(Luft) Hyperschall-Flugkörper
#1
Zitat:China hat einen neuen Hyperschall-Flugkörper ausprobiert
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schreibt http://www.gmx.net/themen/nachrichten/a ... t?.489.429
ebenso http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 54637.html
Zitat: Besorgnis in Washington
China testet Hyperschallwaffe

16.01.2014 · China hat erstmals eine Hyperschallwaffe getestet. Die Vereinigten Staaten sind besorgt. Laut Peking habe es sich nur um einen Versuch zu wissenschaftlichen Zwecken gehandelt.
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Da sollten wir uns drüber unterhalten: Einsatzmöglichkeiten, Vorteile, Nachteile, unterschiedliche Flugkörper ... - nicht darüber, wer zuerst zurück geschlagen hat ...
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#2
Bei 20000 Kilometern in der Stunde wird die Reaktionszeit der Verteidiger extrem herabgesetzt.
Ich kenne die Reaktionszeit automatischer Systeme nicht, aber während einer Reaktionszeit von 10 Sekunden hat ein derartiger Flugkörper bereits 50 Kilometer zurückgelegt, bevor die Bekämpfung auch nur eingeleitet wurde. Das Risiko, das ein derartiges System der eigenen Abwehrwaffe davon fliegt, ist also sehr hoch. Dafür sollten die glühenden Kanten derartiger Flugkörper eine Erfassung recht einfach machen.
Auch sollte die Wendigkeit grottig sein- für eine Wende sollte man wohl besser den Bogen Moskau- Sotschi-Madrid einkalkulieren. Ob da allerdings die Reichweite mitmacht...
Ebenso ist mir schleierhaft, wie die Steuerung funktionieren sollte, wenn man nicht nur stationäre Ziele angreifen will.
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#3
Es dürfte vermutlich reichen nur stationäre Ziele angreifen zu können.
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#4
Zitat:Bedrohung aus Russland

Nato besorgt über neue Hyperschallwaffen

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg läutet die Alarmglocken. Im Bündnis heißt es, dass das „Gleichgewicht des Schreckens“ fraglich geworden sei. [...] Er bezog sich nicht nur auf die russischen Marschflugkörper SSC-8, die Ziele in Europa treffen können und derentwegen Amerika den INF-Vertrag gekündigt hat. Stoltenberg sorgt sich ebenso wegen der neuen Hyperschallwaffen, die Moskau entwickelt und teilweise schon stationiert hat. Man werde darüber zu sprechen haben, wie die Allianz angesichts dieser Bedrohungen eine „glaubwürdige Verteidigung“ aufrechterhalten könne, sagte er. [...] Bei Kurz- und Mittelstreckensystemen übertreffe Russland inzwischen „bei weitem“ die Fähigkeiten der Allianz. Es gebe da ein „großes Ungleichgewicht“ und eine „systemische Ungleichheit“. Das sind gewichtige Worte, denn damit gesteht die Allianz ein, dass das „Gleichgewicht des Schreckens“ fraglich geworden ist - so wird die Fähigkeit der Atommächte genannt, sich jederzeit gegenseitig zu vernichten. [...]

Die SSC-8-Marschflugkörper fliegen zwar nur so langsam wie ein normales Verkehrsflugzeug und haben eine Reichweite von 1800 Kilometern. Das verschafft der Nato immerhin eine Vorwarnzeit von bis zu zwei Stunden. Aber diese Systeme sind wegen ihrer variablen Flugbahn nur schwer aufzuspüren. Noch gefährlicher ist die neue Luft-Boden-Rakete Kinschal, die für die russischen Nuklearbomber entwickelt wurde. Diese Rakete wird im Flug ausgeklinkt und steigt dann auf eine Höhe von 18 bis 20 Kilometern. Dabei soll sie zehnfache Überschallgeschwindigkeit erreichen – und würde ihr Ziel binnen weniger Minuten treffen. Das überfordert die heutige Raketenabwehr aller Nato-Staaten.

Dasselbe gilt für den Gleitflugkörper Awangard. Er wird mit einer Interkontinentalrakete in den Weltraum geschossen; zunächst mit der SS-19, ab 2022 mit der Neuentwicklung Sarmat. Die Rakete selbst kann zwar geortet werden, doch sobald sich der Gleiter von ihr trennt, „wissen wir erst wieder von ihm, wenn es eine Detonation gegeben hat“, sagte der Nato-Beamte. Das extrem hitzebeständige Objekt soll sich mit mehr als zwanzigfacher Schallgeschwindigkeit zu seinem Ziel bewegen und außerdem Wellen fliegen können. [...]

Die Nato hat bisher nur eines entschieden: „Wir werden keine neuen, landgestützten nuklearen Mittelstreckensysteme in Europa stationieren“, bekräftigte Stoltenberg am Mittwoch. Die Allianz will ein neues Wettrüsten wie in den achtziger Jahren verhindern, allerdings wird das Problem des Ungleichgewichts so nicht gelöst. Als denkbar gilt die Stationierung konventioneller Mittelstreckensysteme in Europa, die von den Vereinigten Staaten entwickelt werden. Seit Anfang Februar haben die Amerikaner außerdem ihre ballistischen Raketen auf den U-Booten mit einem kleineren Atomsprengkopf ausgestattet, um den Russen bei taktischen Waffen wenigstens etwas entgegenzusetzen.
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausl...30557.html

Schneemann.
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#5
Das einzige, was evtl. helfen könnte, wären Laserwaffen.
Nur Licht kann schnell genug sein.

