Todesstrafe (weltweit) - Ächtung und Befürwortung
#61
Auch wenn es natürlich in China viel mehr Hinrichtungen gibt, so scheint sich auch in den USA eine langsame Abwendung von der Todesstrafe zu geben...
Zitat:Deutlich weniger Todesurteile in den USA

In den letzten 15 Jahren haben die Hinrichtungsurteile um 75 Prozent abgenommen

Todesstrafen werden in den USA immer seltener verhängt. Wie das amerikanische Todesstrafen- Informationszentrum (Death Penalty Information Center) am Donnerstag in seinem Jahresbericht meldete, ist die Zahl der Hinrichtungsurteile in den vergangenen 15 Jahren um 75 Prozent gesunken.

(sda/dpa) Die Organisation sprach von einem «historischen Tief» - auch bei der Zahl der tatsächlichen Hinrichtungen. Sie sei im selben Zeitraum um 60 Prozent zurückgegangen. Die USA bleiben jedoch nach wie vor das einzige westliche Land, das an der Todesstrafe festhält.
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/i ... 65802.html

Schneemann.
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#62
http://www.fr-online.de/panorama/hinric ... 95644.html
Zitat:12 | 12 | 2011
Hinrichtung
Frau in Saudi-Arabien wegen Hexerei enthauptet


In Saudi-Arabien ist eine Frau wegen Hexerei enthauptet worden. Es ist die 73. Hinrichtung in diesem Jahr

...
Die Ausübung der Hexenkunst zählt in dem konservativen islamischen Königreich ebenso wie Vergewaltigung, Mord, Drogenhandel, „Abfall vom Glauben“ oder bewaffneter Raubüberfall zu den Kapitalverbrechen, die mit der Todesstrafe geahndet werden. Amnesty International hatte Riad im vergangenen September zu einem „sofortigen Moratorium der Hinrichtungen“ aufgerufen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisationen warten derzeit noch rund 140 Todeskandidaten auf die Vollstreckung ihres Urteils. (afp)
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#63
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 59,00.html
Zitat: 25.12.2011

Todesurteil in Iran
Hängen statt steinigen


Der Fall sorgte weltweit für Empörung. Vor Jahren verurteilte Iran die angebliche Ehebrecherin Sakine Mohammadi Aschtiani, sie sollte gesteinigt werden. Nun wird der Richterspruch offenbar umgewandelt: Der Frau droht der Tod durch den Strang.
...
ich dreh da die Hand nicht um - ganz egal auf welcher Seite des Golfes ... :evil:
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#64
http://www.tagesschau.de/ausland/todesstrafe136.html
Zitat:Bericht von Amnesty International
Mehr Hinrichtungen in weniger Ländern

An der Todesstrafe halten nach Angaben von Amnesty International weltweit immer weniger Länder fest. Allerdings werden in diesen Staaten immer mehr Menschen hingerichtet.
China führt die tödliche Bilanz demnach erneut an: In keinem anderen Land seien 2011 mehr Menschen hingerichtet worden, hieß es in der Statistik der Menschenrechtsorganisation zu den Hinrichtungen und Todesurteilen 2011.
...

Stand: 27.03.2012 12:55 Uhr
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#65
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 65,00.html
Zitat:07.04.2012

Todesstrafe im Nahen Osten

Hamas lässt drei Männer hinrichten

...
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#66
Zitat:Egypt militants sentenced to death for al-Arish attacks

A court in Egypt has sentenced 14 members of a militant Islamist group to death for attacks in the town of al-Arish in the Sinai peninsula last year. Several policemen and soldiers were killed in the attacks, which targeted a police station and a bank. The sentences must be approved by Egypt's most senior Muslim cleric. There has been concern over increased lawlessness in the Sinai peninsula since the revolution which overthrew President Mubarak in February 2011.

