(Hobby) Hobbyautor
#16
Die assyrischen Könige waren die ersten, die ein Reich mit interkontinentaler Ausdehnung erobert hatten (Mesopotamien, Levante, Ägypten). Sie sind überdies für ihre Grausamkeit bekannt. Das verdanken sie insbesondere ihrer Propaganda.

In steinernen Inschriften heben die assyrischen Feldherren ihre Leistungen hervor, in dem sie detailliert herausarbeiten, wie viele tausend Menschen sie auf welche Art massakriert und gefoltert haben und dass sie bei eroberten Städten keinen Stein auf dem anderen gelassen haben. Derartige Darstellungen stehen zwar durchaus in der Tradition vorheriger mesopotamischer Eroberer. Das bloße Ausmaß ihrer militärischen Erfolge und die Verherrlichung im Sinne ihres Gottes Ashur trieb dies aber an die Spitze. Nicht destotrotz fiel dieses Konstrukt aufgrund Grenzüberdehnung und der Militärbündnisse seiner Gegner in sich zusammen.

Ich bin, wie das Thema anzeigt, Hobbyautor und seit meiner Kindheit ein Bücherwurm. Sonst arbeite ich messtechnisch in der Industrie. Also das ganze ist eher als Ausgleich zu betrachten Shy

Assyrien ist im Vergleich zu Themen wie europäisches Mittelalter, Rom, Napoleon oder anderem als Romanthema noch kaum ausgeschlachtet und ungemein interessant. Deshalb habe ich mich dafür entschieden.
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#17
@blasrohr
Werden in deinem Roman die Skythen vorkommen?
Soweit ich es beobachten kann gibt es bei Historienromanen durchaus ein Interesse an den Reitervölkern. Hier würde sich etwa die Idee anbieten, dass dein Romanheld mit einer ihm weitgehend fremdartigen, nomadischen Kultur in Kontakt kommt...
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#18
Die Skythen spielen tatsächlich eine wichtige Rolle als Verbündete der Assyrer. In meinem Buch befreien sich u.a. die Meder von den Skythen, unter deren Herrschaft sie aber bereits seit über 20 Jahren stehen. Unbekannte Reiterkultur wäre jetzt übertrieben Wink
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#19
(22.01.2019, 13:01)BeerSarah schrieb: Meinen Respekt hast du auf jeden Fall. Darf man fragen, wie du dich motivierst? Schreibst du in Häppchen oder längere Zeit am Stück?

LG
Sarah

Dankeschön Smile

Die wichtigsten Punkte sind, dass man am Thema, am Schreiben und Lesen Spaß hat. Sonst sollte man einfach einen konkreten Schreibplan mit Inhalt und Gliederung erstellen und sich einen Lektor suchen, dem du in Aussicht stellst, dass er von dir in regelmäßigen Abständen ein neues Kapitel zugeschickt bekommt. Bei mir ist es im Idealfall ein Kapitel in zwei Wochen.
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#20
(23.01.2019, 16:43)BasiloFFM schrieb: Tolle Sache. Denkst du, das du davon irgendwann auch leben kannst? Finde deinen Schreibstil sehr angenehm. Smile


Ich mache das gern als Hobby. Und vom Bücherschreiben leben zu können ist prozentual schon fast ein Sechser im Lotto. Blush
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#21
Der assyrische Statthalter von Susa saß müde an seinem Tisch und erledigte die letzten Arbeiten des Tages. Die flackernden Talglampen in dem Arbeitszimmer spendeten etwas Licht, das aber kaum ausreichte, um die Listen mit den Steuereinnahmen der letzten Tage auszuwerten. Wertvolle Wandteppiche schmückten die Wände und durch ein großes Fenster wehte kühle Abendluft. Wenn man hier am Tage nach draußen schaute, hatte man einen guten Überblick über die prächtige Stadt mit ihren massiven Mauern, Wohnbauten und Tempeln. Susa, auf drei Hügeln errichtet, war eine reiche Stadt an der Grenze zu Medien. Die Berge, reich an Bodenschätzen, lagen nicht weit und die beiden Flüsse links und rechts des Stadtgebietes versorgten Susa mit ausreichend Wasser.
Seine Tagesgeschäfte bereiteten dem Statthalter viele Sorgen. Der König verlangte für die Feldzüge Assurs immer mehr Silber von den Städten, Silber, welches er als Zölle und Steuern bei Händlern und Landbesitzern eintreiben musste. Der Statthalter hatte in den letzten Monaten die Abgaben drastisch erhöht und alle Wege im Umland, die nicht direkt nach Susa führten, durch die Skythen sperren lassen. So sollten die Händler daran gehindert werden, Geschäfte an der Stadt vorbei zu treiben. Trotz dieser Maßnahmen nahmen die Steuereinnahmen ab und der Warenaustausch in der Stadt kam fast zum Erliegen.

