Panzervernichtung durch Flug MK
#16
Zu einem 75 bzw 76 mm Geschütz:
Leider habe ich nichts zu Mündungsgeschwindigkeit und Energie gefunden. Laut Wikipedia hat bei dem Oto Melara 76/62 Compact die Munition ein Gewicht von 12,8kg und jedes Geschoss ein Gewicht von 6,3kg. Die effektive Schussweite liegt bei 8km und die max Schussweite liegt bei 18,4km.

Ist natürlich erstmal ein Marinegeschütz. Aber ich hatte geschrieben ich suche mal Vergleichswerte raus.
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#17
Laut dem Lexikon der Wehrmacht hatte die konische PaK 41, Kaliber 75 bzw. 55 mm eine v-Max von 1260 Meter pro Sekunde bei einer 2,6 Kilo Hartkerngrnate lag der Durchschlag bei Max.136 mm Stahl auf 1000 Meter Entfernung
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#18
Sieghard:

Zitat:Alles was ich gefunden habe war das Wolfram auch gefährlich ist (in Bezug auf Krebserregend), aber weniger schädlich als Uran. Und wenn mit Wolfram dann bessere Ergebnisse erzielt werden als mit Uran...

Natürlich ist Uranstaub gefährlicher. Aber man erzielt mit Uran definitiv die besseren Ergebnisse. Wolfram ist defintiv als Material schlechter für die Aufgabe geeignet.

Zitat:Es wird in den Artikeln über Uran/Wolfram dann noch auf das Metall Tantan verwiesen.

Es gibt noch viele weitere theoretische Möglichkeiten, aber das primäre Problem bleibt die Kostenfrage.


Hier noch zu frühen russischen Versuchen mit rückstoßfreien 76mm Kanonen als Flugzeugbewaffnung, die Idee ist also schon ziemlich alt:

http://ram-home.com/ram-old/gun-drp.html

das praktische Problem war damals, dass die Kanonen extrem unpräzise waren.

Man könnte damit Flugzeuge andenken, die bis zu Kaliber 155mm Kanonen an Bord haben und damit anstelle von Bomben bzw Raketen auf den Boden wirken, bei viel geringeren Kosten, da die verwendeten Geschosse deutlich günstiger wären.

Die Amis haben deshalb zu Vietnamkriegzeiten ebenfalls Experimente mit solchen Waffen gemacht um damit COIN Flugzeuge zu bewaffen:

http://www.worldaffairsboard.com/attach ... 6mm_02.jpg

http://www.worldaffairsboard.com/attach ... 6mm_01.jpg

http://www.worldaffairsboard.com/attach ... 6mm_03.jpg

Die Kanonen hatten ein Kaliber von 106mm und erwiesen sich entgegen beispielsweise den sowjetischen Erfahrungen vor dem zweiten Weltkrieg als sehr präzise!
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#19
Nun, Uran vs Wolfram:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinmetal ... rohrkanone
Die parallel dazu geführten Munitionstests erbrachten eine Leistungssteigerung der DM-53-Munition mit Penetrator aus Wolframcarbid gegenüber der bisher im Challenger 2 verwendeten Munition aus abgereichertem Uran (Typ „CHARM 3“).[18][20]

Die Rückstoßfreien Kanonen muß ich mir gleich mal ansehen. Irgend einen Haken werden die wahrscheinlich haben. Ansonsten wäre das ja eine passable Waffe für leichtere Panzer gewesen. Und da setzten auch die Amis immer auf normale Kanonen.
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#20
Sieghard:

Rückstoßfreie Kanonen haben einige Vorteile und Nachteile gegenüber normalen Kanonen. Sie kamen im späteren Kalten Krieg aus der Mode, weil sie in dieser Zeit primär zur Panzerabwehr vorgesehen waren und diese Aufgabe nicht mehr erfüllen konnten. Sie sind aber gerade wieder im kommen, in einer ganz anderen Rolle, primär als Infanterieunterstützung. Es gab unter anderem auch Versuche einen Wiesel mit einer 30mm bis 40mm Rückstoßfreien Kanone zu versehen. Auch für Hubschrauber sind solche Kanonen angedacht worden, bspw die deutsche RMK 30:

http://de.wikipedia.org/wiki/RMK_30

Zu den rückstoßfreien Kanonen muß man auch die Panzerbüchsen rechnen, die teilweise wieder eingeführt wurden (bspw die Carl Gustav durch die US Army) weil das Preis-Leistungsverhältnis (Feuerkraft zu Kosten) immer noch das beste ist. Rückstoßfreie Kanonen sind eigentlich herausragend gute Infanteriewaffen, finden aber heute kaum noch Verwendung, wobei sich das Blatt anscheinend gerade zur Zeit wieder wendet. Moderne rückstoßfreie Ultraleichte Kanonen könnten schweren Infanterietrupps (sei es in schweren Zügen oder schweren Kompanien) eine immense Feuerkraft bei sehr geringem Gewicht und bei sehr geringen Kosten verleihen.

Zitat: Und da setzten auch die Amis immer auf normale Kanonen.

Noch im Vietnam-Krieg hatten die Amis leichte Panzer mit rückstoßfreien Kanonen, die sich damals zur Infanterieunterstützung sehr bewährten. Man verzichtete dann vor allem aus Gründen der Vereinheitlichung auf die weitere Verwendung und Weiterentwicklung und weil man diese Waffen nur als Panzerabwehrwaffen verstand und sie dafür nicht mehr stark genug waren. Zudem haben rückstoßfreie Kanonen bestimmte physikalische Grenzen.

