(See) Fregatte F126 (ex MKS 180)
(29.07.2026, 15:10)tobim schrieb: Auch sind Papierzeichnungen nicht so vollständig. Gerade wenn man meherere Baugruppen aufeinmal darstellen möchte muss ich die Zeichnung ja reduzieren. Und ich weiß nicht welche Aufgaben die Werften übernommen haben, aber ich kann eben aus einem digitalen 3D-Modell jedes beliebige Maß rausnehmen das mir in einer Zeichnung nicht dargestellt wird, weil niemand wusste dass mich das interessiert.

Und all das hat man früher mit Papier auch hinbekommen - und auch wir haben nicht jede Platte von Hand geschnitten Wink Einschließlich Stücklisten usw.

Hat man aber scheinbar heute in Deutschland verlernt. Ich war bis vor kurzem noch in einem Auslandsprojekt, da hatte die Werft auch nur "rudimentäre IT" und hat die Pläne in Papier erhalten - und es hat geklappt und das Schiff fährt. Die Maschinen haben geschnitten und die Schweißer die Bauelement zusammengesetzt.

Nur mal so, wir reden hier über den STAHLBAU (!) und die Verlegung von Rohrleitungen bzw. Kabeln. Diese UAN bekommen z.B. nur gesagt, wie der Weg der Rohrleitung ist (siehe Papierzeichnung), entnehmen entweder aus dem digitialen CAD oder dem Papier dann die Rohrdimensionen und Materialien und bauen das nach den örtlichen Gegebenheiten dann ein - eben weil Stahlbau auch in dieser Größe nicht auf den Zentimeter genau ist.

Früher war das Standard und es galt (leider) manchmal auch das Werkstatt- bzw. Meisterprinzip und da ist halt mal ein Kabel auf der anderen Seite des Raumes gelandet, wenn der Meister vor Ort dachte, das wäre besser (was weiß der junge Ingenieur im Büro schon von der Welt).

Wer will der findet Wege, wer nicht will findet Ausreden Wink
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Dass das früher so war ist mir klar. Aber ich bezweifle das heute im militärischen Schiffsbau das noch so funktioniert. Zum einen ist auf einem Schiff alles so voll gequetscht dass solche künstlerischen Freiheiten schnell kassierende Effekte haben. Zum anderen ist zwecks Redundanz recht genau festgelegt welche Kabel wo langzuführen sind. Wäre auch doof wenn das redundante Kabel im gleichen Leitungsschacht landet.
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Beim schiffbaulichen Rohrleitungsbau gibt es grundsätzlich zwei Typen von Rohrleitungen. Durchkonstruierte und vorgefertigte Rohrleitungen nach Rohrleitungsisometrie - grundsätzlich alles was größer ist wie Treibstoffleitungen.
Damit aber diese angefertigt werden können durch CNC Rohrbiegemaschinen muss der Konstrukteur in der Lage sein diese Maschinen mit passenden Biegeanweisungen zu füttern bzw. überhaupt die notwendige Rohre und Materiel bestellen.
Und dann gibt es halt noch 'Kleinkram'. Rohre kleiner Durchmesser für Sachen wie Druckluft/Arbeitsluft oder Sanitärkram, diese sind in der Regel nicht durch konstruiert. Sie sind zwar prinzipiell hinterlegt aber sie sind sehr unterschiedlich verlegt, selbst bei Schiffe der selben Klasse, wo die einzige Definition, an die sich gehalten wird, durchaus nur der festgelegte Platz an den Roxtec Durchführungen ist.

Grundsätzlich gibt es im Maschinenbau im weitesten Sinne keine großen Konstruktionsabteilungen mit Technischen Zeichner und Ingenieure, wie noch in den 80er, durch CAD, CAE und CAE Software sind diese Abteilungen massiv geschrumpft bzw. outgesourct. Daher wenn die Software Unsinn produziert, ist man schlicht aufgeschmissen.
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(29.07.2026, 18:56)Pmichael schrieb: Grundsätzlich gibt es im Maschinenbau im weitesten Sinne keine großen Konstruktionsabteilungen mit Technischen Zeichner und Ingenieure, wie noch in den 80er, durch CAD, CAE und CAE Software sind diese Abteilungen massiv geschrumpft bzw. outgesourct. Daher wenn die Software Unsinn produziert, ist man schlicht aufgeschmissen.

Dann scheint das derzeit "nur" den westlichen Raum zu betreffen. Im asiatischen Raum hindert das irgendwie... weniger und die bekommen ihre Schiffe sogar noch schneller fertig.

Sorry, aber da fasse ich mir an den Kopf, dass man für solch ein wirklich simples Problem keine technische oder organisatorische Lösung findet im Zeitraum von 2020 bis 2026 (!). Das sind 6 Jahre! Da werden hier in dem Raum, wo ich wie gesagt derzeit mein Projekt habe, ganze CAD-Software-Suiten geschrieben Big Grin

Ok, und der Projektleiter, der so einen Schnittstellen-Murks verbockt hat, wäre schon lange gefeuert und würde in der Region keinen Job mehr finden.
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Auch diese Metadaten, wo es hauptsächlich um Toleranzen, Anmerkungen etc. geht werden von den Standartdateiformaten bereitgestellt. Nennt sich PMI und ist z.b im STEP-Dateiformat integriert. Sobald es aus dem Konstruktionsbüro raus geht wird eig. nur noch mit STEP-Datein gearbeitet. Entweder inklusive PMI oder mit dazugehörigen 2D-Zeichnungen.

Gibt da durchaus unterschiedliche Ansätze und Konfliktpotenzial, aber das es eine Fertigung komplett lahm legt, das halte ich auch für eine Ausrede. Im Zweifel leitet man halt eine klassische Zeichnung ab und druckt sie aus.

Damen hat einfach Mist gebaut...


Auch bei uns arbeitet die CAD Software nicht automatisiert, das ist immer noch Handarbeit. Auch wenn sie die Arbeit deutlich beschleunigt...
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Mich erinnert das Drama um die CAD Daten an das Update von CATIA 4 auf Version 5...
Da konnte man die Zeichnungen zwar importieren, aber da musste jedes Bauteil händisch nochmal überarbeitet werden, weil Übergänge unterschiedlich genau aufgelöst wurden. Ein Arbeitsaufwand fast wie eine Neuzeichnung...Rolleyes
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(30.07.2026, 00:59)Bayorakel schrieb: Mich erinnert das Drama um die CAD Daten an das Update von CATIA 4 auf Version 5...
Da konnte man die Zeichnungen zwar importieren, aber da musste jedes Bauteil händisch nochmal überarbeitet werden, weil Übergänge unterschiedlich genau aufgelöst wurden. Ein Arbeitsaufwand fast wie eine Neuzeichnung...Rolleyes

Oder Drama beim A380, bei dem unterschiedliche CAD Programme in Toulouse und Hamburg verwendet wurden.
Ja eine effiziente und durchgängige Toolchain scheint immer wieder eine Herausforderung zu sein.
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Ich muss sagen ist auch so ein Thema wo Ai viel hinter den kulissen vereinfachen kann/ wird.

Ich habe das jetzt schon öfters dass mir eine funktion fehlt, gerade im umwandeln von Daten weil ich sie halt anders brauche und mir dann dafür ein skript erstellen lasse und aufeinmal gehts einfach.

Wenn man plötzlich keine externe software braucht sondern einfach intern Daten umwandeln kann egal wie unterschiedlich die reinkommen spart so viel Zeit. Auch wenn die eigentliche Arbeit nach wie vor vom Menschen erledigt wird.
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