Am Nachmittag waren zwei assyrische Soldaten, von wütenden Landbewohnern erschlagen, begraben worden. Vor den Stadtmauern baumelten an einer alten Gebirgskiefer zehn Bauern, die sich geweigert hatten, von ihrem Vermögen noch mehr abzugeben. Wie er gehört hatte, übernahmen dies- und jenseits der Grenze medische Krieger die Kontrolle über das Land. Seine besten Männer waren ausgerückt, um in einem nächtlichen Zugriff einen der Rädelsführer zu fangen. Auf Verstärkung durch den König konnte er lange warten.

Der Statthalter warf wütend das Schreibholz zu Boden und beendete seine Arbeit. Er ging zum Fenster und starrte in die Dunkelheit. Seine Frau mit den zwei kleinen Söhnen lebte im Nachbargebäude und erwartete ihn vor Mitternacht nicht zurück. Vereinzelt brannte in der Stadt eine Fackel oder Laterne, aber sonst war Susa im Dunkeln versunken. An diesem Abend wollte der Statthalter Besuch empfangen, der nichts mit seiner Arbeit zu tun hatte. Er hatte vor zwei Monaten bei der Feier eines skythischen Fürsten eine junge Musikerin kennengelernt und sich bei den Geschenken an die junge Frau nicht lumpen lassen. Er hatte sie dazu bewogen nach Susa zu kommen und wusste von einem vertrauten Boten, dass sie gestern in der Stadt eingetroffen war.
Eine kleine Papyrusrolle mit ihrer Zusage, noch am Morgen von seinem Vertrauten überbracht, lag neben den Steuerlisten. Wenn er ihre Handschrift sah, fiel es ihm noch schwerer sich mit den drängenden Problemen der Stadt zu beschäftigen. Etwas so kultiviertes wie die Musikerin war in diesen Tagen nur schwer zu finden und er sehnte sich nach ihr.

Da vernahm der Statthalter die Hausglocke. Er stand auf und eilte nach unten, obwohl es eigentlich üblich war, dass Besucher dieser Art durch die Hauswächter empfangen wurden und nicht durch ihn persönlich.
Er ging die Treppen des luxuriösen Hauses hinab zum Empfangsraum, wo er auf die Frau traf, von der er die letzten Nächte geträumt hatte. Die Musikerin trug ein schlichtes Gewand und lächelte ihn an, während sie ihr Instrument abstellte.

„Es freut mich, dass du meiner Einladung nachgekommen bist!“ rief er.
Mareon erwiderte: „Wie könnte ich eine Einladung von meinem Fürsten ausschlagen?“.
Er fragte: „Wie war deine Reise?“.
- „Mühsam! Ich freue mich sehr wieder in Susa zu sein.“-
Der Statthalter kam ihr nahe: „Du wolltest mir das Spielen auf deiner Laute beibringen.
Sie antwortete: „Das kann ich gerne tun, aber ich weiß nicht ob wir noch die Zeit dazu haben.“
Ohne Umschweife begann er ihren Nacken zu küssen und an ihre Kleidung zu gehen. Sie umarmte ihn.
Da fühlte der Statthalter ein Stechen in seinem Hals. Von einem Moment zum anderen nahm er seine Umgebung nur noch verschwommen war. Ihm wurde speiübel und er verlor das Gleichgewicht. Der Statthalter wollte die Wachen rufen, aber die Lähmung und der Brechreiz raubten ihm die Stimme. Mareon ließ die vergiftete Nadel wieder in den Falten ihres Gewandes verschwinden. In diesem Augenblick tat ihr der Mann, der röchelnd zu ihren Füßen lag, fast leid. Ihr Blick war dennoch kalt und im Gegensatz zum Statthalter blieben ihr die Worte nicht im Hals stecken:
„Ich bin Mareon von Susa. Und du wirst dich für siebzehn Jahre Raub und Plünderung an meinem Volk verantworten müssen.“
Sein Bewusstsein verließ ihn und er blieb regungslos liegen. Der Statthalter wird später in der Gefangenschaft erfahren, dass der alte Fürst von Susa, welcher vor über siebzehn Jahren von ihm selbst hingerichtet worden war, eine Enkelin gehabt hat.



