Textron Scorpion
#16
Und was sollen die VAE mit einem Flugzeug, das in erster Linie COIN-Operationen fliegen kann? Die Emirate haben keine inneren Feinde, Hauptgegner ist der Iran. Gegen dessen Luftstreitkräfte und -verteidigung ist der Scorpion nutzlos. Es sei denn, man spinnt sich irgendeine Re-Export-Geschichte zusammen. Sowas kam schon vor.
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#17
Eine interessante Frage wäre für mich, ob dieses Flugzeug auf nur halb befestigten oder nicht befestigten Feldflugplätzen, irgendwelchen Wiesen, Kiesflächen etc landen und starten kann. Und wie robust es gegen feinen Staub und Mangel an Wartung ist.

Die geben 20 000 Stunden Lebensdauer an, ob das auch bei widrigen Verhältnissen und mangelnder Wartung gilt?

Allgemein mag ich COIN Flugzeuge und bin der Überzeugung, dass die Bundeswehr solche einführen sollte. Die Frage ist aber, ob dass hier vorgestellte Flugzeug wirklich auf COIN hin optimiert ist, da gibt es zur Zeit noch ganz andere vielversprechende Entwürfe die vom Preis her noch günstiger kommen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Advanced_H ... t_Aircraft

Oder viel interessantere Eigenschaften speziell für diese Art von Arbeit bieten (bspw Endurance - Textron 5 Stunden - Firebird 40 Stunden) :

http://en.wikipedia.org/wiki/Northrop_Grumman_Firebird

Manche Studien zu solchen Flugzeugen sind gerade zu erfrischend unkonventionell zu dem recht konventionellen Entwurf von Textron:

http://www.architectswanderlust.com/201 ... -aircraft/

Das Flugzeug von Textron ist irgendwie nicht klar genug spezifiziert. Ein reinrassiges COIN Flugzeug ist es nicht, aber auch kein echtes Schlachtflugzeug.

Wenn es nur darum geht, dass man mehr "Sprengstoff" in ein bestimmtes Gebiet schmeissen will, dann wäre hier ein reinrassiges Schlachtflugzeug die deutlich bessere Wahl. Wir könnten hier mit Russland ins Geschäft kommen und die Su-39 fertig stellen und beschaffen und hätten damit mal ordentlich viel Feuerkraft in einem extrem robusten und extremst anspruchlosen Flugzeug. Wenns die Italiener können, warum dann nicht auch wir?
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#18
@Quintus Fabius:

Zitat:Allgemein mag ich COIN Flugzeuge und bin der Überzeugung, dass die Bundeswehr solche einführen sollte.

Tja hatten wir damals rudimentär mit dem AlphaJet. Danach ist einfach nichts mehr nachgekommen. Heute denke ich das mit Hinblick auf Afg die Truppe froh wäre wenn sie wieder so ein Flugzeug hätte :mrgreen:
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#19
WideMasta:

Es gibt ja auch heute eine ganze Reihe sehr ähnlicher Flugzeuge, wobei ich hier insbesondere die Yak 131 und die mit ihr engverwandte italienische M-346 nennen würde. Aber echte COIN Flugzeuge sind diese Flieger meiner Meinung nach nicht. Die Yak 131 wurde ja beispielsweise lange Zeit als Ersatz für die Su 25 angedacht. Das sind primär Erdkampfflugzeuge und COIN daher nur sekundär ihre Aufgabe. Da fehlen einfach wesentliche Eigenschaften (Flugdauer, Sensorik usw)

Ein weiteres aktuelles Muster ist der Combat Dragon II, der ein reinrassiges COIN Flugzeug ist:

http://dmn.wpengine.netdna-cdn.com/wp-c ... V-10G+.jpg

http://www.defensemedianetwork.com/stor ... abilities/

Zitat:The key to the concept is an inexpensive, simple, nimble combat aircraft capable of long loiter and on-call reconnaissance and attack duty, able to operate from austere airfields under primitive conditions

Die Frage ist, ob der Textron Scorpion speziell diese Anforderungen auch erfüllt, insbesondere die beiden letztgenannten! Der Scorpion sieht einfach nicht robust genug aus, aber dass kann natürlich auch täuschen (muß ja nicht jede robuste Maschine hässlich und ungeschlacht sein)

Meine persönliche Meinung zu dem Thema gibt aber der folgende Absatz am besten wieder:

Zitat:A different kind of criticism came in an interview for this article with former Pentagon analyst Pierre Sprey, widely credited as the force behind the A-10 Thunderbolt II.