The court found the men committed the attacks as part of an illegal organisation, Al-Tawhid wa al-Jihad. Earlier this month, 16 Egyptian policemen died when a border post in Sinai was attacked, the boldest attack against Egyptian troops in the region for years. Attacks on checkpoints in al-Arish three days later prompted an offensive by the military against militant groups in the peninsula. Residents of Sinai complain of decades of neglect by governments in Cairo, leading to an increase in support for extremist Islamist groups
http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-19258466

Schneemann.
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#67
http://www.spiegel.de/politik/ausland/a ... 68571.html
Zitat:21.11.2012

Afghanistan
Bundesregierung protestiert gegen Hinrichtungsserie

Mit Entsetzen reagiert die Bundesregierung auf eine Serie von Hinrichtungen in Afghanistan. Ungewöhnlich deutlich kritisiert Berlin die von Präsident Karzai bewilligten Todesurteile als Rückschlag für das Land.
...
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#68
Zitat:Todesurteile in Saudi-Arabien: Sieben junge Männer hingerichtet

Protesten von Menschenrechtlern zum Trotz: Sieben junge Männer sind in Saudi-Arabien hingerichtet worden, sie wurden von einem Erschießungskommando exekutiert. Sie sollen als Minderjährige bewaffnete Raubüberfälle begangen haben.

Riad - Sieben junge Männer sind am Mittwoch in Saudi-Arabien hingerichtet worden, die als Minderjährige mehrere bewaffnete Raubüberfälle begangen haben sollen. Die Todesstrafe sei in der Stadt Abha vollstreckt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 88736.html

...ferner...
Zitat:Pakistan soldier 'stoned to death for affair' in Kurram

A soldier accused of having an affair with a local woman has been stoned to death on the orders of tribal elders in north-west Pakistan, officials say. Elders in Kurram tribal agency said scores of people threw stones at the soldier in a cemetery near the town of Parachinar until he bled to death. Locals in the mostly Shia area opposed the alleged relationship because he was a Sunni Muslim and the woman a Shia
http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-21770539

Schneemann.

Schneemann.
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#69
Zitat:Indonesia carries out first execution since 2008

The authorities in Indonesia have carried out their first execution for more than four years. Officials confirmed that Adami Wilson, a Malawi national convicted of drugs smuggling, was executed by firing squad north of Jakarta on Thursday night.

The human-rights group Amnesty International called the execution a "shocking and regressive step". Wilson was sentenced to death in 2004 after he was found guilty of smuggling 1kg (2.2lb) of heroin into the country. His execution in the Pulau Seribu island chain is the first in Indonesia since 2008.
http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-21805413

Schneemann.
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#70
Gebe Quintus in den meisten Punkten recht. Allerdings sollten nur massive kapitaldelikte mit dem Tode bestraft werden. So gibt es zum Beispiel für Kindesmord oder kindesvergewaltigung keine Rechtfertigung. Diese Menschen haben, insofern die Tat 100 % bewiesen ist, kein recht auf leben. Wie Quintus schon sagte, kostet die Verwahrung Geld. Die haben der Gesellschaft schon genug geschadet und sollten nicht auch noch Geld kosten. Das Problem dabei ist halt die 100% Schuld. Verbrechen wie Mord können allerdings in Ausnahmefällen gerechtfertigt sein. Wenn z.B. Ein Ehemann den Mörder seiner Frau aus Rache tötet finde ich es vermessen, diesen mit der gleichen Härte zu bestrafen, wie andere Mörder. Natürlich hat sich dieser dann der Selbstjustiz betätigt und das sollte eine Strafe nach sich ziehen. Eine milde Gefängnisstrafe oder so. Aber dieser Selbstjustiz könnte man aus dem weg gehen, indem man Morde aus Habgier oder anderen niederen Motiven mit dem Tode bestraft und so das rächen der Tat nicht an den Angehörigen hängen bleibt.
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#71
Die Strafe Tod ist für mich nicht gerechtfertigt. Ein Staat darf einem nicht das Leben nehmen.
Eine Strafe, seine Rechte einschränken, die Bevölkerung vor solchen Personen schützen, ja. Dafür gibt es alles Gründe welche vertretbar sind. Aber Foltern. Misshandeln, Töten. Nein, dafür kann es keine Bewilligung geben. Auch wenn dieser Mensch selbst die fundamentalsten Rechte anderer Menschen missachtet und selbst diese Verbrechen verübte. Der Staat darf dies nicht selber gegen diesen Menschen anwenden. Weder bei Verhören noch bei Verturteilungen.