Fackeln erhellten den Innenhof eines Tempels in Susa und Jadara sah sich umstellt von Kriegern. Es mochten ungefähr fünfzehn sein. Genau konnte er es in diesem Gemäuer nicht erkennen. Die Stimme des Hauptmanns der Stadtgarde dröhnte: „Er sitzt in der Falle. Angriff!“
Jadara zog sein Schwert und schien ob seines Tempos mit den Konturen der Umgebung zu verschmelzen. Die assyrischen Speere zersplitterten, ihre Schwerter fielen gemeinsam mit den abgehackten Gliedmaßen zu Boden. Der Hauptmann bekam es mit der Angst zu tun, als er sah wie es seinen Männern erging und ergriff die Flucht. Draußen lief er direkt in eine Gruppe von medischen Kriegern hinein, die ihn prompt überwältigten. Jadara wischte das Blut von seinem Schwert und spuckte aus:
„Eine Falle, dass ich nicht lache!“
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#22
[Bild: https://kbimages1-a.akamaihd.net/4cf5005...tempel.jpg]

Die Geschichte entführt den Leser in das Jahr 627. v. Chr. in das assyrische Reich, welches durch ein Militärbündnis aus Medern und Babyloniern zerschlagen wird. Denen, die mein Buch lesen, wünsche ich viel Spaß beim Abtauchen in die Welt des alten Orients.

LG - blasrohr


https://www.amazon.de/dp/B087LV8G5M/ref=sr_1_1?dchild=1&qid=1587844025&refinements=p_27%3AHenrik+Nitz&s=digital-text&sr=1-1&text=Henrik+Nitz
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#23
Weiß nicht so recht wie ich es in Worte fassen soll, aber ich bin wirklich begeistert davon, dass du tatsächlich diese Bücher schreibst und veröffentlichst. Da ich mich lange und viel mit Geschichte beschäftigt habe werde ich sie mir jetzt mal tatsächlich durchlesen. Hab endlich wieder Zeit für so was. Vielen Dank also für deine Zeit und Mühe welche du hier aufgewendet hast !
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#24
Danke, zu viel der EhreRolleyes
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#25
(Im Vorfeld von Bauarbeiten) Der Vermesser grub etwa einen halben Meter tief, da stieß er auf ein kleines, von Erdboden verklebtes Stück Metall, ein Kreuz, etwa fünf Zentimeter groß. Olaf wollte es erst wegwerfen, überlegte es sich jedoch anders und wischte es ab. Zunächst dachte er bei der Farbe des Metalls an Stahl oder Aluminium. Aber das Kreuz war sehr schwer für seine Größe und als er noch kräftiger rubbelte, begann es silbern zu funkeln. Zudem waren da alte Buchstaben und Figuren eingraviert. War das tatsächlich Silber? Olaf kratzte sich nachdenklich an der Stirn.

Im letzten Jahr des Dreißigjährigen Krieges, an dem Tag als das Kreuz seinen Besitzer verlor, gediehen auf den Feldern der Umgebung kein Raps oder Mais, sondern Emmer und Dinkel. Die Ernte stand kurz bevor und auf den Äckern wuchs die Hoffnung auf ein Jahr ohne Hunger und Verderben. Gerüchte machten sich breit, dass in den Städten im Westen des Reiches über ein Ende des Krieges verhandelt wurde. Nachrichten über Kämpfe und Scharmützel im Süden standen dem gegenüber.

An jenem Tage verließ eine Kompanie Söldner ihr Hauptlager und zog träge über die besagte Straße in Richtung Süden. Die dreihundert Männer wirbelten Staub auf und trugen schwer unter ihren Waffen und noch schwerer unter dem Gedanken wieder in die Schlacht ziehen zu müssen. In den letzten Monaten hatten die Männer gut von den beschlagnahmten Lebensmitteln der Umgebung gelebt. In den letzten zwanzig Jahren hatte die Einheit für den brandenburgischen Fürsten, dann wieder für den französischen Herrscher und dann für den Kaiser gekämpft. Jetzt sollte es für die Schweden in Richtung Böhmen gehen.