Durch das Funktionsprinzip verlieren die Geschosse aus rückstoßfreien Kanonen an Geschwindigkeit und Energie im Verhältnis zu Geschossen aus vergleichbaren normalen Kanonen. Das heißt im Umkehrschluss, dass eine rückstoßfreie Kanone für sehr hohe Geschoss-Geschwindigkeiten eine immense Leistung bringen muß, die konventionelle Treibmittel nicht erbringen können. Zudem ist das Nachladen und eine höhere Kadenz schwieriger zu bewerkstelligen.

Dafür kann man gerade auf diese Weise Flugzeuge mit immens großen Kalibern bestücken und die damit erreichbare Feuerkraft ist immer noch die kostengünstigste, da kann keine Rakete oder Bombe mithalten. Und mit neuen Formen von Treibladungen könnte man die Leistung derselben so steigern, dass man solche rückstoßfreien Kanonen auch wieder zur Panzerabwehr und damit multifunktionial verwenden könnte. Die immensen Kräfte die dabei auftreten werden dabei durch das Wirkungsprinzip aufgehoben und das Flugzeug daher damit nicht belastet.

Uran vs Wolfram

Uranmunition ist aus physikalischen Gründen einer Munition aus Wolframcarbid immer überlegen. Einfach weil sie schwerer ist und weil sie sich selbst "schärft" während sie eine Panzerung durchdringt. Wenn es nun eine Wolframmunition gibt, die leistungsfähiger ist (aufgrund der Geschosskonstruktion) könnte man mit Leichtigkeit eine noch leistungsfähigere Uranmunition konstruieren die diese wieder schlägt. Zu viel geringeren Kosten. Den Wettlauf gegen Uran kann Wolfram aus physikalischen Gründen und aus wirtschaftlichen Gründen nicht gewinnen.
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#21
Die RMK 30 ist natürlich bekannt. Leider wurde daraus ja nichts. Teilweise weil die versprochene Leistung wohl nicht erreicht wurde, teilweise weil die Waffe zu stark verdreckte (insbesondere die Trommel) und dadurch blockierte, teilweise wegen Kosten und Kurzsichtigkeit.
Diese Konstruktion ist aber auch das einzige was ich gefunden habe bei den Rückstoßfreien Geschützen wo ein Nachladen automatisch erfolgte. Die Bilder von dem Flugzeug sehen interessant aus. Aber für mich sieht es so aus "ein Schuß pro Rohr und Schluß". Zudem war bei allen Waffen die V0 ziemlich niedrig. Aber dieses Problem hattest du ja auch schon angesprochen. Wir haben also:

Plasma- oder Leichtgaskanonen mit einer stark gesteigerten V0
Konische Kanonen mit hoher V0 wobei dort wahrscheinlich aufgrund neuer Materialien der Laufverschleiß verringert werden könnte
Rückstoßfreie Waffen, welche bisher aber einschüssig sind
Entwicklungen im Bereich des Geschosses mit besserer Sprengladung oder "schwereren" unterkalibrigen Pfeilen

Momentan befindet sich dementsprechend keine MK auf dem Markt welche moderne Panzer sicher vernichten kann.
Bei größeren Kalibern und einem Antrieb des Flugzeuges durch Jet Triebwerke muß das Triebwerk entsprechend gestaltet werden um die Rückstoßkräfte aushalten zu können.
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#22
http://www.deutscheluftwaffe.de/archiv/D...%2088.html

So, jetzt auch als Link.
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#23
Bei Flugzeugen im Luft-Boden Kampf auf Kanonen statt auf Raketen zu setzen könnte gerade im Assymetrischen Krieg aufgrund der geringeren Kosten sehr sinnvoll sein. Das reicht ja weit über die bloßen Kosten der Munition hinaus - insbesondere wird die ganze Logistikkette verschlankt, man braucht einfach insgesamt viel weniger für die gleiche Wirkung. Die A-10 zeigt hier klar auf, wie man vergleichsweise kostengünstig kämpfen könnte. Nun ist das aber wiederum ein Flugzeug mit einer sehr speziellen Munition, es ginge auch viel kostengünstiger wenn man bewusst auf den Durchschlag der Panzerung verzichten würde:

Beispielsweise könnte man bewusst auf neue Varianten von HEI Munition setzen, welche dann gar nicht das Ziel hätten, die Panzerung zu durchschlagen, sondern einfach alles was sich außen am Panzer befindet zu zerstören. Durch die erhebliche Flächenwirkung und die erhebliche Wirkung gegen die "Anbauten" braucht man dann zugleich viel weniger Munition als wenn man beispielsweise auf Uranmunition setzen würde.

Zitat:Momentan befindet sich dementsprechend keine MK auf dem Markt welche moderne Panzer sicher vernichten kann.

Die Frage ist eher, wie man vernichten definiert. Wenn der Kampfpanzer kampfunfähig ist, dann ist er im Endeffekt "vernichtet". Dazu braucht man aber die Panzerung nicht mal durchschlagen, es genügt die Kanone, die ganzen Optiken, die ganzen Aufbauten und zumindest eine Kette zu zerstören und den Panzer nur außen zu zerstören ist gar nicht so schwierig. Eine Mittelkaliberkanone reicht dazu schon. Auf diese Weise könnte man durchaus mit einer entsprechenden MK einen Kampfpanzer ausschalten. Die Besatzung wäre zwar dann noch am Leben, der Panzer könnte auch geborgen und meist recht schnell wieder repariert werden, aber die entsprechenden Bergepanzer, GSI Trupps usw wären dann erneut ein lohnendes Ziel.
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