Der Staat darf nicht zu dem werden was er selbst unter Strafe stellt.
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#72
Zitat:Die Strafe Tod ist für mich nicht gerechtfertigt. Ein Staat darf einem nicht das Leben nehmen.

Warum? (noch mal ganz abgesehen von Auslandseinsätzen, wo der Deutsche Staat unschuldigen Zivilisten das Leben genommen hat, die noch nicht mal Verbrechen begangen hatten).

Was ist besser: A: einen Kindervergewaltiger der sein Opfer ermordete hinzurichten, oder B: im Auslandseinsatz unschuldige Zivilisten zu töten ?! A wird von dir einhellig abgelehnt, B aber ist Realität und gesetzlich gedeckt, weil der Soldat ja Angst hatte und dachte er könnte selbst getötet werden etc so was wird nonchalant abgetan, wenn bei einer Bombardierung gewisser Tanklaster viele Zivilisten umkommen. Hätten ja nicht dort sein müssen wo wir unsere Bomben abwerfen.

Aber einen Serienmörder der seine Opfer teilweise aufgefressen hat hinzurichten, du meine Güte, wie barbarisch, der arme Mensch ist doch krank, wir sollten ihm lieber helfen ........

Zitat:Der Staat darf nicht zu dem werden was er selbst unter Strafe stellt.

Der Staat bestraft beispielsweise Freiheitsberaubung, Körperverletzung usw, aber all dies tun Polizisten bzw Justizmitarbeiter im Dienste des Staates tagtäglich. Staatliche Gewalt, dass bedeutet immer und grundsätzlich einen Grundrechtseingriff in die Grundrechte eines Menschen. Jede staatliche Handlung ist ein Grundrechtseingriff.

Deshalb steht da ja auch allenorten: in die nur aufgrund eines Gesetzes eingegriffen werden darf. Nun wäre es ein leichtes, in das Grundrecht auf Leben durch ein Gesetz einzugreifen.

Heute wird der Täterschutz leider weit über den Opferschutz gestellt. Da foltern und töten Schwerstverbrecher ihre Opfer, nur um wenige Jahre später (Jugendstrafrecht bei über 20jährigem) wieder frei zu kommen. Da werden Kinder vergewaltigt und getötet und du redest über das Recht des Täters auf Leben?!

Hatten die Kinder nicht auch ein Recht auf Leben?

Und diese Idee: dass "Rache" nichts bringt und die Kinder nicht wieder lebendig werden laber laber etc, doch: das bringt viel. Der Rechtsfrieden, der gesellschaftliche Frieden wird durch die Hinrichtung des Täters immens gestärkt. Die Gesellschaft wendet sich nicht zuletzt deshalb vom Staat ab, ist Politikverdrossen, weil der Staat seine ureigenste Aufgabe, den Schutz der Opfer und die Wiederherstellung des Gerechtigkeitsempfindens in der Gesellschaft vernachlässigt.

Wenn die Beweise eindeutig sind (Indizien sollten nie ausreichend sein), dann sollten Mörder hingerichtet werden. Mit moderner Technik sind Hinrichtungen völlig schmerzfrei möglich, der Mörder schläft einfach ein und wacht nie mehr auf. Das ist immer viel humaner als das was er seinem Opfer angetan hat.