Den meisten war Sinn und Zweck ihres Einsatzes egal. Die Bauern der Umgebung standen dem Abzug der Kompanie indessen mit gemischten Gefühlen gegenüber. Einerseits waren sie froh, ihre Ernte nicht an die Kompanie abgeben zu müssen. Andererseits, wer würde an deren Stelle treten? Alle Überlebenden hatten noch die Plünderungen durch die Schweden und die kaiserlichen Truppen vor zwei Jahren in düsterer Erinnerung. Viele Dörfer existierten ob Hunger und Seuchen nicht mehr. Erpressung und Vergewaltigung waren in den vorangegangenen Jahren an der Tagesordnung gewesen.

Die Männer, die da mit ihren Spießen, Musketen und Dolchen an den halbreifen Getreidefeldern vorbeizogen, hatten den Bauern zumindest genug zum Überleben gelassen und ihre Waffen nicht gegen sie gerichtet. Einer unter den Waffenträgern fiel indessen besonders auf. Der dreißig Jahre alte Albrecht trug ein Schwert, das so lang war wie er selbst. Es wog so viel wie eine kleine Kanonenkugel und wurde in der Schlacht mit beiden Händen geführt, weshalb es als Bidhänder bezeichnet wurde. In der Kompanie gab es nur zwei Männer, die in der Lage waren so eine Waffe zu führen.

Albrecht fragte sich, wo der zweite, sein Feldwebel und Schwertlehrmeister, war. Er hatte noch am frühen Morgen vom Tod der Lebensgefährtin des Feldwebels erfahren. Sie soll in der Nacht bei der Geburt ihres Kindes gestorben sein. Wahrscheinlich beerdigte der Mann gerade Frau und Kind und wollte nachkommen. Aber keiner wusste, wo er gerade war.

Albrecht marschierte am Ende der Kolonne und bemerkte nicht sofort, dass sich linkerhand auf der anderen Seite des Feldes eine Gestalt regte. Aber dann erkannte er den Feldwebel. Dieser trug ebenfalls seinen Bidhänder mit sich, schwankte merkwürdig, zog an einer Pfeife und fasste sich immer wieder an die Stirn. An seinem Hals hing sein silbernes Kreuz.

Das war immer sein Glücksbringer gewesen:
„Und tobt die Schlacht um mich herum noch so sehr. Nichts kann mir geschehen, wenn ich auf das Kreuz vertraue.“

Das hatte er immer gesagt. Aber etwas stimmte nicht.

Der Meister zog seine Waffe und rannte in Windeseile auf die Kompanie zu. Panik erfasste die Männer, die so schnell gar nicht ihre Waffen bereitmachen konnten. Es drohte ein Blutbad.
Albrecht warf sich mit knapper Müh und Not zwischen den Feldwebel und den Rest der Kompanie. Er wurde von dem Schlag des Meisters zurückgeschleudert und beinahe hätte er die Kontrolle über seine Waffe verloren. Zum ersten Mal an diesem Morgen sah er das Gesicht des anderen von nahem. Ihm schlugen die Ausdünstungen von Schnaps und Fliegenpilzen entgegen. Und spürte Albrecht auch so etwas wie Tränen, die bei ihrem Aufeinandertreffen in sein Gesicht flogen? Gegen wen kämpfte der Meister in seinem Wahn, der offenbar von Schnaps und giftigen Pilzen herrührte?

Der Feldwebel schlug unberechenbar und wie von Sinnen auf seinen Schüler ein, der es gerade noch schaffte, sich zu wehren. Erst allmählich machte sich bei dem Angreifer Erschöpfung bemerkbar, sodass sein Schüler dessen Schwerthieb gezielt zu Seite parieren konnte. Der Feldwebel verlor das Gleichgewicht und Albrecht brach ihm mit einem Stoß des Schwertknaufs die rechte Hand, blieb aber in der Rückwärtsbewegung an dem Halsschmuck des Feldwebels hängen. Das Band riss und mit einem zweiten Stoß schlug er seinem Gegner das Schwert aus der Hand. Schwert und Silberkreuz fielen zeitgleich zu Boden.

In den folgenden Augenblicken hatte Albrecht zu tun, dieses brüllende und wütende Etwas, das einmal sein Schwertlehrmeister gewesen war, bewusstlos zu schlagen. Als er fertig war, stand er keuchend auf und trat das Kreuz frustriert in den Erdboden.
Einen Augenblick später trat der Hauptmann der Kompanie hinzu und sah betroffen auf den Mann, der da am Boden lag. Aber jetzt war es vorbei.

