polizei dazu rügen und Warnen gegen "friedliche" Demonstranten vorzugehen und heute und die letzten Monate dann die Kriegseinsatz gegen die eigenen Bürger tot schweigen oder gar unterstützen.

Das ist heuchlerisch, das ist falsch, das ist Grundtief Ekelhaft.

Wen interessierts, wenn es der Deutschen Nation nützt. Das einzig beklagenswerte ist in Wahrheit, dass Deutschland eines der beiden Ziele dieser destruktiven Politik ist.
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In diesem Kontext eine interessante Nachricht:

http://sputniknews.com/military/2015022 ... 34153.html

Zitat:Ukraine, Poland and Lithuania are set to create a joint military brigade to conduct military operations around Europe.

Ukrainian President Petro Poroshenko signed the law to ratify an agreement between Ukraine, Poland and Lithuania to create a joint military unit, the so-called Ukrainian-Polish-Lithuanian brigade, Poroshenko’s official website reports.

Read more: http://sputniknews.com/military/2015022 ... z3SbS0lxiq

Ich pack es mal hier rein unter Spekulation weil noch zu hoffen ist, dass das ganze nur eine ukrainische Ente darstellt.

Man stelle sich das nun vor: eine gemeinsame Militäreinheit aus NATO Ländern und der Ukraine und wohin das führen könnte. Eine ukrainische Brigade mit HQ in Polen:

Zitat:Last September, the three countries signed an agreement to establish the LITPOLUKRBRIG, the military brigade that would be used in international military operations around Europe to maintain peace and strengthen military cooperation in the region.

Ukraine is expected to provide the joint brigade with 545 soldiers, as stated by Deputy Defense Minister Petro Mekhed. Poland and Lithuania will send 3500 and 350 soldiers, respectively. The brigade's headquarters will be located in Lublin, Poland.
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Gibt es da für solche Szenarien wie "Russland vs Ukraine - Polen und Litauen greifen mit Truppen aus dieser Brigade ein - dann potenziell Russland vs PL & LIT" im NATO abkommen irgendwie ein Schlupfloch, um die Bündnispflichr auszuhobeln. Also wenn ein NATO Staat nur angegriffen wird, weil es Truppen für so eine internationale Einheit stellt???
Ich hoffe es doch jedenfalls sehr!!!
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zur NATO - Osterweiterung .... diese Zusagen sind nicht nur von Kohl und Genscher gemacht worden, sondern von alle "drei Westmächten" in den Verhandlungen mit der Sowjetunion .... also auch von F, GB, und den USA

Aber zurück zur Spekulation:
nachdem die letzten Tage die USA unmittelbar an der russischen Grenze militärisch aktiv waren
http://www.n-tv.de/politik/Nato-Soldate ... 82486.html
Zitat:Mittwoch, 25. Februar 2015
An der Grenze zu Russland
Nato-Soldaten bei estnischer Militärparade

Nahe der russischen Grenze, aber inmitten des neuen Kalten Krieges, fahren die USA mit zwei Panzerfahrzeugen vor. Anlass dafür ist eine Parade zum estnischen Nationalfeiertag. Estland ist seit 2004 Nato-Mitglied.
...
zeigt Russland, dass es in der Ecke auch Militär stehen hat
http://www.t-online.de/nachrichten/ausl ... oever.html
Zitat:Russland kontert "Nato-Parade" mit eigenem Manöver
26.02.2015, 07:32 Uhr | t-online.de, AFP
Nur einen Tag nachdem das amerikanische Militär bei einer Parade in Estland nahe der russischen Grenze mitgefahren ist, reagiert der Kreml mit einem eigenen mehrtägigen Manöver an der Grenze zu Estland und Lettland. Die Übungen Russlands mit rund 2000 Soldaten in der Region Pskow seien bis Samstag vorgesehen, sagte eine Sprecherin des russischen Verteidigungsministeriums. Die Nato befürchtet weitere Aggressionen aus Moskau.
....
und "plötzlich" wird klar, dass Russland zwischen der Ukraine und Rumänien noch starke Streitkräfte stehen hat (wieso man das nur übersehen konnte ...)
http://www.gmx.net/magazine/politik/wla ... n-30473466
Zitat:Wladimir Putin könnte nach Moldawien auch nach dem Baltikum greifen