Ich würde auch das Strafrecht in Bezug auf Alkohol, Drogen und psychische Krankheiten drastisch verschärfen. Es ist unfassbar was hier zur Zeit möglich ist. Schwerste Verbrechen werden nicht geahndet, weil der arme arme Täter ja schuldunfähig ist. Dieses ganze Konstrukt der Schuldfähigkeit würde ich abschaffen. Wer etwas tut, muß dafür büßen, egal ob er steuerungsfähig war oder nicht.
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#73
Zwischen Krieg und Justizwesen ist ein Unterschied zu machen, meine ich. Und die Todesstrafe ist aus guten Gründen abgeschafft worden, weil eben a) schon zu viel Unheil mit dieser Strafe angerichtet wurde und b) es schon genügend Justizirrtümer gab. Mancher mutmaßliche Mörder saß jahrelang in Haft - und dann: Huch, infolge neuer DNA-Tests haben wir jetzt herausgefunden, dass er es nicht war. Was nun, wenn dieser Mensch aber hingerichtet worden wäre? Dieses Gerufe nach der Todesstrafe, wobei dieses Serienmörder- und Kinderschänderargument gerne aus dem Hut gezogen wird, ist also nicht zu Ende gedacht. Es ist leicht, die "Büchse der Pandora" zu öffnen, aber verdammt schwer, sie wieder zuzukriegen und Irrtümer und Missbräuche zu vermeiden. Und solange es die Todesstrafe gab, gab es auch immer Missbräuche und Irrtümer - egal wo und in welchem Land, egal ob Diktatur oder Demokratie...

Und wenn man schon hinsichtlich der Todesstrafe schon so auf die Pauke haut, dann aber bitte gleich die spätmittelalterliche, d. h. keine Hinrichtungen im stillen Gefängnisörtchen, sondern die öffentliche Vierteilung auf dem Marktplatz, daneben bitte noch eine Würstchenbude und eine Schaukel für Kinder. Und der Kopf des Hingerichteten sollte auf einer Lanze vor dem Ort aufgestellt werden, neben dem Schild "Willkommen in XYZ"... :roll:

Hierzu (auch in den USA scheint man langsam auf den Trichter zu kommen):
Zitat:US-Bundesstaat Maryland: Aktivisten bejubeln Abschaffung der Todesstrafe

375 Jahre lang waren Hinrichtungen Teil des Strafenkatalogs in Maryland. Damit ist es nun vorbei. Das Parlament des US-Bundesstaates hat die Todesstrafe mit deutlicher Mehrheit abgeschafft. [...] In Maryland war die Todesstrafe bereits seit Dezember 2006 ausgesetzt worden. Damals hatte der höchste Gerichtshof des Staates entschieden, die Vorgaben für die Verabreichung tödlicher Spritzen seien nicht rechtmäßig von einem Ausschuss genehmigt worden.

Maryland hatte die Todesstrafe 1638 eingeführt, als es noch britische Kolonie war. Seit 1976 waren fünf Hinrichtungen vollstreckt worden, seit 2005 keine mehr. Fünf zum Tode verurteilte Häftlinge sitzen derzeit noch im Gefängnis. Da das Gesetz nicht rückwirkend gilt, ist ihr Schicksal offen. Allerdings wird allgemein davon ausgegangen, dass O'Malley ihre Strafe in lebenslänglich umwandelt. Im vergangenen Jahr hatte Connecticut als 17. der insgesamt 50 US-Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft. Zuvor waren laut dem Death Penalty Information Center bereits Illinois (2011), New Mexico (2009) sowie New Jersey und New York (2007) bereits diesen Schritt gegangen.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/u ... 89268.html

Schneemann.
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#74
Quintus Fabius schrieb:
Zitat:Die Strafe Tod ist für mich nicht gerechtfertigt. Ein Staat darf einem nicht das Leben nehmen.

Warum? (noch mal ganz abgesehen von Auslandseinsätzen, wo der Deutsche Staat unschuldigen Zivilisten das Leben genommen hat, die noch nicht mal Verbrechen begangen hatten).

Was ist besser: A: einen Kindervergewaltiger der sein Opfer ermordete hinzurichten, oder B: im Auslandseinsatz unschuldige Zivilisten zu töten ?! A wird von dir einhellig abgelehnt, B aber ist Realität und gesetzlich gedeckt, weil der Soldat ja Angst hatte und dachte er könnte selbst getötet werden etc so was wird nonchalant abgetan, wenn bei einer Bombardierung gewisser Tanklaster viele Zivilisten umkommen. Hätten ja nicht dort sein müssen wo wir unsere Bomben abwerfen.