Sprey doesn't think a program aimed explicitly at Afghanistan will get funded when "we're leaving that country and getting out of that war." Sprey believes present-day technology would enable a vastly improved, cheaper A-10 type of aircraft that would be suitable for all intensities of warfare.

"Piddling around with light attack is not the way to help out our troops," Sprey told Defense Media Network. "In any case, a 'light attack aircraft' isn't going to happen in part because we're leaving Afghanistan next year and mostly because the Air Force despises the mission. We could do much better today if we developed a smaller, hotter, more lethal and survivable version of the A-10 and put the emphasis on 'close support' rather than on 'light attack.' Our troops need and deserve a true close support aircraft more than ever."

Am wirtschaftlichsten für die Bundeswehr wäre eine Zusammenarbeit mit Russland und die Fertigstellung der Su 39 als echtes reinrassiges Schlachtflugzeug. Die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit der russischen Armee verbessert sich ja seit einigen Jahren ständig, da gibt es immer mehr und bessere Kontakte, vor allem beim Heer. Diese Kontakte müsste man explorieren um damit die für das Heer notwendige LNU zu beschaffen. Die Su 39 ist de facto fast fertig und sie mit westlicher Technik einzurüsten wäre meiner Meinung nach kostengünstiger als ein eigener oder US-Neuentwurf.
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#20
Die BW und Sinnvoll, ein Widerspruch in sich. Sinnvoll wäre auch die AN 70 gewesen und nicht der A400M. Sind ja nur unsere Steuergelder.
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#21
Quintus Fabius schrieb:Sprey doesn't think a program aimed explicitly at Afghanistan will get funded when "we're leaving that country and getting out of that war." Sprey believes present-day technology would enable a vastly improved, cheaper A-10 type of aircraft that would be suitable for all intensities of warfare.

"Piddling around with light attack is not the way to help out our troops," Sprey told Defense Media Network. "In any case, a 'light attack aircraft' isn't going to happen in part because we're leaving Afghanistan next year and mostly because the Air Force despises the mission. We could do much better today if we developed a smaller, hotter, more lethal and survivable version of the A-10 and put the emphasis on 'close support' rather than on 'light attack.' Our troops need and deserve a true close support aircraft more than ever."
Ja ja, es wollen alle ihre Produkte verkaufen. Vor dem Hintergrund der neuen Technologien, ist es aus meiner Sicht eine völlig unnötige Flugzeugkategorie, die neben der F-35 und den Drohnen keinerlei Berechtigung hat. Das Flugzeug kann ja wieder nicht lang in der Luft bleiben, man schleppt wieder die gesamte Infrastruktur und Dragpenaltys wegen dem Piloten (oder sogar 2x) mit. Für mich ist das einmal mehr eine Anhäufung unnötiger Hardware, die einen Rattenschwanz an Personal, Wartung und Kosten nach sich zieht.

Wann lernt man es endlich, auf diese vergleichsweise unwichtigen Dinger zu verzichten, dann hat man für die Dinge mehr Geld, was man wirklich braucht. Es ist kein Wunschkonzert mit nach oben offenen Budget, die Mittel sind begrenzt, wichtig ist dass man am richtigen Ort investiert.

Und auch das Argument Jettrainer, ... man muss keine Jettrainer mehr beschaffen, die die man hat reichen völlig aus. Es wird in der Zukunft kaum mehr halb so viele Piloten geben. Die F-35 ist einsitzig, die Stückzahlen werden dramatisch zurückgehen und für all die Drohnen braucht man sowieso keine Jettrainerausbildung.

Zitat:Am wirtschaftlichsten für die Bundeswehr wäre eine Zusammenarbeit mit Russland und die Fertigstellung der Su 39 als echtes reinrassiges Schlachtflugzeug. Die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit der russischen Armee verbessert sich ja seit einigen Jahren ständig, da gibt es immer mehr und bessere Kontakte, vor allem beim Heer. Diese Kontakte müsste man explorieren um damit die für das Heer notwendige LNU zu beschaffen. Die Su 39 ist de facto fast fertig und sie mit westlicher Technik einzurüsten wäre meiner Meinung nach kostengünstiger als ein eigener oder US-Neuentwurf.
Wenn es ein Wille zur LNU gäbe, müsste man dringend beim EF ansetzen, dass das Potenzial in der Erdkampfleistungen genützt werden kann. Das Flugzeug ist ja der Form für die allermeisten Einsätze, unbrauchbar. Das ist Geldverschwendung pur, wenn man die alten Tornados immer noch im Dienst halten muss, wenn das neue, angeblich mehrzweckfähige Muster, nur so eindimensionales eingesetzt werden kann.

