Israelische Rüstungsindustrie
#1
Wir haben am Rande immer wieder mal die Produkte der israelischen Rüstungsindustrie erwähnt - dabei hat das Land eine der größten "Rüstungsschmieden" des Nahen Ostens.
Man könnte sogar auf den Gedanken kommen, dass Israels Wirtschaft (wie bei Russland) in erheblichem Maße von seinen Rüstungsfirmen abhängt.
Wir sollten mal sammeln, was Israel alles produziert (und verkauft).

Dazu mal als Entree ein Bericht:
http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-12/i ... aefte-gaza
Zitat:Datum 12.12.2012 - 08:53 Uhr


Gaza-Konflikt Israels Waffen für die Welt

Israels Wirtschaft ist abhängig von der heimischen Waffenindustrie. Auch Deutschland kauft in Israel ein – und unterstützt so den Gaza-Konflikt.
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Wer das verstehen will, muss sich die Geschichte der israelischen Waffenindustrie vergegenwärtigen. Sie ist älter als der Staat Israel. Die erste nationale Waffenfabrik TAAS ging 1933 in Betrieb und produzierte Patronengürtel und Schusswaffen. Bereits in den fünfziger Jahren begann Israel Waffen nach Afrika zu exportieren. Ein Versuch, den Waffenhandel als Teil des diplomatischen Geschäfts zu nutzen.

Ende der fünfziger Jahre hatte Israel bereits zwei weitere Waffenhersteller: Israeli Aerospace Industries, ein Unternehmen, das sich auf Equipment für Streitkräfte in der Luft spezialisierte, und Rafael, eine Firma, die Raketen und schweres Kriegsgerät produzierte. Schon damals war es für die Industrie von zentraler Bedeutung, die Waffen in der Praxis zu testen. Gabriel, die Rakete der Marine, wurde etwa 1973 im Yom Kipur Krieg getestet. Erst danach fand sie weltweit Käufer.

Umsätze der Waffenindustrie haben sich verdreifacht

Die Waffenindustrie Israels ist seither stetig gewachsen, mittlerweile auch um mehrere Privatfirmen. Einen weiteren Wachstumsschub erlebte die Branche nach dem Ausbruch der zweiten Intifada. Allein im vergangenen Jahrzehnt haben sich die Umsätze verdreifacht.

Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums sind die Waffenexporte von 2,5 Milliarden Dollar im Jahr 2000 auf einen Spitzenwert von 7,4 Milliarden Dollar 2009 angestiegen.
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#2
Erich schrieb:Wir haben am Rande immer wieder mal die Produkte der israelischen Rüstungsindustrie erwähnt - dabei hat das Land eine der größten "Rüstungsschmieden" des Nahen Ostens.
Das ist leicht untertrieben. Israel ist einer der größten Waffenexpoteure der Welt, seit Jahrzehnten in den top Ten vertreten. Anfang der jetzigen Dekade hat man sich gar hinter die USA und Russland auf Platz 3 vorgeschoben.

Erich schrieb:Man könnte sogar auf den Gedanken kommen, dass Israels Wirtschaft (wie bei Russland) in erheblichem Maße von seinen Rüstungsfirmen abhängt.
Wir sollten mal sammeln, was Israel alles produziert (und verkauft).
Tatsächlich ist es anders herum: die fortgesetzte Bedrohung durch die arabische Welt macht es leider nötig, das ein Großteil der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Ressourcen Israels in den Rüstungsbereich investiert werden muss.
Was würde dieses Land auf anderen Gebieten erreichen können wenn es die Möglichkeit dazu hätte?
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#3
Ich hab die Diskussion hier mal aufs Wesentliche zusammengestrichen. Wir brauchen nicht noch eine polemische Nahost-Debatte. Konzentriert Euch einfach auf Iron Dome, Merkava, Heron & co.
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#4
Bislang äußert sich zu diesen Thema niemand außer dir. Und da muss ich nichts mehr erklären.