Aber einen Serienmörder der seine Opfer teilweise aufgefressen hat hinzurichten, du meine Güte, wie barbarisch, der arme Mensch ist doch krank, wir sollten ihm lieber helfen ........

Zitat:Der Staat darf nicht zu dem werden was er selbst unter Strafe stellt.

Der Staat bestraft beispielsweise Freiheitsberaubung, Körperverletzung usw, aber all dies tun Polizisten bzw Justizmitarbeiter im Dienste des Staates tagtäglich. Staatliche Gewalt, dass bedeutet immer und grundsätzlich einen Grundrechtseingriff in die Grundrechte eines Menschen. Jede staatliche Handlung ist ein Grundrechtseingriff.

Deshalb steht da ja auch allenorten: in die nur aufgrund eines Gesetzes eingegriffen werden darf. Nun wäre es ein leichtes, in das Grundrecht auf Leben durch ein Gesetz einzugreifen.

Heute wird der Täterschutz leider weit über den Opferschutz gestellt. Da foltern und töten Schwerstverbrecher ihre Opfer, nur um wenige Jahre später (Jugendstrafrecht bei über 20jährigem) wieder frei zu kommen. Da werden Kinder vergewaltigt und getötet und du redest über das Recht des Täters auf Leben?!

Hatten die Kinder nicht auch ein Recht auf Leben?

Und diese Idee: dass "Rache" nichts bringt und die Kinder nicht wieder lebendig werden laber laber etc, doch: das bringt viel. Der Rechtsfrieden, der gesellschaftliche Frieden wird durch die Hinrichtung des Täters immens gestärkt. Die Gesellschaft wendet sich nicht zuletzt deshalb vom Staat ab, ist Politikverdrossen, weil der Staat seine ureigenste Aufgabe, den Schutz der Opfer und die Wiederherstellung des Gerechtigkeitsempfindens in der Gesellschaft vernachlässigt.

Wenn die Beweise eindeutig sind (Indizien sollten nie ausreichend sein), dann sollten Mörder hingerichtet werden. Mit moderner Technik sind Hinrichtungen völlig schmerzfrei möglich, der Mörder schläft einfach ein und wacht nie mehr auf. Das ist immer viel humaner als das was er seinem Opfer angetan hat.

Ich würde auch das Strafrecht in Bezug auf Alkohol, Drogen und psychische Krankheiten drastisch verschärfen. Es ist unfassbar was hier zur Zeit möglich ist. Schwerste Verbrechen werden nicht geahndet, weil der arme arme Täter ja schuldunfähig ist. Dieses ganze Konstrukt der Schuldfähigkeit würde ich abschaffen. Wer etwas tut, muß dafür büßen, egal ob er steuerungsfähig war oder nicht.

Mir ist schon in anderen Themen aufgefallen das du das Grundrecht nicht verstehst. Du verstehst auch nicht das Recht des Menschen auf Leben. Ein Grundrechtseinschnitt ist nicht ein vollständiger Entzug seines Rechts auf Leben. Wer deine Beiträge aufmerksam ließt sieht darin die Schule der Rechten.

Das Beispiel Kindermörder wird gerne von diesen genommen. Billige Meinungsmache womit das "einfache Volk" geködert werden soll. Blutrache, Strafen verschärfen für Alkohol und Drogen usw. alles die selbe Soße von Rechten Agitatoren.

Aber das hier...
Zitat:Ich würde auch das Strafrecht in Bezug auf Alkohol, Drogen und psychische Krankheiten drastisch verschärfen.
...waier... wer hat dich bitte los gelassen?
Seit wann ist es ein Verbrechen Krank zu sein? Das war keine offene Frage!
Du stellst hier menschenfeindliches Gedankengut an den Tag für welches ich keinerlei Akzeptanz und auch keine Toleranz habe.