Man beschafft gescheiter die Predator-Drohne oder halt dann wie immer das Gerät von EADS, so es denn mal verfügbar wäre. Dann kann man auch das Gefechtsfeld aufklären, bevor man schiesst. Es ist doch wichtig, dass man bei den unübersichtlichen Konflikten hier ein besseres Werkzeug (Aufklärung) hat, Su-39, A-10 oder dieser Scorpion lösen doch das Problem nicht. Man muss ja dann wieder x-Aufklärungsdrohnen dazu kaufen, dann brauchen die einen Datenlink die die Informationen direkt im Cockpit des COIN-Flugzeugs sichtbar machen. Das ist wieder ein Umweg und zusätzlich Hardware, meiner Meinung nach völlig konzeptlos.
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#22
@phantom:

Das aufgeführte Problem mit dem EF und dessen Fähigkeitslücken sind im allgemeinen und in der Tat ein provoziertes Problem unserer Politiker und Unfähigkeit der BW. Selbst nach einem Starfighter hat die BW anscheinend noch immer nicht begriffen das man einen rein konzipierten Luftüblerlegenheitsjäger nicht in eine Mehrzweckrolle pressen kann und soll.
Man hätte sich damals eher dazu bekennen müssen den Tornado IDS in einer weiterentwickelten Neuauflage (meinethalben Tornado II) zu beschaffen. Ein Tornado gemessen an seiner Entwicklungszeit und Einsatzreife, sowie weiter Verbreitung stellt hier für mich das bessere Flugzeug dar. Natürlich möchte ich im Grunde nicht einen EF mit Tornado vergleichen, doch zwingt mich die BW zu solch einem Schluss, da man ja den EF für die Mehrzweckrolle vergewaltigt. Hier würde mich mehr der direkte Vergleich mit der französischen Rafale interessieren. Von Anfang an als Mehrzweckkampfflugzeug entwickelt und gebaut. Sofern ich hier richtig liege.
Nun aber zur F-35. Dieses ist das große Sorgenkind der Amerikaner. Auch hier stetig steigende Kosten (aus dem Ufer laufende Kosten) und ein technisches Problem geht Hand in Hand ins nächste über (was der Komplexität des Waffensystems geschuldet ist), so das Obama dieses Projekt wahrlich wenn nicht schon so viel Geld da rein geflossen wäre mit sofortiger Wirkung dem Schredder zuführen würde. Nun hat man sich jüngst nach etlichen Korrekturen der Stückzahlen nach unten und nach einem MoU die Kosten fix gehalten und besiegelt. Fragt sich nur für wie lange??
Also bleibt in Zeiten klammer Kassen so wie du es folgerichtig beschrieben hast nur der Schritt in Richtung Drohne. Laut ESUT haben sich EADS und Dassault endlich auf die Entwicklung einer gemeinsamen MALE Drohne geeinigt.
Auch wenn es nun unanfechtbar so ist das eine Drohne eine deutlich längere Endurance hat, so sehe ich immer noch die Problematik der deutlich geringeren Bewaffnung. Mag sein das einzelne Ziele hier hiermit deutlich effizienter und kostengünstiger bekämpft werden können, doch nicht in dynamischen und lang anhaltenden Gefechten.
Also bliebe der BW nur der Griff zum Tornado IDS.
Stellt sich also die Frage was die Amerikaner mit dem Scorpion möchten. Denn diese haben ja nun schließlich die freie Wahl. Zum einen bewaffnete Drohnen und zum anderen reine Erdkampfflugzeuge wie die Thunderbold I- II, wobei auch hier die Stückzahlen nach unten geschraubt werden. Da die Entwicklung der Waffensysteme immer mehr in Richtung kleiner und hoch wirksam gehen und in Zukunft dann noch mit skalierbarer Sprengwirkung, ist es fraglich ob man ein Flugzeug wie die Thunderbold I-II noch braucht und nicht lieber den Schritt in Richtung Scorpion wagt welcher deutlich leichter ist und höhere Endurance hat. Ich finde es hier nicht so leicht pauschal zu behaupten das dieses Flugzeug im gewissen Maße so überflüssig ist wie ein Kropf am Hals.
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#23
Tut mir leid, aber ich finde die Aussage, das der EF nicht als MR Fighter taugt nicht begründet. Man verweist immer auf den Starfighter als abschreckendes Beispiel, übersieht aber die ganzen anderen Beispiele wo es sehr gut geklappt hat. Da wären die F4, F14, F15, F16 zu nennen die alle zuerst als Jäger gebaut wurden. Die Briten fliegen den EF schon mit einer minimalen A2G Fähigkeit.