Im Übrigen, anstatt teils haarsträubene Zeitartikel über den israelischen Rsütungskomplex zu bemühen empfiehlt es sich einen Blick auf diese Seite zu werfen:
http://www.israeldefense.com
Immer aktuell und einiges an tertiären Neugikeiten die es nie in die Mainstreammedien schaffen werden.
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#5
http://www.marineforum.info/html/body_maaw.html
Zitat:Erst kürzlich hatte die israelische Marine für einen effektiven Schutz der in Betrieb gegangenen Gasförderanlagen vor der Mittelmeerküste Bedarf an neuen, hochseefähigen Schiffen mit angemessener Seeausdauer angemeldet.

Sicher nicht ganz zufällig hat Israel Shipyards auf der Rüstungsmesse IMDEX Asia 13 in Singapur nun auch schon den Entwurf einer neuen Korvette vorgestellt. Mit 72m Länge und einer Verdrängung von 800ts findet sich die SA’AR-72 größenmäßig zwischen den Korvetten SA’AR-5 (EILAT-Klasse, 86m/1.400ts) und SA’AR-4.5 (HETZ-Klasse, 62m/500ts). Ihre Seeausdauer wird mit 21 Tagen, die operative Reichweite mit 3.000 sm angegeben.

Als Mehrzweck-Kampfschiffe mit ausgeprägten Stealth-Eigenschaften sollen die SA’AR-72 modernste Systeme tragen. Dazu gehören Seeziel-FK wie z.B. landzielfähige Harpoon, Flugabwehr-FK Barak-8 und ein 76-mm Schnellfeuergeschütz. Ein integrierter Mast nimmt aktive (u.a. ein leichtes Phased Array Radar) und passive Sensoren sowie EloKa-Anlagen auf.

Ein größerer Hangar und ein 15m langes Landedeck bieten Platz für Flugbetrieb und permanente Anbordnahme eines mittleren Hubschraubers und/oder Drohnen. In „Veranden“ an Steuer- und Backbord werden schnell aussetzbare Beiboote (RHIB) oder Überwasserdrohnen mitgeführt. Neben der 50 Mann starken Stammbesatzung können 20 weitere Personen (Special Forces) eingeschifft werden, und zur Ausrüstung sollen auch modernste Führungs- und Kommunikationssystem für die Unterstützung von Kommandounternehmen gehören. Mit dieser Ausrüstung und Bewaffnung decken die SA’AR-72 fast (UJagd-Fähigkeit wird nicht erwähnt) das gesamte Spektrum traditioneller Seekriegführung sowohl auf offener See als auch in Küstennähe (Littoral Warfare) ab, sind andererseits aber auch für asymmetrische Operationen (Anti-Terror, Special Forces) optimiert.

Ob die israelische Marine die neuen Korvetten nun aber auch bestellen kann, bleibt abzuwarten. Zwar wird der Bedarf an Neubauten, u.a. auch als Ersatz für zwei inzwischen 35 Jahre alte Korvetten der SA’AR-4 Klasse, allgemein akzeptiert, aber bei zu reduzierendem Budget und intensivem Verteilungskampf mit den anderen Teilstreitkräften bleibt die Finanzierung problematisch. Vieles wird davon abhängen, ob und in welchem Maße für eine Beschaffung fremde Gelder z.B. aus der US-Militärhilfe verfügbar gemacht werden können. Israel Shipyards zielt mit der SA’AR-72 denn auch nicht nur auf die eigene Marine, sondern vor allem auch auf den Exportmarkt. In einer „militärisch abgespeckten“ Variante bietet der Hersteller SA’AR-72 auch als reines Offshore Patrol Vessel an. Bei einer Bestellung will die Werft in Haifa ein erstes Schiff binnen 30 Monaten liefern; weitere könnten dann mit jeweils acht Monaten Abstand folgen. Möglich sei auch eine größere (85m) Designvariante; vor deren Bau müsse allerdings die Werftinfrastruktur in Haifa erweitert werden.
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#6
http://www.sueddeutsche.de/kultur/yotam ... -1.1808071
Zitat:1. November 2013 16:55
Yotam Feldmans Film "The Lab"
An Palästinensern getestet