Ein Staat darf auch nicht Rache ausüben. Er darf nicht Rache erlauben. Er darf nicht aus der Emotion sondern nur nach Gesetz und rechtsstaatlich handeln. Er muss die Menschenrechte beachten und das höchste Gut ist das Recht auf Leben. Er darf kein Leben nehmen. Er kann nicht selber gegen das fundamentalste Recht verstoßen sonst ist er kein Rechtsstaat und damit sind wir nicht besser wie Regime welche nach anderen Kriterien werten wie Rasse oder Glaube.

Es ist verständlich wenn Väter oder Mütter oder Geschwister oder andere diese Kindesmörder lynchen würden wollen. Ja! Nur der Staat ist nicht eine Person, er ist das Recht was sich die Gesellschaft gegeben hat und unsere ist eine Gesellschaft die jedes Leben als das höchste ansieht. Egal wer oder was der jeweilige Mensch auch immer getan hat oder nicht. Der Staat darf nicht unterscheiden zwischen Menschen. Er darf nicht werten. Entweder für alle gilt das gleiche Recht oder nicht.
Und im Artikel 1 steht:

Zitat:(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Wenn ein Mensch jemand anderen diese Rechte nimmt muss er zur Rechenschaft gezogen werden.
Der Staat darf jedoch selbst niemals gegen Artikel 1 verstoßen. Sonst hört er auf ein Rechtsstaat zu sein(3).

Zitat:(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Eingreifen bedeutet nicht Aufheben. Wenn der Staat die Gesellschaft schützen muss vor bestimmten Menschen kann er diese deren Freiheit berauben. er darf ihnen jedoch nicht seiner Würde, seiner fundamentalen Menschenrechte berauben. Das bedeutet: Keine Tötung, keine Folter, keine Erniedrigungen! Mehr noch, er muss sogar dafür sorge tragen das diese auch für die Menschen nicht verletzt werden die unter seiner Aufsicht sind. Also eingesperrte Menschen.

Darum kann und darf es keine Todesstrafe geben.
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#75
Schneemann:

Zitat:Zwischen Krieg und Justizwesen ist ein Unterschied zu machen, meine ich.

Warum? Der Krieg unterliegt ebenso dem Vorbehalt der Justiz und der juristischen Bewertung. Zudem unterscheide ich zwischen Krieg und Justiz, ich vergleiche nur Krieg und Todesstrafe. Ob ich aufgrund von Gesetzen, von der Justiz erlaubt im Krieg Menschen töte oder ob ich aufgrund von Gesetzen, von der Justiz erlaubt Verbrecher töte, wo ist der ethische oder moralische Unterschied?!

Wer gegen die Todesstrafe ist, sollte auch gegen jede Form von Krieg sein. Wenn es rechtlich erlaubt ist Kriege zu führen - und dass ist es - dann ist auch die Todesstrafe rechtlich erlaubt. Wer Kriege bejaht, aber gegen die Todesstrafe ist, der widerspricht sich selbst. Das ist unlogisch. Wenn ich Legal Krieg führen darf, im Krieg Menschen töten darf, dann muß es auch Legal sein, Verbrecher hinzurichten.

Im weiteren bin ich ein großer Verfechter des Konzeptes des sogenannten Feindstrafrechtes von Günther Jacobs. Der Verbrecher ist darin ein Feind der Gesellschaft und aufgrund dieser Einstufung werden seine Rechte eingeschränkt. Der Vertrag der Gesellschaft aus dem der Staat überhaupt erst entsteht, zwingt eigentlich rechtsphilosophisch ein Feindstrafrecht herbei. Das heutige Vereinigungskonzept in der Rechtsphilosophie ist demgegenüber genau genommen eine Aufhebung des Gesellschaftsvertrages, und deligitimiert damit den Staat an sich.