Meiner Meinung nach ist das eher ein Versagen der Politik, des BWB, der Bundeswehr und vom Hersteller, das man einfach alles hat schleifen lassen und zu wenig Mut und Geld genutzt hat um da mal voranzugehen. Aber das kennt man ja.

Meine Wunschvorstellung für die Deutschen EF wäre:

A2A: IRIS-T & Meteor
Close Air Support: Brimestone2, SDB2, MK83 + TIP (Paveway Enhanced), Laserguided Sidewinder
ASM: RBS15MK4
Standoff: MAW Taurus, Pilum (Hope & Hosbo)
Recce: Recce Lite Pod
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#24
@WideMasta
Zitat:Stellt sich also die Frage was die Amerikaner mit dem Scorpion möchten.
Nichts, Textron ist ja eine private Firma, die einfach ihr Produkt verkaufen möchte. Mit dem amerikanischen Staat/Militär hat die Firma nichts zu tun.

Zitat: ... ist es fraglich ob man ein Flugzeug wie die Thunderbold I-II noch braucht und nicht lieber den Schritt in Richtung Scorpion wagt welcher deutlich leichter ist und höhere Endurance hat.
Welch bessere Endurance? Marginal besser, aber immer noch ne Krücke vor dem Herrn. Hier reden wir von 10x so viel Einsatzzeit bei einer Drohne pro Einsatz. Du kannst dir vielleicht ausmalen, was das für einen Leerlauf bedeutet und Kosten erzeugt, wenn das bemannte Flugzeug dauernd wieder in die Luft muss, um Überwachungsaufgaben auszuführen. Das braucht alles Personal die diese Arbeiten ausführen, das sind beileibe nicht nur die Piloten die hier die Kosten verursachen.

Das Flugzeug muss heute viel länger in der Luft bleiben und Überwachungsaufgaben durchführen können. Ich tippe mal auf 99% der Zeit ist Überwachung, 1% gezielter Einsatz auf ein ermitteltes Ziel. Und auf diese Erfordernisse muss man das Fluggerät konstruieren. Das decken eben die Drohnen viel besser ab. Dass man noch das dicke Gerät braucht, bestreite ich ja nicht. Aber dazu kann man auch ein Mehrzweckkampfflugzeug in der Warteschlaufe beim Tanker einsetzen, es braucht da kein Spezialgerät ... falls nötig kann man das mit einer speziellen Waffe erledigen, aber sicher keine spezielle Zelle. Mehr kleinere Einheiten (Drohnen) die sowohl zur Aufklärung und zum Erdkampf mit etwas mehr als einer Tonne Waffenlast im Stande sind. Meistens wird ja die grosse Menge eh nicht gebraucht. Und wenn, dann hat man noch das Mehrzweckkampfflugzeug welches man eh im Arsenal haben muss.
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#25
Der ziemlich kleine AHRLAC hat eine Endurance von 10 Stunden, der Firebird sogar von 40 Stunden. Beide Systeme könnte man anstelle von Drohnen verwenden und sie wären dann genau so wirtschaftlich, bzw im Fall des AHRLAC sogar definitiv wirtschaftlicher. Die Kosten für Einsatz und Unterhalt liegen beim AHRLAC unter denen einer Drohne.