Was Verteidigung angeht, bleibt gar nichts anderes übrig.
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#6
Zitat:DARPA, USAF prepare to fly HAWC variants later this year

The US Defence Advanced Research Projects Agency (DARPA) and the US Air Force (USAF) on 1 September announced the successful completion of captive carry tests of two variants of the Hypersonic Air-breathing Weapon Concept (HAWC). The risk reduction milestone paves the way for the variants to proceed to initial free-flight testing later this year.

The HAWC prototyping activity is being advanced under separate research contracts issued by DARPA to Lockheed Martin and Raytheon Technologies in September and October 2016, respectively. “HAWC performers Lockheed Martin and Raytheon Technologies have each tested advanced air vehicle configurations that promise to achieve and sustain efficient hypersonic flight. [...] A follow-on development of DARPA’s earlier Integrated Hypersonics Programme, HAWC aims to mature and demonstrate critical technologies to inform the development and flight testing of an effective and affordable air-launched hypersonic cruise missile, and is intended to deliver transformational long-range strike capabilities against time-critical or heavily defended targets.
https://www.janes.com/defence-news/news-...-this-year

Schneemann.
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#7
Bezüglich der sich nun anbahndenden Hyperschallwaffen wird meiner Meinung nach die Frage immer relevanter, wie man eine Art Pearl Harbour Szenario vermeiden will - nur mit dem Unterschied, dass mit einem solchen Schlag hier und heute bereits der ganze Krieg vorbei sein könnte, da wir uns von diesem Schlag im Gegensatz zu damals in keinster Weise wieder fangen könnten . Beispielsweise sei hier ein solcher Schlag gegen unsere gesamte Luftwaffen-Infrastruktur angedacht, der diese in einem solchen Umfang ausschaltet, dass wir nicht mehr in der Lage wären, einen konventionellen Krieg siegreich durchzuführen.

Hat der Gegner dann nur begrenzte und klar transparent auch so kommunizierte Kriegsziele, halte ich es für wahrscheinlich, dass wird diesem dann entsprechend nachgeben - also den Krieg verlieren.
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#8
(14.09.2020, 19:44)Quintus Fabius schrieb: Bezüglich der sich nun anbahndenden Hyperschallwaffen wird meiner Meinung nach die Frage immer relevanter, wie man eine Art Pearl Harbour Szenario vermeiden will - nur mit dem Unterschied, dass mit einem solchen Schlag hier und heute bereits der ganze Krieg vorbei sein könnte, da wir uns von diesem Schlag im Gegensatz zu damals in keinster Weise wieder fangen könnten . Beispielsweise sei hier ein solcher Schlag gegen unsere gesamte Luftwaffen-Infrastruktur angedacht, der diese in einem solchen Umfang ausschaltet, dass wir nicht mehr in der Lage wären, einen konventionellen Krieg siegreich durchzuführen.

Hat der Gegner dann nur begrenzte und klar transparent auch so kommunizierte Kriegsziele, halte ich es für wahrscheinlich, dass wird diesem dann entsprechend nachgeben - also den Krieg verlieren.
Japan hatte mit Pearl Harbor auch nur „begrenzte“ Kriegsziele. Genutzt hat es nichts, eher im Gegenteil.
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#9
Der Unterschied wäre hier und heute, dass wir uns von so einem Schlag nicht mehr erholen würden. Und auch Pearl Harbour hätte anders ausgehen können, wären die Flugzeugträger im Hafen mit vernichtet worden. Vor allem aber sind die Zeiten heute andere. Die Gesellschaften heute können nicht mehr im Ansatz solche Schläge einstecken wie sie noch im WK2 ausgeteilt wurden. Die brechen schon viel früher zusammen weil die gesamte kritische Infrastruktur so viel anfälliger ist, und alles so viel abhängiger vom Zusammenspiel ganz bestimmter Assets und Umstände ist.
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#10
(14.09.2020, 20:11)Quintus Fabius schrieb: Der Unterschied wäre hier und heute, dass wir uns von so einem Schlag nicht mehr erholen würden. Und auch Pearl Harbour hätte anders ausgehen können, wären die Flugzeugträger im Hafen mit vernichtet worden. Vor allem aber sind die Zeiten heute andere. Die Gesellschaften heute können nicht mehr im Ansatz solche Schläge einstecken wie sie noch im WK2 ausgeteilt wurden. Die brechen schon viel früher zusammen weil die gesamte kritische Infrastruktur so viel anfälliger ist, und alles so viel abhängiger vom Zusammenspiel ganz bestimmter Assets und Umstände ist.