Zitat:es schon genügend Justizirrtümer gab. Mancher mutmaßliche Mörder saß jahrelang in Haft - und dann: Huch, infolge neuer DNA-Tests haben wir jetzt herausgefunden, dass er es nicht war. Was nun, wenn dieser Mensch aber hingerichtet worden wäre?

Deswegen schrieb ich explizit, dass Indizien niemals ausreichend sein dürfen. Die Todesstrafe ist nur bei Beweisen anzuwenden. Es gibt regelmäßig Fälle wo Morde definitiv beweisbar sind. Nur in diesen Fällen ist die Todesstrafe anzuwenden.

Alle von dir genannten Beispiele, bei denen Unschuldige verurteilt wurden, waren Indizienprozesse, wo es zum Urteil nur aufgrund von Indizien und der Bewertung dieser durch eine Geschworenen-Jury kam.

Mörder wie Marc Dotroux sind nachweislich schuldig. Hier gibt es nicht den geringsten Zweifel an der Schuld, alles ist absolut bewiesen. Marc Dotroux ist demzufolge hinzurichten. Ein Justizirrtum ist hier völlig ausgeschlossen. Solche eindeutigen Fälle meine ich.

Zitat:d. h. keine Hinrichtungen im stillen Gefängnisörtchen, sondern die öffentliche Vierteilung auf dem Marktplatz,

Das würde gegen die Menschenwürde des Mörders verstoßen. Ich achte die Würde sehr viel höher als das Leben. Und das war auch die Intention im Grundgesetz. Auch in unserem Grundgesetz wird die Würde höher gewertet als alle anderen Rechte. In unserem Grundgesetz wird die Würde höher gewertet als das Leben. Einen Menschen zu töten kann nach den Umständen sogar würdevoller sein, als ihn jahrzehntelang seiner Freiheit zu berauben.



701:

Zitat:Das Beispiel Kindermörder wird gerne von diesen genommen. Billige Meinungsmache womit das "einfache Volk" geködert werden soll.

Leben wir nicht in einer Demokratie? Geht nicht alle Staatsgewalt vom Volke aus? Dein elitär-arrogantes Geschreibe enttarnt dich als typischen Elfenbeinturmbewohner dem der Kontakt zur Realität abhanden gekommen ist. Ich bin ebenso dafür, eine Frau zu töten, die ihren Mann vergiftet hat. Ich bin dafür, die U-Bahn-Mörder, die ihre Opfer am Boden zu Tode getreten haben hinzurichten. Mörder deren Tat bewiesen ist, sind hinzurichten.

Nicht nur das einfache Volk, sondern die Mehrheit der Menschen in dieser Gesellschaft sind für die Todesstrafe in solchen Fällen. Und leben wir nicht in einer Demokratie? Stattdessen wird der Mehrheit der Menschen von einer elitären Minderheit, von Personen wie dir etwas oktroyiert, was nur weitreichend Ablehnung und Abscheu hervor ruft.

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland will die Todesstrafe, ohne Rechts zu sein. Aus einem richtigen Verständnis des Gesellschaftsvertrages und der Kernaufgaben eines Staates heraus. Dieser Gesellschaftsvertrag wird gerade aber von der Justiz tagtäglich mit Füßen getreten. Wir müssen weg vom Täterstrafrecht und weg von der Vereinigungstheorie, nach der die Justiz seit Jahren vergeblich die Quadratur des Kreises versucht.

Nur so kann der Rechtsfrieden nachhaltig gewahrt werden. Nur so kann der Gesellschaftsvertrag erfüllt werden. Nur so kann der Staat seine Existenz nachhaltig legitimieren. Die derzeitige skandalöse Rechtsprechung in Deutschland, diesees Täterstrafrecht, delegitimiert den Staat an sich.

Zitat:Seit wann ist es ein Verbrechen Krank zu sein? Das war keine offene Frage!
Du stellst hier menschenfeindliches Gedankengut an den Tag für welches ich keinerlei Akzeptanz und auch keine Toleranz habe.