"The Lab" zeigt, wie Israel zum weltweit viertgrößten Waffenexporteur aufgestiegen ist. Yotam Feldman recherchiert unideologisch und mit gespielter Naivität. Der Film beeindruckt - auch weil er das Waffengeschäft beleuchtet, ohne die Moralkeule zu schwingen.
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Im vergangenen Jahr hat Israels Rüstungsindustrie Waffen und Kriegstechnologie im Wert von sieben Milliarden US-Dollar an Länder wie Angola, China, Indien und Korea verkauft
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#7
Erich schrieb:http://www.sueddeutsche.de/kultur/yotam-...-1.1808071
Zitat:1. November 2013 16:55
Yotam Feldmans Film "The Lab"
An Palästinensern getestet


"The Lab" zeigt, wie Israel zum weltweit viertgrößten Waffenexporteur aufgestiegen ist. Yotam Feldman recherchiert unideologisch und mit gespielter Naivität. Der Film beeindruckt - auch weil er das Waffengeschäft beleuchtet, ohne die Moralkeule zu schwingen.
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Im vergangenen Jahr hat Israels Rüstungsindustrie Waffen und Kriegstechnologie im Wert von sieben Milliarden US-Dollar an Länder wie Angola, China, Indien und Korea verkauft
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Das ist ja wohl unerhört, wenn die Türkei als ehem. Kunde nicht erwähnt wird.

- Beschaffung von etwa 109 Kampfdrohnen vom Typ Harpy

- Beshaffung und Integrierung von 100 Luft-Boden Raketen vom typ Popeye

-Beschaffung von 10 Aufklärungsdrohnen vom Heron und Kommandostationen

-Modernisierung von 170 Kampfpanzer von M-60 in Sabra

-Modernisierung von 54 Kampfflugzeugen vom Typ F-4 in Terminator 2020


Das waren Projekte, die in den vergangenen 10 Jahren durchgeführt wurden. Jene die mir aus meinen Kenntnissen einfallen. Und diese Rüstungsprojekte waren milliardenschwer.
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#8
@Falke
Ist es nicht viel eher "unerhört", dass der Preis für diese Projekte in den Milliarden lag? :wink:
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#9
Shahab3 schrieb:@Falke
Ist es nicht viel eher "unerhört", dass der Preis für diese Projekte in den Milliarden lag? :wink:

Natürlich. Aber das gehört anscheinend jetzt der Vergangenheit an. Was damals Milliarden an Israelische Firmen von türkischen Auftragsgebern geflossen sind, sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.
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#10
Zitat:Jumping for joy after David’s Sling success

Yesterday, Rafael and the Israeli missile defence organization performed a second successful test of the “David’s Sling” long-range rocket interceptor system. Officials from the US missile defence agency were also present. Raytheon is a subcontrator in the programme.

[...] [Yungman] revealed that series production of David’s Sling began after Rafael received a contract from the ministry of defence.
“If the situation requires, we will deploy a system even before it is declared fully operational.” -
http://www.flightglobal.com/blogs/ariel ... in-skies/#
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#11
IAI hat eine neue Heron Variante "Super Heron" vorgestellt:

Zitat:Israel Aerospace Industries’ (IAI) unveiled today at the Singapore Air Show an enhanced design of its Heron I unmanned aerial vehicle (UAV) called ‘Super heron’. The new drone offers improved payload capacity and optional Heavy Fuel Engine configuration. Its weight/range characteristics position it below the MTCR export control threshold, thus improving its competitive advantage.

http://www.youtube.com/watch?v=X5MkfWmg99M
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#12
Und auch eine neue Laserwaffe ist in der Pipeline:

Zitat:Israel moves closer to deploying laser shield against rockets

With technology reminiscent of 'Star Wars', Iron Beam designed to take out threats not in the air long enough for Iron Dome to intercept.
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340 ... 37,00.html
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#13
Israelische Galil werden zunehmend in etlichen Teilen anstelle von AK beschafft:

http://www.thefirearmblog.com/blog/2014 ... an-mexico/

http://www.armamentresearch.com/galil-a ... uth-sudan/

Rein persönlich habe ich das Galil immer gemocht, in meinen Anfangszeiten hier im Forum sogar als die Waffe genannt, die ich bei freier Auswahl am ehesten beschafffen/vorziehen/selbst benutzen würde:

Zitat:Wenn ich die freie Auswahl hätte, dann würde ich vermutlich ein Galil AR oder SAR in 7,62 * 51 wählen.

Galil AR - Länge 1050mm Lauflänge 533mm 4/r
25 Schuß Magazin Masse ohne Magazin 3,95 kg

Galil SAR - Länge 915mm Lauflänge 400mm 4/r
25 Schuß Magazin Masse ohne Magazin 3,75 kg

Beide Waffen sind so schwer und so gut nach vorne ausbalanciert, daß man auf 25m Distanz das ganze Magazin im Dauerfeuer in eine Mannscheibe bringen kann.

Persönlich freut es mich daher, dass sich das Galil nun spät - aber immerhin einer zunehmenden Beliebtheit erfreut. Konträr zu seiner mageren Stellung bei den israelischen Streitkräften, die das Potential dieser Waffe und ihre Vorzüge irgendwie nie richtig erkannt haben.

Das Schweizer Sturmgewehr 90 und das Galil waren zu ihrer Zeit eigentlich die besten verfügbaren Sturmgewehre und sind selbst heute noch im Vergleich sehr gut. Insbesondere unter harten Umweltbedigungen, bei mangelnder Reinigung und viel Staub und Dreck, Nässe, Feuchtigkeit, tropischem Klima oder umgekehrt großer Kälte usw treten die Vorzüge des Galil erst so richtig hervor.

Was nützt eine ultraleichte Plastiktröte, die einen im Stich lässt wenn es hart wird?! Das Galil ist schwerer als andere Gewehre, zweifelsohne, aber so kann man es viel ruhiger schießen, kann man viel besser Dauerfeuer schießen und hat die Waffe weniger Probleme mit Überhitzung.

Ich finde es immer wieder bizarr, wieviele Kilogramm unnötiges Gerempel dass nicht schießt und nichts zum Kampf beiträgt rumgetragen wird, während bei Gewehren ein paar hundert Gramm mehr dann schon zum Ausschlußgrund werden. Wobei die Sturmgewehrversion des Galil ja mit knapp unter 4 kg meiner Meinung nach immer noch absolut im Rahmen ist.

Als einen der größten Vorteile sehe ich, dass man damit uneingeschränkt Gewehrgranaten benutzen kann, und kaum ein anderes "modernes" Sturmgewehr so gut mit leistungsstärkeren Gewehrgranaten zurecht kommt.
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#14
Hat jemand ne Idee was das für ein Wirkmittel ist?
http://cdn.timesofisrael.com/uploads/20 ... AHFF02.jpg
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#15
Nightwatch schrieb:Hat jemand ne Idee was das für ein Wirkmittel ist?
http://cdn.timesofisrael.com/uploads/20 ... AHFF02.jpg

Ohne jetzt den Zünder zu sehen, würde ich sagen, dass es sich um die programmierbare M329 APAM-MP-T (AntiPerson/AntiMaterial MultiPurpose Tank) Munition im Kaliber 120mm von IMI handelt.
http://www.imi-israel.com/vault/document...t_0034.pdf

Könnte aber auch die M339 HE-MP-T im gleichen Kaliber sein.
http://www.imi-israel.com/vault/document...t_nt-s.pdf
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