Dazu hätten die Japaner Hawaii erobern müssen. Die Zerstörung der Flugzeugträger hätte Zeit gebracht aber wohl nicht für einen Sieg gereicht.
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#11
Nach aktuellem Stand dürfte das Problem derartiger Waffen sein, dass sie einen Krieg eher wahrscheinlich machen. Denn bislang ist es m. W. n. kaum möglich, derartige Flugkörper abzufangen oder zu zerstören, auch wenn es gewisse Ideen hinsichtlich Lasersystemen gibt. Heißt: Um den Einsatz einer solchen Waffe zu verhindern, die ich ja nicht abwehren kann, muss ich sie zerstören noch ehe sie überhaupt abgefeuert wird. Der Besitz dieser Systeme zwingt die Gegenseite geradezu dazu einen Erstschlag (konventionell gesehen oder aber bspw. durch Hackerattacken) auszuführen, was die Spannungen eher erhöhen dürfte.

Ich möchte nicht wissen, was die Russen denken, wenn wir anfangen Tiefangriffe auf die Hyperschallsysteme in Kaliningrad zu üben...

Schneemann.
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#12
(15.09.2020, 18:02)Schneemann schrieb: Nach aktuellem Stand dürfte das Problem derartiger Waffen sein, dass sie einen Krieg eher wahrscheinlich machen. Denn bislang ist es m. W. n. kaum möglich, derartige Flugkörper abzufangen oder zu zerstören, auch wenn es gewisse Ideen hinsichtlich Lasersystemen gibt. Heißt: Um den Einsatz einer solchen Waffe zu verhindern, die ich ja nicht abwehren kann, muss ich sie zerstören noch ehe sie überhaupt abgefeuert wird. Der Besitz dieser Systeme zwingt die Gegenseite geradezu dazu einen Erstschlag (konventionell gesehen oder aber bspw. durch Hackerattacken) auszuführen, was die Spannungen eher erhöhen dürfte.

Ich möchte nicht wissen, was die Russen denken, wenn wir anfangen Tiefangriffe auf die Hyperschallsysteme in Kaliningrad zu üben...

Schneemann.

Das hatte man von Atomwaffen auch gedacht aber in Wahrheit haben sie den Krieg zwischen den beiden großen Machtblöcken Jahrzehnte verhindert.
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#13
Zitat:Das hatte man von Atomwaffen auch gedacht aber in Wahrheit haben sie den Krieg zwischen den beiden großen Machtblöcken Jahrzehnte verhindert.
Das kann man m. M. n. schlecht vergleichen. Bei den Atomwaffen war beiden Seiten geradezu dramatisch bewusst, dass diese aufgrund ihres enormen Vernichtungspotenzials den gegenseitigen Overkill (MAD) bei einem Erstschlag wie einem Gegenschlag bewirken werden. Es wäre quasi das Ende der Zivilisation gewesen, im Osten wie im Westen, was auch die letztliche Abschreckung bewirkte.

Bei den Hyperschallflugkörpern indessen ist das reine Schadensniveau (wenn sie keine Atomsprengköpfe im Gefechtskopf führen) hierzu vergleichsweise überschaubar - und je kontrollier- bzw. eingrenzbarer der Schaden ist, desto eher besteht auch die Bereitschaft zum Einsatz. Ich sehe in diesen Waffen somit eher ein Risiko als denn einen Abschreckungsgegenstand.

Schneemann.
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#14
(16.09.2020, 17:51)Schneemann schrieb:
Zitat:Das hatte man von Atomwaffen auch gedacht aber in Wahrheit haben sie den Krieg zwischen den beiden großen Machtblöcken Jahrzehnte verhindert.
Das kann man m. M. n. schlecht vergleichen. Bei den Atomwaffen war beiden Seiten geradezu dramatisch bewusst, dass diese aufgrund ihres enormen Vernichtungspotenzials den gegenseitigen Overkill (MAD) bei einem Erstschlag wie einem Gegenschlag bewirken werden. Es wäre quasi das Ende der Zivilisation gewesen, im Osten wie im Westen, was auch die letztliche Abschreckung bewirkte.

Bei den Hyperschallflugkörpern indessen ist das reine Schadensniveau (wenn sie keine Atomsprengköpfe im Gefechtskopf führen) hierzu vergleichsweise überschaubar - und je kontrollier- bzw. eingrenzbarer der Schaden ist, desto eher besteht auch die Bereitschaft zum Einsatz. Ich sehe in diesen Waffen somit eher ein Risiko als denn einen Abschreckungsgegenstand.

Schneemann.

Und dann stellt sch bei konventionellen Sprengköpfen die Frage der Genauigkeit. Raketen wurden erst durch die Atomsprengköpfe eine mächtige Waffe. Konventionell waren die immer zu ungenau um etwas sicher zu zerstören.
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#15
Ein Konzept für den Einsatz von Hyperschall-Raketen von Bombern aus:

https://twitter.com/StrikeWriter/status/...88/photo/1

Zitat:For @AviationWeek
Intelligence Network subscribers, @TheDEWLine
reveals how Boeing envisions B-1Bs & B-52s becoming hypersonic missile carriers https://aviationweek.com #AnteUp
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