Er sagte: „Albrecht, bring ihn ins Dorf und versorge seine Verletzungen! Wir werden nicht mehr weitermarschieren.“

Albrecht wankte und sah den Hauptmann verwundert an: „Was?“

„Sucht euch Arbeit in der Umgebung oder geht heim! Der Krieg wird bald vorbei sein. Ich löse diese Kompanie hiermit auf. Habe vorhin von einem Boten eine Nachricht dazu erhalten…“

Der Hauptmann redete sich in den folgenden Minuten vor der Kompanie in Rage. Er konnte und wollte nicht mehr. Die Dienstherren waren weit weg in der Nähe von Prag beschäftigt und die Gelegenheit günstig. Der Anblick des bewusstlosen Schwertkämpfers am Boden sprach Bände, was dreißig Jahre Krieg mit einem Menschen anstellten.

Damit endete das letzte Gefecht der Kompanie. Der Feldwebel wachte zwei Tage später wieder auf, konnte oder wollte sich aber an den Kampf mit Albrecht und an das Kreuz nicht mehr erinnern.

Ich habe in den letzten Monaten aus Zeitgründen vorrangig an Kurgeschichten gearbeitet. Die vorhergehende Kurzgeschichte (Ausschnitt) ist allerdings die einzige, die einen kriegsgeschichtlichen Inhalt hat. Was alle Kurzgeschichten verbindet ist ein Alltagsbezug

Auf Amazon ist ein Ebook mit den Geschichten erhältlich. An sich ist interessant von welchen Büchern die Sparte Kurzgeschichten bislang dominiert wird.

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Das Ebook geht unter den vielen Erotikromanen in dieser Sparte allerdings unter Sad

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Hoffe meine Kurzgeschichte hat sich gut gelesen. Ich bleibe dran weiterhin kleinere und größere Projekte zu starten.

LG - blasrohr
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#26
Zitat:Das Ebook geht unter den vielen Erotikromanen in dieser Sparte allerdings unter

Wahrhaft hat mir das den Tag gerettet. Big Grin Da sieht man mal wohin die ganze Gesittung Deutschlands verkommen ist.
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#27
Ich habe in einer neuen Kurzgeschichte die Schlacht bei Gaugamela aufgegriffen. Viel Spaß!

General Bessos schaute interessiert zu, wie der Meisterkoch und sein Gehilfe ein Kalb zubereiteten. Das Tier war noch am Vortag in Knoblauch eingelegt worden und wurde mit allerlei Leckereien wie Reis, Mandeln, Wachteln, Datteln, Safran und Rosinen gefüllt. Der Koch des Dareios, des persischen Großkönigs war ein Meister seines Fachs. Er war einer der wenigen im Gefolge des Großkönigs, die sich ungestraft einen offenen Streit mit diesem leisten konnten. Gerade am Vortag hatte der Koch geklagt, dass es zu früh sei das Kalb für eine Siegesfeier vorzubereiten.

Den tieferen Grund für diesen Streit, in dem sich der jähzornige Dareios letztendlich durchgesetzt hatte, war allen anwesenden klar. Den Sieg gab es noch nicht. Seit zwei Wochen harrten die Perser an diesem kargen Ort im Norden von Babylon aus und warteten auf die Schlacht mit Alexander. Fast hunderttausend Fußsoldaten und über zwanzigtausend Reiter waren in dieser Zeit eingetroffen. Ihre Zelte verteilten sich über die gesamte Umgebung und es gab kaum genug Futter für die vielen Pferde. Das Gros der Männer hatte nie in einer Schlacht gekämpft, geschweige denn einer erfahrenen Armee wie der von Alexander gegenübergestanden. Aber die Menschen waren zumindest ausreichend verpflegt und dem Feind an Zahl drei zu eins überlegen.

Bessos hatte ein ungutes Gefühl. Er versuchte es durch Vorfreude auf ein Festmahl zu verdrängen. Einen Tag zuvor war das feindliche Heer im Norden aufgetaucht und hatte in einigen Meilen Entfernung sein Nachtlager aufgeschlagen. Von den Persern hatten viele kein Auge zugetan, weil sie einen nächtlichen Überfall durch den listigen Alexander befürchtet hatten. Aber nichts dergleichen war geschehen.

„Haben wir noch genug frisches Obst und Honig?“, fragte Bessos mit gespieltem Interesse den Koch. Der Koch brummt etwas, dass sich wie ein Ja anhörte und machte sich mit seinem Gehilfen daran das Kalb aufzuspießen, um es dann über dem Feuer zu garen. Da wurde die relative Ruhe in dem Lager durch klagende Hornsignale beendet. Der General schnaufte laut. Es war so weit, der Feind hat seinen Angriff begonnen.