Aktualisiert am 26. Februar 2015, 17:13 Uhr Alarmiert durch den Konflikt in der Ostukraine hat die Nato vor einer russischen Aggression in der Republik Moldau - auch bekannt als Moldawien - gewarnt. Auch das Baltikum fürchtet eine russische Intervention. Zugleich veröffentlicht eine russische Zeitung ein Dokument, das zeigen soll, dass Russland die Eskalation in der Ukraine von langer Hand geplant habe.
....
Die Beteiligten sollten aufpassen, dass sie sich mit gegenseitiger Provokation nicht versehentlich mal auf den Abschussknopf setzen !
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Werter Erich:

Zitat:zur NATO - Osterweiterung .... diese Zusagen sind nicht nur von Kohl und Genscher gemacht worden, sondern von alle "drei Westmächten" in den Verhandlungen mit der Sowjetunion .... also auch von F, GB, und den USA

Zeig mir mal bitte auch nur ein einziges Dokument wo so etwas vereinbart wurde!
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Zitat:Die Übungen Russlands mit rund 2000 Soldaten in der Region Pskow seien bis Samstag vorgesehen, sagte eine Sprecherin des russischen Verteidigungsministeriums. Die Nato befürchtet weitere Aggressionen aus Moskau.

...also wenn fremde Truppen 300m von der russischen Grenze in einem anderen Land eine Parade mitfahren und dazu dauerhaft nun dort stationiert sind keine Aggression sind kann doch ein Manöver auf eigenem Boden nahe der Grenze zum Nachbarland wohl kaum eine Aggression sein wenn dies nur eine Reaktion auf das erstere war.

Wie verdreht die Medien heute alles bringen ist einfach widerlich.
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triangolum schrieb:
Zitat:Die Übungen Russlands mit rund 2000 Soldaten in der Region Pskow seien bis Samstag vorgesehen, sagte eine Sprecherin des russischen Verteidigungsministeriums. Die Nato befürchtet weitere Aggressionen aus Moskau.

...also wenn fremde Truppen 300m von der russischen Grenze in einem anderen Land eine Parade mitfahren und dazu dauerhaft nun dort stationiert sind keine Aggression sind kann doch ein Manöver auf eigenem Boden nahe der Grenze zum Nachbarland wohl kaum eine Aggression sein wenn dies nur eine Reaktion auf das erstere war.


Wie verdreht die Medien heute alles bringen ist einfach widerlich.

Russland soll halt zum Feind gemacht werden. Die US Interessen darin sind ja klar zu erkennen.
Was wirklich, wie du schon gesagt hast, "wiederlich und auch einfach dumm ist, ist das die Europäer da freudentanzend mitmachen. In vollem Gegenwind zu den eigenen, europäischen, Interessen.
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triangolum schrieb:...also wenn fremde Truppen 300m von der russischen Grenze in einem anderen Land eine Parade mitfahren und dazu dauerhaft nun dort stationiert sind keine Aggression sind kann doch ein Manöver auf eigenem Boden nahe der Grenze zum Nachbarland wohl kaum eine Aggression sein wenn dies nur eine Reaktion auf das erstere war.

Wie verdreht die Medien heute alles bringen ist einfach widerlich.

Eine jährlich stattfindende Parade anlässlich der estnischen Unabhängigkeit mit kaum 200 ausländischen Soldaten und einer Handvoll AFVs ist in der Tat keine Aggression. Militärisch gesehen ist das ein Non Event, Russland wird durch eine Handvoll amerikanischer oder niederländischer Panzerfahrzeuge in Estland nicht bedroht.
Politisch ist es natürlich ein Symbol dafür, dass die Nato zu seinen baltischen Verbündeten steht. Das ist völlig legitim und Russland hat sich dadurch nicht provoziert zu fühlen. Das Baltikum ist nicht deren Spielplatz, dort existieren freie und unabhängige Staaten, die sich bewusst dafür entschieden haben sich gegen Westen zu orientieren.
Insofern, wenn hier etwas provokativ ist, dann mit Sicherheit, dass Russland jetzt selbst Soldaten vor der estnischen und litauischen Grenze rumturnen lässt. Das ist schließlich vollkommen unnötig, Russland wird aus dem Baltikum heraus nicht bedroht.
Das Manöver unterstreicht damit einmal mehr die Sorgen der Balten nach den politischen und militärischen Geschehnissen um die Ukraine mittelfristig selbst Ziel russischer Aggression zu werden.
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Quintus Fabius schrieb:Werter Erich:

Zitat:zur NATO - Osterweiterung .... diese Zusagen sind nicht nur von Kohl und Genscher gemacht worden, sondern von alle "drei Westmächten" in den Verhandlungen mit der Sowjetunion .... also auch von F, GB, und den USA