Allgemein wird die Wirtschaftlichkeit von Drohnen meiner Meinung nach überschätzt.

http://nation.time.com/2012/02/28/2-the ... rformance/

Drohnen sind zudem relativ langsam (die MQ9 hat bspw unter 300 km/h), man braucht also mehr davon um ein bestimmtes Gebiet abdecken zu können, da ja nicht zu viel Zeit vergehen darf, bis die LNU eintrifft. Da machen schnellere COIN Flugzeuge wie die Textron Scorpion schon wieder Sinn (oder die Drohnen müssten schneller werden (auch möglich, aber erneut teurer).
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#26
kommt ja, die nächste Generation Drohnen wird deutlich schneller, da man Zeit bei der Anreise und Abreise ins Zielgebiet sparen will. Beispiele sind hier die AVenger von General Atomics und die Talarion von EADS.
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#27
Wobei die Talarion ungefähr 550 km/h schnell sein wird und die Avenger ungefähr 740 km/h. Die Textron Scorpion kommt auf etwas ungefähr 840 km/h, die Su-39 auf ungefähr 1000 km/h. Und es bleibt der Preis: eine Talarion oder Avenger wird deutlich teurer kommen, vermutlich um die 20 Mio pro System. Und die Talarion wird beispielsweise zur Zeit nicht mal mehr weiter entwickelt, weil niemand die Kosten dafür tragen will. Die Flugzeuge bieten hier und jetzt und auch noch in der Zukunft schlicht und einfach eine höhere Geschwindigkeit (zum erreichen des Zielgebietes).
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#28
Quintus Fabius schrieb:Wobei die Talarion ungefähr 550 km/h schnell sein wird und die Avenger ungefähr 740 km/h. Die Textron Scorpion kommt auf etwas ungefähr 840 km/h, die Su-39 auf ungefähr 1000 km/h. Und es bleibt der Preis: eine Talarion oder Avenger wird deutlich teurer kommen, vermutlich um die 20 Mio pro System. Und die Talarion wird beispielsweise zur Zeit nicht mal mehr weiter entwickelt, weil niemand die Kosten dafür tragen will. Die Flugzeuge bieten hier und jetzt und auch noch in der Zukunft schlicht und einfach eine höhere Geschwindigkeit (zum erreichen des Zielgebietes).
Du überschätzt die Geschwindigkeit masslos. Viel wichtiger ist, dass man vom Radar möglichst lang unerfasst bleibt. Geschwindigkeit gibt dir keine Sicherheit gegen Raketen, das bringt nur was gegen Rohrwaffen. Und die sind wiederum unnütz wenn man etwas Distanz hält.
General Atomics ist innovativ und hat schon jede Menge Erfahrung, die Infrastruktur am Boden ist schon bei den Streitkräften etabliert und die gute Performance wurde auf dem Gefechtsfeld bewiesen. Sie haben alle erdenklichen Vorteile sich weitere Aufträge bei den US-Streitkräften zu sichern. Der Scorpion hat aus meiner Sicht keine Chance bei den US-Streitkräften eine Rolle zu spielen. Zumindest so lang wie die Demokraten am Ruder sind.

Ein Markt gibt es dort wo 3.Weltstaaten "Aufständische" niederkämpfen müssen und nicht auf Satellitenkommunikation angewiesen sind, soweit würd ich dir entgegenkommen. Allerdings glaub ich, dass die ganze Pilotenausbildung, die vielen Trainingsflüge die es da jeweils braucht, damit der Pilot halbwegs performen kann, unnötig viel Geld verschlingt. Drohnen sind ein Ausweg aus den viel zu hohen Personal- und Unterhaltskosten. Da eh alles im Computer abläuft, braucht man real kaum trainieren, man kann fast die gesamte die Ausbildung und das Training auf den Simulator verlegen.

Bezeichnend find ich, dass der Avenger die Sensorsuite der F-35 erhalten soll. Dass das nötig ist, zeigt doch das Problem auf, dass mit zunehmender Geschwindigkeit der Pilot gegenüber Bodenzielen mit seinen Sinnen völlig überfordert ist. Gleiches gilt jetzt auch für den Operator, er hat keine Zeit da lang rum zu zoomen / sich die Lage anzuschauen. Es braucht dann einen viel höheren Automatisierungsgrad in der Zielsuche/Erkennung/Klassifizierung, da die Entscheide in viel kürzerer Zeit getroffen werden müssen. Wenn der Textron Scorpion auch auf dem Niveau performen müsste, kämen da noch viel mehr Kosten dazu. Unter dem Strich kann ich einmal mehr nur drauf hinweisen, dass man die Zelle und deren Flugleistungen nicht überbewerten sollte. Besser simpel, stealthy, geräumig und grosses Tankvolumen = grosser Einsatzradius / lange Verweildauer über dem Zielgebiet. Und ein nicht zu unterschätzender Faktor sind bei einer Drohne, dass man kein Gerät und Infrastruktur zur Rettung von Piloten braucht. Man kann risikoreiche Angriffe mit der Drohne durchführen, ohne dass man die PR-Masche der Gegner mit gefangenen Piloten zu fürchten braucht. Ein inhaftierter Pilot bewegt zu Hause mehr Gemüter, als 50 abgeschossene Drohnen.
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#29
phantom:

Zitat:Du überschätzt die Geschwindigkeit masslos. Viel wichtiger ist, dass man vom Radar möglichst lang unerfasst bleibt. Geschwindigkeit gibt dir keine Sicherheit gegen Raketen, das bringt nur was gegen Rohrwaffen. Und die sind wiederum unnütz wenn man etwas Distanz hält.