Bogenschützen und Speerträger eilten zu ihren Fahnen und die königliche Garde versammelte sich um Dareios. Die Reiter erhielten ihre Befehle und nahmen an den Flanken des Heeres Aufstellung. Es waren so viele Menschen und Tiere, dass Bessos geradezu überrascht war, dass es zu keinem größeren Durcheinander kam. Ihr Plan vom Vorabend war simpel, Alexanders Heer von drei Seiten angreifen und aufreiben. Es bildete sich eine lange Schlachtlinie, in dessen Zentrum Dareios mit seinem Streitwagen Stellung bezog. Der König sah ebenso müde aus wie Bessos, versuchte aber Gleichmut auszustrahlen, um seinen Männern die Zuversicht einzuflößen, die sie so dringend brauchten. Die letzte Schlacht hatte Dareios verloren. Diesmal waren sie mehr als doppelt so viele wie ihr Gegner und es musste gut gehen.

In einiger Entfernung hatte inzwischen Alexanders makedonisches Heer eine neue Stellung eingenommen und sich in einem großen Bogen aufgestellt. Ihre mit handlichen Schilden, Helmen und überlangen Spießen ausgestatteten Fußtruppen standen im Zentrum und harrten der Dinge, die da auf sie zu kamen. Auf der linken Seite hatte ihr König mit seinen fünftausend Lanzenreitern Position bezogen. Er war schon von weitem anhand seiner Rüstung und seines roten Helmbusches gut zu erkennen. Dareios wollte den Befehl geben, die ihnen gegenüberstehende makedonische Armee einzukreisen. Aber Alexander ritt los, bevor dieser Befehl fiel. Was hatte er vor? Etwa die Perser umrunden und von hinten angreifen?

Dareieos rief: „Bessos! Verfolge ihn mit deinen Männern!“

Und so nahm das Unglück seinen Lauf. Bessos und die Hälfte der persischen Reiterei fand sich, ehe er sich versah, in einem Geschosshagel und in einem Gegenangriff von Söldnertruppen wieder, die Alexander extra für diesen Zweck im Rückraum versteckt gehalten hatte. Der makedonische König hatte danach ein einfaches Spiel und zersprengte mit seinen Elitereitern Bessos* Truppe, so dass dieser die Flucht ergriff.

Im Zentrum ließen sich die persischen Fußtruppen zu keinem direkten Angriff auf die viel schwerer bewaffneten Makedonen bewegen und beschränkten sich auf Pfeilschüsse. Einige persische Adelige wollten mit ihren prächtigen Streitwagen mit gutem Beispiel voranfahren, aber kurz vorm Aufprall streikten die Pferde, die nicht so wahnsinnig waren in eine Hecke aus Speeren zu galoppieren.

Rechts versuchte andere Hälfte der persischen Reiterei einen Einbruch in die makedonische Flanke und hätte beinahe Erfolg gehabt. Parmenion, Alexanders oberster General, drehte fast durch, weil er immer weiter Reserven den Persern entgegenschicken musste, um Einbrüche und Lücken in der Front zu stopfen. Der blutbespritzte und von Staub bedeckte Krieger verlor endgültig die Fassung, als Alexander im Erfolgstaumel die Fußtruppe zu einem Angriff auf Dareios im Zentrum in Marsch setzte. Alexander übersah beinahe, dass er damit beim bedrängten Parmenion eine Lücke in die Front riss und ritt los, um mit den eigenen Reitern diesen Fehler wieder gutzumachen. Mensch und Tier gerieten in der Phase an ihre Belastungsgrenze. Der aufgewirbelte Staub nahm den Soldaten, die hier um ihr Leben kämpften, jede Sicht.

Im Zentrum trafen Alexanders Fußtruppen derweil mit Gebrüll auf Dareios‘ Leibgarde. Der Großkönig traute seinen eigenen Wächtern wenig zu und wandte sich zur Flucht. In Konsequenz folgten immer mehr Perser dem Beispiel ihres Königs und das persische Heer viel auseinander. Sie hatten verloren. Wer sich noch dem Kampf stellte, starb wo er stand. Wer weglief wurde zu oft von hinten niedergeritten. Wer sich ergab, musste den Gang in die Sklaverei befürchten.