Zeig mir mal bitte auch nur ein einziges Dokument wo so etwas vereinbart wurde!
wie schon mal gesagt: Dokumente sind nicht zwingend - vielfach sogar unüblich.
Allerdings kann die Zusicherung durch entsprechende Aussagen der seinerzeit Beteiligten inzwischen durchaus als belegt gelten.
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Ehrenwerter Erich:

Zitat:wie schon mal gesagt: Dokumente sind nicht zwingend - vielfach sogar unüblich.
Allerdings kann die Zusicherung durch entsprechende Aussagen der seinerzeit Beteiligten inzwischen durchaus als belegt gelten.

Zitat:diese Zusagen sind nicht nur von Kohl und Genscher gemacht worden, sondern von alle "drei Westmächten" in den Verhandlungen mit der Sowjetunion .... also auch von F, GB, und den USA

Welcher Vertreter Frankreichs, Großbritanniens und der USA hat wann genau gegenüber welchem Vertreter der UdSSR welche mündliche Zusage gemacht?

Welche seinerzeit Beteiligten haben wann entsprechende Aussagen für Frankreich, Großbritannien und die USA gemacht?

Ein Mythos wird nicht wahrer, nur weil man ihn ständig wiederholt.
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Erich schrieb:wie schon mal gesagt: Dokumente sind nicht zwingend - vielfach sogar unüblich.
Allerdings kann die Zusicherung durch entsprechende Aussagen der seinerzeit Beteiligten inzwischen durchaus als belegt gelten.
So einfach ist es nicht.
Nach dem Völkerrecht (ua Art. 3 Vienna Convention on Treaties) sind mündliche Vereinbarungen mit rechtsverbindlichen Charakter möglich.

In der Fachliteratur wird gerne ein Streitfall zwischen Dänemark und Norwegen über Souveränitätsrechte in Grönland aus dem Jahr 1933 bemüht.
Ein anderer betraf eine Erklärung Frankreichs zu atmosphärischen Atomtests aus dem Jahr 1975.

Sprich, in der Rechtstheorie existieren solche Konstrukte, in der Praxis sind sie jedoch unüblich und kein gebräuchliches Instrument des internationalen Geschäfts.
Vor allen nicht im Rahmen weltverändernder Prozesse wie sie während der Auflösung der Sowjetunion und der Deutschen Wiedervereinigung stattfanden.

Das ist nur vernünftig so. Die Halbwertszeit von mündlichen Vereinbarungen ist zwangsweise begrenzt.
Politische Akteure wechseln und mit ihnen schwindet Kenntnis und Verständnis etwaiger Vereinbarungen.
Zusätzlich sind sie extrem anfällig für Missverständnisse zwischen den Verhandlungspartnern und mit der Zeit steigt die Gefahr der falschen Interpretation und Erinnerung.

Insofern, die Behauptung es habe im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung und der 2+4 Verträge eine lediglich mündliche Absprache über eine geostrategisch derart bedeutsame Frage gegeben ist extrem abenteuerlich und völlig unrealistisch.
Der Völkerrechtliche Prozess um die Wiedervereinigung Deutschlands war eine Übung in der ganz hohen Kunst der internationalen Diplomatie und kann als mustergültig bezeichnet werden.
Es würde jeder Logik entbehren extreme Detailfragen in Bezug auf Deutschland vertraglich zu regeln (von sowjetischen Soldatenfriedhöfen und Denkmäler) und einen Wesentlichen Punkt unter den Tisch fallen zu lassen.

Viel wahrscheinlicher und logischer ist es, dass die Vertragsparteien damals die Frage einer Osterweiterung der Nato überhaupt nicht auf dem Schirm hatten. Wie auch? Damals bestand noch der Warschauer Pakt und die Rote Armee stand mit mehreren Armeen an der innerdeutschen Grenze.
Niemand war so radikal und dachte daran, dass der Warschauer Pakt zerfallen und viele Mitgliedstaaten in freier und souveräner Entscheidung um eine Aufnahme in die Nato bitten würden.

Es ist dann mehr als fragwürdig irgendwelche Aussagen von damals Verantwortlichen zu bemühen und diese aus dem historischen Kontext zu reißen.