Es geht mir überhaupt nicht um Sicherheit gegen Feindbeschuss, sondern nur darum, möglichst schnell jeweils an einem Einsatzort zu sein. Eine so hohe Dichte wie sie dir vorschwebt wird in absehbarer Zeit nicht realisierbar sein und daher wird es immer wieder dazu kommen, dass sich das Wirkmittel (Fluggerät) nicht über dem Einsatzort befindet sondern in einigem Abstand zu diesem. Eine hohe Geschwindikgeit ermöglicht es dann, diesen Ort viel schneller zu erreichen und somit die LNU viel schneller leisten zu können.

Allerdings glaub ich, dass die ganze Pilotenausbildung, die vielen Trainingsflüge die es da jeweils braucht, damit der Pilot halbwegs performen kann, unnötig viel Geld verschlingt. Drohnen sind ein Ausweg aus den viel zu hohen Personal- und Unterhaltskosten. Da eh alles im Computer abläuft, braucht man real kaum trainieren, man kann fast die gesamte die Ausbildung und das Training auf den Simulator verlegen.

Bei der Scorpion können Zivilpiloten viel schneller für den Einsatz dieses Flugzeuges trainiert werden als bei anderen Kampfflugzeugen. Die Personalkosten (inklusive Ausbildung) sind zwar bei Drohnen höher, aber du unterschätzt meiner Meinung nach die Unterhaltskosten von Drohnen. Drohnen sind gar nicht so günstig wie von dir immer propagiert, dazu gab es erst vor kurzem eine Studie zu den Drohnen von General Atomics. (das heißt jetzt nicht umgekehrt, dass die Drohnen ihr Geld nicht Wert wären, im Gegenteil) Es heißt aber, dass ein bemanntes Flugzeug unter bestimmten Umständen günstiger kommen kann als eine Drohne.

Dass das nötig ist, zeigt doch das Problem auf, dass mit zunehmender Geschwindigkeit der Pilot gegenüber Bodenzielen mit seinen Sinnen völlig überfordert ist.

Die hohe Geschwindigkeit nutzt du bei einem COIN Flugzeug wie dem Scorpion nur, um dorthin zu gelangen wo du hin musst. Vor Ort kannst du auch viel langsamer fliegen. Gerade der Scorpion ist in der Lage erstaunlich langsam zu fliegen.

Zitat:Gleiches gilt jetzt auch für den Operator, er hat keine Zeit da lang rum zu zoomen / sich die Lage anzuschauen....(Kollateralschäden etc.).....Und ein nicht zu unterschätzender Faktor sind bei einer Drohne, dass man kein Gerät und Infrastruktur zur Rettung von Piloten braucht. usw

Wir haben in diesen Punkten natürlich eine völlig verschiedene Militärkultur bzw Auffassung von Militärkultur. Und da die meine mehr der von Staaten ähnelt, welche die Scorpion kaufen werden, zeigt auf, dass diese für solche Staaten mit einer solchen Militärkultur sinnvoller sein kann als eine Drohne.
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#30
Ich denke, das Flugzeug ist so am "low end" der Jet-Familie - es könnte sowohl für Erdkampfeinsätze wie auch als Trainer seine Abnehmer finden.
Fraglich ist, wo - in welchem Land - ein Interesse bestehen würde. Ehrlich gesagt: nachdem die letzten Erdkampfflugzeuge der USA "in die Jahre kommen", sehe ich in den USA durchaus Bedarf.
Ich könnte mir aber auch noch einen Absatz auf dem süd- und südostasiatischen Markt vorstellen - von Indien über die Philippinen bis hin nach Australien. Und dass einzelne afrikanische und südamerikanische Staaten sich so ein Flugzeug zulegen, scheint mir auch nicht unwahrscheinlich.
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