Was aus Bessos wurde, wollen wir in dieser Kurzgeschichte nicht mehr beleuchten. Das wäre Stoff für eine weitere Geschichte. Das Blutbad auf dem Schlachtfeld hielt noch eine Stunde an und im persischen Lager suchten ebenfalls fast alle das Weite. Dann traf dort Alexander müde, mit zerschlissener Rüstung ein und suchte mit seinen Offizieren nach Beute von Wert. Das erste, auf das er aufmerksam wurde, war der persische Koch, der immer noch mit stoischer Ruhe an der Feuerstelle bei dem bratenden Kalb stand und darauf achtete, dass es gleichmäßig gar wurde. Als Alexander hungrig seinen Dolch zog und sich ein Stück davon gönnen wollte, schlug ihm der Koch auf die Finger und fuhr ihn wütend an, dass das Kalb noch nicht fertig war. Der junge König ließ sich, erschöpft wie er war, zu Boden sinken und lachte die folgenden Minuten nur noch wie ein wahnsinniger.
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#28
Bei folgendem handelt es sich um eine Szene aus einem Buch, das ich gerade erst angefangen habe. Sie spielt in etwa hundert Jahren auf einer Marsmondstation. Eine Person wird vermisst und die Besatzung schlägt Alarm:


Dabei musste Michael sich zügeln nicht mit der Faust auf den Tisch zu knallen: „Wir durchsuchen die Raumstation und…“

Er überlegte kurz, dann: „Alle Schiffe erhalten keine Starterlaubnis. Ich gehe raus und sperre sie wenn nötig mechanisch!“

Im selben Atemzug stellte er Kontakt zu seinen drei Freunden her: „Leute, besetzt eure Maschinen! Wir gehen nach draußen! Taktisches Werkzeug anlegen, nur zur Sicherheit!“

„Wird gemacht!“

„Roger!“

„понимаю!“

Collins und Martin, der soeben noch geglaubt hatte, es handele sich um ein rein technologisches Problem, waren vollkommen eingeschüchtert von diesem herrischen Soldaten, der ebengerade das Kommando auf der Station übernommen hatte. Aber jetzt dämmerte ihnen, dass sie sofort handeln mussten und machten sich daran die gesamte Station auf den Kopf zu stellen.

Michael machte sich derweil unverzüglich auf den Weg in die Halle, wo seine und die Maschinen der anderen standen.

„Wir müssen kontrollieren, ob an allen Schiffen die Haltekrallen festgestellt sind und vielleicht verhindern, dass diese gelöst werden. Es darf kein Schiff Deimos verlassen!“

Svetlanas Stimme erschallte: „Was ist eigentlich genau los. Denkst du, dass Mireille entführt wurde?“

„Das ist naheliegend“

Michael musste bei seiner eigenen Antwort schlucken und eine Mischung aus Angst und Wut stieg in ihm auf. Er fuhr fort:

„Jemand hat unser Netzwerk gehackt und Spuren verwischt. Ich wüsste sonst keinen anderen Grund, warum einer das tun sollte. In der letzten Stunde sollte laut Plan kein Raumschiff abgelegt haben. Aber prüft trotzdem alle Hangars. Ich gebe euch den Belegungsplan durch“

„Ich bin schon in der Halle und habe die Waffenkammer geöffnet. MSG online. Laser taktisch adaptiert. Alle Systeme nominell. Ich bereite alles für euch vor“ gab Karl durch.

„Ja, lade die MSGs. Ich bin gleich da.“

Svetlana und Vladimir trafen zeitgleich mit Michael ein, schwebten in die Kabinen ihrer Montageläufer und nahmen ihre Waffen entgegen. Diese magnetische Schienengeschütze konnten Projektile mit fünftausend Metern pro Sekunde abfeuern. Als Zweitwaffe diente der Laser.

„Meinst du das wird nötig sein?“ fragte Vladimir als er seine Waffe griffbereit hinterm Rücken befestigte.

„Ich weiß es nicht“ erwiderte der technische Leiter mit einem gestressten Unterton. „Ich und du übernehmen Anflugvektor zwei und drei. Svetlana, Karl? Ihr beide prüfte Eins und vier. Und Abflug!“

Die vier schossen mit hohem Tempo aus der Halle und verschafften sich aus großer Höhe einen Überblick über die Mondstation. Derweil meldete sich Collins über das Mindcom:
„Wir haben alle Wohneinheiten und Labore überprüft, keine Spur bis jetzt. Niemand hat sie gesehen. Sie ist wie vom Mondboden verschluckt.“

„Sucht weiter!“ gab Michael zur Antwort und über flog mit Vladimir die Mondstation. Zu seiner Beruhigung waren alle Raumschiffe noch da und an ihren Docks befestigt.