Damals dachte niemand an 1999, es waren eher die Erinnerungen an 1956 mit dem Aufstand in Ungarn sehr real. Der Umstand, dass die dortigen Aufständischen die Hilfe der Nato ersuchten war mitverantwortlich für das sowjetischen Eingreifen. Namentlich Genscher wollte dahingehende Befürchtungen der Russen, die Nato würde politische Unruhen in Osteuropa dementsprechend nutzen zerstreuen.
Der amerikanische Außenminister Baker und auch der britischen Außenminister Hurd schlossen sich dem an.

Es ist höchst zweifelhaft das diese Aussagen weitergehende Relevanz haben wenn sie der Gesamtheit des diplomatischen Prozesses gegenüberstellt der damals stattfand. Sprich, wenn der Sowjetunion diese Aussagen wichtig gewesen wären hätte sie niemand daran gehindert diese in den Vertragsverhandlungsprozess mit aufzunehmen. Dies fand aber nicht statt.
Man kann jetzt nicht aus jedem Argument, dass am Rande des Prozesses mal von irgendwem zur Sprache gebracht eine rechtsverbindliche Zusage stricken.

Zumal wie schon angesprochen es eher zweifelhaft ist, dass die genannten Akteure dazu berechtigt wären Nato Bündnis Politik zu formulieren. Das müsste eigentlich auf Staatschefebene geschehen und ganz gewiss nicht nur mündlich.

In der FAZ konnte man dazu mal einen guten Satz lesen: Man kann in einem Nebensatz nicht die internationale Sicherheitsarchitektur der nächsten Jahrzehnte zu definieren.

Das ist völlig abstrus. Genauso die Erwartung, aus mündlichen Aussagen Genschers/Bakers die im damaligen historischen Kontext getätigt wurden würde sich quasi eine ewige Gültigkeit ergeben.
Das funktioniert einfach nicht, das Rad der Geschichte dreht sich weiter.
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Zunächst einmal unterstelle ich, dass die mündlichen Äusserungen u.a. auch von Baker (woa) als Fakt akzeptiert werden.
Dann stellt sich (wie mein Vorschreiber andeutet) lediglich noch die Frage der "Halbwertszeit" (die Aussagen von Politikern sollen da ja relativ kurze Verfallsdaten haben).

Nun wird wohl niemand bestreiten, dass mit dem Rückzug der UdSSR aus der DDR und der Wiedervereinigung ein ständiges Zurückdrängen von Moskau erfolgte - nicht nur, was die Mitglieder des ehemaligen Warschauer Pakts betrifft, sondern auch den Zerfall der Sowjetunion. Soweit das die islamisch/tartarischen Nachfolgestaaten in Zentralasien betrifft, oder die baltischen Staaten, mag das ja noch verständlich sein - aber bei der Ukraine ist ein emotional wunder Punkt getroffen.
Nach russischem Verständnis ist die Ukraine "urslawisches Territorium", Kiew die "Mutter Moskaus". Die formale Unabhängigkeit hat man ja noch (zähneknirschend) hingenommen, und im Gegenzug für die Abgabe der ukrainischen Atomwaffen auch noch die territoriale Unabhängigkeit und eine neutrale Ukraine akzeptiert, einen politisch neutralen, aber wirtschaftlich (und soziologisch) von den Russen abhängigen Staat. Aber den "Putsch des Westens" (Maidan) und die Eingliederung und Orientierung nach Westen - das war für die "russische Seele" eine enorme Belastung.

So, und dann kommt noch ein Präsident (Putin), der im Tschetschenien-Konflikt durch Brutalität an Statur gewonnen (und damit Konkurrenten verdrängt) hat, der den sich gedemütigt fühlenden patriotischen Russen wieder Selbstbewusstsein gegeben hat - der Härte als Erfolgsrezept erlebt und (wie viele andere) den glorreichen Zeiten der Sowjetunion und der "Augenhöhe" mit den Amerikanern nachtrauert.

Wie kann man unter diesen Umständen die russische Aktion und das Agieren der Russen in der Ukraine so total unterschätzen, wie das offenbar "im Westen" passiert ist?
Wie kann man da dermaßen kurzsichtig agieren, wie wir das in der Ukraine erlebt haben?
Diese russischen (Re-)Aktionen waren vorhersehbar (wenngleich ich sie für extrem problematisch erachte), und ich halte es schon für eine gewisse Blindheit um nicht zu sagen Fahrlässigkeit oder Leichtsinn, das beim eigenen Handeln nicht einkalkuliert zu haben. Das ist der Vorwurf, den man den westlichen Regierungen machen kann.
Jetzt bestimmen die Russen mit ihren Trumpfkarten (Gas ....) das Geschehen - und die EU dackelt dem Geschehen hinterher.
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