Es ist kein Verbrechen krank zu sein. Aber Kranke Menschen können ebenso Verbrecher sein. Die ganze Idee der Schuldhaftigkeit ist zu hinterfragen. Warum wird ein Täter der Krank ist nicht bestraft, während ein Gesunder bestraft wird? Das ist widersinnig. Ich bin nicht dafür Verbrecher hinzurichten weil sie krank sind, sondern weil sie gemordet haben. Warum sie dies haben, ist nebensächlich.

Krankheit ist vor allem anderen eine Definitionssache. Was krank ist und was nicht, wird gerade bei psychischen Krankheiten anhand eines Kataloges entschieden, der ständig geändet und umgeschrieben wird. Vieles was früher nicht krank war, ist bspw heute krank. Früher wäre die Person voll schuldfähig gewesen, heute ist sie unschuldig. Exakt die gleiche Person, exakt die gleiche Tat führt damit zu völlig verschiedenen Urteilen, nur wei in einem Katalog Definitionen geändert wurden. Psychische Krankheiten sind eine reine Definitionssache und damit ist es willkürlich, ob ein Verbrecher als psychisch krank gilt oder nicht. Sollen Urteile auf solch willkürlichen Definitionen beruhen?

Es ist übrigens problemlos möglich, jeden Verbrecher als psychisch krank zu definieren. Damit wäre niemand mehr schuldfähig. Damit könnte kein einziges Verbrechen mehr verurteilt werden, weil jeder Täter schuldunfähig ist. Die Tendenz dahin ist übrigens bereits jetzt erkennbar. Die Verbrecher sind ja nicht dumm, vor Gericht nimmt der Anteil derjenigen die aus Mangel an Schuldfähigkeit nicht verurteilt werden oder deren Urteil sehr viel milder ausfällt seit Jahren ständig und rasant zu. Herr Richter, ich bin psychisch krank. Sie armer, da kriegen sie mal noch eine Bewährungssstrafe von 2 Jahren, wären sie gesund wären sie 4 Jahre in Haft gesessen.....

Noch bizarrer ist das ganze bei Alkohol. Warum werden Strafen gemildert, weil die Täter betrunken waren? Und ungefähr 70% aller schwereren Gewaltstraftaten geschehen unter Alkoholeinfluss. Wieder und wieder heißt es dann vor Gericht: verminderte Schuldfähigkeit = geringere Strafe.

Zitat:Wenn ein Mensch jemand anderen diese Rechte nimmt muss er zur Rechenschaft gezogen werden. Der Staat darf jedoch selbst niemals gegen Artikel 1 verstoßen.

Es ist würdevoller, jemanden zu töten, als ihn Jahrzehntelang seiner Freiheit zu berauben. Indem ich ihn töte, stelle ich die Würde des Verbrechers wieder her.

Zitat:Eingreifen bedeutet nicht Aufheben. Wenn der Staat die Gesellschaft schützen muss vor bestimmten Menschen kann er diese deren Freiheit berauben.

Pedantische legalistische Wortklauberei. Wenn ich jemanden Lebenslang ins Gefängnis sperre, greife ich nicht in seine Freiheit ein, sondern ich hebe seine Freiheit auf.

Zitat: er darf ihnen jedoch nicht seiner Würde, seiner fundamentalen Menschenrechte berauben. Das bedeutet: Keine Tötung, keine Folter, keine Erniedrigungen!

Wo habe ich was von Folter oder Erniedrigung geschrieben? Und ich beraube einen Menschen nicht seiner Würde, indem ich ihn töte. Im Gegenteil. Ich achte seine Würde, im Gegensatz zu dir, der du den Verbrecher Jahrzehntelang einsperrst.

Zitat:Du stellst hier menschenfeindliches Gedankengut an den Tag für welches ich keinerlei Akzeptanz und auch keine Toleranz habe.

Falsch. Dein abstrakter, pedantischer, wortklauberischer, Elfenbeinturm-Legalismus ist Menschenfeindlich. Deine Ausführungen sind nichts als Hohn für jedes Opfer, ein Hohn für jeden Menschen der Opfer von Straftaten wurde.
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