Regenerative Energien
QF: Wir denken in die gleiche Richtung was Energiesicherheit anbetrifft, wenn auch vielleicht nicht ganz im gleichen Ausmass. Bio–Diesel: Ich müsste mich mal genauer einlesen.

Lime: Andere Länder mit besseren Ressourcen schaffen sehr hohe Anteile von Regenerativen Energien, da ist z.B. das klassische Beipiel von Wasserkraft in Norwegen, von der D versucht etwas abzubekommen. Das ist auch einer der vielen Wege für uns, nämlich bei anderen einzukaufen. Aber mit etwas Fantasie geht auch bei uns selbst mehr als jetzt.

Endenergie ist das, was am Endgerät ankommt, also vom Netz/Energieversorger an die Steckdose/in den Fahrzeugtank etc. geliefert wird und anschliessend in Nutzenergie gewandelt wird. Primärenergie hingegen steht ganz am Anfang der Kette, ist also das was wir z.B. aus dem Boden holen.

Transmutation funktioniert in etwa so gut wie die Kernfusion und ist bislang praktisch nicht verwertbar. Sie funktioniert auch nur in ganz wenigen sehr speziellen Fällen die die Hauptprobleme der Entsorgung nicht lösen können. Auf dieses Pferd sollte man nicht viel Geld setzen.

DFR und Forschungsreaktor: Solch ein Demonstrationsrekator ist Schritt #3, vorher sind für grob 20 Jahre #1 und #2 zu absolvieren (s. China). Und eine Forschungsorganisation wie die DFG muss sich in ihren 5–Jahres Programmen sehr gut überlegen, was vielversprechend ist und was nicht und daher mit knappen Mitteln bedacht werden sollte. In D ist angewandte Kernforschung ohnehin „durch“: Die beiden Grossforschungseinrichtungen in Karlsruhe und Jülich sind schon sehr lange auf allgemeinere Forschung umgeschwenkt, weg von der Kernenergie. Es gibt kaum noch Studiengänge, und nur sehr wenige interessierte Ingenieursstudenten die hauptsächlich für den Rückbau ausgebildet werden und kaum Karrieremöglichkeiten.
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Bio-Kraftstoffe haben eine Zukunft, ja. Nur nicht so, wie sie derzeit hergestellt und eingesetzt werden.

In einer langfristigen Perspektive (50-100 Jahre) wird der Hauptteil des Energiebedarfs primär aus Sonne und Wind gewonnen werden. Dazu bedarf es enormer Regel- und Speichersysteme, um die Nachteile auszugleichen: Ringwallspeicher, Druckbehälter, Regelkraftwerke wie z.B. BHKWs mit Wärmespeichern und die Nutzung elektrischer Energie zur Herstellung von lagerfähigen Energieträgern wie Wasserstoff.
Biomasse aus Abfällen und Reststoffen oder von Erträgen minderwertiger Flächen wird in diesem Mix auch eine Form von lagerfähiger Energie sein, die man bei Bedarf abruft, vor allem in BHKWs oder allgemein über das Gasnetz, das nach und nach von Erdgas auf ein Gemisch aus verschiedenen Faulgasen, Wasserstoff etc. umgestellt werden muss.

Energiepflanzen aber werden auf Dauer nicht ohne Flächenkonkurrenz in ausreichendem Umfang zu produzieren sein, um z.B. für PKW-Verkehr, Stromgewinnung oder Wohnraumheizung herangezogen werden zu können. Daher sehe ich Biokraftstoffe als ungemein wichtig für all die Anwendungen, die eben nicht so einfach elektrisch realisiert werden können, sei es aufgrund bestimmter Leistungsmerkmale oder weil weder Netzanschluss noch ausreichende Speichermöglichkeiten realisierbar sind.
Das werden vermutlich vor allem die See- und Luftfahrt sein, sowie auf absehbare Zeit auch der Individual-Schwerlastverkehr und damit natürlich auch die militärische Nutzung. Da bleiben nur Gasturbinen (dann mit Biogas oder Wasserstoff betrieben) oder flüssige Biokraftstoffe, wenn das Öl zu Ende geht. Ja, und Kernenergie, natürlich. Aber bis der Leopard 8 dann per Mobil-AKW angetrieben wird, dürfte noch etwas Zeit vergehen.
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Wenn das mit der CO² Reduktion wirklich ernst gemeint wäre dann müsste man zwingen auf Kernkraft setzen, denn anders sind die Ziele nicht zu erreichen.
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Das ist nicht der Fall, siehe die 3% bzw. 6% Endenergie oben. Hinzu kommen der sehr langsamen Bau eines KKW und die strikt begrenzten Kapazitäten der internationalen Industrie (der Bau des EPR in Finnland und Frankreich ist an der nicht qualifizierten Zulieferindustrie gescheitert). Reaktordruckbehälter z.B. sind für D eigentlich nur aus Japan zu beziehen (vielleicht jetzt auch China, das weiss ich nicht). Für den schnellen Klimawandel wäre ein gross aufgelegtes Kernenergieprogramm à la Frankreich ohnehin viel zu langsam, und unbezahlbar.

Am Rande: Grundlastfähigkeit ist nicht nur ein Vorteil. Ein KKW kann nicht wie ein Gaskraftwerk oder BHKW bei Bedarf an– oder abgeschaltet werden, das braucht 2 Tage. Zu viele inflexible Kraftwerke im Netz helfen daher auch nicht.
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