„Wenn ihr mit der Station fertig seid, dann geht in die Schiffe und sucht dort weiter. Auch wenn sich die Schiffsbesatzungen beschweren. Das ist…“

Da wurde er durch ein Signal der Flugkontrolle unterbrochen: „Es befindet sich ein unangemeldetes Schiff in Anflug. Annähernd auf Vektor 3. Wir versuchen es zu kontaktieren, kriegen aber keine Antwort. Eintreffen im Schwerefeld des Mondes in 4..3..2..1…“

Michael sah in besagter Richtung ein bulliges Raumschiff schnell näherkommen. Er wollte dieses zum Anhalten auffordern, verlinkte sich mit der Funkspur der Flugkontrolle und konnte mithören:
„…Stand clear! Stand clear!...”

Aber das Schiff ignorierte die Aufforderungen nicht näher zu kommen, bis Michael auf das Schiff feuerte und dessen Schilde aktivierte. Es schaltete seine Bremstriebwerke ein, aber was über dann über sie hereinbrach, hätte Michael vor einer Stunde noch für unmöglich gehalten. Es öffnete seinen Laderaum und entließ zwei Objekte, die auf eines der Raumschiffe auf dem Mond zusteuerten. Sie ähnelten den Maschinen, in denen Michael und seine Freunde saßen, nur waren sie ungleich größer.

Michael dirigierte seine Einheit umgehend zu dem Raumschiff und die vier Freunde bildeten eine Feuerlinie.
„Lasst sie nicht durch!“ rief er. Im selben Moment eröffneten beiden Seiten das Feuer aufeinander.

„Verdammt, das sind Kampfmaschinen“ dachte Michael so deutlich, dass es vom Mindcom wiedergegeben wurde. Bei ihnen und der Gegenseite aktivierten sich die Schutzschilde der Maschinen. Bei seiner Gruppe hielten deren Kraftfelder den ersten Geschosseinschlägen noch Stand. Aber es war absehbar, dass dieser Schutz nicht auf ewig aufrechtblieb. Dafür verbrauchten die Schilde zu viel Energie, was auf Dauer zur Überhitzung führte.
Ihr Gegner war dagegen aus einem anderen Holz geschnitzt. Deren Schilde bremsten die Projektile lediglich ab, bevor diese auf eine massive Panzerung trafen.

„Umkreist sie und zielt auf ihre Kabinen!“ rief Michael.

Im selben Moment wurde Karls Schild von einer konzentrischen Geschosssalve von beiden Kampfmaschinen durchbrochen und er verlor seinen linken Arm. Der technische Leiter und Vladimir nahmen eine der Maschinen in die Zange und setzten ihn außer Gefecht. Deren Kabine, in der wahrscheinlich ein Mensch saß, ging kurz, aber heftig, in Flammen auf.

Fünf Sekunden später wurden Svetlana, Michael, Vladimir und Karl von mehreren wuchtigen Geschosssalven weggeschleuderte und sie verloren für einen Moment im Weltall die Orientierung. Der Gruppenleiter schlug auf der Mondoberfläche auf und prallte wieder zurück ins Weltall. Dann sah er das, was sie eigentlich verhindern sollten.
Ihr Gegner zertrümmerte mit zwei gezielten Schüssen die Krallen, die das besagte Raumschiff am Dock festhielten. Niemand von außen wusste, was gerade in dessen Inneren vor sich ging, aber es startete seine Triebwerke und hob mit voller Kraft ab. Michael verzichtete darauf auf das Schiff zu schießen in welchem vermutlich seine Frau war. Derweil nahm die Kampfmaschine eine Position neben dem fliehenden Schiff ein und richtete sein schweres Geschütz bedrohlich auf die Deimosstation, auf dass niemand auch nur dachte die Verfolgung aufzunehmen.
Eine Minute später waren die Angreifer verschwunden. In Michaels Herz herrschte blanke Verzweiflung.
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#29
Zur Ergänzung, bei den Maschinen die in der Geschichte in Aktion treten handelt es sich um humanoide Maschinen, die sowohl für technische als auch für taktische Zwecke verwendet werden. In diversen anderen Stories sind sie auch Mecha, Mech, Mobile Suits usw bekannt.
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